Freitag, April 29th, 2016

 

biha und DTL gemeinsam stark für Lärm- und Gehörschutz – Veranstaltung „Lärmprävention 2.0“

Diskussionsrunde-webDie Bundesinnung der Hörgeräteakustiker KdöR (biha) und die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) beteiligten sich am internationalen „Tag gegen Lärm“ am 27. April 2016. Gemeinsam luden sie ein zur öffentlichen Veranstaltung „Lärmprävention 2.0 – Wie ich mich vor Lärm schützen kann“. Zu Gast waren sie bei der Handwerkskammer zu Köln.

Die Präsidentin der biha, Marianne Frickel, und Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, begrüßten die über 50 Teilnehmer. „Lärm nervt, aber Lärm macht vor allem krank“, war ihr Tenor. Neben der wertvollen Hörsystemversorgung läge es den Hörakustikern daher sehr am Herzen, sagte Marianne Frickel, bereits präventiv zu informieren und zu helfen. Dr. Ortwin Weltrich nahm den Faden auf. Er verdeutlichte, dass „Hörakustiker“ ein sehr gefragter und attraktiver Beruf sei, ein „filigraner Hightech-Beruf“, und er gleichzeitig sehr froh darüber sei, dass die Hörakustiker sich derart stark machten für Lärmprävention.

In zwei Fachvorträgen informierten Hörakustikermeister Dirk Köttgen und Dr. Sandra Dantscher vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) über die Notwendigkeit und die korrekte Anwendung von Gehörschutz. In seinem anschaulich präsentierten Vortrag sprach Dirk Köttgen dabei nicht nur Hörakustiker an, sondern auch die fachfremden Zuhörer dieser öffentlichen Veranstaltung am weltweiten „Tag gegen Lärm“. Welchen Richtlinien, beispielsweise der EU, Gehörschutz dabei unterliegt, darauf ging Dr. Sandra Dantscher im Besonderen ein.

„Lärmprävention 2.0 – Wie ich mich vor Lärm schützen kann“ war auch das Thema der folgenden Diskussionsrunde. Es diskutierten Staatssekretär Peter Knitsch, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur‐ und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Karl Karst, Programmchef des WDR 3 und Vorsitzender der Initiative Hören e.V., sowie Volker Albert, Vorsitzender der DTL, unter der Moderation von Dr. Juliane Schwoch, Referentin Öffentlichkeitsarbeit der biha. Ein kurz diskutierter Status quo – wie präsent ist in Deutschland das Thema „Lärm und seine Folgen“ – leitete über zu den gesundheitlichen Folgen. Als Tinnitus-Betroffener und Vorsitzender einer Selbsthilfeorganisation konnte Volker Albert das Thema eindringlich darstellen. Im Folgenden sprachen er, Prof. Karl Karst und Staatssekretär Peter Knitsch über die Möglichkeiten der Prävention. Festzuhalten war, dass die Politik eingreifen muss und das auch bereits tut, es dabei aber nicht möglich ist, alles zu reglementieren. Gleichzeitig ist jeder Einzelne gefragt, Lärm in seiner Umwelt zu reduzieren und sich selbst zu schützen.

Die Diskussion wird in der Radio-Sendung „Kulturpolitisches Forum“ des WDR 3 am Sonntag, den 1. Mai 2016, von 19.05 bis 20.00 Uhr übertragen. Danach wird sie als Podcast im Internet zur Verfügung stehen.

Bildunterschrift:
Diskussionsrunde zum Thema Lärmprävention (v. l. n. r.): Dr. Juliane Schwoch, Prof. Karl Karst, Staatssekretär Peter Knitsch und Volker Albert. Foto: Bundesinnung der Hörgeräteakustiker KdöR (biha).

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk
Mit circa 6.000 Hörakustiker-Betrieben und rund 14.500 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk etwa 3 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, volldigitalen Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 12.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss in Europa und zum anerkannten Partner des Gesundheitswesens in Deutschland. Über 800 Fachleute gehören der DTL als Partner und fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, Hörgeräteakustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 90 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal.