Montag, Mai 30th, 2016

 

Gemeinsam die Qualität von Kliniken messen, verständlich darstellen und verbessern

PRESSEMITTEILUNG

Berlin, den 30. Mai 2016

Politik, Wirtschaftsforscher und Krankenhausmanager diskutieren in Berlin Messbarkeit und Darstellung von Qualität in deutschen Kliniken beim ersten SIQ! Forum der Stiftung Initiative Qualitätsmedizin

Wie lässt sich die Qualität unserer Krankenhäuser messen? Wie darstellen? Wie verbessern? Seit gut einem Jahr beschäftigt sich die Stiftung Initiative Qualitätskliniken (SIQ!) mit diesen Fragen. Die SIQ! ist die gemeinsame Dachorganisation von Qualitätskliniken.de und der Initiative Qualitätsmedizin (IQM), zwei unabhängigen Organisationen, die sich seit Jahren mit der Messung, Verbesserung und Darstellung von Qualität in deutschen Kliniken beschäftigen.

Das erste SIQ! Forum am 30. und 31. Mai 2016 in Berlin zeigt Zwischenergebnisse, die von Experten der sechs SIQ! – Arbeitsgruppen bislang erarbeitet wurden. Kernthemen sind unter anderem Patientensicherheit und Hygiene; weitere Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit der Struktur- und Ergebnisqualität von Krankenhausbehandlungen sowie der Qualität von Indikatoren. Ein weiteres Thema: Wie kann eine Patientenbefragung aussehen und wie können deren Ergebnisse in Kombination mit anderen Qualitätsdaten das Gesamtbild einer Klinik ergeben? Auch hier will die SIQ! Vorschläge zur künftigen Ausgestaltung vorstellen.

In mehreren Foren wird zudem diskutiert, wie deutsche Krankenhäuser beratend zur Seite stehen können, um das politische Ziel zu erreichen, die Qualität von Kliniken objektivierbar zu machen. Referenten beim SIQ! Forum sind unter anderem Prof. Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung sowie Dr. Christof Veit, Leiter des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen.

Der SIQ! gehören über die beiden Mitgliedsorganisationen IQM und Qualitätskliniken.de mehr als 450 deutsche Krankenhäuser in öffentlicher, kirchlicher, universitärer und privater Trägerschaft an, in denen jährlich insgesamt rund 6,5 Millionen Patienten behandelt werden. Das entspricht etwa einem Drittel der stationären Patientenversorgung in Deutschland. Geschäftsführer der SIQ! sind Professor Dr. Ralf Kuhlen, Geschäftsführer Medizin der HELIOS Kliniken GmbH und Dr. Michael Philippi, Vorsitzender der Sana Kliniken AG.

Dr. Michael Philippi machte zum Auftakt des Forums deutlich: „Die Qualitätsverbesserung im Krankenhaus liegt im Interesse aller. Wir arbeiten in unseren Qualitätsinitiativen seit vielen Jahren an der Messung, Darstellung und Verbesserung der Qualität im Krankenhaus – weit über das gesetzliche Maß hinaus. Die SIQ! hat deshalb eine hervorragende Übersicht über die praktische Qualitätsarbeit bei unterschiedlichen Krankenhausträgern und unterschiedlichen Krankenhausgrößen.“ Prof. Ralf Kuhlen betonte: “Wir blicken auf langjährige Erfahrung mit einer Vielzahl von Werkzeugen, etwa dem Peer Review, um Qualität in Kliniken spürbar und messbar zu verbessern. Wir sehen uns deshalb als wichtigen Berater und Ansprechpartner für die Planung, Weiterentwicklung und Umsetzung qualitätsrelevanter Vorhaben im Krankenhauswesen.“

 

Die Initiative Qualitätsmedizin e.V. (IQM)

Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammengeschlossen. Die trägerübergreifende Initiative mit Sitz in Berlin ist offen für alle Krankenhäuser. Vorhandenes Verbesserungspotenzial in der Medizin sichtbar zu machen und zum Wohle der Patienten durch aktives Fehlermanagement zu heben, ist das Ziel von IQM. Dafür stellt IQM den medizinischen Fachexperten aus den teilnehmenden Krankenhäusern innovative und anwenderfreundliche Instrumente zur Verfügung. Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse und die Durchführung von Peer Review Verfahren. In derzeit 380 Krankenhäusern aus Deutschland und der Schweiz versorgen die IQM Mitglieder jährlich ca. 5,9 Mio. Patienten stationär, damit liegt der Anteil an der stationären Versorgung in Deutschland bei ca. 33 % und in der Schweiz bei 19 %.

Kontakt:

IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V.

Friedrichstraße 166 | D-10117 Berlin

www.initiative-qualitaetsmedizin.de

 

Presseanfragen:

Fon: +49 30 25 811 617 |Fax: +49 30 34 661 083

info@initiative-qualitaetsmedizin.de

 

Über Qualitätskliniken.de (4QD)

Die 4QD-Qualitätskliniken.de GmbH mit Sitz in Berlin wurde 2010 von führenden Krankenhausträgern gegründet. Sie ist Betreiberin des Klinikportals www.qualitätskliniken.de, in dem mehr knapp 250 Mitgliedskliniken aus der Akut- und Reha-Versorgung ihre Qualitätsergebnisse veröffentlichen. Die Ergebnisse werden in bis zu fünf Dimensionen in einer Klinikvergleichsliste transparent gemacht. Neben medizinischer Qualität werden Kriterien zur Patientensicherheit und die Ergebnisse der Patienten- und Einweiserzufriedenheitsbefragung in die Bewertung der Kliniken einbezogen. Mit Kriterien zu „Ethik & Werten“ hat Qualitätskliniken.de erst kürzlich eine weitere Dimension eingeführt, die Patienten, ihre Angehörigen, einweisende Ärzten und Krankenkassen bei der Suche nach einer für sie passenden Klinik unterstützt. Qualitätskliniken.de hat sich zum Ziel gemacht, flächendeckende, patientenverständliche und belastbare Informationen zur Qualität in Krankenhäusern transparent darzustellen. Gleichzeitig steht mit Qualitätskliniken.de ein Instrument zur Verfügung, das Krankenhäuser in ihrer Qualitätsarbeit unterstützt und damit hilft, die Patientenversorgung nachhaltig zu sichern.


Medizinstudenten veröffentlichen Songvideo für Tabakwerbeverbot

Featured Video Play Icon

Aufklärung gegen Tabak e.V.

Berlin. Als Cowboy durchs Brandenburger Tor reiten und dann vor dem Berliner Hauptbahnhof den eigenen Song performen – Medizinstudenten Titus Brinker und Felix Neumann sind zum diesjährigen Weltnichtrauchertag ans Äußerste gegangen, um ein vollständiges Tabakwerbeverbot zu fordern.

Der Song „Rauche nie mehr“ wird zum Teil durch einen künstlichen Kehlkopf (Elektrolarynx) performed. Das Video am Lagerfeuer direkt vor dem Berliner Hauptbahnhof lässt schaudern und schmunzeln zugleich. „Der Marlboro Cowboy ist als Werbesymbol der Tabakindustrie noch allgegenwärtig“, meint Brinker, Gründer des Netzwerks Aufklärung gegen Tabak, „heute haben wir über 7,5 Millionen chronisch Kranke in Deutschland durch das Rauchen. Diese Exkunden sollen durch über eine Milliarde Euro Tabakmarketingausgaben im Jahr ersetzt werden – es wird dringend Zeit, dass der Verführung Jugendlicher ein Ende gesetzt wird. Das von der Bundesregierung geplante Werbeverbot nur für Plakat und Kinowerbung für 2020 greift viel zu kurz. Die Marketinggelder werden von der Tabakindustrie dann einfach in den anderen etablierten Marketingbereichen vermehrt ausgegeben – gratis Zigaretten die in Cafes ausgeteilt werden, Tankstellenwerbung, Raucherlounges, Stände an Universitäten – wir brauchen ein vollständiges Tabakwerbeverbot, so wie es in der WHO Rahmenkonvention für Tabakkontrolle vorgeschlagen wird und kein halbherziges, das erst 2020 kommt.“

Aus Frustration den tabakkranken Patienten kaum noch helfen zu können, gründete Brinker vor vier Jahren das Netzwerk „Aufklärung gegen Tabak“ in dem heute über 1.000 Medizinstudierende von 30 Medizinfakultäten in Deutschland ehrenamtlich mitarbeiten, um Schüler vor dem Rauchen zu bewahren (www.gegentabak.de). 2014 erhielt er dafür den Bundespreis der Kanzlerin und Professoren der Harvard Medical School schmücken seinen wissenschaftlichen Beirat.

„Meinen Mitstreitern und mir ist jedoch leider klar, dass unsere Taten sich niemals so effektiv auf das Rauchverhalten unserer Bevölkerung auswirken werden, wie ein vollständiges Verbot für Tabakwerbung dies könnte.“, meint Brinker. „Niemals wird ein ehrenamtliches Projekt – auch nicht gefördert durch einen mit 5.000 Euro dotierten Bundespreis – eine Chance gegen über eine Milliarde Marketingausgaben pro Jahr durch die Tabakindustrie in Deutschland haben.“, so Brinker. Die weiterhin legale Bewerbung des Suchtmittels verhöhne die vielen chronisch kranken Exkunden.

„An fast jeder Schülerbushaltestelle, in jedem Supermarkt und in jeder Tankstelle in Deutschland wird das Rauchen beworben. Dabei werden positive Dinge – wie ein romantischer Kuss, oder ein Gitarrenspieler am Lagerfeuer, oder auch nur das Gratiscroissant in der Tankstelle beim Kauf einer Schachtel – mit der Zigarette verknüpft. Über klassische Konditionierung wird dem Schüler so subtil vermittelt, dass die Zigarette zu positiven Ereignissen im eigenen Leben führt. Dies ist eine Unwahrheit, die wir regelmäßig während unseres Studiums und noch mehr später als Ärzte vor Augen geführt bekommen.“, führt Brinker weiter aus. Allein 6,3 Millionen Menschen in Deutschland haben die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), über 90% davon durch das Rauchen. Rauchen bleibt die größte vermeidbare Ursache für Krankheiten und Tod in Deutschland.

„Oft wird argumentiert, dass jeder Mensch selber entscheiden sollte, ob er rauchen möchte, oder nicht. Wir wünschen uns eine solche freie Entscheidung auf der Grundlage von differenzierten Informationen. Bei der massiven subtilen Manipulation eines jeden Schülers durch Tabakwerbung kann jedoch nicht mehr von einer freien Entscheidung die Rede sein. Statt differenzierter und wissenschaftlicher Aufklärung über die Dimension einer Nikotinsucht, werden gerade unsere jungen Bürger gezielt mit Unwahrheiten manipuliert. Wird das Rauchen angefangen, wird die eigene Entscheidungsfreiheit ebenfalls in kürzester Zeit durch die Sucht genommen.“, meint Brinker.

Kinder und Jugendliche aus niedrigen Bildungsschichten sind nach aktuellen Studien besonders empfänglich für Tabakwerbung.

Deutschland hat im Jahr 2003 die WHO Framework Convention on Tobacco Control unterzeichnet, die im Jahr 2005 in Kraft trat. In Artikel 13 dieses völkerrechtlichen Vertrages hat sich die Bundesregierung zu einem vollständigen Werbeverbot verpflichtet. Die aktuellen Tobacco Control Scale-Daten zur Umsetzung der Maßnahmen sehen Deutschland innerhalb Europas jedoch an vorletzter Stelle (Joossens & Raw, 2014).

Pressekontakt:

Titus Brinker
0151/75084347
titus.brinker@gmail.com