Dienstag, Mai 24th, 2016

 

Krankenhaus: Für bessere Qualität würden Patienten extra zahlen

Umfrage von Porsche Consulting: Für welche Krankenhaus-Leistungen Patienten extra zahlen würden Quelle: "obs/Porsche Consulting GmbH"

Umfrage von Porsche Consulting dokumentiert Beschwerden über Klinik-Organisation

Umfrage von Porsche Consulting: Für welche Krankenhaus-Leistungen Patienten extra zahlen würden Quelle: "obs/Porsche Consulting GmbH"

Umfrage von Porsche Consulting: Für welche Krankenhaus-Leistungen Patienten extra zahlen würden Quelle: „obs/Porsche Consulting GmbH“

Stuttgart. Schnelle Behandlung ohne lästige Wartezeiten ist Patienten bei einem stationären Krankenhausaufenthalt besonders wichtig. 42 Prozent der Bürger in Deutschland würden einer gut organisierten Klinik den Vorzug geben. Jeder dritte Patient würde dafür sogar ein Krankenhaus wählen, das bis zu 50 Kilometer vom Wohnort entfernt ist. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Managementberatung Porsche Consulting. Damit ist der Faktor Zeit das zweitwichtigste Kriterium nach der Kompetenz der Ärzte. 82 Prozent der Befragten achten vor allem darauf, dass die Mediziner im jeweiligen Fachgebiet einen besonders guten Ruf haben.

Wem ein Krankenhausaufenthalt bevorsteht, der verlässt sich vor allem auf Empfehlungen des behandelnden Facharztes (67,8 %) oder seines Hausarztes (48 %), aber auch auf die persönlichen Erfahrungen von Familienangehörigen und Freunden (43,8 %). Eine untergeordnete Rolle spielen dagegen Informationen aus dem Internet (18,3 %) sowie Berichte in den Medien (10,9 %).

Patienten, die innerhalb der vergangenen fünf Jahre stationär in Krankenhäusern behandelt wurden, fielen vor allem überlastetes Pflegepersonal (37,8 %) und überlastete Ärzte auf (27,2 %). In 23 Prozent der Fälle gingen damit Nachteile für die Patienten durch mangelnde Abstimmung des Personals untereinander einher.

Schlechte Erfahrungen bei stationärer Behandlung führen dazu, dass die entsprechenden Kliniken gemieden werden: 73,6 Prozent der befragten Patienten würden beim nächsten Mal einem anderen Haus mit besserem Ruf den Vorzug geben. Viele Krankenversicherte wären sogar bereit, für gute Qualität und mehr Komfort aus eigener Tasche dazu zu bezahlen. Ganz oben steht dabei das Einzelzimmer: 38,2 Prozent der Patienten ließen sich Ruhe und Privatsphäre etwas kosten. Jeder Fünfte wäre aber auch bereit, sich bessere Betreuung durch die Pflegekräfte über einen Preisaufschlag zu erkaufen. Dagegen halten nur 14,7 Prozent eine Zusatzinvestition für die garantierte Chefarztbehandlung für sinnvoll.

„Das Ergebnis zeigt: Kaum ein Patient zweifelt an der hervorragenden Qualität der medizinischen Behandlung in deutschen Krankenhäusern. Schlecht behandelt fühlen sich die Befragten allerdings bei den organisatorischen Abläufen. Und sie machen sich Sorgen angesichts des überlasteten Personals“, sagt Dr. Roman Hipp, als Partner bei Porsche Consulting zuständig für das Gesundheitswesen. Seine Befürchtung: „Der Wettbewerb unter den Krankenhäusern wird sich verschärfen. Denn Patienten versuchen, Häuser mit schlechtem Ruf zu meiden und sind sogar bereit, Zusatzkosten zu zahlen, um in besser organisierten Kliniken behandelt zu werden.“

In der Praxis beobachtet Berater Hipp, dass Schwächen in Organisation und Management viel zu lange hingenommen werden und nach dem Erkennen den Ursachen nicht schnell und intensiv genug entgegen gewirkt wird: „Wenn die Personaldecke ohnehin schon dünn ist, bringen Mängel in der Organisation Krankenhäuser zu Spitzenzeiten an den Rand des Kollapses. Die Leidtragenden sind nicht nur die Patienten, sondern auch Ärzte und Pflegekräfte.“ Dass spürbare Entlastungen durch die sinnvolle Umgestaltung typischer Abläufe bei der Pflege und Behandlung von Patienten möglich sind, haben die Berater von Porsche Consulting in mehr als 100 Projekten nachgewiesen.

Die Porsche Consulting GmbH, Bietigheim-Bissingen, ist eine Tochtergesellschaft des Sportwagenherstellers Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart. Sie wurde 1994 gegründet, begann damals als vierköpfiges Team und beschäftigt heute 385 Mitarbeiter. Das international agierende Unternehmen hat vier Auslandsbüros in Mailand, São Paulo, Atlanta und Schanghai. Porsche Consulting zählt zu den führenden Beratungsgesellschaften in Deutschland. Die Experten für operative Exzellenz beraten weltweit Konzerne und mittelständische Unternehmen aus der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie dem Maschinen- und Anlagenbau. Weitere Klienten kommen aus dem Finanzdienstleistungssektor, dem Gesundheitswesen, der Konsumgüterindustrie und dem Handel sowie aus der Baubranche.

Hinweis: Die repräsentative Online-Umfrage (eBus) der Managementberatung Porsche Consulting wurde im Zeitraum vom 12. bis zum 17. Mai 2016 vom Marktforschungsinstitut GfK ausgeführt. Teilgenommen haben 1005 Bürger in Deutschland.

Redaktionen können Infografiken per E-Mail anfordern. Kontakt: heiner.von.der.laden@porsche.de

Pressekontakt:

Heiner von der Laden
Leiter Kommunikation und Marketing
Porsche Consulting GmbH

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E-Mail:	 heiner.von.der.laden@porsche.de
Internet: www.porsche-consulting.com

119. Deutscher Ärztetag in Hamburg eröffnet

Bundesärztekammer

Pressemitteilung der Bundesärztekammer

Berlin – Hamburg, 24.05.2016 – „Wertschöpfung in unserem Gesundheitswesen muss immer einhergehen mit der Wertschätzung von Patienten und Ärzten.“ Das sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), bei der heutigen Eröffnung des 119. Deutschen Ärztetags in Hamburg. Medizinisch begründete Entscheidungen müssten immer Vorrang haben vor Gewinnmaximierung und Renditestreben. Die Prioritäten müssten klar sein, erst der Patient, dann die ökonomischen Fragen.

Vielerorts seien aber die Grenzen ökonomischer Zumutbarkeiten erreicht. Montgomery verwies in diesem Zusammenhang auf mögliche negative Folgen von Klinikprivatisierungen. „Schnelle Managerwechsel, Personalentscheidungen nach Gutsherrenart, und „hire and fire“-Prinzipien auch in den Chefetagen der Krankenhäuser – das alles sind Auswüchse einer gewinn- und marktorientierten Privatisierung.“ An Klinik- und Kostenträger gewandt, sagte er: „Man kann das Thema Patientensicherheit nicht wie ein Mantra vor sich hertragen und zugleich billigend in Kauf nehmen, dass Ärzte dermaßen unter Druck gesetzt werden.“

An die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern appellierte Montgomery, endlich für ausreichend Investitionsmittel für die Krankenhäuser zu sorgen. Auch nach dem Krankenhausstrukturgesetz gebe es hierfür keine nachhaltige Verpflichtung der Länder. „Dieses Thema muss im Bundesrat und auf der Länderebene weiter diskutiert werden“, forderte der BÄK-Präsident.

Auf den Prüfstand gehört nach Überzeugung Montgomerys auch die Preisgestaltung bei Arzneimitteln. „Hier muss die Balance gewahrt werden zwischen dem, was Forschung und Entwicklung an Mitteln brauchen, was der Markt bereit ist zu zahlen, und dem, was in einem solidarisch finanzierten System ethisch vertretbar ist. Es kann nicht sein, dass nur die Leistungsträger im Gesundheitswesen wie wir Ärzte zu sozialgebundenen Tarifen verpflichtet sind, die Pharmaindustrie aber ausschließlich marktorientiert agiert“, sagte Montgomery. Positiv bewertete er das kürzlich verabschiedete Antikorruptionsgesetz für das Gesundheitswesen. Der BÄK-Präsident hob hervor, dass das Gesetz nicht nur für Ärzte gilt, sondern für alle Akteure aus dem Gesundheitswesen sowie für diejenigen, die bestechen. Sinnvoll sei, dass der Verweis auf die Verletzung berufsrechtlicher Unabhängigkeit aus dem Gesetz gestrichen wurde. „Dies wäre ein Gummiparagraph geworden, der ein Einfallstor für Verdächtigungen und Unterstellungen geöffnet hätte.“

Ausdrücklich hob Montgomery in seiner Rede die ehrenamtliche Hilfe vieler tausend Ärztinnen und Ärzte bei der Bewältigung des Flüchtlingszustroms hervor. „Als die Lage in vielen Erstaufnahme-einrichtungen chaotisch war, setzten sich Ärzte in einer beispiellosen Welle der Hilfsbereitschaft für die schutzsuchenden Menschen ein. Dieses Engagement ist im besten Sinne ärztlich“, sagte er. Gleichwohl sollte niemand auf die Idee kommen, sich auf diesem ehrenamtlichen Engagement auszuruhen. Handlungsbedarf bestehe unter anderem bei der personellen Aufstockung des für die gesundheitliche Versorgung in Erstaufnahmeeinrichtungen zuständigen öffentlichen Gesundheitsdienstes, bei der nur schleppend verlaufenden Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge sowie bei der viel zu bürokratischen Leistungsgewährung gemäß Asylbewerberleistungsgesetz.

Ausführlich ging Montgomery auf die Arbeiten an der Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ein. Nachdem der Verordnungsgeber über viele Jahre untätig geblieben sei, hätten Ärzte einen Anspruch auf ein angemessenes Honorar und eine rechtssichere Gebührenordnung. Vor dem Hintergrund der innerhalb der Ärzteschaft zum Teil kontrovers geführten Debatte über die Reform betonte er die Notwendigkeit, sich mit Kritik an der Sache ernsthaft auseinanderzusetzen. Zum weiteren Vorgehen berichtete Montgomery, dass nunmehr ein mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Verband der Privaten Krankenversicherung abgestimmter Text der Leistungslegenden vorliege. Auch hätten die Diskussionen auf der Sachebene mit den Berufs- und Fachverbänden begonnen. Ziel sei eine modernisierte, rechtssichere, anpassungsfähige und zukunftsorientierte neue GOÄ.

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