Mittwoch, August 17th, 2016

 

Kinder-Reha: Mama darf doch noch mit


Eltern dürfen jetzt auch noch 9-jährige Kinder während der Reha begleiten

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat die Altersgrenze, bis wann ein Kind von einem Elternteil zur Rehabilitation begleitet werden kann, erhöht. Ab sofort dürfen Kinder bis zum 10. Geburtstag neben ihrem Kuscheltier auch Mutter oder Vater in die Rehaklinik mitnehmen. Die DRV reagiert damit auf die Wünsche der Eltern von rehabedürftigen Grundschülern.

 

Eine aktuelle Umfrage des Bündnisses Kinder- und Jugendreha unter Kinder- und Jugendärzten ergab, dass die Durchführung einer notwendigen Rehabilitationsmaßnahme für ein chronisch belastetes Kind bislang oftmals daran scheiterte, dass eine Begleitperson nur bis zu einem Kindesalter von 7 Jahren in der Rehaklinik mitaufgenommen wurde. Denn die meisten Mütter und Väter möchten ein 8- oder 9-jähriges Kind noch nicht allein in eine fremde Umgebung geben und auch die betroffenen Kinder unter 10 Jahren reagieren bei der Aussicht auf einen mehrwöchigen Reha-Aufenthalt ohne Mama oder Papa häufig ängstlich.

 

Daher hat die DRV, einer der Hauptkostenträger von Reha-Maßnahmen, nun auf die Bedürfnisse der kleinen Patienten und ihrer Eltern reagiert und die umstrittene Altersgrenze angehoben. Ab sofort werden die Kosten für An- und Abreise, Unterbringung und Arbeitsausfall für ein begleitendes Elternteil bis zu einem Kindesalter von einschließlich 9 Jahren übernommen. In medizinisch begründeten Einzelfällen ist eine Begleitung sogar nach dem vollendeten 10. Lebensjahr, zumindest zeitweise, möglich. Auf Wunsch können Mutter und Vater sich bei der Begleitzeit abwechseln.

 

Die Experten der DRV versprechen sich von der Anhebung der Altersgrenze eine höhere Akzeptanz und häufigere Realisierung einer ärztlich empfohlenen und wichtigen Reha-Maßnahme, eine bessere Annahme des Therapieplans auf Kinderseite sowie mehr Nachhaltigkeit im Alltag, wenn die Eltern im Umgang mit der Erkrankung mitgeschult werden.

 

Weitere Informationen rund um das Thema „Kinder- und Jugendreha“ inklusive einer Liste der Rehakliniken erhalten Sie unter www.kinder-und-jugendreha-im-netz.de

Kontakt:

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Ab 1.9. Internetsucht zuhause behandeln: OASIS macht´s möglich Start mit Selbsttests auf der gamescom 2016

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) informiert:

 

Bochum (lwl). In seiner Mediensprechstunde in Bochum behandelt Dr. med. Bert te Wildt, Ärztlicher Psychotherapeut und Leiter der Ambulanz der LWL-Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Ruh-Universität Bochum, bereits seit mehreren Jahren junge Erwachsene mit einer Internetabhängigkeit von Computerspielen oder sozialen Netzwerken. Auf der gamescom 2016 stellt er ab Mittwoch (17.8.) ein neuartiges Therapieangebot an der Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) vor: den Online-Ambulanz-Service für Internetsüchtige, kurz OASIS. Am 1. September wird die Online-Sprechstunde an den Start gehen.

Das OASIS-Programm ist ein vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Hilfsprojekt und soll deutschlandweit die Versorgung von Internet- und Computerspielsüchtigen verbessern. „Im Rahmen von webcam-basierten Sprechstunden möchten wir die Betroffenen dort abholen, wo die Sucht ihren Anfang genommen hat: im Internet selbst“, beschreibt te Wildt. „Damit gehen wir das Thema Internetabhängigkeit mit einem Werkzeug der Cybertherapie an.“
Schon mit Eröffnung der weltweit größten Computerspielmesse gamescom wird OASIS zugänglich sein. Unter http://www.onlinesucht-ambulanz.de können Interessierte sich einem Selbsttest unterziehen und überprüfen, ob möglicherweise eine Internetabhängigkeit besteht. Im Rahmen eines gemeinsamen Standes mit dem von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützten Präventionsprojekt „Net-Piloten“ in der Halle des Jugendforum NRW wird das OASIS-Team ins Gespräch mit den Messebesuchern gehen und das Projekt vorstellen.

„Die Internetsucht ist eine Verhaltenssucht, die in der Öffentlichkeit noch nicht als Suchterkrankung akzeptiert wird“, so der Arzt und Forscher te Wildt. „Dabei erzeugt sie einen großen Leidensdruck, hat negative Folgen für Körper und Psyche und ist damit behandlungsbedürftig.“ Die Betroffenen zeigen ein exzessives Nutzungsverhalten mit krankhafter Impulsivität, Kontrollverlust und Entzugserscheinungen. Das komplette soziale und berufliche Umfeld bricht weg, und im schlimmsten Fall tragen sie sich mit Suizidgedanken.

Leidtragende sind auch die Angehörigen. Daher steht OASIS ebenfalls für erwachsene Angehörige von Betroffenen ab 14 Jahren zur Verfügung. „Wir vermitteln deutschlandweit in Fachambulanzen und Beratungsstellen“, erklärt Diplom-Psychologin Laura Bottel, die direkt am Bildschirm für OASIS tätig ist, das neue Angebot. Es sieht zwei Online-Sprechstundentermine jeweils für Diagnostik und Beratung vor. Ziel ist es, nicht nur therapeutische Möglichkeiten vor Ort zu vermitteln, sondern auch Therapiebereitschaft zu erzeugen – in Form eines Beziehungsangebots.

Mit Unterstützung der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler, die im Sommer vergangenen Jahres die Medienambulanz in Bochum besucht hatte und sich seitdem für die Anerkennung der Internetsucht stark macht, sowie in Zusammenarbeit mit dem ZTG – Zentrum für Telematik und Telemedizin und dem Fachverband Medienabhängigkeit konnte das deutschlandweit einzigartige OASIS-Angebot auf den Weg gebracht und entwickelt werden. „Wir möchten das Internet nicht verteufeln. Uns geht es darum, das Internet in diesem Zusammenhang auch positiv zu nutzen“, macht te Wildt, Autor des Buches „Digital Junkies“, deutlich. „Wir wollen Betroffenen eine digitale Brücke bauen, damit sie im analogen Hilfesystem Unterstützung erfahren und schließlich in der konkret-realen Welt wieder einen Halt und Freude erleben.“

Pressekontakt:
Rosa Sommer, LWL-Universitätsklinikum Bochum, Telefon: 0179 4645487, rosa.sommer@t-online.de.
presse@lwl.org
 

Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.