Juni, 2013

 

Mehr Gesundheitsförderung denn je – Bundestag beschließt das Gesetz zur Förderung der Prävention

Berlin, 28. Juni 2013
Nr. 49

Gestern (23:45 Uhr) hat der Bundestag das Gesetz zur Förderung der Prävention beschlossen. Das Gesetz sorgt dafür, dass künftig mehr Menschen denn je von qualitätsgesicherten Gesundheits-förderungsangeboten und Präventionsleistungen profitieren. Die Sollausgaben der Krankenkassen für die Gesundheitsförderungs- und Präventionsleistungen steigen ab 2014 von derzeit etwa 205 Mio. Euro auf fast 500 Mio. Euro. Dies ist der bislang weitreichendste Ansatz, die Chancen der Menschen zu stärken, in allen Lebensphasen gesund zu sein und gesund zu bleiben.

Kitas, Schulen, Seniorenheime, Betriebe oder etwa Sportvereine in den Ländern und den Kommunen sollen künftig von den Krankenkassen und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Unterstützung erhalten. Gemeinsam mit den Ländern sollen die Krankrankenkassen gesundheitsförderliche Konzepte entwickeln. Dafür stehen von den Krankenkassen Mittel in Höhe mindestens 280 Mio. Euro bereit. Das ist vier mal mehr als heute.

Dazu erklärt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: „Gerade in einer Gesellschaft des längeren Lebens werden Gesundheitsförderung und Prävention in jedem Lebensalter wichtiger denn je. Wir wollen junge und ältere Menschen gleichermaßen dafür begeistern, möglichst gesund zu leben. Unser Augenmerk ist ganz besonders auf diejenigen gerichtet, die wir mit klassischen Präventionsangeboten der Krankenkassen nicht erreichen. Deshalb setzen wir einen Schwerpunkt auf die Förderung präventiver Angebote in dem Lebensumfeld der Menschen. Also überall dort, wo sie groß werden, betreut werden, lernen oder arbeiten. Auf diesem Weg erreichen wir auch diejenigen, die sozial und gesundheitlich benachteiligt sind. Darüber hinaus wollen wir kleine und mittlere Unternehmen dazu bewegen, gesundheitsfördernde Maßnahmen in den Betrieben anzubieten. Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind leistungsfähiger und tragen so auch direkt  zum Erfolg des Unternehmens bei. Das ist für Unternehmen eine sehr gute Investition.“

Bisher richten die gesetzlichen Krankenkassen ihr Augenmerk sehr stark auf individuelle Gesundheitsleistungen. Mit dem Gesetz zur Förderung der Prävention wird nun mehr der Fokus auf das Lebensumfeld und das soziale Umfeld gelenkt. Damit wird einer sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen entgegengewirkt.

Das Gesetz enthält ferner Verbesserungen im Bereich der Prävention bei Kindern und Jugendlichen. Die bisher im Grundschulalter bestehende Versorgungslücke bei den U-Untersuchungen wird geschlossen. Künftig sollen alle Krankenkassen die Kosten für Kinderfrüherkennungsuntersuchungen über das sechste Lebensjahr hinaus bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr übernehmen.

Darüber hinaus sollen in den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und in den Gesundheitsuntersuchungen für Erwachsene, dem sogenannten Check-up, Präventionsaspekte stärker berücksichtigt werden. Im Rahmen der Untersuchungen soll regelmäßig auf der Grundlage der individuellen gesundheitlichen Risiken eine Beratung der Versicherten erfolgen, an deren Ende eine ärztliche Empfehlung für eine Präventionsmaßnahme stehen kann. Auch dies wird dazu beitragen, dass die von den Krankenkassen angebotenen Präventionskurse, gezielt diejenigen Menschen erreichen, die sie benötigen.

Für Versicherte, die Präventions- und Vorsorgeangebote häufig nicht in ihren regulären Tagesablauf integrieren können, wie Beschäftigte in Schichtarbeit und pflegende Angehörige, soll die Inanspruchnahme derartiger Angebote auch in kompakter Form fernab des Alltags, insbesondere in anerkannten Kurorten, erleichtert werden. Um den Anreiz zur Inan-spruchnahme zu stärken, wird die Obergrenze des tägliches Krankenkassenzuschusses von bisher 13 Euro auf 16 Euro für Versicherte sowie von 21 Euro auf 25 Euro für chronisch kranke Kleinkinder erhöht.

Mit dem Gesetz zur Förderung der Prävention wurden auch Regelungen zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen beschlossen. So wird ein Verbot der Bestechlichkeit und Bestechung von Leistungserbringern (Ärzte, Apotheker, Krankenkassen, Hilfsmittel- und Heilmittelanbieter) vorgesehen, das sich auf alle Leistungsbereiche in der gesetzlichen Krankenversicherung erstreckt. Außerdem wird ein an den Bestechungsdelikten des Straf-gesetzbuches (StGB) angelehnter Straftatbestand eingefügt, der an dieses Verbot anknüpft. Demnach werden insbesondere Verstöße gegen die sozialversicherungsrechtlichen Verbote der Patientenzuweisung oder Versorgungsbeteiligung gegen Entgelt unter Strafe gestellt, sofern es sich nicht nur um geringwertige Zuwendungen handelt. Weiterentwickelt werden auch die Regelungen für die Stellen zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen. Sie müssen besser zusammenarbeiten, die Berichte, die regelmäßig vorgelegt werden müssen, werden vereinheitlicht.

Die zweite Befassung des Bundesrates ist für den 20. September vorgesehen. Das Gesetz bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates.

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Gundula Roßbach zum Mitglied des Direktoriums der Deutschen Rentenversicherung Bund gewählt

Gundula Roßbach (Quelle: DRV Berlin-Brandenburg)

Gundula Roßbach (Quelle: DRV Berlin-Brandenburg)

 

 Die Bundesvertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund hat in ihrer heutigen Sitzung in Düsseldorf Gundula Roßbach zum künftigen Mitglied des Direktoriums der Deutschen Rentenversicherung Bund gewählt.

 Gundula Roßbach (48) war nach einer Tätigkeit bei einem Kommunalen Spitzenverband in Brandenburg bei der Deutschen Rentenversicherung Bund beschäftigt, dort zuletzt als Leiterin der Abteilung Prüfdienst. 2006 ist die Juristin zur stellvertretenden Geschäftsführerin der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg gewählt worden, 2009 zur Geschäftsführerin.

Die Wahl eines Mitglieds des Direktoriums erfolgt auf Vorschlag des Bundesvorstands durch die Mitglieder der Bundesvertreterversammlung. Sie ist das höchste Selbstverwaltungsgremium und setzt sich zusammen aus Versicherten- und Arbeitgebervertretern aller 16 Rentenversicherungsträger.

Die Bundesvertreterversammlung wird zu einem späteren Zeitpunkt ein Mitglied des Direktoriums zum Präsidenten der Deutschen Rentenversicherung Bund wählen. Die Amtszeit des Präsidenten Dr. Herbert Rische läuft bis Ende September 2014.

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Buntenbach zur Finanzsituation in der Rentenversicherung

 

Die Rentenversicherung hat das vergangene Jahr mit einem Einnahmeüberschuss in Höhe von 5,1 Milliarden Euro abgeschlossen. Diese positive Feststellung traf Annelie Buntenbach, Vorsitzende des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund, zu Beginn ihres Berichts an die Mitglieder der Bundesvertreterversammlung bei der heutigen Sitzung in Düsseldorf. Aufgrund der insgesamt positiven finanziellen Entwicklung sei die Nachhaltigkeitsrücklage Ende letzten Jahres auf 29,5 Milliarden Euro angestiegen. Die Rücklage habe damit das 1,7fache einer Monatsausgabe erreicht.

Buntenbach wies darauf hin, dass der Beitragssatz Anfang dieses Jahres von 19,6 Prozent auf 18,9 Prozent abgesenkt worden sei. Nach heutigem Stand der Vorausberechnungen würde sich bei unveränderter Gesetzeslage ein Spielraum für eine weitere Beitragssatzsenkung Anfang nächsten Jahres ergeben, so Buntenbach. Das wäre die dritte Senkung des Beitragssatzes in Folge. Bei einer weiteren Absenkung des Beitragssatzes schmelze dann allerdings auch die Rücklage schneller als ohnehin erwartet.

 Buntenbach ging weiter auf den Vorschlag ein, die Anrechnung der Kindererziehungszeiten auszuweiten und die dadurch entstehenden Mehrkosten auf die Rentenversicherung zu übertragen. Sie warnte in diesem Zusammenhang eindringlich davor, den bisherigen Konsens aufzugeben, dass die Anerkennung von Kindererziehung bei der Rente aus Steuermitteln zu finanzieren sei.

Würden die zusätzlichen Leistungen bei Kindererziehung aus Beitragsmitteln finanziert, werde die Nachhaltigkeitsrücklage massiv belastet und noch schneller in Richtung Mindestrücklage sinken. Finanziert werden müssten die kinderbezogenen Leistungen dann über höhere Beitragssätze; das Rentenniveau würde aufgrund der Wechselwirkungen über die Rentenformel noch stärker als geplant sinken, sagte Buntenbach.

Der Bericht der Bundesvorstandsvorsitzenden ist unter www.deutsche-rentenversicherung-bund.de im Internet abrufbar.

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Den Kopf wieder flott machen: Uni Graz entwickelt Rehabilitationsprogramm für Schlaganfall-Patienten

26.06.2013 13:32

Im Rahmen des EU-Projekts CONTRAST entwickelt die Karl-Franzens-Universität Graz mit internationalen Partnern ein einzigartiges Trainingsprogramm, das die Hirnleistung verbessert. Die auf Neurofeedback basierende Methode soll Schlaganfall-Patienten in der post-akuten Phase durch einfache Übungen wieder zu einem selbstbestimmten Leben verhelfen.

Ein Laptop, ein kleines Kästchen und ein Headset: Diese einfachen Utensilien sollen kognitiv beeinträchtigte Schlaganfall-PatientInnen in ein selbstbestimmtes Leben zurückbegleiten. Die Karl-Franzens-Universität Graz entwickelt im Rahmen des von der EU geförderten Projekts CONTRAST mit sieben PartnerInnen aus sechs Ländern ein weltweit einzigartiges Trainingsprogramm, das die Hirnleistung verbessert. In Krankenhäusern wurde die Methode bereits erfolgreich getestet und optimiert. Die Grazer WissenschafterInnen suchen nun StudienteilnehmerInnen in der post-akuten Phase, die das Programm zu Hause anwenden.

Alle sechs Minuten passiert in Österreich ein Schlaganfall. Die kognitive Rehabilitation, also das Training von Aufmerksamkeit, Orientierung, Problemlösung und die Verbesserung des Gedächtnisses, sind durch die Therapie im Krankenhaus oder Rehabilitationszentrum aus Kostengründen derzeit nicht ausreichend abgedeckt. „Ein kontinuierliches und möglichst heimbasiertes Training ist oft unabdingbar, damit Menschen nicht als Folge eines Schlaganfalls in ihrer Mobilität und Unabhängigkeit eingeschränkt bleiben“, weiß Assoz.Univ.-Prof. Dr. Guilherme Wood vom Institut für Psychologie, Leiter des CONTRAST-Projekts am Standort Graz. „Ohne entsprechende Übungen verbessert sich die geistige Verfassung der PatientInnen kaum oder nur sehr langsam, sodass die Betroffenen unter Umständen einen anspruchsvollen Job nicht mehr ausführen können“, erklärt der Experte.

Das an der Universität Graz entwickelte Programm basiert auf Neurofeedback. Die Testpersonen setzen sich eine einfache Elektrodenkappe auf, die mit einem kleinen Messgerät und einem Laptop verbunden ist, und starten mit wenigen Klicks das Training. Das Gerät misst eine bestimmte Frequenz der Gehirnströme, die es – je nach Störung – zu senken oder zu erhöhen gilt. Das aktuelle Messergebnis wird binnen Millisekunden am Laptop angezeigt. „Die ProbandInnen sehen einen beweglichen Balken, den sie in den angestrebten Frequenzbereich steuern sollen“, erklärt Wood. Wie das gelingt, ist individuell verschieden. „Manche entwickeln eine Strategie und denken an bestimmte Dinge, andere konzentrieren sich einfach auf den Balken und warten, dass er sich hebt oder senkt.“ Den meisten Personen gelingt es, ihre Gehirnströme zu beeinflussen und damit spezifische mentale Funktionen zu verbessern. „Bereits nach zehn Sitzungen zu je einer halben Stunde haben wir deutliche Erfolge festgestellt, selbst bei starken neurologischen Beeinträchtigungen“, so der Experte. „Die Lernprozesse werden ohne große Anstrengung in Gang gesetzt, rein durch Entspannung und Konzentration.“ Durch das unmittelbare Feedback seien die PatientInnen auch mit Begeisterung dabei.
Ziel des Projekts ist es nun, das Programm für die Anwendung zu Hause zu optimieren.

Bisherige Trainingsprogramme sind Computerspielen nachempfunden und oft zu schwer oder zu leicht für die PatientInnen. Die weltweit einzigartige Methode mittels Neurofeedback lässt sich den individuellen Bedürfnissen perfekt anpassen und ist darüber hinaus mit herkömmlichen Trainings kombinierbar. Die Therapie ist von den Betroffenen selbst einfach anzuwenden und damit eine kostengünstige und enorm wichtige Ergänzung im Spektrum der kognitiven Rehabilitationsmöglichkeiten.

Kontakt:

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„So geht’s“: AOK stellt Positionen zur Gesundheitspolitik nach der Bundestagswahl vor

Mittwoch, 26. Juni 2013

AOK-Bundesverband

Berlin – In der nächsten Legislaturperiode hält die AOK grundlegende Strukturreformen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für notwendig. In einem Positionspapier mit dem Titel „So geht’s“ macht die AOK dazu jetzt klare Vorschläge nach dem Prinzip „Problembeschreibung – Lösungsvorschlag“. Der Aufsichtsrat des AOK-Bundesverbandes hat diese Vorschläge für gute Gesundheitspolitik des nächsten Bundestages im Juni verabschiedet.

Die Beitragszahler würden so viel Geld wie noch nie für die stationäre und ambulante Behandlung ausgeben müssen, stellt die AOK darin fest. Gleichzeitig steige die Unzufriedenheit bei Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und Patienten. Als Kernziel formuliert die AOK deshalb: „Mehr Gesundheit für den Euro“.

Abgelöst werden müsse die bisherige starre Orientierung der Gesundheitspolitik an bestehenden Krankenhausstrukturen und Arztsitzen durch einen Qualitätswettbewerb um die beste Versorgung für die Patienten mit mehr Handlungsspielräumen für Leistungserbringer und Krankenkassen. Patientenorientierung stehe dann im Mittelpunkt. Angebot und Struktur der Versorgung in den Regionen müssten sich nach dem medizinischen Bedarf der Menschen richten, dafür sei eine Raumplanung für Gesundheit der richtige Weg.

Für die Kliniken seien stärkere Anreize zu setzen, in gute Qualität zu investieren. Nach den guten Erfahrungen mit der neuen Nutzenbewertung von Arzneimitteln müsse dieses Prinzip der Qualitätssicherung auch für die medizinische Behandlung eingeführt werden. Neue Behandlungs- und Untersuchungsmethoden sollten einer beim Gemeinsamen Bundesausschuss angesiedelten Frühbewertung unterzogen werden.

Weiter spricht sich die AOK für eine stärkere Gewichtung der „sprechenden“ und koordinierenden hausärztlichen Tätigkeit aus. Grundsätzlich müsse die Qualitätsorientierung auch durch eine an der Ergebnisqualität orientierte Bezahlung gefördert werden können. Das derzeitig starre Korsett der ambulanten Vergütungsregelungen und des Zwanges, auch schlechte Behandlungsqualität sowohl in der Arztpraxis wie im Krankenhaus zu vergüten, müsse einer strikten Orientierung am Patientennutzen Platz machen.

Das Positionspapier steht auf www.aok-bv.de  zum Download bereit.

Kontakt:

Udo Barske

Rosenthaler Str. 31

10178 Berlin

Tel: 030 / 346 46 2309

E-Mail: presse@bv.aok.de


Streit um Bürgerversicherung – Werden wir alle Patienten dritter Klasse?

25.06.2013

 

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Berlin. Moderator Claus Strunz diskutiert am Mittwochabend mit seinen Gästen über die Zukunft des Gesundheitssystems.

Gesundheit für alle! Weg mit der Zwei-Klassen-Medizin, verspricht die SPD im Wahlkampf 2013. Und hat sich dafür die Bürgerversicherung auf die Fahnen geschrieben. Ein Ziel: Der Privatpatient wird zum Auslaufmodell. Die CDU hält dagegen, sie will stattdessen das System der Zusatzbeiträge weiter ausbauen. Fakt ist: Die Gesundheitsausgaben explodieren, denn die Deutschen werden immer älter. Doch kann die Bürgerversicherung die Qualität des Gesundheitssystems sichern? Bedroht der Wegfall der Privatpatienten nicht die Existenz vieler Arztpraxen? Müssen wir für Gesundheitsausgaben tiefer in die Tasche greifen?

Gäste der Sendung sind Jens Spahn, Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, Gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Verbands der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.

„Deutschland akut – der WELT Talk“ mit Claus Strunz immer mittwochs um 23.10 Uhr auf N24

Die komplette Sendung im Internet unter: http://www.N24.de/deutschlandakut

Pressekontakt:

N24 Programmkommunikation
Susanne Balke / Tel.: +49 30 2090 4608
E-Mail: Susanne.Balke@N24.de

Celenus-Kliniken wachsen stetig und erweitern Leistungsspektrum

25.06.2013 | 13:53 

 

   

Berlin. Die Offenburger Klinikgruppe Celenus hat im Geschäftsjahr 2012 Umsatz und Gewinn gesteigert und ihr Leistungsspektrum weiter ausgebaut. Vor der Presse in Berlin berichtete der Geschäftsführer der Celenus-Kliniken GmbH, Berthold Müller, am Dienstag zudem über die Umwandlung der Gruppe in eine europäische Aktiengesellschaft. „Das versetzt uns in die Lage, noch flexibler auf künftige Herausforderungen zu reagieren und auch im gesamten europäischen Raum vergleichsweise unkompliziert zu wachsen“, sagte Müller.

Nach Worten von Finanzchefin Susanne Leciejewski nahmen die Celenus-Kliniken im Jahr 2012 weitere Meilensteine. Durch die Zukäufe der neurologischen Klinik Hilchenbach, der Klinik Carolabad in Chemnitz und der Nexus-Klinik in Baden-Baden überschritten sie die Umsatzschwelle von 100 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte zehn Millionen Euro. Im Vergleich zum Gründungsjahr 2010 entspricht dies sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn einer Verdoppelung. Gegenüber 2011 stieg der Umsatz der Celenus-Gruppe um 36 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten bezifferte die Finanzchefin mit 1.850. An insgesamt 783.000 Pflegetagen wurden nach ihren Angaben im vorigen Jahr 33.000 Patienten behandelt. Für 2013 geht die Gruppe von einer weiteren Ergebnissteigerung aus.

Celenus-Chef Müller hob hervor, dass die Gruppe am Ziel eines stetigen Ausbaus festhält. Bis zum Jahr 2015 soll der Umsatz auf mindestens 150 Millionen Euro gesteigert werden. Dafür sind weitere Zukäufe geplant. Zugleich will Celenus qualitativ organisch wachsen und das Leistungsspektrum unter anderem auf den Akutbereich und weitere Angebote in der angestammten Leistungskette ausweiten. Müller: „Einen ersten Schritt in diese Richtung haben wir beispielsweise mit dem Erwerb eines Akut-Hauses, nämlich der Nexus-Klinik im Oktober vergangenen Jahres, getan.“

Angebote in der Prävention und für Unternehmen

Daneben habe Celenus sein Angebot im Bereich der Prävention ausgebaut und biete in seinen Kliniken ein differenziertes Leistungsspektrum zu diesem Bereich an. Müller: „Im nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Umfeld für Rehabilitationskliniken halten wir uns fit für künftige Herausforderungen, indem wir auch die vor- und nachgelagerten Bereiche von Rehaleistungen abdecken.“ So biete Celenus im Rahmen seines Celenus Health Management (CHM) alles aus einer Hand: Prävention, Intervention und Rehabilitation. Im Rahmen dieses Betrieblichen Gesundheitsmanagements unterstütze Celenus Unternehmen darin, ihre Mitarbeiter gesund zu halten. Das helfe unter anderem dabei, Fehlzeiten gering zu halten und die entsprechenden Kosten zu senken.

Weiter kündigte Müller an, dass die bisherige Holdinggesellschaft der Celenus-Gruppe im dritten Quartal 2013 in eine Societas Europaea (SE), umgewandelt wird. Vorstandsvorsitzender (CEO) der Celenus SE werde er selbst sein, Finanzvorstand (CFO) seine Kollegin Susanne Leciejewski. Dem Aufsichtsrat wird unter anderen Dr. Daniel Meuthen als Vertreter des Celenus-Investors Auctus Capital Partners AG angehören. Vorstand und Aufsichtsrat werden von einem Medizinischen Beirat unterstützt.

ANSPRECHPARTNER:

Dr. Christoph Löschmann, E-Mail: c.loeschmann@celenus-kliniken.de, 
Telefon: 0781-932036-111

Schieflage in der Versorgung psychischer Erkrankungen

Presse-Information Nr. 7 | 24.06.2013

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)

Alarmierende Entwicklung: Für Menschen mit psychischen Erkrankungen wird es in Deutschland immer schwieriger, die ihnen zustehende medizinische Behandlung zu erhalten. Die Versorgungslage ist schon heute angespannt. Die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitssystems und der demographische Wandel werden die Situation in Zukunft zusätzlich verschärfen. Hinzu kommt die anhaltende Unterbewertung von ärztlichen Gesprächsleistungen außerhalb der Richtlinienpsychotherapie. Auf ihrem Hauptstadtsymposium „Psychisch Kranke – Stiefkinder des Gesundheitswesens?“ fordert die DGPPN Politik und Selbstverwaltung deshalb auf, aktiv zu werden und die Weichen richtig zu stellen. 

In der stationären Versorgung psychisch erkrankter Menschen ist es in den letzten zehn Jahren zu einer deutlichen Leistungsverdichtung gekommen. Die Fallzahlen haben sich erhöht, während die Verweildauer zurückgegangen ist. Für zusätzlichen Druck sorgt der vom Bundesgesundheitsministerium durchgesetzte PEPP-Entgeltkatalog, der auf so genannten Tagespauschalen basiert. Diese nehmen mit zunehmender Dauer des Klinikaufenthaltes ab – was in keiner Weise dem diagnostischen und therapeutischen Bedarf entspricht. DGPPN-Präsident Professor Wolfgang Maier stellt fest: „Psychisch erkrankte Menschen benötigen im Erkrankungsverlauf unterschiedliche Behandlungsintensität. Oft kommt es erst zu einem späteren Zeitpunkt zu Krisen. Doch deren Behandlung ist im System nicht angemessen berücksichtigt. Genauso ungenügend sind die Aufwände für die Entlassungsphase abgebildet, obwohl für die Wiedereingliederung im Alltag oftmals eine intensive Begleitung notwendig ist.“ Die Behandlung psychisch erkrankter Menschen braucht qualifiziertes Personal mit ausreichend Zeit für Gespräche. Schon heute führt die Unterfinanzierung zu spürbaren Engpässen an den psychiatrischen Kliniken. Aus Sicht der DGPPN muss ein zukunftsfähiges Entgeltsystem flexibel sein, das gesamte Spektrum sektorübergreifender Behandlungsmaßnahmen zu berücksichtigen. 

Prekär ist die Situation auch im ambulanten Bereich: Menschen mit psychischen Erkrankungen müssen oftmals mehr als drei Monate auf einen Facharzttermin oder Psychotherapieplatz warten. Grund dafür ist ein Ungleichgewicht im Vergütungssystem: Während ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie für die Behandlung eines Patienten im Quartal pauschal – auch bei mehrfachen Gesprächsleistungen – 45 € zur Verfügung hat, wird eine einzelne Therapiestunde in der rein psychotherapeutischen Behandlung mit 80–90 € honoriert. Dadurch arbeiten immer mehr niedergelassene Psychiater ausschließlich als ärztliche Psychotherapeuten – und fehlen in der fachärztlichen Versorgung. Leidtragende sind insbesondere Schwerkranke, die eine umfassendere Behandlung benötigen. Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte und Mitglied des Vorstands der DGPPN, fordert rasche und nachhaltige Maßnahmen: „Die Vergütung für Fachärzte im ambulanten Bereich muss auf Einzelleistungsbasis erfolgen, nur so können wir die Unterversorgung in den Griff bekommen. Gleichzeitig müssen wir die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Fachärzten, Psychotherapeuten und Pflege verbessern.“

Kontakt

Prof. Dr. med. Wolfgang Maier
Präsident DGPPN
Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie 
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn 

DGPPN-Geschäftsstelle
Reinhardtstraße 27 B
10117 Berlin
Tel.: 030.2404 772-11
Fax.: 030.2404 772-29
E-Mail: pressestelle[at]dgppn.de

Download
DGPPN-Presseinformation: Schieflage in der Versorgung psychischer Erkrankungen (PDF; 195 KB)

DGPPN-Positionspapier: Psychisch erkrankt: gesundheitspolitische Anforderungen an eine bedarfsgerechte Behandlung im richtigen Umfeld (PDF; 214KB)


World Health Summit 2013 in Berlin

 

 World Health Summit

AUSWÄRTIGES AMT BERLIN, 20. – 22. OKTOBER

Berlin – Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso holt der World Health Summit zum fünften Mal Vertreter aller Gesundheitssektoren nach Berlin.

Auf dem WHS 2013 diskutieren internationale Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft aktuelle Herausforderungen und Chancen der weltweiten Gesundheitsversorgung und erarbeiten gemeinsam Empfehlungen und Lösungsansätze. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Millennium Development Goals (MDGs), das Konzept der Universal Health Coverage, die Verbindung von Wissenschaft und Politik, sowie neue Möglichkeiten durch eHealth und Big Data. Entsprechend werden vier Themenstränge das Programm strukturieren:

  • Global Health for Development
  • Evidence to Policy
  • Research and Innovation
  • Education and Leadership

Anlässlich der aktuellen Diskussion des Post-MDG-Prozesses und der Universal Health Coverage ist eine Vorschau auf den Themenstrang „Global Health for Development“ online verfügbar: www.worldhealthsummit.org/the-summit/program/global-health-f-development.html

Bestätigte Sprecher für den World Health Summit 2013 sind unter anderem:

• Aaron Ciechanover (Nobelpreisträger in Chemie, 2004)

• Gudrun Doll-Tepper (Vizepräsidentin Bildung, Deutscher Olympischer Sportbund)

• Roger Glass (Direktor, Fogarty International Center)

• Marie-Paule Kieny (stellv. Generaldirektorin, World Health Organization)

• Sir Michael Marmot (Professor für Epidemiologie und Public Health, University College London)

• Peter Piot (Direktor, London School of Hygiene & Tropical Medicine)

• Chris Viehbacher (CEO, Sanofi)

Zum World Health Summit kommen jedes Jahr rund 1.000 Teilnehmer aus über 80 Ländern, um Lösungsstrategien für die drängendsten Herausforderungen der weltweiten Gesundheitsversorgung zu entwickeln.

 5. World Health Summit
Auswärtiges Amt Berlin
Werderscher Markt 1, Berlin
20. – 22. Oktober 2013

Kontakt:

Tobias Gerber

Tel.: +49 30 450 572 114

tobias.gerber@worldhealthsummit.org


Großer Zuspruch zu „Zercur Geriatrie Fachweiterbildung Pflege“

 

 

Pressemitteilung 07-2013 (24.06.2013)

 Bundesverband Geriatrie e.V.: Insgesamt 160 Anmeldungen / Qualifizierung unter Berücksichtigung des Konzepts der Aktivierend-therapeutischen Pflege in der Geriatrie

 Insgesamt 160 Teilnehmer haben sich bislang zur „Zercur Geriatrie Fachweiterbildung Pflege“ angemeldet. Das teilte der Bundesverband Geriatrie e.V., der die Weiterbildung in Kooperation mit dem Ev. Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. durchführt, jetzt in Berlin mit. Das Programm schließt mit dem Erhalt des Titels „Fachpflegekraft Aktivierend-therapeutische Pflege Geriatrie“ ab. Die bisher durchgeführten 31 Prüfungen haben 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich bestanden. „Mit dieser spezifischen und zertifizierten Fortbildung im Rahmen von Zercur Geriatrie wird Gesundheits- und KrankenpflegerInnen ein Instrument an die Hand gegeben, das es gerade den interdisziplinär arbeitenden Pflegenden in der Altersmedizin ermöglicht, die hohen Qualitätsstandards in der Geriatrie und eine kontinuierliche Weiterbildung in diesem Fachbereich zu sichern“, so Friedhilde Bartels, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Geriatrie e.V. „Die Fachweiterbildung Pflege ist somit ein weiterer wichtiger Baustein im gesamten Qualitätssicherungssystem der Geriatrie.“

 Aufgrund der positiven Entwicklung des Zercur Geriatrie Basiskurses war vom Bundesverband Geriatrie e.V. in Kooperation mit dem Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. – aufbauend auf dem Basiskurs – die „Zercur Geriatrie Fachweiterbildung Pflege“ im Jahr 2010 eingeführt worden. „Dieses Weiterbildungsprogramm für examinierte Pflegekräfte verfolgt das Ziel, die Teams insbesondere im Hinblick auf die Aktivierend-therapeutische Pflege in der Geriatrie zu qualifizieren“, betont Oberin Constanze Schlecht vom Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V.. Der Zercur Geriatrie – Basislehrgang, auf dem die Fachweiterbildung aufbaut, ist eine vom Bundesverband Geriatrie entwickelte und zertifizierte Fortbildung für alle Mitglieder des therapeutischen Teams. In dessen Rahmen werden von Praktikern aus der Geriatrie die wichtigsten Themen aus dem Bereich der Geriatrie und ihre Zusammenhänge bzw. Umsetzung im therapeutischen Team in kompakter Form vermittelt. Der Bezug zur Praxis wird dabei noch durch einen separaten Hospitationstag unterstrichen.

 Die Fachweiterbildung Pflege gliedert sich in drei Ausbildungsbereiche – einen Pflichtbereich, einen Wahlpflichtbereich (Zercur-Aufbaumodule) sowie einen Wahlbereich. Aus diesen drei Ausbildungsbereichen sind Kurse mit einem Umfang von mindestens 520 Stunden zu absolvieren. Die theoretische Ausbildung wird ergänzt durch den klaren Bezug zu praktischen Tätigkeiten innerhalb der Geriatrie. Dies spiegelt sich unter anderem darin wieder, dass eine Anmeldung zur „Zercur Geriatrie Fachweiterbildung Pflege“ erst dann erfolgen kann, wenn mindestens sechs Monate Berufspraxis in der Geriatrie erworben wurden. Zudem wird für die Teilnahme an der Fachweiterbildung Pflege die Erlaubnis zum Führen der staatlich anerkannten Berufsbezeichnungen Krankenschwester/-pfleger, Gesundheits- und KrankenpflegerIn bzw. AltenpflegerIn vorausgesetzt.

 Hinweis: Weitergehende Informationen zum Zercur Geriatrie® – Basislehrgang und zur Zercur Geriatrie – Fachweiterbildung Pflege finden sich auf der Webseite des Bundesverbands Geriatrie e.V. (http://www.bv-geriatrie.de/index.php?page=bildung).

 Bundesverband Geriatrie e.V.

Vorstandsvorsitzender: Herr Dipl.-Kfm. Ansgar Veer

Geschäftsführer: Dirk van den Heuvel

 Reinickendorfer Straße 61

13347 Berlin

Tel.: 030 / 339 88 76 – 10

Fax: 030 / 339 88 76 – 20

E-Mail: Geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

http://www.bv-geriatrie.de