September, 2015

 

Reha-Markt in Deutschland nähert sich dem Pflegemarkt an

Investitionsdynamik im Markt für Reha-Kliniken 2009-2014 (Transaktionsvolumen in Mio. Euro) Quelle: CBRE und BDO (Stand: 12/2014)

 

  • Renditen auf dem Reha-Markt durchschnittlich auf signifikant höherem Niveau als in anderen Assetklassen
  •  Fortschreitende Betreiberkonsolidierung des Reha-Markts
  •  Renditespread zu Pflegeheimen sinkt im aktuellen Markt durch zusätzliche auf Sozialimmobilien spezialisierte Investoren aus dem Ausland
  •  Investmentfähiger Bestand auf sechs Milliarden Euro geschätzt

 

Frankfurt, 30. September 2015 Angesichts der weiter voranschreitenden Stabilisierung des Marktes für Reha-Kliniken sowie vergleichsweise attraktiver Renditen kann es sich für Investoren zunehmend lohnen, die Immobilienanlageklasse der Reha-Kliniken wieder verstärkt in den Fokus zu rücken. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Immobilien- und Investmentmarktbericht zu Reha-Kliniken in Deutschland des Immobilienberatungsunternehmens CBRE und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft BDO. Das Transaktionsvolumen hat sich in den Jahren 2013 (312 Millionen Euro) und 2014 (857 Millionen Euro) gegenüber 2012 nahezu vervier- beziehungsweise verzehnfacht und erreichte damit sogar das Niveau von Pflegeheimen.

Investitionsdynamik im Markt für Reha-Kliniken 2009-2014 (Transaktionsvolumen in Mio. Euro) Quelle: CBRE und BDO (Stand: 12/2014)

Investitionsdynamik im Markt für Reha-Kliniken 2009-2014 (Transaktionsvolumen in Mio. Euro) Quelle: CBRE und BDO (Stand: 12/2014)

 

 

Zuletzt hatte Medical Property Trust im Zuge der Übernahme der Median-Kliniken, zu denen auch 38 Reha-Kliniken zählten, die Aufmerksamkeit wieder auf lange Zeit als nicht investmentfähige Assetklasse gelenkt. „Dieser Deal zählte nicht nur zu den bedeutendsten Reha-Transaktionen der letzten Jahre“, sagt Dirk Richolt, Head of Real Estate Finance bei CBRE. „Er deutet auch auf eine spürbar zunehmende Wertschätzung des deutschen Gesundheitsmarktes im angelsächsischen Raum hin und könnte überdies eine Signalwirkung für weitere Investoren erzeugen, die sich mit dem Thema Reha-Kliniken beschäftigen.“

 

Renditen auf dem Reha-Markt bisher durchschnittlich auf signifikant höherem Niveau

Während die Renditekompression bei traditionellen Immobilienanlageklassen, wie zum Beispiel dem Büro- oder Einzelhandelssegment, deutlich weiter fortgeschritten ist und auch die Renditen bei Anlagen in mittlerweile etablierten Alternativen wie dem Logistik- oder Hotelimmobilienmarkt zuletzt weiter sanken, liegen die Renditen für Reha-Kliniken auf einem durchschnittlich signifikant höheren Niveau. Für eine modern ausgestattete und gut ausgelastete Reha-Klinik in einer etablierten Lage, die langfristig an einen Betreiber mit nachhaltiger Bonität vermietet ist, konnte bis dato eine Spitzenrendite (Nettoanfangsrendite) von etwa 7,5 Prozent erzielt werden. Doch die Preise steigen und insbesondere für absolute Top-Produkte in Prestigelagen und einem hohen Anteil an Selbstzahlern können die Ankaufsfaktoren teilweise noch höher ausfallen. Bisher lagen die Renditen gegenüber Top-Produkten des Büro- oder Einzelhandelsmarktes gegenwärtig noch 320 beziehungsweise 360 Basispunkte höher. Inzwischen dürfte die Rendite bei etwa sechs Prozent liegen. „Aus Renditegesichtsgründen sind Investitionen in Reha-Kliniken damit sowohl gegenüber anderen Anlageklassen des Immobilienmarkts, als auch gegenüber festverzinslichen Wertpapieren sehr attraktiv, wenngleich die Marktstrukturen in vielen Fällen noch weiterhin undurchsichtig sind und der Markt sich in Bewegung befindet“, sagt Peter Henrichfreise, Senior Manager im Fachbereich Gesundheitswirtschaft/Advisory Services bei BDO.

 

Überangebot an Reha-Kapazitäten in Deutschland

Der deutsche Investmentmarkt für Gesundheits- und Sozialimmobilien, zu denen neben Pflegeimmobilien, Seniorenresidenzen und Betreutem Wohnen auch Reha-Kliniken zählen, gilt angesichts der demographischen Entwicklung sowie eines zunehmenden Gesundheitsbewusstseins der Bevölkerung in Deutschland allgemein als Wachstumsmarkt. „Reha-Kliniken spielen derzeit im Vergleich zu anderen Segmenten des Gesundheitssektors wie Pflegeheimen zwar noch eine eher untergeordnete Rolle für Investoren, da in Deutschland ein Überangebot an Reha-Kapazitäten besteht und die Marktkonsolidierung noch nicht abgeschlossen ist“, erklärt Jan Linsin, Head of Research bei CBRE. „Gleichzeitig beobachten wir jedoch ein in der letzten Zeit gestiegenes Interesse seitens der Investoren, attraktive Investmentallokationen auf dem Reha-Markt auszuloten.“

 

Fortschreitende Betreiberkonsolidierung des Reha-Markts

Nach Jahren der Konsolidierung, die vor dem Hintergrund der Kostendämpfungsgesetze der 1990er Jahre durch eine weitreichende Schließungswelle von Reha-Kliniken geprägt war, haben sich Situation und Zukunftsperspektiven des Reha-Markts bereits seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts sukzessive verbessert. Durch das Ausscheiden von 220 Reha-Kliniken seit dem Höchststand im Jahr 1996 hat sich die Belegquote bei den verbliebenen Betrieben zuletzt wieder signifikant erhöht. So lag diese im Jahr 2013 mit durchschnittlich über 81 Prozent nicht nur deutlich über dem Tiefstand des Jahres 1997 (62,3 Prozent), sondern ebenso rund drei Prozentpunkte über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass sich die Auslastung der verbleibenden, gut am Markt positionierten Reha-Kliniken durch die tendenziell steigende Nachfrage und das Ausscheiden weiterer Wettbewerber mittelfristig weiter erhöhen und zu einer sich fortsetzenden Entspannung der finanziellen Situation vieler Betreiber führen wird.

 

Weiterhin vorhandene Hürden beim Marktzugang

Im Vergleich zu anderen, bei Investoren mehr etablierten Assetklassen ist der Reha-Markt derzeit noch überwiegend von einer intransparenten Marktsituation mit nur wenigen validen Kennziffern und komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen geprägt. Auch die eher verhaltene Kreditvergabe von Banken verhindert gegenwärtig noch einen einfachen Zugang zu dieser Nutzungsart. Im Hinblick auf die Bankenwelt existiert zudem nur eine überschaubare Anzahl an Kreditinstituten, die sich angesichts des vergleichsweise hohen Analyseaufwands überhaupt mit der Finanzierung von Gesundheitsimmobilien/Reha-Kliniken beschäftigen und fachspezifisches Know-how vorhalten. „Dies wird sich aber in den nächsten Jahren zunehmend ändern“, sagt Henrichfreise. „Denn insgesamt stellt sich die Situation wieder deutlich positiver dar als noch vor ein paar Jahren und angesichts eines Generationswechsels, durch den weitere Kliniken aus dem Markt ausscheiden werden, wird sich die Lage eher weiter entspannen als verschärfen.“ Darüber hinaus wird auch das weiter steigende Interesse der Investoren an alternativen Immobilienanlagen dafür sorgen, dass sich der Markt für Gesundheitsimmobilien/Reha-Kliniken weiter professionalisieren wird und valide Marktdaten zukünftig vermehrt verfügbar sein werden.

 

Die wichtigsten Finanzierungskriterien von Banken. Quelle: CBRE und BDO

Die wichtigsten Finanzierungskriterien von Banken. Quelle: CBRE und BDO

 

 

Bestandsimmobilien mit tendenziell geringeren Kosten

Insbesondere die Auslastungsquoten am Markt gut positionierter Reha-Kliniken sollten sich zukünftig erhöhen, zumal für die Zukunft unter anderem demographisch bedingte Nachfragesteigerungen zu erwarten sein dürften. So sind es vor allem professionell geführte und wirtschaftlich gut aufgestellte Reha-Kliniken an etablierten Standorten, die aus Investorensicht attraktiv sein können. „Hinzu kommt, dass für Bestandsimmobilien mitunter nur die Hälfte der Kosten eines Neubauprojekts fällig werden“, erklärt Richolt. „Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass viele Betreiber in der Vergangenheit aufgrund knapp bemessener Vergütungssätze geringe oder keine Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt haben, weshalb eine eingehende Prüfung des vorhandenen Investitionsbedarfs stets unerlässlich ist.“ Projektentwicklungen dagegen sind derzeit nur dann sinnvoll, wenn sie aufgrund ihres Standorts, ihrer Ausstattung oder ihres medizinisch-therapeutischen Konzepts einen Wettbewerbsvorteil erzielen, um über höhere Belegungsquoten beziehungsweise Vergütungssätze (zum Beispiel auch durch eine gezieltere Ansprache von Selbstzahlern) die Investitionskosten refinanzieren zu können.

 

Ausblick: Investmentfähiger Bestand liegt bei sechs Milliarden Euro

Nach aktuellen Schätzungen von CBRE und BDO summiert sich der potentiell investmentfähige Bestand an Reha-Kliniken auf ein Gesamtvolumen von rund sechs Milliarden Euro. „Trotz des hohen Komplexitätsgrades dieser Anlageklasse erwarten wir daher für die nächsten Jahre eine anhaltend zunehmende Investitionsdynamik“, prognostiziert Richolt. Insbesondere bei global agierenden Investoren ist aufgrund ihres großen Anlagedrucks zu erwarten, dass sie sich höherrentierlichen Assetklassen im Immobilienbereich zuwenden werden. Dabei werden wohl vor allem Investoren aus den Ländern eine Vorreiterrolle einnehmen, in denen Gesundheitsimmobilien insgesamt bereits als etablierte Anlageklasse anerkannt sind und sich auch eher als langfristiger Kapitalgeber und Wachstumspartner des Betreibers sehen. Ein signifikanter Renditeaufschlag zu Pflegeimmobilien wird hier immer weniger eingefordert. Das Verständnis des Mieters und seines Geschäftsmodells wiegt hier künftig schwerer als der Immobilientypus. Der Kreis der Investoren wird sich in erster Linie aus börsennotierten sowie institutionellen Kapitalgebern zusammensetzen, die meist über Immobilien-Spezialfonds oder geschlossene Vehikel in Reha-Kliniken investieren. „Aufgrund der attraktiven Renditemöglichkeiten werden sich jedoch auch mehr und mehr Private-Equity-Gesellschaften mit dieser Assetklasse beschäftigen“, fügt Henrichfreise hinzu. „Ein signifikanter Anstieg des Investitionsvolumens ist daher keinesfalls unrealistisch.“

 

 Weitere Informationen zu CBRE:

CBRE Group, Inc. (NYSE:CBG), das Fortune 500- und S&P 500-Unternehmen mit Hauptsitz in Los Angeles, Kalifornien, ist das – in Bezug auf den Umsatz im Geschäftsjahr 2014 – weltweit größte Dienstleistungsunternehmen auf dem gewerblichen Immobiliensektor. Mit über 70.000 Mitarbeitern in über 400 Büros weltweit (exklusive Beteiligungsgesellschaften und Verbundunternehmen) ist CBRE Immobiliendienstleister für Eigentümer, Investoren und Nutzer von gewerblichen Immobilien. Die Dienstleistungsschwerpunkte umfassen die Bereiche Capital Markets, Vermietung, Valuation, Corporate Services, Research, Retail, Investment Management, Property- und Project-Management sowie Building Consultancy. Seit 1973 ist CBRE Deutschland mit seiner Zentrale in Frankfurt am Main vertreten, weitere Niederlassungen befinden sich in Berlin, Düsseldorf, Essen, Köln, Hamburg, München, Nürnberg und Stuttgart. www.cbre.de

 

 

Ansprechpartner:

 

Dirk Richolt                                              Dr. Jan Linsin                            André Schneider

CBRE GmbH                                            CBRE GmbH                              Dr. Zitelmann PB. GmbH

Head of Real Estate Finance Germany      Head of Research Germany        +49 30 72 62 76 176

+49 69 17 00 77 628                                  +49 69 17 00 77 663                    cbre@zitelmann.com

dirk.richolt@cbre.com                               jan.linsin@cbre.com

 

Folgen Sie uns auf Twitter: @cbregermany

 

Weitere Informationen zu BDO

BDO zählt mit über 1.900 Mitarbeitern an 24 Standorten zu den führenden Gesellschaften für Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen, Steuerberatung und wirtschaftsrechtliche Beratung sowie Advisory Services in Deutschland.

Die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist Gründungsmitglied des internationalen BDO Netzwerks (1963), das mit knapp 60.000 Mitarbeitern in 151 Ländern vertreten ist.

Seit 1970 prüft und berät BDO Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen. Neben der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung hat sich BDO im Bereich Advisory Services auf die wirtschaftliche Restrukturierung von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen sowie die Begleitung von Banken und Investoren spezialisiert. Gegenwärtig führt BDO in mehr als 250 Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken und Pflegeheimen Jahresabschlussprüfungen und Beratungsprojekte durch. Das Dienstleistungsangebot wird durch die BDO Legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH und die BDO Technik- und Umweltconsulting GmbH abgerundet.

www.bdo.de

 

Ansprechpartner:

 

Lars Kocherscheid-Dahm

Referent Unternehmenskommunikation

Tel: +49 40 30 293 552

presse@bdo.de

 

Peter Henrichfreise

Senior Manager

Fachbereich Gesundheitswirtschaft / Advisory Services

Tel: +49 221 97 357 405

peter.henrichfreise@bdo.de

 

Lars Steinhagen

Consultant

Fachbereich Gesundheitswirtschaft / Advisory Services

Tel: +49 221 97 357 417

lars.steinhagen@bdo.de


Monitoring-Projekt der DVfR: Bundesteilhabegesetz wird Schwerpunkt auf www.reha-recht.de

Im Herbst 2015 startet das neue Kooperationsprojekt „Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts“ der DVfR. Es soll den Reformprozess zu einem Bundesteilhabegesetz mit dem Fokus auf der Teilhabe am Arbeitsleben unterstützen. Die Ergebnisse werden u. a. in Form von Fachbeiträgen fortlaufend auf www.reha-recht.de veröffentlicht und können dort kommentiert und diskutiert werden, z. B. im Rahmen von Online-Expertenkonsultationen. Alle Reha-Akteure und Interessierten, insbesondere behinderte Menschen und ihre Interessensvertreter, können sich am interaktiven Austausch beteiligen.

Eines der wichtigsten sozialen Vorhaben in der 18. Wahlperiode des Deutschen Bundestages ist die Reform des Teilhaberechts. Ziel ist es, Leistungen für behinderte Menschen aus dem bisherigen „Fürsorgesystem“ zu lösen. Die Eingliederungshilfe soll zu einem modernen Teilhaberecht weiterentwickelt werden. Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) als interdisziplinärer Fachverband begleitet die Erarbeitung des dafür geplanten Bundesteilhabegesetzes mit einem neuen Projekt: Im internetbasierten „Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht“ unter www.reha-recht.de wird der erforderliche Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis im Rahmen eines sog. Monitoring-Prozesses organisiert.

„Nach wie vor machen Menschen mit Behinderung die Erfahrung, dass gesetzliche Regelungen nicht schlicht umgesetzt, sondern in der Praxis unterschiedlich interpretiert, bisweilen auch ignoriert werden“, so der Vorsitzende der DVfR, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann. Für die Betroffenen würden dadurch gerade auch in der Arbeitswelt Barrieren für eine nachhaltige Teilhabe entstehen. Die fehlende Rechtsklarheit sei auch für die Fachleute der Rehabilitation und Eingliederung bei der bedarfsgerechten Leistungsausführung ein Problem.

Das Projekt „Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts“ hat daher die Aufgabe, nicht nur die geplanten Inhalte eines Bundesteilhabegesetzes, sondern auch deren Auswirkungen auf Strukturen der Leistungsangebote und Prozesse der Leistungserbringung unter die Lupe zu nehmen. Methodisch geht es dabei zunächst um die Analyse möglicher neuer Regelungen, v. a. im Bereich der Eingliederungshilfe, sowie deren Umsetzung in die Verwaltungs- und Rehabilitationspraxis. Ebenso wird die geplante Stärkung der Schwerbehindertenvertretungen Thema sein. Schließlich soll die Wirkung neuer und weiterbestehender Regelungen kommentiert und kritisch gewürdigt werden. Die Wahrnehmungen und Einschätzungen der behinderten Menschen und die Bedeutung der Regelungen für ihre Lebenssituation sollen dabei besondere Berücksichtigung erfahren.

Um dies zu erreichen, bedarf es einer breiten Beteiligung am fachlichen Austausch, betont der DVfR-Vorsitzende und ergänzt: „Ich möchte alle Reha-Akteure und interessierten Personen dazu einladen, sich mit ihrer Expertise in den Monitoring-Prozess einzubringen.“ Möglich wird dies z. B. durch das Verfassen eigener Fachbeiträge oder auch die Teilnahme an Online-Konsultationen zu ausgewählten Themen.

Das „Monitoring“ soll dabei v. a. auch auf den bisher im Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht veröffentlichten Beiträgen zum Reformprozess aufbauen, etwa zur Weiterentwicklung der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, zur Begutachtung und Bedarfsfeststellung oder zu einem „Budget für Arbeit“, das der Bewältigung von Übergängen, insbesondere im Bereich Schule-Ausbildung und aus der Werkstatt für behinderte Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, dienen soll.

Für das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds geförderte und von September 2015 bis August 2018 laufende Projekt konnte die DVfR namhafte Expertinnen und Experten aus den Bereichen Rechts- und Sozialwissenschaften, Sozialmedizin/Begutachtung, Psychologie und Rehabilitationsmedizin gewinnen: Prof. Dr. Wolfhard Kohte (Direktor des Zentrums für Sozialforschung Halle, Bürgerl. Recht, Arbeits-, Unternehmens- und Sozialrecht, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Katja Nebe (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Recht der Sozialen Sicherheit, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Gudrun Wansing (Fachgebiet Behinderung und Inklusion, Universität Kassel) und Prof. Dr. Felix Welti (Sozial- und Gesundheitsrecht, Recht der Rehabilitation und Behinderung, Universität Kassel). Frau Prof. Nebe, Herr Prof. Welti und Herr Prof. Kohte gehören zugleich dem Herausgeberkreis des Diskussionsforums an.

Mehr Informationen finden sich unter monitoring.reha-recht.de.

Über die DVfR

Die DVfR ist die einzige Vereinigung in Deutschland, in der Vertreterinnen und Vertreter aller Akteure im Bereich Rehabilitation und Teilhabe gleichberechtigt zusammenwirken: Selbsthilfe- und Sozialverbände, Sozialleistungsträger, Rehabilitationseinrichtungen und -dienste, Reha-Experten sowie Berufs- und Fachverbände. Die Mitglieder der DVfR und ihre Partner in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren sich gemeinsam in einem interdisziplinären und sektorenübergreifenden, konsensorientierten Diskurs zur Weiterentwicklung von Rehabilitation, Teilhabe und Selbstbestimmung.

Über www.reha-recht.de

Die besondere Konstruktion des SGB IX als übergeordnetes Gesetz für die Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen führt noch immer zu Problemen bei der Rechtsanwendung. Das Portal „Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht“ (www.reha-recht.de) veröffentlicht Fachbeiträge und Informationen zur aktuellen Rechtsprechung und zur Rechtsentwicklung im Bereich des SGB IX sowie an den Schnittstellen des Sozialrechts z. B. zum Arbeitsrecht und zur Sozialmedizin. Außerdem ermöglicht es Online-Diskussionen zu ausgewählten Schwerpunktthemen. Ziel ist die Verbreitung nicht hinreichend bekannter Rechtsnormen, der aktuellen Rechtsprechung und ihrer Auslegung sowie die Diskussion von rechtlichen und rechtspolitischen Fragen in der Fachöffentlichkeit und bei den Akteuren in Betrieben und Institutionen. Hierdurch soll die Anwendung und Weiterentwicklung des Rehabilitationsrechts unterstützt werden.

Kontakt:

Ass. iur. Steffen Heidt
Projektkoordination Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht
Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR)
Maaßstraße 26
69123 Heidelberg
Tel.: 06221 / 187 901-22
E-Mail: s.heidt@dvfr.de
www.dvfr.de
www.reha-recht.de
fma.reha-recht.de
monitoring.reha-recht.de


Aus der Abwärtsspirale entkommen: Bewegung hilft gegen Depression

 

 

Unter dem Motto „Move against Depression“ wollen Forscher, Patienten und medizinische Fachkräfte am „12. Europäischen Depressionstag“ das Bewusstsein für die Volkskrankheit stärken. Auch der leitende Psychologe Dr. Andreas Schmidt der Dr. Becker Burg-Klinik hilft Betroffenen dabei, aus ihrer emotionalen Abwärtsspirale auszubrechen. Bewegung ist dabei eines der wichtigsten Mittel.

 

Stadtlengsfeld. 4,9 Millionen Menschen erkranken in Deutschland jährlich an einer behandlungsbedürftigen Depression, so die Zahlen der Deutschen Stiftung Depressionshilfe. Von 100 Menschen leiden etwa 20 mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression oder depressiven Verstimmung (Dysthymie). Sie verlieren ihren Antrieb, haben plötzlich kein Interesse mehr an Dingen, die ihnen früher Freude bereitet haben, sind häufig müde und bedrückt. Viele fühlen sich wie Gefangene in einem dunklen Loch, weil sie keinen Ausweg mehr aus der Antriebslosigkeit und der negativen Abwärtsspirale ihrer Gedanken und Gefühle finden.

 

Dr. Andreas Schmidt: Dr. Andreas Schmidt, leitender Psychologe in der Dr. Becker Burg-Klinik, weiß wie wichtig Bewegung für depressive Menschen ist. In der Rehabilitation gehört die sportliche Betätigung fest zum Behandlungsplan.

Dr. Andreas Schmidt, leitender Psychologe in der Dr. Becker Burg-Klinik, weiß wie wichtig Bewegung für depressive Menschen ist. In der Rehabilitation gehört die sportliche Betätigung fest zum Behandlungsplan.

„Die Depression wirkt wie ein permanenter innerer Stress und führt zu Anspannungssymptomen, die abgebaut werden müssen“, erklärt Dr. Andreas Schmidt, leitender Psychologe in der Dr. Becker Burg-Klinik. Jährlich kommen etwa 1.500 depressive Patienten in die psychosomatische Rehaklinik in Stadtlengsfeld, Thüringen. „Wir versuchen in der Rehabilitation ganzheitlich Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen und depressive Menschen zu aktivieren“, so Schmidt. Regelmäßige sportliche Betätigung helfe dabei, die krankheitstypischen Anspannungssymptome abzubauen und die Stresshormone zu ‚verbrennen’. Neben einer Verbesserung des Körpergefühls wirke körperliche Bewegung auch psychisch entspannend: Dunkle Gedanken werden vertrieben und die emotionale Abwärtsspirale wird unterbrochen. „Sport wirkt wie eine positive Selbstverstärkung: Ich schaffe etwas, ich komme wieder in Bewegung und finde Wege aus einer erlebten Starre heraus“, erklärt Dr. Schmidt.

 

Bewegung wirkt antidepressiv

Dass regelmäßige Bewegung eine stimmungsaufhellende Wirkung hat, konnte mittlerweile empirisch belegt werden. In einer Analyse von 39 Studien aus den vergangenen 23 Jahren, haben Forscher der Medical School Hamburg (MSH) die antidepressiven Effekte von Sport nachgewiesen. Zurückzuführen seien diese u. a. auf die erhöhte Ausschüttung von bestimmten Hormonen wie Serotonin und Noradrenalin, die beim Sport freigesetzt werden. Bei depressiven Menschen ist die Produktion von „Glücksbotenstoffen“ gehemmt, so dass sie einen niedrigeren Serotonin-Spiegel aufweisen.

 

In der Dr. Becker Burg-Klinik gehören sportliche Aktivitäten wie Nordic Walking, Gerätesport oder Aquagymnastik zum festen Bestandteil des Behandlungsprogramms depressiver Patienten. „Wir bieten vor allem Sportarten an, die auch Zuhause zum Einsatz kommen können. Schließlich ist es wichtig, dass Patienten den Sport auch langfristig in ihren Alltag integrieren können.“ Eine Hilfestellung dafür seien z. B. feste Wochenpläne, die nach jeder sportlichen Leistung eine kleine Belohnung vorsehen. „Sinnvoll für Menschen mit Depressionen sind neben Ausdauersporten auch Teamsportarten. Denn die fördern das soziale Miteinander und verhindern den sozialen Rückzug, der bei vielen depressiven Menschen einsetzt“, so Dr. Schmidt.

 

Mit schweren Depressionen zum Arzt

Bei depressiven Verstimmungen leistet die regelmäßige körperliche Betätigung einen wichtigen Beitrag zum Spannungsabbau, zur Stabilisierung und Stimmungsverbesserung. Für Menschen mit mittelschweren bis schweren Depressionen reicht der Sport allein als Behandlungsmethode nicht aus, sondern wird ergänzend zu medikamentösen und psychotherapeutischen Verfahren eingesetzt. Dies kann auch bei leichteren depressiven Symptomen bereits sinnvoll sein.

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Die Dr. Becker Burg-Klinik

Die Dr. Becker Burg-Klinik ist auf psychosomatische, psychiatrische und psychotherapeutische Rehabilitation spezialisiert. Die Thüringer Klinik versorgt rund 2.240 Patienten jährlich, die Hilfe bei Beschwerden wie Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen, chronische Schmerzerkrankungen oder Tinnitus suchen. Eine schnelle und unkomplizierte Aufnahme in die Burg-Klinik ist jederzeit möglich. Weitere Informationen zur Dr. Becker Burg-Klinik finden Sie auf der Website www.dbkg.de oder in unserem Klinik-Film „Das Wesentliche wiederfinden“ auf youtube: www.youtube.com/watch?v=XzpLk5XxREA. Die Dr. Becker Burg-Klinik gehört mit sieben weiteren Rehabilitationskliniken zur Dr. Becker Klinikgruppe. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit Hauptsitz in Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Rehabilitation des 21. Jahrhunderts zu gestalten.

 

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Über Ihr Interesse und eine Veröffentlichung in Ihrem Medium würden wir uns freuen. Rückfragen beantworten wir Ihnen gerne.

 

Mit freundlichen Grüßen,
Nora Henn

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Becker Klinikgesellschaft mbH & Co. KG
Parkstraße 10 / 50968 Köln / Tel. : (+49) 221 – 934647-45 / Fax : -40  nhenn@dbkg.de   http://www.dbkg.de   www.dr-becker-karriere.de

 

 

 


Mehr Fortbildung bieten – weniger Abwesenheitszeiten bekommen

Montag, 28. September 2015

ZeQ AG

 

Klinikcampusklinikcampus.de gestartet

Mannheim – Kliniken können ihren wachsenden Qualifizierungsbedarf nicht mehr adäquat durch Präsenztrainings decken. Die Hauptursache liegt in den knappen Personalressourcen, durch die jede fortbildungsbedingte Abwesenheit von Ärzten und Pflegekräften nur schwer zu kompensieren ist. Die Lösung für diese Herausforderung bietet die Video-Learning-Plattform www.klinikcampus.de.

Kliniken haben einen wachsenden Qualifizierungsbedarf. Neben der immer schnelleren Entwicklung in Medizin und Pflege, müssen Krankenhäuser auch in Themen wie z. B. Patientensicherheit, Brandschutz, Hygiene, Datenschutz, Gesundheitsförderung und EDV in der Breite der Belegschaft Wissen aufbauen. Gleichzeitig sind die Personalressourcen oft so eng kalkuliert, dass jede schulungsbedingte Abwesenheit von Ärzten und Pflegekräften nur schwer zu verkraften ist. Hinzu kommt ein hoher Anteil von Teilzeitkräften, deren wertvolle Arbeitszeit selbst dann nicht geopfert wird, wenn Schulungsmaßnahmen dringend erforderlich sind. Aus diesen Gründen ist die Gewinnung von Teilnehmern für Präsenzschulungen sehr mühsam. Nicht selten sagen auch bereits angemeldete Mitarbeiter ihre Teilnahme – z. B. aufgrund von Unterbesetzung auf Station – kurzfristig ab, so dass die Teilnahmequote an aufwendig organisierten Seminaren unbefriedigend ist. Da Präsenztrainings aufgrund der Notwendigkeit von Dozentensuche, Dienstreisen/ Wegezeiten der Mitarbeiter, Catering, Raum- und Teilnehmerkoordination sehr aufwendig und damit teuer sind, kommt diese Form der Wissensvermittlung im Krankenhaus an ihre Grenzen. Eine Klinik kann einfach nicht so viele Präsenztrainings organisieren und finanzieren, wie sie für die Durchdringung bestimmter Schulungsinhalte notwendig wären.

Mit der Video-Learning-Plattform klinikcampus.de gelingt eine vollständige Flexibilisierung des Lernens in Kliniken. Dazu bietet klinikcampus mehr als 100 Lernvideos für Führungskräfte und Mitarbeiter in Krankenhäusern, Psychiatrien und Rehakliniken. Die Plattform wird von der Krankenhausberatung ZeQ betrieben, deren Trainer in den letzten 10 Jahren über 1.000 Krankenhausmitarbeiter geschult haben.

Alle Seminare sind entweder direkt von ZeQ produziert oder hinsichtlich ihrer Relevanz für Kliniken und ihrer inhaltlichen Qualität ausgewählt. Die Trainings sind jederzeit verfügbar, so dass Mitarbeiter in jeder Schicht und von jedem PC-Arbeitsplatz, Tablet oder Smartphone lernen können. Da teure Wegezeiten und die Notwendigkeit entfallen, mehrere Mitarbeiter zur gleichen Zeit an einer Stelle zusammenzubringen, reduziert sich die Abwesenheit der Mitarbeiter vom Arbeitsplatz auf die reine Schulungszeit. Kosten für die Dozentensuche, Dienstreisen/ Wegezeiten der Mitarbeiter, Catering, Raum- und Teilnehmerkoordination fallen nicht an, so dass Krankenhäuser ihr Fortbildungsbudget dort einsetzen können, wo es am meisten Sinn ergibt – im Wissensaufbau ihrer Mitarbeiter. Aufgrund der Flexibilisierung hinsichtlich Ort und Zeit des Lernens, werden erstmals hohe Durchdringungsraten in Themen möglich, zu denen alle Mitarbeiter im Kerngeschäft Wissen aufbauen sollten. Dies betrifft natürlich gesetzlich geforderte Pflichtschulungen, aber auch andere Trainings z. B. zur Patientensicherheit, Patientenkommunikation, Gesundheitsförderung oder zu Prozessabläufen. Über eine Tracking-Funktion lässt sich belegen, wie hoch der Durchdringungsgrad der Schulung tatsächlich ist. Dadurch dass der Dozent im Video sichtbar ist, ist das Lernerlebnis deutlich attraktiver als bei rein foliengestützten E-Learning-Lösungen. Zudem können Schulungsteilnehmer über ein Forum Kontakt mit dem Dozenten aufnehmen und Spezialfragen klären.

Mit Hilfe von klinikcampus kann die Klinikleitung entscheiden, welche Kompetenzen sie strategisch ausbauen möchte und kann diesen Wissensaufbau innerhalb weniger Wochen forcieren. Über die Definition entsprechender Schulungspakete lässt sich eine solche Lern-Initiative in der gesamten Einrichtung realisieren. Beispielsweise können mit klinikcampus schnell Produktivitätszuwächse durch die Schulung aller Mitarbeiter in EDV-Anwendungen erreicht werden. Damit besteht erstmals die Möglichkeit, ein strategisches Wissensmanagement in Krankenhäusern umzusetzen. Hierzu kann klinikcampus jederzeit für die eigene Einrichtung um Lernvideos ergänzt werden.

Kliniken haben die Möglichkeit, klinikcampus.de als Plattform zu abonnieren und damit die Inhalte allen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Damit können sie Mitarbeitern und Bewerbern auf die Frage nach den Fortbildungsmöglichkeiten in der Einrichtung den uneingeschränkten Zugriff auf mehr als 100 Seminare bieten. klinikcampus ist somit auch ein Instrument, um die Arbeitgeber-Attraktivität von Kliniken zu steigern.

Kontakt:

Nico Kasper

Am Victoria-Turm 2

 

68163 Mannheim

 

Tel.: 0621/3008400

Fax: 0621/30084010

E-Mail: nico.kasper@zeq.de

 


Aktiv-Tag NeuroRehabilitation im TTZ Oschatz

31. Oktober 2015
10:00bis16:00

Oschatz – Am Samstag, den 31. Oktober veranstaltet das TagesTrainingsZentrum (TTZ) Oschatz der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH den ersten Aktiv-Tag NeuroRehabilitation als Informations- und Netzwerkveranstaltung rund um Themen der ambulanten Nachsorge für Menschen nach Schädel-Hirn-Verletzung. Von 10 bis 16 Uhr haben Besucher die Möglichkeit, auf den 3 Etagen des TTZ in der Lutherstraße 20 neben den hauseigenen Beratungs- und Trainingsangeboten auch die rehaspezifischen Leistungen verschiedener regionaler Partner aus den Bereichen Therapie, Hilfsmittelversorgung, Beruf und Selbsthilfe kennenzulernen.

Einen fachlichen Beitrag liefert die Neuropsychologin Antje Busch-Sandmann in einem Impulsvortrag zum Thema „Die Plastizität des Gehirns“ um 10:30 Uhr. Interessenten, Betroffene, Angehörige und Praxispartner erhalten damit einen Einblick in Störungsbilder und Therapiemöglichkeiten nach einer Hirnschädigung sowie Informationen zum Thema Fahreignung. Neben den vielseitigen Möglichkeiten zu Beratung, Information und fachlichem Austausch sorgen die zahlreichen Aktivangebote zum praktischen Ausprobieren für Spaß und Abwechslung. 

Ein langer Weg zurück ins Leben

So verschieden die Ursachen und Folgen einer Hirnverletzung sind, so komplex und vielschichtig ist auch das Netz an Versorgungsstrukturen und Hilfsangeboten in der Rehabilitation und Nachsorge der Betroffenen. Menschen, die aufgrund von Schlaganfall, Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutungen, Tumoroperation oder anderen neurologischen Erkrankungen aus ihrem gewohnten Leben gerissen werden, können heute dank hoch entwickelter akutmedizinischer Versorgungsmöglichkeiten gerettet werden. Oft sind lange Phasen klinischer Behandlung und stationärer Rehabilitation nötig, um eine gesundheitliche Stabilität zurückzugewinnen. Der erste Schritt zurück ins Leben ist gemacht. Doch oftmals ist der Weg zurück in einen selbständigen Alltag und Beruf noch lang. Die Folgen der Verletzung oder Erkrankung machen weiterführende Hilfen erforderlich. Hier beginnt die ambulante Nachsorge und Rehabilitation, um an die erreichten Erfolge stationärer Therapien anzuknüpfen, verbleibende Einschränkungen weiter zu behandeln, zu kompensieren und Hilfen im Umgang mit der veränderten Situation aufzuzeigen.

Über den Tellerrand schauen – Vernetzung schaffen

An diesem Prozess sind verschiedene Professionen und Dienstleister beteiligt: Logopädie, Physio- und Ergotherapie behandeln Funktionsstörungen, Neuropsychologen unterstützen bei der Krankheitsverarbeitung, Sanitätshäuser und Fachgeschäfte versorgen mit Hilfsmitteln, Beratungs- und Integrationsdienste geben Hilfe im Wiedereingliederungsprozess, vermitteln zwischen Betroffenen, Kostenträgern und Arbeitgebern und finden individuelle Lösungen, wo Anpassungen nötig sind. Schließlich tragen Selbsthilfenetzwerke dazu bei, mit der veränderten Lebenssituation umzugehen, Rat und Austausch bei anderen Betroffenen zu finden. Von der Vernetzung untereinander können alle profitieren. Der Blick über den eigenen Tellerrand ermöglicht einen wertvollen Erfahrungs- und Wissensaustausch, der im Einzelfall eine ganzheitliche Versorgung ermöglicht.

Unsere Partner

In diesem Sinne präsentieren sich am 31. Oktober folgende Partner im TTZ Oschatz: die Ergotherapie Danny Taube, die Logopädie Sophie Göllnitz, das Sanitätshaus Alippi Premium aus Oschatz, das Sehzentrum Fachgeschäft Dresden, das Neurologische Rehabilitationszentrum Leipzig Bennewitz, die Tagesklinik für Kognitive Neurologie der Universitätsklinik Leipzig, der Integrationsfachdienst (IFD) Sachsen aus Wurzen sowie die Selbsthilfegruppe für Erwachsene mit Sprachstörung in Riesa.

 

AktivTag NeuroReha aktivtagS1 aktivtagS2

 


NRW: 237 353 Patienten wurden 2014 in Reha-Einrichtungen behandelt

 

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2014 wurden in den 148 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen 237 353 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als statistisches Landesamt anlässlich des 12. Deutschen Reha-Tages (26.September 2015) mitteilt, waren die 20 589 Betten in diesen Einrichtungen zu 87,6 Prozent ausgelastet. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Patienten belief sich auf vier Wochen (27,8 Tage).

2014 gab es in Nordrhein-Westfalen zwei Reha-Einrichtungen weniger als ein Jahr zuvor. Die Gesamtzahl der Patienten war im Jahr 2014 um 6 149 Personen

(+2,7 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Betten stieg um 0,3 Prozent auf 20 589.

Die Reha-Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen beschäftigten Ende 2014 insgesamt 1 384 Ärztinnen und Ärzte, das waren 200 (+16,9 Prozent) mehr als im Jahr 2000. Die Zahl des Pflegepersonals stieg im selben Zeitraum um ein Fünftel auf 4 878 Pflegekräfte. Der Frauenanteil beim ärztlich tätigen Personal erhöhte sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozentpunkte auf 49 Prozent. Beim nichtärztlichen Personal (überwiegend Pflegepersonal und medizinisch- technischer Dienst) belief sich der Anteil der weiblichen Beschäftigten auf 78,2 Prozent. (IT.NRW)

(248 / 15) Düsseldorf, den 25. September 2015

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VdK sieht weiterhin Nachbesserungsbedarf bei der häuslichen Pflege

25.9.2015

vdk_ulrike_mascher_2057D1223389310_passt„Das neue Pflegestärkungsgesetz ist ein wichtiger Schritt für eine große Pflegereform. Nach 20 Jahren werden Menschen mit Demenz in der Pflegeversicherung endlich gleichgestellt“, so Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich der heutigen Beratung im Bundestag. Mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs wird eine zentrale Forderung des Sozialverbands VdK erfüllt. „Das war längst überfällig“, erklärt Mascher.

Trotzdem sieht der Sozialverband VdK noch Nachbesserungsbedarf. Gut sei, dass jeder, der heute pflegebedürftig ist, mindestens dieselben Leistungen wie bisher erhalten wird. Der VdK vermisst jedoch einen ausdrücklich unbefristeten Bestandsschutz. Eine wesentliche VdK-Forderung bleibt ebenfalls unerfüllt: die bessere Anerkennung pflegender Angehöriger. Zwar wurde die rentenrechtliche Bewertung für häusliche Pflege im Gesetz etwas verbessert, sie ist aber noch weit von einer notwendigen Gleichstellung mit Kindererziehungszeiten entfernt. „Pflegende Angehörige sind Leistungsträger dieser Gesellschaft. Wer sich als Berufstätiger entscheidet, einen Angehörigen zu pflegen, sollte keine Angst haben müssen, später deshalb in Altersarmut zu geraten“, erklärt die VdK-Präsidentin. Besorgniserregend seien in diesem Zusammenhang auch die aktuellen Zahlen des DAK-Pflegereports, die deutlich machen, dass pflegende Angehörige physisch und psychisch an ihre Grenzen gehen. „Wir müssen verhindern, dass pflegende Angehörige als Folge von Dauerbelastung und Überforderung selbst zum Pflegefall werden“, so Mascher

Auch sei es ein erheblicher Nachteil, dass die Dynamisierung der Pflegeleistungen um drei Jahre verschoben wird. „Um der weiteren Entwertung des Pflegegelds vorzubeugen, muss die Anpassung an das Preis- und Einkommensniveau sofort kommen“, fordert die VdK-Präsidentin.

Einen möglichst hohen Grad an Selbstständigkeit für Pflegebedürftige zu bewahren oder zurückzugewinnen und damit eine möglichst lange Versorgung zu Hause zu ermöglichen, soll ein zentrales Ziel des neuen Gesetzes sein. Mascher: „Wir hoffen, dass dies von den pflege- und gesundheitspolitischen Akteuren tatsächlich realisiert wird und die im Gesetz vorgesehenen Leistungen tatsächlich bei den Betroffenen ankommen. Bisher jedenfalls wurden beispielsweise viel zu wenig Anträge auf geriatrische Rehabilitationen genehmigt.“

Außerdem verlangt der VdK ein Mitspracherecht im künftigen Ausschuss zur Qualitätsberichterstattung in der Pflege. „Der VdK mit seinen über 1,7 Millionen Mitgliedern ist eine starke Lobby für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Er sollte beim Thema Qualität in der Pflege auch mitbestimmen dürfen“, betont Mascher.

verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Sozialverband VdK Deutschland
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Cornelia Jurrmann (verantwortlich)
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Klaus Hoffmann, ehemaliger Präsident der BfA, verstorben

Berlin. Am 23. September 2015 verstarb im Alter von 89 Jahren Klaus Hoffmann, viele Jahre Präsident der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) in Berlin.

Geboren am 13. April 1926 in Essen, begann Hoffmann nach Schule, Kriegsdienst, Kriegsgefangenschaft und Studium der Rechtswissenschaften in Mainz seinen Berufsweg 1954 bei der Ruhrknappschaft Bochum. Diese berief ihn 1961 in ihre Geschäftsführung. Ende 1968 wurde er zum Mitglied der Geschäftsführung der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) in Berlin gewählt. Er war dort mit der Führung der Bereiche Finanzen und Rehabilitation betraut. Von 1973 bis 1988 war Hoffmann Präsident der BfA. Zu seinem Ausscheiden 1988 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Hoffmann hat der Rehabilitation der Rentenversicherung einen hohen Stellenwert eingeräumt. In den zwei Jahrzehnten seiner Geschäftsführertätigkeit bei der BfA wurden die Strukturen für die Rehabilitation und die medizinischen Behandlungsstandards deutlich ausgebaut. Die Einführung der Anschlussrehabilitation (AHB) wurde maßgebend von ihm initiiert. Damit hat Hoffmann die Rehabilitation der Rentenversicherung maßgeblich weiterentwickelt. Auf seine Initiative hin ist der Finanzausgleich zwischen den einzelnen Rentenversicherungszweigen neu geregelt worden. Die Rentenreformen der 1970er und 1980er Jahre hat er maßgebend begleitet und den Prozess der langfristigen Konsolidierung der Rentenversicherung mit angestoßen.

Pressekontakt:

Dr. Dirk von der Heide
Tel.: 030 865-89178
Fax:  030 865-27379
Mail: pressestelle@drv-bund.de

6. Leipziger Wochen der Seelischen Gesundheit – wir machen mit!

25. September 2015bis10. Oktober 2015

Bereits zum sechsten Mal organisiert das Leipziger Bündnis gegen Depressionen die „Leipziger Wochen der Seelischen Gesundheit“. Vom 25. September bis zum 10. Oktober 2015 können Besucher unter der Maxime „Informieren – Austauschen – Mitmachen“ an Diskussionsrunden und Vorträgen teilnehmen sowie in Schnupperkursen und Workshops aktiv werden. MeineGesundheitskurse.de ist mit eigenen Angeboten vor Ort.

„In diesem Jahr kooperieren wir mit 44 Vereinen, Zentren und anderen Einrichtungen aus dem Bereich der Seelischen Gesundheit. Im Rahmen der Veranstaltungswochen organisieren sie insgesamt 99 Termine in Eigenregie“, erklärt Nicole Koburger, Koordinatorin des Gesamtprogramms. Das Leipziger Bündnis sehe sich dabei als Plattform, um die vielen Angebote in der Stadt etwas bekannter zu machen. „Wir zeigen Möglichkeiten auf, wie Interessierte selbst etwas für sich tun können. Dabei richten wir uns an diejenigen, die gesund bleiben wollen, wenn sie noch nicht von einer psychischen Erkrankung betroffen sind, aber auch an diejenigen, die im Fall einer Erkrankung einen Überblick über Hilfsmöglichkeiten und Anlaufstellen benötigen.“

Besucher der Veranstaltungen können sich nicht nur informieren und mit Akteuren oder Betroffenen in Dialog treten. „Zusammen mit den Anbietern haben wir außerdem eine breite Palette an Mitmach-Angeboten aufgestellt. In Schnupperkursen wird gezeigt, was Interessierte in den Gesundheitskursen erwartet: beispielsweise beim Yoga, beim Walken oder bei der Fuß- oder Wassergymnastik“, erklärt Koburger weiter.

Das Team von MeineGesundheitskurse.de ist zur Auftaktveranstaltung am 25. September 2015 in der Volkshochschule Leipzig mit einem Stand vertreten. Es informiert Besucher nicht nur über die Leistungen der eigenen Internetseite, sondern auch zu allgemeinengültigen Themen, wie der Vielfalt an Kursen, dem Kassenzuschuss oder Angebots-Vergleichen. Darüber hinaus hält ein Vortrag am 6. Oktober im „Im Einklang“ diese und weitere Informationen zu Präventionskursen bereit.

MeineGesundheitskurse.de startete am 15. Februar 2015. In Leipzig haben sich mittlerweile 20 Anbieter auf dem Portal registriert. Sie stellen derzeit 65 Kurse mit 81 Terminen zu den Themen Bewegung, Entspannung, gesunde Ernährung sowie Suchtmittelkonsum bereit. Die Internetseite richtet sich an Arbeitnehmer, junge Familien und alle anderen, denen ein gesundes Leben am Herzen liegt.

Paolo Schubert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
paolo.schubert@meinegesundheitskurse.de

Termine von MeineGesundheitskurse.de:
Auftaktveranstaltung zu den 6. Leipziger Wochen der Seelischen Gesundheit
25. September 2015, 17.30 Uhr,
Volkshochschule Leipzig, Löhrstraße 3-7, 04105 Leipzig

Die Vielfalt an (krankenkassengestützten) Gesundheitskursen – ein Überblick (Vortrag)
6. Oktober, 18 Uhr
„Im Einklang“, Ritterstraße 23, 04109 Leipzig

Hinweise zum Gesamtprogramm:
http://aktionswoche.seelischegesundheit.net/leipzig

Weitere Informationen:
Maik Jedro, Geschäftsführer
Smiling Bird UG (haftungsbeschränkt)
Gletschersteinstr. 43
D-04299 Leipzig
Telefon: 0341 219 46 43
E-Mail: maik.jedro@meinegesundheitskurse.de
http://www.meinegesundheitskurse.de


„Woche der Müttergesundheit“ des Müttergenesungswerks

28. September 2015bis4. Oktober 2015

 

Kostenloser Online Schnell-Test zur Kurbedürftigkeit

Berlin, 24. September 2015. Vom 28.9. bis 4.10.2015 findet bereits zum sechsten Mal die „Woche der Müttergesundheit“ des Müttergenesungswerks (MGW) statt. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr der „Online-Kurtest“ auf der Webseite des MGW. Zudem informieren bundesweit rund 1.300 vom MGW anerkannte Beratungsstellen sowie eine Vielzahl der Kureinrichtungen rund um das Thema physische und psychische Gesundheit von Müttern. Informiert wird überalltägliche Belastungsfaktoren und dadurch bedingte gesundheitliche Störungen von Müttern ebenso wie zu Fragen rund um die Kurbeantragung, Klinikauswahl und Nachhaltigkeit dieser ganzheitlichen Kurmaßnahmen. Erschöpfte Mütter können zudem auf der Webseite des MGW kostenlos einen „Online-Kurtest“ machen und selbst prüfen, ob eine Kurmaßnahme notwendig ist (www.muettergenesungswerk.de).

Nach wie vor ist die Zahl der kurbedürftigen Mütter hoch: Über zwei Millionen Mütter benötigen dringend eine Kurmaßnahme, doch weniger als 5 Prozent der Mütter nehmen eine Mütter- oder eine Mutter-Kind-Kurmaßnahme in Anspruch. Die Ursachen sieht Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks, vor allem in der Anspruchslosigkeit vieler Mütter: „Viele Mütter leiden unter verschiedenen gesundheitlichen Störungen wie starke Erschöpfung, Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Gereiztheit. Doch sie haben gelernt, ihre Bedürfnisse zurückzustellen – solange, bis sie nicht mehr können und sich gesundheitliche Störungen zu massiven Erkrankungen auswachsen. Unser Ziel ist es, die Gesundheit von Müttern zu stärken und langfristig zu erhalten – während der Kurmaßnahmen lernen Frauen auch alltagstaugliche Strategien, um mit alltäglichen Belastungen besser umzugehen. Daher wollen wir Mütter in der „Woche der Müttergesundheit“ nicht nur über passende Kurangebote informieren, sondern mit unserer Beratungsarbeit auch das Bewusstsein für die eigene Gesundheit wecken.“

Rund 50.000 Mütter und 72.000 Kinder haben 2014 an einer Kurmaßnahme in einer vom MGW anerkannten Klinik teilgenommen. Über 80 Prozent der Mütter leiden an Erschöpfungszuständen bis zum Burn-out, rund zwei Drittel der Kinder waren ebenfalls behandlungsbedürftig. Einkommensschwachen Müttern hilft das MGW soweit möglich mit Zuschüssen aus Spenden, damit der gesetzliche Eigenanteil, Fahrtkosten oder wetterfeste Kleidung für Kinder keine unüberwindlichen Hürden beim Kurantritt sind.

76 vom Müttergenesungswerk anerkannte Kliniken bieten für Mütter und Mütter mit Kindern Kurmaßnahmen sowie unterschiedliche Schwerpunkttherapien, zum Beispiel bei einer Krebserkrankung oder bei Trauer an. Bereits 14 Kliniken tragen das MGW-Prüfkennzeichen für Vater-Kind-Kuren. Alle 76 Kliniken erfüllen die mütterspezifischen Qualitätskriterien des Müttergenesungswerks.

Link zum Online-Kurtest:www.muettergenesungswerk.de/kurtest

Kurtelefon: 030/33 00 29-29

 

Kontakt:

Bettina Müller

Leiterin Presse-/Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising

Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk

Bergstraße 63 – 10115 Berlin

Tel.: 030 330029-14

mueller@muettergenesungswerk.de