Mittwoch, Juli 20th, 2016

 

Gründung der „Allianz für tracheotomierte Menschen in Berlin und Brandenburg“

Gerade die Pflege schwerstkranker tracheotomierter Menschen stand in den letzten Wochen und Monaten immer wieder in den Medien und in der Politik in der Kritik. Es wurde gemutmaßt, dass sich einige Pflegedienste zu Lasten des Sozialsystems bereicherten und außerdem die ihnen anvertrauten Patienten schlecht behandelten.

Die Allianz für tracheotomierte Menschen in Berlin und Brandenburg setzt gegen diesen Missstand ein kraftvolles Signal. Sie wurde am 13. Juli von Vertretern der AOK Nordost, der IKK Brandenburg und Berlin, der Brandenburg Klinik Bernau, den Kliniken Beelitz, der Praxis für außerklinische Beatmung sowie dem Intensivpflegedienst COMCURA  gegründet. Dem Bündnis schlossen sich bereits am Tag der Gründung unter anderem zahlreiche weitere Akutkrankenhäuser, Pflegedienste und Rehabilitationskliniken an.

Die Fortschritte der Rettungs- und Intensivmedizin ermöglichen es heutzutage, dass immer mehr Menschen schwere und schwerste Erkrankungen überleben. In deren Folgen sind Langzeitbeatmungen von zum Teil tage- bis wochenlanger Dauer nicht mehr selten. Diese Patienten erhalten heute nahezu immer nach wenigen Tagen Beatmungsdauer einen Luftröhrenschnitt (Tracheostoma), über den der Beatmungstubus (Trachealkanüle) direkt in die Luftröhre eingeführt wird. Allein in Berlin und Brandenburg werden pro Jahr ca. 1.000 Menschen trachetomiert.

Diese Patienten benötigen eine spezifische Krankenhaus- bzw. Rehabilitationsbehandlung, um sie von der Beatmung und danach auch von dem Beatmungstubus zu entwöhnen. Falls dies nicht gelingt, müssen sie eine hoch qualifizierte Pflege erhalten.

Die Allianz-Mitglieder haben sich zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung der Betroffenen verpflichtet. Sie entwickeln ein System, welches diese Qualität auch transparent und erstmals messbar abbildet. Darüber hinaus werden Fortbildungen unter den Partnern und ein Überleitungsmanagement abgestimmt.

Da die Betreuung der tracheotomierten Patienten rehabilitations- und pflegewissenschaftlich bisher nur wenig Beachtung erfährt, möchten die Allianzmitglieder in Kooperation mit der Professur für Rehabilitationswissenschaften der Universität Potsdam, geleitet von Herrn Prof. Völler, auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf diesem Gebiet gewinnen und in die Behandlung der tracheotomierten Patienten einfließen lassen.

Kontakt:

RECURA Kliniken GmbH
Paracelsusring 6A
14547 Beelitz Heilstätten
Mandy Mehlitz
Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 33204 – 22510
Mobil: +49 33204 – 22502
Fax: +49 176 – 14022207
E-Mail: mehlitz@recura-kliniken.de
Internet: www.recura-kliniken.de


Die gesetzliche Unfallversicherung in drei Minuten – Kurzfilme erklären Aufbau, Aufgaben und Leistungen

20.07.2016

Was ist die gesetzliche Unfallversicherung? Was versteht man unter einem Arbeitsunfall? Und was bedeutet eigentlich Haftungsablösung? Die passenden Antworten geben drei Kurzfilme, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen barrierefrei im Netz zur Verfügung stellt. Schritt für Schritt werden darin die wichtigsten Begriffe und Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung erklärt.

DGUV_MediacenterGrundlagen bietet der Clip „Ihre gesetzliche Unfallversicherung“. Er erklärt den Aufbau, die Aufgaben und Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie versichert rund 79 Millionen Menschen in Deutschland gegen die Folgen von Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen, Unfällen im Ehrenamt sowie Berufskrankheiten.

Der Kurzfilm „Die Vorteile der Haftungsübernahme für Ihr Unternehmen““ richtet sich in erster Linie an die Unternehmen. Er erläutert das Prinzip der Haftungsablösung. Verletzt sich also ein Mitarbeiter im Betrieb, entschädigt die gesetzliche Unfallversicherung den erlittenen Schaden umfassend. Der Arbeitgeber ist von der zivilrechtlichen Haftung frei gestellt.

Der Film „Der Arbeitsunfall – was ist das?“ richtet sich primär an Menschen, die einen Arbeitsunfall erlitten haben. Am Beispiel von Dachdecker Walter werden die Abläufe vom Unfall bis zum Wiedereinstieg in den Beruf Schritt für Schritt beschrieben. Die Versorgung „Alles aus einer Hand“ ist ein Leitmotiv der Unfallversicherung.

Alle drei Filme, stehen auch in einer Fassung mit Untertiteln unter http://www.dguv.de/de/mediencenter/filmcenter/komplett/index.jsp zur Verfügung.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen
Glinkastraße 40 | 10117 Berlin

Stefan Boltz
Pressestelle
Tel.: 030 288763768 | Fax: 030 288763771
E-Mail: presse@dguv.de
Internet: www.dguv.de


Zwischenbilanz: VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ ist ein voller Erfolg

Die VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren!“, mit der sich der VdK für eine Gesellschaft ohne Hindernisse einsetzt, ist schon zur Halbzeit ein großer Erfolg. Mehr als 55 000 Menschen unterstützen bereits die VdK-Forderungen für ein barrierefreies Deutschland. „Seit Anfang des Jahres konnten wir mit zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Veranstaltungen deutliche Akzente setzen“, erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland.

Wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Kampagne ist das Engagement der Landes-, Orts- und Kreisverbände. „Alle Verbandsstufen des VdK sind aktiv und machen sich vor Ort für Barrierefreiheit stark, damit Menschen mit Behinderung und Beeinträchtigungen wirklich teilhaben können“, so die VdK-Präsidentin.

Dass das Thema „Barrierefreiheit“ die Menschen berührt, zeigt vor allem auch die „Landkarte der Barrieren“, die das Herzstück der VdK-Kampagne ist. „Seit Kampagnenstart haben uns schon mehr als 1600 Meldungen über Bahnhöfe, Internetseiten, Geschäfte, Arztpraxen, Behörden und öffentliche Plätze erreicht, die für Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigungen kaum oder gar nicht zugänglich sind. Das zeigt, dass wir von einer inklusiven Gesellschaft noch weit entfernt sind. Wir brauchen aber Barrierefreiheit im umfassenden Sinn“, so Mascher.

Der Sozialverband VdK kritisiert erneut vehement, dass in der kürzlich vom Bundestag verabschiedeten novellierten Fassung des Behindertengleichstellungsgesetzes die Privatwirtschaft beim Abbau von Barrieren nicht in die Pflicht genommen wird. „Es bedarf klarer gesetzlicher Regelungen, um Teilhabe zu garantieren, und auch um die Zugänglichkeit im Bereich privater Güter und Dienstleistungen, wie zum Beispiel Arztpraxen, sicherzustellen“, fordert die VdK-Präsidentin.

Dass der Druck des VdK auf die Politik Wirkung zeigt, machen die jüngst verkündeten Pläne des Bundesverkehrsministeriums deutlich, mehr als 100 kleine Bahnstationen in Deutschland barrierefrei umzubauen. „Das ist ein erster Schritt, dem viele weitere folgen müssen. Verkehrsmittel und -anlagen müssen für alle zugänglich sein. Deswegen fordern wir auch weiterhin ein höheres Tempo beim Umbau der Bahnhöfe und mehr Zuschüsse vom Bund“, erklärt Mascher.

Der VdK wird beim Thema Barrierefreiheit nicht locker lassen und auch im Vorfeld der Bundestagswahl im nächsten Jahr Politiker aller Parteien überall im Land mit seinen Forderungen zur Barrierefreiheit konfrontieren. „Von einer barrierefreien Gesellschaft profitieren nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Ältere, Familien oder Menschen, die nur vorübergehend ein Handicap haben“, so die VdK-Präsidentin.

Der VdK ist mit über 1,75 Millionen Mitgliedern die größte Interessenvertretung behinderter und älterer Menschen in Deutschland. Mit der Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ macht sich der Sozialverband VdK für eine barrierefreie Gesellschaft stark. Jetzt informieren: www.weg-mit-den-barrieren.de

verantwortlich:

Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401
Sozialverband VdK Deutschland
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Cornelia Jurrmann (verantwortlich)
Linienstraße 131 – 10115 Berlin
Telefon 030 9210580-400
Telefax 030 9210580-410
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Die Karl-Hansen-Klinik in Bad Lippspringe wird vergrößert

Erweiterung und Umbau für über neun Millionen Euro

Legten den Grundstein (v. l.): Architekt Paul Breithaupt, MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer, Michael Ennenbach (Kfm. Direktor MZG), Hans Gerwinn (MZG-Aufsichtsrat) und Andreas Bee (Vorsitzender MZG-Aufsichtsrat)

Legten den Grundstein (v. l.): Architekt Paul Breithaupt, MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer, Michael Ennenbach (Kfm. Direktor MZG), Hans Gerwinn (MZG-Aufsichtsrat) und Andreas Bee (Vorsitzender MZG-Aufsichtsrat)

In diesem Jahr beginnen in der Karl-Hansen-Klinik in Bad Lippspringe die umfangreichsten Baumaßnahmen in der Geschichte der 1973 eröffneten Akut-Klinik. Mit einem geplanten Investitionsvolumen von etwa 9,2 Millionen Euro wird die Klinik umgebaut und erweitert. Dazu gehören zunächst die Erweiterung des OP, die Errichtung eines Zwischenbaus mit 72 Betten und die Verlagerung eines Teils der HNO-Abteilung. Allein diese Maßnahmen haben ein geplantes Volumen von ca. 7,3 Millionen Euro.

Die vorbereitenden Bauarbeiten haben bereits begonnen. Das Gesamtprojekt ist ambitioniert; schließlich wird das Akutkrankenhaus mit seinen 208 Betten im laufenden Betrieb umgebaut. „Wir haben bereits viele Erfahrungen mit den Sanierungen unserer Reha-Kliniken und setzen auf bewährte Projektplaner und regionale Unternehmen“, sagt Achim Schäfer, Geschäftsführer der Karl-Hansen-Klinik GmbH. Er baut auf das Verständnis der Patienten und auch der Mitarbeiter: „Wir haben die Beschäftigten der Klinik schon früh mit ins Boot geholt und auch einen großen Teil ihrer Wünsche umsetzen können.“

Jürgen Hatzfeld, Kaufmännischer Betriebsleiter der Karl-Hansen-Klinik, spürt in der Klinik eine große Euphorie: „Alle freuen sich, dass der in den vergangenen Jahrzehnten entstandene Investitionsstau langsam abgebaut wird.“

Nutznießerin wird zunächst die HNO-Abteilung sein. Durch den Neubau eines OP-Saals, eines ambulanten Wartebereichs und eines zentralen Aufwachraumes mit einer Gesamtgröße von rund 440 Quadratmetern werden die Kapazitäten erhöht, was wiederum den Patienten zugutekommt. Die Planer gehen davon aus, dass sich die OP-Wartezeiten nach der Erweiterung entspannen. Durch die Errichtung eines vierstöckigen Bauteils zwischen den bestehenden Gebäudeflügeln wächst die Klinik baulich weiter zusammen. Im Erdgeschoss kommen Untersuchungsräume und ein großzügiger Wartebereich für die HNO-Klinik sowie Räume für Hörtests hinzu.

In den oberen Etagen werden auch für jede Station neue Pflegestützpunkte eingerichtet, die den Pflegekräften den „Blick um die Ecke“ ermöglichen. „Unsere Mitarbeiter haben von dort aus zwei Flügel im Blick, was den Ablauf in der Klinik weiter entspannt“, freut sich Achim Schäfer.
Im Laufe der Zeit hat sich auch das Behandlungsspektrum der Karl-Hansen-Klinik gewandelt. Diesem trägt die Klinikleitung mit den Erweiterungen Rechnung.

Kontakt für Rückfragen:

Heiko Appelbaum
-Pressesprecher-
Medizinisches Zentrum für Gesundheit GmbH (MZG-Westfalen)
Peter-Hartmann-Allee 1
33175 Bad Lippspringe
Tel.: 05252/95-1038
E-Mail: h.appelbaum@medizinisches-zentrum.de
Internet: www.medizinisches-zentrum.de


Die DVfR fordert mehr Teilhabeorientierung in der Heil- und Hilfsmittelversorgung

DVfR-Logo

In ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf für ein Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) fordert die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e.V. (DVfR), für eine qualitätsgerechte Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln die Teilhabebedarfe der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen. Der Gesetzentwurf solle den besonderen Belangen behinderter und chronisch kranker Menschen stärker Rechnung tragen.

Das neue Gesetz konzentriert sich vor allem auf qualitative Verbesserungen bei den Ausschreibungsverfahren, produktbezogene Qualitätsaspekte, die Beratungspflicht durch die Hilfsmittelanbieter und die Aktualisierung des Hilfsmittelverzeichnisses und nachträgliche Kontrollpflichten der Krankenkassen zur Überprüfung von Hilfsmittelverträgen. In ihrer Stellungnahme kritisiert die DVfR, dass der Gesetzentwurf zu einseitig auf Fertig-Hilfsmittel orientiert und hierfür die Produktqualität, Auswahlmöglichkeiten und Beratung durch den Sanitätsfachhandel stärken will. Außer Acht bleibt die notwendige Orientierung des Versorgungsprozesses an den zu erreichenden Zielen. Weitgehend unberücksichtigt bleibt ferner die Tatsache, dass nur ein Teil der Hilfsmittel gebrauchsfähige Fertigprodukte sind, viele andere aber individuell angepasst bzw. hergestellt werden müssen.

Individuelle Hilfsmittelversorgung ist Teamarbeit

Aus Sicht des Vorsitzenden der DVfR, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, sollte zwischen Hilfsmitteln als Handelsware und individuell hergestellten Hilfsmitteln differenziert werden. „Bei individuellen Hilfsmitteln ist die Gestaltung des Hilfsmittelversorgungsprozesses zur Erreichung der Versorgungs- bzw. Teilhabeziele ausschlaggebend und nicht allein die technische Produkteigenschaft“, so der DVfR-Vorsitzende. Eine gute Qualität werde bei individuellen Hilfsmittelversorgungen erreicht, wenn kompetente Leistungserbringer (Ärzte, Therapeuten, Hilfsmittelfachleute) mit dem Versicherten und der Krankenkasse strukturiert und zielorientiert im Hinblick auf zu erreichende Teilhabeziele zusammenarbeiten, um eine bedarfsdeckende Versorgung zu ermöglichen.

Rahmenbedingungen für die individuelle Hilfsmittelversorgung stärken

„Deshalb sollten mit dem Gesetz die Rahmenbedingungen für individuelle Hilfsmittelversorgungen so gestaltet werden, dass Teamarbeit stattfinden kann. Versicherte sollten eine gute Beratung durch ein multiprofessionelles Team erhalten können, welches den Teilhabebedarf umfassend ermittelt und die bedarfsgerechte Versorgung sicherstellt. Dazu gehört auch die anbieterunabhängige Beratung“, fordert Dr. Schmidt-Ohlemann. Da es entgegen der Empfehlung des GKV-Spitzenverbands immer noch gängige Praxis vieler Krankenkassen ist, individuell angefertigte Hilfsmittel oder Hilfsmittel mit hohem Dienstleistungsanteil auszuschreiben, wozu z. B. auch individuell angepasste Rollstühle gehören, fordert die DVfR im Gesetzentwurf dazu eine Klarstellung.

Die beabsichtigte systematische Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses ist wichtig, darf aber nicht allein Sache der Hilfsmittelanbieter sein. Da dort nicht nur medizintechnische Details zu Hilfsmitteln, sondern auch ergänzende Dienstleistungen wie Service, Beratung und Training sowie indikationsbezogene Einsatzmöglichkeiten beschrieben werden sollen, empfiehlt die DVfR hierbei die Mitwirkung medizinischer Fachgesellschaften und Betroffenenorganisationen. Außerdem sollten Evaluation und Forschung gestärkt werden, um anhand valider Daten die Qualität des Einsatzes von Heil- und Hilfsmitteln steuern zu können.

Lesen Sie hier die vollständige Stellungnahme der DVfR zum Referentenentwurf für ein Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG).

Weitere Stellungnahmen zum Thema Heil- und Hilfsmittelversorgung finden Sie unter www.dvfr.de/stellungnahmen.