Februar, 2015

 

Attraktive Arbeitgeber im Gesundheits- und Sozialwesen ausgezeichnet

Great Place to Work® Institut Deutschland

Köln.  Die Gewinner des bundesweiten Arbeitgeber-Wettbewerbs „Beste Arbeitgeber Gesundheit & Soziales 2015“ des Great Place to Work Instituts stehen fest. Die ersten Plätze belegen in diesem Jahr in der Kategorie „Kliniken“ das Heinrich Sengelmann Krankenhaus aus dem schleswig-holsteinischen Bargfeld-Stegen, die St. Gereon Seniorendienste aus dem nordrhein-westfälischen Hückelhoven im Bereich „Pflege“, die Behinderten- und Altenhilfeeinrichtung St. Josefshaus Herten aus dem badischen Rheinfelden in der Kategorie „Soziales“, die Reha Vita Klinik für Gesundheit und Sport aus Cottbus im Bereich „Ambulante Versorgung“ sowie der Caritasverband Olpe in der Kategorie „Trägergesellschaften“.

Die diesjährigen Sonderpreise gingen in der Kategorie «Gesundheitsförderung» an die Caritas Wohn- und Pflegegemeinschaft Seniorenheim St. Josef aus dem bayrischen Hauzenberg, an die St. Gereon Seniorendienste aus Hückelhoven für «Vereinbarkeit von Beruf & Privatleben» sowie an die Blomberg Klinik aus dem niedersächsischen Bad Laer in der Kategorie «Qualifizierung».

Die Top-Platzierungen bei den kleinen Einrichtungen mit unter 50 Mitarbeitern erhielten im Bereich „Ambulante Versorgung“ die zahnärztliche Gemeinschaftspraxis INOVA+ dental aus Alsdorf bei Aachen sowie im Bereich „Pflege“ der Ambulante Dienst Schloß Rheinweiler aus Baden-Württemberg.

Die komplette Besten-Liste „Beste Arbeitgeber Gesundheit & Soziales 2015“ sowie Veranstaltungsfotos sind abrufbar unter: www.greatplacetowork.de/siegerliste-bags-2015

Insgesamt wurden 23 Unternehmen aus der Gesundheits- und Sozialbranche für ihre besondere Qualität und Attraktivität als Arbeitgeber ausgezeichnet. 235 Einrichtungen aus der gesamten Gesundheits- und Sozialbranche hatten sich bei der Benchmark-Untersuchung „Beste Arbeitgeber Gesundheit & Soziales 2015“ beteiligt und einer unabhängigen Überprüfung ihrer Qualität und Attraktivität als Arbeitgeber auf Basis einer Mitarbeiterbefragung sowie einer Managementbefragung gestellt.

„Das Gesundheits- und Sozialwesen hat immer noch Nachholbedarf in punkto Arbeitsplatzqualität und Arbeitgeberattraktivität“, sagte Frank Hauser, Geschäftsführer von Great Place to Work® Deutschland bei der Preisverleihung im Börsensaal der IHK Köln. „Umso mehr freuen wir uns, dass sich viele Einrichtungen auf den Weg machen, sehr gute und attraktive Arbeitgeber zu werden. Die Auszeichnung steht für ein glaubwürdiges Management, das fair und respektvoll mit den Beschäftigten umgeht und ein hohes Maß an Vertrauen, Stolz und Teamgeist in der Zusammenarbeit stiftet“, so Hauser weiter.

Vorausgegangen war der Preisverleihung der Fachdialog „Gesund und attraktiv arbeiten“. Über 150 Vertreter aus Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft und Politik nahmen an der Veranstaltung teil. Das Great Place to Work Institut Deutschland zeichnet im Rahmen des Branchenwettbewerbs „Beste Arbeitgeber Gesundheit & Soziales“ bereits seit 2006 jährlich Kliniken, ambulante Versorger, Pflegeeinrichtungen und Sozialunternehmen aus, die ihren Beschäftigten besonders gute und attraktive Arbeitsbedingungen bieten und eine nachhaltige Personal- und Führungsarbeit pflegen. Kooperationspartner der „Great Place to Work“-Initiative in der Gesundheits- und Sozialbranche ist der Zeitverlag, Herausgeber der Wochenzeitung „DIE ZEIT“.

Hintergrund und Ziele des Wettbewerbs

Der Wettbewerb „Beste Arbeitgeber Gesundheit & Soziales“ fand bereits zum neunten Mal statt.

Ziel der Initiative ist es, Gesundheits- und Sozialunternehmen bei der Entwicklung einer attraktiven Arbeitsplatzkultur zu fördern, und die Branchen und seine Unternehmen durch ein eigenes Qualitätssiegel für gute Arbeitsplatzqualität zu stärken. Vorausgegangen war den Auszeichnungen eine unabhängige Überprüfung der Qualität und Attraktivität der Arbeitsplatzkultur in den teilnehmenden Unternehmen durch das Great Place to Work Institut. Bewertungsbasis waren Mitarbeiterbefragungen zu zentralen Arbeitsplatzthemen wie Führung, Zusammenarbeit, Wertschätzung, Identifikation mit der Arbeit, Bindung an das Unternehmen, berufliche Weiterbildung, Vergütung, Gesundheitsförderung und Life-Balance. Zudem wurde das Management zur Qualität und Nachhaltigkeit der Maßnahmen und Konzepte der Personal- und Führungsarbeit befragt.

Alle Teilnehmer profitierten unabhängig von einer Platzierung auf der Besten-Liste von der Standortbestimmung und wichtigen Vergleichsmöglichkeiten und Impulsen für ihre Weiterentwicklung als attraktive Arbeitgeber.

Der Wettbewerb „Beste Arbeitgeber Gesundheit & Soziales“ findet unter dem Dach des bereits seit 2002 bundesweit durchgeführten Wettbewerbs „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ von Great Place to Work® statt, dessen diesjährige Gewinner am 4. März 2015 in Berlin gekürt werden. Über 600 Unternehmen haben sich daran beteiligt. Zum Folgewettbewerb „Beste Arbeitgeber Gesundheit & Soziales 2016“ können sich Unternehmen der Gesundheits- und Sozialbranche aller Art und Größen ab sofort anmelden unter: www.greatplacetowork.de – Ansprechpartner: Stefan Borgelt – Telefon: 0221 / 9333 5-0, E-Mail: sborgelt@greatplacetowork.de

Über das Great Place to Work® Institut

Great Place to Work® ist ein unabhängiges, international tätiges Forschungs- und Beratungsnetzwerk, das Unternehmen in rund 50 Ländern weltweit bei der Entwicklung einer vertrauensvollen und begeisternden Arbeitsplatzkultur unterstützt. Neben individuellen Leistungsangeboten zur Standortbestimmung und Weiterentwicklung ermittelt das Institut im Rahmen überregionaler, regionaler und branchenspezifischer Benchmark-Untersuchungen in Zusammenarbeit mit namhaften Partnern regelmäßig sehr gute Arbeitgeber und stellt diese der Öffentlichkeit vor. Stammsitz des 1991 gegründeten Unternehmens ist San Francisco, USA. Das deutsche Great Place to Work® Institut wurde 2002 gegründet und beschäftigt am Standort Köln aktuell 75 Mitarbeiter.

Kontakt

Great Place to Work® Deutschland, Hardefuststraße 7, 50677 Köln, Tel.: 0221 – 93 33 5-0, E-Mail: info@greatplacetowork.dewww.greatplacetowork.de

Pressekontakt:

Kommunikationsberatung
Ansgar Metz
Haselbergstraße 19
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Tel.: 0177 295 3800
E-Mail: ansgar.metz@email.de

Belastung und sozialer Zusammenhalt: Studienband bietet kompakten Überblick über Situation pflegender Angehöriger

Hamburg. Sieben von zehn Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause gepflegt, zwei Drittel von ihnen ausschließlich durch Angehörige. Wie es um deren Gesundheit steht und unter welchen Belastungen sie leiden, dazu hat die Techniker Krankenkasse (TK) mit ihrer aktuellen Pflegestudie umfangreiche Daten und Zahlen vorgelegt. Aufgrund der großen Nachfrage erscheinen diese jetzt als Studienband.

Insgesamt 1.007 Pflegende hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Wissenschaftlichen Instituts der TK (WINEG) persönlich interviewt. „Wir haben wichtige Erkenntnisse über den Gesundheitszustand Pflegender gewonnen. So fühlt sich jeder Zweite oft körperlich erschöpft. Jeder Dritte gibt sogar an, dass die Pflege die eigene Gesundheit angreife“, erklärt Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK.

Daneben gibt es aber durchaus positive Aspekte. So empfinden die allermeisten der Befragten den Kontakt zu dem Erkrankten als gut (95 Prozent) und die überwiegende Mehrheit erfährt auch Anerkennung für ihre Hilfe (76 Prozent).

Knapp zwei Drittel der pflegenden Angehörigen (65 Prozent) sind täglich im Einsatz. Ein Viertel der Befragten (26 Prozent) kümmert sich vier bis sechs Tage die Woche um den Pflegebedürftigen. „Hier können wir konkret beleuchten, was die Pflegenden belastet und wie bekannt die Beratungs- und Entlastungsangebote der Pflegeversicherung sind. Dies möchten wir auch als Impuls in die aktuelle gesundheitspolitische Diskussion tragen“, so Ballast.

Die Studie „Pflegen: Belastung und sozialer Zusammenhalt. Eine Befragung zur Situation von pflegenden Angehörigen“ erscheint in der Reihe WINEG Wissen – zunächst in einer Print-Auflage von 200 Exemplaren. Darüber hinaus steht die Pdf-Version unter www.tk.de (Webcode: 699766) zum Download zur Verfügung.

Von den 1.007 Befragten sind die große Mehrheit (79 Prozent) Frauen. Über die Hälfte der Pflegenden (52 Prozent) ist 50 bis 65 Jahr alt. Oft pflegen enge Verwandte, vor allem Kinder. Insgesamt ist das bei der Hälfte der Befragten der Fall. 18 Prozent der Angehörigen pflegen den Lebenspartner, elf Prozent ein Elternteil des Partners. 41 Prozent der Befragten leben mit dem Pflegebedürftigen im gleichen Haushalt.

Hinweis für die Redaktionen

Ansprechpartner für den Bezug eines Print-Exemplars der Studie ist Dr. Beate Bestmann vom WINEG (www.tk.de, Webcode: 202262).

Weitere Infos zur Versorgung Älterer und zur Pflegereform sind unter www.presse.tk.de (Webcode: 688440) zu finden. Hier stehen ebenfalls Infografiken zur TK-Pflegestudie sowie honorarfreie Pressefotos zum Download zur Verfügung.

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TK-Pressestelle
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18. Klinikvertretertreffen und 10. TRT-Treffen der DTL: Experten diskutieren über Therapien bei Tinnitus

Am vergangenen Wochenende kamen rund 60 Experten auf Einladung der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL) in die Habichtswald Klinik nach Kassel-Bad Wilhelmshöhe, um über Behandlungsmethoden bei Ohrgeräuschen zu diskutieren. Den Auftakt bildete am Freitag, den 20. Februar die Sitzung des Fachlichen Beirats der DTL. Am Samstag, den 21. Februar fand das 18. Klinikvertretertreffen und 10. TRT-Treffen der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. statt.

Im Vorfeld der Veranstaltung wählte der Fachliche Beirat der DTL seine neuen Sprecher, die auf der Sitzung des DTL-Fachbeirats 2015 am 20. Februar bekannt gegeben wurden. Neuer Sprecher des Beirats ist Prof. Dr. Gerhard Hesse aus Bad Arolsen. Zum ersten stellvertretenden Sprecher des Beirats wurde Prof. Dr. Gerhard Goebel aus Prien am Chiemsee ernannt, zum zweiten stellvertretenden Sprecher wurde Dr. Sven Schmiedl aus Wuppertal gewählt.

DTL-Klinikvertretertreffen

Die Teilnehmer des 18. Klinikvertretertreffens und 10. TRT-Treffens der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vor der Habichtswald Klinik in Kassel-Bad Wilhelmshöhe.

Sowohl in der Sitzung des DTL-Fachbeirats als auch beim Treffen der Klinikvertreter und Tinnitus-Retraining-Therapie-Teams standen die verschiedenen Therapiemöglichkeiten und deren Bewertung im Mittelpunkt. Nach einer Begrüßung des DTL-Geschäftsführers Michael Bergmann und einer Einführung von DTL-Vizepräsident Prof. Dr. Gerhard Goebel wurden am Samstagvormittag Fachvorträge zu den Themen Tinnitus und Hyperakusis gehalten. Zu Beginn referierte Prof. Dr. Gerhard Hesse, Chefarzt und Geschäftsführer der Tinnitus-Klinik Dr. Hesse, über den „Stand der medizinischen Therapie bei Tinnitus“. Ein akuter Tinnitus (bis drei Monate) müsse, so Prof. Hesse, klar vom chronischen Tinnitus (ab drei Monate) abgegrenzt werden. Ein Ohrgeräusch entstehe fast immer im Innenohr, jedoch sei das, was in der Hörbahn bei der Weiterleitung von Tönen geschehe, entscheidend dafür, ob der Tinnitus belastend sei. Prof. Hesse stellte fest, dass es bereits viele wirksame Therapien gebe, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, die als einzige der Methoden klar evidenz-basiert sei. Auch die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) und die Versorgung mit Hörgeräten seien sehr wirksam, ebenso die Hörtherapie sowie die Musiktherapie als wesentlicher Bestandteil der Hörtherapie, in Verbindung mit anderen Therapiebausteinen wie beispielsweise auch Entspannungsverfahren. Prof. Hesse ging auch auf Behandlungsmethoden mit unterschiedlichen medizintechnischen Geräten und Verfahren ein, wie Akustische Neurostimulation oder transkranielle Magnetstimulation etc., die jedoch allesamt keinen dauerhaften Erfolg brächten. Eine klare Absage erteilte er auch diversen Medikamenten und Durchblutungsmitteln, die komplett sinnlos seien.

Im Anschluss beschrieb Dr. Helmut Schaaf, Leitender Oberarzt der Tinnitus-Klinik Dr. Hesse, „Die Rolle der Hörtherapie in der Tinnitus-Behandlung“. Der Tinnitus sei ein Phänomen der Hörwahrnehmung, das mit Hörschäden zusammenhänge, hilfreich könnten dabei Verhaltensänderungen und Konfliktbewältigung sein. Zunächst solle Dr. Schaaf zufolge abgeklärt werden, ob es organische Gründe für den Tinnitus gebe, wie beispielsweise ein Hörschaden, der frühzeitig versorgt werden müsse. Die Hörtherapie werde in Gruppen- und Einzeltherapie durchgeführt und umfasse Erklärungen und Erläuterungen für die Patienten sowie praktische Übungen zur Wahrnehmung von Geräuschen. Diese könnten unter anderem auch im Freien durchgeführt werden, wo sich die Patienten immer leiseren Geräuschen (zum Beispiel Brunnenplätschern) zuwenden und dabei auf ihre Empfindungen achten sollen. Das Gehörte und Empfundene werde dann anschließend mit dem Therapeuten besprochen. Auch die Progressive Muskelentspannung sei hier hilfreich.

Der Frage „Wie effektiv unterstützen manuelle Therapieverfahren eine Minderung der Tinnitus-Belastung?“ ging Dr. Robert Behrmann von der Gemeinschaftspraxis Dr. Robert Behrmann und Dr. Andreas Fischer aus Ditzingen nach. Bei der manuellen Therapie schaue man auf mögliche Funktionsstörungen im Bewegungsapparat sowie darauf, ob etwas auf craniomandibuläre oder craniocervicale Dysfunktionen hinweise, so Dr. Behrmann. Ist das Ohrgeräusch durch Bewegung des Kiefers oder der Halswirbelsäule beeinflussbar, sei ein Zusammenhang diesbezüglich sehr wahrscheinlich und eine Überweisung an einen Zahnarzt oder Orthopäden angezeigt. Jedoch ist diese Behandlungsform nicht isoliert von anderen zu betrachten: „Die manuelle Therapie bleibt ein Baustein im Gesamtsystem der Therapiebausteine“, sagte Dr. Behrmann.

Über „Tinnitus bei Kindern und Jugendlichen“ sprach anschließend Prof. Hesse. Ohrgeräusche in dieser Altersgruppe nehmen nicht zu, sondern würden nur mehr beachtet, so Prof. Hesse. Er plädierte dafür, eine mögliche Hörstörung abzuklären und gegebenenfalls mit Hörgeräten zu behandeln. Ansonsten jedoch sei für eine weitere Behandlung ausschlaggebend, ob die Kinder selbst sagten, dass sie der Tinnitus störe oder sie darunter litten, da das kindliche Hörsystem extrem entwicklungsfähig sei. Oft reagierten die Eltern mit Sorge oder Angst, und dadurch werde verhindert, dass die Kinder das Geräusch habituierten, so dass es sich daher verfestige. Andererseits könne Tinnitus auch auf eine psychische Belastung hinweisen, oder der Tinnitus entstehe als Zeichen einer vegetativen Überreizung, beispielsweise durch Termindruck aufgrund vieler Hobbys etc. In diesen Fällen könne eine Behandlung bei einem Kinderpsychologen sinnvoll sein.

Abgerundet wurden die Vorträge durch Prof. Dr. Gerhard Goebels Ausführungen über „Neues in der Psychodiagnostik bei Tinnitus und Hyperakusis“. Er erläuterte, dass Hyperakusis häufig dem Tinnitus vorausgehe. Es handle sich hierbei um einen „Prä-Tinnitus“, und dies sei der einzige Zeitpunkt, an dem man die Ausprägung eines Tinnitus verhindern könne, indem man die Hyperakusis behandle. Prof. Goebel schilderte außerdem die Entwicklung des sogenannten „Mini-HK9“, eines von ihm und Prof. Dr. Wolfgang Hiller aus Mainz erstellten kleinen Hyperakusis-Fragebogens, der bessere Ergebnisse liefere als umfangreichere Fragebögen.

Am Nachmittag standen drei verschiedene Workshops zur Auswahl: „Praktische Aspekte der Hörtherapie – zum Mitmachen“ von Dr. Helmut Schaaf, „Integrative Bewegungstherapie in der Behandlung von Tinnitus und Schwindel“ von Katharina Backhauß, Bewegungstherapeutin der Schön Klinik Bad Arolsen, sowie „Meditieren über den Dächern Kalkuttas – Aufmerksamkeitslenkung bei Tinnitus und Hyperakusis“ von Jürgen Horn, Leitender Arzt der Klinik Berus in Überherrn-Berus.

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 13.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss in Europa und zum anerkannten Partner des Gesundheitswesens in Deutschland. Über 800 Fachleute gehören der DTL als Partner und fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, Hörgeräteakustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 90 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal.

 

Kontakt:
Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)
Sabine Wagner
Am Lohsiepen 18
42369 Wuppertal
Tel.: 0202 24652-24
Fax: 0202 24652-20
E-Mail: s.wagner@tinnitus-liga.de
– Bei Veröffentlichung freuen wir uns über einen Beleg. –


Bevölkerung wird älter, aber ungesund / Deloitte-Studie: Zehn Prozent der Bevölkerung sterben an Folgen von Tabakkonsum

Düsseldorf/München. Deloittes „Global Healthcare Outlook – Common goals, competing priorities“ zeigt die demografischen Herausforderungen der Gesundheitsbranche. Die Lebenserwartung wird bis 2018 weltweit auf 73,7 Jahre ansteigen, was eine höhere Nachfrage an medizinischer Versorgung mit sich bringt. Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung sind dann über 65 Jahre alt, in Westeuropa sogar über 20 Prozent. Die Behandlungsmethoden werden stetig verbessert. Ebola oder HIV stellen eine Herausforderung dar, dennoch bleiben Krebs und Herzkrankheiten als Folge von Bewegungsarmut und Fettleibigkeit häufigste Todesursache. Zehn Prozent der Todesfälle sind auf die Folgen von Tabakkonsum zurückzuführen. Regierungen spielen eine immer größere Rolle für den Gesundheitsbereich, da sie größtenteils die Ausgaben finanzieren und den Markt regulieren. Bei der Abdeckung mit Krankenhausbetten liegt Deutschland mit 7,3 pro 1.000 Einwohner vorne. Beim Personal herrscht in vielen Ländern Mangel und es werden dringend Ärzte und Pflegefachkräfte benötigt.

„Auch wenn Deutschland ein vergleichsweise gutes Gesundheitssystem und eine hohe Abdeckung mit medizinischem Personal und Krankenhäusern hat, müssen Konzepte entwickelt werden, die dies langfristig auch in ländlichen und strukturschwachen Regionen sicherstellen“, erklärt Dr. Gregor-Konstantin Elbel, Partner und Leiter Life Sciences & Healthcare bei Deloitte.

Ärzte und Krankenschwestern gesucht

Für eine optimale medizinische Versorgung müssen Infrastruktur und der Nachwuchs bei Ärzten und Pflegepersonal gewährleistet werden. Dabei ist die Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften herausfordernd, auch wenn die Ärztezahl pro 1.000 Einwohner bis 2018 mit 1,8 weltweit konstant bleibt. Sowohl in Südafrika (0,6 Ärzte/1.000 Einwohner) als auch in Südostasien (Indonesien: 0,4/1.000) ist der Ärztemangel bereits heute akut. In Indien werden zusätzliche 1,5 Millionen Mediziner und 2,4 Millionen Krankenschwestern benötigt, um eine adäquate Versorgung sicherzustellen.

Medizinische Versorgung in Krankenhäusern

Die Abdeckung der medizinischen Versorgung variiert weltweit stark: In Westeuropa ist die Infrastruktur gut – in Deutschland ist die Anzahl von Krankenhausbetten mit 7,3 (2013) pro 1.000 Einwohner am höchsten. In Brasilien sind es hingegen nur 2,5 und in Mexiko nur 1,1 Betten. Indien müsste im kommenden Jahrzehnt 50 Milliarden Dollar investieren, um eine ausreichende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Derzeit gibt es lediglich ein Bett pro 1.050 Einwohner (=0,95/1.000).

   Land            Krankenhausbetten/1.000 EW* 
   Deutschland                7,3 
   Frankreich                 6,3 
   UK                         2,9 
   USA                        2,9 
   Brasilien                  2,5 
   Mexiko                     1,1 
   *2013

Luxusgut medizinische Versorgung

Bis 2018 steigt die Zahl gut verdienender Haushalte weltweit um 30 Prozent, mehr als die Hälfte davon aus Asien. Das Bevölkerungswachstum und der steigende Reichtum tragen zu höheren Kosten für medizinische Leistungen bei. Es herrscht Angst vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft mit einer geringen (staatlichen) Basisversorgung und einer guten privaten Abdeckung für Besserverdiener. Bisher war die Versicherung häufig volumenbasiert, zukünftig wird sich dies jedoch hin zu einer stärkeren Leistungsorientierung verschieben. Es werden neue „Value-based Healthcare“-(VBC)Modelle entwickelt, unter anderem zur nutzenbasierten Vergütung von Krankenhäusern und Ärzten. In den USA erwarten Mediziner, dass die Hälfte ihrer Vergütung an das Behandlungsergebnis bzw. den Gesamtnutzen (Value) ihrer Leistung gekoppelt sein wird.

Verbesserte Behandlungsmethoden

Der demografische Wandel sorgt für eine höhere Nachfrage nach medizinischen Leistungen. Bessere Behandlungsmethoden bei Krebs sowie Herz- und Kreislauferkrankungen erhöhen die Lebenserwartung auf 73,7 Jahre (2013: 72,7 Jahre). Dennoch bleiben diese Krankheiten vor allem in Emerging Markets die häufigste Todesursache als Folge von Urbanisierung, einem bewegungsarmen Alltag und steigender Fettleibigkeit. Durch bessere Hygiene und breitere medizinische Versorgung gibt es in Entwicklungsländern eine geringere Kindersterberate und Infektionen werden weiter verringert. Ebola, HIV und resistente Tuberkuloseerkrankungen bleiben jedoch nach wie vor eine Gefahr. Bis 2020 werden voraussichtlich 7,5 Millionen Menschen an den Folgen von Tabakkonsum sterben, was zehn Prozent aller Todesfälle ausmacht.

„Regierungen sollten nicht nur durch geeignete Anreizsetzung Einfluss auf die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems und der Versorgungsstrukturen ausüben, sondern im Sinne eines integrierten Ansatzes auch die Prävention bei den Bürgern gezielt stärken, z.B. mit Kampagnen für einen gesunden Lifestyle“, schließt Dr. Gregor-Konstantin Elbel.

Die komplette Studie finden Sie unter http://ots.de/ncWDz zum Download.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen; Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern und Gebieten verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und steht Kunden so bei der Bewältigung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen zur Seite. „To be the Standard of Excellence“ – für mehr als 200.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: absolute Integrität, erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung und kulturelle Vielfalt. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited („DTTL“), eine „private company limited by guarantee“ (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen. DTTL und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sind rechtlich selbstständig und unabhängig. DTTL (auch „Deloitte Global“ genannt) erbringt selbst keine Leistungen gegenüber Mandanten. Eine detailliertere Beschreibung von DTTL und ihren Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns.

© 2015 Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Pressekontakt:

Isabel Milojevic
Leiterin Presse
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imilojevic@deloitte.de

Fachkräftenachfrage zieht zum Jahresbeginn deutlich an

StepStone Deutschland GmbH

Düsseldorf.  Der Fachkräftemarkt in Deutschland startet in diesem Jahr fast 10 % stärker als in den Vorjahren. Die aktuellen Ergebnisse des StepStone Fachkräfteindex zeigen, dass die Nachfrage vor allem in den Gesundheitsberufen überdurchschnittlich zugelegt hat: Die Zahl der Stellenausschreibungen für Pflegepersonal ist im Vergleich zum Januar 2014 um 58 % gestiegen, bei den Ärzten sind es 27 %.

„Die steigende Personalnachfrage im Gesundheitswesen ist für uns nicht überraschend, denn der herrschende Fachkräftemangel trifft das Gesundheitswesen stärker als jeden anderen Bereich“, kommentiert Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von StepStone. „Medizinische und therapeutische Einrichtungen sind vom demografischen Wandel gleich doppelt betroffen – die Anzahl der Patienten steigt, zeitgleich werden die verfügbaren Fachkräfte rar.“

Der Bedarf an Spezialisten in den Personalabteilungen ist ebenfalls deutlich gestiegen. Ein Blick auf die Entwicklung der letzten zwei Jahre zeigt: Die Anzahl der Stellenausschreibungen für das Personalwesen erhöht sich seit 2013 konstant und war seitdem nie so hoch wie im Januar 2015. „Ein Grund für diese Entwicklung ist, dass die Aufstellung der Personalabteilung angesichts des Fachkräftemangels immer wichtiger für den Unternehmenserfolg wird.“, so Dr. Sebastian Dettmers.

Mehr Informationen unter www.fachkraefteatlas.de.

Über den StepStone Fachkräfteindex

Der StepStone Fachkräfteindex bietet einen Überblick über die Entwicklung der Fachkräftenachfrage in Deutschland – bundesweit, regional und nach Berufsgruppen. Unter www.fachkraefteatlas.de werden die aktuellen Entwicklungen der Fachkräftenachfrage monatlich aktualisiert. Basis der Auswertung ist die Anzahl der Stellenausschreibungen auf allen relevanten Online- und Print-Plattformen seit 2013 (Quelle: Anzeigendaten.de).

Pressekontakt:

StepStone Deutschland GmbH
Presseteam
Telefon: (0211) 93493-5731
E-Mail: presse@stepstone.de
www.stepstone.de

vdek zum Präventionsgesetz: Quersubventionierung der BZgA durch Beitragsmittel der Kassen nicht hinnehmbar – Vorschläge des Bundesrates ernst nehmen

Freitag, 20. Februar 2015

Verband der Ersatzkassen e. V.

PRESSEMITTEILUNG

 

Berlin – Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat seine Forderung an die Politik bekräftigt, den Entwurf zum geplanten Präventionsgesetz (PrävG) noch einmal zu korrigieren. „Vor allem die Quersubventionierung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durch Beitragsmittel ist für die Ersatzkassen nicht hinnehmbar“, erklärte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek. Der Referentenentwurf sieht vor, die Behörde mit mindestens 0,50 Euro je GKV-Versicherten für die Prävention in Lebenswelten wie Kindergärten, Schulen oder Pflegeeinrichtungen auszustatten. Überdies soll die BZgA künftig als Geschäftsstelle für die neue Nationale Präventionskonferenz fungieren.

 

„Wenn der Gesetzgeber dies wie geplant umsetzt, würde die BZgA als nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) mindestens ein Viertel der gesamten GKV-Mittel für die Prävention in nichtbetrieblichen Lebenswelten erhalten. Aus Sicht der Krankenkassen ist dies nicht sachgerecht – und vergaberechtlich ist es mehr als problematisch“, erklärte Elsner. Die Kernkompetenz der BZgA liege in der Gestaltung und Durchführung von Aufklärungskampagnen sowie in der Erstellung von Informationsmaterial. Hier leiste die BZgA hervorragende Arbeit. Es sei aber nicht ersichtlich, wie die Behörde die nun geforderte konkrete Projektarbeit in Lebenswelten etc. leisten kann, so die vdek-Vorstandsvorsitzende.

 

Unterstützung für ihre Position hatten die Krankenkassen jüngst auch vom Bundesrat erhalten, der den vom BMG vorgeschlagenen Betrag von 0,50 Euro ebenfalls für zu hoch erachtet und maximal 0,40 Euro vorschlägt. „Die Länder haben erkannt, dass Präventionsangebote zu unterbreiten und zu steuern eine Aufgabe ist, die in die Hände der Selbstverwaltung gehört“, sagte Elsner. Dieser Einschätzung der Länder sollte das BMG folgen und das Präventionsgesetz entsprechend ändern.

 

Der Bundesrat hatte seinen Beschluss damit begründet, dass eine direkte Intervention durch die BZgA zu Parallelstrukturen bei der Präventionsversorgung auf Landesebene führen könne. Die Behörde solle stattdessen die Krankenkassen bei der Konzeptarbeit sowie der Qualitäts- und Ergebnissicherung der Aktivitäten in Lebenswelten unterstützen.

 

Das Vorhaben, die BZgA als Geschäftsstelle der neuen Präventionskonferenz zu bestimmen, ist aus Sicht des vdek ein unnötiger Eingriff in die Autonomie der Selbstverwaltung. „Statt staatliche Präventionspolitik auf Kassenkosten zu betreiben, sollte die BZgA ihre Expertise besser in die Nationale Präventionskonferenz einbringen“, sagte die Vorstandsvorsitzende des vdek.

 

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen aller sechs Ersatzkassen, die zusammen mehr als 26 Millionen Menschen in Deutschland versichern:

– BARMER GEK

– Techniker Krankenkasse (TK)

– DAK-Gesundheit

– Kaufmännische Krankenkasse – KKH

– HEK – Hanseatische Krankenkasse

– Handelskrankenkasse (hkk)

* (sortiert nach Mitgliederstärke)

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist die Nachfolgeorganisation des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen e. V. (VdAK), der am 20. Mai 1912 unter dem Namen „Verband kaufmännischer eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen)“ in Eisenach gegründet wurde. In der vdek-Zentrale in Berlin sind rund 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

In den einzelnen Bundesländern sorgen 15 Landesvertretungen mit insgesamt rund 300 sowie weiteren 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflegestützpunkten für die regionale Präsenz der Ersatzkassen.

Kontakt:

Ansprechpartnerin:

Michaela Gottfried

Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)

Pressesprecherin und Abteilungsleiterin Kommunikation

Askanischer Platz 1

10963 Berlin

Tel.: 0 30 / 2 69 31 – 12 00

Fax: 0 30 / 2 69 31 – 29 15

Mobil: 01 73 / 25 13 13 3

michaela.gottfried@vdek.com

 


Neujahrsempfang der FAW: Mainzer Bildungsträger kooperiert mit psychologischer Ambulanz

FAW-Psychologin Elisabeth Riebschläger informierte über das Angebot der FAW für Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS).

Im Mittelpunkt des diesjährigen fünften Neujahrsempfangs bei der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Mainz mit dem Thema „Die unsichtbare Verwundung – PTBS und berufliche Rehabilitation“ stand die neu initiierte Kooperation des Bildungsträgers mit der Psychologischen Ambulanz der Universität Mannheim.
In einem Fachreferat gab Diplom-Psychologin Josepha Zimmer von der Psychologischen Ambulanz der Universität Mannheim Einblicke in das Störungsbild und die Therapiemöglichkeiten der Posttraumatischen Belastungsstörung. „Das Leben zurückerobern“, nennt die Spezialistin für Angst- und Belastungsstörungen die besondere Herausforderung, der Menschen nach einem traumatischen Erlebnis gegenüberstehen.
FAW-Psychologin Elisabeth Riebschläger stellte den anwesenden Berufshelfern und Kostenträgern das Hilfeangebot des Bildungsträgers für Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung vor, welches in enger Kooperation mit der Psychologischen Ambulanz der Universität Mannheim durchgeführt wird. Hierbei übernimmt die Ambulanz die therapeutische Betreuung, während die FAW die berufliche Wiedereingliederung begleitet. „Es ist wichtig, den Betroffenen frühzeitig konkrete Möglichkeiten einer mittelfristigen Wiedereingliederung ins Berufsleben aufzuzeigen. Deshalb ist eine zeitnahe Verzahnung von medizinischer und beruflicher Reha wichtig. Mit einem Hilfeangebot „aus einer Hand“ ist auch der regelmäßige Austausch zwischen den im Reha-Verfahren Beteiligten gewährleistet. So können Alltagsbeobachtungen der FAW-Mitarbeiter unmittelbar in die Psychotherapie eingebracht werden. In den therapeutischen Sitzungen werden auch Ängste und Befürchtungen im Zusammenhang mit der beruflichen Wiedereingliederung bearbeitet. Neben diesem Kombiangebot, welches unser Angebotsspektrum erweitert, bieten wir auch weiterhin die rein berufliche Reha an“, schildert die FAW-Psychologin. Christiane Kahlert von der FAW Neuwied gab zum Abschluss einen anschaulichen Überblick über ihre Arbeit mit traumatisierten Rehabilitanden anhand eines Fallbeispiels aus der Praxis. Von Seiten des Bildungsträgers standen Mitarbeiter des Reha-Managements aus den Akademien in Hessen und Rheinland-Pfalz als Ansprechpartner zur Verfügung.
Das Reha-Management der FAW verfolgt das Ziel einer nachhaltigen Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Dabei steht der individuelle Bedarf des Rehabilitanden im Mittelpunkt. Die Mitarbeiter des Bildungsträgers – Psychologen, Sozialpädagogen und Reha-Fachkräfte – helfen den Rehabilitanden, frühzeitig neue Lebens- und Berufsperspektiven zu entwickeln und begleiten den Weg zurück ins Arbeitsleben. Im Reha-Management arbeitet die FAW mit mehr als 50 Kostenträgern zusammen, darunter Berufsgenossenschaften, Unfall- und Rentenversicherungen sowie private Versicherungen.

FAW-Psychologin Elisabeth Riebschläger informierte über das Angebot der FAW für Menschen mit Posttraumatischer  Belastungsstörung (PTBS).

FAW-Psychologin Elisabeth Riebschläger informierte über das Angebot der FAW für Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS).


Hörbarrieren im Beruf beseitigen

Pressemitteilung
Der neue Leitfaden auf www.hörkomm.de weist Unternehmen den Weg zu hörfreundlichen Arbeitsplätzen

Hamburg, 05.01.2015

Haben Sie einen Kollegen, der nicht mehr gut hört? Oder bemerken Sie selbst eine Einschränkung Ihrer Hörfähigkeit? Dann sind Sie nicht allein. Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhörig, ab 50 Jahren ist es bereits jeder Vierte. Die Einschränkung hat weitreichende Folgen. Besonders im Berufsleben stoßen schwerhörige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf viele Hörbarrieren.

Was in Unternehmen getan werden kann, um Hindernisse abzubauen und die Inklusion schwerhöriger Mitarbeiter voranzutreiben, ist meist nicht bekannt. Hier helfen die Angebote von hörkomm.de. Gemeinsam mit Experten, Betroffenen und Unternehmen hat hörkomm.de einen Leitfaden für das barrierefreie Hören und Kommunizieren in der Arbeitswelt entwickelt. Er richtet sich an Verantwortliche in Betrieben, etwa aus den Bereichen Personal- oder Gesundheitsmanagement, Schwerbehindertenvertretung, sowie an Menschen mit Hördefiziten.

Mit Abschluss der Projektförderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ist der Leitfaden nun vollständig auf der Internetseite www.hörkomm.de veröffentlicht. Unterteilt in übersichtliche Rubriken werden konkrete Vorgehensweisen dargestellt und in Checklisten prägnant zusammengefasst. So erfährt man beispielsweise, mit welchen Aktionen und Maßnahmen Mitarbeiter für das Thema Hören sensibilisiert werden können. Es wird vorgestellt, wie die Raumakustik verbessert werden kann, warum Schriftdolmetscher und Kommunikationsanlagen wichtige Unterstützungen darstellen und wie Alarmsysteme für hörbehinderte Menschen beschaffen sein müssen. Best-Practice-Beispiele zeigen, wie Unternehmen gute Lösungen bereits umgesetzt haben.

Neben dem Internetangebot führt hörkomm.de zukünftig auch Seminare in Unternehmen durch, die praxisnah vermitteln, wie das gute Hören in den betrieblichen Alltag integriert werden kann. Zur Sensibilisierung der Beschäftigten wird außerdem der Aktionstag „Gutes Hören“ angeboten.

„Mit unserem Leitfaden und den Angeboten zur barrierefreien Kommunikation wollen wir die uneingeschränkte Teilhabe hörbehinderter Menschen in der Arbeitswelt fördern“, sagt Heike Clauss von hörkomm.de. Durchgeführt wird das Projekt von der DIAS GmbH, einem Hamburger Forschungs- und Dienstleistungsunternehmen mit den Schwerpunkten Inklusion und Barrierefreiheit.

Kontakt
DIAS GmbH – Projekt hörkomm.de
Heike Clauss
Schulterblatt 36
20357 Hamburg
Tel. 040/43 18 75 15
clauss@dias.de


Nach Reha-Aufenthalt kann Schule wieder leichter fallen

 

KijuReha im NetzKindern und Jugendlichen, für die der tägliche Schulbesuch eine starke Belastung darstellt bis hin zur Schulverweigerung, kann eine stationäre Rehabilitation helfen, um wieder den (Schul)Anschluss zu bekommen. „Schulmeidendes Verhalten hat meist vielschichtige Gründe. Betroffene Schüler fühlen sich beispielsweise im Schulalltag überfordert, kommen aufgrund einer langen Krankheitsphase im Lehrplan nicht mit, erleiden zu viele Negativerlebnisse oder werden von ihren Mitschülern ausgegrenzt. Diese Schulangst kann sich wiederum in körperlichen Beschwerden wie Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafproblemen oder Niedergeschlagenheit äußern. Nicht selten sehen die Schüler hier drin sogar eine dankbare Möglichkeit, der Schule fernzubleiben. Wobei ich keineswegs damit meine, dass die Kinder simulieren – im Gegenteil ihr Leidensdruck ist enorm hoch. Sie brauchen unbedingt Unterstützung, um selbstbewusst den Weg zurück in den Schulalltag zu finden und damit eine Basis für das spätere Berufsleben zu haben“, erklärt Dr. Stephan Springer, Chefarzt und Leiter der Klinik Hochried in Murnau, die auf die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen spezialisiert ist.

Reha-Schule berücksichtigt individuelle Lernprobleme
Für diese Kinder und Jugendlichen bietet ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Kinder- und Jugend-Rehaklinik eine große Chance. Der Schulunterricht ist organisatorisch und pädagogisch in das therapeutische Gesamtkonzept der Reha-Kliniken eingebunden. „Die Reha-Maßnahme muss daher nicht in den Ferien stattfinden, es ist sogar besser sie während der normalen Schulzeit durchzuführen. Losgelöst von zu Hause und vom üblichen Schulumfeld können die Reha-Patienten so der Schule neu begegnen: In der Reha-Schule kann in kleinen Gruppen auf den Leistungsstand und die individuellen Lernprobleme eingegangen werden. In Kursen können verschiedene Lerntechniken geübt und die Lernmotivation verbessert werden. Bei Bedarf werden auch eine Berufsberatung, Schnupper-Praktika und Bewerbungstraining angeboten“, beschreibt Dr. Springer, der auch Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ist, das Potenzial einer Reha-Schule.

 

 

Zusammentreffen von Gleichgesinnten fördert Therapieerfolg
Beim Therapieerfolg ist neben dem Team der Reha-Schule auch das Gruppen-Zusammenleben maßgeblich. „Denn in der Reha lernen die Schüler Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Problemen kennen, es bildet sich eine neue Gemeinschaft. Da gibt es nicht die allseits angesagten Cliquenanführer oder die Überflieger, die nur gute Noten schreiben. Im Gegenteil, da treffen sich zum Beispiel Schüler, die aufgrund ihres Aussehens oder ihres Übergewichts gemobbt werden, Schüler, die die Beziehungsprobleme ihrer Eltern mittragen müssen, und Schüler, die einen anderen Lernansatz benötigen als er üblicherweise in staatlichen Schulen vermittelt wird. Dieses konkurrenzfreie Aufeinandertreffen nimmt meist einen enormen Druck von den jungen Patienten, wenn sie sehen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein dastehen und Verständnisfragen stellen dürfen, ohne dass sie von den Mitschülern verspottet werden“, bestätigt auch Dr. Edith Waldeck, Chefärztin der Kinder- und Jugend-Reha-Einrichtung „Edelsteinklinik“, die positiven Auswirkungen einer Kinderreha bzw. Jugendreha bei schulmeidendem Verhalten. „So können im therapeutischen Gesamtkonzept Schulangst abgebaut, Selbstvertrauen aufgebaut und Lernlücken verringert werden. Auf dieser Grundlage wird am Ende des Reha-Aufenthalts zusammen mit dem Schüler und seiner Familie eine erfolgreiche Re-Integration ins Schulleben, die allerdings nicht selten mit einem Klassen- oder Schulwechsel verbunden ist, geplant“, ergänzt die Kinder- und Jugendärztin.

Unterstützung & ärztliche Abklärung sind wichtig
Der Weg dorthin ist sicher nicht einfach. „Es gibt deutschlandweit rund 500.000 Schüler, die unregelmäßig den Unterricht besuchen, davon sind etwa 30.000 Totalverweigerer. Die Betroffenen haben in der Regel einen langen Leidensweg hinter sich, die Ablehnung der Schule entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sie ist ein langer Prozess“, meint Dr. Waldeck. „Sollten Eltern bei ihrem Kind erste Anzeichen eines schulmeidenden Verhaltens beobachten, empfehle ich, die Ursachen für die Ablehnung der Schule von einem Kinder- und Jugendarzt oder Kinder- und Jugendpsychiater frühzeitig abklären zu lassen und eine Reha-Maßnahme zu beantragen. Aber auch wenn bereits viele Schulfehlzeiten bestehen, ist dieser Schritt nicht zu spät. Wichtig ist es, diesen jungen Menschen Mut zu machen und ihnen eine Perspektive zu geben, auch in Hinblick auf eine spätere Berufstätigkeit“, betont Dr. Waldeck.

Alle Infos zur Kinderreha und Jugendreha auf einen Blick
Die Kosten für eine Kinderrehabilitation bzw. Jugendrehabilitation übernehmen die deutschen Rentenversicherungen und die gesetzlichen Krankenkassen. Weitere Informationen rund um das Thema „Kinder- und Jugendreha“ inklusive einer Liste der Kinder- und Jugend-Rehakliniken sowie Tipps zur Antragsstellung erhalten Sie unter www.kinder-und-jugendreha-im-netz.de

 

Kontakt und Nachfragen:

 

Moni Traute | Redaktions- & Projektleiterin

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Fax:  +49 / 89 / 64 20 95 – 29
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Monks – Ärzte im Netz GmbH

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81539 München


Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen auf dem Vormarsch

4. März 2015bis7. März 2015

Pressemitteilung 02/2015 vom 18. Februar 2015

 

Kongress mit über 2000 Experten – Themendossier mit Hilfestellung fürEltern

 

„Veränderte Gesellschaft – Veränderte Familie“ lautet der programmatische Titel des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), der vom 4. bis 7. März in München stattfindet. Über 2000 Experten wollen dort die gesellschaftlichen Veränderungen, Herausforderungen und Verantwortungen für die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland diskutieren. Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit veröffentlicht zu diesem Anlass ein Themendossier mit Praxistipps und Handlungshilfen für betroffene Eltern und Erziehungsberechtigte.

Angesichts steigender Zahlen ambulanter und stationärer Behandlungen von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen stellt sich die Frage, welche sozialen Veränderungen haben in den letzten Jahrzehnten stattgefunden, die die hohe Erkrankungsrate erklären können. Verlaufsstudien belegen, dass gut ein Fünftel aller Heranwachsenden psychische Auffälligkeiten zeigen und ca. zehn Prozent der sieben bis 17jährigen in Deutschland an einer psychischen Störung leiden – seien es Essstörungen, Angsterkrankungen, Depressionen, Aufmerksamkeits- und Verhaltensstörungen oder Suchterkrankungen. Deutlich zugenommen haben auch die akuten Notfallbehandlungen, insbesondere wegen Suizidversuchen und Alkoholexzessen von Jugendlichen.

Wo liegen die Risiken für die Entstehung solcher Krisen? Wachsender Leistungsdruck in der Schule, Mobbing-Erfahrungen, gesteigerter Medienkonsum bei gleichzeitig überforderten Eltern, die Beruf und Familie kaum noch vereinbaren können ̶ all das kann mit dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche seelisch aus dem Gleichgewicht geraten. Vizekanzler Sigmar Gabriel prägte kürzlich das Schlagwort von der „gehetzten Generation“ und setzte das Thema der gestressten Eltern und familienfeindlichen Arbeitsbedingungen auf die Agenda der SPD Familienpolitik. Zu dieser Generation zählen die Mütter und Väter, die in ihrem Beruf erfolgreich sein und gleichzeitig für sich, ihre Kinder und häufig noch für die eigenen Eltern sorgen müssen. Dauerstress und Konflikte in der Familie sind da vorprogrammiert.

Eine steigende Zahl von Heranwachsenden erleben die Trennung oder Scheidung ihrer Eltern meist mit nachhaltigen emotionalen und sozialen Folgen. Die aktuellen Ergebnisse des KIGGS-Survey des Robert-Koch-Instituts zeigen ein ansteigendes Risiko für Kinder und Jugendliche, an einer psychischen Störung zu erkranken, je größeren familiären Belastungen sie ausgesetzt sind. Deshalb fordert Prof. Christine Walper, Forschungsdirektorin des Deutschen Jugendinstituts in München, eine interdisziplinäre Forschungsperspektive und nachhaltige Unterstützung für diese Familien, um das Risiko für die Kinder, an dem ständigen Elternkonflikt zu zerbrechen und psychisch zu erkranken, zu minimieren.

Je früher professionelle Hilfe gesucht wird, umso besser die Prognosen. Für die Therapie sind Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche zuständig. „Ziel einer Therapie ist es, ein Problembewusstsein zu entwickeln, das Selbstbewusstsein des Jugendlichen zu stärken und gemeinsam mit ihm Bewältigungsstrategien zu erarbeiten“, sagt Dr. Gundolf Berg, Vorsitzender des Berufsverbandes für Kinder und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). Jede Behandlung ist immer auch Familientherapie und wird vernetzt mit Ergotherapeuten, Logopäden, Erziehungsberatungsstellen, Schulen und Jugendamt. „Die Eltern werden immer in die Therapie mit einbezogen, sind aber nicht bei jedem Termin dabei“, so Dr. Berg.

Um Eltern und Erziehungsberechtigte präventiv zu unterstützen und mögliche Warnzeichen für psychische Fehlentwicklungen bei Jugendlichen besser zu erkennen, hat das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ein Themendossier mit Praxistipps und Handlungshilfen erstellt. Nicht jede Stimmungsschwankung ist ein Grund zur Sorge, doch wenn Jugendliche nicht mehr am Alltag teilnehmen, sich extrem zurückziehen oder über längere Zeit nicht mehr zur Schule gehen möchten, sind das Alarmzeichen. Der Kinderarzt, schulpsychologische Beratungsstellen oder andere kommunale Erziehungs-, Familien-, Jugend-, Mädchen-, Essstörungs- oder Drogenberatungsstellen können erste Anlaufpunkte sein. Ausführliche Informationen und Serviceadressen finden Sie im Themendienst „Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen“:

http://www.seelischegesundheit.net/presse/themendienst/themendienst-psychische-erkrankungen-bei-jugendlichen

 

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweite Initiative, gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit. Zu den rund 80 Mitgliedsorganisationen zählen die Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik. Initiiert wurde das Bündnis 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit Open the doors als Partner des internationalen Antistigma-Programms.

 

Pressekontakt:

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

Astrid Ramge

Reinhardtstr. 27 B; 10117 Berlin

Tel.: 030-2404 77 213; Fax: 030-240 77 228

E-Mail: ramge@seelischegesundheit.net

 

 

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