Donnerstag, Juni 9th, 2016

 

Drogen- und Suchtbericht 2016 vorgestellt: Mehr Achtsamkeit für unsere Gesundheit schaffen!

Pressemitteilung Nr.17

Heute hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung den Drogen- und Suchtbericht 2016 vorgestellt. Er gibt einen umfassenden Überblick über die Daten- und Faktenlage zu legalen Suchtmitteln, illegalen Drogen und Verhaltenssüchten.

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Quelle: BPA/ Denzel

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Quelle: BPA/ Denzel

Marlene Mortler: „Die Bandbreite an Krankheitsformen und Abhängigkeiten ist groß. Deshalb ist mir Vorbeugung so wichtig, denn es gibt nur die eine Gesundheit. Diese sollten wir nicht durch Alkohol, Glücksspiel, Tabak, Computerspiele, Internet oder illegale Drogen aufs Spiel setzen. Der Drogen- und Suchtbericht zeigt den Status Quo und gibt gleichzeitig Antworten. Die Lage rund um illegale Drogen ist stabil. Bei den legalen Suchtmitteln gibt es einen positiven Trend. Die zusätzlichen Millionen aus dem Bundeshaushalt für die Prävention sind gut angelegt. Allein das Bundesgesundheitsministerium gibt in diesem Jahr 2,5 Millionen Euro mehr für Aufklärungsmaßnahmen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und für die Forschung aus als in 2013.“

Die Präventionsmaßnahmen der letzten Jahre zeigen Wirkung: Der Pro-Kopf-Konsum von reinem Alkohol ist seit 1980 um fast 3 Liter zurückgegangen. Auch jugendliches Rauschtrinken nimmt ab. Gerade die zielgerichteten Maßnahmen, die sich speziell an Kinder und Jugendliche wenden, werden gut angenommen. Doch obwohl es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen gab, werden immer noch jedes Jahr mehr als 15.000 Fälle von Krankenhauseinweisungen aufgrund von Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren registriert. Beim Tabakkonsum ist die Entwicklung aus gesundheitlicher Sicht ebenfalls positiv. Zwar rauchen immer noch knapp 25 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, doch der Trend ist rückläufig. Bei den 12-17-Jährigen sind es nur noch 7,8 Prozent. Ein historischer Tiefstand. Es zeigt: Rauchen ist zunehmend ‚OUT‘! – ‚IN‘ sind hingegen das Internet und Computerspiele. Hier gilt es auf mögliche Nebenwirkungen dieser wichtigen Technologien hinzuweisen. Bereits heute sind etwa 560.000 Menschen in Deutschland ‚onlinesüchtig‘. Der Ausgleich zwischen digitaler und analoger Welt ist einer der Schlüssel, um Abhängigkeiten wirksam vorzubeugen.

Marlene Mortler: „Gerade beim Thema Alkohol zeigt sich, dass Erwachsene leider nicht immer gute Vorbilder sind. Viel zu häufig werden die Risiken des Alkohols in der Gesellschaft verharmlost. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten, damit ein gesellschaftliches Umdenken stattfindet. Die ab morgen beginnende Fußball-Europameisterschaft ist eine gute Gelegenheit, dass sich Eltern an ihre Vorbildfunktion erinnern. Es muss nicht immer Alkohol sein. Auch beim Feiern mit unserer Mannschaft geht’s alkoholfrei fröhlich zu. Gleiches gilt für Zigaretten. Die gute Entwicklung mit sinkenden Raucherzahlen wollen wir nachhaltig fortführen. Dazu zählt für mich insbesondere eins: Wir brauchen das Tabakwerbeverbot. Die Tabakindustrie hat zuletzt fast 200 Mio. Euro für Werbung ausgegeben. Für ein Produkt, dass vom ersten Zug an gesundheitsschädigend ist. Seit 2006 haben sich die Werbeausgaben sogar mehr als verdreifacht. Damit muss Schluss sein. Das Außenwerbeverbot für Tabakprodukte muss zügig umgesetzt werden. Beim Thema Onlinesucht brauchen wir keine Verbote. Die digitale Welt ist wichtig und nützlich. Die User müssen sich aber bewusst sein, dass wie bei allen Dingen im Leben gilt: Die Dosis macht das Gift. Deshalb rate ich allen, auf ihre Online-Offline-Balance zu achten.“

Der Drogen- und Suchtbericht 2016 ist in gedruckter und elektronischer Form verfügbar. Im Anhang finden sich zahlreiche Projekte aus den Ländern und von Verbänden und Organisationen. Der Anhang steht als Online-Fassung zur Verfügung

Weitere Informationen und den Drogen- und Suchtbericht inkl. Anhang finden Sie unter:

www.drogenbeauftragte.de

Friedrichstraße 108, 10117 Berlin
TEL +49 (0)30 18 441 – 4412
FAX +49 (0)30 18 441 – 4960

Präventions-Projekt TErrA gestartet

Die TErrA-Präventionsallianz (v.l.n.r.): Susanne Schmidt, Tim Wulf (beide EDG Entsorgung Dortmund GmbH), Renate Uhlending (Das Demographie Netzwerk), Frank Hengstenberg (EDG Entsorgung Dortmund GmbH), Lea Michalski, Dr. Carolin Eitner (beide thyssenkrupp Steel Europe AG), Kai Rosetti (Prospektiv GmbH), Michael Niehaus (baua), Ulrike Weber (Prospektiv GmbH), Christof Schmidt (BFW Dortmund), Susanne Bartel (Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke), Sylvia Hahn (BFW Dortmund) Quelle: EDG Entsorgung Dortmund GmbH

 

Überbetriebliche Tätigkeitswechsel zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit in regionalen Netzwerken

Unter dem Leitkonzept der Prävention schafft das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt TErrA praxisgerechte neue Lösungen für den langfristigen Erhalt der Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten. Ziel der sieben Partner aus der Wirtschaft, der Arbeits- und Gesundheitsforschung und dem Bildungssektor ist es, innerhalb der 3-jährigen Projektlaufzeit Modelle überbetrieblicher Tätigkeitswechsel in regionalen Unternehmensnetzwerken zu entwickeln und zu erproben.

Die TErrA-Präventionsallianz (v.l.n.r.): Susanne Schmidt, Tim Wulf (beide EDG Entsorgung Dortmund GmbH), Renate Uhlending (Das Demographie Netzwerk), Frank Hengstenberg (EDG Entsorgung Dortmund GmbH), Lea Michalski, Dr. Carolin Eitner (beide thyssenkrupp Steel Europe AG), Kai Rosetti (Prospektiv GmbH), Michael Niehaus (baua), Ulrike Weber (Prospektiv GmbH), Christof Schmidt (BFW Dortmund), Susanne Bartel (Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke), Sylvia Hahn (BFW Dortmund) Quelle: EDG Entsorgung Dortmund GmbH

Die TErrA-Präventionsallianz (v.l.n.r.): Susanne Schmidt, Tim Wulf (beide EDG Entsorgung Dortmund GmbH), Renate Uhlending (Das Demographie Netzwerk), Frank Hengstenberg (EDG Entsorgung Dortmund GmbH), Lea Michalski, Dr. Carolin Eitner (beide thyssenkrupp Steel Europe AG), Kai Rosetti (Prospektiv GmbH), Michael Niehaus (baua), Ulrike Weber (Prospektiv GmbH), Christof Schmidt (BFW Dortmund), Susanne Bartel (Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke), Sylvia Hahn (BFW Dortmund)
Quelle: EDG Entsorgung Dortmund GmbH

Mit dem demografischen Wandel in Deutschland gewinnen innovative Alters- und Alternsmanagement-Konzepte für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Der Rückgang tätigkeitsbezogener Leistungspotenziale mit höherem Alter steht vielfach im Zusammenhang mit gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen und fehlenden Möglichkeiten, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Mobilität zwischen Arbeitsplätzen bzw. Tätigkeit kann dem Prozess entgegenwirken, indem neue Beschäftigungsalternativen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter– erstmals außerhalb des bisherigen Unternehmens – geschaffen werden.

Das Verbundprojekt TErrA greift diesen Ansatz auf. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung von Modellen überbetrieblicher Tätigkeitswechsel in bestehenden regionalen Netzwerken, um die Arbeitsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dauerhaft – möglichst bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter – zu erhalten: ein Gewinn für Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen. Beschäftigte mit drohenden oder vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen werden durch individuelle Kompetenzentwicklung auf eine neue Tätigkeit in einem anderen Unternehmen gezielt vorbereitet. Aufnehmende Unternehmen erhalten erfahrene und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In der Modellregion Rhein-Ruhr entwickeln die Projektpartner zunächst die Rahmenbedingungen und Instrumente für überbetriebliche Tätigkeitswechsel. Im Verlauf des Projektes werden die erarbeiteten Präventions-Modelle auf weitere regionale Netzwerke in Deutschland übertragen.

Über das Projekt
Das am 1. April 2016 gestartete Projekt Überbetriebliche Tätigkeitswechsel zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit in regionalen Netzwerken TErrA wird vom BMBF im Programm „Innovation für die Produktion, Dienstleistungen, Arbeit von morgen“ gefördert. Projektpartner der Präventionsallianz sind das Berufsförderungswerk Dortmund, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V., Das Demographie Netzwerk e.V. (ddn), die EDG Entsorgung Dortmund GmbH, die Prospektiv GmbH und die thyssenkrupp Steel Europe AG. Die Projektlaufzeit endet am 30. April 2019.

Gemeinsame Pressemitteilung: Präventions-Projekt TErrA gestartet

Kontakt:

Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e. V.
Geschäftsstelle
Susanne Bartel
Knobelsdorffstr. 92 · 14059 Berlin
Tel.: +49 30 3002-1252 · Fax: +49 30 3002-1256
S.Bartel@bv-bfw.de
www.bv-bfw.de