Dienstag, Juli 12th, 2016

 

Hochschulen fordern Ende der Modellphase

Dienstag, 12. Juli 2016, 17:13 Uhr

Hochschule Fresenius gem. GmbH

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG DER HOCHSCHULE FRESENIUS UND DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT

 

 

Idstein/Bochum – Die Hochschule Fresenius und die Hochschule für Gesundheit (hsg) haben ein Positionspapier zur ‚Weiterentwicklung der Modellstudiengänge in den Gesundheitsfachberufen‘ verfasst, das bislang 20 Präsidentinnen und Präsidenten, Rektorinnen und Rektoren von Hochschulen mit Gesundheitsstudiengängen sowie Leitungen von Fachbereichstagen und Fachgesellschaften unterzeichnet haben. In dem Papier wird der Bundestag aufgefordert, die Modellphase für die primärqualifizierenden Studiengänge in den Gesundheitsberufen zu beenden und diese in reguläre Studiengänge zu überführen. Das Papier wurde am 11. Juli 2016 an alle Gesundheitspolitikerinnen und -politiker des Deutschen Bundestages verschickt.

Hintergrund der Initiative ist: In die Berufsgesetze der therapeutischen Gesundheitsfachberufe (Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie) sowie der Hebammen wurden im Jahr 2009 Modellklauseln eingeführt, die es erlauben, auch an Hochschulen die Ausbildung dieser Berufe, die bisher an Berufsfachschulen stattfindet, durchzuführen. Von der hochschulischen Ausbildung der Gesundheitsberufe verspricht sich der Gesetzgeber eine höhere, wissenschaftlich fundierte Qualifikation der Therapeutinnen und Therapeuten sowie Hebammen. Die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung soll hierdurch verbessert werden. Die Modellklauseln sind bis Ende 2017 befristet. Der Gesetzgeber muss bis spätestens Mitte 2017 darüber entscheiden, ob und wie die Modellstudiengänge in reguläre Studiengänge übergehen sollen. Ohne diese Reform können die Hochschulen letztmalig im Wintersemester 2017/2018 Studierende in diese Studiengänge aufnehmen. Da sich bislang der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages mit diesem Thema noch nicht befasst hat, befürchten die Hochschulen, dass in dieser Legislaturperiode nicht mehr über die Umwandlung der Modellstudiengänge in reguläre Studiengänge entschieden wird.

„Für alle Lehrenden, Studierenden und Beschäftigten, die sich in den Aufbau der Modell-Studiengänge und die Akademisierung der Gesundheitsberufe in Deutschland eingebracht haben, wäre dies eine herbe Enttäuschung. Sie alle benötigen dringend Planungssicherheit darüber, ob und wie es mit diesen innovativen Studiengängen weitergehen kann“, erklärte hsg-Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs. „Es besteht sonst die Gefahr, dass die Modellklauseln erst einmal nur verlängert werden. Eine solche Entwicklung würde den Hochschulen erheblichen Schaden zufügen. Damit wäre auf Jahre eine Chance vertan, die Studiengänge entsprechend der Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Bewertung weiterzuentwickeln und die Akademisierung weiter voranzutreiben.“

Und Prof. Dr. Birgit Schulte-Frei, Dekanin des Fachbereichs Gesundheit & Soziales der Hochschule Fresenius, selbst Physiotherapeutin, ergänzte: „Die Modellstudiengänge haben sich in einer wissenschaftlichen Bewertung als erfolgreich erwiesen. Es konnte belegt werden, dass ein Studium die notwendigen Kompetenzen für den sich verändernden Versorgungsbedarf in der Bevölkerung vermittelt und besser auf die zunehmende Komplexität im Gesundheitssystem vorbereitet.“

In den wissenschaftlichen Bewertungen der Modell-Studiengänge wurde auch dargestellt, dass ein Hochschulstudium mit den derzeitigen berufsrechtlichen Vorgaben für die Gesundheitsberufe schwer vereinbar ist. „Bei einer bloßen Verlängerung der Modellklausel wären die Hochschulen mit ihren Studierenden und Lehrenden gezwungen, in einem Modellstatus zu verharren und das Studium weiterhin mit den zum Teil hinderlichen und qualitätsmindernden Einschränkungen durch die Berufsgesetze durchzuführen. Viele Menschen, die sich für die Akademisierung der Gesundheitsberufe stark gemacht haben, würden sich in ihrem Engagement zurückgeworfen fühlen“, sagte Friedrichs.

Alle unterzeichnenden Hochschulleitungen appellieren daher eindringlich an die zuständigen Politiker, sich des Themas anzunehmen und zügig eine Entscheidung herbeizuführen.

Hier geht es zum Positionspapier.

 

Pressekontakte:

Hochschule für Gesundheit

Gesundheitscampus 6-8

44801 Bochum

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Dr. Christiane Krüger

Tel.: +49 (0)234-77727-124

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Mail: Christiane.Krueger@hs-gesundheit.de

Web: www.hs-gesundheit.de

 

Hochschule Fresenius

Limburger Straße 2

65510 Idstein

Leiterin Strategische Kommunikation

Marion Schmidt

Tel. +49 (0)40-41909-325

mobil: +49 (0)151 53191911

Mail: marion.schmidt@hs-fresenius.de

Web: www.hs-fresenius.de

 


Umfrage: Jeder Vierte hält Gesundheitsversorgung für gesichert

Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“

Berlin. Bleibt Gesundheit in Zukunft für jeden bezahlbar? Daran glauben nur 24 Prozent der Deutschen. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage (1) im Auftrag der Deutschen Bank und der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“.

Eine alternde Gesellschaft, die Zunahme chronischer und psychischer Erkrankungen, regionale Über- oder Unterversorgung, steigende Kosten für Behandlung und Arzneimittel – angesichts dieser Entwicklungen meint nur ein Viertel der von TNS Infratest Befragten, dass sich auch in Zukunft jeder Gesundheit leisten kann. Ein weiteres Ergebnis der Studie zum Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“: Je jünger die Befragten, desto optimistischer fällt die Einschätzung aus. So vermutet immerhin jeder dritte 14- bis 29-Jährige (32 Prozent), dass die Gesundheitsversorgung bezahlbar bleibt. Weniger zuversichtlich äußert sich knapp jeder fünfte 50- bis 59-Jährige (18 Prozent).

Neue Medizinkonzepte für Stadt und Land

Wer im Grünen lebt, ist ebenfalls eher skeptisch: Nur jeder fünfte Landbewohner (20 Prozent) vertraut laut Umfrage darauf, dass die Gesundheitsversorgung von morgen für jeden erschwinglich ist. In den Städten, wo die Arztdichte in der Regel höher ist, sind es dagegen 28 Prozent. „Damit die medizinische Versorgung in dünn besiedelten Regionen ebenso sichergestellt werden kann wie in Ballungsräumen, ist es wichtig, innovative medizinische Lösungen und die Vernetzung durch kooperative Strukturen im Gesundheitswesen voranzutreiben“, sagt Thilo Schäpers, Experte im Zielgruppenmanagement Heilberufe bei der Deutschen Bank. „Die ‚Ausgezeichneten Orte‘ zeigen, welche wegweisenden Gesundheitskonzepte es bereits für Städte und ländliche Gemeinden gibt.“

Über Deutschlands Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“

„NachbarschafftInnovation – Gemeinschaft als Erfolgsmodell“: Unter diesem Motto steht der Wettbewerb 2016. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank würdigen bundesweit die 100 besten Projekte, die den Mehrwert und das Potenzial gemeinschaftlichen Handelns für die Gesellschaft aufzeigen, ob in Nachbarschaftsinitiativen, Unternehmenskooperationen oder wissenschaftlichen Netzwerken. Die diesjährigen Preisträger wurden am 31. Mai verkündet. Mehr Infos auf www.ausgezeichnete-orte.de

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Harry Olschok und Marie Scheffer 
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