Freitag, Mai 20th, 2016

 

„Gute Chancen für Reha vor Pflege!“ DEGEMED begrüßt Entwurf für das Pflegestärkungsgesetz III

Die Vorstandsvorsitzende der DEGEMED, Dr. Constanze Schaal.

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Berlin, 20.05.2016

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V. (DEGEMED) begrüßt den Entwurf der Bundesregierung für das Pflegestärkungsgesetz III, fordert aber, den Grundsatz „Reha vor Pflege“ stärker zu berücksichtigen. Die medizinische Reha müsse von Anfang an zentraler Bestandteil der geplanten Landespflegeausschüsse und der Modellvorhaben zur kommunalen Beratung werden.

Die Vorstandsvorsitzende der DEGEMED, Dr. Constanze Schaal.

Die Vorstandsvorsitzende der DEGEMED, Dr. Constanze Schaal.

„Medizinische Reha ist eine intelligente Intervention, die Pflege vermeiden und die Selbständigkeit der Betroffenen erhalten kann. Wir müssen sie immer mit einbeziehen, wenn es darum geht, Pflegestrukturen zu planen oder über Leistungen zu beraten. Die angekündigten Modellvorhaben in den Kommunen bieten da eine tolle Chance!“, findet die Vorstandsvorsitzende der DEGEMED Dr. Constanze Schaal anlässlich der Veröffentlichung der Stellungnahme ihres Verbandes in Berlin. Die Ansätze im Gesetzentwurf der Bundesregierung seien gut, blieben aber unvollständig.

Die DEGEMED setzt sich in ihrer Stellungnahme für die regelhafte Beteiligung der Reha-Verbände an den Landespflegeausschüssen ein. „Dort werden Kassen, die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Landeskrankenhausgesellschaften wichtige Weichenstellungen vornehmen. Es wird um das Organisieren wohnortnaher und effizienter Versorgung gehen. Sie sollten das gemeinsam mit den Vertretern der medizinischen Reha tun. Ihre Leistungen sind zur Pflegevermeidung zentral.“ findet Schaal.

Die DEGEMED fordert außerdem, neue Beratungsangebote in der Kommunen von Anfang an ganzheitlich auszurichten. Die Anhörung der Verbände durch das Bundesministerium für Gesundheit ist für den 30.05. geplant.


 

Weitere Informationen:

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.

Katharina Ruppelt

Fasanenstraße 5, 10623 Berlin

Tel.: 030 28 44 96 6, Fax: 030 28 44 96 70

E-Mail: k.ruppelt@degemed.de

Internet: www.degemed.de


St. Franziska-Stift erste „Selbsthilfefreundliche Rehabilitationsklinik“ in Rheinland-Pfalz

Als erste  Gesundheitseinrichtung in Rheinland-Pfalz und fünfte Rehabilitationsklinik im Bundesgebiet hat das St. Franziska-Stift in Bad Kreuznach die Auszeichnung zur „Selbsthilfefreundlichen Rehaklinik“ am 11.5.2016 erhalten.

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Auf dem Bild von links nach rechts: Frau Hollweck (Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Mainz), Frau Liesener (Netzwerkkoordinatorin des Netzwerkes Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen), Herr Diel (Landrat), Herr Dr. Wilde (kommissarische Chefarzt der Klinik), Herr Graf (kaufm. Angestellter der Klinik), Frau Anton (Selbsthilfegruppenbeauftragte der Klinik)

„Seit über 20 Jahren fördert die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Mainz des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes gemeinsam mit dem St. Franziska-Stift den Ausbau und die Entfaltung von Selbsthilfegruppen im Kreis Bad Kreuznach“, begrüßte der kommissarische Chefarzt der Fachklinik,  Dr. Thomas Wilde, die etwa 100 Gäste zur Tagung und dem anschließenden Festakt.

Eleonore Anton, Selbsthilfegruppenbeauftragte der Klinik und Initiatorin des Konzeptes „Selbsthilfefreundlichkeit als Qualitätsmerkmal“, hob in ihrer Moderation hervor, dass das St. Franziska-Stift die Arbeit von zur Zeit 12 Selbsthilfegruppen in der Klinik begleitet und diese Kooperation sehr schätzt.

Landrat Franz-Josef Diel bestätigte in seinem Grußwort die Bedeutung, die eine solche Auszeichnung der Klinik für die Stadt und den Landkreis hat.  Mit ihrem Engagement trage die Klinik dazu bei, die Selbsthilfegruppen im  Gesundheitswesen zu etablieren. Die Arbeit in den Selbsthilfegruppen wird von vielen ehrenamtlichen Menschen getragen, dieses Engagement wurde von Diel besonders gewürdigt.

Ralf Weisenburger, Deutsche Rentenversicherung Rheinland Pfalz, Speyer,  betonte die durchgehende Bereitschaft der Klinik innovative Projekte anzustoßen und in enger Zusammenarbeit mit der Rentenversicherung  diese auch umzusetzen. Dass die Rehabilitanden schon während ihres Klinikaufenthaltes  an Selbsthilfegruppen teilnehmen können sei eine gute Vorbereitung auf die Nachsorge am Heimatort.

In den Grußworten wurde eine große Anerkennung für diese intensive Kooperation gegenüber allen Beteiligten ausgedrückt.

Elfi-Gül Hollweck, Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Mainz und Anke van den Bosch, Selbsthilfe-Büro Mülheim a .d. Ruhr, DPWV NRW sowie die Vertreter der Selbsthilfegruppen und Mitarbeiter des St. Franziska-Stiftes aus dem Qualitätszirkel Selbsthilfefreundliche Rehabilitationsklinik stellten den  Weg zur Auszeichnung mit allen erforderlichen Qualitätskriterien vor. Die Beteiligten konnten aus ihrer Erfahrung positive Veränderungen konkret aufzeigen.

Stimmen der Teilnehmer „Die Auszeichnung motiviert für die weitere Arbeit“, „Toll, dass hier engagierte Personen zu Wort kommen“, „Wir möchten die Bedeutung der Selbsthilfe in der breiten Öffentlichkeit weiter verbessern“

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Heinz Rüddel war der Wegbereiter. Als er vor über 20 Jahren als damaliger und langjähriger Chefarzt die Selbsthilfegruppen in die Klinik holte. Damals noch eine absolute Ausnahme wusste er schon, dass in der Zusammenarbeit und in dem Austausch zwischen Selbsthilfegruppen, Therapeuten und Rehabilitanden eine große Chance für den Reha-Prozess liegt. So war es den Veranstaltern eine große Ehre, dass er zu dem besonderen Anlass der Auszeichnung dabei war. Sein Thema „Selbsthilfe – ein Partnerschaftsmodell wird gelebt“ traf auf offene Ohren und große Zustimmung.

Susanne Weyand, Dipl.-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin im St. Franziska-Stift stellte in ihrem Vortrag die „Ergebnisse auf dem Weg zur Selbsthilfefreundlichen Reha-Klinik“ aus einer Studie der Klinik vor.

Um die Entwicklung des Wissenstandes über Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen Reha-Klinik, Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstelle zu dokumentieren, wurden die Mitarbeiter zu zwei Zeitpunkten schriftlich befragt. Hierbei wurden deutliche Verbesserungen messbar.

Von der großen Resonanz zur Veranstaltung und der Umsetzung der Qualitätsziele  im St. Franziska-Stift beeindruckt zeigte sich auch Antje Liesener, Netzwerkkoordinatorin des Netzwerkes Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen „Die Öffentlichkeit, die Sie herstellen, dient unmittelbar als Türöffner für Selbsthilfegruppen“, anerkannte Liesener. Wie groß die Bedeutung des Themas Selbsthilfe ist, wurde an vielen Beispielen deutlich wie z.B. daran, dass in Deutschland ca. 3,5 Mio. Engagierte in ca. 100.000 Selbsthilfegruppen zusammenkommen und dass die Selbsthilfegruppe zu einem hohen Prozentsatz dabei „hilft mit der Krankheit lernen umzugehen“ steht an erster Stelle.

In der Zusammenstellung und im Verlauf des Programms konnten die Teilnehmer eines ganz deutlich wahrnehmen: „ein Miteinander auf Augenhöhe“ wird in vollem Umfang gelebt. Alle am Prozess Beteiligten: Klinikmitarbeiter, Selbsthilfe- gruppenvertreter und die Kontakt und Informationsstelle Mainz und Bad Kreuznach bestätigten diese Aussage.

Die Klinik entwickelte die Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen in den letzten 2 Jahren stetig weiter und gestaltete sie verlässlich.

 

Tagung und Festakt bildeten einen angemessenen Rahmen, um die Auszeichnung zur „Selbsthilfefreundlichen Rehabilitationsklinik“ als erste Klinik in Rheinland-Pfalz und fünfte Reha-Klinik bundesweit mit allen Beteiligten und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern festlich zu begehen.

 

Die KISS Mainz/DPWV, die Vertreter der  Selbsthilfegruppen und das St. Franziska-Stift waren über den Verlauf der Veranstaltung überaus erfreut und konnten den erfolgreichen Weg ausgiebig feiern.

 

19.05.2016, Bad Kreuznach

 

Kontakt und Nachfragen:

Eleonore Anton
Selbsthilfegruppenbeauftragte

St. Franziska Stift
Psychosomatische Fachklinik
Franziska-Puricelli Str.3
55543 Bad Kreuznach
Tel. 0671 8820121