Juli, 2013

 

Inklusion geht alle an – Teilhabebericht vorgelegt

Berlin, 31.07.2013. Hubert Hüppe, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, begrüßte den neuen Ansatz des Teilhabeberichts: „Der Teilhabebericht zeigt deutlich, dass es oft die Lebensverhältnisse sind, die Menschen behindern und nicht ihre Einschränkungen. Seit langem weisen Menschen mit Behinderungen darauf hin, was sie von der gleichberechtigten Teilhabe abhält. Ich bin daher froh, dass ihre Sicht in diesen Bericht eingeflossen ist.“

Der Teilhabebericht nutzt Indikatoren, um das Maß der Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen zu zeigen. Dieser Ansatz wurde aus der UN-Behindertenrechtskonvention abgeleitet, er basiert auf einem Vergleich der Teilhabe von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen.

Hubert Hüppe: „Der Teilhabebericht macht deutlich, wie vielfältig die Lebenssituationen von Menschen sind. Darum ist auch klar, die Unterstützung muss den Menschen folgen, nicht umgekehrt. Dieser Bericht macht noch einmal deutlich, dass wir jetzt ein Bundesleistungsgesetz brauchen, um die bisherige Eingliederungshilfe neu zu gestalten.“

Der Teilhabebericht zeigt: Inklusion geht alle an. In Deutschland leben 18,1 Millionen Menschen mit einer Beeinträchtigung, das sind 20 Prozent der Bevölkerung. Inwieweit Inklusion heute verwirklicht ist, zeigt unsere Grafik.

Den Teilhabebericht finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales www.bmas.de/DE/Themen/Teilhabe-behinderter-Menschen/Meldungen/teilhabebericht-2013.html

Kontakt:

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
Mauerstraße 53
10117 Berlin
Tel.: 030 18 527 2723
E-Mail: presse@behindertenbeauftragter.de
www.behindertenbeauftragter.de


Michalk: Langfristige Arbeitsverhältnisse für Menschen mit Behinderungen angestrebt

Berlin, 31.07.2013. Das Bundeskabinett hat am heutigen Mittwoch eine Änderung der Vergabeverordnung beschlossen. Dazu erklärt die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Michalk: „Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss hat die Bundesregierung einen entscheidenden Schritt getan, um das Vergabeverfahren speziell für soziale Dienstleistungen zu optimieren. Dies hat die christlich-liberale Koalition mit ihrem Antrag `Mehr Berücksichtigung von Qualität bei der Vergabe von Dienstleistungen` 2012 angestoßen. Sobald die neue Verordnung in Kraft tritt, werden vor allem erfahrene Anbieter von Maßnahmen speziell für arbeitssuchende Menschen mit Behinderungen davon  profitieren. Ihre Fachkenntnisse in der Beratung, Ausbildung, Vermittlung und Begleitung von Menschen aus dieser Zielgruppe sollen künftig ein stärkeres Wettbewerbselement im Ausschreibungsverfahren sein.

CDU und CSU ist es wichtig, dass die Qualität der Maßnahmen stärker gewichtet wird und nicht der Preis das Hauptgewicht hat. Das garantiert mehr langfristige Arbeitsverhältnisse zwischen Betrieben und Menschen mit Behinderungen.

Parallel findet auf europäischer Ebene die Beratung zur EU-Novelle statt. Die neue europäische Vergaberichtlinie soll unter anderem auch die sozialen Dienstleistungen differenzierter regeln.“

Kontakt:

CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Tanja Ergin
Referentin der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen Maria Michalk
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel.: 030 227-51348
Fax: 030 227-76681
Mobil: 0173 3531705
E-Mail: tanja.ergin@cducsu.de
www.cducsu.de


Michalk: Neuer Teilhabebericht setzt wichtige Akzente für die Behindertenpolitik

Berlin, 31.7.2013. Das Bundeskabinett hat am heutigen Mittwoch den neuen Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen beschlossen. Dazu erklärt die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Michalk: „Der neue Teilhabebericht der Bundesregierung stellt einen Wendepunkt in der Berichterstattung über die Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen dar. Anders als alle vorangegangenen Berichte legt er offen, in welchen Lebensbereiche Menschen mit Behinderungen aktive Teilhabe erfahren und in welchen nicht. Es wird deutlich, welche Faktoren ihre gleichberechtigte Teilhabe verhindern bzw. sie begünstigen.

Der Teilhabebericht bestätigt, dass die Betroffenen den bestehenden gesetzlichen Nachteilsausgleich als wirksam empfinden. Wer seine Behinderung bzw. Schwerbehinderung anerkennen lässt, hat nachweislich bessere Teilhabechancen als derjenige, der seine Behinderung verschweigt und keine Förderinstrumente beansprucht. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass sich vor allem Menschen mit Behinderung, die keinen Schul- oder Berufsabschluss haben und ohne anerkannten Behindertenstatus sind, besonders stark von der Gesellschaft abgehängt fühlen und es tatsächlich auch sind.

Es ist gut, dass inzwischen über eine Million Menschen mit Behinderungen erwerbstätig sind. Damit ist der höchste Beschäftigungsstand seit 2005 erreicht. Allerdings sind viele von ihnen im Vergleich zu Menschen ohne Behinderung öfter in Teilzeit angestellt, verdienen weniger und arbeiten häufiger unterhalb ihrer Qualifikation. Sie haben zudem längere Phasen der Erwerbslosigkeit zu überbrücken. Deshalb sind weiterhin staatliche Förderprogramme notwendig. Auch Unternehmen müssen sich noch stärker mit der Einstellung von Menschen mit Behinderung befassen. Es bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die tatsächliche Teilhabe in allen Lebensbereichen zu erreichen.“

Hintergrund:

Der Teilhabebericht über die Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen erscheint einmal in der Legislaturperiode und wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erstellt. Dieses Mal wurde er neu konzipiert, wofür die Universität Bielefeld mit einer Vorstudie die Grundlagen gelegt hat. Darauf aufbauend hat die Prognos AG innerhalb von zwei Jahren die Daten für den Teilhabebericht zusammengetragen. Begleitet und unterstützt wurden die Wissenschaftler von einem interdisziplinär besetzten wissenschaftlichen Beirat. Dieser hat die wesentlichen Erkenntnisse des Berichts kommentiert und eine Einschätzung der Lebenslagen geliefert. In dem neunköpfigen Gremium haben drei vom Deutschen Behindertenrat benannte Wissenschaftler mitgearbeitet.

Der über 450 Seiten umfassende Bericht befasst sich mit den Teilhabefeldern Familie und soziales Netz, Bildung und Ausbildung, Erwerbsarbeit und Einkommen, alltägliche Lebensführung, Gesundheit, Freizeit, Kultur und Sport, Sicherheit und Schutz vor Gewalt sowie Politik und Öffentlichkeit. Besondere Schwerpunktthemen sind die Situation von älteren Menschen mit Beeinträchtigungen und Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Kontakt:

Tanja Ergin
Referentin der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen Maria Michalk
der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel.: 030 227-51348
Fax: 030 227-76681
Mobil: 0173 3531705
E-Mail: tanja.ergin@cducsu.de
www.cducsu.de


Rekordzahlen-Zahlen der DRV zeigen: Ohne veränderte Finanzierung droht Rationierung!

Pressemitteilung

Berlin, 26.07.2013

 Die in dieser Woche veröffentlichten Reha-Bewilligungszahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund) haben bundesweit ein großes Medienecho ausgelöst. Nach Angaben der DRV wurden 2012 bundesweit 1,1 Millionen Reha-Behandlungen genehmigt – 25 Prozent mehr als im Jahr 2005. Die gleichzeitig um 25 Prozent gestiegenen Antragszahlen belegen, so die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V. (DEGEMED), dass die Regelungen zur Finanzierung dringend angepasst werden müssen. Sonst drohten ein weiteres Absinken der Bewilligungsquote und damit eine Rationierung aus Budgetgründen.

 Berlin. Zahlreiche Politiker und Verbände haben angesichts der in dieser Woche veröffentlichten Antrags- und Bewilligungszahlen der DRV Bund eine schnelle Anhebung des Reha-Deckels und einen Ausbau der Rehabilitation gefordert. Hintergrund ist ein dramatischer Anstieg der Reha-Leistungen um 25 Prozent in nur sieben Jahren. Nach Angaben der DRV Bund  wurden im Vorjahr 2012 bundesweit 2,1 Millionen Reha-Anträge gestellt und 1,4 Millionen Leistungen genehmigt. Im Jahr 2005 waren es noch 1,6 Millionen Anträge und 1,1 Millionen Bewilligungen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Dann kommen die geburtenstarken Jahrgänge der „Babyboomer“ in das reha-intensive Alter.

Rückgänge bei Bewilligungen nicht hinnehmbar
Die Zahlen zeigen nicht nur deutlich den Mehrbedarf an Rehabilitation. Lag die Bewilligungsquote 2005 noch bei rund 70 Prozent, liegt sie 2012 nur noch bei 65 Prozent. Eine Absenkung angesichts des seit Jahren stagnierenden Reha-Budgets, die der Sicherung der Erwerbsfähigkeit und Teilhabe durch Reha als originäre Aufgabe der Rentenversicherung keinesfalls gerecht wird.  „Eine Rationierung der Reha darf nicht stattfinden“, so DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall, „Niemand würde akzeptieren, wenn die Rente um 5 Prozent gekürzt wird. Im Reha-Bereich zwingen aber starre und unzeitgemäße Budgetgrenzen zur Absenkung der Bewilligungsquote und führen zu Leistungsverkürzungen und Rationierung.“


Bunderegierung muss handeln
Die Finanzierung der Rehabilitation muss vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen dringender denn je neu geregelt werden, fordert die DEGEMED. „Die  Bundesregierung hat in der ablaufenden Legislaturperiode eine hervorragende Chance verpasst, intelligente Sozialpolitik zu betreiben und das Reha-Budget der DRV  bedarfsgerecht auszugestalten“, so Christof Lawall, “Die Einbettung der Rehabilitation in den Rentendialog war von Anfang an falsch.“ Die DEGEMED und zahlreiche Experten fordern jetzt, dass die Bundesregierung das Thema nach der Neuwahl im Herbst erneut auf die Agenda setzt. Die DEGEMED tritt seit 2011 mit ihrer Kampagne „Eine Milliarde MEHR!“ für eine demografiefeste Ausgestaltung des Reha-Budgets ein. Zur Unterstützung hat der Verband die Homepage www.eine-milliarde-mehr.de eingerichtet.

Entwicklung der Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung

Jahr Anträge auf Rehaleistungen1 Bewilligte Anträge Reha-Ausgaben(netto) 1) Gesetzliches Reha-Budget(netto)1)
    Insgesamt Medizinische Reha Teilhabe am Arbeitsleben    
  in Mio. in Mio. in Mio. in Mio. in Mrd. Euro in Mrd. Euro
20052011 1,6362,088 1,0991,359 0,8801,088 0,2200,272 4,6215,475 5,0475,528
 2012  2,097  1,367  1,098  0,269  5,678   5,666

 

Quelle: DRV Bund

Kontakt und Nachfragen:
Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED)
Fasanenstraße 5, 10623 Berlin, Telefon: 030 284496-6 / Telefax : 030 284496-70 
Email : degemed@degemed.de Internet: www.degemed.de und www.eine-milliarde-mehr.de


Geriatrische Reha in NRW – Reha-Einrichtungen setzen Signal und kündigen am heutigen Tag (26.07.2013) in einer konzertierten Aktion ihre Vergütungsvereinbarungen gegenüber den Krankenkassen in NRW

Pressemitteilung 09-2013 (26.07.2013)

Bundesverband Geriatrie gemeinsam mit dem Landesverband Geriatrie NRW: Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation ziehen die „Reißleine“ als notwendigen Schritt und eindringliche Warnung/Versorgungsangebot aktuell nicht mehr finanzierbar. Die Einrichtungen stehen mit dem Rücken zur Wand/Dringender Handlungsbedarf zur wirtschaftlichen Absicherung der fachspezifischen Rehabilitation geriatrischer Patienten

Am heutigen Freitag hat die Mehrheit[1] der im Landesverband Geriatrie organisierten Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation in Nordrhein-Westfalen in einer abgestimmten Aktion gegenüber den Krankenkassen in NRW ihre jeweiligen Vergütungsvereinbarungen gekündigt.

Die wirtschaftliche Situation der Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation ist dramatisch. Die strukturelle Unterfinanzierung der letzten Jahre hat zu einem finanziellen „Ausbluten“ der Einrichtungen geführt. In der personalintensiven fachspezifischen Rehabilitation betagter bzw. hochbetagter Menschen kommen die Personalkostensteigerungen der letzten Zeit in einem besonderen Maße zum Tragen. Zusammen mit den weiteren Betriebskostensteigerungen, insbesondere im Energiebereich, sind die Kliniken nicht mehr in der Lage ihre Kosten zu decken.

Die Vergütungssätze sind dagegen nicht oder nur äußerst gering angestiegen. „Auf breiter Front haben die einzelnen Einrichtungen bereits seit vielen – zum Teil über 8 – Jahren keine Erhöhung der Vergütungssätze erhalten. Noch nicht einmal die sog. Veränderungsrate im Gesundheitswesen“, erläuterte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Geriatrie, Dirk van den Heuvel. „Im Durchschnitt ergibt sich kumulativ für die Jahre 2006 bis 2012 ein Kostenanstieg um ca. 18%.“

„In den vergangenen Jahren haben die Träger der Geriatrie durch interne Einsparungen bzw. durch den Verzicht auf notwendige Investitionen versucht die finanziellen Verluste auszugleichen“, erläutert der Vorsitzende des Landesverbandes Geriatrie in NRW, Christoph Wolters. „Hier ist jedoch das Ende der „Fahnenstange“ erreicht. Das jetzige Versorgungsniveau bzw. der Versorgungsumfang kann unter diesen Bedingungen von den Einrichtungen nicht mehr gehalten werden.“

Mit den Vertretern der Krankenkassen in NRW gab es erste Gespräche, in denen seitens der Geriatrie eine Offenlegung der Wirtschaftsdaten der Einrichtungen angeboten wurde, um auf dieser sachlichen Basis die wirtschaftliche Sicherung der geriatrischen Rehabilitation zu erörtern. Bisher fehlen jedoch die notwendigen Signale, das Problem wirklich angehen zu wollen.

„Wir brauchen kurzfristig einen Dialog, an dessen Ende eine Basis für die gesetzlich verankerte, medizinisch notwendige Versorgung geriatrischer Patienten steht. Der heutige gemeinsame Schritt der Reha-Einrichtungen ist ein deutliches, zugleich noch nie dagewesenes letztes Signal“, so Wolters. „Wir stehen zu unserem Angebot, Qualitätsvorgaben mit der Vergütung verpflichtend zu verbinden.“

In anderen Bundesländern wurden bereits erste geriatrische Einrichtungen geschlossen. Dies soll in NRW vermieden werden, andernfalls steht aktuell die fachspezifische Versorgung betagter bzw. hochbetagter Menschen – trotz der wachsenden sozialpolitischen Bedeutung (Stichwort „Reha vor Pflege“) und des demografischen Wandels – vor dem Aus. Es droht der Bruch der fachspezifischen Versorgungskette. „Dies wäre geradezu absurd, da im aktuell veröffentlichten neuen Krankenhausplan in NRW im Bereich der Geriatrie die vernetzte und abgestufte Versorgung in den Mittelpunkt gestellt wird, sodass gegenwärtig dieser getroffene versorgungspolitische Beschluss indirekt infrage gestellt wird“, resümiert der Geschäftsführer des Bundesverbandes Geriatrie, Dirk van den Heuvel.

Pressekontakt:

Uwe H. Sattler

Bundesverband Geriatrie e.V.

Fon: 030/339 88 76-14

Fax: 030/339 88 76-20

Email: uweh.sattler@bv-geriatrie.de

Bundesverband Geriatrie e.V.

Vorstandsvorsitzender: Herr Dipl.-Kfm. Ansgar Veer

Geschäftsführer: Herr Dirk van den Heuvel

Reinickendorfer Straße 61

13347 Berlin

Tel.: 030/339 88 76-10

Fax: 030/339 88 76-20

E-Mail: Geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

Homepage: http://www.bv-geriatrie.de


[1] Ca. 80% der Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation in NRW haben heute ihre Vergütungsvereinbarung gekündigt. Diesen Schritt konnten nicht alle Einrichtungen vollziehen, da z. T. vertragliche Regelungen bzw. Fristen einer solchen Kündigung entgegen stehen.


Auf dem Prüfstand: Pflegeleitlinien und Standards im Qualitätscheck

 

Mittwoch, 24. Juli 2013

Zentrum für Qualität in der Pflege

PRESSEMITTEILUNG

Berlin. Für eine professionelle Pflege sind Leitlinien und Standards wichtige Qualitätsmaßstäbe. Sie sollen aktuelles Wissen bündeln und Handlungsorientierung bieten. Allerdings gibt es zurzeit im deutschsprachigen Raum im Vergleich zu medizinischen Leitlinien nur wenige Dokumente zu pflegerelevanten Themen. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Im Auftrag des ZQP hatte das Department für Pflegewissenschaften der Universität Witten/Herdecke eine Übersicht erstellt und dabei erstmalig alle verfügbaren pflegerischen Leitlinien, Standards und vergleichbaren Dokumente im deutschsprachigen Raum erfasst und methodisch bewertet.

Insgesamt identifizierten die Wissenschaftler 575 Leitlinien und Standards. Davon konnten 21 Dokumente mit überregionaler Bedeutung in die weitere Analyse einbezogen werden. Diese erfüllen zwar teilweise die international anerkannten Qualitätskriterien für Leitlinien. Dennoch halten die Studienmacher fest: Damit Pflegeleitlinien und Standards überhaupt eine möglichst breite Anwendung finden, sind zukünftig konkretere Vorschläge für ihre Implementierung notwendig. Zudem verweisen die Forscher auf die Notwendigkeit einer interdisziplinären Erarbeitung. Diese konnte nur bei vier der untersuchten Handlungsempfehlungen nachgewiesen werden. Auffallend sei vor allem auch, dass die Patienten- bzw. Bewohnerperspektive in nur einer Pflegeleitlinie berücksichtigt wurde. „Die Verbraucherperspektive muss dringend bei der Entwicklung von Leitlinien und Standards Berücksichtigung finden. Denn: Qualität kann nicht über die Köpfe derjenigen hinweg verordnet werden, die durch Qualitätsstandards im Ergebnis geschützt und deren Lebensqualität verbessert werden sollen“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.

Zur Beurteilung der Inhalte und methodischen Qualität wurde ein international anerkanntes Bewertungsinstrument auf Basis von AGREE und dessen deutscher Adaption DELBI eingesetzt. Dieses wurde unter Berücksichtigung aktueller methodologischer Diskurse (z.B. AGREE II) weiterentwickelt und angepasst. Unter den 21 bewerteten Dokumenten wurden sechs Leitlinien, sieben Expertenstandards, vier HTA-Berichte sowie jeweils zwei Qualitätsniveaus und Rahmenempfehlungen erkannt. Die Mehrzahl der Leitlinien und Leitlinien-ähnlichen Dokumente wurde in Deutschland erstellt, je zwei stammen aus Österreich und Italien (Südtirol). „Überraschend war der Befund, dass kein Dokument mit überregionaler Reichweite aus der Schweiz identifiziert werden konnte“, sagt Suhr. Die Qualitätssicherung in der Langzeitpflege in der Schweiz werde oft als besonders positiv in verschiedenen Fachdiskursen hervorgehoben.

Ergänzend zur Studie hat das ZQP in einem zweiten Schritt einen Workshop mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen durchgeführt. Ihre Einschätzungen und Empfehlungen bestätigen die Studienergebnisse und machen noch einmal deutlich: Künftige Pflegeleitlinien müssen hinsichtlich der methodischen Entwicklung, der Verbraucherbeteiligung, des Nachweises einer Wirksamkeit und des Wissenstransfers in die Pflegepraxis konsequent weiterentwickelt werden.

Eine ausführliche Darstellung der Workshop-Ergebnisse sowie des Studienberichts finden Sie unter www.presse.zqp.de

Kontakt:

Pressekontakt:

Torben Lenz

Tel: 030 275 93 95 – 15

E-Mail: torben.lenz@zqp.de


Reha-Deckel verschärft Fachkräftemangel

 

 BDH: „Reha vor Rente muss Leitlinie der neuen Regierung sein“

 Bonn, 24. Juli 2013 – Der steigende Bedarf medizinischer und beruflicher Rehabilitation sollte nach Ansicht des BDH Bundesverband Rehabilitation ein dringender Weckruf für die Politik sein, politische Rahmenbedingungen an den Bedürfnissen einer älteren Arbeitnehmerschaft auszurichten:

„Die Politik darf nicht den Fehler begehen, den steigenden Reha-Bedarf unserer älteren Erwerbsbevölkerung zu ignorieren. Es ist das erklärte Ziel der Bundesregierung, die Rente mit 67 durchzuboxen, womit sie sich in die Pflicht begibt, Menschen auch im fortgeschrittenen Alter für das Erwerbsleben fit zu machen, was medizinische und berufliche Reha-Leistungen unverzichtbar macht. Der wichtigste Schritt wäre eine Flexibilisierung der Reha-Budgets nach Maßgabe unserer demografischen Entwicklung, die volkswirtschaftlich absolut Sinn macht und uns dabei helfen wird, auf lange Sicht Geld zu sparen.“

Der vielfach kritisierte „Reha-Deckel“, der eine flexible Anpassung der Reha-Therapien an die neue Arbeitswelt unmöglich macht, verhindere nach Ansicht der Vorsitzenden des Sozialverbandes notwendige Anpassungsmechanismen am Arbeitsmarkt und erhöhe auf lange Sicht die volkswirtschaftlichen Kosten der Alterung. Nach Angaben des Instituts „Prognos“ führe ein Euro, investiert in eine Reha-Maßnahme zu einer Einsparung von fünf weiteren Euro durch eine Verlängerung der Erwerbszeit.

 „Die Zahl der Anträge auf Rehabilitation ist seit 2005 um 28 Prozent auf 2,1 Millionen im vergangenen Jahr gestiegen, wobei nur etwa die Hälfte überhaupt genehmigt wurde. Wer an dieser Stelle spart, schadet unserer Wirtschaft und geht über die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hinweg. Gerade die berufliche Reha ist mit einer Wiedereinstiegs-Quote von 85 Prozent ein absolutes Erfolgsmodell. Wir können nicht hinnehmen, dass auf der einen Seite über den steigenden Fachkräftebedarf der Wirtschaft geklagt wird, während auf der anderen Seite bei älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Reha-Maßnahmen gegeizt wird. Dies verschärft auf lange Sicht die Probleme am Arbeitsmarkt und kostet uns ein Vielfaches“, so Müller.

Kontakt:

BDH Bundesleitung

V.i.S.d.P.: Ilse Müller

Eifelstr. 7, 53119 Bonn
tel 0228-96984-0 fax 0228-96984-99  

mail presse@bdh-bonn.de, www.bdh-reha.de


Was bringt medizinische Rehabilitation?

Wenn man über das Thema „Medizinische Rehabilitation“ spricht, so wird sehr häufig eine Frage gestellt: „Nützt Reha überhaupt langfristig etwas?“

Genau diese Frage trifft den Kern des diesjährigen Fachgesprächs in der Alpenklinik Santa Maria in Oberjoch am 08.08.2013:

Wie kann ein kurzfristiger Rehabilitationserfolg verstetigt werden und durch geeignete Maßnahmen nach Rückkehr in das häusliche Umfeld langfristig gesichert werden?

Wie schon die durch die DRV und GKV in Auftrag gegebene Studie zur „Sicherung der Ergebnisqualität in der stationären medizinischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen“ zeigt, kann die Nachhaltigkeit einer Rehabilitation nur gesichert werden, wenn Kostenträger, Rehabilitationskliniken und niedergelassene Ärzte auch nach einer Rehabilitation zusammenarbeiten.

Schnittstelle zwischen medizinischer Reha und Nachsorge

Der Fachtag soll dazu dienen, um zu eruieren wie eine effektive und effiziente Vernetzung aller bedeutender Schnittstellen zwischen der Kinder- und Jugendrehabilitation und der Nachsorge aussehen kann und wie diese weiter optimiert werden kann.

Dazu werden auch in diesem Jahr wieder renommierte Referentinnen und Referenten in die Alpenklinik Santa Maria kommen:

Ulrike Flach MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Gesundheit;

Dr. Ralph Jäger, Ärztlicher Dezernent der DRV Bund;

Thomas Bodmer, Mitglied des Vorsandes der DAK-Gesundheit;

Dr. Monika Stolz MdL, Ministerin a.D., Vorsitzende des Bundesverbandes katholischer Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen e. V. (BVRKJ)

Die Einladung und das Programm des Fachtags finden Sie unter:

http://www.santa-maria.de/de/aktuelles/do/detail/id/164.html

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Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. (KJF)

Die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. (KJF) wurde 1911 gegründet. Sie ist ein Gesundheits- und Sozialdienstleister mit rund 80 Einrichtungen und Diensten im Gebiet zwischen Lindau, Neu-Ulm, Nördlingen, Aichach und Murnau. Dazu gehören unter anderem Angebote der Medizin mit mehreren Kliniken, der Berufsbildung für behinderte und nicht behinderte Jugendliche und Erwachsene mit Berufsbildungswerken und Vermittlungsdiensten, der Kinder- und Jugendhilfe mit Wohngruppen, Tagesstätten, Beratungsstellen und mobilen Diensten sowie mehrere Schulen. Die rund 3.700 Beschäftigten des Verbandes helfen im Jahr 75.000 Kindern, Jugendlichen und Familien bei Schwierigkeiten und Fragen. Vorstandsvorsitzender der KJF ist Domkapitular Armin Zürn, Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Weihbischof em. Josef Grünwald.

Weitere Informationen zur KJF finden Sie unter:

http://www.kjf-augsburg.de


Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ruft zum Antistigma Preis 2013 auf

 

 Berlin, 18. Juli 2013

 Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ruft zusammen mit der DeutschenGesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit zum DGPPN-Antistigma-Preis 2013 – Förderpreis zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen auf. Der Preis ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

 Ausgezeichnet werden zum 11. Mal Projekte, Institutionen undSelbsthilfegruppen, die sich für eine nachhaltige gesellschaftliche Integration psychisch erkrankter Menschen einsetzen. Die Verleihung des Preises, der mit4.000 Euro von der Stiftung für Seelische Gesundheit und mit 1.000 Euro vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, unterstützt vom Bundesministerium für Gesundheit, gestiftet wird, findet im Rahmen des DGPPN-Kongresses vom 27.-30.November 2013 im ICC in Berlin statt.

 Prof. Dr. Wolfgang Gaebel, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit freut sich: „Dass wir den Antistigma-Preis bereits zum 11. Malverleihen und die Einreichungszahlen von Jahr zu Jahr steigen, beweist, dass unsere trialogische Arbeit in der Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen Früchte trägt. Das Thema gewinnt zusehends an Relevanz und gemeinsam gelingt es uns immer mehr, Ängste und Vorurteile in der Gesellschaft abzubauen.“

 Bewerbungen sind bis zum 13.09.2013 möglich. Die Bewerbungsunterlagensollten enthalten: Kurze Selbstdarstellung der sich bewerbenden Personen oder Institutionen, Übersicht über bisherige Aktivitäten, Veröffentlichungen etc. zu diesem Thema sowie eine ausführliche Darstellung des Projektes oder der Aktivitäten, die durch Entstigmatisierung zur Integration psychisch erkrankter Menschen in die Gesellschaft beiträgt. Daneben sollten die Bewerberinnen und Bewerber ausführlich darstellen, welche Bedeutung der Preis für die Fortführung ihres Projektes haben könnte.

 Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie unter www.dgppn.de ( http://www.dgppn.de )

 Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweiteInitiative unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Gesundheit Daniel Bahr. Zu den über 70 Mitgliedsorganisationen zählen die Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik. Initiiert wurde das Bündnis 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)gemeinsam mit Open the doors als Partner des internationalen Antistigma-Programms.

 Download pm13-04-antistigmapreis.pdf (125.69 KB) ( http://www.seelischegesundheit.net/images/stories/pressemitteilungen/2013/pm13-04-antistigmapreis.pdf )

 350 Wörter, 2.490 Zeichen

 Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

 Aktionsbündnis Seelische Gesundheit
Astrid Ramge
Reinhardtstr. 27 B; 10117 Berlin
Tel.: 030-2404 77 213; Fax: 030-240 77 228
E-Mail: ramge@seelischegesundheit.net


Neue Managerin für Celenus Fachklinik für Neurologie Hilchenbach

 

Susanne Halhuber mit Chefarzt Dr. Andreas Sackmann vor der Klinik

Susanne Halhuber mit Chefarzt Dr. Andreas Sackmann vor der Klinik

Hilchenbach, 18. Juli 2013 – Susanne Halhuber hat Anfang Juli das Klinikmanagement der Celenus Fachklinik für Neurologie Hilchenbach übernommen. Die versierte Klinikmanagerin wird die Geschicke des Hauses zusammen mit Chefarzt Dr. Andreas Sackmann lenken, teilte Celenus am Donnerstag in Hilchenbach mit.

 „Ich freue mich auf diese spannende Aufgabe in einem so dynamisch wachsenden Unternehmen wie der Celenus-Gruppe“, sagte Halhuber, die zuletzt die AHG Klinik in Bad Berleburg als Verwaltungsdirektorin leitete und auf einen großen Erfahrungsschatz in der Leitung von Rehabilitationskliniken zurückgreifen kann. Die Offenburger Celenus-Gruppe hatte die Klinik für Neurologie Hilchenbach im Jahr 2012 übernommen.

 Die Klinik in Hilchenbach ist auf die Rehabilitation nach Schlaganfällen und Schädel- Hirnverletzungen, bei Multipler Sklerose und Morbus Parkinson spezialisiert. Celenus ist eine dynamisch wachsende Rehagruppe mit 15 stationären Häusern und einem ambulanten Sport- und Rehazentrum. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt mehr als 1800 Mitarbeiter, davon 350 in Hilchenbach.  

ANSPRECHPARTNER:

Susanne Halhuber,
E-Mail: s.halhuber@celenus-kliniken.de,
Telefon: 02733- 897-133

 CELENUS Kliniken GmbH
Moltkestraße 27
77654 Offenburg
Telefon: 0781-932036-0
Telefax: 0781-932036-960
E-Mail: info@celenus-kliniken.de