Donnerstag, Februar 19th, 2015

 

Neujahrsempfang der FAW: Mainzer Bildungsträger kooperiert mit psychologischer Ambulanz

FAW-Psychologin Elisabeth Riebschläger informierte über das Angebot der FAW für Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS).

Im Mittelpunkt des diesjährigen fünften Neujahrsempfangs bei der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Mainz mit dem Thema „Die unsichtbare Verwundung – PTBS und berufliche Rehabilitation“ stand die neu initiierte Kooperation des Bildungsträgers mit der Psychologischen Ambulanz der Universität Mannheim.
In einem Fachreferat gab Diplom-Psychologin Josepha Zimmer von der Psychologischen Ambulanz der Universität Mannheim Einblicke in das Störungsbild und die Therapiemöglichkeiten der Posttraumatischen Belastungsstörung. „Das Leben zurückerobern“, nennt die Spezialistin für Angst- und Belastungsstörungen die besondere Herausforderung, der Menschen nach einem traumatischen Erlebnis gegenüberstehen.
FAW-Psychologin Elisabeth Riebschläger stellte den anwesenden Berufshelfern und Kostenträgern das Hilfeangebot des Bildungsträgers für Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung vor, welches in enger Kooperation mit der Psychologischen Ambulanz der Universität Mannheim durchgeführt wird. Hierbei übernimmt die Ambulanz die therapeutische Betreuung, während die FAW die berufliche Wiedereingliederung begleitet. „Es ist wichtig, den Betroffenen frühzeitig konkrete Möglichkeiten einer mittelfristigen Wiedereingliederung ins Berufsleben aufzuzeigen. Deshalb ist eine zeitnahe Verzahnung von medizinischer und beruflicher Reha wichtig. Mit einem Hilfeangebot „aus einer Hand“ ist auch der regelmäßige Austausch zwischen den im Reha-Verfahren Beteiligten gewährleistet. So können Alltagsbeobachtungen der FAW-Mitarbeiter unmittelbar in die Psychotherapie eingebracht werden. In den therapeutischen Sitzungen werden auch Ängste und Befürchtungen im Zusammenhang mit der beruflichen Wiedereingliederung bearbeitet. Neben diesem Kombiangebot, welches unser Angebotsspektrum erweitert, bieten wir auch weiterhin die rein berufliche Reha an“, schildert die FAW-Psychologin. Christiane Kahlert von der FAW Neuwied gab zum Abschluss einen anschaulichen Überblick über ihre Arbeit mit traumatisierten Rehabilitanden anhand eines Fallbeispiels aus der Praxis. Von Seiten des Bildungsträgers standen Mitarbeiter des Reha-Managements aus den Akademien in Hessen und Rheinland-Pfalz als Ansprechpartner zur Verfügung.
Das Reha-Management der FAW verfolgt das Ziel einer nachhaltigen Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Dabei steht der individuelle Bedarf des Rehabilitanden im Mittelpunkt. Die Mitarbeiter des Bildungsträgers – Psychologen, Sozialpädagogen und Reha-Fachkräfte – helfen den Rehabilitanden, frühzeitig neue Lebens- und Berufsperspektiven zu entwickeln und begleiten den Weg zurück ins Arbeitsleben. Im Reha-Management arbeitet die FAW mit mehr als 50 Kostenträgern zusammen, darunter Berufsgenossenschaften, Unfall- und Rentenversicherungen sowie private Versicherungen.

FAW-Psychologin Elisabeth Riebschläger informierte über das Angebot der FAW für Menschen mit Posttraumatischer  Belastungsstörung (PTBS).

FAW-Psychologin Elisabeth Riebschläger informierte über das Angebot der FAW für Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS).


Hörbarrieren im Beruf beseitigen

Pressemitteilung
Der neue Leitfaden auf www.hörkomm.de weist Unternehmen den Weg zu hörfreundlichen Arbeitsplätzen

Hamburg, 05.01.2015

Haben Sie einen Kollegen, der nicht mehr gut hört? Oder bemerken Sie selbst eine Einschränkung Ihrer Hörfähigkeit? Dann sind Sie nicht allein. Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhörig, ab 50 Jahren ist es bereits jeder Vierte. Die Einschränkung hat weitreichende Folgen. Besonders im Berufsleben stoßen schwerhörige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf viele Hörbarrieren.

Was in Unternehmen getan werden kann, um Hindernisse abzubauen und die Inklusion schwerhöriger Mitarbeiter voranzutreiben, ist meist nicht bekannt. Hier helfen die Angebote von hörkomm.de. Gemeinsam mit Experten, Betroffenen und Unternehmen hat hörkomm.de einen Leitfaden für das barrierefreie Hören und Kommunizieren in der Arbeitswelt entwickelt. Er richtet sich an Verantwortliche in Betrieben, etwa aus den Bereichen Personal- oder Gesundheitsmanagement, Schwerbehindertenvertretung, sowie an Menschen mit Hördefiziten.

Mit Abschluss der Projektförderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ist der Leitfaden nun vollständig auf der Internetseite www.hörkomm.de veröffentlicht. Unterteilt in übersichtliche Rubriken werden konkrete Vorgehensweisen dargestellt und in Checklisten prägnant zusammengefasst. So erfährt man beispielsweise, mit welchen Aktionen und Maßnahmen Mitarbeiter für das Thema Hören sensibilisiert werden können. Es wird vorgestellt, wie die Raumakustik verbessert werden kann, warum Schriftdolmetscher und Kommunikationsanlagen wichtige Unterstützungen darstellen und wie Alarmsysteme für hörbehinderte Menschen beschaffen sein müssen. Best-Practice-Beispiele zeigen, wie Unternehmen gute Lösungen bereits umgesetzt haben.

Neben dem Internetangebot führt hörkomm.de zukünftig auch Seminare in Unternehmen durch, die praxisnah vermitteln, wie das gute Hören in den betrieblichen Alltag integriert werden kann. Zur Sensibilisierung der Beschäftigten wird außerdem der Aktionstag „Gutes Hören“ angeboten.

„Mit unserem Leitfaden und den Angeboten zur barrierefreien Kommunikation wollen wir die uneingeschränkte Teilhabe hörbehinderter Menschen in der Arbeitswelt fördern“, sagt Heike Clauss von hörkomm.de. Durchgeführt wird das Projekt von der DIAS GmbH, einem Hamburger Forschungs- und Dienstleistungsunternehmen mit den Schwerpunkten Inklusion und Barrierefreiheit.

Kontakt
DIAS GmbH – Projekt hörkomm.de
Heike Clauss
Schulterblatt 36
20357 Hamburg
Tel. 040/43 18 75 15
clauss@dias.de


Nach Reha-Aufenthalt kann Schule wieder leichter fallen

 

KijuReha im NetzKindern und Jugendlichen, für die der tägliche Schulbesuch eine starke Belastung darstellt bis hin zur Schulverweigerung, kann eine stationäre Rehabilitation helfen, um wieder den (Schul)Anschluss zu bekommen. „Schulmeidendes Verhalten hat meist vielschichtige Gründe. Betroffene Schüler fühlen sich beispielsweise im Schulalltag überfordert, kommen aufgrund einer langen Krankheitsphase im Lehrplan nicht mit, erleiden zu viele Negativerlebnisse oder werden von ihren Mitschülern ausgegrenzt. Diese Schulangst kann sich wiederum in körperlichen Beschwerden wie Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafproblemen oder Niedergeschlagenheit äußern. Nicht selten sehen die Schüler hier drin sogar eine dankbare Möglichkeit, der Schule fernzubleiben. Wobei ich keineswegs damit meine, dass die Kinder simulieren – im Gegenteil ihr Leidensdruck ist enorm hoch. Sie brauchen unbedingt Unterstützung, um selbstbewusst den Weg zurück in den Schulalltag zu finden und damit eine Basis für das spätere Berufsleben zu haben“, erklärt Dr. Stephan Springer, Chefarzt und Leiter der Klinik Hochried in Murnau, die auf die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen spezialisiert ist.

Reha-Schule berücksichtigt individuelle Lernprobleme
Für diese Kinder und Jugendlichen bietet ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Kinder- und Jugend-Rehaklinik eine große Chance. Der Schulunterricht ist organisatorisch und pädagogisch in das therapeutische Gesamtkonzept der Reha-Kliniken eingebunden. „Die Reha-Maßnahme muss daher nicht in den Ferien stattfinden, es ist sogar besser sie während der normalen Schulzeit durchzuführen. Losgelöst von zu Hause und vom üblichen Schulumfeld können die Reha-Patienten so der Schule neu begegnen: In der Reha-Schule kann in kleinen Gruppen auf den Leistungsstand und die individuellen Lernprobleme eingegangen werden. In Kursen können verschiedene Lerntechniken geübt und die Lernmotivation verbessert werden. Bei Bedarf werden auch eine Berufsberatung, Schnupper-Praktika und Bewerbungstraining angeboten“, beschreibt Dr. Springer, der auch Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ist, das Potenzial einer Reha-Schule.

 

 

Zusammentreffen von Gleichgesinnten fördert Therapieerfolg
Beim Therapieerfolg ist neben dem Team der Reha-Schule auch das Gruppen-Zusammenleben maßgeblich. „Denn in der Reha lernen die Schüler Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Problemen kennen, es bildet sich eine neue Gemeinschaft. Da gibt es nicht die allseits angesagten Cliquenanführer oder die Überflieger, die nur gute Noten schreiben. Im Gegenteil, da treffen sich zum Beispiel Schüler, die aufgrund ihres Aussehens oder ihres Übergewichts gemobbt werden, Schüler, die die Beziehungsprobleme ihrer Eltern mittragen müssen, und Schüler, die einen anderen Lernansatz benötigen als er üblicherweise in staatlichen Schulen vermittelt wird. Dieses konkurrenzfreie Aufeinandertreffen nimmt meist einen enormen Druck von den jungen Patienten, wenn sie sehen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein dastehen und Verständnisfragen stellen dürfen, ohne dass sie von den Mitschülern verspottet werden“, bestätigt auch Dr. Edith Waldeck, Chefärztin der Kinder- und Jugend-Reha-Einrichtung „Edelsteinklinik“, die positiven Auswirkungen einer Kinderreha bzw. Jugendreha bei schulmeidendem Verhalten. „So können im therapeutischen Gesamtkonzept Schulangst abgebaut, Selbstvertrauen aufgebaut und Lernlücken verringert werden. Auf dieser Grundlage wird am Ende des Reha-Aufenthalts zusammen mit dem Schüler und seiner Familie eine erfolgreiche Re-Integration ins Schulleben, die allerdings nicht selten mit einem Klassen- oder Schulwechsel verbunden ist, geplant“, ergänzt die Kinder- und Jugendärztin.

Unterstützung & ärztliche Abklärung sind wichtig
Der Weg dorthin ist sicher nicht einfach. „Es gibt deutschlandweit rund 500.000 Schüler, die unregelmäßig den Unterricht besuchen, davon sind etwa 30.000 Totalverweigerer. Die Betroffenen haben in der Regel einen langen Leidensweg hinter sich, die Ablehnung der Schule entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sie ist ein langer Prozess“, meint Dr. Waldeck. „Sollten Eltern bei ihrem Kind erste Anzeichen eines schulmeidenden Verhaltens beobachten, empfehle ich, die Ursachen für die Ablehnung der Schule von einem Kinder- und Jugendarzt oder Kinder- und Jugendpsychiater frühzeitig abklären zu lassen und eine Reha-Maßnahme zu beantragen. Aber auch wenn bereits viele Schulfehlzeiten bestehen, ist dieser Schritt nicht zu spät. Wichtig ist es, diesen jungen Menschen Mut zu machen und ihnen eine Perspektive zu geben, auch in Hinblick auf eine spätere Berufstätigkeit“, betont Dr. Waldeck.

Alle Infos zur Kinderreha und Jugendreha auf einen Blick
Die Kosten für eine Kinderrehabilitation bzw. Jugendrehabilitation übernehmen die deutschen Rentenversicherungen und die gesetzlichen Krankenkassen. Weitere Informationen rund um das Thema „Kinder- und Jugendreha“ inklusive einer Liste der Kinder- und Jugend-Rehakliniken sowie Tipps zur Antragsstellung erhalten Sie unter www.kinder-und-jugendreha-im-netz.de

 

Kontakt und Nachfragen:

 

Moni Traute | Redaktions- & Projektleiterin

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