Montag, Oktober 10th, 2016

 

Herausforderung für die Krankenhäuser: Qualität zwischen Anspruch und Wirklichkeit

14. November 2016bis17. November 2016
  1. Deutscher Krankenhaustag im Rahmen der MEDICA

Krankenhäuser in Deutschland stehen vor großen Aufgaben. Die von der Bundesregierung gestartete Qualitätsoffensive muss nach den Vorgaben des Krankenhausstrukturgesetztes (KHSG) durch die Selbstverwaltung konkret umgesetzt werden. Was sind die richtigen Qualitätsindikatoren, wer bewertet die Qualität und wie wird die Bewertung vorgenommen? Wie steht es um die Finanzierung der Qualitätsoffensive? Diese Fragen werden u.a. auf dem Deutschen Krankenhaustag vom 14. bis 17. November 2016 in Düsseldorf diskutiert.

Der Krankenhausbereich ist seit vielen Jahren Vorreiter in Sachen Qualität. Kein anderer Bereich im Gesundheitswesen ist so transparent und verfügt über langjährig institutionalisierte Systeme. Allein die externe stationäre Qualitätssicherung zur Sicherung der Ergebnisqualität ist herausragend im Gesundheitswesen. Für Krankenhäuser ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess eine Selbstverständlichkeit. Ein internes Qualitätsmanagement ist in jedem Krankenhaus in Deutschland vorhanden und unterliegt strengen Vorgaben.

Das wichtige Thema der Qualitätssicherung- und verbesserung hat für den Krankenhausbereich immense organisatorische und finanzielle Auswirkung. Krankenhäuser und Ärzte müssen immer höhere Anforderungen hinsichtlich Prozess- und Strukturqualität erfüllen. Insbesondere die Idee von Personalvorgaben zeigt die Herausforderung, die mit dem Anspruch an Qualität einhergeht. Personalvorgaben sind teilweise gar nicht umsetzbar, weil das Personal mit entsprechender Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt häufig nicht vorhanden ist.

Die Finanzierung von zusätzlichen Kosten bleibt die Kernfrage: Gibt es bessere Qualität zum Nulltarif? Nein! Immer mehr verbindliche Qualitätsvorgaben können nicht ohne Finanzierung einhergehen. Der sogenannte GBA-Mehrkostenzuschlag wird ein Thema zwischen den Experten auf dem Krankenhaustag sein.

Nicht nur beim Thema Qualität ist die Finanzierung ein wunder Punkt. Die Investitionsfinanzierung der Länder ist nach wie vor ungenügend und entspricht nicht dem eigentlichen Bedarf. Das Krankenhausträger-Forum am zweiten Kongresstag geht dem Thema Investitionsfinanzierung auf den Grund.

Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), erwartet an den vier Kongresstagen über 1.600 Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik.

Weitere Informationen finden Sie im beigefügten Kongressprogramm und unter www.deutscher-krankenhaustag.de.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützten. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.

Kontakt:
Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Pressestelle
Joachim Odenbach, Holger Mages, Dagmar Vohburger, Rike Stähler
Telefon: (030) 39 801 – 1021 / – 1022 / – 1023 / – 1024
Fax: (030) 39 801 – 3021
E-Mail: pressestelle@dkgev.de
Wegelystraße 3, 10623 Berlin


Zehn Reha-Kliniken haben eingeladen: Sozialarbeiter Fachtagung im Kaiserpalais Bad Oeynhausen

 

PRESSEMITTEILUNG

 

gruppenfoto_sozialarbeiterfachtagung_2016Etwa 120 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter waren in der letzten Woche in Bad Oeynhausen zu Gast, um „aufzutanken“: sich über neue Methoden im Case-Management informieren, über die Zusammenarbeit von Reha-Kliniken, Krankenhäusern und Selbsthilfegruppen, sich einfach austauschen, Kontakte auffrischen und neue knüpfen. Insgesamt zehn Reha-Kliniken aus Bad Oeynhausen hatten zur 6. Fachtagung für Mitarbeiter im Sozialdienst eingeladen. Alle zwei Jahre wird die Tagung abgehalten, dieses Mal im GOP Kaiserpalais, was Professor Stephan Dettmers, Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen (DVSG), gleich zu Beginn ins Schwärmen brachte: Selten finde eine Konferenz zum Thema Sozialarbeit in einem „solch würdevollen Ambiente“ statt; der DVSG ist traditionell Kooperationspartner bei dieser Veranstaltung. Bürgermeister Achim Wilmsmeier, der in seinem Grußwort betonte, wie wichtig es sei, dass alle Gesundheitseinrichtungen in Bad Oeynhausen zusammenarbeiten, hörte es mit Freude und nützte die Gelegenheit, um für die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu werben. Johannes Assfalg, Geschäftsführer der MATERNUS-Klinik, nahm in seinem Grußwort die hohe Teilnehmerzahl als Indiz dafür, dass die Organisatoren erneut ein interessantes Thema für die Sozialdienst-Mitarbeiter aus Akut-Krankenhäusern und Reha-Kliniken ausgewählt hatten; die MATERNUS-Klinik richtete bereits zum dritten Mal die Tagung für den Arbeitskreis der Bad Oeynhausener Rehabilitationskliniken aus.

 

Die sechs Referate beschäftigten sich mit der Frage: „Wandel in der Sozialen Arbeit?“. Es referierten Manager wie Thomas Köhler, Geschäftsführer des Zweckverbandes der Krankenhäuser Südwestfalen, zu den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, Wissenschaftler wie Professor Stephan Dettmers zur psychosozialen Bedeutung der Arbeit der Krankenhaus- und Reha-Sozialdienste, Diplom-Sozialpädagogen wie Iris Busse von Parisozial Minden-Lübbecke, einer Selbsthilfe-Kontaktstelle, über die hohe Bedeutung der Selbsthilfe-Gruppen im Gesundheitswesen und Case-Management-Experten wie Professorin Corinna Ehlers, Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, und Anke Prekop von der Akademie für Fallmanagement, Hannover. Ingo Dörr, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit, informierte über rechtliche Möglichkeiten und Bedingungen bei der Antragstellung von Anschlussheil-Behandlungen für die Patienten.

 

In seinem Schlusswort bedankte sich Johannes Assfalg, Geschäftsführer der MATERNUS-Klinik, auch im Namen der anderen Klinik-Geschäftsführer bei dem Publikum: Es habe einen ganzen Tag lang aufmerksam viele Informationen aufgenommen und mitdiskutiert. Er forderte die Teilnehmer auf, auch ihre kritischen Anmerkungen bei der Evaluation zu hinterlassen, so dass diese Anregungen bei der Ausrichtung der nächsten Tagung in 2018 berücksichtigt werden können.

 

 

Bad Oeynhausen, 4. Oktober 2016

 

Daten zur MATERNUS-Klinik

 

Ansprechpartner:

Johannes Assfalg

Geschäftsführer

Am Brinkkamp 16

32545 Bad Oeynhausen

Tel.: 0 57 31/85 83 05

E-Mail: johannes.assfalg@maternus.de


BAuA-Arbeitszeitreport 2016: Flexibilisierung durchdringt Arbeitszeitrealität in Deutschland

Titel des Arbeitszeitreports 2016. Quellenangabe: "obs/Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BAuA"

Zusammenhang zwischen Arbeitszeit, Gesundheit und Wohlbefinden

 

Titel des Arbeitszeitreports 2016. Quellenangabe: "obs/Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BAuA"

Titel des Arbeitszeitreports 2016. Quellenangabe: „obs/Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BAuA“

Dortmund .  Die Gestaltung der Arbeitszeit gehört zu den zentralen Fragestellungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Dabei geht es um die Dauer und Lage von Arbeitszeiten und Ruhezeiten sowie um die Planbarkeit und Beeinflussbarkeit der persönlichen Arbeitszeiten. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit – vor dem Hintergrund des Wandels der Arbeitswelt – wirft hierbei neue Fragen auf, die es gilt, faktenbasiert und differenziert zu beantworten.Eine Basis für diese Antworten legt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit ihrem Arbeitszeitreport 2016, einer repräsentativen Befragung von rund 20.000 Beschäftigten in Deutschland. Die Daten geben differenziert Aufschluss über die Arbeitszeitrealität der Beschäftigten und erlauben daher eine Einschätzung zu Fragen der Arbeitszeitflexibilität und deren Gestaltung.

Flexible Arbeitszeiten prägen die Arbeitszeitrealität vieler Beschäftigten. Zwar geben immerhin 80 Prozent der Beschäftigten an, in der Regel Wochentags zwischen 7 und 19 Uhr zu arbeiten. Allerdings berichten 43 Prozent der Beschäftigten, mindestens einmal monatlich auch am Wochenende zu arbeiten. Über regelmäßige Rufbereitschaft sind 8 Prozent auch außerhalb ihrer Arbeitszeit an ihre Arbeit gebunden. 22 Prozent geben zudem an, dass ihr Arbeitsumfeld erwartet, dass sie im Privatleben für dienstliche Belange erreichbar sind.

Tatsächlich werden 12 Prozent der Beschäftigten häufig außerhalb der Arbeitszeit wegen dienstlicher Angelegenheiten kontaktiert; immerhin 23 Prozent geben an, dass sie manchmal kontaktiert werden. Führungskräfte sind häufiger betroffen als Beschäftigte ohne Führungsverantwortung. Aber auch viele Beschäftigte mit einfachen Tätigkeiten sind betroffen. Die ständige Erreichbarkeit ist zudem kein primäres Phänomen in Großbetrieben. Hier liegt der Anteil Betroffener unter dem Durchschnitt.

Etwa vier von zehn Beschäftigten haben selber großen Einfluss darauf, wann sie mit ihrer Arbeit beginnen und sie beenden (38 Prozent) oder wann sie ein paar Stunden frei nehmen (44 Prozent). Gleichzeitig erlebt mehr als jeder siebte Beschäftigte häufig und jeder vierte Beschäftigte manchmal kurzfristige Änderungen der Arbeitszeit aufgrund betrieblicher Belange. Zudem arbeiten etwa 7 Prozent der Beschäftigten auf Abruf.

Das bedeutet: Beschäftigte mit hohen betrieblichen Flexibilitätsanforderungen, wie etwa Arbeit auf Abruf, Rufbereitschaft oder kurzfristigen Änderungen ihrer Arbeitszeit, schätzten ihr gesundheitliches Befinden tendenziell schlechter ein und sind unzufriedener mit ihrer Work-Life-Balance als andere Beschäftigte. Umgekehrt zeigt sich durchgängig, dass sich Einflussmöglichkeiten der Beschäftigten auf die Arbeitszeitgestaltung sowie Planbarkeit und Vorhersehbarkeit der Arbeitszeit positiv auf Gesundheit und Work-Life Balance auswirken. Die konkrete Ausgestaltung der flexiblen Arbeitszeiten im Zusammenspiel zwischen betrieblichen Anforderungen einerseits und Belangen der Beschäftigten andererseits erweist sich somit als eine der zentralen Stellschrauben für flexible und gesunde Arbeitszeitgestaltung.

Die Studie zeigt zudem, dass überlange Arbeitszeiten weiterhin für viele Beschäftigte relevant sind. So arbeiten 17 Prozent der Beschäftigten durchschnittlich 48 Stunden und mehr in der Woche. Ein Fünftel der Beschäftigten arbeiten im Rahmen versetzter Arbeitszeiten oder in verschiedenen Schichtsystemen. Beide Arbeitszeitformen gehen sowohl mit Einschränkungen der Work-Life Balance als auch mit Einschränkungen im gesundheitlichen Befinden einher.

Die Daten bestätigen weiterhin die großen Unterschiede in der Arbeitszeitrealität von Männern und Frauen. Arbeiten immerhin 42 Prozent der Frauen in Teilzeit, so sind es bei den Männern lediglich 7 Prozent. Der größte Teil der Frauen nennt als Grund persönliche oder familiäre Verpflichtungen, wobei die kürzeren Arbeitszeiten im Vergleich zu den Männern in allen Lebenssituationen zu beobachten sind.

Arbeitszeitreport Deutschland 2016; Dr. Anne Marit Wöhrmann, Dr. Susanne Gerstenberg; Lena Hünefeld, Dr. Franziska Pundt, Dr. Anne Reeske-Behrens, Frank Brenscheidt, Dr. Beate Beermann; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin; 2016; 187 Seiten, ISBN 978-3-88261-206-6. Den Bericht gibt es im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen.

Direkter Link: www.baua.de/Arbeitszeitreport-Deutschland

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Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz. www.baua.de

Pressekontakt:

Jörg Feldmann 
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 
Gruppe 6.1, Pressearbeit 
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Tel.: 0231 9071-2330 
Fax: 0231 9071-2299 
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