Freitag, April 15th, 2016

 

Bessere Versorgung für schwerstbetroffene Patienten in NRW

 Gute Nachrichten für Schwerst-Schädel-Hirnverletzte in NRW: Die Versorgung von Patienten mit neurologischen und neurochirurgischen Erkrankungen wird in NRW deutlich verbessert. Führende Vertreter von Selbsthilfeorganisationen danken Ministerin Barbara Steffens und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den ersten richtungsweisenden Schritt.

 

In den letzten Jahren fand eine lebhafte Diskussion über die Versorgung von Schwerst-Schädel-Hirnverletzten statt. Das Problem: Der Bedarf an Behandlungsplätzen in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation (NNCHFR) überschreitet die vorhandenen Versorgungsmöglichkeiten deutlich. Im Zentrum der Diskussionen stand deshalb die Forderung nach einer besseren Versorgung dieser  Menschen.

Betroffen sind Menschen, die sich aufgrund eines Unfalls- oder einer sonstigen Erkrankung mit viel Energie und Ressourceneinsatz wieder zurück ins Leben kämpfen. Prominente Beispiele sind die Fernsehmoderatorin Monica Lierhaus und die Komikerin Gaby Köster, die nach einer Zeit im Koma / Wachkoma wieder in der Öffentlichkeit stehen, sowie der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher, der allem Anschein nach auch zu dieser Patientengruppe gehört. Seine Unfallgeschichte machte die Diskussion um die medizinische Versorgung Schwerst-Schädel-Hirnverletzter für viele Menschen greifbar.

 

Ein erster richtungsweisender Schritt

Ein Gutachten des renommierten Berliner IGES Instituts hatte belegt, dass in NRW aktuell rund 1600 Betten für die Versorgung schwerstbetroffener Patienten fehlen. Nun ist die Landesregierung einen ersten wichtigen Schritt zur Verbesserung der Situation gegangen. Sie hat für den Großraum Bonn 40 Betten für die neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation genehmigt.

„Wir danken dem Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalens für diesen wichtigen Schritt. Insbesondere danken wir der Ministerin Barbara Steffens, dass sie sich dieser Patientengruppe annimmt und die Versorgung dieser schwerstbetroffenen Patienten in NRW zukunftsweisend gestaltet“, so Manfred Ernst vom Netzwerk Schädel-Hirnverletzter in NRW. Das Netzwerk vertritt die verschiedensten Selbsthilfegruppen des Bundeslands und fordert seit langem, dass im Rahmen der Umsetzung des Krankenhausplans die Versorgungssituation schwerstbetroffener Patienten verbessert wird. „Die Zulassung dieser ersten Betten ist sicher nur ein erster Schritt“, so Ernst weiter. „Auch in anderen Städten gibt es großen Bedarf, der schnell in die Versorgung einbezogen werden muss. Dieser erste Schritt ist jedoch absolut richtig und richtungsweisend. Denn jeden Tag kommen neue Betroffene hinzu…“

 

 

Kontakt für Nachfragen:

Netzwerk Schädel-Hirnverletzer in NRW

c/o Manfred Ernst, Rembrandtweg 22, 46539 Dinslaken

Tel.: 0176 – 42140490

E-Mail: m.u.m.ernst@gmx.de

 

Über uns:

Das Netzwerk Schädel-Hirnverletzte in NRW wurde gegründet um die Stimmen der verschiedenen Selbsthilfevereinigungen in NRW zu bündeln.

Mitglieder des Netzwerks sind die ZNS Hannelore Kohl Stiftung, der SelbstHilfeVerband Forum Gehirn e.V., Schädel-Hirnpatienten in Not e.V., ceres e.V. und die Kinder Neurologie Hilfe e.V. sowie die Deutsche Interessensgemeinschaft für Verkehrsunfall Opfer e.V. (DIVO)