Dienstag, Oktober 11th, 2016

 

Entspannung und Sport wirksam gegen Migräne

Deutscher Schmerzkongress 2016

Jahrestagung der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) e. V. vom 19. bis 22. Oktober 2016 in Mannheim

 

 

Neue Leitlinie zeigt den Nutzen in Kombination mit Medikamenten

 

Mannheim – Etwa acht Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Migräne. Bei mehr als einem Drittel von ihnen könnten neben Medikamenten auch nicht-medikamentöse Therapien lindernd wirken. Die erste Leitlinie zu „Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutischen Interventionen zur Behandlung der Migräne“ zeigt: Vor allem progressive Muskelentspannung (PMR), kognitive Verhaltenstherapie, Ausdauersport und Biofeedback-Verfahren helfen den Patienten. Welche Methoden besonders wirksam sind und wie die Inhalte der Leitlinie in den Behandlungsalltag gelangen, diskutieren Schmerzexperten auf der Pressekonferenz am 20. Oktober 2016 anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses (19. bis 22. Oktober 2016) in Mannheim.

 

Heftige pulsierende Kopfschmerzen sind nur ein Symptom von Migräne. Hinzu kommen oft Übelkeit, Erbrechen, Lärm- oder Lichtüberempfindlichkeit. „Wir wissen, dass viele unserer Patienten nicht nur auf Medikamente zurückgreifen möchten“, sagt Privatdozentin Dr. med. Stefanie Förderreuther, Präsidentin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG). „Mit der aktuellen Leitlinie unserer Fachgesellschaft können wir nun ganz konkret sagen, welche Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutischen Interventionen Gutes bewirken.“

Eine Autorengruppe hatte die aktuelle Studienlage ausgewertet und systematisch mehr als 800 Arbeiten untersucht. Privatdozent Dr. med. Charly Gaul, Mitglied des Autorenteams und Generalsekretär der DMKG, erläutert: „Schon wenn wir die Patienten beraten und über die Erkrankung aufklären, kommt es zu einer klinisch messbaren Kopfschmerzreduktion.“ Entspannungsverfahren wie beispielsweise die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Progressive Muskelrelaxation (PMR) wirken besonders gut. „Die PMR ist zudem gut zu erlernen und kann ohne Aufwand angewandt werden“, erklärt Dr. Gaul, Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein. Bei der PMR wird der Patient selbst aktiv, indem er Muskelgruppen gezielt an- und wieder entspannt. Dr. Förderreuther ergänzt: „Diese Technik lässt sich gut in den Alltag integrieren. Wer sie regelmäßig anwendet, beeinflusst die zentrale Schmerzverarbeitung und aktiviert schmerzhemmende Strukturen im Gehirn.“ Die Zahl der Migräneattacken könne so um 35 bis 45 Prozent reduziert werden, so die Expertin.

 

Beim Thema Sport ist die Studienlage nicht ganz eindeutig. Dennoch gibt die Leitlinie grünes Licht für Ausdauersport als begleitende Therapie. Sport und Bewegung haben offenbar einen Effekt auf die Schmerzintensität und – das legen neuere Studien nahe – ebenfalls auf die Anzahl und die Dauer der Anfälle.

 

Gut belegt ist auch, dass Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) wirkt. Diese geht davon aus, dass jeder Mensch über seine Gedanken sein Erleben und Verhalten beeinflussen kann. Dazu gehört auch, eine reale Belastung, die als Stress wahrgenommen wird, positiv umzudeuten. Dafür hinterfragt die betreffende Person beispielsweise überzogene Ansprüche an die eigene Leistung und lernt, Signale des Körpers zu erkennen, die eine Belastungssituation ankündigen.

 

Trotz dieser wichtigen Erkenntnisse zu diesen ergänzenden Verfahren, sollte eine Migräne ärztlich behandelt werden, betonen die Experten. Gemeinsam mit einem Kopfschmerzexperten sollte der Patient die für ihn individuell passende Kombination aus vorbeugenden Medikamenten und der geeigneten Entspannungstechnik oder einem verhaltenstherapeutischen Verfahren aussuchen, bilanzieren die Experten.

 

Literatur:

Kropp, P, Meyer, B, Dresler, T, Fritsche, G, Gaul, C, Niederberger, U, Förderreuther, S, Malzacher, V, Jürgens, TP, Marziniak, M, Straube A: Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne. Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz -Gesellschaft, Nervenheilkunde 7–8/2016. Leitlinie

 

Zum Deutschen Schmerzkongress:

Der jährlich stattfindende Deutsche Schmerzkongress reflektiert die enorme Bedeutung des Symptoms Schmerz in sämtlichen Bereichen der Medizin und das stetige Bemühen der Schmerzexperten, den Schmerz wirksam(er) zu bekämpfen. Das Motto für den Kongress 2016 (UM)DENKEN ERWÜNSCHT regt dazu an, ausgetretene Pfade auch einmal zu verlassen, das eigene Denken und Handeln kritisch zu überdenken, vielleicht sogar in Frage zu stellen und aufgeschlossen zu sein für Neues. Mit rund 60 wissenschaftlichen Symposien, darunter Pflegesymposien und Dutzende Kurse und Seminare, deckt der Schmerzkongress das gesamte Themenspektrum der Schmerzdiagnostik und -therapie ab. Mehr als 2500 Teilnehmer – Mediziner verschiedener Fachgebiete, Psychologen, Pflegende, Physiotherapeuten und andere – werden erwartet.

 

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Terminhinweise:

Pressekonferenz

anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses

der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V.

vom 19. bis 22. Oktober 2016

Termin: Donnerstag, 20. Oktober 2016, 12:30 bis 13:30 Uhr

Ort: Congress Center Rosengarten Mannheim, Raum: „Christian Cannabich

Anschrift: Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim

 

Symposium: SY30 Umdenken erwünscht – zur Rolle der Psychologie in Pathophysiologie und Therapie der Migräne

Vorsitz: P. Kropp (Rostock), R. Klinger (Hamburg)

Termin: Samstag, 22. Oktober 2016, 8:30 bis 10:00 Uhr

Ort: Congress Center Rosengarten Mannheim, Raum: „Gustav Mahler 2“

Anschrift: Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim

 

Symposium: SY25 – Konzepte, praktische Umsetzung und Evidenzlage zur Edukation von (Kopf-) Schmerzpatienten

Vorsitz: C. Gaul (Königstein im Taunus)

Termin: Freitag, 21. Oktober 2016, 15:00 bis 16:30 Uhr

Ort: Congress Center Rosengarten Mannheim, Raum: „Gustav Mahler 2“

Anschrift: Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim

Das komplette Kongressprogramm und weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.schmerzkongress2016.de

 

 

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Ihr Kontakt für Rückfragen:

Kongress-Pressestelle

Deutscher Schmerzkongress 2016

Dagmar Arnold, Juliane Pfeiffer

Postfach 30 11 20

70451 Stuttgart

Telefon: 0711 8931-380, -693

Telefax: 0711 8931-167

E-Mail: arnold@medizinkommunikation.org,

pfeiffer@medizinkommunikation.org

www.schmerzkongress2016.de

 

sowie

 

Thomas Isenberg

-Geschäftsführer-

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V

Bundesgeschäftsstelle

Alt-Moabit 101 b , 10559 Berlin

Telefon: 030 39409689-0

Telefax: 030 39409689-9

Mobil: 0171 7831155

E-Mail: isenberg@dgss.org

Internet: www.dgss.org

 


Die Medizin der Zukunft – Gesundheitliche Versorgung unter Nutzung von Telemedizin, Telematik und E-Health

4. November 2016bis5. November 2016

Veranstaltungshinweis Gesundheitspolitisches Symposium

Gesundheitspolitisches Symposium vom 04. – 05. 11. 2016 in Schwerin

Schwerin – Gesundheit und Medizin stehen zunehmend im Fokus von IT, E-Health und Digitalisierung. Milliarden werden in Projekte und Innovationen für den digitalen Gesundheitsmarkt investiert. Der Versorgung unter Nutzung von Telemedizin, Telematik und E-Health gehört die Zukunft.
Welche politischen Weichenstellungen sind erforderlich? Welche Entwicklungen kommen auf Ärzte, Patienten und medizinische Leistungsanbieter sowie Kassen zu? Umfragen zeigen: Ein hoher Prozentsatz der Versicherten möchte online mit dem Arzt in Verbindung treten, auf diesem Wege medizinische Befunde erhalten oder selbst ermittelte Messwerte dem behandelnden Arzt übermitteln.
Wo entscheidet zukünftig der Arzt und wo der Computer? Sind die Massen an entstehenden Daten – Big Data – noch beherrschbar? Wo entstehen Gefahren einer missbräuchlichen Verwendung?

Herzliche Einladung zu Vorträgen und Diskussionen u.a. mit
Prof. Dr. Uwe Fachinger, Vorsitzender d. Ausschusses ‚Gesundheits­wirtschaft und eHealth‘ d. Deutschen Gesellschaft f. Gesundheitsökonomie,
Oliver Schenk, Bundesministerium Gesundheit, Abteilungsleiter Grundsatzfragen, Telematik
Andreas Storm, Vorstand DAK-Gesundheit
Dietrich Monstadt MdB Gesundheitsausschuss Bundestag
Dr. Harald Terpe MdB Gesundheitsausschuss Bundestag
Dr. Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Ausschusses „Telematik“ der Bundesärztekammer / Präsident Ärztekammer Schleswig-Holstein

Weitere Informationen: www.kas.de/mv/de/events/68993/
Bitte senden Sie Ihre Anmeldung an: kas-mv@kas.de

Die Veranstaltung ist von der Ärztekammer M-V mit Weiterbildungspunkten zertifiziert.


Tag der offenen Tür im Moorbad Bad Doberan

 

15. Oktober von 10 bis 14 Uhr / Buntes Programm zum 20jährigen Jubiläum / Klinikrundgänge, Moorführungen, Gesundheitsangebote, Vorträge, Kinderprogramm / Rollatorschulung in Kooperation mit der Verkehrswacht Bad Doberan
Die Rehabilitationsfachklinik Moorbad Bad Doberan feiert in diesem Jahr 20jähriges Jubiläum am heutigen Standort. Zu diesem Anlass findet am Samstag, den 15. Oktober 2016, von 10 bis 14 Uhr ein Tag der offenen Tür im Moorbad Bad Doberan statt.

Das Programm beinhaltet unter anderem Klinikrundgänge, Moorführungen und Gesundheitsvorträge. Außerdem öffnen die Therapieabteilungen mit verschiedenen Programmen ihre Türen. Auch für Spaß für die Kleinen ist gesorgt: es warten Kinderschminken, Zaubershow und Mini-Disco.

„Wir wünschen uns, dass nicht nur potentielle Patienten den Weg zu uns finden“, so Klinikleiter Rainer Grimm, „sondern dass Doberaner und Rostocker, also unsere Nachbarn, sich ein Bild von uns und unserer Arbeit machen können. Auch interessierte Bewerber beraten wir gern und haben eine Posterausstellung zu den Berufen im Moorbad gestaltet.“

 

Zusätzlich: Rollatorschulung durch die Verkehrswacht Bad Doberan
Sind Patienten auf einen Rollator angewiesen, ist der Umgang damit im Alltag häufig schwierig. Es gibt viele Situationen, die der oder die Betroffene zunächst lernen müssen. Daher bietet das Moorbad Bad Doberan in Kooperation mit der Verkehrswacht Bad Doberan einen Schulungsparcours an. Auf diesem können verschiedene Alltagssituationen mit Rollator erprobt und geübt werden. Der Parcours kann selbstverständlich mit dem eigenen Gerät absolviert werden. Zusätzlich werden Rollatoren durch das Sanitätshaus Reich und Rathmann gestellt. Das Sanitätshaus berät auch kostenfrei über die richtigen Einstellungen der Geräte.

 Das Moorbad Bad Doberan ist eine von bundesweit acht Dr. Ebel Fachkliniken mit den Schwerpunkten Orthopädie, Rheumatologie, Onkologie, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren. Die Rehabilitationsfachklinik verbindet die reichhaltigen medizinischen Erfahrungen eines traditionsreichen Heilbades mit der Anwendung modernster Methoden und Kurmittel.

 

Das vollständige Programm ist zu finden auf: www.moorbad-doberan.de

Kontakt: Dr. Ebel Fachkliniken GmbH & Co. Moorbad Bad Doberan KG , Schwaaner Chaussee 2, 18209 Bad Doberan, Telefon (03 82 03) 93-0, Fax (03 82 03) 93-6 80, Email: marketing@moorbad-doberan.de; Internet: www.moorbad-doberan.de, www.ebel-kliniken.com