Donnerstag, April 7th, 2016

 

DHS Fachkonferenz 2016: „Abstinenz – Kontrolle – Konsum“

10. Oktober 2016bis12. Oktober 2016

vom 10.-12. Oktober in der Messe Erfurt

 

Abstinenz – Kontrolle – Konsum: Drei Begriffe, die Diskussionen in der Suchthilfe antreiben
und in Fahrt halten. Die eine begreifen sie als sich ausschließende Alternativen bei der
Behandlung von Abhängigkeit und im Umgang mit Drogen. Die anderen betrachten sie eher
als Angebote für unterschiedliche Zielgruppen bzw. Stadien der Abhängigkeit oder des
riskanten Konsums. Noch wieder andere verstehen sie als gleichwertige Optionen.
Im Moment erleben wir, wie unter verschiedenen Vorzeichen die Diskussion über
Therapieziele neu entbrennt: Suchtberatungsstellen, nach wie vor die größten Zuweiser für
Entwöhnungskliniken, öffnen sich für neue (Bezahl-)Angebote, denn ihre Finanzierung ist
ungewiss. Entzugskliniken stehen ebenfalls unter Druck. Sie müssen hohe
Strukturanforderungen erfüllen, ihre Kunden und Kundinnen zufrieden stellen und das mit
Kostensätzen, die eher das Jonglieren mit Zahlen erfordern als optimale Behandlung
ermöglichen. Sinnvolle Behandlungsansätze, wie die Früherkennung und Frühintervention
werden nicht oder zu selten angewandt. Viele Betroffene hoffen auf Heilung ohne große
Eigenanstrengung – eine Pille soll her und die Probleme lösen, Ärzte und Ärztinnen unter
ständigem Zeitstress möchten den Verheißungen der Pharmaindustrie gerne glauben. Aber
sind die vollmundigen Verheißungen glaubhaft?
Wie die Suchthilfe ihre Aufgabe, Abhängige adäquat zu beraten und zu behandeln, auch in
Zukunft erfüllen kann, welche Botschaften wir in der Prävention vermitteln wollen und welche
Relevanz Therapieziele und neue Behandlungsansätze in den unterschiedlichen
Arbeitsfeldern haben, darüber möchten wir gerne mit Ihnen diskutieren. Wir freuen uns, Sie
auf der 56. DHS Fachkonferenz Sucht vom 10.-12. Oktober 2016 in Erfurt begrüßen zu
können.
Auskunft und Anmeldung:
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS)
Doris Kaldewei
Tel.: +49 2381 9015-0
kaldewei@dhs.de


Was die Qualitätsberichte der Krankenhäuser bieten und wie sie sich nutzen lassen – Neuer Infoflyer des G-BA

Berlin, 7. April 2016 – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) stellt auf seiner Website einen neuen Informationsflyer (140.9 kB, PDF) zur Verfügung, der die grundlegenden Informationen zur Nutzung der Qualitätsberichte der Krankenhäuser kurz zusammenfasst. Er richtet sich an Patientinnen und Patienten mit allgemeinem Informationsinteresse, ermöglicht einen einfachen Einstieg in das Thema und beantwortet die Fragen, wozu Qualitätsberichte dienen, welche Informationen sie liefern und wo diese zu finden sind.

„Diese Kurzinformation ist ein neues Element im Informationsangebot des G-BA zum Thema Qualitätsberichte, dem noch weitere folgen werden. Wir möchten mit der zielgruppengerechten Aufbereitung der komplexen Inhalte für bessere Verständlichkeit und Nutzbarkeit dieser Informationsquellen sorgen. Das Ziel ist, dass Versicherte, Patienten und Ärzte dort schnell und passgenau diejenigen Informationen finden können, die sie zur individuellen Entscheidungsfindung benötigen“, sagte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung am Donnerstag in Berlin.

Die rund 2000 in Deutschland zugelassenen Krankenhäuser sind gesetzlich verpflichtet, jährlich strukturierte Qualitätsberichte zu veröffentlichen. Was im Einzelnen in den Qualitätsberichten dargestellt wird, wie sie gegliedert sein sollen und in welchem Datenformat sie zur Verfügung stehen müssen, legt der G-BA in seinen Regelungen zum Qualitätsbericht der Krankenhäuser fest. Auf der G-BA-Website stehen bereits verschiedene Servicedokumente zu diesem Thema zur Verfügung.

Ansp­rech­partner für die Presse:

Kris­tine Reis
030 275838-810
kris­tine.reis@g-ba.de

Gudrun Köster
030 275838-821
gudrun.koes­ter@g-ba.de

 


Erkennen – Prognostizieren – Warnen. Studie zu Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen mit Wolfram-Keup-Förderpreis 2016 prämiert

Dr. Wibke Voigt, Prof. Dr. Ulrich Zimmermann, Heidi Kuttler, Dr. Bernd Wessel

Von den Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, ist vor allem die Anzahl bekannt. Aber welche persönlichen Merkmale weisen sie auf? Und was könnten diese über den Entwicklungsverlauf aussagen? Diese Fragen bearbeiteten Prof. Dr. Ulrich Zimmermann, Cornelius Groß und Heidi Kuttler in ihrer Studie „Prognostizieren und Erkennen mittel- und langfristiger Entwicklungsgefährdungen nach jugendlichen Alkoholvergiftungen“, für die sie mit dem diesjährigen Wolfram-Keup-Förderpreis ausgezeichnet wurden. Der Wolfram-Keup-Förderpreis wird alle zwei Jahre vom Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss) für eine wegweisende wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeit aus der Suchthilfe vergeben und ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro ausgestattet. Er wurde dieses Jahr zum vierten Mal verliehen, und die vielen eingereichten Arbeiten von durchgängig hoher Qualität zeugen davon, dass er in der Suchtszene weitläufig bekannt geworden ist. Die Verleihung fand im Rahmen der 102. Wissenschaftlichen Jahrestagung des buss am 16. März 2016 in Berlin statt.

Die Preisträger Prof. Dr. Ulrich Zimmermann, Cornelius Groß (beide Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden) und Heidi Kuttler (Pädagogische Hochschule Freiburg) untergliederten ihre Studie in zwei Teile: In einem retrospektiven Teil wurden von über 1.600 Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung in einer Klinik aufgenommen wurden, nach mehr als acht Jahren 277 Jugendliche nachuntersucht und deren Gefährdungspotential mit einer Kontrollgruppe verglichen. In einem prospektiven Teil wurden fast 350 Jugendliche mit Alkoholvergiftung am Krankenbett befragt, davon wurden über 200 nach sechs bis acht Monaten erneut untersucht. Dabei wurde der „RiScA“-Fragebogen als Erhebungsinstrument zu Risiko- und Schutzfaktoren bei Alkoholvergiftungen im Kindes- und Jugendalter entwickelt.

Im retrospektiven Teil der Studie zeigte sich, dass die Teilnehmer/innen der Intoxikationsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant mehr Alkohol tranken, mehr Anzeichen von Alkoholgebrauchsstörungen aufwiesen und häufiger bereits als alkoholabhängig einzuschätzen waren. Zudem berichteten sie häufiger vom Gebrauch illegaler Drogen sowie von delinquentem Verhalten. Die große Mehrheit von 80 Prozent innerhalb dieser Gruppe war jedoch nicht alkoholabhängig im Sinne von DSM-IV, betrieb auch keinen Alkoholmissbrauch, nahm nicht häufiger psychiatrische/psychotherapeutische Behandlungen in Anspruch und war auch nicht unzufriedener mit ihrer Lebensgestaltung. Der prospektive Teil der Studie ergab, dass beim ersten Befragungszeitpunkt im Krankenhaus 45,2 Prozent der Teilnehmer/innen mindestens zwei Entwicklungsgefährdungen (z. B. Misshandlungen in der Familie, schulische Probleme, Konsum illegaler Drogen etc.) angaben. Zum zweiten Befragungszeitpunkt rund ein halbes Jahr später gaben dies 22,4 Prozent der Teilnehmer/innen an. Jugendliche, die schon bei der ersten Befragung mindestens zwei Entwicklungsgefährdungen aufweisen, haben eine um das Fünffache erhöhte Wahrscheinlichkeit, sechs Monate später ebenfalls stark gefährdet zu sein.

Bei Jugendlichen aus der Hochrisikogruppe (zwei oder mehr Entwicklungsgefährdungen), die über den RiScA-Fragebogen identifiziert werden konnten, liegt der Hauptproblembereich meist gar nicht im Alkoholkonsum, sondern im sozialen Umfeld, in Verhaltensauffälligkeiten oder Symptomen affektiver Erkrankungen. Diese Gruppe benötigt eine Nachsorge, die deutlich über den Fokus auf Alkoholkonsum hinausgehen muss.

Die Ergebnisse und bereits die Aufgabenstellung der prämierten Studie unterstreichen den hohen Stellenwert von Prävention und Früherkennung – ganz im Sinne des Förderpreis-Stifters, Prof. Dr. Wolfram Keup. „Wolfram Keup war ein beharrlicher Beobachter der ‚Suchtlandschaft‘ und Mahner bei neu auftretenden Gefährdungen, was sich in seinem seinerzeit viel beachteten ‚Frühwarnsystem zur Erfassung von Veränderungen der Missbrauchsmuster chemischer Substanzen in der Bundesrepublik Deutschland‘ niederschlug. ‚Erkennen – Prognostizieren – Warnen‘ mag diese Strategie in Kurzform beschreiben, und diese Sichtweise auf das Suchtphänomen spiegelt auch die hier gekürte Arbeit“, so Dr. Bernd Wessel, stellvertretender Vorsitzender des buss, in seiner Laudatio.

Eine Zusammenfassung der vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Studie steht auf www.suchthilfe.de > Förderpreis zum Download zur Verfügung. Der vollständige Abschlussbericht inkl. Entwicklung des RiScA-Fragebogens ist auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums publiziert unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Drogen_Sucht/Abschlussbericht/Sachbericht_RiScA.pdf

Zur Jury des Wolfram-Keup-Förderpreises 2016 gehörten die Vorstandsvorsitzende des buss, Dr. Wibke Voigt, die Vorstandsmitglieder Christian Heise, Gotthard Lehner und Olaf Szakinnis und folgende externe Gutachter:

  • Dr. Ulrich W. Preuß, Kreiskrankenhaus Prignitz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Herborn
  • Theo Wessel, Gesamtverband für Suchthilfe e. V., Fachverband der Diakonie Deutschland, Berlin
  • Dr. Norbert Wodarz, Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz GmbH (medbo), Regensburg

Der nächste Wolfram-Keup-Förderpreis wird 2018 verliehen. Die Ausschreibung hierfür wird im April 2017 bekannt gegeben.


Zum dritten Mal in Folge: Die DEGEMED-Sommerakademie 2016

Für alle, die sich bereit machen

 

 

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. bietet nun schon zum dritten Mal die DEGEMED-Sommerakademie an. Christof Lawall, Geschäftsführer der DEGEMED, freut sich, dass die „schönste Veranstaltung der DEGEMED“ so gut angenommen wird.

In diesem Jahr setzen sich junge Führungskräfte aus der medizinischen Rehabilitation unter dem Motto „Unruhe spüren – weiter gehen“ mit dem Thema „Veränderungen“ auseinander.  Externe Dozenten arbeiten mit den Teilnehmern und konfrontieren sie mit unterschiedlichsten Themenwelten. Auf dem Programm stehen:

 

  • Veränderungsmanagement
  • Wachstum von Unternehmen
  • Barock
  • Don Bosco
  • Gesundheitswirtschaft
  • Wettbewerb
  • Soziale Selbstverwaltung

 

Neben den fachlich hervorragenden Themenblöcken wird das Programm von einem einzigartigen Rahmenprogramm abgerundet – wie z.B. dem inzwischen schon traditionellen Grillabend am Starnberger See und dem Besuch des Klosters Benediktbeuern.

Die DEGEMED-Sommerakademie findet vom 28. Juni – 1. Juli 2016 im Schloss Höhenried in Bernried, direkt am Starnberger See, statt. Das komplette Programm steht auf der Homepage der DEGEMED zur Verfügung.

 

Die DEGEMED ist Spitzenverband der medizinischen Rehabilitation in Deutschland. Sie setzt sich seit ihrer Gründung 1997 als indikationsübergreifender Fachverband für die Interessen stationärer und ambulanter Leistungserbringer ein. Zu ihren Mitgliedern zählen private, frei-gemeinnützige und öffentlich betriebene Einrichtungen. Mit ihrem DIN-ISO-basierten QM-System und über 300 teilnehmenden Einrichtungen ist die DEGEMED im Reha-Bereich Marktführer beim internen Qualitätsmanagement.

 


Weitere Informationen:

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.

Fasanenstraße 5

10623 Berlin

Tel.: 030 28 44 96 6

Fax: 030 28 44 96 70

E-Mail: k.ruppelt@degemed.de

Internet: www.degemed.de