Mittwoch, Mai 18th, 2016

 

Bundesteilhabegesetz: Bedürfnisse psychisch erkrankter Menschen nicht ausreichend berücksichtigt

18.05.2016

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN)

Aus Sicht der DGPPN orientiert sich der Referentenentwurf des Bundessozialministeriums für ein Bundesteilhabegesetz nicht konkret genug an den Bedürfnissen psychisch erkrankter Menschen. Die Fachgesellschaft fordert deshalb in einer Stellungnahme grundlegende Anpassungen und Nachbesserungen.

Mit dem neuen Bundesteilhabegesetz will die Bundesregierung die Behindertenpolitik in Deutschland mit der Behindertenrechtskonvention der Vereinigten Nationen (UN-BRK) in Einklang bringen. „Dieser Schritt ist äußerst wichtig, insbesondere weil er auch mit einer Neufassung des Behinderungsbegriffs verbunden ist, der sich an der internationalen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation orientiert. Allerdings nutzt der Gesetzesentwurf diese Chance in Bezug auf Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht konsequent“, stellt DGPPN-Präsidentin Dr. Iris Hauth fest. Die Fachgesellschaft sieht im vorliegenden Gesetzesentwurf erheblichen Bedarf für Nachbesserungen – etwa was die Ermittlung des leistungsberechtigten Personenkreises betrifft.

Justierungen sind nach Ansicht der DGPPN auch hinsichtlich der gleichberechtigten Teilhabe und Inklusion in die Gemeinschaft notwendig. „Bei der Gestaltung inklusiver Sozialräume für Menschen mit psychischen Behinderungen geht der Gesetzesentwurf nicht weit genug. Es findet sich an keiner Stelle ein relevanter Hinweis, der es erlauben würde, die dafür notwendigen gemeindenahen, multiprofessionellen sowie settingübergreifenden Behandlungs- und Rehabilitationsangebote zu schaffen“, kritisiert Professorin Katarina Stengler, Leiterin des DGPPN-Fachreferates für Rehabilitation und Teilhabe.

Grundlegende Ergänzungen fordert die Fachgesellschaft zudem bei den Leistungen zur sozialen Teilhabe. So fehlen jegliche Leistungen zur Förderung und Erhaltung von Gesundheit, insbesondere die nachgehenden Hilfen zur Sicherung der Wirksamkeit ärztlicher oder ärztlich verordneter Leistungen. Gerade Menschen mit psychischen Behinderungen bedürfen dabei spezifischer Unterstützung und Assistenz, die im Gesetzesentwurf prägnanter und konkreter benannt sein müssen, um den Forderungen der UN-BRK zu entsprechen.

Obwohl mit dem Gesetzesentwurf positive Entwicklungen zu verzeichnen sind, wie die In-Aussichtstellung von Modellvorhaben, Einführung von Teilhabeplanungen und -konferenzen, adressiert die DGPPN in ihrer Stellungnahme weitere problematische Aspekte, zum Beispiel bei der Gestaltung eines inklusiven Arbeitsmarktes oder bei der bundesweiten Teilhabeberichterstattung zur Qualitätssicherung.

 

Zur Stellungnahme

 

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DGPPN-Pressemitteilung: Bundesteilhabegesetz: Bedürfnisse psychisch erkrankter Menschen nicht ausreichend berücksichtigt [PDF; 284KB]

DGPPN-Stellungnahme: Die Position der DGPPN zum Referentenentwurf des Bundesteilhabegesetzes [PDF; 244KB]


BWKG-Indikator 1/2016: Geld für Personal und Investitionen fehlt

BWKG-Pressemitteilung

 

 

Piepenburg: Krankenhäuser, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen brauchen Engagement der neuen Landesregierung

 

BWKG Reha 1-2016„Den Gesundheitseinrichtungen fehlt Geld für zusätzliches Personal und notwendige Investitionen“, fasst der Vorstandsvorsitzende der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Detlef Piepenburg, zentrale Ergebnisse des aktuellen BWKG-Indikators (1/2016) zusammen. 2015 hatten noch immer 42,8 % der Krankenhäuser, 43,6 % der Reha-Einrichtungen und 32,2 % der Pflegeeinrichtungen ein Defizit. „Diese finanzielle Situation bereitet weiterhin ernsthafte Sorgen, zumal ein Großteil der Einrichtungen nicht mit einer Verbesserung ihrer Situation in den kommenden zwölf Monaten rechnet“, so Piepenburg weiter.

 

„2015 hatten beispielsweise zwei Drittel der Krankenhäuser im Land keinen Jahresüberschuss. Und die jüngste Krankenhausreform mit dem Krankenhausstrukturgesetz wird an dieser finanziellen Misere nichts ändern. Nicht in diesem und auch nicht im kommenden Jahr“, erläutert der Vorstandsvorsitzende, der auch Landrat des Kreises Heilbronn ist. Daher sei es nicht überraschend, dass zwei Drittel der Krankenhausgeschäftsführer in der Indikator-Umfrage angeben, in 2016 kein zusätzliches Pflegepersonal einstellen zu können. Die baden-württembergischen Krankenhäuser und ihre Patienten werden außerdem kaum vom neuen Pflegestellen-Förderprogramm profitieren können. Denn darin werden die Kosten für das zusätzliche Personal nur anteilig finanziert.

 

„Die Krankenhäuser im Land leiden darunter, dass strukturelle Unterschiede zwischen den Bundesländern im deutschen Krankenhausfinanzierungssystem weitgehend unberücksichtigt bleiben“, betont Piepenburg. Das führe dazu, dass die überdurchschnittlichen Kosten der Kliniken im Südwesten vor allem beim Personal nicht finanziert werden.

 

„Wenn im Hochlohnland Baden-Württemberg schon die Kosten für das bestehende Personal nur unzureichend bezahlt werden, können die Kliniken keine neuen Pflegekräfte einstellen, auch nicht im Rahmen des Pflegestellenförderprogramms“ so Piepenburg. Vor diesem Hintergrund sei es zu begrüßen, dass sich die neue grün-schwarze Landesregierung für eine bessere Berücksichtigung des Personals in den Fallpauschalen einsetzen wolle. „Es muss im Gesetz klar verankert werden, dass das überdurchschnittliche Lohnniveau bei der Festlegung der Krankenhauserlöse berücksichtigt wird“, fordert Piepenburg. Das Geld dafür sei vorhanden. Schließlich führten überdurchschnittlich hohe Löhne der Klinikbeschäftigten auch zu überdurchschnittlich hohen Arbeitgeberbeiträgen zur Krankenversicherung.

 

„Die Krankenhäuser brauchen aber nicht nur bei den Betriebskosten, sondern auch den Investitionen eine bessere Finanzausstattung“, macht der Vorstandsvorsitzende deutlich. Zwar seien die Investitionsmittel in den vergangenen Jahren dankenswerterweise deutlich erhöht worden. Sie lägen aber immer noch deutlich unter dem notwendigen Niveau. „Bei der Aufstockung der Investitionsfinanzierung hätten wir uns in der Koalitionsvereinbarung eine eindeutige Festlegung gewünscht. Wir hoffen, dass sich zumindest die dringend notwendige Aufstockung der Pauschalförderung im Kapitel „DIGITAL@BW“ versteckt. Denn die Digitalisierung in den Krankenhäusern stellt in den kommenden Jahren eine große Herausforderung dar, der wir uns stellen müssen.“, so Piepenburg.

 

Auch die wirtschaftliche Situation der Reha-Einrichtungen ist nach wie vor problematisch. 43,6 % der Reha-Einrichtungen hatten in 2015 rote Zahlen und nur 20,5 % konnten einen Gewinn verzeichnen. „Die Reha-Einrichtungen leben von der Substanz“, macht der Hauptgeschäftsführer der BWKG, Matthias Einwag, deutlich. Denn neben der unzureichenden Finanzierung der Betriebskosten bereite auch die mangelnde Finanzierung der Investitionen große Probleme. 62,7 % der Reha-Einrichtungen stellen fest, dass mit den Pflegesätzen die Investitionskosten nicht finanziert werden können. Fast die Hälfte der Reha-Einrichtungen (48,7 %) verschieben notwendige Investitionen.

 

„Hier steht die Zukunft der Reha-Einrichtungen im Land auf dem Spiel“, betont Einwag. Daher sei es sehr zu begrüßen, dass die neue Landesregierung dem Thema Rehabilitation einen breiten Raum im Koalitionsvertrag einräumt. Die Koalition fordere einen Rechtsanspruch auf eine leistungsorientierte Vergütung. Jede medizinisch notwendige Rehabilitation solle genehmigt und finanziert werden. Außerdem solle der Grundsatz „Reha vor Pflege“ mit Leben gefüllt werden. „Wir hoffen, dass die Landesregierung die Kraft hat, diese Vorhaben auf der Bundesebene durchzusetzen“, unterstreicht Einwag.

 

Bei den Pflegeeinrichtungen hat sich die wirtschaftliche Situation in den letzten Jahren etwas verbessert. Dennoch haben 32,2 % der Pflegeeinrichtungen das  Jahr 2015 mit roten Zahlen abgeschlossen. Den Einrichtungen machen zurzeit vor allem die Personalknappheit sowie neuen Vorgaben des Landes zu schaffen.

 

82,9 % der Einrichtungen sagen, dass die Besetzung von freiwerdenden Stellen in der Pflege schwierig oder eher schwierig ist – das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Umfragen. Auch bei den Pflegehilfskräften wird die Lage immer schwieriger: Hier wurde mit 46,1 % der Höchstwert seit Beginn der Indikator-Umfragen erreicht. „Der Fachkräftemangel ist für die Pflegeeinrichtungen ein riesiges Problem. Wir müssen alles dafür tun, um die Attraktivität des Altenpflegeberufs zu steigern und mehr Menschen dafür zu gewinnen.“ Außerdem sei darauf zu achten, dass durch das Pflegeberufegesetz, das derzeit im Bundestag beraten wird, keine unerwünschten Effekte ausgelöst werden.

 

„Die Landesheimbauverordnung und die Landespersonalverordnung müssen mit Augenmaß umgesetzt werden. Ansonsten könnten Kapazitäten abgebaut werden, die in der Zukunft dringend benötigt werden“, stellt Einwag klar. Denn aufgrund der demografischen Entwicklung sei zu erwarten, dass trotz des Ausbaus der ambulanten und teilstationären Unterstützungsmöglichkeiten der Bedarf an stationärer Pflege zunehmen wird. „Wir begrüßen es daher sehr, dass die neue grün-schwarze Landesregierung die Landesheimbauverordnung und die Landespersonalverordnung überprüfen will“, so Einwag.

 

 

Bei der Umfrage zum BWKG-INDIKATOR befragt die BWKG die Geschäftsführer der Mitgliedseinrichtungen (Krankenhäuser, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg) halbjährlich zu ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Situation und der Arbeitsmarktentwicklung. Das Ergebnis des BWKG-Indikators 1/2016 ist als Anlage beigefügt.

 

Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft e.V. (BWKG) ist ein Zusammenschluss von 436 Trägern mit 210 Krankenhäusern, 121 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie 531 Pflegeeinrichtungen (davon 70 ambulante Pflegedienste und 38 Einrichtungen der Behindertenhilfe), die über insgesamt 113.569 Betten/Plätze sowie ambulante Behandlungskapazitäten verfügen. Die Einrichtungen beschäftigen rund 180.000 Mitarbeiter. Die BWKG wurde 1953 von den vier regionalen Krankenhausverbänden und –arbeitsgemeinschaften gegründet, die es damals auf dem Gebiet des heutigen Landes Baden-Württemberg gab. Sie steht Einrichtungen unabhängig von deren Rechtsform und Trägerstruktur offen. Die Mitgliedschaft ist freiwillig.

 

Zum Dowload als PDF: _Ergebnisse des BWKG-Indikators 1/2016

 

Ihre Ansprechpartnerin:

Annette Baumer, Referentin für Presse und Politik

Tel.: 0711 25777-45, baumer@bwkg.de


Morbus Crohn: Neue Behandlungsansätze lassen hoffen

Aktionstag „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“

 

 

Berlin – Anhaltender Durchfall und krampfartige Bauchschmerzen: Über 400 000 Menschen in Deutschland leiden an Morbus Crohn, viele von ihnen bereits seit dem jungen Erwachsenenalter. Heilbar ist die Erkrankung bislang nicht. Doch die Behandlungsmöglichkeiten könnten sich in den nächsten Jahren deutlich verbessern. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) im Vorfeld des weltweiten Aktionstages „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“ am 19. Mai hin. Die Experten der Fachgesellschaft rechnen mit der Zulassung von zwei neuen Medikamenten, die sich in Studien als wirksam erwiesen haben.

 

Morbus Crohn gehört zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, deren Ursache unbekannt ist und die bislang weder durch Medikamente noch durch eine Operation geheilt werden können. Die Erkrankung verläuft in Schüben, in denen die Patienten Kortison benötigen, das aber die Entzündung nicht immer ausreichend dämpfen kann. Seit einigen Jahren behandeln Gastroenterologen die Patienten zudem mit Antikörpern, die gezielt in die Entzündungsreaktion eingreifen. „Diese Mittel haben die Behandlungsergebnisse vieler Patienten verbessert“, sagt Professor Dr. Britta Siegmund, Direktorin der Medizinischen Klinik für Schwerpunkt Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie an der Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin. „Es gibt jedoch Patienten, die nicht auf die Therapien ansprechen oder bei denen die Wirkung im Alter nachlässt. Für diese Gruppe benötigen wir neue Wirkstoffe.“

 

Hohe Erwartungen setzt die Expertin derzeit auf „Ustekinumab“. Der Wirkstoff ist seit Februar 2009 zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen und hat sich dort als sicher erwiesen. Schon vor drei Jahren hatte eine klinische Studie gezeigt, dass das Mittel bei Patienten mit Morbus Crohn einen Schub beenden und danach die entzündungsfreie Phase aufrechterhalten kann. Inzwischen ist die klinische Entwicklung abgeschlossen. Experten rechnen damit, dass Ustekinumab im nächsten Jahr auch zur Behandlung des Morbus Crohn zugelassen wird.

 

Einen völlig neuartigen Behandlungsansatz verspricht darüber hinaus der Wirkstoff „Mongersen”. „Bei Patienten mit Morbus Crohn sind bestimmte Proteine besonders aktiv, die antientzündliche Botenstoffe blockieren“, erläutert Siegmund. Die Wirkung antientzündlicher Botenstoffe ist deshalb so wichtig, weil sie Entzündungsvorgänge bei Morbus Crohn verringern könnten. „Der Wirkstoff Mongersen sorgt dafür, dass die Zellen keine Proteine mehr produzieren, die Botenstoffe blockieren. Somit  verbessert sich die Entzündungskontrolle durch einen körpereigenen Mechanismus. Eine im vergangenen Jahr im “New England Journal of Medicine“ veröffentlichte Studie konnte zeigen, dass das Medikament bei Patienten mit Morbus Crohn und Befall des letzten Abschnitts des Dünndarms wirksam ist.

 

„Wir setzen uns dafür ein, dass die neuen Behandlungsmöglichkeiten den Patienten bald zur Verfügung stehen“, erklärt die DGVS-Expertin Siegmund. Neue Therapiestrategien sind in diesem Jahr das zentrale Thema des Aktionstages „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“, der anlässlich des „World Inflammatory Bowel Disease“-Tages am 19. Mai 2016 stattfindet. Die Gastro-Liga organisiert an diesem Tag bundesweit Veranstaltungen und Experten-Hotlines. Betroffene und Interessierte können sich über das Krankheitsbild und die Behandlungsmöglichkeiten informieren. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Internetseite der Gastro-Liga: www.gastro-liga.de.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten. Mehr unter www.dgvs.de

 

Literatur:


Sandborn WJ und die CERTIFI Study Group. Ustekinumab induction and maintenance therapy in refractory Crohn’s disease. N Engl J Med. 2012 Oct 18;367(16): 1519–28.


Monteleone G et al. Mongersen, an oral SMAD7 antisense oligonucleotide, and Crohn’s disease.
N Engl J Med. 2015; 372(12): 1104–13

 

Pressekontakt für Rückfragen:

DGVS Pressestelle
Irina Lorenz-Meyer

Anna Julia Voormann

Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart

Berliner Büro im Langenbeck Virchow-Haus:

Luisenstraße 59

10117 Berlin
Tel.: 0711 8931-642/-552
Fax: 0711 8931-167
lorenz-meyer@medizinkommunikation.org
www.dgvs.de


Entwurf des zweiten Nationalen Aktionsplanes der Bundesregierung zur UN-BRK: DEGEMED fordert mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderungen

Presseinformation

 


Berlin, 12.05.2016

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V. (DEGEMED) sieht in der Behindertenpolitik der Bundesregierung immer noch Defizite und fordert die Bundesregierung zu mehr Engagement auf. Anlass ist die Veröffentlichung des Referentenentwurfs für den zweiten Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (NAP UN-BRK 2.0) durch die Bundesregierung.

„Trotz der Ratifizierung des Übereinkommens durch die Bundesrepublik Deutschland vor mittlerweile sieben Jahren werden immer noch zahlreiche Ziele bei der Herstellung gleichberechtigter Teilhabe von Menschen mit Behinderungen deutlich verfehlt“, kritisiert die DEGEMED-Vorsitzende Dr. Constanze Schaal. „Wir erwarten, dass die Bundesregierung die Zielrichtung des Übereinkommens konsequenter als bisher verfolgt und die Geschwindigkeit der Maßnahmen zu seiner Umsetzung deutlich erhöht“, fordert Schaal weiter.

Die DEGEMED setzt sich in ihrer Stellungnahme vor allem für die unbürokratische und transparente Ausgestaltung der Antrags- und Zugangswege bei Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe ein. „Viele Menschen mit und ohne Behinderungen scheitern heute bereits an der Bürokratie und an der Unverständlichkeit der Antragsformulare“, moniert DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall die bisherige Verwaltungspraxis. Weitere Forderungen der DEGEMED sind außerdem eine feste Ausgabenquote für medizinische Reha-Leistungen der Krankenkassen in Höhe von 2% der gesamten Leistungsausgaben und ein obligatorisches Reha-Angebot bei Anträgen auf Leistungen der Pflegeversicherung.

 

 Weitere Informationen:

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.

Katharina Ruppelt

Fasanenstraße 5, 10623 Berlin

Tel.: 030 28 44 96 6, Fax: 030 28 44 96 70

E-Mail: k.ruppelt@degemed.de

Internet: www.degemed.de


Mobil und barrierefrei: GKV-Hilfsmittelverzeichnis bei REHADAT im neuen Layout

 

 

Unter www.rehadat-gkv.de ist das Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei REHADAT im neuen Design, barrierefrei und mit mobilen Endgeräten abrufbar.

 

Die neue Internetseite passt sich automatisch der Größe und Auflösung des Displays an und ist somit mit Desktop-Computern, Tablets oder Smartphones barrierefrei nutzbar. Aufbau und Programmierung der Seiten sind für die Anwendung mit so genannten Screenreadern optimiert.

 

Das Hilfsmittelverzeichnis wird vom GKV-Spitzenverband erstellt und regelmäßig fortgeschrieben. Darin sind Produkte gelistet, die prinzipiell unter die Leistungspflicht der Gesetzlichen Kranken- oder Pflegeversicherung fallen. REHADAT übernimmt die im Bundesanzeiger veröffentlichten Aktualisierungen des Verzeichnisses.

 

Im GKV-Hilfsmittelverzeichnis bei REHADAT kann über die Klassifikation oder über Eingabefelder nach Hersteller, Positionsnummer oder Produkt gesucht werden. Nutzer können sich zudem per E-Mail benachrichtigen lassen, wenn Aktualisierungen im Verzeichnis bei REHADAT aufrufbar sind.

 

Das GKV-Hilfsmittelverzeichnis ist in das Internetportal REHADAT-Hilfsmittel eingebunden, das weiterführende Informationen zu Produkten, Rechtsprechung und Beispiele von Arbeitsplatzgestaltung mit Hilfsmitteln enthält. Der gesamte Hilfsmittelbereich bei REHADAT zählt durchschnittlich 134.000 Besuche im Monat.

 

REHADAT ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und wird gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

 

Ansprechpartnerin bei REHADAT: Mareike Decker, Tel. 0221 4981-806, decker@iwkoeln.de

 
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.
Postfach 10 19 42 / 50459 Köln
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