Oktober, 2016

 

Patienten-Seminar der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. in Potsdam: „Tinnitus – Finden Sie Ihre Balance!“

Menschen, die von Tinnitus betroffen sind, leiden häufig sehr unter ihren Ohrgeräuschen, denn oftmals sind eine große psychische Belastung und Begleiterscheinungen wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen damit verbunden. Das Patienten-Seminar der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL) zum Thema „Tinnitus – Finden Sie Ihre Balance!“ am Donnerstag, den 10. November 2016 soll Betroffenen eine wertvolle Hilfestellung bieten, ihr inneres Gleichgewicht wiederzuerlangen. Die von der KKH Kaufmännische Krankenkasse geförderte Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr und findet statt bei proWissen Potsdam e. V. WIS im Bildungsforum, Am Kanal 47 in 14467 Potsdam.

Über verschiedene Aspekte rund um das Thema Tinnitus referieren namhafte Ärzte, Therapeuten und Experten. So hält Volker Albert, Präsident der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. und selbst Betroffener, einen Vortrag über das Thema „Ich höre was, was Du nicht hörst … Über die Kultur des Hörens und das Pfeifen im Ohr“. Im Anschluss erläutert Prof. Dr. med. Gerhard Goebel das „Limbische System und Steuerung der Emotionen bei Tinnitus“. Dabei klärt er über die Hintergründe der Tinnitus-Entstehung und die Abläufe auf der emotionalen Ebene auf. Prof. Goebel ist Vizepräsident der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. und ärztlicher Berater an der Klinik Roseneck in Prien.

Die Hörgeräteakustikmeisterin Dipl.-Ing. Julia Klaper aus Potsdam spricht über die „Fachkompetenz rund ums Hören“: Sie gibt Aufschluss darüber, wie die richtige Hörgeräteversorgung Tinnitus-Betroffene unterstützen kann. Nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen. Außerdem können sich die Teilnehmer über die Leistungen und Angebote der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. informieren.

Der Veranstaltungsort ist mit den folgenden öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen: Haltestelle „Platz der Einheit/Bildungsforum“, Tram-Linien 93, 94, 99 und Bus 692.

Eintritt: 6 Euro; ermäßigt für DTL-Mitglieder: 3 Euro
Um Anmeldung wird gebeten.
Kontakt:

Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL), Berliner Beratungsbüro
Tamara Oetting
Telefon: 030 688 11 277
Fax: 030 688 11 278
E-Mail: tinnitus-berlin@online.de

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Die DTL feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen: Seit drei Jahrzehnten bietet die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. Hilfe zur Selbsthilfe – von Betroffenen für Betroffene. Rund 12.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss in Europa und zum anerkannten Partner des Gesundheitswesens in Deutschland. Über 800 Fachleute gehören der DTL als Partner und fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, Hörgeräteakustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 90 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal.

Weitere Infos: www.tinnitus-liga.de

 


103. Jahrestagung des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe am 22./23. März 2017 in Berlin

DruckWas geht – was bleibt? Und „was geht“ in Zukunft? Auf seiner 103. Wissenschaftlichen Jahrestagung vom 22. bis 23. März 2017 möchte der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) unter dem Motto „Innehalten, Suchttherapie! Was geht?“ ausloten, was für die Suchthilfe bisher wichtig war und woran sie sich in Zukunft orientieren muss, um ihrer Aufgabe weiterhin gerecht zu werden. Denn: Es tut sich was! Unsere Gesellschaft verändert sich massiv und rasend schnell. Die Digitalisierung eröffnet für das tägliche Leben sowie im Gesundheitsbereich ganz neue Möglichkeiten, sie führt zu neuen Verhaltensweisen und neuen Notwendigkeiten – Datenschutz und eine sichere Technik seien hier als Beispiele genannt. Gleichzeitig beschäftigt uns die große Migrationsbewegung. Der Zuzug vieler fremder Menschen wird die Gesellschaft zwangsläufig verändern – aber wie?

Inmitten des rasanten äußeren Wandels soll die Tagung ein Signal setzen zum Innehalten und Anstoß geben für eine Positionsbestimmung. Im Zentrum stehen die Fragen: „Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin?“. Um diese Fragen zu beantworten, soll der Horizont etwas weiter gespannt und die Suchthilfe in ihrem gesellschaftlichen Umfeld betrachtet werden. Der Soziologe Denis van de Wetering stellt Brennpunkte der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung dar, der Jugendforscher Dr. Walter Bien berichtet darüber, was Jugendliche, die in Deutschland aufwachsen, heute bewegt, und die Ethnologin Yvonne Adam beleuchtet Hintergründe und Folgen der Migration.

Gleichzeitig nimmt die Suchthilfe sich selbst in den Blick. Ein Vortrag und zwei Arbeitsgruppen greifen das Thema der Digitalisierung auf. Sie stellen dar, wie diese in der Suchthilfe eingesetzt werden kann oder bereits wird. Eine Arbeitsgruppe behandelt die Frage, ob die gängigen Behandlungsangebote noch ‚auf der Höhe der Zeit‘ sind. Prof. Dr. Johannes Lindenmeyer wirft einen Blick zurück auf 30 Jahre Suchttherapie. Mit der Zukunft beschäftigen sich drei Mitarbeiter/innen aus verschiedenen Suchtkliniken. Unter dem Titel „Was leitet uns – bisher und in der Zukunft?“ geben sie einen Ausblick auf die psychologische, sozialpädagogische und medizinische Suchtarbeit. Weitere Themen der Tagung sind komorbide Suchtprobleme in der somatischen und psychosomatischen Rehabilitation, Gewalt in der Therapie und Online-Sexsucht.

Programm und Anmeldung finden Sie ab Dezember 2016 auf www.suchthilfe.de


Reha-Antrag leicht gemacht: Neue Service-Sprechstunde im Zentrum für seelische Gesundheit Bremen

Wer eine Rehabilitation machen möchte, steht zunächst vor vielen Fragen.
  • Das Zentrum für seelische Gesundheit Bremen bietet Patienten und Angehörigen jeden Donnerstag kostenlose Unterstützung beim Reha-Antrag.
  • Die Beratung kann von jedem – unabhängig von seiner Erkrankung oder seinem Kostenträger – in Anspruch genommen werden.

Bremen. Wie beantrage ich eine Reha? Was mache ich, wenn mein Antrag abgelehnt wurde? Wie finde ich die beste Rehaklinik?

Wer eine Rehabilitation machen möchte, steht zunächst vor vielen Fragen. Damit Patienten in Zukunft schnell und zuverlässig Antworten bekommen, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums für seelische Gesundheit Bremen die kostenlose „Service-Sprechstunde Reha-Antrag“ ins Leben gerufen. Die Beratung kann von jedem, der eine Rehabilitation machen möchte, unabhängig von seiner Erkrankung, in Anspruch genommen werden.

Patienten dürfen Reha-Klinik selber vorschlagen

Hilfe beim Reha-Antrag: In der neuen kostenlosen „Service-Sprechstunde Reha-Antrag“ beraten Katja Rübsam und ihr Team Interessierte zu allen Fragen rund um den Reha-Antrag.

Hilfe beim Reha-Antrag: In der neuen kostenlosen „Service-Sprechstunde Reha-Antrag“ beraten Katja Rübsam und ihr Team Interessierte zu allen Fragen rund um den Reha-Antrag.

Jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums für seelische Gesundheit Bremen alle Fragen rund um den Reha-Antrag. Eine Voranmeldung ist nicht nötig. „Einige Patienten kommen in unsere Sprechstunde, weil sie keine Energie haben, den Antrag selbst auszufüllen. Andere verstehen Begrifflichkeiten nicht oder es fällt ihnen schwer, mit dem Kostenträger zu kommunizieren. Wären sie auf sich gestellt, würden manche Patienten gar keine Reha in Anspruch nehmen“, erklärt Katja Rübsam, Verwaltungsleiterin des Zentrums für seelische Gesundheit Bremen. Hier wollen sie und ihr Team Abhilfe schaffen: „Wir haben ja das Know-how, und das geben wir weiter.“ So wüssten beispielsweise viele Patienten gar nicht, dass sie über das Wunsch- und Wahlrecht ihre Reha-Einrichtung selbst vorschlagen dürfen. Auch die Unterschiede zwischen ambulanter und stationärer Reha seien nicht immer bekannt. Am Ende der Sprechstunde halten die Besucher alle wichtigen Formulare in den Händen und wissen genau, welcher Schritt als nächstes kommt. So will das Team des Zentrums für seelische Gesundheit Bremen auch bei unberechtigten Ablehnungen des Reha-Antrags helfen.

Hausärzte und Psychotherapeuten entlasten

Wer eine Rehabilitation machen möchte, steht zunächst vor vielen Fragen.

Wer eine Rehabilitation machen möchte, steht zunächst vor vielen Fragen.

Auch die Bremer Hausärzte und Psychotherapeuten will das Zentrum durch die Sprechstunde entlasten. „Die Deutsche Rentenversicherung Oldenburg Bremen setzt nicht voraus, dass ein psychosomatischer Patient bereits vor der Reha in fachärztlicher Behandlung war. Deshalb sind es in unserer Gegend oftmals die Haus- oder Betriebsärzte und Psychotherapeuten, die die Betroffenen bei ihrem Reha-Antrag unterstützen“, erläutert Katja Rübsam. Diese könnten in Zukunft ihre Patienten gerne in die Reha-Sprechstunde des Zentrums für seelische Gesundheit Bremen schicken.

Service-Sprechstunde Reha-Antrag

jeden Donnerstag, 10 bis 12 Uhr

Zentrum für seelische Gesundheit Bremen

Neuenstraße 11

28195 Bremen

 

 

Zentrum für Seelische Gesundheit Bremen

Das Zentrum für Seelische Gesundheit ist ein modernes ambulantes Rehabilitationszentrum im Herzen Bremens. Die Schwerpunkte liegen auf psychosomatischen Behandlungen und Psychotherapie. Das Kooperationsprojekt von BFW Weser-Ems und BFW Bad Pyrmont sowie der Dr. Becker Klinikgruppe vereint die Kompetenzen der Initiatoren im Bereich der beruflichen und psychosomatischen Rehabilitation. Das Zentrum für seelische Gesundheit Bremen ist für alle Rentenkostenträger zugelassen. www.dbkg.de/zentrum_fuer_seelische_Gesundheit_Bremen

 

 

Kontakt:

Verena Altenhoff
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Becker Klinikgesellschaft mbH & Co. KG
Parkstraße 10 / 50968 Köln /
Tel.: (+49) 221-934647 -45 / Fax: -40
valtenhoff@dbkg.de
http://www.dbkg.de


Rückfälle in die Depression verhindern – Startschuss einer innovativen Reha-Nachsorge via App

Pressemitteilung


(Bad Dürkheim, 27. Oktober 2016) Rückfälle sind bei depressiven Patienten im Anschluss an eine stationäre Rehabilitations­behandlung leider keine Seltenheit. Der Weg zurück in den Alltag fällt oftmals schwer und braucht Unterstützung. Mit “DE-RENA“ startet im November nun ein neues ambulantes Nachsorgeangebot, welches eine Smartphone App nutzt, um depressiven Patienten nach der psychosomatischen Reha „rund um die Uhr“ zur Seite zu stehen. So soll die App helfen, gelernte Verhaltensstrategien in den Alltag zu übertragen, Rückfällen vorzubeugen und die Nachhaltigkeit der Therapieerfolge zu steigern. Dabei werden die Patienten bereits am Ende der stationären Behandlung therapeutisch und technisch auf die spätere Nutzung der Nachsorge-App vorbereitet. In der anschließenden Anwendung begleitet ein Verhaltenstherapeut die Patienten als persönlicher Coach zudem telefonisch. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) ist Kooperationspartner und Förderer dieses innovativen Ansatzes digital unterstützter Nachsorge.

Die Rückkehr in den Alltag – ein altbekanntes Schnittstellenproblem in der Reha-Nachsorge

Ein zentrales Problem der Behandlung psychosomatischer Störungen liegt im Übergang von der Rehabilitationsklinik in das gewohnte Umfeld zu Hause. Dort wartet die besondere Hausforderung, die in der Therapie erarbeiteten Verhaltensstrategien in den Alltag zu übertragen. Bisherige Hilfestellungen der ambulanten Rehabilitationsnachsorge – mittlerweile fester Bestandteil des Regelangebots der Rentenversicherer – sind dabei oftmals personalintensiv. Auch für die Patienten sind diese Angebote durch Anfahrtswege und die zeitliche Vereinbarkeit mit dem Beruf meist mit relativ hohem Aufwand verbunden.

„DE-RENA“ als digitale Lösung – Eröffnung neuer Flexibilität und Möglichkeiten für die Patienten

Die massive Steigerung der Smartphone-Nutzer in Deutschland und ein zugleich hohes Interesse an gesundheitsbezogenen Anwendungen, eröffnen neue Möglichkeiten in der Rehabilitationsnachsorge. Diese kann, unter Nutzung neuer technischer Möglichkeiten, in einer niederschwelligen, kostengünstigen, ortsunabhängigen und effektiven Form angeboten werden. Genau diese Chance greift die Smartphone-App des neuen Nachsorgeangebotes „DE-RENA“ auf und unterstützt Patienten exakt dort, wo sie Hilfe bei der Umsetzung ihrer neuen Vorsätze benötigen: im Alltag, zuhause oder bei der Arbeit –  immer dann, wenn schwierige Situationen auftreten. Unabhängig von Zeit und Ort.

Über die App erhalten die Patienten mobile Möglichkeiten der Tagesplanung und -bewertung, der Balance unterschiedlicher Lebensbereiche, der individuellen Formulierung von Verhaltensvorsätzen und der Bewertung des eigenen Handelns. Dabei können sie Schwierigkeiten und Erfolge dokumentieren und in der weiteren Handlungsplanung berücksichtigen. Zudem bekommen die Patienten durch die App auch unmittelbare Rückmeldungen dazu, wo sie gerade stehen. Sie werden in ihren Fortschritten gestärkt und auf Schwierigkeiten hingewiesen. Dadurch behalten sie sich selbst und ihr Verhalten besser im Blick.

Auch der Coach in der Klinik erhält durch die App regelmäßig Informationen zu der aktuellen Situation seines Nachsorgepatienten. So kann er auf mögliche Schwierigkeiten und auffällige Verläufe, aber auch auf Fortschritte reagieren und diese im telefonischen Kontakt gezielt mit dem Patienten besprechen.

Start des Pilotprojektes für Erkenntnisse zur Wirkung und Akzeptanz

Nun wird das „DE-RENA“-Nachsorgeprogramm im „Realbetrieb“ auf seine Wirksamkeit und die erforderliche breite Akzeptanz bei Patienten und Therapeuten überprüft. Dabei wird das von der DRV Bund finanzierte und von der DRV Rheinland-Pfalz mitgetragene zweijährige Pilotprojekt ab November 2016 zuerst an der AHG Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim und im Rehabilitationszentrum der DRV Bund in Bad Salzuflen umgesetzt.

Neben der grundsätzlichen Wirkung und Akzeptanz der App werden dabei auch Erkenntnisse zum optimalen Verhältnis zwischen Nutzungsaufwand und therapeutischem Nutzen sowie zu persönlichen Eigenschaften der unterschiedlichen Nutzergruppen erwartet. Mit erfolgsversprechenden Erkenntnissen dieser ersten Implementierung könnte „DE-RENA“ als ergänzendes Angebot zu den bestehenden Gruppenprogrammen in die Regelversorgung der psychosomatischen Rehabilitation übernommen und auch in anderen Reha-Einrichtungen eingeführt werden.

 

Pressekontakt

 

Dipl.-Psych. Stefan Schmädeke

Leitender Psychologe

AHG Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim

Telefon: 06322 934238

E-Mail: sschmaedeke@ahg.de

 

AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft AG

Marketing und Kommunikation

Dr. Frank Grundmann
Christiane Lindenau

Tel. (02 11) 30 11-11 85
E-Mail: kommunikation@ahg.de

Fax (02 11) 30 11-21 86

Benrather Schlossallee 31 40597 Düsseldorf

www.ahg.de · info@ahg.de


Mehr Geld von Krankenkassen für Bayerns Heilbäder und Kurorte

PRESSEMITTEILUNG

 

Bayerischer Heilbäder-Verband holt 14 Prozent mehr

 

Bad Füssing – Die bayerischen Heilbäder und Kurorte bekommen für ihre kurortspezifischen Leistungen mehr Geld von den gesetzlichen Krankenkassen. Der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) holte bei den Verhandlungen ein Plus von 14 Prozent heraus. Zum  01. Januar 2017 steigen die Vergütungssätze für Thermalbäder, Schwefel-Gas-Bäder, Naturfango oder auch für Kneipp-Bäder, Naturmoor oder Schrothkurpackungen um 8 %.  In zwei weiteren Schritten werden sie dann nochmals um je 3 % erhöht. Dieses Ergebnis sei bereits fix, erklärte Ernst A. Stapfer, der als Vorsitzender der Preiskommission des BHV die Verhandlungskommission leitete. Denn die bundesweit tätigen Ersatzkassen haben die Zustimmung ihrer Spitzenverbände bereits eingeholt.  „Wir bedanken uns bei allen Vertretern der gesetzlichen Krankenversicherungen, die sich als harte aber faire Verhandlungspartner gezeigt haben“, sagte der Präsident des Bayerischen Heilbäder-Verbandes Klaus Holetschek, MdL. „Mit dieser Vergütungssteigerung haben die Kassen die Leistungen der Kurorte im medizinisch therapeutischen Bereich gewürdigt.“

thermalbadanwendungen-bayernDie Therapeuten in den Heilbädern und Kurorten haben ihre Qualität in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert, unter anderem durch internes und externes Qualitätsmanagement.  Deshalb seien die Vergütungserhöhungen auch ein längst erforderlicher Schritt, betonte der Geschäftsführer des Verbandes und Bad Füssinger  Kurdirektor Rudolf Weinberger.

Kostensteigerungen im Gesundheitswesen müssen auch die Therapeuten verkraften. Für manch einen Leistungserbringer sei die Erhöhung inzwischen dringend nötig, um finanziell im Wettbewerb zu überleben, so Verhandlungsführer Ernst A. Stapfer. „Die Vergütungen für viele therapeutische Leistungen sind längst nicht mehr kostendeckend. Zahlreiche Therapeuten kommen deshalb nur mit einer guten Mischkalkulation über die Runden. Umso mehr freuen wir uns deshalb jetzt über das Verhandlungsergebnis.“

 

Kontakt:

Bayerischer Heilbäder-Verband e. V.

  1. Vorsitzender Klaus Holetschek

Rathausstr. 6-8, 94072 Bad Füssing

Telefon: 08531/975590

Telefax: 08531/21367

E-Mail: gs@bayerischer-heilbaeder-verband.de

 

Rosi Raab

PR-Agentur

Illerstraße 17

83026 Rosenheim

Tel. 08031/ 2200670

Fax 08031/ 2200679

Mobil: 0172/8426607

www.rosi-raab.de


Drohender Substanzverlust in der Medizinischen Rehabilitation

PRESSEMITTEILUNG

Eine bundesweite Umfrage bei den Kliniken belegt, dass ein enormer Investitionsbedarf in den nächsten fünf Jahren besteht, der kaum aus dem Geschäftsbetrieb bestritten werden kann. AG MedReha fordert eine leistungsgerechte Vergütung.

Berlin, 26.10.2016 – Rehabilitationseinrichtungen müssen sämtliche Kosten aus dem Vergütungssatz refinanzieren. Nur wenn auch – neben den Personal- und Sachkosten – die Investitionen in den Erhalt, die Entwicklung und die Modernisierung der Strukturen Berücksichtigung finden, können die Rehabilitationskliniken langfristig ihre Aufgaben erfüllen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass der Investitionsbedarf in den Rehabilitationskliniken in den nächsten fünf Jahren sehr hoch, die Finanzierung hingegen nicht gesichert ist. Es bedarf deshalb leistungsgerechter Vergütungssätze, fordern die Verbände der AG MedReha.

Mit der zweiten bundesweiten Befragung zum Investitionsbedarf in der medizinischen Rehabilitation konnte die Validität der ersten Untersuchung bestätigt werden. Die errechneten Beträge zeigen einen erheblichen zusätzlichen Investitionsbedarf zwischen 885 – 1.029 Mio. EUR pro Jahr für die nächsten fünf Jahre. Es müssen Wege gefunden werden, um den drohenden Substanzverlust aufzuhalten.

Das monistisch ausgestaltete Vergütungssystem in der Rehabilitation verlangt neben einer ausreichenden Finanzierung der Betriebskosten auch eine entsprechende Finanzierung der Investitionen. Die Vergütung muss den Leistungserbringern bei wirtschaftlicher Betriebsführung ermöglichen, ihre Aufwendungen zu finanzieren und ihren Versorgungsvertrag zu erfüllen. Bedarfsgerechte Investitionen in die Rehabilitation sind allein im Hinblick auf den volkswirtschaftlichen Mehrwert (Verhinderung von Erwerbsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit) sinnvoll.

Bisher gibt es jedoch keine entsprechende Grundlage für die Kalkulation und Verhandlung von leistungsgerechten Vergütungssätzen für Rehabilitationsleistungen, welche diese erheblichen Investitionskosten entsprechend berücksichtigt. Die Befragung zeigt die negativen Folgen des intensiven Preiswettbewerbs im Reha-Markt. Viele Rehabilitationseinrichtungen leben von der Substanz und verzichten auf notwendige Investitionen. Dies führt mittel- und langfristig zwangsläufig zu Qualitätsverlusten und Strukturabbau. Neben den Leistungsträgern ist hier vor allem der Gesetzgeber gefordert, entsprechende Grundlagen zu schaffen, indem beispielsweise die Deckelung des Rehabudgets im Bereich der Rentenversicherung beseitigt wird und die Vereinbarung von Grundsätzen der Vergütung zwischen Leistungsträgern und den Spitzenverbänden der Leistungserbringer verbindlich eingefordert wird.

Die Arbeitsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation SGB IX (AG MedReha SGB IX) ist ein Zusammenschluss von maßgeblichen, bundesweit tätigen Spitzenverbänden der Leistungserbringer in der medizinischen Rehabilitation. Die Mitglieder der AG MedReha vertreten die Interessen von rund 800 Rehabilitations-Einrichtungen mit mehr als 80 000 Betten/Behandlungsplätzen.

Kontakt / weitere Informationen:

Antonia Walch
Arbeitsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation SGB IX GbR
Friedrichstrasse 60
10117 Berlin

Tel: 030-2400899-0
Fax: 030-2400899-30
info@agmedreha.de
www.agmedreha.de

 

 


Beim Entlassmanagement verlangt das Schiedsamt vom Gesundheitssystem Unmögliches!

Der Rahmenvertrag zum Entlassmanagement zeigt vor allem auf der Prozessebene erhebliche Schwachstellen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat am 9. Januar 2017 Klage beim Landessozialgericht (LSG) Berlin-Brandenburg gegen die Festsetzung des Rahmenvertrages zum Entlassmanagement nach § 39 Abs. 1a SGB V durch das erweiterte Bundesschiedsamt eingelegt. Die Klage hat, gemäß DKG, aufschiebende Wirkung, sodass die Rechtswirkungen des Rahmenvertrages bis zum Abschluss des Klageverfahrens suspendiert sind. Die DKG beabsichtigt, rein vorsorglich, auch die Kündigung des festgesetzten Rahmenvertrages zum 30.06.2018. Die nachfolgenden Ausführungen gelten unter Vorbehalt der Entscheidung des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg über die Anfechtungsklage.

Zielsetzung des Rahmenvertrages sei, dass der Patient und seine Bedürfnisse im Zentrum der Bemühungen aller an der Versorgung beteiligten Personen stünden. Gut gemeint, aber mit der am 13. Oktober 2016 getroffenen Schiedsamtentscheidung zum Entlassmanagement nicht zu verwirklichen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) spricht vom bürokratischen Super-GAU und betrachtet selbstverständlich den Krankenhausbereich. Die DKG rechnet auch gleich aus, dass mindestens 50 Millionen Minuten Arbeitszeit gebraucht und jährlich 38 Millionen Blatt Papier durch das Ausfüllen von zwei Formblättern generiert würden.

Der AOK-Bundesverband macht bei seiner Betrachtung zum Rahmenvertrag Entlassmanagement einen kleinen Ausflug in das Wirtschaftsgeschehen außerhalb des Gesundheitswesens. Danach seien die Patienten Kunden der Krankenhäuser und diese hätten einen Anspruch auf einen After-Sales-Service, sprich Entlassmanagement. Erfolgreiche Unternehmen verfügten über einen derartigen Service und könnten damit Kunden an sich binden. Warum solle das Krankenhäusern nicht auch gelingen, so der AOK Bundesverband.

Damit meint die AOK wohl, dass das System kein zusätzliches Geld zur Verfügung stellen braucht. Eine Refinanzierung der anfallenden Kosten für das Bereitstellen des notwendigen Fachpersonals und der Leistungserweiterung für das Entlassmanagement sieht der Rahmenvertrag deshalb gar nicht vor. Der hausärztlich-geriatrische Betreuungskomplex wird bei niedergelassenen Ärzten mit € 16,59 pro Behandlungsfall vergütet – das Fachpersonal in Krankenhäusern erhält für vergleichbare Aufgaben kein Geld. Kein Wunder, dass die Kassen von einem After-Sales-Service der Krankenhäuser sprechen. Denn § 2 Absatz 3 des Rahmenvertrages schreibt den Anspruch des Patienten auf ein Entlassmanagement im Rahmen der Krankenhausbehandlung gegenüber dem Krankenhaus fest, gegenüber der Kranken- bzw. Pflegekasse besteht nur ein Anspruch auf Unterstützung.

Prozesse eines standardisierten Entlassmanagement mit multidisziplinärer Zusammenarbeit von Ärzten, Psychotherapeuten, Pflegepersonal, Sozialdienst, Krankenhausapothekern und weiteren beteiligten Berufsgruppen sind extrem komplex. Gemäß Rahmenvertrag erfolgt unter Verantwortung des Krankenhausarztes ein geeignetes Assessment und der patientenindividuelle Bedarf für die Anschlussversorgung soll möglichst frühzeitig erfasst und ein Entlassplan aufgestellt werden. Die Komplexität eines Entlassmanagements hat wohl auch das Schiedsamt erkannt, denn zukünftig wird zwischen patientenindividuellem Bedarf und komplexem Versorgungsbedarf nach der Entlassung unterschieden.

Für Patienten und Angehörige wird die Situation dadurch nicht gerade überschaubarer. Stellen die Beteiligten im Rahmen des Assessments einen Versorgungsbedarf explizit für die Anschlussversorgung nach Krankenhausbehandlung fest, kann das Krankenhaus frühzeitig Kontakt zum weiterbehandelnden und ggf. weiterversorgenden Leistungserbringer aufnehmen, um die Überleitung des Patienten anzubahnen. Das macht auch Sinn, denn die durchschnittliche Verweildauer von Patienten in deutschen Krankenhäusern liegt bei 7,4 Tagen. Hat der Krankenhausarzt aber genehmigungspflichtigen Bedarf erkannt (z.B. häusliche Krankenpflege, genehmigungspflichtige Hilfsmittel) muss das Krankenhaus den Kontakt zur Kranken- bzw. Pflegekasse noch vor der Einbindung eines entsprechenden Leistungserbringers aufnehmen. Durch die patientenbezogene Abstimmung in den genannten Bereichen leitet die Kranken- bzw. die Pflegekasse das Antrags- bzw. Genehmigungsverfahren umgehend ein und nimmt Beratungspflichten gegenüber dem Patienten wahr. Dafür stellen bundesweit alle Krankenkassen ab 1. Juli 2017 zu ihren Geschäftszeiten die telefonische Erreichbarkeit eines für die Unterstützung des Entlassmanagements verantwortlichen Ansprechpartners sicher.

Den Prozess Entlassmanagement nach dem Rahmenvertrag schlüssig durchzudeklinieren ist nicht möglich. Am Tag der Entlassung soll der Patient und mit dessen Einwilligung der die Anschlussversorgung durchführende Arzt einen Entlassbrief, mindestens jedoch einen vorläufigen Entlassbrief erhalten. Zusätzlich ist verpflichtend eine Rufnummer eines zuständigen Ansprechpartners für Rückfragen der weiterbehandelnden Leistungserbringer anzugeben. Kenner im deutschen Gesundheitswesen werden schnell feststellen, dass diese „eine Rufnummer“ bei weiterbehandelnden Leistungserbringern nicht existiert, zusätzlich muss der Datenaustausch mit den Kostenträgern bei allen genehmigungspflichtigen Leistungen ratzfatz gehen, sonst weiß weder Patient noch Krankenhaus welche Leistungserbringer die Nachsorge übernehmen. Trotz allem muss aber das Krankenhaus gemäß § 8 Absatz 1 des Rahmenvertrages den Informationsaustausch mit den an der Anschlussversorgung des Patienten beteiligten Leistungserbringern sicherstellen. Ohne Digitalisierung und die entsprechenden IT-Strukturen ist das nicht umzusetzen. Man darf gespannt sein, ob bis 1. Juli 2017 IT-Strukturen vorhanden und juristische Fallstricke geklärt sind. Die Justitiare haben natürlich im Rahmenvertrag verankert, dass bei allen verordneten Leistungen das Recht des Patienten auf freie Wahl des Leistungserbringers sowie § 128 SGB V zu beachten sind. Jeder Krankenhausarzt weiß natürlich, dass anderweitige gesetzliche Regelungen dem entgegenstehen können, trotz alledem ist die Bevorzugung eines Anbieters nicht statthaft. Vereinbarungen oder Absprachen zwischen Krankenhäusern und Apotheken oder sonstigen Leistungserbringern veranlasster Leistungen, die auf eine Zuweisung von Patienten abzielen, sind unzulässig.

Da ein Entlassmanagement im Sinne von Case-Management nicht ohne Zuweisung an nachsorgende Leistungserbringer umzusetzen ist, bietet der Rahmenvertrag ein findiges Ergebnis, das aber an der Umsetzbarkeit scheitert, da Krankenkassen nicht über das notwendige Personal verfügen und die Frage nicht beantwortet wird, wer eigentlich was macht. Nach § 10 Absatz 1 ist es Aufgabe der Krankenkasse, gemeinsam mit dem Krankenhaus, rechtzeitig vor der Entlassung die für die Umsetzung des Entlassplans erforderliche Versorgung zu organisieren, etwa die notwendigen Leistungserbringer zu kontaktieren (z. B. Vertragsärzte, Reha-Einrichtungen, ambulante Pflegedienste, stationäre Pflegeeinrichtungen) und für deren zeitgerechten Einsatz zu sorgen.

Zwar forcierten gesetzliche Änderungen zum Entlassungsmanagement eine oberflächliche Zusammenarbeit der Gesundheitsfachberufe, doch bedarf es für die Etablierung tragfähiger Formen der integrierten und kooperativen Gesundheitsversorgung weiterer Voraussetzungen und Anstrengungen, die weit über den Rahmenvertrag Entlassmanagement hinausgehen. Da im Gesundheitswesen niemand für Aufbau und Pflege der Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen strukturell verantwortlich und eine Finanzierung nicht gewährleistet ist, bleibt Interdisziplinarität auch nach der Schiedsamtsentscheidung ohne Leben.

Interdisziplinäre Kooperationen in der regionalen Gesundheitsversorgung brauchen funktionierende IT-Lösungen, digitale Prozessabläufe und klare, rechtssichere Verantwortlichkeiten. Nach Vorliegen der Schiedsamtsentscheidung müssen Entlassmanagement Strukturen weiterhin finanziell durch Fördergelder oder Modellvorhaben unterstützt werden, da der Rahmenvertrag die Finanzierung eines Case-Managements nicht vorsieht. Fördergelder oder Drittmittel sind aber langfristig nicht tragfähig, weil daraus weder für Kranken- oder Pflegekassen noch Leistungserbringer rationale Finanz-, Personal- und Geschäftspläne entwickelt werden können.

Anläßlich der DEGEMED Veranstaltung am 25.11.2016 in Berlin wird der Autor zum Rahmenvertrag Entlassmanagement referieren:

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED): Anforderungen an ein Versorgungs- und Entlassmanagement in Reha-Kliniken, 25.11.2016, Berlin.


Immer mehr Knieverletzungen bei Frauen: Orthopäden und Unfallchirurgen fordern geschlechtsspezifische Prävention

Pressemitteilung zum DKOU 2016
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
25. bis 28. Oktober 2016, Messegelände Süd, Berlin

 

Berlin, Oktober 2016 – Die Zahl der Verletzungen von Frauen durch Sportunfälle oder Stürze ist in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als bei Männern. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der AOK Baden-Württemberg und des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU). Junge Frauen verletzen sich vor allem am Knie, während Seniorinnen immer öfter Brüche im Hüft- und Kniebereich erleiden. Orthopäden und Unfallchirurgen sehen angesichts dieser Ergebnisse dringenden Handlungsbedarf und fordern Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen, um einen weiteren Anstieg der Verletzungsraten zu verhindern. Warum Frauen sich häufiger verletzen und wie sich Unfälle vermeiden lassen, erklären Experten auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2016 vom 25. bis 28. Oktober 2016 in Berlin.

 

Quelle: »Bauerfeind AG«, Zeulenroda

Quelle: »Bauerfeind AG«, Zeulenroda

Um die Verletzungsraten bei Männern und Frauen zu ermitteln, haben die AOK Baden-Württemberg, das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universität Mannheim, das Sportinstitut der Universität Karlsruhe und der BVOU Daten von 3,8 Millionen Versicherten aus den Jahren 2008 bis 2013 ausgewertet und analysiert. Während dieses Zeitraums begab sich jeder zehnte Versicherte wegen einer Verletzung in ärztliche Behandlung. Vor allem die Knieverletzungen haben zugenommen, wie die Analyse zeigt: Bei den Frauen lag der Anstieg mit fast zehn Prozent dabei doppelt so hoch wie bei den Männern. „Insgesamt liegt die Verletzungsrate am Knie bei den Männern noch höher“, sagt BVOU-Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher. „Die dramatische Zunahme bei den Frauen sollte jedoch Anlass geben, insbesondere Patientinnen besser über Verletzungsrisiken aufzuklären und geeignete Präventionsmaßnahmen umzusetzen.“

 

Bei jungen Männern und Frauen sind Sportunfälle der häufigste Grund für eine Verletzung – vor allem beim Skifahren, so die Ansicht des Experten: Die Fallzahl der Kniebandverletzungen bei Frauen lag zur Skisaison jedes Jahres um fast 30 Prozent höher als im Jahresmittelwert. „Falscher Ehrgeiz und Risikobereitschaft führen oft dazu, dass junge Menschen ihre Fitness überschätzen und stürzen“, so Flechtenmacher. „Wir brauchen Konzepte, um ein Bewusstsein für gesunden Sport zu schaffen, und Trainingsmethoden, um geschlechtsspezifische Schwachstellen zu stärken.“

 

Knochenbrüche im Kniebereich kommen bei beiden Geschlechtern etwa gleich häufig vor. Während Männer aber in jedem Alter gleich häufig einen Bruch erleiden, nimmt das Risiko bei Frauen ab dem 50. Lebensjahr um das Siebenfache zu. Grund dafür ist eine geringere Knochendichte nach den Wechseljahren, mit der ein höheres Sturzrisiko einhergeht. Auch die Gefahr für einen Bruch an der Hüfte oder am Oberschenkelhals steigt mit zunehmenden Alter: Die European Association of Orthopaedics and Traumatology erwartet, dass sich die Zahl der Brüche in diesem Bereich bis 2050 verdoppeln wird. „Um zu verhindern, dass immer mehr ältere Menschen durch eine Verletzung ihre Selbstständigkeit verlieren, brauchen wir bessere Methoden zur Früherkennung der Osteoporose und zur Sturzprophylaxe“, fordert Flechtenmacher.

 

Die Studie von AOK, BVOU und Partnern ist die bislang größte deutsche Analyse von Knie- und Unterschenkel-verletzungen bei Männern und Frauen. „Die Ergebnisse zeigen, dass wir das Geschlecht unserer Patienten bei der Behandlung nicht mehr außer Acht lassen dürfen und an geschlechtsspezifischen Präventions-, Behandlungs- und Rehabilitationskonzepten arbeiten müssen“, betont Dr. med. Manfred Neubert, Kongresspräsident des DKOU 2016. Weitere Unterschiede zwischen Verletzungen bei Männern und Frauen diskutieren Orthopäden und Unfallchirurgen auf einer Pressekonferenz am 26. Oktober im Rahmen des DKOU 2016.

 

Pressekontakt/Akkreditierung:

Pressestelle DKOU 2016

Anne-Katrin Döbler, Lisa Ströhlein

Postfach 30 11 20; 70451 Stuttgart

Tel.: 0711 8931-459; Fax: 0711 8931-167

E-Mail: stroehlein@medizinkommunikation.org

www.dkou.de


Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen in Schleswig-Holstein 2015: Zahl der Behandelten um zwei Prozent gestiegen

 

Statistik informiert … Nr. 159/2016

Im Jahr 2015 sind in den 63 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen in Schleswig-Holstein fast 137 100 Patientinnen und Patienten behandelt worden. Das sind gut zwei Prozent mehr als im Vorjahr, so das Statistikamt Nord.

Die Zahl der aufgestellten Betten erhöhte sich um knapp ein Prozent auf 10 448. Die Bettenauslastung lag fast unverändert bei 84 Prozent. Bei der durchschnittlichen Verweildauer gab es eine leichte Abnahme um 0,4 Tage auf 23,4 Tage.

Kontakt:

Statistisches Amt
für Hamburg und Schleswig-
Holstein

Alice Mannigel
Telefon:  040 42831-1847
E-Mail:  Pressestelle[at]statistik-nord[dot]de

Fachlicher Ansprechpartner:
Thorsten Erdmann
Telefon:  040 42831-1757
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Gehörlos ungleich arbeitslos

100-prozentige Erfolgsgeschichte: Frank Ilsebeck

Wenn Frank Ilsebeck seine Geschichte Revue passieren lässt, lächelt er glücklich. Im Moment kann es nicht besser laufen: Seine Ausbildung zur CNC-Fachkraft hat er erfolgreich abgeschlossen, hat Arbeit gefunden und auch in der Familienplanung stehen ihm positive Veränderungen bevor, denn in einigen Monaten wird er Vater.

Um mit einem Lächeln und seinem Ausbildungszertifikat in der Tasche vom Gelände des Berufsförderungswerks in Staßfurt zu gehen, hat er in den vergangenen Jahren viel gekämpft. Frank Ilsebeck ist von Geburt an gehörlos, hat eine schwere Krankheit hinter sich. Nachdem sich bei ihm die Arbeitslosigkeit wegen Insolvenz seines ehemaligen Unternehmens angekündigt hatte, bemühte er sich selbst um eine neue Perspektive und lernte daraufhin das Berufsförderungswerk Sachsen-Anhalt in Staßfurt kennen.

Während des RehaAssessments stellte sich schnell heraus, dass eine gewerblich-technische Ausbildung seinen Interessen und Kompetenzen entspricht. In einem vorgeschalteten Reha-Vorbereitungskurs sollten die schulischen Grundkompetenzen, wie Mathematik, Rechtschreibung und Grammatik, aufgefrischt werden. Dass das nicht einfach werden würde, zeigte sich ziemlich schnell. „Die deutsche Sprache, die sprechende und hörende Menschen täglich anwenden, stellt für Herrn Ilsebeck quasi eine Fremdsprache dar. Zum verbalen Kommunizieren mit den Teamkollegen und Lehrern, aber auch zum Verstehen von schriftlichen Anweisungen auf Arbeitsblättern sowie Fachtexten benötigt er die Unterstützung eines Gebärdendolmetschers“, erklärte Brigitte Kilian, Leiterin Qualifizierung im Bfw. So wurde eine ganz neue Unterrichtsstrategie geschaffen, die Frank Ilsebeck eine gesonderte Förderung ermöglichte. Während die Klasse Englisch lernte, trainierte der 26-Jährige Textverstehen in Deutsch. Immer an seiner Seite natürlich der Gebärdendolmetscher.

Mit Optimismus und Willen in die neue berufliche Zukunft

Trotz der guten Förderung machten sich die zuständigen Mitarbeiter und Lehrer des Bfw Gedanken zur Integration in den Arbeitsmarkt: Beim Arbeiten an Maschinen hören die Fachkräfte, wenn etwas nicht stimmt. Wie soll das bei Frank Ilsebeck funktionieren? Das Erstellen von CNC-Programmen verlangt sehr gute Mathematikkenntnisse, Fachkenntnisse aus der Fertigungstechnik und Werkstoffkunde, das Lesen und Verstehen von technischen Zeichnungen sind unerlässlich. In vielen Firmen wird in Mehrschichtsystemen gearbeitet. Kann auch Frank Ilsebeck das leisten und ist er den Anforderungen gewachsen? Für Frank Ilsebeck gab es solche Fragen nicht! Er war immer höchst motiviert, zeigte großes Interesse und einen starken Willen, um diesen Weg zu meistern.

Nach erfolgreichem Abschluss aller Vorbereitungsmaßnahmen startete die Ausbildung mit einem ganz individuellen Stundenplan, aber mit allen notwendigen Inhalten, z. B. CNC-Theorie und Praxis, technische Mathematik, Fachenglisch. Zusätzlich zu dem individuellen Training wurde der Rehabilitand in den Unterricht der Ausbildungsgruppen integriert.

 

Selbstbestimmtes Leben ist das Ziel

„Herr Ilsebeck ist ein Teilnehmer, der keinen üblichen Verlauf im Bfw absolviert hat und auch die Mitarbeiter des Berufsförderungswerks vor einige Herausforderungen stellte“, so Brigitte Kilian. Sowohl durch das Zusammenspiel von Optimismus als auch starkem Ehrgeiz des Teilnehmers sowie das Engagement aller zuständiger Bfw-Mitarbeiter und Lehrer wurde aus der Ausbildung des Rehabilitanden eine 100-prozentige Erfolgsgeschichte. Während der Vorbereitungs- und Qualifizierungsmaßnahmen bekam Frank Ilsebeck Unterstützung von allen Seiten im Bfw. Die Kompetenztrainer und Reha- und Integrationsmanager begleiteten ihn von Anfang an, die Arbeitsmarktexperten hatten die Integration in den Arbeitsmarkt stets im Auge. „Seit Beginn haben wir nach einem geeigneten Arbeitsplatz gesucht. Dieser musste bestimmte Voraussetzungen erfüllen, denn durch seine Erkrankung darf Herr Ilsebeck nicht in Nachtschichten arbeiten. Uns war klar, dass die Integration in den Arbeitsmarkt eine große Herausforderung werden wird. Gerade die CNC-Fachkräfte arbeiten nahezu vollständig im Drei-Schicht-System“, erklärte Michael Küchler, Arbeitsmarktexperte im Bfw.

Größter Wunsch von Frank Ilsebeck war es, wieder in ein Arbeitsverhältnis zu kommen, um ein selbstbestimmtes Leben mit regelmäßigem Einkommen zu führen. Und genau dieser Plan hat funktioniert. Frank Ilsebeck konnte nach mehrmonatigen Praktika in das Braunschweiger Unternehmen Sindermann Präzision GmbH integriert werden. „In diesem Unternehmen hat man das Potenzial von Herrn Ilsebeck sofort erkannt, sodass das Probepraktikum zu Beginn dieses Jahres sofort weitergeführt und die Anforderungen stets gesteigert wurden“, erklärte Michael Küchler.

Schnelle Fortschritte im Unternehmen

Dass das Unternehmen im Zwei-Schicht-System arbeitet und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit hörgeschädigten Menschen hat, ist natürlich optimal für den ehemaligen Rehabilitanden des Bfws. „Durch unsere Erfahrungen fiel uns die Einarbeitung von Herrn Ilsebeck nicht schwer. Bereits nach sehr kurzer Zeit konnte er die Maschinen mit einfachen Drehteilen bestücken und Änderungen im Programm vornehmen. Nach dem Praktikum konnte Herr Ilsebeck bereits kleine Programme selbst schreiben. Die Entwicklung ist so gut, dass wir sagen können, dass Herr Ilsebeck nach einem Jahr in unserem Unternehmen als vollwertiger CNC-Facharbeiter beschäftigt ist“, erklärte Bernd Massmann von der Sindermann Präzision GmbH. Aufgrund der schnellen Fortschritte sind seine Chancen auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis nach der Probezeit mehr als gut.