Dienstag, Oktober 18th, 2016

 

Auszeichnung durch die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation: Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille 2016 geht an Modellprojekt SPORT FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ

von links: Dr. Larissa Beck (Geschäftsführerin der DVfR), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann (Vorsitzender der DVfR), Martin Wonik (Vorstandsmitglied des Landessportbunds NRW), Lars Wiesel-Bauer (Geschäftsführer des BRSNW) und Thomas Härtel (Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes e. V.)
von links: Dr. Larissa Beck (Geschäftsführerin der DVfR), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann (Vorsitzender der DVfR), Martin Wonik (Vorstandsmitglied des Landessportbunds NRW), Lars Wiesel-Bauer (Geschäftsführer des BRSNW) und Thomas Härtel (Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes e. V.)

von links: Dr. Larissa Beck (Geschäftsführerin der DVfR), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann (Vorsitzender der DVfR), Martin Wonik (Vorstandsmitglied des Landessportbunds NRW), Lars Wiesel-Bauer (Geschäftsführer des BRSNW) und Thomas Härtel (Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes e. V.)

Für herausragende Leistungen bei der Rehabilitation von Menschen mit Demenz wurde das Modellprojekt SPORT FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Nordrhein-Westfalen (BRSNW) und des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille 2016 ausgezeichnet. Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e.V. (DVfR) würdigt damit das Projekt, das in einzigartiger Weise die Teilhabe von Menschen mit Demenz am Leben in der Gemeinschaft fördert und die Angehörigen unterstützt.

„Wir möchten damit zum Ausdruck bringen, dass wir Menschen mit Demenz, die ein enormes Problem in ihrer Teilhabe haben, mit bedenken, wenn es uns um die Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen geht. Sie sollen nicht ausgegrenzt sein“, betonte der Vorsitzende der DVfR, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann. Stellvertretend für alle Projektteilnehmer und Projektpartner nahmen Martin Wonik, Vorstandsmitglied des Landessportbunds NRW, und Lars Wiesel-Bauer, Geschäftsführer des BRSNW, die Medaille im Rahmen der DVfR-Mitgliederversammlung am 14. Oktober in Berlin entgegen. Die Laudatio hielt Thomas Härtel, Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes e. V.

Unter dem Motto „Gesundheit fördern, Teilhabe ermöglichen, Lebensqualität erhalten“ wurden mit dem Modellprojekt SPORT FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ an 73 Standorten in Nordrhein-Westfalen neue Sportangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen geschaffen. In jedem dieser lokalen Projekte arbeiten Sportvereine zusammen mit Partnern aus Pflege, Betreuung, Begleitung und Demenzberatung. Gemeinsam entwickeln die Netzwerkpartner nah an den Lebenswelten der Zielgruppe Sportangebote, die den Bedürfnissen von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen entsprechen.

„Insgesamt hat das Projekt 1.500 Teilnehmende mit den neu etablierten Angeboten meist inklusiven Charakters erreicht. 69 Fortbildungen und Inhouse-Schulungen sowie fünf landesweite Workshops mit über 1.500 Menschen sind in diesem Bereich für dieses Thema sensibilisiert worden“, erklärte Thomas Härtel in seiner Laudatio. Härtel betonte außerdem die generationsübergreifende Thematik, die auch die Familien von Menschen mit Demenz berücksichtigt und entlastet habe.

Wonik nahm den Preis dankend entgegen und sah ihn als Motivation dafür an, in dieser Richtung weiter zu machen. „Mit dem Medium Bewegung können wir eine Menge schaffen, um Menschen zu helfen, eine bessere Lebenssituation und bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, und das wollen wir, so gut wie wir können, natürlich auch weiterführen“, betonte Wonik in seiner Dankesrede.

Mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille ehrt die DVfR seit 2011 Initiativen, die in herausragender Weise die individuelle und umfassende Rehabilitation behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen fördern und zu deren Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beitragen. Namensgeber der Medaille ist der 2013 verstorbene Pionier der Neurorehabilitation in Deutschland: Prof. Dr. Kurt-Alphons Jochheim.

Über die DVfR

Die DVfR ist in Deutschland die einzige Vereinigung, in der Vertreterinnen und Vertreter aller Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation, Teilhabe und Selbstbestimmung. Grundsätzlich befasst sich die DVfR dabei mit allen Bereichen der Rehabilitation, also der medizinischen, schulischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation, sowie auch Fragen der gezielten Prävention im Sinne ihres Leitbildes und ihrer Satzung.


Dr. Rohkohl folgt in der Waldburg-Zeil Rehabilitationsklinik Bad Salzelmen auf Dr. Elke Staschull, die in den Ruhestand geht

Schönebeck – Dr. Elke Staschull, Chefärztin Orthopädie der Rehabilitationsklinik Bad Salzelmen, verabschiedet sich in den Ruhestand. Nach mehr als 20 Jahren in der Fachklinik für Orthopädie, Onkologie und Pneumologie (BGSW) übergibt die gebürtige Halberstädterin die Leitung der renommierten Abteilung für Orthopädie an Dr. Kerstin Rohkohl aus Magdeburg.

Elke Staschull, geboren 1956, studierte nach dem Abitur in Quedlinburg Medizin in Magdeburg. 1992 begann sie in der gerade von den Waldburg-Zeil Kliniken übernommene Rehabilitationsklinik Bad Salzelmen als Oberärztin und erlebte dort den Bau des neuen Klinikgebäudes und die Etablierung als Fachklinik für Rehabilitation in unmittelbare Nähe zum Ballungsraum Magdeburg. Sie half, den Wechsel von einer durch ein staatlich organisiertes Gesundheitswesen geprägten Gesundheitslandschaft zu einem Umfeld zu entwickeln, das auf die zeitgemäßen Rehabilitationsbedürfnisse von Patienten ausgerichtet ist. Seit 2003 wirkte sie als Chefärztin der Abteilung Orthopädie. 2015 feierte sie gemeinsam mit den rund 150 Mitarbeitern 20 Jahre moderne Rehabilitation in Bad Salzelmen.

Medizinische Qualität über Jahrzehnte  

„Elke Staschull gehört zu den rund fünfzig Mitarbeitern unserer Klinik die seit Bestehen des neuen Hauses dabei sind“, weiß die Kaufmännische Leiterin Vera Effenberger zu berichten. „Wir haben gemeinsam die Klinik durch das turbulente Fahrwasser der frühen Wendejahre gesteuert. Nun schätzen wir uns glücklich, dass wir uns mit hochwertiger medizinischer Rehabilitation erfolgreich im Gesundheitsmarkt behauptetet haben.  Viele Patienten kommen nach einem stationären Aufenthalt in unserer Schönebecker Klinik für ambulante Anwendungen zurück. Das haben wir nicht zuletzt unseren hervorragend ausgebildeten Ärzten wie Dr. Elke Staschull zu verdanken.“

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Ihre Nachfolgerin Kerstin Rohkohl stammt aus Magdeburg. Geboren 1971, studierte sie in ihrer Heimatstadt Medizin, promovierte 2001 und legte drei Jahre später die Facharztprüfung für Orthopädie ab. Als bisherige Geschäftsführerin des Bundesverbandes ambulanter medizinischer Rehabilitationszentren weiß Dr. Rohkohl, wie wichtig die Nachsorge für erkrankte Menschen ist. Schwere oder chronische Erkrankungen haben einen großen Einfluss auf Lebensqualität. Sie sind einer der Hauptgründe für eingeschränkte Erwerbsfähigkeit und gesundheitsbedingte Frühberentung. „Ziel unserer medizinischen Rehabilitation ist es, die persönliche Leistungsfähigkeit zu verbessern oder wiederherzustellen. Mit Distanzierung vom Alltag und Entlastung während einer stationären Rehabilitation können wir das in vielen Fällen erreichen“, so das Credo von Dr. Rohkohl.

Nachfolgerin hat  zum 1. September begonnen

Während ihrer Tätigkeit als Ärztin an den Universitätskliniken in Jena und Magdeburg sowie bei den Pfeifferschen Stiftungen erwarb Rohkohl Qualifikationen unter anderem in Manualtherapie, psychosmatischer Grundversorgung, Physikalischer Therapie, Sportmedizin, Neuraltherapie und Rehabilitationswesen. „Wir freuen uns, mit Frau Dr. Rohkohl eine kompetente Nachfolgerin für unsere langjährige Chefärztin gefunden zu haben“, zeigt sich Vera Effenberger zufrieden. Ihre Nachfolgerin Dr. Kerstin Rohkohl hat bereits zum 1. September in der Waldburg-Zeil Klinik Bad Salzelmen begonnen. Sie wird das Engagement der scheidenden Chefärztin für eine wohnortnahe medizinische Rehabilitation fortsetzen.


Verbändebündnis fordert dringend Nachbesserungen beim Bundesteilhabegesetz

Berlin, 18.10.2016

Die für das Bundesteilhabegesetz und das Pflegestärkungsgesetz III geplanten Regelungen für Menschen mit Behinderung sind so nicht akzeptabel. Das breite Verbändebündnis aus Deutschem Behindertenrat, Fachverbänden, Verbänden der freien Wohlfahrtspflege und dem Deutschen Gewerkschaftsbund hat daher seine Forderungen zu Nachbesserungen erneuert. „Die Abgeordneten des Bundestages dürfen das wichtigste behindertenpolitische Reformvorhaben dieser Legislaturperiode nicht in der vorliegenden Form beschließen, sondern müssen wichtige Punkte nachbessern“, erklärt Ulrike Mascher, Vorsitzende des Sprecherrats des Deutschen Behindertenrats (DBR) und Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich der morgigen Beratung der Koalition.

Das Verbändebündnis sieht im geplanten Bundesteilhabegesetz die Gefahr von Leistungseinschränkungen und weiteren möglichen Verschlechterungen für Menschen mit Behinderung.

Das Verbändebündnis sieht zwar auch positive Ansätze in der Gesetzesvorlage des Bundesteilhabegesetzes, doch die negativen Aspekte überwiegen. Inakzeptabel sind vor allem Einschränkungen des leistungsberechtigten Personenkreises, Leistungsausschlüsse oder
-einschränkungen, die grundsätzliche Beibehaltung der Einkommens- und Vermögenseinsatzes bei Inanspruchnahme von Teilhabeleistungen, die Regelungen zur Verknüpfung von Eingliederungshilfe und Pflege sowie die Aushöhlung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ bzw. des Wahlrechts von Menschen mit Behinderung, etwa beim Wohnen sowie schlechte Rahmenbedingungen für Leistungsanbieter.

„Wir appellieren an Bundestag und Bundesrat, das Gesetz nachzubessern und sich für eine echte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von Menschen mit Behinderung einzusetzen“, so Mascher.

Ein ausführliches Papier mit weiteren Informationen zu den Kritikpunkten, in denen das Verbändebündnis dringenden Nachbesserungsbedarf sieht, finden Sie hier:

Zum Aufruf auf der Website des DBR: Aufruf „Nachbesserung jetzt erst recht!“

Aufruf als PDF herunterladen: Aufruf „Nachbesserung jetzt erst recht!“.pdf

Info: Der Deutsche Behindertenrat (DBR) ist ein Aktionsbündnis der Behindertenverbände und Selbsthilfeorganisationen in Deutschland und engagiert sich seit vielen Jahren für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Im DBR haben sich über 140 Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen vereinigt. Es repräsentiert mehr als 2,5 Millionen Betroffene. Mehr unter www.deutscher-behindertenrat.de

Diese Pressemeldung als PDF herunterladen:

DBR-Presseinfo vom 18.10.2016 – Verbändebündnis fordert dringend Nachbesserungen beim Bundesteilhabegesetz

Sozialverband VdK Deutschland
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Präsidentin Ulrike Mascher
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