Freitag, Juli 29th, 2016

 

Logopädie/Sprachtherapie: Verbände fordern neue gesetzliche Grundlage für Therapeutenausbildung

Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V.

Evaluationsergebnisse der Modellstudiengänge belegen Notwendigkeit hochschulischer Ausbildung

Frechen  – Der im Januar 2016 gegründete Arbeitskreis Berufsgesetz, dem Verbände aus dem Bereich Logopädie / Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie angehören, fordert eine grundlegende Änderung des Gesetzes über den Beruf des Logopäden. „Nach Abschluss der Evaluation der Modellstudiengänge im Bereich der Logopädie in 2015 stehen dem Gesetzgeber nun die notwendigen Grundlagen zur Verfügung, um über die weitere Entwicklung der in der Modellklausel berücksichtigten Gesundheitsfachberufe zu entscheiden“ so Dietlinde Schrey-Dern, Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie e.V. (dbl), der dem Arbeitskreis angehört.

„Unsere zentrale Forderung ist die Einrichtung einer flächendeckenden primärqualifizierenden hochschulischen Ausbildung für alle in unserem Bereich tätigen Berufsgruppen“, so Arbeitskreismitglied Katrin Schubert, Bundesvorsitzende des Deutschen Bundesverbandes der akademischen Sprachtherapeuten (dbs). Die Ausbildung müsse zu 100 Prozent auf hochschulischer Ebene angesiedelt werden. Akademische Ausbildungsgänge seien im Übrigen kein Novum, so Schubert: „Schon seit 1905 gibt es hochschulische Ausbildungen in verschiedenen Bereichen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie. Heute sind etwa 30 Prozent der Berufsangehörigen hochschulisch qualifiziert“.

„Die Notwendigkeit einer primärqualifizierenden hochschulischen Ausbildung ergibt sich vor allem aus den aktuellen und zukünftigen Anforderungen an eine angemessene Patientenversorgung“, betont Marion Malzahn, Bundesvorsitzende des Deutschen Bundesverbandes der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen (dba). In 30 europäischen Ländern sei die hochschulische Ausbildung in der Logopädie/Sprachtherapie bereits Standard. „Die im vergangenen Jahr positiv abgeschlossene Evaluation der Modellstudiengänge in der Logopädie hat die Notwendigkeit der hochschulischen Ausbildung eindrucksvoll bestätigt. Diese Modelle müssen jetzt in die regelhafte hochschulische Ausbildung überführt werden“, fordert Prof. Dr. Norina Lauer, die den Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe e.V. (HVG) im Arbeitskreis vertritt. Die Ausbildungsinhalte müssten nationalen und internationalen Standards in Bezug auf Kompetenzorientierung entsprechen.

Vera Wanetschka vom Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie e.V. (BDSL) weist darauf hin, dass sich der Arbeitskreis bewusst ist, dass die geforderte Überleitung der Ausbildung an die Hochschule auf einer längeren Zeitachse zu sehen ist, was aber nicht über den dringenden Handlungsbedarf hinwegtäuschen darf. „Die derzeit in der Logopädie / Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie tätigen Kolleginnen und Kollegen müssen selbstverständlich Bestandsschutz genießen. Zudem sind für diese Berufsangehörigen Möglichkeiten für einen erleichterten Zugang zur hochschulischen Weiterqualifikation zu schaffen. Die Kompetenz der Lehrenden an Berufsfachschulen, von denen viele bereits akademisch qualifiziert sind, muss auch künftig als Ressource genutzt werden“.

Weiterhin begrüßt der Arbeitskreis ausdrücklich den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz in der 89. Sitzung vom 29. – 30. Juni 2016, in dem das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gebeten wird, zu prüfen, ob durch Änderung des SGB V und der entsprechenden Gesetze über die jeweiligen Gesundheitsfachberufe die Voraussetzungen für Modellvorhaben zum Direktzugang zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung geschaffen werden können. Die im AK vertretenen Berufsverbände haben in ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) die Einführung von Modellvorhaben für den Direktzugang gefordert.

Zum Arbeitskreis:

Dem Arbeitskreis Berufsgesetz gehören Vertreter/innen folgender Verbände an: Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl), Deutscher Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten e.V. (dbs), Deutscher Bundesverband der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen e.V. (dba), Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe e. V. (HVG). Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie e. V. (BDSL).

Kontakt:

Arbeitskreis Berufsgesetz, Sprecherin Dietlinde Schrey-Dern, dbl 
e.V., Augustinusstraße 11 a, 50226 Frechen, Ansprechpartnerin: 
A. Pula-Keuneke, Referat Bildung/dbl e.V., Tel.: 0 22 34.379 530, 
Fax: 0 22 34.379 53-13, E-Mail: pula@dbl-ev.de, Internet: 
www.dbl-ev.de.

Pressekontakt: Matthias Geusen, Referat Presse- und 
Öffentlichkeitsarbeit, dbl e.V.,Tel.: 0 22 34.379 532, Fax: 0 22 
34.379 53-13, E-Mail: presse@dbl-ev.de, Internet: www.dbl-ev.de.

MEDIAN verstärkt sich durch die AHG

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MEDIAN setzt erfolgreichen Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort: 45 Kliniken, Therapiezentren und Wiedereingliederungseinrichtungen der AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft AG erweitern das Portfolio in den Fachbereichen Psychosomatik, Sucht und Soziotherapie.

Die AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft AG, Düsseldorf, wird künftig zu MEDIAN gehören. MEDIAN verstärkt sich so in einem Zug um 45 Einrichtungen und macht damit einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einem bundesweit flächendeckenden Leistungsangebot. Zugleich stärkt MEDIAN das therapeutische Spektrum und baut außerdem sein Innovationspotenzial weiter aus. Für die AHG und die Unternehmerfamilie Glahn ist der Zusammenschluss eine wichtige Entscheidung für eine sichere Zukunft ihrer Kliniken, Therapiezentren und Wiedereingliederungseinrichtungen. Im Laufe des kommenden Jahres werden die beiden Gesundheitsunternehmen – vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes – fusionieren. Ein entsprechender Vertrag wurde vor zwei Tagen zwischen den Beteiligten unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Perfekte Ergänzung regional und therapeutisch
„MEDIAN und AHG sind eine perfekte Verbindung“, kommentiert Dr. André M. Schmidt, CEO von MEDIAN: „Die regionalen Schwerpunkte der AHG insbesondere in Westdeutschland ergänzen passgenau unsere bisherigen Standorte. Außerdem stärken wir durch das Zusammengehen mit Blick auf unser Leistungsspektrum den Bereich Psychosomatik und bauen die Bereiche Sucht und Wiedereingliederung deutlich aus.“ MEDIAN plane einen separaten Fachbereich für die Soziotherapie und ein eigenes Medical Board zur Bündelung des Know-hows im Bereich Sucht aufzubauen. „In der Psychosomatik wird uns das Fachwissen der AHG einen starken Schub bei der Entwicklung neuer Therapieprozesse liefern, die wir dann deutschlandweit über unsere Einrichtungen ausrollen können“, so Schmidt weiter: „Bei der Vernetzung stationärer, ambulanter und nachsorgender Angebote hat die AHG in den vergangenen Jahren deutliche Akzente gesetzt, die wir bei MEDIAN gemeinsam weiterentwickeln werden.“

Zusammenschluss zweier starker Unternehmen
„Das Miteinander von AHG und MEDIAN ist ein Zusammenschluss zweier starker Unternehmen mit dem Ziel, sich gemeinsam noch besser den Herausforderungen der Gesundheitsversorgung in Deutschland zu stellen“, kommentiert Norbert Glahn, Sohn des Unternehmensgründers Wolfgang Glahn und CEO der AHG, die Transaktion. „Jetzt profitieren wir davon, dass die AHG sich in den vergangenen drei Jahren unter Ausnutzung aller Synergien strategisch, organisatorisch und therapeutisch optimal aufgestellt hat.“ Die AHG erbringt seit mehr als 40 Jahren erfolgreich Therapieleistungen für Menschen mit psychosomatischen und Abhängigkeitserkrankungen und gehört zu den führenden Unternehmen der Branche. Ihr Gründer Wolfgang Glahn war ein maßgeblicher Wegbereiter der modernen medizinischen Rehabilitation in Deutschland. Seit ihrer Gründung gilt die AHG als eines der wissenschaftlich-therapeutisch am besten aufgestellten Unternehmen sowohl in der medizinischen Rehabilitation wie auch der Soziotherapie.

„Die AHG war in den letzten 40 Jahren ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für unsere Familiengeschichte“, so Norbert Glahn  „Die Entscheidung zum Verkauf ist uns deshalb nicht leicht gefallen. Wir erleben aber auch in unserer Branche einen immer stärker werdenden Konzentrationsprozess, hin zu größeren und schlagkräftigeren unternehmerischen Einheiten. Als Familienunternehmen ist für uns die langfristige Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für alle uns anvertrauten Menschen ein zentrales Anliegen. Darum übergeben wir die AHG nun an ein Unternehmen, von dem wir sicher sind, dass es eine erfolgreiche Zukunft hat.“

Zusammenschluss bringt deutliches Wachstum
MEDIAN ist ein Gesundheitsunternehmen mit derzeit 78 Rehabilitationskliniken, Akutkrankenhäusern, Pflege- und Wiedereingliederungseinrichtungen an 45 Standorten. Mit ca. 13.000 Mitarbeitern und mehr als 13.500 Betten bzw. Behandlungsplätzen ist das Unternehmen Deutschlands größter privater Betreiber von Rehabilitationseinrichtungen.

Die AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft mit Sitz in Düsseldorf ist einer der größten deutschen Therapieanbieter in den Fachgebieten Psychosomatik, Abhängigkeitserkrankungen und Soziotherapie. Das Unternehmen umfasst 45 Kliniken, Therapiezentren und Ambulanzen mit rund 4.000 Betten und hat mehr als 2.500 Beschäftigte.

Durch den Zusammenschluss von MEDIAN und der AHG entsteht ein Unternehmen mit 17.500 Betten und Behandlungsplätzen in 123 Kliniken und Einrichtungen, das sich ausschließlich auf Nachsorge- und Teilhabeleistungen sowie Psychiatrie konzentriert. Die gut 15.500 Beschäftigten der Gruppen behandeln und betreuen dann jährlich mehr als 225.000 Patienten und Bewohner in 14 Bundesländern.

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