Mittwoch, Februar 3rd, 2016

 

MBOR wird tragende Säule der Reha

Münster, Bad Rothenfelde, 03.02.2016


Tagung des nordrhein-westfälischen Forschungsverbundes Rehabilitationswissenschaft zum Thema „MBOR“ in der Klinik Münsterland

 

MBOR DRVW DSC_0002Eine überaus erfolgreiche Fachtagung mit mehr als 130 Teilnehmern fand jetzt in der Klinik Münsterland und dem MBOR-Kompetenzzentrum Bad Rothenfelde statt.

Wissenschaftler sowie Vertreter von Kostenträgern und Kliniken nahmen an dieser hochkarätig besetzten Veranstaltung teil, bei der der aktuelle Stand zum Thema Medizinisch beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) diskutiert wurde. Die Experten waren sich einig: MBOR ist eine zukünftig tragende Säule der Rehabilitation.

 

Was ist eigentlich MBOR?

 Schon früh haben sich in Bad Rothenfelde die Klinik Münsterland der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, die Parkklinik und Klinik Teutoburger Wald in einer „public private partnership“ zusammengetan, um ein Leuchtturm-Projekt anzustoßen. Hieraus entstand das MBOR-Kompetenzzentrum in der ehemaligen Kursporthalle an der Hannoverschen Straße. Medizinisch beruflich orientierte Rehabilitation setzt an der bisherigen Schnittstelle zwischen medizinischer und beruflicher Rehabilitation an. Betreut werden Patienten mit so genannten besonderen beruflichen Problemlagen, bei denen aufgrund einer Erkrankung längere Arbeitsunfähigkeitzeiten bestehen, der Job gefährdet ist, oder die bereits längere Zeit arbeitslos sind. Zielsetzung ist, durch intensiven medizinischen und beruflichen Rehabilitationseinsatz den Arbeitsplatz zu erhalten.

Hierzu werden neben medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen ganz konkret an den Musterarbeitsplätzen berufliche Anforderungen trainiert. Dies hat den Vorteil, dass der Rehabilitand sich einerseits „sicher fühlt, seinen Beruf wieder aufnehmen zu können“, andererseits aber auch erprobt wird, ob man dem Rehabilitanden diese Tätigkeiten zumuten kann oder ob weitere berufsbildende bzw. berufsqualifizierende Maßnahmen erforderlich sind.

Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Stand, der unter den Experten ausgetauscht wurde, könnten bis zu 30 Prozent der Rehabilitanden in Deutschland für derartige intensivere Maßnahmen in Frage kommen. Im optimalen Falle werden die Maßnahmen direkt mit beruflichen Weiterbildungsangeboten, betrieblichem Wiedereingliederungsmanagement und betrieblichem Gesundheitsmanagement verknüpft. Die Kliniken in Bad Rothenfelde haben in dieser Hinsicht bereits langjährige Expertise.

 

Gezielte Zuweisung und Nachbetreuung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Patienten zielgerichtet entsprechenden Kompetenzzentren zugesteuert werden. Aktive Steuerung seitens der Kostenträger durch Nutzung von Assessments (Fragebögen für die Patienten) ist eine Möglichkeit um Patienten an den richtigen Behandlungsort zu führen. Letztendlich bedeutsam ist aber, dass die MBOR-Maßnahme keine Einzelaktion im Rahmen einer Rehabilitation ist. Von Seiten der Kostenträger sollte ein anschließendes begleitendes Case-Management implementiert werden, bei der die Rehabilitanden auch im Betrieb bei der Re-Integration betreut werden. Dies haben die beiden regionalen Rentenversicherungsträger, die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover und Deutsche Rentenversicherung Westfalen bereits weitestgehend flächendeckend erreicht. Einig waren sich die Experten, dass mit dem 2 000 Quadratmeter großen Kompetenzzentrum medizinisch beruflich orientierte Rehabilitation in Bad Rothenfelde ein Vorzeigeprojekt in Deutschland entstanden ist.

Bildzeilen:

 

– Prof. Dr. Bernhard Greitemann.

 

– Mehr als 130 Teilnehmer nahmen in der Klinik Münsterland und dem MBOR-Kompetenzzentrum Bad Rothenfelde an der Fachtagung teil.

 

 

 

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Online-Diskussion zur Barrierefreiheit in der Arbeitswelt

16. Februar 2016bis6. März 2016

Menschen mit Behinderung müssen häufig erst Barrieren überwinden, um eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen und auszuführen. Ein vorausschauend barrierefrei gestalteter Zugang zu Arbeit ist derzeit noch mehr Vision als Wirklichkeit. Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) stellt im Februar 2016 daher die „Barrierefreiheit in der Arbeitswelt“ in den Fokus eines Fachaustausches bei www.reha-recht.de. Die öffentliche Online-Diskussion soll unter Beteiligung von Expertinnen und Experten die Rahmenbedingungen für Barrierefreiheit im Arbeitsleben, Reformansätze sowie Konzepte und Lösungen zu ihrer Umsetzung beleuchten und Impulse zur Weiterentwicklung der rechtlichen Grundlagen liefern.

Zum Anspruch gelebter Inklusion, wie sie die UN-Behindertenrechtskonvention fordert, gehört der Aufbau eines barrierefreien Arbeitsmarktes. Die Maßnahmen hierfür können äußerst komplex sein und betreffen neben räumlichen Aspekten wie der Beschaffenheit des konkreten Arbeitsplatzes und des Arbeitsweges auch die Frage, ab wann Leistungen oder Zuschüsse durch Reha-Träger zur Verfügung stehen. So werden Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bisher nach einem integrativen Ansatz bewilligt: Die individuelle behinderungsgerechte Gestaltung eines Arbeitsplatzes ist bei Bedarf nachzurüsten, wofür ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis bereits bestehen muss. Kann ein barrierefreier Arbeitsplatz allerdings nicht von vornherein vorausgesetzt werden, bedeutet dies für Betroffene bei der Bewerbung eine oft unüberwindbare Hürde, welche die Entstehung von Arbeitsverhältnissen und eine chancengleiche Qualifizierung behindert.

Selbst in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation ist Barrierefreiheit nicht umfassend gewährleistet: Sie wird dort im besten Fall zielgruppenspezifisch umgesetzt, wobei eine Durchmischung verschiedener Behinderungsgruppen hier zu besonderen Herausforderungen führt. Spätestens wenn es darum geht, z. B. ein betriebliches Praktikum oder eine verzahnte Ausbildung zu absolvieren und die „Sonderwelt“ der Berufsbildungswerke zu verlassen, sind die Hürden oftmals wieder da. Problematisch bzw. für die praktische Umsetzung von Inklusion nicht ausreichend sind in diesem Zusammenhang auch die gesetzlichen Formulierungen zur Strukturverantwortung der Reha-Träger für eine barrierefreie Leistungserbringung.

Diskutieren im Forum „Fragen – Meinungen – Antworten“

Mögliche Reformansätze und Lösungen für eine barrierefreie Arbeitswelt stehen im Mittelpunkt der Online-Diskussion vom 16. Februar bis 6. März 2016 in dem moderierten Forum „Fragen – Meinungen – Antworten“ (FMA) von www.reha-recht.de. So wird z. B. das Konzept der vorausschauenden Barrierefreiheit thematisiert. Dieses versucht von vornherein, ein optimales Arbeiten für alle Menschen zu ermöglichen, selbst wenn in einem Betrieb noch keine Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer mit Behinderungen beschäftigt sind. Im Kontext des Diskussionsthemas ist auch die anstehende Novellierung des Behindertengleichstellungs­gesetzes (BGG), das verschiedene Vorschriften zur Barrierefreiheit enthält, von Interesse.

Die öffentliche Diskussion wird u. a. begleitet von: Ilka Busch, Referentin Deutsche Rentenversicherung Bund, Prof. Franz Josef Düwell, Vorsitzender Richter a. D. am Bundesarbeitsgericht und Honorarprofessor an der Universität Konstanz; Dr. Björn Fisseler, Institut für Psychologie der FernUniversität in Hagen; Reinhard Gippert, Referent für Betriebsarbeit beim Sozialverband VdK Hessen-Thüringen; Klemens Kruse, Jurist und Geschäftsführer des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit e. V.; Dipl.-Physiker Hans-Jürgen Penz, Leiter Sachgebiet Barrierefreie Arbeitsgestaltung/Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V.; Kerstin Roth, Standortleitung Integrationsfachdienst Rhein-Main „Perspektiven e. V.“ in Bad Homburg, Dr. Martin Theben, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht und Dirk Werner, Leiter Kompetenzfeld Berufliche Qualifizierung und Fachkräfte, Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Die Teilnahme an der Diskussion steht jedem offen. Interessierte können während der Diskussion Fragen und Beiträge zum Thema einreichen oder bereits im Vorfeld per E-Mail an info@reha-recht.de (Stichwort „Barrierefreie Arbeitswelt“) senden. Weitere Informationen zur Teilnahme finden sich unter http://fma.reha-recht.de. Begleitend zum Thema wurde eine Zusammenstellung einschlägiger Fachbeiträge und ergänzender Informationen erstellt, die unter www.reha-recht.de/themen/barrierefreiheit abrufbar ist. Die DVfR veranstaltet die Diskussion in Kooperation mit REHADAT, dem Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation (www.rehadat.info).

„Fragen – Meinungen – Antworten zum Rehabilitations- und Teilhaberecht“ (FMA) ist das moderierte Online-Forum des Portals www.reha-recht.de in Trägerschaft der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR). Die Diskussionsverläufe aller öffentlichen Diskussionsrunden können nachgelesen werden unter http://fma.reha-recht.de. Zu jeder abgeschlossenen Diskussionsrunde steht außerdem unter www.reha-recht.de eine Zusammenfassung als Fachbeitrag zur Verfügung.


 

Über die DVfR

Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der Vertreterinnen und Vertreter aller Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation, Teilhabe und Selbstbestimmung.

Über www.reha-recht.de

Die besondere Konstruktion des SGB IX als übergeordnetes Gesetz für die Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen führt noch immer zu Problemen bei der Rechtsanwendung. Das Portal „Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht“ (www.reha-recht.de) veröffentlicht Fachbeiträge und Informationen zur aktuellen Rechtsprechung und zur Rechtsentwicklung im Bereich des SGB IX sowie an den Schnittstellen des Sozialrechts z. B. zum Arbeitsrecht und zur Sozialmedizin. Außerdem ermöglicht es Online-Diskussionen zu ausgewählten Schwerpunktthemen. Ziel ist die Verbreitung nicht hinreichend bekannter Rechtsnormen, der aktuellen Rechtsprechung und ihrer Auslegung sowie die Diskussion von rechtlichen und rechtspolitischen Fragen in der Fachöffentlichkeit und bei den Akteurinnen und Akteuren in Betrieben und Institutionen. Hierdurch soll die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitationsrechts unterstützt werden.

Kontakt:

Steffen Heidt
Koordination Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht

Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Maaßstraße 26
69123 Heidelberg

Tel.: 06221 / 18 79 01-22
E-Mail: s.heidt@dvfr.de


25. Reha-Kolloquium: Gesundheitssystem im Wandel – Perspektiven der Rehabilitation

Photo by CEphoto, Uwe Aranas / CC-BY-SA-3.0

Am 29. Februar beginnt das 25. Rehabilitationswissenschafte Kolloquium: In diesem Jahr findet es vom 29. Februar bis zum 2. März im Eurogress Aachen statt. Gemeinsame Veranstalter sind die Deutschen Rentenversicherungen Rheinland und Bund sowie die Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften.
Das Reha-Kolloquium ist als Deutscher Kongress für Rehabilitationsforschung das wichtigste Forum für praxisrelevante Ergebnisse zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation. Jährlich nehmen etwa 1.500 Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis, Medizin, Psychologie und Therapie, Gesundheitsmanagement, Verwaltung und Politik teil.

Durch den demografischen Wandel und die Zunahme chronischer Erkrankungen entstehen zahlreiche Herausforderungen für die Gestaltung der medizinischen und rehabilitativen Versorgung. Innovationsansätze im Gesundheitssystem zielen häufig auf eine höhere Effektivität und Effizienz durch Prozessoptimierungen und die Integration von Leistungen. Die Rehabilitation muss darauf reagieren und mit den Akteuren der Krankenhausbehandlung eng zusammenarbeiten. Ihren eigenständigen Charakter und den spezifischen Auftrag, sich auf die Arbeitswelt zu fokussieren, darf sie dabei nicht aus den Augen verlieren.

Medizinische und berufliche Rehabilitation sind unverzichtbar, wenn es darum geht, die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen zu fördern. Wie dieses angesichts eines sich wandelnden Gesundheitssystems zu erreichen ist, will das 25. Reha-Kolloquium in Plenarveranstaltungen, Sessions und Diskussionsforen erörtern.

Online-Anmeldungen sind noch bis zum 15. Februar möglich unter: www.reha-kolloquium.de / 25. Reha-Kolloquium 2016. Hier finden Interessierte auch umfangreiche Informationen zum Programm und zu den Teilnahmegebühren. Weitere Auskünfte gibt es außerdem beim Tagungsbüro der Deutschen Rentenversicherung Bund unter Telefon 030 865-39336. Fragen können auch per E-Mail gesendet werden an kolloquium@drv-bund.de.

Für Kurzentschlossene:
Sie können sich noch an den Veranstaltungstagen vom 29. Februar bis 2. März im Tagungsbüro direkt vor Ort (Eurogress Aachen, Monheimsallee 48, 52062 Aachen) anmelden.

Pressekontakt:

Deutsche Rentenversicherung Rheinland
Referat Presse und Information
Jochen Müller
Königsallee 71
40215 Düsseldorf

Telefon: 0211 937-2065
Telefax: 0211 937-3094
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