August, 2012

 

Honorarkürzungen bei Psychologischen Psychotherapeuten nicht mehr zumutbar

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
Pressemitteilung Nr. 12/12
30. August 2012

Angesichts der Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen fordert der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), zu bedenken, dass die Honorare der Psychologischen Psychotherapeuten auf keinen Fall weiter gekürzt werden können. „Bereits jetzt sind sie die Geringverdiener unter den Leistungserbringern im Gesundheitswesen“, erläutert BDP-Vizepräsident Heinrich Bertram seinen Standpunkt. „Der im Juli erstmals veröffentlichte Honorarbericht zeigt eindeutig, was wir schon lange ahnten: Wir sind die Kellerkinder der niedergelassenen Kassenpraxen.“

Im Durchschnitt erzielte ein Kassenarzt 2011 einen monatlichen Gewinn von 5442 Euro. Die Psychotherapeuten bilden mit 2657,83 Euro das absolute Schlusslicht. Rechnet man diese Zahlen auf einen Stundenlohn mit allen Abzügen – wie ihn auch Angestellte haben – herunter, ergibt sich ein Gegensatz von 23,26 zu 12,57 Euro. Im Vergleich dazu verdient ein Polier auf dem Bau im Westen 13,85 Euro pro Stunde.

Grundlage für die BDP-Stundenlohn-Analyse bilden die Umsätze der Arztgruppen in den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) für das erste Halbjahr 2011, aktuelle Sätze der Sozialabgaben sowie Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Nähere Informationen finden Sie auch auf der Internetseite der BDP-Sektion Verband Psychologischer Psychotherapeuten (VPP):
www.vpp.org/meldungen/12/120717_einkommen.html

Mit freundlichen Grüßen
Alenka Tschischka, Pressesprecherin
Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin
Tel. 030 – 209 166 620
a.tschischka@bdp-verband.de

Über den Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP):
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) vertritt die beruflichen und politischen Interessen der niedergelassenen, angestellten und beamteten Psychologen und Psychologinnen aus allen Tätigkeitsbereichen. Diese sind unter anderem: Gesundheitspsychologie, Klinische Psychologie, Psychotherapie, Schulpsychologie, Rechtspsychologie, Verkehrspsychologie, Wirtschaftspsychologie, Umweltpsychologie, Politische Psychologie. Der BDP wurde 1946 gegründet und ist Ansprechpartner und Informant für Politik, Medien und Öffentlichkeit. Rund 11500 Mitglieder sind im BDP organisiert.

Besuchen Sie den BDP im Internet:
www.bdp-verband.de


Demografischer Wandel: Zwischen Mythos und Wirklichkeit

Diakonie  Jahresthema „Altern in der Mitte der  Gesellschaft“

Abschlusstagung Freitag, 14. Dezember 2012

Unsere Gesellschaft wird älter, bunter und individueller – es  gibt immer mehr ältere und immer weniger jüngere Menschen.  Da es eine solche Entwicklung nie zuvor gegeben hat, schwanken viele Akteure aus dem politischen und dem zivilgesellschaftlichen  Gestaltungsraum zwischen Ignoranz, Dramatisierung oder sozialpolitischer Instrumentalisierung.

Die Diakonie sieht in Anbetracht der Perspektive des demografischen  Wandels die dringliche Aufgabe, Gesundheitschancen  und Teilhaberechte der Menschen in einer älter  werdenden Gesellschaft zu verwirklichen. Die Abschlusstagung des diakonischen Jahresthemas 2012 „Altern in der  Mitte der Gesellschaft“ soll deshalb gebündelt die Herausforderungen,  Befürchtungen und Hoffnungen des demografischen  Wandels annehmen und diese Fragen beantworten:

  • Wie muss die Arbeitswelt gestaltet werden und was  müssen die Träger der sozialen Sicherung tun, um durch  betriebliche Gesundheitsförderung, betriebliches Eingliederungsmanagement  und Rehabilitation die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern bis zum Renteneintritt  zu erhalten?
  • Wie kann mit älteren und armen Menschen Gesundheitsförderung  in ihrer Lebenswelt gestaltet werden?
  • Wie kann eine selbstbestimmte und selbstorganisierte  Altenarbeit in Kooperation mit dem professionellen System aussehen, damit ältere Menschen ihre Angelegenheiten in die eigenen Hände nehmen können?
  • Was muss sich ändern, damit Prävention und medizinische  Rehabilitation zum selbstverständlichen Baustein  der gesundheitlichen Versorgung älterer Menschen werden und so Teilhabe möglich wird?

Letztendlich muss sich die Diakonie selbst befragen,  wie sie sich als sozialpolitische Akteurin und als Trägerin  sozialer und gesundheitlicher Dienste aufstellen muss, um den demografischen Wandel gut zu gestalten.

Programm:

10.00 Uhr Anmeldung und Begrüßungskaffee

10.30 Uhr Begrüßung und Einführung in das Thema

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik, Diakonie Bundesverband

10.45 Uhr Mythen und Wahrheiten zum demografischen Wandel

Dr. Bernard Braun, Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen

11.30 Uhr Gesundheitsausgaben für Ältere:  Wird es unbezahlbar?

Hartmut Reiners, Gesundheitsökonom

12.15 Uhr Mittagsimbiss

13.15 Uhr Strategien zur Beschäftigungsfähigkeit bei älter werdenden Belegschaften

Dr. Friedrich Mehrhoff, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

13.45 Uhr Gesundheit und soziale Ungleichheit – was heißt Gesundheitsförderung für ältere Menschen im Quartier?

Prof. Dr. Susanne Kümpers, Fachbereich Pflege und Gesundheit, Hochschule Fulda

14.15 Uhr Neuer „Profi-Laien-Mix“: Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der selbstbestimmten und selbstorganisierten Altenarbeit

Karin Nell, Evangelisches Erwachsenenbildungswerk Nordrhein

14.45 Uhr Kaffeepause

15.00 Uhr Medizinische Rehabilitation für ältere Menschen – andere Bedarfe und neue Wege der Rehabilitation?

Dr. Norbert Lübke, Kompetenz-Centrum Geriatrie des GKV-Spitzenverbandes und der Gemeinschaft der MDK

15.30 Uhr Und die Diakonie?

Welche Herausforderungen birgt der demografische Wandel für die Diakonie als konfessioneller Wohl- fahrtsorganisation und Trägerin sozialer Dienste?

Prof. Dr. Heinz Schmidt, Direktor em. Diakoniewissenschaftliches Institut der Universität Heidelberg

16.15 Uhr Ende der Veranstaltung

Tagungsmoderation

Roswitha Kottnik

Dr. Tomas Steffens
Diakonie Bundesverband

Zentrum Gesundheit, Rehabilitation und Pflege

Zielgruppe

Die Tagung wendet sich an Interessierte aus den Bereichen von Gesundheits- und Sozialpolitik, aus allen Wohlfahrtsverbandsebenen und nicht zuletzt an Mitarbeitende in den Verbänden, Werken, Diensten und Einrichtungen der Diakonie, die nach Lösungen für die Herausforderungen des demografischen Wandels suchen.

Tagungsort
Diakonie Deutschland
Caroline-Michaelis-Straße1
10115 Berlin
Telefon +49 30 652 11-0
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei

Tagungsbeitrag
25 Euro inklusive Tagungsunterlagen und Verpflegung
(nach Zusendung der Rechnung)

Kontakt und Information
Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche
in Deutschland e. V.
Reichensteiner Weg 24
14195 Berlin

Pfarrerin Roswitha Kottnik
Ältere Menschen
Telefon: +49 30 830 01-262
rkottnik@diakonie.de

Dr. Tomas Steffens
Medizinische Rehabilitation, Prävention und Selbsthilfe
Telefon: +49 30 830 01-361
steffens@diakonie.de
www.diakonie.de/aktives-altern

Organisation und Anmeldung
Andrea Weichmann
Telefon +49 30 830 01-375
Telefax +49 30 830 01-444 (bis 15. Oktober)
weichmann@diakonie.de


Beratung für Mütterkuren und Mutter-Kind-Kuren

Pressemitteilung

Müttergenesungswerk startet Beratungsoffensive für 2,1 Mio kurbedürftige Mütter:

Berlin, 29. August 2012. Vom 1. bis 30. September 2012 findet die bundesweite Informations- und Beratungsoffensive des Müttergenesungswerkes statt. Mütter, die gesundheitlich belastet sind, sollen sich informieren über die besonderen gesundheitlichen Effekte von Kurmaßnahmen im Herbst und Winter, sie sollen Beratung und Hilfe zur Mütter- oder Mutter-Kind-Kurmaßnahmen bekommen. 2,1 Mio Mütter sind Untersuchungen zufolge kurbedürftig.

„Der Weg zu einer Mütter- oder Mutter-Kind-Kur fängt optimalerweise in einer der mehr als 1.300 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände im Müttergenesungswerk an“, sagt Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes. „Mütter, die sich erschöpft oder krank fühlen, erhalten dort kostenlose Hilfe bei allen Fragen rund um Antragstellung, Klinikauswahl, Kinderbetreuung und ggf. auch finanzielle Unterstützung aus Spendenmitteln des Müttergenesungswerkes.“

Rund 133.000 Mütter wurden im Jahr 2011 kompetent und sensibel beraten. „Unsere Empfehlung ist es, sich zuerst an eine Beratungsstelle und später an die Krankenkasse zu wenden. So können wir Mütter, die einen Kurantrag stellen, informieren und auf ihre Gesundheitsmaßnahme vorbereiten“, so Schilling weiter. Rund die Hälfte aller Frauen, die beraten werden, stellt einen Kurantrag. Den anderen Frauen wird individuelle Hilfe im System der Wohlfahrtsverbände angeboten.

Im Müttergenesungswerk arbeiten mehr als 1.300 wohnortnahe Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände (Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz; Ev. Fachverband für Frauengesundheit (Diakonie), Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Müttergenesung (Caritas), Paritätischer Wohlfahrtsverband), die in der gemeinnützigen Stiftung zusammengeschlossen sind, zusammen mit 82 anerkannten Mütter- und Mutter-Kind-Kliniken, davon 6 Kliniken, die Mütter ohne ihre Kinder aufnehmen.

Mütter, die sich im September beraten lassen, können an der Verlosung einer Gesundheitswoche mit bis zu zwei Kindern in einer vom Müttergenesungswerk anerkannten Klinik teilnehmen.

Weitere Informationen zu Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen sowie die Attestformulare unter: www.muettergenesungswerk.de oder Kurtelefon: 030 330029-29

Kontakt: Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk

Bergstraße 63, 10115 Berlin
Katrin Goßens, Tel.: 030 330029-14

presse@muettergenesungswerk.de, www.muettergenesungswerk.de


Radtour zeigt, was Reha kann

Radler mit und ohne Handicap fahren in sieben Tagen von Karlsruhe nach Goslar

Karlsruhe, 29. August 2012

(DRV BW). Mit ihren Rädern, Handbikes und Trikes radeln ab Freitag, 31. August, auch in diesem Jahr wieder Behinderte und Nicht-Behinderte gemeinsam: Bereits zum fünften Mal startet die „Bäder- und Rehatour“, initiiert vom Chef der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, Hubert Seiter. Mit ihm werden die Teilnehmer auch 2012 wieder „zeigen, was möglich ist“. Dieses Motto prägt die Tour bereits seit 2007. Die Radler wollen für die vielfältigen Möglichkeiten der Rehabilitation und Prävention in Deutschland werben. Im Fokus der diesjährigen Tour stehen insbesondere Besuche bei Berufsförderungswerken. Die, so Seiter, leisteten einen ganz wichtigen Beitrag, Menschen nach einer Reha, Umschulung oder Weiterbildung wieder zurück in den Job zu bringen.

Dieses Jahr führt die Tour durch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Rund 600 Kilometer in sieben Tagen: Erneut eine ganz besondere Herausforderung für die – sichtbar und nicht sichtbar – behinderten 40 Radler. In Karlsruhe wird die baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter Punkt 12 Uhr am Ambulanten Zentrum für Rehabilitation, Am Entenfang 12-14, die Radler auf die Reise schicken. Die Route führt über Speyer, Bad Dürkheim, Mainz, Koblenz, Bonn, Köln, Düsseldorf, Bochum, Gelsenkirchen, Münster, Bad Driburg und Einbeck nach Goslar, wo die Truppe am 8. September ihren diesjährigen Zielort erreicht.

Was mit „Reha made in Germany“ möglich ist, beweisen auch heuer einige der Tourteilnehmer eindrucksvoll: Nach schweren Unfällen oder Krebs hat sie eine Reha wieder in die Lage versetzt, Sport zu treiben und an der Tour teilzunehmen. „Diese Menschen zeigen, wie bedeutend die Rehabilitation als wichtiges Angebot zur Wiedereingliederung von behinderten und chronisch kranken Menschen in Beruf und Gesellschaft ist,“ unterstreicht Tour-Initiator Hubert Seiter. Ebenfalls mit von der Partie: Vertreter der deutschen Gesundheitswirtschaft, Ärzte und Klinik-Chefs. „Sport bedeutet Lebensqualität, gerade für behinderte Menschen“, betont Günther Lerchner, Vizepräsident des Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbands, der die Tour auch dieses Jahr wieder mit dem Handbike mitfährt.

Die Schirmherrschaft für die Tour hat erneut der Krebsverband Baden-Württemberg übernommen. Viele der Tourteilnehmer wissen, wie wichtig Sport gegen, bei oder nach Krebs ist. Mit der Tour sollen Spenden für Projekte des Krebsverbandes gesammelt werden (Spendenkonto: Landesbank Baden-Württemberg, BLZ 600 501 01, Kontonummer 2 102 133).

Hinweis an die Redaktionen:

Ein „Tourtagebuch“ und weitere Informationen rund um die 5. Bäder- und Rehatour finden Interessierte im Internet unter www.drv-bw.de.

Ansprechpartnerin und Tourteilnehmerin ist

Heike Lauer
Krebsverband Baden-Württemberg e.V.
Adalbert-Stifter-Straße 105, 70437 Stuttgart
Mobiltelefon: 015204931692
E-Mail: info@krebsverband-bw.de
Internet: www.krebsverband-bw.de

Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Gerd Markowetz
Gartenstraße 105, 76135 Karlsruhe
Postanschrift: 76122 Karlsruhe
Telefon 0721 825-23800
Telefax 0721 825-23899
E-Mail gerd.markowetz@drv-bw.de
www.deutsche-rentenversicherung-bw.de


Brief an Bahr: Paritätischer warnt vor wachsender Gesundheitskluft und fordert Präventionsgesetz

Pressemeldung vom 28.08.2012

Vor einer wachsenden Gesundheitskluft in Deutschland warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband und appelliert in einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Bahr, ein Präventionsgesetz auf den Weg zu bringen, um für alle Menschen gleiche Chancen auf ein möglichst gesundes und möglichst langes Leben schaffen. Die Lebenserwartung dürfe in Deutschland nicht länger vom Geldbeutel abhängen. Ein entsprechendes Gesetz zur Gesundheitsförderung müsse alle relevanten Akteure in die Pflicht nehmen, Qualitätsstandards sichern und eine verlässliche Finanzierung garantieren.

„Die gesundheitliche Chancenungleichheit in Deutschland ist skandalös. Die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung sterben im Durchschnitt zehn Jahre früher als die reichsten 20 Prozent. Bei ihnen brechen chronische Erkrankungen früher aus und verlaufen deutlich schwerwiegender“, kritisiert Verbandsvorsitzender Prof. Dr. Rolf Rosenbrock. Schon im Kindergarten manifestierten sich die ungleichen Gesundheitschancen: „Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind nachweislich häufiger von physischen oder psychosozialen Problemen betroffen, die ihr gesamtes weiteres Leben beeinträchtigen können. Dieser Zustand ist beschämend und in einem der reichsten Länder der Welt untragbar.“

Der Verband fordert die Einführung eines eigenen Bundesgesetzes für nicht-medizinische Primärprävention und Gesundheitsförderung, um bereits erprobte Ansätze zu verstetigen und flächendeckend umzusetzen. „Wir brauchen mehr als Aufklärungs- und Informationskampagnen oder die medizinische Verhinderung von Krankheit durch Impfungen. Wir brauchen zielgruppenspezifische Maßnahmen, die dort ansetzen, wo die Menschen sind“, fordert Rosenbrock. Erforderlich seien Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, Gesundheitsprogramme in Kindertageseinrichtungen, kultursensible Programme, die auch Migrantinnen und Migranten erreichen sowie Ansätze der Gesundheitsförderung im Stadtteil und in Wohn- und Betreuungseinrichtungen. „Die Projektitis in diesem Bereich muss ein Ende haben und endlich durch dauerhafte Strukturen ersetzt werden.“

Dies sei nicht zuletzt ein Gebot ökonomischer Vernunft. „Jeder Euro, den wir heute in wirkungsvolle Prävention investieren, zahlt sich auch finanziell langfristig aus durch eine Entlastung der Sozialsysteme. Jeder Tag, den wir weiter warten, ist volkswirtschaftlich betrachtet, vergeudetes Geld“, warnt Gesundheitsökonom Rosenbrock. Es gebe kein Erkenntnisproblem, sondern ein Handlungsdefizit. „Der Minister ist in der Bringschuld.“

Kontakt:

Gwendolyn Stilling
Pressereferentin
Der Paritätische Gesamtverband

Oranienburger Str. 13-14, 10178 Berlin
Tel.: 030 – 24636 305 / Fax: 030 – 24636 110
eMail: pr@paritaet.org


Aufent­halts­dauer im Kran­ken­haus 2011 durch­schnitt­lich 7,7 Tage

Pressemitteilung Nr. 291 vom 24.08.2012:

WIESBADEN – Der Aufenthalt im Krankenhaus dauerte im Jahr 2011 durchschnittlich 7,7 Tage, im Jahr 2010 waren es noch 7,9 Tage. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse der Krankenhausstatistik weiter mitteilt, wurden im Jahr 2011 insgesamt 18,3 Millionen Patientinnen und Patienten stationär im Krankenhaus behandelt. Das waren rund 300 000 Fälle mehr als 2010 (+ 1,6 %).

In den 2 041 Krankenhäusern Deutschlands standen insgesamt knapp 502 000 Betten zur Verfügung – gegenüber dem Vorjahr hat sich das Versorgungsangebot kaum verändert (2 064 Krankenhäuser mit 503 000 Betten). Weiterhin steht annähernd jedes zweite Bett (48,6 %) in einem Krankenhaus eines öffentlichen Trägers. Der Anteil der Betten in privaten Häusern nimmt jedoch stetig zu (2011: 17,2 %), während der Anteil in freigemeinnützigen Häusern sinkt. 2011 lag er bei 34,2 %.

Die Bettenauslastung lag 2011 mit 77,3 % geringfügig unter dem Vorjahresniveau (77,4 %). Die höchste Auslastung erreichten öffentliche Krankenhäuser mit 78,7 %, die geringste (75,7 %) freigemeinnützige Krankenhäuser.

Rund 839 000 Vollkräfte – das ist die Anzahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit um­gerechneten Beschäftigten – kümmerten sich 2011 um die Versorgung der Krankenhauspatientinnen und -patienten. Davon zählten knapp 139 000 zum ärztlichen Dienst und 701 000 zum nichtärztlichen Dienst, darunter allein 310 000 Vollkräfte im Pflegedienst (2010: 306 000). Die Zahl der im Krankenhaus beschäftigten Vollkräfte nahm im Ver­gleich zum Vorjahr sowohl im ärztlichen als auch im nichtärztlichen Dienst um 2,8 % zu.

Der stationäre Aufenthalt in einer der 1 235 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen Deutschlands dauerte wie im Jahr 2010 im Durchschnitt 25,4 Tage. Hier standen knapp 171 000 Betten für die Versorgung von rund 1,9 Millionen Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Mit 78,7 % lag die Bettenauslastung um 1,4 %-Punkte unter der des Vorjahres (80,1 %). Öffentliche Einrichtungen hatten mit 89,5 % die höchste Bettenauslastung, private Einrichtungen mit 75,9 % die niedrigste.

Anders als bei den Krankenhäusern sind bei den Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen private Träger die größten Anbieter: hier standen zwei Drittel aller Betten (66,3 %), Einrichtungen eines öffentlichen Trägers verfügten hingegen nur über 17,9 % der Betten. Den geringsten Anteil hatten freigemeinnützige Einrichtungen mit 15,7 % des Bettenangebots.

Gut 8 000 Vollkräfte im ärztlichen Dienst und 84 000 Vollkräfte im nichtärztlichen Dienst – darunter 21 000 Pflegevollkräfte – versorgten 2011 die vollstationären Patientinnen und Patienten in den Vorsorge‑ oder Rehabilitationseinrichtungen.

Gegenstand der Nachweisung
(Vorläufige Ergebnisse)
Einheit Insgesamt davon
öffentlich freigemeinnützig privat
Krankenhäuser Anzahl 2 041 623 741 677
Betten Anzahl 501 593 243 954 171 598 86 041
Berechnungs-/Belegungstage Anzahl 141 596 163 70 074 720 47 406 928 24 114 515
Patienten (Fallzahl) Anzahl 18 321 073 9 098 882 6 283 256 2 938 935
Durchschnittliche Bettenauslastung % 77,3 78,7 75,7 76,8
Durchschnittliche Verweildauer Tage 7,7 7,7 7,5 8,2
Ärztliches Personal (Vollkräfte) Anzahl 138 647 77 988 40 229 20 431
Nichtärztliches Personal (Vollkräfte) Anzahl 700 647 388 014 210 833 101 801
darunter: Pflegepersonal (Vollkräfte) Anzahl 310 484 162 839 100 117 47 529
Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen Anzahl 1 235 233 321 681
Betten Anzahl 170 794 30 619 26 861 113 314
Pflegetage Anzahl 49 090 802 10 005 821 7 694 946 31 390 035
Patienten (Fallzahl) Anzahl 1 933 224 392 161 274 025 1 267 038
Durchschnittliche Bettenauslastung % 78,7 89,5 78,5 75,9
Durchschnittliche Verweildauer Tage 25,4 25,5 28,1 24,8
Ärztliches Personal (Vollkräfte) Anzahl 8 247 1 723 1 011 5 514
Nichtärztliches Personal (Vollkräfte) Anzahl 84 088 16 089 13 085 54 914
darunter: Pflegepersonal (Vollkräfte) Anzahl 20 974 3 631 3 632 13 711

Weitere Informationen aus der Krankenhausstatistik finden sich hier.

Weitere Auskünfte gibt:
Ute Bölt,
Telefon: +49 611 75 8107,
Kontaktformular


BDH-Klinik Greifswald präsentiert innovative Gehhilfe „ReWalk“


ReWalk-Gehilfe  im Einsatz. Foto: Argo Medical Technologies Ltd.

ReWalk-Gehilfe im Einsatz. Foto: Argo Medical Technologies Ltd.

Greifswald. Das Querschnittgelähmtenzentrum der BDH-Klinik Greifswald präsentierte am 21. August 2012, in Kooperation mit dem Israelischen Hersteller Argo Medical Technologies Ltd., die erste in Deutschland eingesetzte  technische Innovation, die Menschen mit Querschnittlähmung nach erfolgreichem Training, wieder zur Mobilität verhelfen wird. Federführung war Prof Dr. med. Thomas Platz. Die Bundesvorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller, zeigte sich optimistisch, einen großen Fortschritt der medizinischen Rehabilitation aktiv mitzugestalten:

„Die Partnerschaft mit Argo Medical Technologies war eine großartige Entscheidung. Innovationen sollen dem Menschen dienen. Die Gehhilfe „ReWalk“ wird vielen Menschen mit Mobilitätseinschränkung neue Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Unser Ziel ist es, gerade Menschen mit Querschnittlähmung zu unterstützen. Wir werden nun, gemeinsam mit unseren Partnern, an Finanzierungsoptionen arbeiten und Kostenträger von der hohen Qualität des ReWalk Exoskelett Systems  und von dem besonderen therapeutischen Nutzen für Querschnittgelähmte überzeugen, bis eine Lauftherapie und ein Mobilitätstraining für alle geeigneten Nutzer möglich ist. Aus der Innovation sollte möglichst bald eine standardisierte Lösung  werden, die allen Betroffenen zur Verfügung gestellt werden kann. Wir erleben allein in Deutschland jährlich über 1.000 Fälle von Querschnittlähmung. Wir gehen da ein wichtiges Problem in der Reha an.“

Info: Das Querschnittgelähmtenzentrum der BDH-Klinik Greifswald bietet Betroffenen mehrwöchige Trainingsbehandlungen an. Querschnittgelähmte können unter professioneller Anleitung den Umgang mit der ReWalk – Technik erlernen und die erheblichen Mobilitätsfortschritte beim Stehen, Gehen und sogar beim Treppensteigen selbst erfahren. Mit Hilfe eines Exoskelettes werden Paraplegiker wieder ans Gehen gewöhnt.

Kontakt: BDH-Klinik Greifswald  Neurologisches Rehabilitationszentrum und Querschnittgelähmtenzentrum
Karl-Liebknecht-Ring 26a, 17491 Greifswald
Telefon: 03834 871-0 und Telefax: 03834 871-102 Email: info@bdh-klinik-greifswald.de


Aktionsbündnis startet Presseinformationsdienst zu psychischen Erkrankungen

Pressemitteilung 01/2012 vom 21. August 2012

Ab sofort bietet das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit einen Informationsdienst für Journalisten an. Aktuelle Informationen aus dem Bereich der seelischen Gesundheit behandeln Themen wie Depressionen und Suizid, die psychische Gesundheit von Migranten oder psychisch erkrankte Menschen im Familienkreis. Der Service beinhaltet Pressemeldungen, Bildmaterial, Hintergrundberichte und die Vermittlung von Interviewpartnern. Möglich wird dieser Redaktionsdienst durch die Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).

„Wir stellen fest, dass trotz der offenen und konstruktiven Diskussion in den Medien um das Burnout Syndrom das Verständnis für psychisch erkrankte Menschen nicht grundsätzlich zugenommen hat“, sagt Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel, der Vorsitzende des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit. „Mit fachlich fundierten Meldungen wollen wir Journalisten dabei unterstützen, über psychische Erkrankungen, ihre Folgen für die Betroffenen und ihre Behandlungsmöglichkeiten zu berichten.“

Die Borderline Störung, Schizophrenie, schwere Depressionen bis hin zum Suizid, schwere Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, und Abhängigkeitserkrankungen führen häufig zu schweren Beeinträchtigungen in der Lebensbewältigung der Betroffenen. „Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit hat als bundesweites Netzwerk, in dem Fachleute, Betroffene und deren Angehörige diagnoseübergreifend zusammenarbeiten, eine besondere Expertise, die wir Journalisten zur Verfügung stellen wollen“, betont Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel. Ziel des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit ist eine Gesellschaft, die offen und tolerant auch mit diesen psychischen Erkrankungen umgeht. Um dies zu erreichen, setzt es sich für die Gleichberechtigung und Integration der Betroffenen und ihrer Angehörigen ein.

Haben Sie Interesse an dem Informationsdienst des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit, dann melden Sie sich an unter:

http://www.seelischegesundheit.net/presse/pressemitteilungen/presseverteiler

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweite Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Gesundheit, Daniel Bahr. Zu den über 70 Mitgliedsorganisationen zählen die Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik. Initiiert wurde das Bündnis 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit Open the doors als Partner des internationalen Antistigma-Programms.

Kontakt:

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

Wiebke Ahrens

Reinhardtstr. 27 B; 10117 Berlin

Tel.: 030-2404 77 214; Fax: 030-240 77 228

E-Mail: ahrens@seelischegesundheit.net

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

Reinhardtstr. 27B · 10117 Berlin · 030/240 477 214

koordination@seelischegesundheit.net  · www.seelischegesundheit.net


Sterben, Tod und Trauer gehört in den Lehrplan

Deutscher Kinderhospizverein e.V.

DEUTSCHER KINDERHOSPIZVEREIN REAGIERT AUF WUNSCH DER BEVÖLKERUNG, SICH MEHR MIT DEM THEMA AUSEINANDERZUSETZEN

Olpe/Berlin. Die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod gehört in die Lehrpläne der Schulen. Das fordert der Deutsche Kinderhospizverein e.V. (Olpe) nach der Veröffentlichung der Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes. Die Untersuchung hatte unter anderem ergeben, dass die Bevölkerung den Tod nicht mehr als Tabu empfindet und eine intensivere Auseinandersetzung mit diesem Thema möchte.

„Wir sollten damit in den Schulen beginnen und das Thema als verbindlichen Bestandteil in die Lehrpläne aller Bundesländer aufnehmen“, so Margret Hartkopf vom Vorstand des Deutschen Kinderhospizvereins. Denn nicht nur Erwachsene, auch Kinder und Jugendliche seien in ihrem Alltag mit unheilbaren Krankheiten, Sterben und Tod konfrontiert und durch die Schule auf diese Themen nicht ausreichend vorbereitet. Häufig reagierten sie auf Trauer und Verlust mit Wut, Verzweiflung oder Rückzug. Die Pädagogen seien oft selbst überfordert, da dieses Thema nicht zu ihrer Lehrerausbildung gehöre.

„Selbst in Förderschulen fühlen sich viele Pädagogen überfordert oder allein gelassen“, so Hartkopf. Es fehle an Zuständigkeiten, geeignete Konzepte in der Aus- und Weiterbildung verbindlich auf den Weg zu bringen und zu erproben. Im Zusammenhang mit der aktuellen Inklusionsdebatte müsse dieses Thema als verbindlicher Bestandteil Eingang in die Lehrpläne finden und die Lehrkräfte durch Fortbildungen vorbereitet werden.Deutsche Kinderhospizverein e.V. wurde im Februar 1990 von betroffenen Familien gegründet, um das Thema schwerstkranke und sterbende Kinder aus einem Tabubereich herauszuholen sowie bedürfnisorientierte Unterstützung und Begleitung für die Familien zu erreichen. Der bundesweit aktive Verein betreibt 19 ambulante Kinderhospizdienste, einen davon in Kooperation mit einem anderen Träger. Unter seinem Dach bietet die Deutsche Kinderhospizakademie jährlich mehr als 50 Seminar-, Begegnungs-, Tagungsangebote und Weiterbildungen für Familien, Begleiter und auch interessierte Lehrerinnen und Lehrer an.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-kinderhospizverein.de

Margret Hartkopf, Tel. 0151/ 153 930 – 25 :

Deutscher Kinderhospizverein e.V.

Margret Hartkopf (Vorstand)

Bruchstraße 10

57462 Olpe


Weniger Menschen ohne Krankenversicherungsschutz

Wiesbaden. Im Jahr 2011 waren in Deutschland rund 137 000 Personen nicht krankenversichert und besaßen auch keinen sonstigen Anspruch auf Krankenversorgung. Gegenüber 2007 – damals waren rund 196 000 Personen ohne Krankenversicherungsschutz – ging die Zahl der nicht krankenversicherten Personen damit um 30 % zurück. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Grundlage des alle vier Jahre erhobenen Zusatzprogramms „Angaben zur Krankenversicherung“ im Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland und Europa, mit.

Zu den Personen mit einem sonstigen Anspruch auf Krankenversorgung zählen beispielsweise Soldatinnen und Soldaten, Grundwehrdienst- und Zivildienstleistende, Beamtinnen und Beamte oder Richterinnen und Richter.

Von den Personen ohne Krankenversicherungsschutz waren knapp zwei Drittel Männer (62 % beziehungsweise 85 000 Personen), 38 % waren Frauen (52 000 Personen). Gegenüber 2007 ging jedoch die Zahl der nicht krankenversicherten Männer stärker zurück (- 36 %) als die der nicht krankenversicherten Frauen (- 17 %).

Selbstständige (einschließlich mithelfende Familienangehörige) sowie erwerbslose Personen hatten – wie vor vier Jahren – besonders häufig keinen Krankenversicherungsschutz: Jeweils rund 0,8 % der Selbstständigen sowie der Erwerbslosen waren im Jahr 2011 nicht krankenversichert. Damit waren diese beiden Personengruppen in etwa viermal so häufig ohne Krankenversicherungsschutz wie die Bevölkerung insgesamt. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung Deutschlands waren nur weniger als 0,2 % nicht krankenversichert. Als erwerbslos gelten nicht erwerbstätige Personen, die aktiv nach einer Arbeitsstelle suchen und auch kurzfristig für die Aufnahme einer Tätigkeit zur Verfügung stehen.

Bei der Interpretation der Ergebnisse im Zeitvergleich ist zu berücksichtigen, dass im Zuge der Gesundheitsreform 2007 – schrittweise bis 2009 – eine Krankenversicherungspflicht für alle Bürgerinnen und Bürger ohne anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall eingeführt wurde.

Detaillierte Ergebnisse zum Thema enthält die Fachserie 13, Reihe 1.1 „Angaben zur Krankenversicherung – Ergebnisse des Mikrozensus 2011“, die im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de > Publikationen > Thematische Veröffentlichungen > Gesundheit verfügbar ist.

Die vollständige Pressemitteilung (inklusive PDF-Version) ist im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/presseaktuell zu finden.

Weitere Auskünfte gibt:

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