Dienstag, Mai 31st, 2016

 

Bfw Friedehorst: Eröffnung der neuen Räume der Außenstelle Bremerhaven

Bfw Friedehorst: Eröffnung der neuen Räume der Außenstelle Bremerhaven

 

Ende Mai feierte das Team Bremerhaven zusammen mit den Leistungsträgern und den Kooperationspartnern die Eröffnung der neuen Räume in der Dr. Franz-Mehrtens-Straße 2a in Bremerhaven. Uwe Dreyer, Bereichsleiter für die Außenstandorte des Berufsförderungswerks Friedehorst, präsentierte den Leistungsträgern die großzügig gestalteten Gruppenräume und Mitarbeiterbüros. Der Umzug war notwendig geworden, weil der vorherige Standort der starken Nachfrage der Leistungsträger nicht mehr gerecht wurde.

 

Die Außenstelle Bremerhaven bietet nun 30 Plätze zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Uwe Dreyer betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung regionaler Angebote für psychisch beeinträchtigte Menschen. Diese werden nicht aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen, sondern im Rahmen von Trainings- und Integrationsmaßnahmen behutsam zurück in den Arbeitsmarkt geführt. Besonders für psychisch erkrankte Menschen sind der Familien- und Freundeskreis sowie eine Kontinuität in der ärztlichen und therapeutischen Versorgung ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Teilhabe. „Die beste Rehabilitation passiert dort, wo der Teilnehmer lebt“.

 

Das Berufsförderungswerk Friedehorst hat 1998 in Bremerhaven damit begonnen, das Regionalitätsprinzip umzusetzen. Heute bietet das Bfw Friedehorst an 13 Standorten in Bremen und ganz Niedersachsen regionale Angebote für den zunehmenden Bedarf an Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

 

Mit den neuen Räumlichkeiten in Bremerhaven können deutlich mehr Menschen in der Region auf ihrem Weg zurück in die Arbeitswelt begleitet werden. Wie in allen Außenstandorten des Berufsförderungswerks Friedehorst werden dabei die Qualitätsstandards der Bundesarbeitsgemeinschaft beruflicher Trainingszentren (BTZ) umgesetzt. Bereichsleiter Dreyer betonte anlässlich der Eröffnung die tiefgreifenden Veränderungen in den Ursachen für die berufliche Rehabilitation: Muskel- und Skeletterkrankungen, die über Jahrzehnte der Hauptgrund für Rehabilitationsleistungen waren, werden zunehmend von psychischen Erkrankungen übertroffen. Psychische Erkrankungen müssen daher im Fokus der beruflichen Rehabilitation stehen. Diesen Veränderungen wird die Arbeit des Bfw Friedehorst gerecht. Damit beruflichen Rehabilitation gelingt, muss auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Rehabilitanden individuell eingegangen und Hilfen zur Steigerung der Belastungsfähigkeit und Anpassung an den Arbeitsmarkt angeboten werden.

 

Im Zentrum der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen stehen neben Assessments und dem beruflichen Training vor allem die zielgerichtete Integration sowie ggf. ergänzende Qualifizierung. Auf die Frage, ob berufliche Rehabilitation mit psychisch erkrankten Menschen gelingen kann, antwortet Psychologe Uwe Dreyer: „Ja, wenn sie mäandert. Es geht dabei nicht immer um den kürzesten und schnellsten Weg in Arbeit, sondern um den für den psychisch erkrankten Menschen geeignetsten Weg. Dabei liegt es im Wesen vieler psychischer Erkrankungen, dass auch die berufliche Rehabilitation und Integration nicht immer gradlinig verläuft, sondern oftmals in Schlangenlinien.“

 

Kontakt:

Berufsförderungswerk Friedehorst gGmbH
Rotdornallee 64
28717 Bremen-Lesum
Geschäftsführung
Dipl.- Sozialwiss. Hagen Samel
Telefon: 0421 6381-414
Telefax: 0421 6381-644
eMail: bfw@friedehorst.de
www.bfw-friedehorst.de


Entgeltfortzahlung während ambulanter Kur

Bundesarbeitsgericht
Urteil vom 25. Mai 2016 – 5 AZR 298/15 –

Pressemitteilung Nr. 25/16

 

Entgeltfortzahlung während ambulanter Kur

 

Gesetzlich Versicherte haben während einer ambulanten Vorsorgekur gegen ihren Arbeitgeber ausschließlich dann Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn die vom Sozialleistungsträger (zB Krankenkasse) bewilligte Maßnahme in einer Einrichtung der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation iSd. § 107 Abs. 2 SGB V* durchgeführt wird und keinen urlaubsmäßigen Zuschnitt hat.

Die Klägerin ist seit 2002 beim beklagten Land als Köchin beschäftigt. Vom 4. bis zum 24. Oktober 2013 unterzog sie sich einer von der AOK Niedersachsen bezuschussten ambulanten Kur auf der Insel Langeoog. Im dortigen Kur- und Wellnesscenter erhielt sie nach ihrem Vorbingen insgesamt 30 Anwendungen, nämlich je sechs Meerwasserwarmbäder, Bewegungsbäder, Massagen, Schlickpackungen und Lymphdrainagen. Außerdem sollte sie täglich in der Brandungszone inhalieren. Das beklagte Land weigerte sich im Vorfeld, die Klägerin für die Dauer der Kur unter Fortzahlung ihrer Vergütung freizustellen. Daraufhin beantragte die Klägerin Urlaub, der ihr bewilligt wurde. Mit ihrer Klage hat sie geltend gemacht, der genommene Urlaub dürfe nicht auf den Urlaubsanspruch angerechnet werden. Das Arbeitsgericht hat die Klage abgewiesen, das Landesarbeitsgericht die Berufung der Klägerin zurückgewiesen.

Die Revision der Klägerin ist erfolglos geblieben. Besteht – wie im Streitfall – keine Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit, dürfen Maßnahmen der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation nach § 10 Bundesurlaubsgesetz nicht auf den Urlaub angerechnet werden, wenn ein Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts nach den gesetzlichen Vorschriften über die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall besteht. Ein solcher Anspruch setzt bei gesetzlich Versicherten nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EFZG voraus, dass die vom Träger der Sozialversicherung oder einem sonstigen Sozialleistungsträger bewilligte ambulante Vorsorgekur in einer Einrichtung der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation durchgeführt wird. Das sind nur Einrichtungen, die den Anforderungen des § 107 Abs. 2 SGB V genügen.

 

 

Bundesarbeitsgericht
Urteil vom 25. Mai 2016 – 5 AZR 298/15 –

Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Niedersachsen
Urteil vom 27. März 2015 – 10 Sa 1005/14 –

 

*§ 107 Abs. 2 SGB V lautet:

„(2) Vorsorge oder Rehabilitationseinrichtungen im Sinne dieses Gesetzbuchs sind Einrichtungen, die

1. der stationären Behandlung der Patienten dienen, um

a) eine Schwächung der Gesundheit, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führen würde, zu beseitigen oder eine Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes entgegen zu wirken (Vorsorge) oder

b) eine Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern oder im Anschluss an Krankenhausbehandlung den dabei erzielten Behandlungserfolg zu sichern oder zu festigen, auch mit dem Ziel eine drohende Behinderung oder Pflegebedürftigkeit abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, auszugleichen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern (Rehabilitation), wobei Leistungen der aktivierenden Pflege nicht von den Krankenkassen übernommen werden dürfen.

2. fachlich-medizinisch unter ständiger ärztlicher Verantwortung und unter Mitwirkung von besonders geschultem Personal darauf eingerichtet sind, den Gesundheitszustand der Patienten nach einem ärztlichen Behandlungsplan vorwiegend durch Anwendung von Heilmitteln einschließlich Krankengymnastik, Bewegungstherapie, Sprachtherapie oder Arbeits- und Beschäftigungstherapie, ferner durch andere geeignete Hilfen, auch durch geistige und seelische Einwirkungen, zu verbessern und den Patienten bei der Entwicklung eigener Abwehr- und Heilungskräfte zu helfen,

und in denen
3. die Patienten untergebracht und verpflegt werden können.“

 

 Pressekontakt:

Pressesprecher des Bundesarbeitsgerichts
Waldemar Reinfelder

Stellvertretende Pressesprecherin des Bundesarbeitsgerichts
Stephanie Rachor

Tel. (0361) 2636 – 1400

PressestelleTel. (0361) 2636 – 1427 und 1428
E-Mail: Pressestelle

Die Folgen des Rauchens kosten Frauen über 10 Jahre ihres Lebens

Pressemitteilung Nr. 182 vom 31.05.2016

WIESBADEN – Durchschnittlich 70,9 Jahre alt wurden Frauen, die im Jahr 2014 an Krebserkrankungen verstorben sind, welche in Zusammenhang mit dem Konsum von Tabakprodukten gebracht werden können. Dies sind 10,4 Jahre weniger als das durchschnittliche Sterbealter aller verstorbenen Frauen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai weiter mitteilt, ist die Zahl der an den Folgen des Rauchens verstorbenen Frauen in den letzten zehn Jahren von 11 870 (2005) um circa 33 % auf 15 748 (2014) angestiegen. Neben Lungen- und Bronchialkrebs zählen auch Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs zu den Folgeerkrankungen des Rauchens. Allein die bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge verursachte im Jahr 2014 bei Frauen 15 513 Sterbefälle und ist damit deren siebthäufigste Todesursache.

Die Zunahme der Todesfälle wegen mit dem Rauchen in Verbindung gebrachten Krebserkrankungen schlägt sich auch in der altersstandardisierten Sterberate nieder. Dabei wird der Einfluss der unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen in den jeweiligen Jahren berücksichtigt. Waren im Jahr 2005 insgesamt 30,6 Frauen je 100 000 Einwohner daran gestorben, ist die Zahl auf 37,3 Frauen je 100 000 Einwohner im Jahr 2014 gestiegen. Zwar war diese Zahl bei den Männern nach wie vor höher (74,4 Sterbefälle je 100 000 Einwohner im Jahr 2014), jedoch gab es hier eine positive Entwicklung, da noch zehn Jahre zuvor 86,7 Männer je 100 000 Einwohner an diesen Krebserkrankungen verstorben waren.

Bei der Betrachtung der Sterbefälle im Zusammenhang mit dem Rauchen muss davon ausgegangen werden, dass bei einer Vielzahl von Todesfällen insbesondere durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie durch die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) der Konsum von Tabak mit zum Tode beigetragen haben kann.

Der Verbrauch von in Deutschland versteuerten Tabakwaren hat sich in den letzten Jahren je nach Tabakart unterschiedlich entwickelt. So sank der tägliche Konsum von Zigaretten von 256 Millionen Stück im Jahr 2006 auf 223 Millionen Stück im Jahr 2015. Im gleichen Zeitraum nahm der tägliche Konsum von Feinschnitt von 62 auf 70 Tonnen zu. Der Konsum von Pfeifentabak (einschließlich Wasserpfeifentabak) stieg ebenfalls von 3 auf 5 Tonnen an. Der Verbrauch von Zigarren und Zigarillos lag 2015 bei 8 Millionen Stück pro Tag.

Datenbasis ist die Zahl der versteuerten Tabakwaren im jeweiligen Kalenderjahr. Der tatsächliche Verbrauch insbesondere bei Zigaretten liegt noch höher, da in den Angaben der amtlichen Statistik in Deutschland unversteuerte Tabakwaren nicht enthalten sind.

Weitere Auskünfte geben:
Todesursachenstatistik:
Thomas Graf,
Telefon: +49 611 75 8169,

Verbrauchsteuerstatistik:
Klaus Jürgen Hammer,
Telefon: +49 611 75 2380,
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