Donnerstag, September 8th, 2016

 

Gesundheit am Arbeitsplatz: Großes Interesse an Bremer Netzwerkkonferenz

Rund 240 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden haben sich am 06.09.2016 in der Bremischen Bürgerschaft darüber ausgetauscht, wie die Gesundheit am Arbeitsplatz und für die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit die Erwerbsfähigkeit langfristig erhalten gefördert werden kann. „Das Treffen war ein voller Erfolg. Die große Resonanz belegt den weit verbreiteten Wunsch nach Vernetzung, Austausch und auch neuen Ideen in diesem Themenfeld“, sagt Prof. Dr. Sonia Lippke, Professorin für Gesundheitspsychologie an der Jacobs University. Gemeinsam mit der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen sowie 15 bremischen und überregionalen Partnern hatte die Jacobs University die erste Netzwerkkonferenz ausgerichtet.

Welche große Bedeutung das Thema in der Gesellschaft besitzt, machte Ekkehart Siering, Staatsrat beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen in seinen Eröffnungsworten deutlich. Christian Wolff, Stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen fokussierte in seinem Grußwort auf das Ziel der Veranstaltung: Vernetzung, Zusammenarbeit, Kooperation der Bremer Akteure, um die Möglichkeiten der Teilhabe der Menschen am Arbeits- und Erwerbsleben weiter zu gestalten.

Laut Carola Bury, der Referentin für Gesundheitspolitik von der Arbeitnehmerkammer Bremen gehen in der Hansestadt jährlich 1.500 Menschen in die Erwerbsminderung, weil sie chronisch krank und erwerbsunfähig sind. Viele wollen zwar zurück in das Berufsleben, schaffen es aufgrund ihrer gesundheitlichen Belastungen jedoch nicht. Mehrere Vortragende betonten in dem Zusammenhang den hohen Nutzen von Investitionen in ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Jeder Euro, den ein Unternehmen in die Gesundheit der Mitarbeiter investiere, bringe im Durchschnitt das Doppelte an Ertrag. Felicitas Jung vom Gesundheitsamt Bremen verwies auf die schwierige Situation von Menschen mit gebrochenen Erwerbsbiographien und einer unzureichenden Berufsqualifikation verwies Felicitas Jung vom Gesundheitsamt Bremen. Elisabeth Zschucke von der Jacobs University Bremen stellte Ergebnisse aus der BERATER-Studie zur Situation von Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentnern vor: sie sind gesundheitlich belastet, haben eine geringe Lebenszufriedenheit und sind oft dramatisch übergewichtig. Dennoch oder gerade deswegen wollen mehr als die Hälfte der Erwerbsminderungsrentner ins Erwerbsleben zurückkehren. Diese hohe Rate hat die Experten der Tagung erstaunt: sie schätzten, dass nur 5 bis 10 Prozent der Betroffenen ins Erwerbsleben zurückkehren wollen.

In Work-Cafés diskutierten die Teilnehmer Fragen und Lösungsansätze rund um Arbeitsplatzgestaltung, Arbeit und Alter, Arbeit und psychische Belastungen, Prävention, betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeit und Inklusion sowie Rehabilitation. Den Abschluss der Konferenz, die unter dem Motto „Fit im Job – Erwerbsteilhabe gestalten“ stand, bildete eine Diskussionsrunde aller Teilnehmer zu weiteren FragenKosten und Handlungsbedarfen, insbesondere auch zu Möglichkeiten für KMU (Kleine und mittlere Unternehmen). Dabei wurde unter anderem die Forderung nach passgenauen, mehr individuellen und innovativen Maßnahmen und Kosten-Nutzen-Analysen laut.

„Wir freuen uns über die positiven Rückmeldungen, die uns erreicht haben“, sagt Sozialmedizinerin PD Dr. med. Aike Hessel, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Die Besucherresonanz der Netzwerkkonferenz brach alle Erwartungen.

Die Besucherresonanz der Netzwerkkonferenz brach alle Erwartungen.

, Projektkoordinatorin bei der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen. „Wir werden das Feedback nun detailliert auswerten, um unsere Arbeit zu optimieren sowie diesen thematischen Austausch und die gewinnbringende Vernetzung aller Akteure fortzusetzen.“

Zu den Mitveranstaltern aus Bremen zählten die Agentur für Arbeit, das Amt für Versorgung und Integration, die Arbeitnehmerkammer, ArcelorMittal, die Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt als Projektträger für das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Gesundheitsamt, die Jacobs University Bremen, das Netzwerk Gesundheitswirtschaft Nordwest, das Amt für Versorgung und Integration, der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, die Techniker Krankenkasse, die Universität Bremen, die Unternehmensverbände im Lande Bremen e.V., der Verband der Betriebs- und Werksärzte sowie die ZIP Zeitarbeit + Personalentwicklung GmbH.

Fragen beantwortent:
Dr. Sonia Lippke | Professorin für Gesundheitspsychologie
s.lippke@jacobs-university.de | Tel: +49 421 200-4730

PD Dr. med. Aike Hessel, Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen
aike.hessel@drv-oldenburg-bremen.de, Tel: +49 421 3407-208

Über die Jacobs University:
Die Jacobs University ist eine private, unabhängige, englischsprachige Universität in Bremen. Hier studieren junge Menschen aus der ganzen Welt in Vorbereitungs-, Bachelor-, Master- und PhD-Programmen. Internationalität und Transdisziplinarität sind die besonderen Kennzeichen der Jacobs University: Forschung und Lehre folgen nicht einem einzigen Lösungsweg, sie gehen Fragestellungen aus der Perspektive verschiedener Disziplinen an. Dieses Prinzip macht Jacobs Absolventen zu begehrten Nachwuchskräften, die erfolgreich internationale Karrierewege einschlagen.

Kontakt:
Kristina Logemann | Brand Management, Marketing & Communications
k.logemann@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200- 4454