Dezember, 2015

 

BÄK legt berufsrechtliche Hinweise und Erläuterungen zur Fernbehandlung vor

Bundesärztekammer,

Berlin.  Berlin, 22.12.2015 – Die Bundesärztekammer hat Hinweise und Erläuterungen zur Fernbehandlung (§ 7 Absatz 4 der Musterberufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte – MBO-Ä) veröffentlicht. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Einsatzes telemedizinischer Methoden in der Patientenversorgung wird in dem Papier der Passus zur Fernbehandlung detailliert erläutert und ausgelegt. „Ärztinnen und Ärzte können sich hier informieren, welche telemedizinischen Versorgungsmodelle mit der aktuellen Berufsordnung für Ärzte vereinbar sind“ so Dr. Franz Bartmann, Vorsitzender der Projektgruppe der Bundesärztekammer, die die Erläuterungen gemeinsam mit Juristen und Telemedizin-Experten erarbeitet hat. „Die Hinweise und Erläuterungen zeigen, dass ein sehr weites Spektrum telemedizinischer Versorgung mit unserer Berufsordnung vereinbar ist.“ In der Veröffentlichung werden die Voraussetzungen des § 7 Absatz 4 MBO-Ä und der Regelungszweck erläutert sowie die Auslegung der Norm anhand telemedizinischer Versorgungsmodelle dargestellt. Die Modelle wurden von der Arbeitsgruppe Telemedizin der Bundesärztekammer erarbeitet und beschreiben schematisch unterschiedliche Gruppen telemedizinischer Methoden in der Patientenversorgung. Das Dokument bietet einen Überblick über die rechtlich zulässigen und unzulässigen Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten nach § 7 Absatz 4 MBO-Ä. Die Hinweise und Erläuterungen sind auf § 7 Absatz 4 MBO-Ä fokussiert. Deshalb wird auf die weiteren Pflichten aus der Berufsordnung und dem Behandlungsvertrag, beispielsweise die Sorgfaltspflichten, nicht gesondert eingegangen. Diese sind auch bei telemedizinischen Verfahren zu beachten. Abgestimmt wurden die Hinweise und Erläuterungen mit dem für die Auslegung der (Muster-)Berufsordnung zuständigen Ausschuss in der Bundesärztekammer. „Die Erläuterungen schaffen für Ärztinnen und Ärzte in dem sehr dynamischen Entwicklungsfeld der Telemedizin Klarheit, welchen rechtlichen Rahmen die Berufsordnung vorgibt“, so Dr. Udo Wolter, Vorsitzender des Ausschusses Berufsordnung. Die Hinweise und Erläuterungen können Sie auf der Homepage der Bundesärztekammer unter dem nachfolgenden Link abrufen: http://tinyurl.com/h27vulp

Pressekontakt:

Bundesärztekammer 
Stabsbereich Politik und Kommunikation 
Herbert-Lewin-Platz 1 
10623 Berlin 

Tel. 030-400456700 
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Gesundheitswesen: Was sich im Jahr 2016 ändert

Dienstag, 22. Dezember 2015, 09:45 Uhr

Verband der Ersatzkassen e. V.

PRESSEMITTEILUNG

 

Berlin – Für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen bringt der Jahreswechsel 2015/2016 zahlreiche Neuerungen mit sich. Bedingt unter anderem durch mehrere Gesundheitsreformen steigen die Beitragssätze für die Versicherten. Zugleich wird die Beitragsbemessungsgrenze, also das Einkommen bis zu dem Krankenkassenbeiträge anfallen, auf 50.850 Euro angehoben. Die Versicherungspflichtgrenze steigt ebenfalls: von 54.900 Euro im Jahr 2015 auf 56.250 Euro 2016. Aber nicht nur bei den Finanzen ändert sich einiges im nächsten Jahr. Die jüngste Gesetzgebung bringt zahlreiche andere Neuerungen für die Versicherten mit sich. Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat auf seiner Webseite unter www.vdek.com/politik/was-aendert-sich/gesundheitswesen-2016.html eine Auswahl der wichtigsten Änderungen zusammengestellt.

Beispiel Pflege: Zum 1. Januar 2016 greifen erste Regelungen des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II). Für Pflegebedürftige, die ihre Pflege zum Beispiel durch Angehörige oder Nachbarn sicherstellen, gibt es Leistungsverbesserungen, wenn die pflegende Person krank wird oder urlaubsbedingt ausfällt (Verhinderungs- bzw. Kurzzeitpflege).

Beispiel Prävention: Das Präventionsgesetz bringt ebenfalls zahlreiche Neuerungen. Die gesetzlichen Krankenkassen bauen die Förderung von Präventionsmaßnahmen aus. Insbesondere die Gesundheitsförderung in Settings wie Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Betrieben wird gestärkt. Außerdem sind Untersuchungen von Gesundheitsrisiken, Früherkennung und eine Präventionsberatung künftig bereits ab dem 18. Lebensjahr möglich. Das Mindestalter von 35 Jahren für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen entfällt.

Beispiel Terminservicestellen: Ende Januar 2016 gehen die sogenannten Terminservicestellen an den Start. Für Versicherte sollen sich damit die Wartezeiten auf einen Facharzttermin verkürzen: Die Servicestellen müssen innerhalb von einer Woche einen Termin vermitteln. Voraussetzung ist, dass der Versicherte eine Überweisung vorlegen kann. Die Wartezeit auf den Termin darf maximal vier Wochen betragen, die Entfernung zur Praxis muss zumutbar sein. Kann kein Termin vermittelt werden, muss ein ambulanter Behandlungstermin in einem Krankenhaus angeboten werden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen diese Servicestellen bis zum 23. Januar 2016 einrichten, schreibt das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) vor. Zudem erhalten die Versicherten durch das GKV-VSG in bestimmten Fällen ab 2016 einen gesetzlichen Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung.

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen aller sechs Ersatzkassen, die zusammen mehr als 26 Millionen Menschen in Deutschland versichern:

  • Techniker Krankenkasse (TK)
  • BARMER GEK
  • DAK-Gesundheit
  • KKH Kaufmännische Krankenkasse
  • HEK – Hanseatische Krankenkasse
  • Handelskrankenkasse (hkk)

* (sortiert nach Mitgliederstärke)

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist die Nachfolgeorganisation des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen e. V. (VdAK), der am 20. Mai 1912 unter dem Namen „Verband kaufmännischer eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen)“ in Eisenach gegründet wurde. In der vdek-Zentrale in Berlin sind rund 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

In den einzelnen Bundesländern sorgen 15 Landesvertretungen mit insgesamt rund 320 sowie weiteren 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflegestützpunkten für die regionale Präsenz der Ersatzkassen.

Ansprechpartnerin:

Michaela Gottfried

Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)

Pressesprecherin und Abteilungsleiterin Kommunikation

Askanischer Platz 1

10963 Berlin

Tel.: 0 30 / 2 69 31 – 12 00

Fax: 0 30 / 2 69 31 – 29 15

Mobil: 01 73 / 25 13 13 3

michaela.gottfried@vdek.com


Beschluss zur Modernisierung des Vergaberechts im Deutschen Bundestag DEGEMED: „Jetzt sind Leistungsträger gefragt!“

Presseinformation

 

Berlin, 18.12.2015

Der Deutsche Bundestag hat gestern die Modernisierung des Vergaberechts beschlossen. Eine ausdrückliche Klarstellung, dass Reha-Leistungen nicht ausgeschrieben werden müssen, fehlt darin. „Der Gesetzgeber ist unserem Vorschlag nicht gefolgt, im Gesetz klar zu regeln, dass Vergaberecht nicht auf Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe im sozialrechtlichen Dreieck anzuwenden ist. Damit haben wir weniger Klarheit und Rechtssicherheit, als möglich gewesen wäre“, bedauert DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall. Die DEGEMED begrüßt dennoch, dass das Thema Ausschreibung von Reha-Leistungen in der politischen Debatte umfassend diskutiert und als Problematik erkannt wurde.

 

Positiv seien außerdem die vielen Reaktionen und Stellungnahmen zahlreicher Abgeordneter. Dies sei dem umfassenden Engagement von Reha-Kliniken aus der gesamten Bundesrepublik zu verdanken, die Politikerinnen und Politiker überhaupt erst auf dieses Thema aufmerksam gemacht hätten. „Viele Politiker sind auf uns und unsere Mitglieder zugekommen und haben gezeigt, dass sie Ausschreibungen in der Rehabilitation grundsätzlich für falsch halten“, so Lawall.

 

Die gesetzliche Sozialversicherung wird medizinische Reha-Leistungen in Vertragseinrichtungen voraussichtlich weiterhin in offenen Zulassungssystemen und ohne Ausschreibungen organisieren. „Die Reha-Träger müssen allerdings deutlich machen, dass es ihnen auch in Zukunft gelingt, mit den Leistungsbringern nach transparenten Kriterien Rehabilitation individuell und bedarfsgerecht zu organisieren. Das muss auch im Einklang stehen mit dem Wunsch- und Wahlrecht der Versicherten“, fordert Lawall.

In Deutschland existieren aktuell etwa 1.000 Reha-Einrichtungen mit etwa 200.000 Beschäftigten. Sie sind zum Teil hochspezialisiert und gewährleisten Versorgungssicherheit und wohnortnahe Versorgung. Für den bedarfsgerechten Erhalt von qualifizierten ambulanten und stationären Reha-Einrichtungen muss die Qualität und individuelle Leistungsfähigkeit dieser Leistungsanbieter weiterhin gewährleistet bleiben. Dies kann nach Überzeugung der DEGEMED nur in offenen Ausschreibungssystemen gelingen.

 

 

Weitere Informationen:

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.

Katharina Ruppelt

Fasanenstraße 5, 10623 Berlin

Tel.: 030 28 44 96 6, Fax: 030 28 44 96 70

E-Mail: k.ruppelt@degemed.de

Internet: www.degemed.de


MEDIAN übernimmt vier Kliniken der Lielje Gruppe

Die Geschäftsführungen der beiden Klinikgruppen nach erfolgreicher Vertragsunterzeichnung: (v.l.) Kai Swoboda (COO MEDIAN), Dr. André M. Schmidt (CEO MEDIAN), Dieter Stelmaszek (Geschäftsführer Lielje) und Roland Seebauer (CFO MEDIAN). Foto: Daniel Bellinger

Pressemitteilung

 

Berlin, 18. Dezember 2015

Reha-Kliniken in Bad Kösen und Bad Salzdetfurth wechseln den Eigentümer / Bessere Positionierung am Reha-Markt durch Übernahme in starken Klinikverbund / MEDIAN weiterhin auf Wachstumskurs

Die Geschäftsführungen der beiden Klinikgruppen nach erfolgreicher Vertragsunterzeichnung: (v.l.) Kai Swoboda (COO MEDIAN), Dr. André M. Schmidt (CEO MEDIAN), Dieter Stelmaszek (Geschäftsführer Lielje) und Roland Seebauer (CFO MEDIAN). Foto: Daniel Bellinger

Die Geschäftsführungen der beiden Klinikgruppen nach erfolgreicher Vertragsunterzeichnung: (v.l.) Kai Swoboda (COO MEDIAN), Dr. André M. Schmidt (CEO MEDIAN), Dieter Stelmaszek (Geschäftsführer Lielje) und Roland Seebauer (CFO MEDIAN). Foto: Daniel Bellinger

Die vier Lielje-Kliniken in Bad Kösen und Bad Salzdetfurth werden in die MEDIAN-Gruppe integriert. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde am gestrigen Donnerstag von den Eigentümern unterzeichnet. Damit setzt die Klinikgruppe ihren Wachstumskurs in diesem Jahr durch die Erweiterung um vier zusätzliche, leistungsstarke Häuser fort. Für die Lielje-Kliniken ist der Eigentümerwechsel, dem noch das Kartellamt zustimmen muss, ein wichtiger Schritt in eine wirtschaftlich sichere Zukunft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, mit den Kliniken in Bad Kösen und Bad Salzdetfurth vier hervorragend aufgestellte Häuser mit rund 800 Betten für unsere Klinikgruppe gewinnen zu können“, so Dr. André M. Schmidt, CEO von MEDIAN, „wir erweitern damit unser Leistungsangebot in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen und gehen einen weiteren wichtigen Schritt im Zuge unserer Strategie, einheitliche Leistungen in Deutschland anbieten zu können.“ Für Herrn Dieter Stelmaszek, Geschäftsführer der Lielje Gruppe, ist der Verkauf der Kliniken auch eine Maßnahme der Zukunftssicherung: „Die Gesellschafterversammlungen haben vor einer Woche dem Verkauf zugestimmt, um die Standorte Bad Kösen und Bad Salzdetfurth im stark umkämpften Reha-Markt langfristig zukunftssicher positionieren zu können. Wir versprechen uns von der engen Vernetzung im neuen Klinikverbund auch eine weitere fachliche Stärkung durch den Austausch auf ärztlicher und therapeutischer Ebene.“

Mitarbeiter sollen einbezogen werden

Für die Beschäftigten, die am Freitag im Rahmen von Mitarbeiterversammlungen durch die Geschäftsleitung informiert wurden, ändert sich zunächst nichts. „Wir wollen als neuer Arbeitgeber Bewährtes erhalten und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu motivieren, den Wechsel aktiv mitzugestalten“, so Dr. André M. Schmidt, „gerade in den Bereichen Pflege und Therapie sind wir auf die Erfahrungen aller Beschäftigten angewiesen. Im Bereich der Verwaltung werden wir durch eine Zentralisierung und Modernisierung für einen problemlosen organisatorischen Übergang sorgen.“ Auch für die Patientinnen und Patienten ändert sich nichts an der gewohnt hohen Qualität der Versorgung.

Vier Kliniken mit großem Leistungsspektrum

Das Saale Reha-Klinikum mit seinen beiden Häusern „Klinik I“ und „Klinik II“ bietet am Standort Bad Kösen eine hochqualitative Behandlung in den Fachbereichen Orthopädie, Psychosomatik, Kardiologie, Neurologie und Geriatrie an. Mit der Kinder-Reha-Klinik „Am Nicolausholz“ in Bad Kösen erweitert MEDIAN sein Portfolio um eine weitere spezielle Kinder- und Jugendrehabilitation mit einem breiten Indikationsspektrum von Atemwegserkrankungen über Adipositas und Orthopädie bis zur Gastroenterologie. Alle drei Bad Kösener Kliniken werden künftig zum MEDIAN Geschäftsbereich Ost gehören, in dem sich unter anderem mit der Klinik für Kinder und Jugendliche im MEDIAN Gesundheitspark Bad Gottleuba gute Möglichkeiten für Synergien ergeben. Die Salze Klinik in Bad Salzdetfurth, die künftig zum MEDIAN Geschäftsbereich Nord-West gehört, deckt als Rehabilitations- und Präventionsmedizinisches Zentrum für Orthopädie und Psychosomatik den niedersächsischen Landkreis Hildesheim ab.

Klinikverbund auf Wachstumskurs

Mit der Übernahme der vier Kliniken der Lielje Gruppe ist MEDIAN in diesem Jahr bereits um sechs Häuser gewachsen. Erst im Juni hatte die Klinikgruppe die Parkklinik Bad Rothenfelde und das Gesundheitszentrum Hannover von den Dengg-Kliniken übernommen. Die MEDIAN Kliniken und die RHM Klinikgruppe waren vor einem Jahr durch ihren Mehrheitseigentümer, den Finanzinvestor Waterland Private Equity, zusammengeführt worden und können 2015 auf ein erstes erfolgreiches Jahr des Zusammenwachsens zurückblicken. Sie firmieren jetzt unter dem einheitlichen Namen MEDIAN. Dr. Carsten Rahlfs, Partner von Waterland und Leiter des Düsseldorfer Büros, ist mit der Entwicklung zufrieden: „Unsere Entscheidung die MEDIAN Kliniken und die RHM Klinikgruppe zusammenzuführen ist erfolgreich. Die Klinikgruppe hat sich in diesem Jahr organisatorisch neu aufgestellt, ihre Verwaltung zentralisiert und medizinische Prozesse optimiert. Wir werden 2016 insbesondere in die Immobilien investieren und weiterhin durch gezielte Zukäufe für ein gesundes Wachstum sorgen.“ Auch in die vier Immobilien der Lielje Gruppe sind im kommenden Jahr Investitionen geplant. Darüber hinaus soll der Fachbereich Neurologie am Saale Reha-Klinikum gestärkt und die Salze Klinik in Bad Salzdetfurth als MEDIAN Premium-Standort mit Hotel- und Komfortleistungen ausgebaut werden. Mit den vier neu erworbenen Häusern der Lielje Gruppe umfasst die Klinikgruppe aktuell 75 Kliniken und Heime, mit rund 13.000 Betten und annähernd 10.000 Beschäftigten an 45 Standorten in 12 Bundesländern.

 

Autor: Stefan Müller, müller:kommunikation, Dortmund

Pressekontakt:

MEDIAN Unternehmenszentrale
Uta Reichhold

Marketing & PR
Bismarckstr. 105, 10625 Berlin
Telefon: 030 / 53 00 55-165, Telefax: 030 / 53 00 55-144

E-Mail: uta.reichhold@median-kliniken.de
www.median-kliniken.de

www.rhm-kliniken.de

 


Erhebliche Belastungen für chronisch kranke Menschen zu befürchten

Pressemitteilung, 18. Bezember 2015

/Organisationen der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen kritisieren Empfehlungen zur Vermeidung des Anstiegs der Krankengeldausgaben

 

Berlin (dvsg). Die Vorschläge des neuen Sondergutachtens des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen zur Neuregelung der Mitwirkungspflichten nach § 51 SGB V sind nach Einschätzung der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) und der Arbeitsgemeinschaft Soziale Arbeit in der Onkologie (ASO) in ihren sozialen Auswirkungen problematisch und führen zur einseitigen Belastung der betroffenen Menschen. Obwohl der Sachverständigenrat in seiner Analyse zum Wachstum der Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung für Krankengeld zur Einschätzung kommt, dass es sich dabei um keine dramatische budgetäre Entwicklung handele empfiehlt das Expertengremium dem Gesetzgeber zur Einsparung von Krankengeldzahlungen weitergehende Einschränkungen der bisherigen Rechte verschiedener Gruppen von Leistungsbeziehern. Die Umsetzung dieser Empfehlungen würde für chronisch kranke Menschen und besonders vulnerable Patientengruppen, wie etwa Krebspatienten, psychisch erkrankte Menschen oder Patienten mit fortschreitenden neurologischen Erkrankungen, eine erhebliche Zunahme ihrer wirtschaftlichen, sozialen und psychischen Belastungen bedeuten.

 

Bereits heute sind die Versicherten, deren Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist, gesetzlich verpflichtet, bei ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger innerhalb einer Frist von zehn Wochen einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen. Kommen sie dieser Mitwirkungspflicht nicht nach, entfällt der Anspruch auf Krankengeld. Die Anwendung der bisherigen gesetzlichen Vorschrift führt also jetzt schon zu einer deutlichen Einschränkung des Entscheidungsspielraums von Versicherten. Nach Aufforderung zur Reha-Antragstellung durch die Krankenkasse hat der Patient keine freie Wahl mehr über seine zukünftig zu beanspruchende Entgeltersatzleistung.

Die Vorschläge des Sachverständigenrates zielen auf eine Verschärfung der bestehenden Mitwirkungspflichten, insbesondere auf eine Verkürzung der Reha-Antragsfrist auf vier Wochen. Dies ist aus der Sicht von DVSG und ASO nicht notwendig.

 

Erfahrungen aus der sozialen Beratung onkologischer und chronisch kranker Patienten zeigen, dass Krankenkassen bereits jetzt schon sehr früh während einer noch laufenden Akutbehandlung zur Reha-Antragstellung auffordern. Oft kann in dieser Phase noch keine treffende Aussage über die Erwerbsprognose gestellt werden. Der Druck auf die Patienten so frühzeitig eine Rehabilitationsmaßnahme zu beantragen, kollidiert ohnehin mit Vorschriften aus dem Rentenversicherungsrecht, nach der Rehabilitationsleistungen durch die Rentenversicherungsträger während einer noch nicht abgeschlossenen Akutbehandlung nicht übernommen werden können.

 

Dass dennoch in diesen Phasen Aufforderungen zur Beantragung einer Rehabilitationsmaßnahme ergehen, entspricht eher der Kostenträgerlogik als der angemessenen medizinischen Würdigung des Einzelfalles und dient in erster Linie der frühzeitigen Sicherung möglicher Erstattungsansprüche durch die Krankenkasse gegenüber dem Rentenversicherungsträger.

 

Das Argument, dass die Verkürzung der Frist eine schnellere Einleitung des Rehabilitations-verfahrens ermöglicht, trägt in der Praxis nicht.

Insbesondere in der Onkologie sind Sozial-dienste regelmäßig damit beschäftigt, Rehabilitationsverfahren, die nach Aufforderung von Kostenträgern zu früh eingeleitet wurden, zu verschieben, weil die Patienten noch einer Akutbehandlung bedürfen.

 

Menschen, die sich aufgrund einer schweren oder chronischen Erkrankung an der Schnitt-stelle zwischen Krankengeld und Erwerbsminderungsrente befinden, sind in der Regel extrem belasteten Lebenssituationen und zeitweise existentiellen Krisen ausgesetzt. Die Grundannahme des Sachverständigenrates, dass Versicherte in dieser Situation dazu neigen, sich aufgrund von Fehlanreizen des Systems für die wirtschaftlich attraktivste Leistung zu entscheiden, entspricht nicht den Erfahrungen aus der sozialen Beratungspraxis. In einer akuten Krankheitssituation stehen der Erhalt oder die Wiederherstellung der Gesundheit, also Prozesse der Krankheitsbewältigung und der Verarbeitung, der mit einer Krankheit verbundenen hohen Belastungen, im Vordergrund.

 

Patienten sind selten mit den Besonderheiten des sozialen Sicherungssystems und dem Nebeneinander von konkurrierenden Entgeltersatzleistungen vertraut. Aktive Entscheidungen auf der Grundlage hinreichender Informationen über das Sozialrecht sind die Ausnahme.

Betroffene benötigen häufig sämtliche persönlichen und sozialen Ressourcen, um die Anpassungsleistungen an eine akute oder dauerhaft chronische Belastungssituation zu bewältigen. Schwer erkrankten Patienten fehlen in belastenden Krankheits- und Therapiephasen häufig die Kompetenz und Energie, sich für die Verwirklichung ihrer sozialrechtlichen Ansprüche in der Auseinandersetzung mit Leistungsträgern in angemessener Form einzusetzen.

 

Gleichzeitig erfahren chronisch und schwer kranke Menschen sehr deutlich, dass durch eine langfristige Erkrankung die Risiken einer Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz gestiegen sind. Überlegungen, wie in diesen Belastungsphasen der individuelle Lebensstandard gesichert und eine finanzielle Notlage vermieden werden kann, sind legitim. Sozialdienste weisen schon länger darauf hin, dass für längerfristig erkrankte Menschen die Armutsgefahr sehr hoch ist. Diese ist beispielsweise auch auf sozialpolitische Fehlentwicklungen, wie der seit 2001 deutlich verringerten Erwerbsminderungsrenten, zurückzuführen.

 

Download der Stellungnahme zum Sondergutachten 2015 unter http://dvsg.org/hauptnavigation-links/publikationen/stellungnahmenpositionen/

 

 

 

Pressekontakt:

Ingo Müller-Baron

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG) T +49 178 / 80 12 148 ingo.mueller-baron@dvsg.org

 

 


BWKG-Indikator 2/2015: Fachkräftemangel ist Realität

BWKG-Pressemitteilung

 

Piepenburg: Bund und Länder müssen gemeinsam gegensteuern

 

„Der enge Arbeitsmarkt und ihre wirtschaftliche Situation machen den Gesundheitseinrichtungen im Land aktuell am meisten zu schaffen“, fasst der Vorstandsvorsitzende der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Detlef Piepenburg, zentrale Ergebnisse des aktuellen BWKG-Indikators (2/2015) zusammen. 48,4 % der Krankenhäuser, 46,9 % der Reha-Einrichtungen und 35,8 % der Pflegeeinrichtungen rechnen für 2015 mit einem Defizit.

„Der Fachkräftemangel ist keine Theorie mehr – er ist Realität! Es ist alarmierend, dass 80,9 % der Pflegeeinrichtungen Probleme haben, das notwendige Fachpersonal zu finden. Hinzu kommt nun, dass sich auch die Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen immer schwerer damit tun, Pflegefachkräfte zu finden“, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende, der gleichzeitig Landrat des Kreises Heilbronn ist. Jeweils gut 58 % der Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen haben beim BWKG-INIKATOR 2/2015 angegeben, dass es schwierig oder eher schwierig ist, freie Stellen im Pflegedienst zu besetzen. Das sind die höchsten Werte, seit diese Frage im Frühjahr 2011 erstmals gestellt wurde. Schwierigkeiten bei der Besetzung von freien Arztstellen melden 55,9 % der Krankenhäuser und sogar 75 % der Reha-Einrichtungen.

„Die Gründe für die wachsenden Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden, sind vielfältig“, so Piepenburg weiter. So steige einerseits die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswesen. Andererseits nehme das Angebot wegen der geburtenschwachen Jahrgänge ab. „Die Gesundheitseinrichtungen können auf dem engen Arbeitsmarkt im Land nur erfolgreich konkurrieren, wenn sie attraktive Arbeitsbedingungen bieten können“, stellt Piepenburg klar. Hierzu gehörten neben einer guten Bezahlung auch planbare Arbeitszeiten, Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten sowie keine belastende Arbeitsverdichtung.

„Um eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels zu verhindern, müssen Bund und Länder jetzt gemeinsam gegensteuern“, fordert der Vorstandsvorsitzende. Aktuell stehen die Beratungen zum Pflegeberufsgesetz an. Mit ihm sollen die drei bislang eigenständigen Pflegeberufsausbildungen – in der Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege – in einen einheitlichen Abschluss überführt werden. Wichtig sei, dass diese sogenannte „generalistische Pflegeausbildung“ nicht dazu führe, dass die bislang überdurchschnittlichen Ausbildungskapazitäten in Baden-Württemberg abgebaut werden. „Die Ausbildung muss für die Einrichtungen leistbar bleiben. Die Finanzierung muss gesichert sein. Der neue Beruf muss dem Nachwuchs Perspektiven bieten“, so Piepenburg weiter. Da das Gesetz zustimmungspflichtig sei, müsse das Land aktiv werden, auch wenn eine tragfähige Lösung etwas länger dauern sollte. Außerdem müsse das Land – auch mit mehr Personal in der zuständigen Behörde – dafür sorgen, dass ausländische Abschlüsse schnell und unbürokratisch anerkannt werden.

Wichtig für die Attraktivität als Arbeitgeber sind vor allem auch die finanziellen Rahmen-bedingungen der Gesundheitseinrichtungen, die nach wie vor schwierig sind. Für 2016 erwarten beispielsweise 48,8 % der Krankenhäuser rote Zahlen. Vor wenigen Wochen wurde das Krankenhausstrukturgesetz verabschiedet. Es bringt zumindest ab 2017 spürbare Verbesserungen, wobei zentrale Punkte allerdings noch ausgehandelt werden müssen. „Mit Sorge blicken die Krankenhäuser auf das Jahr 2016“, macht Piepenburg klar. Grund hierfür sei, dass bislang noch kein Landesbasisfallwert für 2016 verhandelt werden konnte. Zu groß seien aktuell die Differenzen zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern. Vor diesem Hintergrund sei verständlich, dass über 60 % der Krankenhäuser davon ausgehen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage in den kommenden 12 Monaten weiter verschlechtern wird.

Auch die wirtschaftliche Situation der Reha-Einrichtungen ist nach wie vor problematisch. 46,9 % der Einrichtungen rechnen für das Jahr 2015 mit roten Zahlen. „Es ist dringend not-wendig, dass sich die Politik das Thema Rehabilitation im kommenden Jahr auf die Fahnen schreibt“, so Matthias Einwag, der Hauptgeschäftsführer der BWKG. Hier setzt die landesweite BWKG-Reha-Kampagne mit dem Motto „Umsonst ist keine Reha.“ an. Mit ihr werben die BWKG und die baden-württembergischen Reha-Kliniken für eine konsequente Politik zugunsten der Reha (www.umsonst-ist-keine-reha.de). Die BWKG sieht drei zentrale Ansatzpunkte für die Reha-Politik:

  1. Bei der Entscheidung über Reha-Anträge müssen die Kostenträger medizinische Kriterien genauso wie das Wunsch- und Wahlrecht beachten. Im Fall einer Ablehnung müssen die Gründe dem Betroffenen transparent gemacht werden. Kliniklisten oder vor-formulierte Textbausteine in Leistungsbescheiden stehen dazu im Widerspruch.
  2. Keine Reha-Steuerung nach Kassenlage: Jede medizinisch notwendige Reha muss finanziert werden. Die weiterhin bestehende Budgetierung der Reha-Ausgaben der Rentenversicherung muss aufgehoben werden. Die Ausgaben für Vorsorge und Reha-Maßnahmen in der GKV steigen deutlich schwächer als in anderen Leistungsbereichen, da es für die Krankenkassen keinen Anreiz gibt, älteren Versicherten zur Vermeidung oder Verminderung von Pflegebedürftigkeit medizinische Reha-Maßnahmen zu gewähren. Von einer erfolgreichen Reha älterer Menschen profitiert vor allem die Pflegeversicherung, die daher an den Reha-Kosten für sie beteiligt werden muss. Obwohl dies allgemein bekannt ist und die demografische Entwicklung dringenden Handlungsbedarf mit sich bringt, fehlt nach wie vor eine Gesetzesinitiative.
  3. Die aktuellen Vergütungssätze reichen nicht, um die notwendigen Reha-Leistungen zu finanzieren. Zwischen Kostenträgern und Reha-Kliniken finden oft keine Verhandlungen statt, Vergütungserhöhungen werden letztlich einseitig durch die Kostenträger bestimmt. Der Anspruch auf eine leistungsgerechte Vergütung der Reha-Leistungen muss gesetzlich festgelegt werden.

Auch die Pflegeeinrichtungen haben nach wie vor mit schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen zu kämpfen, 35,6 % der Pflegeeinrichtungen rechnen für das Jahr 2015 mit roten Zahlen. Große Sorge bereitet den Pflegeeinrichtungen im Land, dass sie ihre Investitionskosten nicht angemessen finanzieren können. Das Auslaufen der Objektförderung in der Altenpflege und die Landesheimbauverordnung haben zur Folge, dass die Einrichtungen ihre Investitionskosten neu berechnen müssen. Die bisherigen Berechnungsmodelle entsprechen nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten und müssen angepasst werden. Seit Jahren wird auf der Selbstverwaltungsebene vergeblich versucht, eine einvernehmliche Lösung zu finden. „Wir fordern vom Land, dass es nach der Wahl eine Verordnung zu Berechnung der Investitionskosten erlässt“, so Einwag.

Ab Herbst 2019 gilt die Landesheimbauverordnung grundsätzlich auch für bestehende Ein-richtungen in der Altenpflege und im Behindertenbereich. Ab dann dürfen in den Einrichtungen nur noch Einzelzimmer und Wohnbereiche mit max. 15 Bewohnern angeboten werden. „Die bestehenden Übergangsregelungen sind nicht ausreichend“, fordert Einwag.

 

Bei der Umfrage zum BWKG-INDIKATOR befragt die BWKG die Geschäftsführer der Mitgliedsein-richtungen (Krankenhäuser, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg) halbjährlich zu ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Situation und der Arbeitsmarktentwicklung. Das Ergebnis des BWKG-Indikators 2/2015 ist als Anlage beigefügt.

 

Ihre Ansprechpartnerin:

Annette Baumer, Referentin für Presse und Politik

Tel.: 0711 25777-45, baumer@bwkg.de

 

BWKG Baden-Württembergische
Krankenhausgesellschaft e.V.
Birkenwaldstraße 151
70191 Stuttgart
www.bwkg.de

 


4. D-A-CH Reha-Management-Fachtagung „ Behandlungspfade“ am 3.11.2015 in Zürich

 

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Unter dem Eindruck neuer, pauschalierenden Entgeltsysteme wie z. B. DRG / PEPP und kostenträgerinduzierte Fallpauschalen für die Rehabilitation, kristallisieren sich Behandlungspfade immer mehr als wichtiges Thema heraus. Dabei fragt sich: soft dach4

  • Sind Behandlungspfade eher qualitativ motiviert oder ökonomisch getrieben?
  • Welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus?
  • Was gilt es bei der Definition der Pfade zu beachten, was bei der Umsetzung?
  • Und schließlich: Was können Reha-Fachleute aus «Best practice»-Beispielen lernen?

Eine Tagung von Softsolution International in Zürich bot beste Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier als PDF zum Download.


Deutsche Tinnitus-Liga e. V.: Kinder und Jugendliche besonders häufig von Knalltraumen durch Silvesterknaller betroffen

logo komplett mit Text CMYKFür viele Menschen gehört das zu einem gelungenen Jahreswechsel dazu: Es mal wieder richtig krachen zu lassen mit Feuerwerk, Böllern und Raketen. Ein nicht ganz ungefährliches Vergnügen: Neben zahlreichen Unfällen mit Verletzungen an Körper und Gesicht kann es durch die Knaller auch zu dauerhaften Hörschädigungen kommen. Besonders häufig sind Kinder, Jugendliche sowie junge Erwachsene zwischen sechs und 25 Jahren davon betroffen. Ein solches Knalltrauma kann eine lebenslange Schwerhörigkeit sowie Tinnitus auslösen, warnt die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL).

„Es sind leider besonders oft Kinder und Jugendliche von Knalltraumen durch Silvesterknaller betroffen“, sagt Michael Bergmann, Geschäftsführer der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. „Dabei werden männliche Personen dreimal so oft verletzt wie weibliche. Die Gründe liegen zum einen darin, dass das Experimentieren mit Knallern gerade auf Jungs eine besonders große Faszination ausübt. Zum anderen spielen natürlich eine gewisse Unerfahrenheit in jungen Jahren und nicht zuletzt auch die Unwissenheit vieler Erziehungsberechtigter darüber, mit welchen Gefahren dieses Vergnügen verbunden sein kann, eine große Rolle.“

Aus diesem Grund rät die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. Menschen jeden Alters, sich von Silvesterknallern und -raketen fernzuhalten und die Ohren zu schützen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) erleiden jedes Jahr rund 8.000 Menschen hierzulande eine Verletzung des Innenohres durch explodierende Feuerwerkskörper. Die Folgen können lebenslang bestehen bleiben: Tinnitus und Schwerhörigkeit, insbesondere bei hohen Tönen. Mögliche Symptome können stechende Schmerzen im Ohr, Ohrgeräusche, Schwindel oder ein Gefühl, als sei das Ohr verstopft, sein. Dauern die Symptome an, sollte zeitnah ein HNO-Arzt aufgesucht werden.

Wenn Raketen oder Böller weniger als zwei Meter entfernt von den Ohren explodieren, wirken laut DGHNO KHC etwa 25 Millisekunden lange Schallimpulse auf das Gehör. Sie erreichen Spitzen von bis zu 160 Dezibel Schalldruckpegel. Da sich Lautstärke aus einer Kombination von Schalldruck und Dauer ergibt, nimmt das Ohr diese kurzen Spitzenpegel weniger als Lärm wahr und ist für Hörschäden besonders anfällig, weshalb Innenohrverletzungen gerade an Silvester besonders häufig entstehen. Durch Knalltraumen werden die Hörsinneszellen, Stützzellen und andere Teile der sogenannten Hörschnecke im Innenohr bleibend geschädigt, die Spätfolgen sind oft nur noch durch ein Hörgerät auszugleichen.

„Zunächst einmal raten wir, sich von Silvesterknallern und -raketen fernzuhalten und seine Ohren zu schützen, beispielsweise mit Ohrstöpseln“, so DTL-Geschäftsführer Michael Bergmann. „Darüber hinaus ist auch Präventionsarbeit sehr wichtig. So sollten Lehrer und Erzieher in Schulen und Jugendeinrichtungen verstärkt über die Gefahren aufklären, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen.“

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 12.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss in Europa und zum anerkannten Partner des Gesundheitswesens in Deutschland. Über 800 Fachleute gehören der DTL als Partner und fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, Hörgeräteakustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 90 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal.

 


GdW 2016 | Krankenkassen: DAK-Chef hält Zusatzbeitrag für „unsinnig“

Urheber/Credit "WISO S. E. Consulting GmbH"

Presseinformation, Gesundheitskongress des Westens

 

Der Anfang des Jahres eingeführte einkommensabhängige Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung entzweit zunehmend das Lager der Krankenkassen. Der Vorstandsvorsitzende der drittgrößten deutschen Kasse, Herbert Rebscher, kritisiert jetzt: „Unsinniger Preiswettbewerb und schleichender Rückzug der Arbeitgeber aus der Finanzverantwortung sind die Ergebnisse der Einführung von Zusatzbeiträgen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Da eine konsequente ordnungspolitische Ausrichtung fehlt, gerät zusehends das eigentliche Ziel einer sozialen Krankenversicherung aus dem Blick.“

Vertreter von Kassen und ihren Verbänden haben sich mit Fundamentalkritik bislang eher bedeckt gehalten, da sie mit Jahresbeginn nach sechs Jahren Einheitsbeitrag ihre Beitragsautonomie zumindest teilweise zurückgewonnen haben. Sie beklagten öffentlich hingegen eher, dass die Reformvorhaben der Koalition den Zusatzbeitrag weiter nach oben schrauben. Anfang 2016 wird er im Durchschnitt um 0,2 Prozent steigen. Bei einzelnen Kassen sind aber auch Steigerungsraten von bis zu 0,6 Prozent im Gespräch.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hatte bereits 2012 in einem Sondergutachten – ganz im Sinne des DAK-Chefs – gewarnt: „Es liegt nahe, dass die Krankenkassen im Wettbewerb untereinander ihr Augenmerk stärker auf die vergleichsweise augenfälligen und eingängigen Beiträge im Versicherungsbereich als auf die schwer messbaren und eher intransparenten Qualitätsmerkmale und -unterschiede im Leistungsbereich richten.“ Es komme darauf an, die Zusatzbeiträge nicht per se als Indikatoren ineffizienter Krankenkassen zu stigmatisieren, so die Sachverständigen.

 

Mehr noch als die Kassen selbst achten die Versicherten vor allem auf die Beiträge: Empirische Daten zum 2009 eingeführten kassenindividuellen Zusatzbeitrag hatten gezeigt, dass per Saldo rund 90 Prozent der Mitgliederverluste bei jenen Krankenkassen eintraten, die einen Zusatzbeitrag verlangten. Das verwundert wenig: Über 400 Euro jährlich könnten Versicherte mit einem Wechsel zu einer günstigeren Kassen sparen, titeln Verbrauchermedien in diesem Herbst und forcieren damit das „Krankenkassen-Surfen“. Qualitätswettbewerb bleibt da auf der Strecke.

 

Mit Prof. Dr. h. c. Herbert Rebscher diskutieren das brisante Thema auf dem Gesundheitskongress des Westens im März in Köln: Rudolf Henke, MdB, Präsidenten der Ärztekammer Nordrhein und Vorstand Marburger Bund, Hilde Mattheis, MdB, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Gerhard Nordmann, 2. Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe sowie Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin Verband Forschender Arzneimittelhersteller.

 

Der Gesundheitskongress des Westens 2016 findet am 8. und 9. März im Kongresszentrum Gürzenich in Köln statt. Er werden wieder rund 900 Besucher erwartet – Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und Gesundheitsunternehmen, aus Forschung und Wissenschaft.

 

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Schulpsychologische Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung verbessern

Pressemitteilung 18/2015 des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen
15. Dezember 2015

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BDP begrüßt den Ausbau der Schulpsychologie in drei Bundesländern

Mit rund 36 neuen Stellen für Schulpsychologen reagieren die Bundesländern Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen (NRW) auf den gestiegenen Unterstützungsbedarf von Lehrkräften und Schulen für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche.
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hatte im Herbst in NRW einen Brandbrief an die Schulministerin mitunterzeichnet und eine Pressemitteilung veröffentlicht, in dem auf die aktuellen neuen Aufgaben und erforderliche neue Stellen hingewiesen wurde. Jetzt reagierten Berlin (rund fünf Stellen), Hessen (elf Stellen) und NRW (20 Stellen). „Wenn wir die Integration von Flüchtlingskindern an Schulen meistern wollen, brauchen wir mehr Schulpsychologen. Ihre Aufgabe ist es, alle zu unterstützen, die in diesem Prozess Großartiges leisten“, erklärt Prof. Dr. Michael Krämer. „Mit überforderten Lehrern und Schülern wird die Integration schwerlich gelingen. Schulpsychologen können durch Fortbildungen und Hilfsangebote in den Schulen auch beim Umgang mit Traumatisierungen helfen.“
Der Vorsitzende der BDP-Sektion Schulpsychologie Stefan Drewes freut sich über die zusätzlichen Schulpsychologen in drei Bundesländern: „Wir hoffen, dass die anderen Schul- und Kultusministerien die Notwendigkeit des Ausbaus für Schulpsychologenstellen genauso sehen. In der derzeitigen Situation müssen die Schulen mit umfassenden psychologischen Kompetenzen unterstützt werden. Das ist mit den vorhandenen Schulpsychologen nicht zu leisten.“ Die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterlebnissen in der Klasse und die adäquate Förderung wird ein Grundstein für die gelingende Integration in die deutsche Gesellschaft und die Bewältigung der derzeitigen Zuwanderung sein.
Der BDP erfasst regelmäßig bundesweit die Stellen für Schulpsychologen. Die bereits 1973 durch die Kultusministerkonferenz und durch die Bund-Länder-Kommission empfohlene Mindestversorgung von einem Schulpsychologen auf 5000 Schüler erreichen nach Erhebungen des BDP von 2014 nur drei von sechzehn Bundesländern. Im Durchschnitt steht in Deutschland für 8617 Schüler und 635 Lehrkräfte ein Schulpsychologe zur Verfügung. Schlusslichter bildeten 2014 die Länder Schleswig-Holstein mit 13.268, Sachsen mit 14.318 und Niedersachsen mit 16.118 Schülern.
Die Ergebnisse der aktuellen Erhebung sowie das Berufsprofil zur Inklusion in Schulen sind zu finden unter www.bdp-schulpsychologie.de

Diese Pressemitteilung steht auch als PDF zur Verfügung:
www.bdp-verband.de/bdp/presse/2015/PM_18-15.pdf

Ansprechpartner für die Presse:
Alenka Tschischka, BDP-Pressereferentin, presse@bdp-verband.de

Über den Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP):
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) vertritt die beruflichen und politischen Interessen der niedergelassenen, angestellten und beamteten Psychologen und Psychologinnen aus allen Tätigkeitsbereichen. Diese sind unter anderem: Gesundheitspsychologie, Klinische Psychologie, Psychotherapie, Schulpsychologie, Rechtspsychologie, Verkehrspsychologie, Wirtschaftspsychologie, Umweltpsychologie und Politische Psychologie. Der BDP wurde 1946 gegründet und ist Ansprechpartner und Informant für Politik, Medien und Öffentlichkeit. Rund 11500 Mitglieder sind im BDP organisiert.
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