Oktober, 2013

 

Medical Park investiert massiv in den Umweltschutz

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Medical Park AG

Reha-Klinikkette baut in alle Kliniken CO2-sparende Blockheizkraftwerke ein

Amerang – Die Reha-Klinikkette Medical Park rüstet ihre Kliniken mit umweltfreundlichen Blockheizkraftwerken aus. In einem ersten Schritt startet die hauseigene Stromerzeugung noch in diesem Jahr in den Kliniken St. Hubertus in Bad Wiessee, Chiemseeblick in Bernau-Felden, Humboldtmühle in Berlin, in Bad Rodach und in Bad Camberg im Taunus. Im kommenden Jahr werden drei weitere Kliniken in Prien, am Chiemsee und in Bischofswiesen folgen. Die gesamte Investitionssumme beträgt rund 3,5 Millionen Euro.

Blockheizkraftwerke gelten als umweltfreundlich, weil sie die Abwärme, die bei der Stromerzeugung anfällt, vor Ort zum Heizen verwenden. Sie erzielen dadurch einen Gesamtwirkungsgrad, der deutlich über dem herkömmlicher Kraftwerke liegt. Überdies wird der von ihnen erzeugte Strom ins öffentliche Netz eingespeist und verdrängt somit beispielsweise Atomstrom.

Die Medical-Park-Anlagen werden darüber hinaus mit Gas betrieben, dessen Schadstoffausstoß deutlich unter dem von Öl und Kohle liegt. Insgesamt wird sich dadurch der CO2-Ausstoß der Medical-Park-Kliniken pro Jahr um 2.208 Tonnen reduzieren. Um diese Schadstoffmenge zu absorbieren, sind 170 Hektar Wald nötig.

„Wir fühlen uns der Zukunft verpflichtet“, sagte Dr. Ulrich Mauerer, Vorstandvorsitzender der Medical Park AG. „Deshalb ist es für uns entscheidend, auch unsere Kliniken nachhaltig, Ressourcen schonend und umweltfreundlich zu betreiben. Alle unsere Kliniken liegen in landschaftlich reizvollen Lagen, da sich dies positiv auf den Genesungsprozess unserer Patienten auswirkt. Auch aus diesem Grund hat Medical Park ein besonderes Interesse daran, die Natur zu bewahren.“

Mauerer verwies darauf, dass Umweltschutz auch betriebswirtschaftlich von Vorteil sei. Denn die Investitionskosten würden sich binnen dreieinviertel Jahren durch den niedrigeren Energieverbrauch amortisieren.

Kontakt:

presse@medicalpark.de

 Freiberger-Platz 1

83123 Amerang

Telefon: 0049/(0)8075/913110

Telefax: 0049/(0)8075/91311116


BLISTA mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille der DVfR geehrt

Kurt-Alphons-Jochheim-MedailleDie Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) hat in diesem Jahr die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille an die Deutsche Blindenstudienanstalt e. V. (BLISTA) verliehen. Mit dieser höchsten Auszeichnung der DVfR würdigt sie die herausragenden Leistungen von BLISTA im Bereich der Bildung, Rehabilitation, Teilhabe und Inklusion für sehbehinderte und blinde Menschen aller Altersgruppen.

Die Auszeichnung wurde im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung der DVfR durch ihren Vorsitzenden, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, überreicht. Er betonte bei der Übergabe der Medaille und der Urkunde, dass das sehr breite Leistungs- und Unterstützungsangebot von BLISTA betroffenen Menschen ermöglicht, lebenspraktische Kompetenzen zu erwerben, um ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben weitgehend ohne fremde Hilfe führen zu können. Vorbildlich sind diese Angebote auf die „Hilfe zur Selbsthilfe“ ausgerichtet. Die partizipativen Strukturen der vielfältigen Fachdienste, Informations- und Kommunikationsangebote für Betroffene, Angehörige und Fachleute, an denen blinde und sehbehinderte Experten ganz selbstverständlich mitwirken, sind einzigartig und beispielgebend. Dr. Schmidt-Ohlemann dankte dem BLISTA-Team für das herausragende Engagement und wünschte ihnen weiterhin eine erfolgreiche Arbeit.

In seinem Überblick über die breite Angebotspalette von BLISTA im Rahmen der Verleihung betonte Jürgen Nagel, Leiter der Rehaeinrichtung bei BLISTA, dass die Aus- und Fortbildung von Fachkräften ein sehr wichtiges Arbeitsfeld ist. Hier erwerben Reha-Lehrer die notwendigen Kompetenzen für ihre Arbeit mit blinden und sehbehinderten Menschen. Darüber hinaus entwickelt BLISTA vielfältige Informationsmaterialien und ist Träger der Deutschen Blindenbibliothek, die auch Nutzern aus dem Ausland zur Verfügung steht.

Die Laudatoren, Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), und Prof. Dr. Franz Grehn, Präsidiumsmitglied der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und Direktor der Universitäts-Augenklinik Würzburg, stellten das inhaltliche Spektrum der Arbeit mit Blinden und Sehbehinderten anschaulich dar, auch im internationalen und gesellschaftlichen Zusammenhang.

„Rehabilitation ist der Schlüssel zur Selbständigkeit“, betonte Frau Reymann, und sie bedauerte, dass die Finanzierung dieser unverzichtbaren Rehabilitation nicht immer sichergestellt ist. Sie sprach die Hoffnung aus, dass die politische Forderung des DBSV nach Kostenübernahme durch die Krankenkassen durchgesetzt werden kann. Derzeit ist für Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Unfall ihre Sehfähigkeit einbüßen, keine Anschlussrehabilitation vorgesehen und dies muss sich schnell ändern.

Prof. Grehn unterstrich auch aus medizinischer Perspektive die Notwendigkeit einer Rehabilitation. Es gehe um „die Wiederherstellung von Fähigkeiten, die bisher vorwiegend durch das Sehen gesteuert wurden und jetzt durch andere Information ausgefüllt werden müssen.“

Den Dank für die hohe Auszeichnung und die anerkennenden Worte überbrachte der Vorsitzende des BLISTA-Verwaltungsrats, Bernd Höhmann. Er verlieh seiner Erwartung Ausdruck, dass die Verleihung der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille zusätzliche Schubkraft bei der Überzeugungsarbeit in Öffentlichkeit und Fachkreisen für die Belange von sehbehinderten und blinden Menschen entwickeln möge. BLISTA wird die Zusammenarbeit mit der DVfR – auch als deren Mitglied – zur Umsetzung der gemeinsamen Grundanliegen intensivieren, so Herr Höhmann.

Weitere Informationen zur Verleihung der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille an BLISTA e.V. finden Sie unter www.dvfr.de

Von links nach rechts : Jürgen Nagel, Leiter der Rehabilitationseinrichtung der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista), Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR), Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), Bernd Höhmann, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista), Dr. Imke Troltenier, blista-Vorstandsreferentin für bildungs- und sozialpolitische Aufgaben und Prof. Dr. Franz Grehn, Präsidiumsmitglied der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und Direktor der Universitäts-Augenklinik Würzburg


Behindertenbeauftragte fordern bessere Teilhabemöglichkeiten von Großer Koalition

Die Behindertenbeauftragten des Bundes und der Länder appellierten bei ihrem 46. Bundestreffen am 29./30. Oktober 2013 in Frankfurt an die Verhandlungspartner in den Koalitions-Arbeitsgruppen von CDU, CSU und SPD der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention weitere Impulse zu geben.

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe erklärte dazu: „Die Verhandlungen über die politischen Ziele und Vorhaben der Großen Koalition sind eine große Chance, Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen echte Teilhabe zu ermöglichen.“

Die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern fassten ihre Forderungen in einer Frankfurter Erklärung zusammen: Frankfurter Erklärung – Appell an eine zukünftige Bundesregierung

Eine mögliche Große Koalition kann mit einer breiten Mehrheit im Bundestag der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention weitere Impulse geben! Das erwarten Menschen mit Behinderungen in Deutschland.

Als Behindertenbeauftragte von Bund und Ländern appellieren wir an die verhandelnden Delegationsmitglieder, das Menschenrecht auf gleichberechtigte und diskriminierungsfreie gesellschaftliche Mitentscheidung und Teilhabe endlich umzusetzen. Für uns stehen inhaltliche Fortschritte und nicht finanzielle Umverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen im Vordergrund:

  • Die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe zu einem Teilhabeleistungsgesetz außerhalb der Sozialhilfe und vorrangig im SGB IX. Der UN-Behindertenrechtskonvention folgend, muss die Anrechnung von Einkommen und Vermögen fallen, um Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen zu beenden.
  • Menschen mit Behinderungen sollen nicht mehr von Amt zu Amt rennen müssen! Der erstangegangene Leistungsträger muss in die Lage versetzt werden, Hilfen aus einer Hand zu gewährleisten.
  • Unterstützung der Länder und Kommunen bei der Schaffung eines inklusiven Bildungssystems, besonders in Kita und Schule.
  • Wir fordern mehr Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen am ersten Arbeitsmarkt. Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen müssen gestärkt und ausgebaut werden. Hier ist das Budget für Arbeit ein geeignetes Instrument, auch für Qualifizierung und Ausbildung.
  • Wir fordern einen inklusiven Sozialraum. Dazu brauchen wir Regelungen, die Barrierefreiheit von Gebäuden, Infrastruktur und Dienstleistungen sowie bei der Kommunikation und Information herstellen. Förderprogramme, z.B. der KfW Bank, sind danach auszurichten. Das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sind entsprechend zu ändern.
  • Gesundheit und Pflege müssen inklusiv ausgerichtet werden. Teilhabe und Rehabilitation sind im Gesundheitssystem in den Vordergrund zu stellen. Aus- und Fortbildung sind auf die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen auszurichten. Die Politik für Menschen mit Behinderungen ist unter intensiver Einbeziehung und Mitwirkung der Menschen mit Behinderungen zu gestalten.

Herausgeber:

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
Mauerstraße 53
10117 Berlin
Tel.: 030 18 527 2723
E-Mail: presse@behindertenbeauftragter.de
Internet: www.behindertenbeauftragter.de


100 bewegte Jahre einer alten Dame

Gruppenfoto zum Festakt 100 Jahre Klinik Hohenlohe

Zahlreiche geladene Gäste waren zum Jubiläum gekommen, darunter Steffen Haut, GB-Leiter Service der AOK Heilbronn-Franken (3.v.li.), Juan-Victor Coseriu-Pisani, Leiter Abteilung 18 Rehabilitation der DRV Baden-Württemberg (4.v.li.), Katrin Löbbecke, Geschäftsführende Kurdirektorin Bad Mergentheim (4.v.re.), Thomas Tuschhoff, stellv. Bürgermeister der Stadt Bad Mergentheim (3.v.re.) und Dr. Ulrich Derpa, 1. Landesvorsitzender des Main-Tauber-Kreises (1.v.re.).

Bad Mergentheim. Man sieht ihr das gehobene Alter nicht an, der Klinik Hohenlohe in Bad Mergentheim. Die Zimmer gereichen einem erstklassigen Hotel zur Ehre. Mobiliar aus warmen Hölzern bestimmt das Bild, eine neue Lounge für Privat-Gäste, ein frisch renoviertes Restaurant und eine moderne medizinische Ausstattung erwarten die Patienten. Nur die imposante Fassade deutet darauf hin, dass die umgebenden Mauern aus einer ganz anderen, längst vergangenen Zeit stammen. Sie erinnern an die Grundsteinlegung des Hauses vor 100 Jahren. Am 16. September 1913 erfolgt der erste Spatenstich für die „Kuranstalt Hohenlohe“.

Dem alten Gebäude zu neuem Glanz verholfen
An die wechselvolle Geschichte des Hauses Hohenlohe erinnerte die RHM Klinikgruppe im Rahmen eines Festaktes im Beisein prominenter Gäste aus Politik und Gesundheitswirtschaft, darunter auch Hubert Seiter, Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg. „Wir sind stolz darauf, das große Erbe der Klinik Hohenlohe fortführen zu dürfen“, so RHM-Geschäftsführer Dr. André M. Schmidt, „Wir haben seit nunmehr fast zwei Jahren die Klinik Hohenlohe mit einem erheblichen finanziellen Aufwand neu gestaltet und freuen uns, dass wir ihr damit auch einen neuen Glanz verliehen haben.“ Im März 2012 hatte die RHM Klinikgruppe aus Deidesheim die damals insolvente Klinik übernommen und umgestaltet. Im Rahmen des Festaktes erinnerten nicht nur Redner an die wechselvolle Geschichte des Hauses. Die Schauspielerin Ute von Stockert inszenierte die Geschichte der Klinik Hohenlohe unter Beteiligung langjähriger Mitarbeiter. Bei anschließenden Rundgängen konnten sich die Festgäste selbst ein Bild von der jung gebliebenen „alten Dame“ Hohenlohe machen. Das Haus gleicht nun wieder einer Klinik mit Hotelcharakter, lautet übereinstimmend das Urteil der Gäste. Die RHM Klinikgruppe freut sich über die positive Resonanz. Sie will das gehobene Potenzial des Hauses nutzen und allen Patienten eine qualitativ hochwertige Rehabilitation mit bestem Service und einem gehobenen Komfort anbieten, der auch bei Privatpatienten keine Wünsche offen lässt.

Bewegte Jahre mit berühmten Gästen
Das war auch schon in der Kaiserzeit so. Allerdings unter anderen Voraussetzungen. Denn der Beginn des Betriebs der Klink fiel mit dem Ersten Weltkrieg zusammen. Das Haus wurde zunächst Reservelazarett. Erst in den 1920er Jahren blühte das Hohenlohe auf. Viele Prominente erwiesen ihm die Ehre, darunter 1922 Reichspräsident Friedrich Ebert, 1924 Herzog Albrecht Eugen von Württemberg und Bertha Krupp, die Alleinerbin des Krupp-Imperiums. Während des zweiten Weltkriegs diente das Hohenlohe erneut der Versorgung verwundeter Soldaten, gemeinsam mit fünf weiteren Häusern in Bad Mergentheim. Nach dem Krieg erlebte das Haus eine zweite Blütezeit in den 1950er Jahren. Gekrönte Häupter wie das Fürstenpaar von Liechtenstein, Franz Josef II mit Georgina, und die Familie des äthiopischen Kaisers Haile Selassie, der im November 1954 als erstes ausländisches Staatsoberhaupt der jungen Bundesrepublik einen offiziellen Staatsbesuch abstattete, weilten im Hohenlohe.

Im Herbst des Jahres 1956 kamen Heinz Rühmann und seine Ehefrau Hertha Feiler ins Hohenlohe, wie überhaupt Mitte der Fünfziger häufiger Ufa-Größen dort Erholung suchten, so auch die schwedische Schauspielerin Kristina Söderbaum. Wie ein Who‘s who der damaligen Zeit liest sich die Gästeliste: Henri Nannen, Gründer des Magazins „stern“, ist öfters zu Gast, der „Seeteufel“ Felix Graf von Luckner und auch Heinz Erhardt kommt und hinterlässt ein Zitat im Gästebuch: „Warum kann man ein so schönes Haus wie Haus Hohenlohe nicht mit auf Reisen nehmen? Ein Jammer!“

Auf Wunsch senden wir Ihnen gern eine Chronik der Klinik Hohenlohe als PDF zu.

Kontakt und Nachfragen:

Kliniken Hohenlohe GmbH & Co. Betriebs KG
Verwaltungsleiter Christian Fenzel
Lothar-Daiker-Str. 1
97980 Bad Mergentheim
Telefon: 07931 548-1810
Telefax: 07931 548-1882
E-Mail: c.fenzel@rhm-kliniken.de
www.rhm-kliniken.de


Elefantenhochzeit Helios/Rhön: VLK bewertet aktuelle Entwicklung im deutschen Krankenhausmarkt skeptisch

Berlin, 28. Oktober 2013 – Nach Einschätzung des Verbands der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V. (VLK) könnte die düstere Vision eines mit einem oligopolartigen Netzwerk überzogenen stationären Versorgungsbereichs Wirklichkeit werden, wenn die Eingliederung von 43 Rhön-Klinken in den Konzernverbund Fresenius/Helios tatsächlich vollzogen wird. „Sollten die noch ausstehenden Gerichtsentscheidungen und der Beschluss des Bundeskartellamtes zu Gunsten von Rhön ausfallen, dann wird Helios nicht nur Marktführer im stationären Versorgungsbereich in Deutschland, sondern zugleich auch der europaweit größte private Klinikträger mit einem geschätzten Umsatz von 5,5 Mrd. Euro pro Jahr. Dies wäre ohne Zweifel ein bedeutsamer Schritt weg von dem im Krankenhausfinanzierungsgesetz verankerten Grundsatz der Aufrechterhaltung der Trägervielfalt“, erklärte Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, Präsident des VLK.

Mit Sorge beobachte der VLK deshalb den derzeit heftig geführten Kampf um die Vorherrschaft im deutschen Krankenhauswesen. Dabei gehe es um wesentlich mehr als um die An-zahl vorgehaltener Betten, sagte Weiser. Dem deutschen Gesundheitswesen drohe, „die Gefahr des Überstülpens eines Fresenius/Helios-geprägten Versorgungsnetzes“. Der Kauf der 43 Rhön-Kliniken, der bereits erfolgte Ankauf von Praxissitzen und MVZ, der lancierte Plan, eine Helios-eigene Krankenversicherung für Helios-Patienten anzubieten, die Belieferung der Konzern-Kliniken mit Medizin-Produkten aus der Fresenius-Palette und – nach unbestätigten Informationen des VLK – die Versorgung mit Generika aus einem bereits aufgekauften indischen Unternehmen seien geeignet, den komplett Helios-abhängigen Patienten zu kreieren. Zumal nach Bekundungen aus dem Konzern nach dem erfolgten Rhön-Zukauf bundesweit kein Patient mehr als eine Entfernungs-Stunde von einer Helios-eigenen Einrichtung residierte, so die Kritik des VLK.

Am Ende dieser Entwicklung stehe dann ein „Gesundheitskonzern, dessen Leistungsportfolio von der Wiege bis zur Bahre alle Bereiche umfasse, und der darüber hinaus jederzeit auf-grund seiner Finanzkraft in der Lage ist, durch Neugründung privater Kliniken die Krankenhausplanung der Bundesländer auszuhebeln“, sagte Weiser.

Die Gefahr, die sich hinter einer solchen Entwicklung verberge, liege in der Konzern-immanenten Gewinnorientierung. Weiser: „Private Klinikketten sind ihrem Wesen nach nur bedingt soziale Einrichtungen. Dies gilt umso mehr für börsennotierte Unternehmen. Sie müssen gewinnorientiert arbeiten, um den Shareholder-Value zu bedienen. Dies beinhaltet die Gefahr, dass durch Reduzierung von Sach-und Personalkosten die Gewinnmarge des Unternehmens um jenes Maß erhöht wird, um das die Arbeitsbelastung von Ärzten und Pflegekräften zunimmt und um das die Versorgungsqualität zu Lasten der Patienten zurückgeht.“

Der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V. ist der Zusammenschluss aller leitenden Krankenhausärzte, die verantwortungsvoll an der Gestaltung und Erhaltung eines leistungsfähigen, funktionierenden und patientenorientierten Krankenhauswesens mitwirken wollen. Der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V. wurde im Jahre 1912 gegründet.

Pressekontakt:

Gerd Norden
Tel. 0211/45 49 90
E-Mail: baer@vlk-online.de

Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands. e.V.
Haus der Ärzteschaft
Tersteegenstr. 9
40474 Düsseldorf
Telefon: 0211/45 49 90
Telefax: 0211/45 18 34
E-Mail: info@vlk-online.de
Internet: www.vlk-online.de


Neu im Müttergenesungswerk: Kurmaßnahmen auch für Pflegende und Väter

Pressemitteilung

 Berlin, 29. Oktober 2013. Das Müttergenesungswerk (MGW) bietet ab sofort auch Vätern und Pflegenden Kurmaßnahmen an. Die im Sommer dieses Jahres verkündete „Zustiftung Sorgearbeit“ konnte mit einem ersten Grundstockvermögen von rd. 100.000 Euro gegründet werden. Die Satzungsänderung wurde von der zuständigen Stiftungsaufsicht genehmigt. Der Hauptfokus der Stiftung bleibt bei den Müttern.

„Väter und Pflegende sind ab sofort im Müttergenesungswerk genauso gut aufgehoben wie die Mütter es schon seit über 60 Jahren sind“, erklärte Marlene Rupprecht, MdB, Vorsitzende des Kuratoriums des Müttergenesungswerkes, heute in Berlin den historischen Schritt der gemeinnützigen Stiftung. „Der erste Grundstock für die Zustiftung ist in Rekordzeit von den Einrichtungsträgern des Müttergenesungswerkes und privaten Zustiftern zusammengetragen worden. Dafür sind wir sehr dankbar. Jetzt können wir starten.“

Das Müttergenesungswerk greift damit gesellschaftliche Entwicklungen auf. Sorgearbeit im familiären Umfeld wird zwar immer noch hauptsächlich von Müttern und Frauen geleistet, aber heute erziehen und versorgen auch Väter ihre Kinder und die Mehrheit der Pflegebedürftigen werden zu Hause von Angehörigen oder FreundInnen gepflegt und versorgt.

Diese Arbeit und die Belastungen daraus können zu Lasten der eigenen Gesundheit gehen und krank machen: Erschöpfungszustände bis zum Burnout, körperliche und psychosomatische Erkrankungen können als Folge hiervon entstehen. Dann helfen die Kurmaßnahmen des Müttergenesungswerkes.

Mit der neuen „Zustiftung Sorgearbeit“ werden nun in ausgewählten anerkannten Kliniken spezielle Vater-Kind-Maßnahmen sowie Kurmaßnahmen für Pflegende Frauen und Mütter ermöglicht. Weitere Angebote werden folgen.

„Von der Beratungsarbeit im Vorfeld der Kurmaßnahme über eine mögliche Unterstützung aus Spendenmitteln bis zur Nachsorge, Aufklärungs- und Informationsarbeit“, so Rupprecht weiter, „all das steht jetzt auch Vätern und Pflegenden zur Verfügung. Allerdings ist die „Zustiftung Sorgearbeit“ noch klein. Wir suchen weitere ZustifterInnen und SpenderInnen“.

Weitere Informationen zu Kurmaßnahmen des Müttergenesungswerkes sowie die Attestformulare unter: www.muettergenesungswerk.de oder Kurtelefon:
030 330029-29

 

Kontakt: Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk

Bergstraße 63, 10115 Berlin
Katrin Goßens, Tel.: 030 330029-14

presse@muettergenesungswerk.de, www.muettergenesungswerk.de


Neue DAK-Studie: So werden Jugendliche zu „Komasäufern“

28.10.2013    | 

Hamburg.  Ein leichter Zugang zum Alkohol verführt Jugendliche schneller zum „Komasaufen“. Die wahrgenommene Verfügbarkeit von Bier oder Wein erhöht das Risiko für ein erstes Rauschtrinken deutlich. Das zeigt eine neue Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord).

Für die aktuelle Langzeit-Untersuchung wurden 1.128 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren über zwei Jahre lang beobachtet. Bei Studienbeginn hatten die Schüler in ihrem Leben noch nie fünf oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit getrunken. Dieser Konsum gilt unter Fachleuten als Kriterium für das sogenannte „Binge Drinking“ (Rauschtrinken). Die Jugendlichen wurden auch gefragt, wie leicht sie an Bier oder Wein herankommen.

Hauptergebnis der DAK-Studie: Bei Jugendlichen mit leichterem Alkohol-Zugang lag das Risiko für ein erstmaliges „Binge Drinking“ um 26 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe, die nur schwer oder gar nicht an Alkohol gelangen. „Dieser Unterschied beim Alkoholkonsum ist bedeutsam“, erklärt Professor Reiner Hanewinkel als Studienleiter des IFT-Nord. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen dem ersten Rauschtrinken und der wahrgenommenen Verfügbarkeit von Alkohol.

„Derzeit landen jährlich mehr als 26.000 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus“, betont Ralf Kremer, Suchtexperte der DAK-Gesundheit. Um den anhaltenden Trend beim „Komasaufen“ zu stoppen, müsse aus Sicht der Prävention die Verfügbarkeit von alkoholischen Getränken im Jugendalter reduziert werden. In den Geschäften müsse das Mindestalter der Käufer strikt beachtet werden. Die Studie zeige ferner die Verantwortung von Eltern und älteren Geschwistern. Kremer: „Alkohol sollte für Jugendliche zu Hause nicht einfach zu erreichen sein.“

DAK-Gesundheit und IFT-Nord betreiben unter dem Motto „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ seit vier Jahren eine Aufklärungskampagne zum Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen. An dem mehrfach ausgezeichneten Plakatwettbewerb unter Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung haben sich bislang mehr als 50.000 Schüler im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren beteiligt. Weitere Informationen über die Kampagne, die auch im Jahr 2014 fortgesetzt wird, gibt es im Internet unter www.dak.de/buntstattblau.

Auch die ARD macht aktuell auf die Gefahren von riskantem Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen aufmerksam. Unter dem Titel „Komasaufen“ läuft im Ersten am Mittwoch, 30. Oktober, um 20.15 Uhr ein Spielfilm zum Thema. „Erzählt wird eine dramatische Familiengeschichte, in deren Verlauf Alkohol eine immer größere Rolle spielt“, heißt es im Presseheft. Im Film tritt auch die Band „Luxuslärm“ auf, die die DAK-Kampagne „bunt statt blau“ als Mitglied der Bundesjury unterstützt.

Pressekontakt:

Rüdiger Scharf
Telefon: 040 / 2396-1505
E-Mail: ruediger.scharf@dak.de

Die neue Bundesregierung hat vier zentrale Aufgabenfelder in der medizinischen Rehabilitation!

Gemeinsame Pressemitteilung

Berlin, Bonn, Kassel, den 28.10.2013

Vier zentrale Aufgabenfelder bestehen nach Ansicht der Leistungserbringerverbände BV Geriatrie, buss, FVS und DEGEMED für die zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der medizinischen Rehabilitation in Deutschland zu Beginn der 18. Legislaturperiode. Daher wenden sich diese vier Verbände heute in einem gemeinsamen Positionspapier an die neuen Abgeordneten von CDU, CSU und SPD sowie an die Verhandler des neuen Koalitionsvertrages und fordern zum Handeln in der medizinischen Rehabilitation auf.

Die Vorschläge umfassen die Beseitigung der Zugangsbarrieren zur medizinischen Rehabilitation in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die Stärkung des Grundsatzes „Reha vor Pflege“, die Sicherstellung der bedarfsgerechten Versorgung in der gesetzlichen Rentenversicherung durch Änderung der gegenwärtigen Budgetsystematik sowie die Schaffung einer leistungsgerechten und transparenten Vergütung für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Diese Positionen sollen Eingang in den Koalitionsvertrag finden und damit eine Richtschnur für Gesetzgeber und Regierung in den nächsten vier Jahren bilden.

Vor allem die Forderung nach einer leistungsgerechten und transparenten Vergütung sehen die Verbände als dringend an. Die derzeitige Vergütungspraxis – ohne Berücksichtigung der tatsächlichen wirtschaftlichen Grundlagen für die Ermittlung der Vergütungssätze (z.B. allgemeine Preissteigerungen, Personalkosten) – zwingt die Kliniken aufgrund der Abhängigkeit von den Leistungsträgern Vergütungssätze zu akzeptieren, die nicht auskömmlich sind. Diese Praxis führt zwangsläufig dazu, dass die Qualität sinkt oder Reha-Einrichtungen, wie zuletzt z. B. in Baden-Württemberg, sogar schließen müssen.

Dirk van den Heuvel, Bundesverband Geriatrie e.V. (BV Geriatrie)

Dr. Andreas Koch, Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss)

Dr. Volker Weissinger, Fachverband Sucht e.V. (FVS)

Christof Lawall, Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED)

Das gemeinsame Positionspapier der vier Verbände finden Sie hier zum Donload als PDF..

 Kontakt und Nachfragen: 

BV Geriatrie: Reinickendorfer Str. 61, 13347 Berlin; Tel.: 030 -339 88 76 10, Mail: Geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

buss: Wilhelmshöher Allee 273, 34131 Kassel; Tel.: 05 61 -77 93 51, Mail: buss@suchthilfe.de

FVS: Walramstr. 3, 53175 Bonn; Tel.: 0228 – 261555, Mail: sucht@sucht.de

DEGEMED: Fasanenstr. 5, 10623 Berlin; Tel.: 030 – 2844966, Mail: degemed@degemed.de


Personalsicherung in Kliniken muss nationale Gemeinschaftsaufgabe werden

DKG zu den beginnenden Koalitionsverhandlungen

 

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, zum morgigen Auftakt der Koalitionsverhandlungen in der Arbeitsgruppe Gesundheit.

„An erster Stelle einer Krankenhausreformpolitik müssen die bessere Refinanzierbarkeit der betriebsnotwendigen Kosten und die Sicherstellung der Investitionsfähigkeit der Kliniken stehen. Die Krankenhäuser müssen in die Lage versetzt werden, die Personalkostensteigerungen ohne fortgesetzten Rationalisierungsdruck refinanzieren zu können. Der Personalbedarf muss von der Finanzierungsseite her abgesichert werden. Die Personalsicherung muss den Stellenwert einer nationalen Gemeinschaftsaufgabe bekommen.“

Mit diesen eindringlichen Worten forderte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum die politischen Verhandlungspartner dazu auf, die gesetzlichen Vorgaben für die jährlichen Preisanpassungen der Fallpauschalen zu verändern. Zudem müssten die Landesbasisfallwerte von der vergütungsabsenkenden Morbiditätsentwicklung freigestellt werden. Steigender medizinischer Versorgungsbedarf dürfe nicht länger zu Vergütungsabsenkungen führen. Auch sei sicher zu stellen, dass der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Kostenorientierungswert für die Vergütungsvereinbarungen in voller Höhe zur Verfügung stehe.

Baum machte deutlich, dass das derzeitige Investitionsfördervolumen der Länder in Höhe von 2,7 Milliarden Euro bei Weitem nicht ausreiche, den tatsächlichen Investitionsbedarf der Kliniken zu decken. Nach Einschätzung aller Sachverständigen sei ein Finanzierungsvolumen von ca. 6 Milliarden Euro erforderlich. „Notwendig ist ein gemeinsamer Kraftakt von Bund, Ländern und den Krankenkassen, diesen Investitionsbedarf auch tatsächlich zu decken“, forderte der DKG-Hauptgeschäftsführer.

Gleichzeitig müsse die Politik den Kliniken als Stätten der medizinischen Daseinsvorsorge den gleichen Stellenwert wie anderen Bereichen in der Diskussion über verbesserte Infrastrukturförderung einräumen. Im Mittelpunkt des medizinischen Versorgungskonzepts der zukünftigen Bundesregierung sollte die Weiterentwicklung der patientenorientierten Ausrichtung des Gesundheitssystems stehen. Dazu seien Anpassungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Beschleunigung der ambulant-stationären Verzahnung erforderlich. Vor allem bräuchten die Kliniken klare Regelungen für die, an den Krankenhäusern vielfach stattfindende, ambulante Notfallversorgung und für die Weiterentwicklung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung.

Mit Blick auf die psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhäuser erklärte Baum, dass die vorgesehene Umstellung auf ein leistungsorientiertes Entgeltsystem eine besondere Herausforderung sei. Rund 500 von der Einführung des neuen Entgeltsystems betroffenen Kliniken bzw. Abteilungen an Krankenhäusern appellierten eindringlich an den Gesetzgeber, die optionale Erprobungsphase über das Jahr 2014 hinaus um zwei Jahre zu verlängern.

Baum wies darauf hin, dass die Weiterentwicklung der Krankenhausversorgungsstrukturen in den Regionen maßgeblich über die Krankenhausplanung der Länder und die Entscheidungen der Träger der Kliniken erfolgt. Die Krankenkassen würden schon heute über ausreichende Mitwirkungsmöglichkeiten beteiligt. Die Übertragung weiterer Entscheidungskompetenzen auf die Kassen zur Bestimmung der regionalen Leistungsstrukturen der Krankenhäuser wäre mit dem Prinzip der staatlichen Daseinsvorsorge als Aufgabe der Länder nicht zu vereinbaren. Baum warnte abschließend: „Das Leistungsspektrum von zugelassenen Kliniken darf nicht über Selektivverträge eingeschränkt werden. Selektivverträge würden die Krankenausinfrastruktur destabilisieren, langfristige Investitionsentscheidungen unmöglich machen und den Weiterbildungsauftrag der Krankenhäuser behindern.“

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder – 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände – in der Bundespolitik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 2.045 Krankenhäuser versorgen jährlich 18,3 Millionen stationäre Patienten und 18 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit 1,1 Millionen Mitarbeitern. Bei 83,4 Milliarden Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.

Kontakt:
Moritz Quiske (Ltg.)
Holger Mages
Dagmar Vohburger
Tel. (030) 3 98 01 -1020 / -1022 / -1023

Sekretariat
Stephanie Gervers
Tel. (030) 3 98 01 -1021
Fax (030) 3 98 01 -3021
e-mail: pressestelle@dkgev.de
web: www.dkgev.de

Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Wegelystraße 3
10623 Berlin


BDH begrüßt Vorschlag zur Anhebung des Pflegebeitrags

Pressemitteilung

  

Bonn, 28. Oktober 2013 – Der Sozialverband BDH Bundesverband Rehabilitation begrüßt den Vorschlag einer Anhebung des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung um einen halben Prozentpunkt zur Stärkung der Pflege in Deutschland. Der Vorstoß wurde am Rande der Koalitionsverhandlungen in der vergangenen Woche publik und nährt die Hoffnung auf eine Kehrtwende in der Pflegepolitik:

„Die Pflege alter und behinderter Menschen ist ein Problem, das jeden früher oder später, vielleicht auch persönlich, betrifft. Es muss daher in unserem ureigenen Interesse liegen, für die besten Rahmenbedingungen in der Pflege zu sorgen. Der Plan der Großen Koalition in spe, den Beitragssatz zur Pflegeversicherung um einen halben Prozentpunkt bereits im kommenden Jahr anzuheben und so einen Betrag von etwa 5,5 Milliarden Euro in die Pflegekasse zu spülen, weist in die richtige Richtung“, so Ilse Müller, Vorsitzende des BDH, der sich für ein umfassendes Pflegekonzept einsetzt, das sich an den Bedürfnissen einer alternden Gesellschaft orientiert.

Zahlreich und drängend seien die Baustellen in der Pflegepolitik, so die Vorsitzende des Sozialverbands, die sich neben einer besseren Betreuung Demenzkranker vor allen Dingen für eine Joboffensive in der Pflegewirtschaft stark macht: „Wir fahren in der Pflegepolitik seit langem auf Sicht und blenden die ökonomischen Chancen, die eine Pflegeoffensive in ihrem Fahrwasser mit sich bringt, systematisch aus. Die Pflege wird angesichts der Alterung unserer Gesellschaft zu einer der wichtigsten Branchen unseres Arbeitsmarktes überhaupt und zu einem Jobmotor mit zukunftsfesten Jobs.“

Konjunkturelle Bremsspuren seien im Zuge der Anhebung des Beitragssatzes nicht zu erwarten, so die Verbandsvorsitzende. Eine Modellrechnung zeige, dass die zusätzliche Einkommensbelastung gering sei. So müsste bei einem monatlichen Bruttoverdienst von 3.000 Euro mit einer Mehrbelastung von monatlich etwa 7,50 Euro gerechnet werden. „Das muss uns eine bessere Pflege einfach wert sein“, so Ilse Müller, die auf eine breite gesellschaftliche Debatte zur langfristigen Neuordnung des Pflegesektors in Deutschland hofft.

Ansprechpartner:

Pressestelle BDH Bundesverband Rehabilitation e.V.
Eifelstraße 7
53119 Bonn
Telefon 02 28 / 9 69 84 – 0
Telefax 02 28 / 9 69 84 – 99
presse@bdh-bonn.de  
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Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten. Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Ortenau in Offenburg.