Dienstag, September 27th, 2016

 

Schnell und einfach zur Reha-Nachsorge: Die erste psychosomatische Nachsorgeplattform Deutschlands ist online

psyrena2psyrena.de ist die neue Schnittstelle zwischen Nachsorge-Therapeuten, Rehabilitationskliniken und den Teilnehmern von Nachsorgegruppen

 

Die psychosomatische Nachsorge für alle Beteiligten attraktiver gestalten – das ist das Ziel der ersten Online-Nachsorgeplattform Deutschlands. Auf psyrena.de finden Patienten ab sofort alle Nachsorgeeinrichtungen und -therapeuten bundesweit. Dafür wurden vom psyrena-Team die Daten der Deutschen Rentenversicherung importiert, aktualisiert und erweitert. Patienten, die einen Nachsorge-Therapeuten oder einen freien Gruppenplatz suchen, können für ein wohnortnahes Nachsorgeangebot die deutschlandweite Umkreissuche auf der Plattform nutzen. Dabei wird auch der individuelle Rentenversicherungsträger berücksichtigt.

 

Kostenlose Arbeitserleichterung für Rehakliniken

Wird ein Nachsorgeangebot in der Nähe angezeigt, erhält der Patient auf einer Detailseite weitere Informationen über den Therapeuten oder die Nachsorgeeinrichtung. Hier sieht er auch, wann die Gruppe stattfindet und ob ein Termin für ein Aufnahmegespräch frei ist. Ein Routenplaner hilft außerdem, die Entfernung zum Anbieter einzuschätzen. Wenn alles passt, kann sich der Patient direkt online anmelden. Hat ein Therapeut keine Gruppe veröffentlicht, kann sich der Patient auf die psyrena-Warteliste eintragen. Das psyrena-Team leitet dann seine Anfrage und Kontaktdaten an den Therapeuten weiter. „Für die Nachsorge-Beratung in Rehakliniken bedeutet psyrena.de eine große organisatorische Arbeitserleichterung“, freut sich Sonja Schmalen, Produktmanagerin der Dr. Becker eHealth GmbH. Der Service ist dabei sowohl für Patienten als auch für Rehakliniken kostenlos.

 

Nachsorgetherapeuten und -einrichtungen entlasten

Für Nachsorgeanbieter ermöglicht psyrena.de weitere Komfortfunktionen. Durch eine Registrierung können sie Teilnehmer und Termine komfortabel managen, was ihnen Zeit spart. Die Kontaktdaten der Patienten, die sich online für einen Termin angemeldet haben, werden automatisch auf Vollständigkeit geprüft und per Mausklick in die Formulare der DRV übertragen. Terminerinnerungen können an die ganze Gruppe gesendet werden, um Ausfälle zu minimieren. Das System erinnert den Therapeuten außerdem an wichtige Fristen, wie z.B. das Ende der Kostenzusage, damit neue Patienten nachgeplant werden können.

 

Kostenlose Testphase für Nachsorgeanbieter bis November

Die Online-Plattform psyrena.de befindet sich derzeit noch in der Testphase. Therapeuten, die sich bis zum 01. November 2016 anmelden, können die Komfortfunktionen sechs Monate unverbindlich und kostenlos nutzen. „Die Idee hinter der Testphase ist es, direktes Feedback von Therapeuten, Kliniken und Patienten zu erhalten. So wollen wir mittelfristig den Nutzen für die Praxis noch erhöhen und weitere Funktionen aufnehmen“, erläutert Sonja Schmalen.

 

Rehakliniken können für ihre Patienten den Flyer „In wenigen Schritten zu Ihrer Reha-Nachsorge“ kostenlos bei Sonja Schmalen bestellen. Wer mehr über psyrena.de wissen möchte, kann gerne Kontakt zu ihr aufnehmen:

 

Sonja Schmalen,  Produktmanagerin

Dr. Becker eHealth GmbH

Tel.: 0221/934647-61

E-Mail sschmalen@dbkg.de

 www.psyrena.de


Selbstverwaltung beschließt Krankenhausentgeltkataloge 2017

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

GKV, PKV und DKG vereinbaren DRG- und PEPP-Katalog

Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) haben für das Jahr 2017 den Fallpauschalenkatalog (DRG-Katalog) für Krankenhäuser vereinbart. Der DRG-Katalog ist seit dem Jahr 2004 verbindliche Abrechnungsgrundlage für über 18 Millionen stationäre Fälle und steuert ein Finanzierungsvolumen von ca. 70 Milliarden Euro. Ebenfalls wurde eine Verständigung über den pauschalierenden, tagesbezogenen Entgeltkatalog für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP-Entgeltkatalog 2017) erzielt. Der PEPP-Katalog kann seit 2013 von den Krankenhäusern optional zur Abrechnung angewendet werden.

Ein Schwerpunkt der Weiterentwicklung des DRG-Systems sind Verfeinerungen zur besseren Erfassung von Schweregraden bei der Krankenhausbehandlung. In die Überarbeitung des DRG-Kataloges für das Jahr 2017 sind wesentliche Umsetzungsvorgaben aus dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) eingeflossen. Fast eine Milliarde Euro sind im jetzt verabschiedeten DRG-Katalog durch die Abwertung von Sachkostenanteilen und durch die gezielte Absenkung bzw. Abstufung einzelner Fallpauschalen auf die Personalkosten umgewichtet worden. Darüber hinaus haben die Selbstverwaltungspartner weitere KHSG-Regelungen umgesetzt und sich auf ein Konzept zur Erhöhung der Repräsentativität der Kalkulation verständigt. Außerdem haben sie Regelungen getroffen, wie Mengensteigerungen bei den Verhandlungen zwischen einzelnen Krankenhäusern und Krankenkassen berücksichtigt werden (Fixkostendegressionsabschlag).

Der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum erklärte: „Die jetzt verabschiedeten Entgeltkataloge bilden die entsprechenden Leistungen der Krankenhäuser noch ein Stück besser ab. Die Umsetzung der aus Krankenhaussicht nicht einfachen Vorgaben aus dem KHSG zeigt, dass die Selbstverwaltung auch unter erschwerten Bedingungen handlungsfähig ist.“

Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes: „Die Finanzierung abrechenbarer Leistungen über Fallpauschalen wird auch in 2017 auf Basis neuer Kalkulationen sachgerecht gelingen. Die Umverteilung von Sachkosten hin zu Personalkosten ist ein richtiger Schritt hin zu mehr Vergütungsgerechtigkeit.“

Der Verband der Privaten Krankenversicherung begrüßt die Einigung auf die neuen DRG-Kataloge, mit denen die originäre und regelmäßige Weiterentwicklung des DRG-Systems fachgerecht mit den gesetzlichen Anforderungen verbunden wurde.

Der DRG-Katalog wurde durch das von den Partnern der Selbstverwaltung gemeinsam getragene Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) auf der Grundlage von Fallkostendaten von Krankenhäusern weiterentwickelt. Neben der Umsetzung der Vorgaben aus dem Gesetz zeigt der Katalog für 2017 im Vergleich zu 2016 eine Vielzahl von Detailverbesserungen. Hierzu hat das InEK auf einer, dank der Unterstützung durch die Kalkulationskrankenhäuser, nochmals erweiterten Datenbasis sämtliche zur Verfügung stehenden Merkmale überprüft.

Der DRG-Fallpauschalenkatalog bestimmt über Relativgewichte das Verhältnis der Vergütungen verschiedener Behandlungsfälle zueinander. Die mit den Kassen abgerechnete Höhe der Vergütung wird maßgeblich durch die auf Ebene der Bundesländer vereinbarten Basisfallwerte festgelegt.

Der PEPP-Entgeltkatalog ist ebenfalls ein leistungsorientiertes, pauschalierendes Vergütungssystem, das über Relativgewichte und einen zunächst krankenhausindividuellen Basisentgeltwert die Vergütung der Behandlungsfälle bestimmt. Im Gegensatz zum DRG-System erfolgt die Vergütung tagesbezogen, d. h. jeder Behandlungstag ist abrechnungsfähig.

Die Kataloge sind abrufbar unter www.g-drg.de

Pressekontakt:
GKV-Spitzenverband (GKV-SV):
Ann Marini; Telefon: 030 206 288 4201,
presse@gkv-spitzenverband.de

Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG):
Joachim Odenbach; Telefon: 030 398 01 1020,
pressestelle@dkgev.de

Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV):
Stefan Reker; Telefon: 030 204 589 44,
presse@pkv.de

 

Der GKV-Spitzenverband ist der Verband aller 117 gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen. Als solcher gestaltet er den Rahmen für die gesundheitliche Versorgung in Deutschland; er vertritt die Kranken- und Pflegekassen und damit auch die Interessen der über 70 Millionen Versicherten und Beitragszahler auf Bundesebene gegenüber der Politik, gegenüber Leistungserbringern wie Ärzten, Apothekern oder Krankenhäusern. Der GKV-Spitzenverband übernimmt alle nicht wettbewerblichen Aufgaben in der Kranken- und Pflegeversicherung auf Bundesebene.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder – 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände – in der Bundespolitik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 1.996 Krankenhäuser versorgen jährlich 18,8 Millionen stationäre Patienten und 18 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit 1,2 Millionen Mitarbeitern. Bei 90 Milliarden Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) vertritt die allgemeinen Interessen der Privaten Krankenversicherung, der Privaten Pflegeversicherung sowie seiner Mitgliedsunternehmen. Dem PKV-Verband gehören 42 Unternehmen an, bei denen rund 33 Mio. Versicherungen bestehen: Rund 9 Mio. Menschen sind komplett privat krankenversichert, dazu gibt es mehr als 24 Mio. Zusatzversicherungen.


Über den Umgang mit Suizidalität

Rund 110 Fachleute aus der Region, nutzten die Gelegenheit sich in der Dr. Becker Burg-Klinik Stadtlengsfeld über den Umgang mit Suizidalität austauschen. Im Bild: Referent Dr. Holger Süß, Chefarzt der Dr. Becker Burg-Klinik

Am Samstag, 24.09.2016, fand in der Dr. Becker Burg-Klinik ein Fach-Symposium über den Umgang mit Suizidalität statt. 110 Teilnehmer aus Hessen und Thüringen nutzten die Gelegenheit, sich in der Stadtlengsfelder Rehaklinik mit anderen Fachleuten über das Thema auszutauschen.

Den Auftakt machte der ehemalige Oberarzt der Burg-Klinik und jetzige Chefarzt der psychosomatischen Abteilung der DRV Klinik Bad Brückenau, Jens Aron. Er beleuchtete für die geladenen Fachleute – Ärzte, Psychiater, Psychotherapeuten und Mitarbeiter sozialpsychiatrischer Dienste aus der Region – die Sicht der International Classification of Functioning (ICF) auf das Thema Suizid. Herr Aron machte in seinem Vortrag u. a. deutlich, dass die Anzahl der Suizide dort hoch ist, wo keine ausreichende psychiatrisch-psychotherapeutische Grundversorgung gewährleistet wird.

Rund 110 Fachleute aus der Region, nutzten die Gelegenheit sich in der Dr. Becker Burg-Klinik Stadtlengsfeld über den Umgang mit Suizidalität austauschen. Im Bild: Referent Dr. Holger Süß, Chefarzt der Dr. Becker Burg-Klinik

Rund 110 Fachleute aus der Region, nutzten die Gelegenheit sich in der Dr. Becker Burg-Klinik Stadtlengsfeld über den Umgang mit Suizidalität austauschen. Im Bild: Referent Dr. Holger Süß, Chefarzt der Dr. Becker Burg-Klinik

Einen Blick in die Innenwelt eines Suizidenten vermittelte im Anschluss Dr. Holger Süß, Chefarzt der Dr. Becker Burg-Klinik, in seinem Vortrag. Die „einseitige Blickrichtung“ eines suizidalen Menschen ließe sich oftmals im therapeutischen Gespräch korrigieren und wieder Richtung Leben lenken. Dass das Thema der Suizidalität auch für Psychologen oder Ärzte eine besondere Belastung darstellt, führte die Erfurter Supervisorin und Dipl. Psycho-login Felicitas Lehmann aus. Folgerichtig stand die Supervision für professionelle Fachkräfte im Mittelpunkt ihres Vortrags.

Nach einer Pause beschrieb die Klinikseelsorgerin Monika Waldeck aus Witzenhausen, welch hilfreiche Begegnung zwischen Seelsorger und Menschen mit Suizidgedanken stattfinden können. Der leitende Psychologe der Dr. Becker Burg-Klinik, Dr. Andreas Schmidt, sprach abschließend darüber, welche Chancen und Risiken mit dem Internet für Suizidenten verbunden sein können.

Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich sehr zufrieden mit der Fachveranstaltung in der psychosomatischen Dr. Becker Burg-Klinik. Durch die Auswahl der Referenten und Themen sei das Thema Suizid aus vielen verschiedenen Blickrichtungen beleuchtet worden, so dass jeder wichtige Impulse für seine Arbeit habe mitnehmen können.

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Die Dr. Becker Burg-Klinik

Die Dr. Becker Burg-Klinik ist auf psychosomatische, psychiatrische und psychotherapeutische Rehabilitation spezialisiert. Als größte Thüringer Rehaklinik versorgt sie rund 1.800 Patienten jährlich, die Hilfe bei Beschwerden wie Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen, chronische Schmerzerkrankungen oder Tinnitus suchen. Die Dr. Becker Burg-Klinik gehört mit acht weiteren Rehabilitationskliniken zur Dr. Becker Klinikgruppe. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit Hauptsitz in Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Rehabilitation des 21. Jahrhunderts zu gestalten. Weitere Informationen zur Dr. Becker Burg-Klinik finden Sie auf der Website www.dbkg.de

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 Kontakt:

Dr. Becker Klinikgesellschaft mbH & Co. KG

Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Rebecca Jung

Parkstraße 10 / 50968 Köln /

Tel. : (+49) 221 – 934647-48 / Fax : -40

rjung@dbkg.de   http://www.dbkg.de


Quo Vadis, Autismus und Arbeitsmarkt?

Vertreter der Veranstalterr und Partner und die Schirmherrin des Fachaustauschs
Vertreter der Veranstalterr und Partner und die Schirmherrin des Fachaustauschs

Quo Vadis, Autismus und Arbeitsmarkt? (v.l.n.r): Dirk Müller-Remus, Niels Reith, Iris Gleicke, Dr. Ste-phan Fasshauer, Robert Winter, Prof. Matthias Dalferth (Quelle: BV BFW/Kruppa)

Unter dem Motto „Quo Vadis, Autismus und Arbeitsmarkt?“ fand am 20. September 2016 im Haus der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg (DRV) in Berlin ein Fachaustausch unter der Schirmherrschaft der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Iris Gleicke, statt. Ziel der Veranstalter – auticon GmbH und Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V. (BV BFW) – war es, die Gäste über die Chancen von Autisten auf dem Arbeitsmarkt zu informieren und für diese Zielgruppe zu sensibilisieren. Neben der DRV unterstützten die Agentur für Arbeit Berlin und der Autismus Deutschland e. V. die Veranstaltung.

Dr. Stephan Fasshauer, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg, begrüßte als Hausherr die Anwesenden und betonte die Bedeutung des Themas. „Auch für die Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg ist es wichtig, dass Menschen mit Autismus ihren Platz im Berufsfeld finden. Hier können die Berufsförderungswerke eine wichtige Brücke in den Arbeitsmarkt sein.“

Anschließend sprach die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Iris Gleicke, zu den Gästen. „Ein den eigenen Fähigkeiten angemessener Arbeitsplatz ist von zentraler Bedeutung für eine gelungene Integration. Gerade bei Sozialunternehmen sehe ich da vielversprechende Möglichkeiten für diejenigen, die auf dem normalen Arbeitsmarkt nur geringe oder keine Chance haben. Nur bei gelebter Inklusion in allen Lebensbereichen können Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam eine Gesellschaft gestalten, in der jede und jeder seinen Platz hat,“ sagte Gleicke als Schirmherrin der Veranstaltung.

Prof. Matthias Dalferth von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg stellte in seinem Vortrag neueste Erkenntnisse aus der Forschung und von begleiteten Projekten vor. Er machte deutlich, dass nur ein kleinerer Teil der Autisten eine Begabung für IT-Berufe mitbringe. Der größere Teil bringe darüber hinaus Fähigkeiten mit, die in anderen Berufen wie Kaufmann für Büromanagement oder in gewerblich-technischen Berufen gefragt sind. Es müssten zudem noch einige äußere Hürden abgebaut werden, um die oftmals sehr gut ausgebildeten Autisten in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Das betonte auch der autistische IT-Consultant Martin Neumann, der mit seiner großen Berufserfahrung ein wichtiger Mitarbeiter für die Firma auticon geworden ist. In seiner authentischen Schilderung der Berufspraxis machte er deutlich, wie effizient und genau Autisten ihre Aufgaben erledigen, wenn sie klare Anleitungen erhielten und ihnen keine weiteren Ablenklungen in den Weg gestellt würden. Der Gründer von auticon, Dirk Müller-Remus, hatte zuvor über die Gründungsmotivation der Firma auticon berichtet und wie er Herrn Neumann als Mitarbeiter gewonnen hat.

Nach der Pause berichtete Robert Winter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Berlin Nord, dass viele Autisten bei Bewerbungen ihren Autismus erst mal gar nicht erwähnen würden. Die Dunkelziffer sei deshalb auch wahrscheinlich viel höher. Über den Firmenservice der Bundesagentur für Arbeit gebe es aber zahlreiche Beratungs- und Förderangebote für Unternehmen, die Autisten einstellen wollen. Beide Seiten müssten nur noch mehr zueinander finden.

Es folgte eine Diskussionsrunde aller Podiumsteilnehmer, moderiert von Niels Reith, Geschäftsführer des BV BFW. Das Publikum brachte sich ebenfalls mit Fragen und Anregungen ein.  Abgerundet wurde die kompakte Informations- und Diskussionsveranstaltung von Gerhard Witthöft, Vorstandsmitglied des BV BFW und Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd. Er sprach über die Ursprünge der Veranstaltung und fasste sie mit einem Ausblick zusammen. Allen Beteiligten ist deutlich geworden, wo bereits gute Ansätze von Autisten auf dem Arbeitsmarkt bestehen, an welchen Stellen man aber noch gemeinsam arbeiten müsse, um mehr Teilhabe am Arbeitsleben von Autisten zu ermöglichen.

Gemeinsame Pressemitteilung: Quo Vadis, Autismus und Arbeitsmarkt?

Über den Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V. (BV BFW)
Der BV BFW ist der bundesweite Zusammenschluss von 28 Berufsförderungswerken. Ihr Auftrag im Sinne des Sozialgesetzbuch IX ist es, Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen die volle Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Als Kompetenznetzwerk für Gesundheit und Arbeit mit ca. 100 Standorten und aktuell etwa 12.000 Plätzen bündelt der BV BFW dieses Know-how und die langjährige Erfahrung in den Bereichen Prävention, Beratung, Diagnostik, Qualifizierung und Integration, um Menschen mit Behinderungen zurück in das Erwerbsleben zu bringen. Der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke ist ein eingetragener Verein und hat seinen Sitz und seine Geschäftsstelle in Berlin.


Über die auticon GmbH

Als erstes und einziges Unternehmen in Deutschland beschäftigt die auticon GmbH ausschließlich Menschen im Autismus-Spektrum als IT-Consultants, da diese oftmals besondere Begabungen in Logik, Detailgenauigkeit und Mustererkennung besitzen. Viele haben ein ausgeprägtes Interesse an IT, Physik, Mathematik und Technik. Damit die Consultants ihr volles Potenzial ausschöpfen können, stellt auticon ihnen qualifizierte Job Coaches zur Seite. So verbindet auticon soziale und wirtschaftliche Ziele: Die auticon-Consultants erhalten – oft zum ersten Mal – einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt; die Kunden herausragende Qualitätsarbeit. In Deutschland sind nur ca. fünf bis zehn Prozent aller Autisten auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt. So waren vor ihrer Anstellung bei auticon fast alle Mitarbeiter im Autismus-Spektrum arbeitssuchend oder frühverrentet. Denn trotz ihrer hohen fachlichen Kompetenz scheitern viele an den kommunikativen Anforderungen der heutigen Arbeitswelt. 2011 gegründet, beschäftigt auticon inzwischen mehr als 100 Personen, davon über 70 im Autismus-Spektrum und hat ihnen so einen großen Schritt hin zu einem normalen Berufsleben ermöglicht.


Kontakt:

Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V.
Geschäftsstelle
Christoph Erbslöh
Knobelsdorffstr. 92 · 14059 Berlin
Tel.: +49 30 3002-1255 · Fax: +49 30 3002-1256
C.Erbsloeh@bv-bfw.de
www.bv-bfw.de