August, 2013

 

Tack: Sektorenübergreifende Versorgungskonzepte werden immer wichtiger

Bernau – Anlässlich der heutigen Eröffnung des Krankenhausneubaus im Neurologischen Rehabilitationszentrum Berlin-Brandenburg in Bernau hat sich Gesundheitsministerin Anita Tack für eine stärkere sektorenübergreifende gesundheitliche Versorgung ausgesprochen. „Wer aufgrund einer Erkrankung auf Leistungen des Gesundheits- und Sozialsystems angewiesen ist, darf nicht durch Reibungsverluste zwischen Krankenhaus und Rehabilitationsklinik  behindert oder zusätzlich belastet werden“, sagte Tack in ihrem Grußwort. Für Patientinnen und Patienten sei der Behandlungserfolg entscheidend, nicht die Frage ob sie rein rechtlich in einem Krankenhaus oder in einer Reha-Klinik behandelt werden. Das interessiere nur die Verwaltung und die Politik.

Das Denken in Sektoren- und Versorgungsbereichen widerspricht laut Tack dem Patienteninteresse. Gerade der Bereich der Neurologischen Rehabilitation für Patientinnen und Patienten mit schweren und schwersten Hirnschädigungen zeige wie wichtig es ist, Schnittstellen zwischen den Versorgungsbereichen zu überwinden, damit Betroffene die notwendigen Rehabilitationsleistungen so früh als möglich aus einer Hand erhalten. „In der Brandenburg Klinik werden Patientinnen und Patienten über alle Phasen der Neurologischen Rehabilitation hinweg versorgt und betreut. Das ist beispielhaft“, so die Ministerin.

Die Brandenburg Klinik ist mit ihren rund 700 Betten und ihrem Rehabilitations-Angebot in den Fachgebieten Neurologie, Kardiologie, Psychosomatik und Orthopädie ein großer und wichtiger Leistungsanbieter in der Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg. Seit 1. August 2007 ist die Brandenburg Klinik mit dem Fachbereich der Neurologischen Frührehabilitation Phase B auch Teil des Krankenhausplanes des Landes. Aus anfangs 75 Betten sind mittlerweile 105 Betten geworden. „Dies zeigt, dass es gelungen ist, diesen Leistungsbereich erfolgreich auszubauen und damit einen wichtigen Beitrag zur Frührehabilitation von Patientinnen und Patienten mit schweren und schwersten Hirnschädigungen zu erbringen“, sagte Tack. Das Gesundheitsministerium Brandenburg als Krankenhausplanungsbehörde sei davon überzeugt, dass die Patientinnen und Patienten hier auf hohem Qualitätsniveau versorgt werden. Mit rund 1,2 Millionen Euro aus dem Krankenhausfinanzierungsplan hat das Gesundheitsministerium bisher Investitionen in der Brandenburg Klinik unterstützt.

Tack hob in ihrer Rede die Umstellung der Krankenhausfinanzierung vom bisherigen System der Einzelförderung auf die Investitionspauschale hervor, die Krankenhausträgern seit Jahresbeginn einen größeren Entscheidungsspielraum und einen deutlichen Gewinn an Planungssicherheit geben.

Derzeit gibt es in Brandenburg vier Rehabilitationskliniken mit dem Fachbereich der Neurologischen Frührehabilitation Phase B mit einer Kapazität von insgesamt 339 Betten. Die Brandenburger Angebote in der Rehabilitation stehen auch für die Bevölkerung des Landes Berlin bereit. „Wir sind eine Gesundheitsregion. Berlinerinnen und Berliner, die auf Leistungen der Neurologischen Frührehabilitation angewiesen sind, werden in den hierauf spezialisierten Kliniken in Brandenburg mit hoher Fachexpertise und auf hohem Qualitätsniveau versorgt“, so Tack.

Kontakt:

MUGV, Referat 02
Presse und Öffentlichkeitsarbeit,
Internationale Kooperation
Alrun Kaune-Nüßlein
Pressesprecherin
Tel.: 0331/ 866 -7016
E-Mail: Alrun Kaune-Nuesslein


Anonyme Online-Selbsthilfe bei Alkoholproblemen

23.08.2013 – Für alle, die ihren Alkoholkonsum reduzieren oder völlig beenden möchten, gibt es nun ein leicht zugängliches Online-Selbsthilfeprogramm. Die Teilnahme erfolgt anonym über die Webseite www.selbsthilfealkohol.de.

Risikotrinker
In Deutschland trinken über 15 Millionen Menschen* mehr Alkohol als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als gesundheitlich unbedenklich eingeschätzt wird: Für Männer gilt ein Maximum von zwei Gläsern und für Frauen ein Glas pro Tag. Darüber hinaus raten Suchtexperten an mindestens zwei Tagen pro Woche keinen Alkohol zu trinken, um einer Gewöhnung vorzubeugen.

Freie Wahl des Ziels
Die Anbieter des Selbsthilfeprogramms möchten Betroffene erreichen, die trotz eines kritischen Alkoholkonsums bislang noch keine Hilfe gesucht haben. Anders als in der Behandlung, kann im Selbsthilfeprogramm ein eigenes Veränderungsziel gewählt werden: Abstinenz. Die Abstinenz ist der völlige Verzicht auf ein Suchtmittel (Alkohol).
In einer Therapie erlernt der Alkoholabhängige nicht, dass er nicht mehr trinken darf, sondern dass er nicht mehr trinken muss. oder Reduzierung des Alkoholkonsums.

Betroffene, die bei der Teilnahme feststellen, dass eine Abhängigkeit vorliegt, erhalten Hinweise zur Behandlung und entsprechende weiterführende Links.

Behandlungslücke
Die Suchtexperten Dr. Johannes Lindenmeyer, Direktor der salus klinik Lindow, und Peter Missel, Präsidiumsmitglied des Wissenschaftsrates der AHG Allgemeinen Hospitalgesellschaft, haben große Erwartungen an das Programm: “In Deutschland gibt es eine riesige Behandlungslücke bei Alkoholproblemen, die wir mit diesem leicht zugänglichen Hilfsmittel überbrücken können. Aus gesundheitsökonomischen Gesichtpunkten ist hierbei entscheidend, dass durch das Online-Selbsthilfe Programm keine großen Kosten entstehen. Die Teilnehmer können ihren Alkoholkonsum gezielt verändern, bevor ernsthafte Probleme entstehen und teuere Behandlungsverfahren erforderlich werden.“

Erfolgsmesser
Das Selbsthilfeprogramm gibt dem Benutzer mit Hilfe eines sogenannten „Erfolgsmessers“ ständig unmittelbare Rückmeldung, wie erfolgreich er bei der Veränderung seines Alkoholkonsums vorankommt. Er erhält Einsicht in seine typischen Trink- und Risikosituationen, lernt mit Verlangen nach Alkohol umzugehen und entwickelt Notfallpläne für Rückschläge. Innerhalb des Selbsthilfeprogramms gibt es ein abgeschirmtes Forum, wo die Betroffenen sich gegenseitig um Rat fragen und/oder sich Unterstützung geben können. Zudem erhalten die Teilnehmer per E-Mail täglich Erinnerungen und wöchentlich eine Übersicht über ihre bisherigen Ergebnisse.

Kostenlos testen
Das Selbsthilfeprogramm kann eine Woche lang kostenlos getestet und anschließend entschieden werden, ob es zusagt. Die Kosten der vollständigen Programmteilnahme von sechs Wochen betragen 19,95 Euro – ungefähr soviel wie ein Selbsthilfebuch.

Dauerhaftes Modell
Durch die Gebühren können die Betreiber den Teilnehmern von „Online Selbsthilfe“ bei Bedarf weitere technische und inhaltliche Unterstützung anbieten. Außerdem möchten sie damit in neue Entwicklungen und ständige Verbesserungen investieren.

Erweitertes Angebot
Im Verlauf von 2013 und 2014 werden weitere Versionen des Selbsthilfeprogramms für Rauchen, Cannabis, Kokain und pathologisches Glücksspiel folgen.

Zusammenarbeit
Das Selbsthilfeprogramm wird unterstützt von den salus kliniken GmbH und der AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft AG – in Zusammenarbeit mit den holländischen Entwicklern des Programms, dem renommierten Jellinek Institut für Suchthilfe (Teil der Arkin Holding B.V., Amsterdam), und der holländischen EDV-Firma Mas Outreach Projecten B.V.

Portal: www.selbsthilfealkohol.de

Ansprechpartner für die Presse:

PD Dr. Johannes Lindenmeyer
Direktor salus klinik Lindow
T: +49 33933 88-110
Email: lindenmeyer@salus-lindow.de
Peter Missel
Psychologischer Psychotherapeut
Präsidiumsmitglied des Wissenschaftsrates
der AHG Allgemeinen Hosptialgesellschaft

T: +49 6592 201-1230
Email: pmissel@ahg.de
Oliver Kreh
Psychologischer Psychotherapeut
Leitender Psychologe
AHG Klinik Tönisstein

T: +49 2641 14-150
Email: okreh@ahg.de
* Quelle: http://www.dhs.de/datenfakten/alkohol.html


Ausländische Pflegekräfte in Deutschland – La dolce vita im Schwarzwald?

Der Mangel an Pflegekräften führt dazu, dass immer mehr Reha-Kliniken ausländische Fachkräfte anwerben. Was sich zunächst als einfache Lösung präsentiert, kann sich bei der Umsetzung als schwer kalkulierbares Risiko entpuppen. Selbst wenn eine Anwerbung von Fachkräften gelingt, gibt es keine Garantie, dass die Pflegekräfte bleiben. Erfolgsfaktoren gibt es hierbei viele, wie z.B. ausreichende Sprachkompetenz, Grad der Integration in die Gesellschaft oder auch die Übereinstimmung von Erwartung und Realität der Aufgabenbereiche in deutschen Reha-Kliniken. Doch wo die kleinen Tücken sind, merkt man oft erst schmerzhaft bei der Umsetzung eines solchen Projekts.

Die DEGEMED trägt in Ihrem Praxisdialog Reha-Pflege die Erfahrungen von Kliniken zusammen, die bereits das Projekt „Ausländische Pflegekräfte“ gewagt haben. So können interessierte Kliniken von den Erfahrungen der Kollegen lernen. Die Pflegedienstleitungen der Einrichtungen werden von der Erfahrung beim Einsatz und der Integration der ausländischen Fachkräfte berichten und auch hier Einblicke in die erlebten Tücken, Vorbehalte und Glücksmomente geben.

Die Veranstaltung findet in der Habichtswaldklinik in Kassel statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie HIER oder auf der Homepage www.degemed.de in der Rubrik Veranstaltungen


Bundesverdienstkreuz für Dr. Christoph Smolenski

Der Bundespräsident hat Herrn Dr. Christoph Smolenski, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der Dr. von Ehrenwall’schen Klinik in Bad Neuenahr-Ahrweiler das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Herr Staatsminister Alexander Schweitzer hat die hohe Auszeichnung am 23.08.2013 im Rahmen einer kleinen Feierstunde überreicht. Er hob dabei die herausragenden Verdienste hervor, die sich der Geehrte um das deutsche, insbesondere um das rheinlandpfälzische Krankenhauswesen erworben hat.

Nach seinem Studium in Bonn, Bern und Würzburg und seiner Promotion 1974 erlangte Dr. Smolenski seine ärztliche Approbation 1975 in München. Im Laufe der Jahre erwarb er zahlreiche Gebiets- und Schwerpunktbezeichnungen, so z.B. als Nervenarzt, psychotherapeutisch tätiger Arzt, Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie psychotherapeutische Medizin und Psychoanalyse. Er war zunächst als Assistenzarzt in verschiedenen Krankenhäusern in der Schweiz und Deutschland tätig, bevor er im Jahre 1983 in die damals von seinem Vater geleitete Dr. von Ehrenwall’sche Klinik in Bad Neuenahr-Ahrweiler eintrat. Seit dem 01.01.1991 ist er dort Ärztlicher Direktor.

Neben zahlreichen weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten auf der Bundesebene ist Herr Dr. Smolenski seit 1991 ständiges Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger Psychiatrischer Krankenhäuser Deutschlands und seit 1986 Vorsitzender des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte Privater Kliniken. Von 1992 bis 2007 war er Mitglied der Kommission „Krankenhaus“ der Bundesärztekammer, seit 2007 ist er Mitglied der Kommission „Entgeltsysteme in der Psychiatrie“ der Deutschen Krankenhausgesellschaft. In diesen Gremien vertritt er die Interessen des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken, dessen Vorstand er von 2003 bis 2006 angehörte. In dieser Zeit leitete er auch den Fachausschuss „Öffentlichkeitsarbeit“ des Verbandes.

Herr Dr. Smolenski ist seit 1994 Mitglied im Vorstand des Landesverbandes der Privatkliniken in Rheinland-Pfalz und seit 1997 dessen Vorsitzender. Als Vertreter der Privatkliniken ist er seit 1998 auch Vorstandsmitglied der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz. Ab 2008 bis 2011 war er Stellvertretender Vorsitzender und von 2010 bis 2011 amtierender Vorsitzender des Vorstandes. Neben weiteren vielfältigen Aufgaben auf Landesebene ist Herr Dr. Smolenski seit 1995 Mitglied der Unterarbeitsgruppe „Psychiatrieplanung in Rheinland-Pfalz“, seit 1996 Mitglied im Landeskrankenhaus-Planungsausschuss sowie seit 1998 Mitglied des Landes-Psychiatriebeirates und ständiger Fachberater der Fachebene des Gesundheitsministeriums des Landes Rheinland-Pfalz.

Staatsminister Alexander Schweitzer würdigte in seiner Laudatio auch die umfassende ehrenamtlichen Tätigkeiten von Herrn Dr. Smolenski auf kommunaler Ebene und seine Lehrtätigkeiten an der medizinischen Universitätsklinik Bonn sowie der Fachkrankenpflegeschule Andernach.

Vorstände, Mitglieder und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle in Hessen und Rheinland-Pfalz gratulieren Herrn Dr. Smolenski zu der verdienten hohen Auszeichnung und freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm.

Kontakt:

Landesverbände der Privatkliniken
in Hessen und Rheinland-Pfalz
Von-Leyden-Straße 23 a
65191 Wiesbaden
Tel.: 0611/2675611
Fax: 0611/2058162
E-Mail: sekretariat@vdpk.de
Internet: www.vdpk.de


Gesundheitspolitik nach der Bundestagswahl im Fokus – Kliniken fordern verlässliche Finanzierung

26. August 2013 Wenn der Deutsche Krankenhaustag im November seine Pforten öffnet, wird die Debatte um die künftige Ausrichtung des Gesundheitswesens nach der Bundestagswahl weiter an Fahrt gewinnen. Dabei spielt insbesondere der Kliniksektor die zentrale gesundheitspolitische Rolle in der neuen Legislaturperiode: Wie kann der steigende Behandlungsbedarf einer älter werdenden Bevölkerung in Zukunft nachhaltig finanziert werden? Stehen die Krankenhäuser vor einer grundlegenden Reform? Und welche Konzepte verfolgen die unterschiedlichen Parteien dazu? Im Mittelpunkt des 36. Deutschen Krankenhaustages stehen die gesundheitspolitischen Positionen der Bundestagsparteien und ihre möglichen Auswirkungen auf den Wachstums- und Innovationsmotor Krankenhaus. Mit einem Jahresumsatz von über 83 Milliarden Euro sind die 2.045 Kliniken in Deutschland ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und einer der leistungsstärksten Jobmotoren im Gesundheitswesen. Sie stärken und stabilisieren die Binnenkonjunktur in weit überdurchschnittlichem Maße.

Gleichzeitig müssen sich die Kliniken bei knappen finanziellen Ressourcen einem immer schärferen Qualitäts- und Leistungswettbewerb stellen. Für die stetige Versorgung mit Gesundheitsdienstleistungen benötigen die Krankenhäuser vor allem finanzielle Planbarkeit und ordnungspolitische Berechenbarkeit, um ihre Patienten weiterhin auf internationalem Spitzenniveau versorgen zu können. Dabei belasten die gesundheits-politischen Restriktionen der vergangenen Jahre die Kliniken in hohem Maße. Das im Juni vom Deutschen Bundestag verabschiedete Maßnahmenpaket zur finanziellen Entlastung der Krankenhäuser verschafft den Kliniken kurzfristig Luft und ist ein klares Zeichen, dass sich die Politik der angespannten Situation im Kliniksektor bewusst ist. Eine nachhaltige Weiterentwicklung der Krankenhausfinanzierung nach der Bundestagswahl bleibt indes unabdingbar.

Vor diesem Hintergrund des durchgreifenden Strukturwandels im deutschen Gesundheitswesen wird der diesjährige Krankenhaustag die aktuellen gesundheitspolitischen Reformbeiträge von Politik und Wissenschaft kritisch hinterfragen und innovative Lösungsansätze für die stationäre Versorgung der Zukunft aufzeigen.

Der Eröffnungstag steht thematisch ganz im Zeichen der Krankenhauspolitik in der neuen Legislaturperiode und den Erwartungen der Krankenhäuser an die neue Bundesregierung. Hierzu werden die gesundheitspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen ihre Reformkonzepte erörtern und kritisch diskutieren. Neben Kongresspräsident Alfred Dänzer, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), und Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte (VLK), werden Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), und Irene Maier, Pflegedirektorin des Universitätsklinikums Essen, an der Podiumsdiskussion teilnehmen.

Im Anschluss findet eine DKG-Schwerpunktveranstaltung zum Thema „Das G-DRG-System 2014“ statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden die Experten über die methodischen und klassifikatorischen Anpassungen für das G-DRG-System 2014 sowie erstmals über die Herausforderungen des neuen Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen ausführlich informieren.

Diese beiden Veranstaltungen bilden den Auftakt zu zahlreichen gesundheitspolitischen und praxisorientierten Vorträgen. Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), erwartet an den vier Kongresstagen rund 1.700 Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik.

Der zweite Kongresstag beginnt mit dem Pflegeforum, das die Gesundheitspolitik aus der Perspektive der Profession Pflege näher beleuchtet. Ein Schwerpunkt wird der zunehmende Personalmangel sein. Die Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen im BDA (AKG) werden in ihrer Vortragsveranstaltung innovative, internationale Krankenhauskonzepte präsentieren. Ein Highlight wird die erstmals ausgelobte AKG-Auszeichnung für herausragende Gesundheitsbauten sein, die die Bedeutung guter Architektur auf diesem Spezialgebiet in das öffentliche Bewusstsein rücken soll. Darüber hinaus stehen mit dem ECCLESIA-Forum „Haftungsansprüche, Haftungsprämien – Haftungsgrenzen“ und der IT-Schwerpunktveranstaltung „IT-Innovationen und Patientensicherheit“ weitere praxisorientierte Veranstaltungen auf dem Tagungsprogramm.

Die Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens, wird im Rahmen des neuen Vortragsformats „Aktuelle Brennpunkte“ ausführlich zum Thema Krankenhausplanung Stellung beziehen und anschließend mit den Kongressbesuchern die Lage der Kliniken intensiv diskutieren. Im Anschluss wird Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss, in ihrem Vortrag die ambulante spezialfachärztliche Versorgung näher beleuchten. Im Management-Forum „Sparen bis der Arzt kommt? Oder wie Kliniken finanzielle Engpässe bewältigen“ gibt es am zweiten Veranstaltungstag einen weiteren neuen Veranstaltungsblock mit aktuellem Praxisbezug.

Den Schwerpunkt des dritten Kongresstages bildet die „2nd Joint European Hospital Conference“ mit hochkarätigen Referenten aus der Europäischen Kommission, der European Hospital and Healthcare Federation (HOPE), der European Association of Hospital Managers (EAHM) sowie der European Association of Hospital Physicians (AEMH). Im Rahmen der Vormittagsveranstaltung wird der Kongress „Die Europäische Patientenrechte-Richtlinie in der Umsetzung“ näher beleuchten. Die Nachmittagsveranstaltung wird den „Innovationszugang in den Krankenhäusern Europas“ in den Fokus rücken. Es werden rund 150 TOP-Entscheider aus den europäischen Krankenhäusern erwartet.

Neueste Trends rund um das MVZ im Krankenhaus in der Vortragsveranstaltung des Bundesverbandes Medizinische Versorgungszentren – Gesundheitszentren – Integrierte Versorgung e.V. runden den dritten Veranstaltungstag ab. Eine Fachtagung zur „Haftpflicht im Krankenhaus – zahlt der leitende Krankenhausarzt die Zeche?“ beschließt das Kongressprogramm am vierten und letzten Kongresstag.

Der 36. Deutsche Krankenhaustag führt die verschiedenen im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen zusammen. Das Kongressprogramm bietet umfassende Gelegenheit zur Diskussion zwischen den Partnern im Gesundheitswesen und den Beschäftigten im Krankenhaus.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützten. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.

Kontakt:

Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Pressestelle
Moritz Quiske, Holger Mages, Rike Stähler
Telefon: (030) 39 801 – 1020 / – 1022 / – 1023
Fax: (030) 39 801 – 3021
E-Mail: pressestelle@dkgev.de
Wegelystraße 3, 10623 Berlin


Land Baden-Württemberg will Versorgungsstrukturen für alte Menschen neu ausrichten

23.08.2013 Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung der geriatrischen Rehabilitationseinrichtungen und die Schließung einzelner Einrichtungen in Baden-Württemberg betrachtet Ministerin Katrin Altpeter mit großer Sorge. Sie appellierte deshalb an Kassen und Träger von geriatrischen Reha-Einrichtungen, konstruktiv an der Weiterentwicklung der geriatrischen Versorgungsstrukturen im Land mitzuwirken. Anders als bei der Krankenhausplanung hat das Land bei Reha-Einrichtungen Altpeter zufolge keine eigenen gesetzlichen Kompetenzen und keine Planungshoheit und kann deshalb auch keine Standortentscheidungen treffen. Die Sicherstellung eines breiten und vielfältigen Angebots an effizienter und qualifizierter geriatrischer Rehabilitation in stationärer, ambulanter und mobiler Form sei Aufgabe der Selbstverwaltung, also der Krankenkassen und Rehabilitationseinrichtungen.

Schon Ende 2012 hatte Ministerin Altpeter Kassen und Krankenhausgesellschaft zu einem ersten Spitzengespräch zur Neuausrichtung des baden-württembergischen Geriatriekonzepts geladen. Geklärt werden soll, wie der Zugang zur geriatrischen Rehabilitation und eine verlässliche Belegung der Einrichtungen verbindlich festgelegt werden können. Auch die künftige Ausrichtung der geriatrischen Schwerpunkte und Zentren wird seitdem in mehreren Gesprächsrunden verhandelt. In Arbeitsgruppen wurde mittlerweile ein „Geriatrie-Check“ erarbeitet.

Rehabilitation vor Pflege

Ministerin Altpeter: „Wer eine besondere geriatrische Behandlung braucht und eine geriatrische Rehabilitation, soll sie auch bekommen. Nur mit qualifizierten geriatrischen Leistungen kann es gelingen, Pflegebedürftigkeit zu verhindern, abzumildern oder hinauszuzögern.“

Der Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ müsse deshalb im Land konsequent umgesetzt werden. Gute geriatrische Versorgungsstrukturen ersparten der Gesellschaft und den Sozialsystemen zudem medizinisch vermeidbare und teure Versorgungssituationen, gerade in Zeiten des demografischen Wandels. „Wir müssen alle ein Interesse daran haben, die Versorgungsstrukturen zu sichern und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln, um auch in der geriatrischen Versorgung ein Musterländle zu bleiben“, betonte die Ministerin. Altpeter drängt nun darauf, die Beratungen zum neuen Geriatriekonzept noch in diesem Jahr zum Abschluss zu bringen, „möglichst im Konsens“.

300.000 Euro für Forschungsstudie zu geriatrischen Versorgungsstrukturen

Bei der Rehabilitation will Ministerin Altpeter die Kassen in ihrer Strukturverantwortung unterstützen. Das Sozialministerium stellt deshalb jetzt zusammen mit den Allgeimeinen Ortskrankenkassen (AOK) 300.000 Euro für die Intensivierung entsprechender wissenschaftlicher Untersuchungen bereit. Weitere Kassen prüfen derzeit, ob sie sich beteiligen.

Mit der Forschungsstudie sollen bisher fehlende Daten und Erkenntnisse über rehabilitative Potenziale geriatrischer Patientinnen und Patienten im Rahmen der bestehenden geriatrischen Versorgungsstrukturen in Baden-Württemberg gewonnen werden. „Der Forschungsauftrag soll helfen, Fehlentwicklungen in der geriatrischen Versorgung aufzuzeigen und fundierte Aussagen über den künftigen Bedarf im Land zu treffen, speziell im Bereich der geriatrisch-rehabilitativen Versorgungsstrukturen“, so die Ministerin. Das Sozialministerium kooperiert hierbei eng mit der AOK Baden-Württemberg, die auch Daten aus der Routineversorgung zur Verfügung stellt. Die Erkenntnisse sollen in das Geriatriekonzept von Baden-Württemberg einfließen.

Um den Forschungsauftrag können sich natürliche und juristische Personen bewerben, insbesondere staatliche und nichtstaatliche Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Ausschreibung (Förderaufruf)

Ergänzende Informationen:

Menschen in Baden-Württemberg werden im bundesweiten Vergleich gesünder älter. Viele Statistiken belegen, dass sich das baden-württembergische Geriatriekonzept mit den zentralen Säulen der derzeit 39 geriatrischen Reha-Kliniken sowie den 37 geriatrischen Schwerpunkten und 7 Zentren grundsätzlich bewährt hat. Baden-Württemberg hat damit eine Grundstruktur der altersmedizinischen Versorgung, die im Bundesvergleich eine Vorreiterrolle einnimmt. Über die Krankenhausplanung sind geriatrische Zentren und Schwerpunkte ausgewiesen, die den Kern einer hochwertigen geriatrischen Versorgung gewährleisten. Diese Angebote werden durch Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation ergänzt.

Einige geriatrische Rehabilitationseinrichtungen klagen über eine unzureichende Finanzierung, aber auch über mangelnde Auslastung durch eine fehlende fachliche Steuerung und Zuweisung von Menschen, die eigentlich einer speziellen geriatrischen Rehabilitation bedürfen. Dass die Zahl der Menschen, die vom Krankenhaus direkt ins Pflegeheim entlassen werden, stark ansteigt, ist ein bundesweiter statistisch belegter Trend, der darauf hinweist, dass hier Handlungsbedarf besteht.

Die Zahl der über 60-Jährigen und insbesondere die Anzahl der Hochbetagten, über 85-jährigen, wächst deutlich und überproportional an. Dies wird erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung von Krankheitsrisiken und auf das Risiko von Pflegebedürftigkeit haben. Da die gesundheitliche Gesamtsituation erkrankter älterer Menschen nicht durch ein einzelnes akutes Ereignis, sondern durch die Gleichzeitigkeit mehrerer Krankheiten geprägt ist, ist regelhaft ein auch rehabilitativer Behandlungsansatz erforderlich.

Im Geriatriekonzept werden die verschiedenen Säulen der medizinischen Versorgung – ambulante Behandlung, Krankenhaus und Rehabilitation – beschrieben sowie die Anforderungen an diese drei Säulen, sich auf die besonderen Anforderungen der Behandlung mehrfach und chronisch kranker alter Menschen auszurichten. Das bedeutet auch eine enge Vernetzung der Angebote untereinander und auch mit den Strukturen der Pflege und Unterstützung alter Menschen.

Kontakt:

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren
Schellingstraße 15
70174 Stuttgart
0711/123-0
poststelle@sm.bwl.de


„Generationenwechsel“ in Bad Tölz: RHM Klinikgruppe übernimmt die Buchberg-Klinik

Deidesheim/ Bad Tölz. Die RHM Klinikgruppe aus Deidesheim (Rheinland-Pfalz) übernimmt die Buchberg-Klinik in Bad Tölz. An der Fachklinik für Neurologie, Orthopädie und Innere Medizin mit 246 Betten, einem der traditionsreichsten Häuser des Kurortes an der Isar, vollzieht sich damit ein Generationenwechsel durch den nicht nur die Zukunft der Klinik gesichert, sondern auch Platz für Innovationen und Investitionen geschaffen wird. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit dem Erwerb der Buchberg-Klinik erweitert die RHM Klinikgruppe ihr Portfolio um eine zweite Klinik im Fachgebiet Neurologie und schafft sich erstmals auch einen Standort in Bayern im direkten Einzugsgebiet des Ballungsraums München.

Die Buchberg-Klinik passt perfekt zu RHM
„Wir freuen uns sehr, auch für die Mitarbeiter der Buchberg-Klinik, dass der Verkauf jetzt endlich abgeschlossen ist“, so RHM-Geschäftsführer Dr. André M. Schmidt, „denn die Klärung juristischer Formalitäten hat uns rund ein Jahr in unseren Planungen aufgehalten. Jetzt kann es endlich losgehen.“ In einem ersten Schritt sind vom neuen Eigentümer bereits sehr zeitnah notwendige Investitionen in die große Immobilie geplant. Gleichzeitig soll die mit ihren qualitativ hochwertigen stationären Leistungen bereits gut am Markt positionierte Klinik in Absprache mit den Kostenträgern um ambulante Strukturen erweitert werden. Damit verbunden ist auch die Absicht, im therapeutisch-medizinischen und pflegerischen Bereich kein Personal abzubauen.

RHM Klinikgruppe auf Wachstumskurs
Für die RHM Klinikgruppe ist der Kauf der Buchberg-Klinik bereits der zweite wichtige Schritt im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie in diesem Monat. Erst Anfang August hatte das Unternehmen die Rehabilitationsklinik Dahlener Heide in Schmannewitz (Sachsen) übernommen. Ziel ist es, in den kommenden Jahren ein Wachstum um das Zwei- bis Dreifache zu erreichen. Schon heute ist die RHM Klinikgruppe eines der führenden deutschen Gesundheitsunternehmen, besitzt und betreibt an zehn Standorten in Deutschland Akutkliniken, Rehabilitationskliniken sowie Alten- und Pflegeheime. Die Klinikgruppe, die sowohl stationäre als auch ambulante Gesundheitsdienstleistungen anbietet, verfügt über mehr als 2.600 Behandlungsplätze in 20 operativen Klinik- und Pflegebetrieben. Von der Therapieerfahrung und den hohen Qualitätsmaßstäben der über 1.700 Beschäftigten profitieren jährlich rund 25.000 Patienten und Bewohner. Durch ihre interdisziplinäre Vernetzung ist es der RHM Klinikgruppe gelungen, sich als einer der medizinisch führenden, integrierten Gesundheitsunternehmen in Deutschland zu etablieren.

Kontakt und Nachfragen

RHM Klinik- und Altenheimbetriebe GmbH & Co. KG
Frau Steinhauer
Sekretariat der Geschäftsführung
Weinstraße 1
67146 Deidesheim
Telefon: 06326 7009-12
Telefax: 06326 7009-99
E-Mail: k.steinhauer@rhm-kliniken.de
www.rhm-kliniken.de


Ärzte sollen wieder Reha verordnen dürfen!

In der aktuellen Berichterstattung wird die Begutachtungspraxis des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) kritisch bewertet. Diese ist nach Auffassung des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken (BDPK) für die rückläufige Leistungserbringung in der Rehabilitation verantwortlich. 39 % aller begutachteten Anträge werden abgelehnt. Rehabilitationsleistungen für Patienten, die zuvor nicht im Krankenhaus waren, gehen massiv zurück: Seit dem Jahr 1999 hat sich die Zahl dieser Rehabilitationsleistungen von 460.000 auf 178.000 mehr als halbiert.

„Diese Ergebnisse sind besorgniserregend“, so Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken, „denn die Begutachtung erfolgt nur nach Aktenlage ohne persönliche Untersuchung des Patienten durch den Gutachter des MDK. Damit wird die Einschätzung des behandelnden niedergelassenen Arztes zur medizinischen Notwendigkeit einer Rehabilitationsleistung auf den Kopf gestellt.“ Dies führt zu erheblicher Frustration bei niedergelassenen Ärzten. Im Regelfall findet noch nicht einmal ein direktes Gespräch über die Gründe der abweichenden medizinischen Einschätzungen zwischen ärztlichem Gutachter und behandelndem Arzt statt. „Dringend notwendig ist deshalb, dass die Verordnung des behandelnden Arztes die rechtliche Grundlage für die Leistungserbringung der Krankenkasse wird“, so Bublitz.

Das bedeutet, dass die nach 1999 eingeführten bürokratischen Hürden, nach denen Ärzte zur Stellung eines „Antrages auf Erteilung ein Antragsformulars“ und einer speziellen Zusatzqualifikation zur Verordnungsberechtigung verpflichtet wurden, abgeschafft werden. Alle bisherigen Versuche, ein bedarfsgerechtes Verordnungsverfahren einzuführen, sind im dafür zuständigen Gemeinsamen Bundesausschuss am Veto der Krankenkassen gescheitert.

Von dieser Situation besonders betroffen sind vor allem ältere Menschen, bei denen der Eintritt von Pflegebedürftigkeit droht. Statt ungewollt ins Pflegeheim zu müssen, können Rehabilitationsleistungen Selbstständigkeit wiederherstellen. „Der gesetzlich verankerte Grundsatz Reha vor Pflege muss endlich umgesetzt werden“, so Bublitz.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

Thomas Bublitz
Hauptgeschäftsführer des
Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken e.V.
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel.: 0 30 – 2 40 08 99 -0
Mobil: 0172- 1595202
Fax: 0 30 – 2 40 08 99 -30
thomas.bublitz@bdpk.de
www.bdpk.de


Fehlzeiten-Report 2013: Keine Entwarnung bei Suchterkrankungen – neue Suchtmittel auf dem Vormarsch

Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) am 22.08.2013 in Berlin

Berlin. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage, die durch die Einnahme von Suchtmitteln verursacht wurden, ist in den letzten zehn Jahren um rund 17 Prozent angestiegen: Von 2,07 Millionen Fehltagen im Jahr 2002 auf 2,42 Millionen Fehltage im Jahr 2012. Alkoholkonsum und Rauchen sind laut Fehlzeiten-Report 2013 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) die Hauptursachen. Experten sehen aber auch einen Trend zu einer verstärkten Einnahme von leistungssteigernden Mitteln.

„Obwohl in den vergangenen Jahren eine ganze Menge unternommen worden ist, können wir bei den Suchterkrankungen keine Entwarnung geben“, sagte Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand beim AOK-Bundesverband, bei der Vorstellung des Fehlzeiten-Reports 2013 in Berlin. Während die traditionellen Suchtmittel wie Alkohol und Tabak weiterhin das Gros der Fehltage verursachten, seien neue Suchtmittel wie das sogenannte „Gehirndoping“ erkennbar auf dem Vormarsch. „Damit wir diesem Trend wirksam Einhalt gebieten können, müssen wir noch besser verstehen, welche Präventionsprogramme tatsächlich Wirkung zeigen. Leider dominiert in Deutschland die Grundlagenforschung. Der politische Rückenwind für eine praxisnahe Präventions- und Versorgungsforschung fehlt bisher. Das muss sich dringend ändern“, so Deh weiter.

Arbeitnehmer, die mindestens eine Krankschreibung aufgrund einer Suchterkrankung aufweisen, haben nach einer Analyse des WIdO im Schnitt drei Mal so lange Arbeitsunfähigkeitszeiten wie Beschäftigte, die aus anderen Gründen krankgeschrieben werden. Die meisten suchtbedingten Krankschreibungen sind auf das am stärksten von der Gesellschaft anerkannte Genussmittel zurückzuführen: Fast 44 Prozent aller suchtbedingten Arbeitsunfähigkeitsfälle entfallen auf Alkoholkonsum. „Die Sucht ruiniert nicht nur die Gesundheit der Betroffenen. Sie hat auch massive Folgen für die Wirtschaft. Allein die Kosten von Alkohol- und Tabaksucht belasten die deutsche Wirtschaft jährlich mit etwa 60,25 Milliarden Euro“, sagte Deh.

Trend zu leistungssteigernden Suchtmitteln

Einen detaillierten Einblick in den Umfang von Süchten in der Arbeitswelt ermöglicht eine aktuelle Studie des WIdO für den Fehlzeiten-Report. Über 2.000 Erwerbstätige zwischen 16 und 65 Jahren wurden dafür nach ihren Belastungen am Arbeitsplatz sowie den Umgang mit ihrer Gesundheit befragt. Es zeigte sich, dass 5,3 Prozent der Befragten täglich Alkohol konsumieren. Der Anteil der Männer liegt dabei mit 8,9 Prozent fast viereinhalbmal über dem der Frauen (2 Prozent). Unabhängig vom Geschlecht steigt die Wahrscheinlichkeit eines regelmäßigen Alkoholkonsums mit dem Bildungsstand. Beim Tabakkonsum ist es genau anders herum. Je höher der Bildungsstand ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit zu rauchen. Etwa ein Drittel aller Beschäftigten raucht gelegentlich oder regelmäßig. Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es nicht, dafür aber einen starken Bezug zum Alter. So nimmt der Anteil der Raucher mit steigendem Lebensalter ab.

Mit Abstand die meisten Fehltage sind auf Alkoholsucht und Rauchen zurückzuführen. Andere Süchte wie die Einnahme leistungssteigernder Substanzen gewinnen aber – ausgehend von einem geringen Niveau – an Bedeutung. „Um berufliche Stresssituationen zu bewältigen, haben nach unserer Befragung immerhin fünf Prozent der Arbeitnehmer in den letzten zwölf Monaten Medikamente wie beispielsweise Psychopharmaka oder Amphetamine zur Leistungssteigerung bei der Arbeit eingenommen. Bei den unter 30-Jährigen trifft dies immerhin auf jeden Zwölften zu“, sagte Helmut Schröder, Stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. „Die Dunkelziffer dürfte noch erheblich größer sein, denn Studien zeigen, dass viele Menschen bereit sind, bei hoher Arbeitsbelastung stimulierende Mittel einzunehmen.“

Themen wie die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln müssten in Zukunft stärker in den Angeboten der Krankenkassen berücksichtigt werden können, forderte AOK-Vorstand Uwe Deh. Die AOK setze sich daher dafür ein, dass der Präventionsleitfaden, der den Rahmen für die Aktivitäten der Kassen definiert, entsprechend erweitert werde.

Der Arbeitsplatz als Ort für Prävention

Zunehmender Leistungsdruck, die Verdichtung der Arbeit oder die Erwartung, dass Beschäftigte ständig erreichbar sind und schnell reagieren – all das kann dazu beitragen, dass Menschen Verhaltensweisen entwickeln, die zu Abhängigkeit und Sucht führen. Zugleich bietet der Arbeitsplatz aber auch den Raum für entsprechende Präventionsangebote.

Bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR), dem größten kommunalen Entsorgungsunternehmen Deutschlands, gibt es bereits seit 17 Jahren ein betriebliches Suchtpräventionsprogramm und eine Dienstvereinbarung, die ein absolutes Alkoholverbot am Arbeitsplatz festschreibt. Die Dienstvereinbarung bietet sowohl den Führungskräften als auch den Beschäftigten einen klaren Handlungsrahmen für den Umgang mit Alkohol- oder anderen Suchtmittelauffälligkeiten am Arbeitsplatz. Begleitend bietet eine innerbetriebliche Beratungsstelle allen betroffenen Beschäftigten Hilfe und Unterstützung. Bei der BSR herrscht die Einsicht vor, dass das Wissen über Suchtgefahren den verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln stärkt. Deshalb gehört das Thema Suchtgefährdung ganz selbstverständlich zu vielen betrieblichen Gesundheitsseminaren für die Beschäftigten und zu den Weiterbildungsangeboten für nebenamtliche Präventionskräfte. Diese Kräfte sind speziell geschulte kollegiale Ansprechpartner und übernehmen sogar in ihrer Freizeit eigenständig Aufgaben bei Präventionsangeboten der BSR.

„Im Umgang mit Alkoholauffälligkeiten am Arbeitsplatz sind klare Handlungsanweisungen sinnvoll. Diese geben allen Beschäftigen die notwendige Orientierung. Eine erfolgreiche Präventionsarbeit muss das gesamte Unternehmen erfassen, nicht nur konkret betroffene Beschäftigte. Ohne ein offenes Umfeld, um Probleme zu thematisieren, und eine Vermittlung von Wissen über Abhängigkeiten und Hilfen, wäre alles nur eine halbe Sache. Wichtig ist, dass im Kopf unserer Beschäftigten der Kurs ‚Null Promille am Arbeitsplatz‘ gehalten wird“, sagte Georg Heidel, Präventionsexperte von der BSR.

Die AOKs unterstützen Firmen vor Ort mit umfangreichen Angeboten für die Betriebliche Gesundheitsförderung beim Umgang mit Suchtmitteln. Mehr dazu auf www.aok-bgf.de.

Weitere Informationen:

www.aok-presse.de

Ihr Kontakt zur Pressestelle:

Christine Göpner-Reinecke
AOK-Bundesverband
030 346 46 2298
christine.goepner-reinecke@bv.aok.de


Tag der offenen Tür im BMAS am 24. und 25.08.2013

Am 24. und 25. August 2013 öffnet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales seine Pforten. Bei unserem Tag der offenen Tür steht die Vielfalt im Mittelpunkt: Denn Deutschland ist ein weltoffenes Land, in dem viele Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenleben und -arbeiten. Zuwanderinnen und Zuwanderer bereichern unseren Arbeitsmarkt. Ihre Talente sind unsere Chancen – gerade in Zeiten des demografischen Wandels.

Wie attraktiv ist Deutschland für Fachkräfte aus Europa, aus aller Welt? Wie können wir eine Willkommenskultur entwickeln, damit qualifizierte Zuwanderer und ihre Familien sich von Anfang an bei uns wohlfühlen? Diesen Fragen widmet sich die Wanderausstellung unserer Fachkräfte-Offensive. Die viel beachtete interaktive Schau „Yes, we’re open!“ macht nach Dresden, Stuttgart, Potsdam, Dortmund und Hamburg wieder in Berlin Station und ist während des Tags der offenen Tür im Foyer des Ministeriums zu sehen.

Unser Innenhof verwandelt sich in einen Sommergarten mit Info-Pavillons und Lounges zum Entspannen, mit Talkrunden zum Thema Fachkräftesicherung und Zuwanderung, aber auch mit viel Musik, internationalen Leckerbissen und spannenden Angeboten für die Kinder.

Wir zeigen den Film „Insider Art – Aus Liebe zur Kunst“, in dem vier Künstlerpersönlichkeiten sich und ihre Arbeit, ihre Motivation und ihre Leidenschaft vorstellen. Selten kommt man Menschen und Künstlern mit Handicaps so nahe wie in diesem Filmporträt.

Wir freuen uns, Ihnen einen lebendigen Einblick in unsere Arbeit zu geben. Wir freuen uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Kurz gesagt: Wir freuen uns auf Sie und Ihre Familie!

Kontakt:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Wilhelmstraße 49
10117 Berlin
Telefon: +49 30 18 527-0
www.bmas.bund.de