Juni, 2012

 

Studie: Erhebliche Versorgungslücken in Pflegeheimen

Freitag, 29. Juni 2012, 11:30 Uhr

Zentrum für Qualität in der Pflege

PRESSEINFORMATION

Berlin. Empfohlene Quote von Facharztbesuchen wird häufig nicht erreicht: Nur drei Prozent der Bewohner sehen einmal pro Jahr einen Gerontopsychiater

Aufgrund der starken Zunahme von Menschen mit zum Teil chronischen und komplexen Erkrankungen haben sich die Anforderungen an die stationäre Pflege grundlegend verändert. So das Fazit einer aktuellen Studie der Universität Bielefeld, die von der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege unterstützt wurde. Demnach sind drei Viertel der Bewohner in Pflegeheimen in ihrer Alltagskompetenz stark eingeschränkt. Viele können sich nicht mehr selbstständig fortbewegen und leiden unter psychischen und kognitiven Störungen. Aber präventive Möglichkeiten werden zu selten ausgeschöpft: Denn fast jeder fünfte Bewohner könnte seinen Alltag selbstständiger gestalten, wenn gezielte therapeutische Maßnahmen eingeleitet und die Hilfsmittelversorgung optimiert würden.

„Schon wenn es gelänge, Alltagskompetenzen möglichst weitgehend zu erhalten und einen vorschnellen Abbau dieser Fähigkeiten zu verhindern, wäre dies ein Erfolg und ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität der Bewohner“, erklärte Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP. Die Untersuchungen der Universität Bielefeld zeigten auch, dass annähernd jeder fünfte Bewohner ein stark ausgeprägtes Übergewicht hat. Gerade für sie wären neue Programme zur Bewegungsförderung und Ernährung zunehmend wichtig, so Suhr.

Vor allem Lücken in der fachärztlichen Versorgung können sich negativ auf eine bessere Gesunderhaltung und -prävention der pflegebedürftigen Bewohner auswirken. Während die allgemeinärztliche Versorgung in den Pflegeheimen als gut bewertet wird, wird der aus medizinischer Sicht notwendige Zielwert eines Facharztbesuches pro Quartal bei Bewohnern mit einer vorliegenden Demenz oder Parkinson-Krankheit nicht erreicht. Besonders mangelt es an psychiatrischer Behandlung, die spezifisch auf die Bedarfe alter Menschen zugeschnitten ist. Nur drei Prozent der Bewohner sehen einmal pro Jahr einen Gerontopsychiater. Auch die fachärztliche Versorgung von Seh-, Hör- und Gehbehinderungen weist erhebliche Lücken auf. Zum Beispiel wird nur jeder zehnte Pflegebedürftige einmal jährlich von einem Augenarzt oder HNO-Arzt untersucht. Weitere Untersuchungen sind nötig, um das Ausmaß und die genauen Auswirkungen der fachärztlichen Unterversorgung zu erfassen.

„Stationäre pflegerische Langzeitversorgung braucht größere Aufmerksamkeit als bisher, sowohl von der Wissenschaft als auch von der Gesundheitspolitik. Unsere Untersuchungen zeigen, dass sich die Bedarfe der Bewohnerinnen und Bewohner in den letzten Jahren grundlegend geändert haben“, sagte Prof. Schaeffer, durchführende Studienleiterin an der Universität Bielefeld.

Mehr Informationen zur Studie unter www.zqp.de

Studiendesign:

Die Universität Bielefeld führte mit Unterstützung des ZQP eine Querschnittuntersuchung und Vollerhebung in acht Einrichtungen mit insgesamt 807 Bewohnerinnen und Bewohnern durch. Allerdings wurden Bewohner/innen in spezialisierten Wohneinheiten von der Untersuchung ausgeschlossen, um eine systematische Verzerrung der Ergebnisse zu verhindern. Letztlich wurden die Daten von 648 Bewohnerinnen und Bewohnern statistisch ausgewertet.

Die Datenerhebung wurde von 73 speziell geschulten Pflegefachkräften der Einrichtungen übernommen. Das standardisierte Erhebungsinstrument basiert unter anderem auf einzelnen Modulen des Assessments zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit (NBA) (Wingenfeld et al. 2008). Es wurden Daten zum Pflege- und Gesundheitszustand, zu auftretenden Gesundheitsbelastungen und sozialen Aspekten erfasst.

Die Stichprobe der vorliegenden Untersuchung entspricht typischen Merkmalen von Bewohner/innen stationärer Einrichtungen. Die Alters- und Geschlechtsstruktur und auch Verteilung der Pflegestufen ist mit aktuellen repräsentativen Studien aus der Langzeitpflege vergleichbar. Lediglich die Pflegestufe III ist leicht überrepräsentiert.

Kontakt:

Pressekontakt:

Zentrum für Qualität in der Pflege

Torben Lenz

Tel: 030 275 93 95 – 15

E-Mail: torben.lenz@zqp.de


Private Klinikunternehmen wählen Verbandsvorstand: Dr. Katharina Nebel erneut BDPK-Präsidentin

Presseerklärung

Bei seinen turnusmäßigen Vorstandswahlen am 29. Juni 2012 in Berlin wählte der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) Dr. Katharina Nebel für eine zweite Amtsperiode als Präsidentin. Als neue Mitglieder wurden Berthold Müller, Dr. Mani Rafii, Ellio Schneider, Dr. Dr. Martin Siebert und Dr. Thomas Wolfram in den Vorstand berufen.

Ellio Schneider, Eugen Münch, Herbert-M. Pichler, Berthold Müller, Friedel Mägdefrau, Dr. Ulrich Wandschneider (von li. 2. Reihe). Dr. Michael Philippi, Dr. Dr. Martin F. Siebert, Dr. Katharina Nebel, Dr. Mani Rafii, Norbert Glahn, Dr. Thomas Wolfram (von li. 1. Reihe)

Die Wahl erfolgte im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung des BDPK, der die Interessen der rund 1.000 Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken in privater Trägerschaft vertritt. Der Versammlung vorausgegangen war ein Kongress mit rund 250 Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft und Praxis, bei dem die Gesundheitspolitik im Rahmen der Schuldenbremse im Mittelpunkt stand.

Dem Vorstand des BDPK gehören zwölf Mitglieder an, die laut Satzung alle drei Jahre von der Mitgliederversammlung bestätigt oder neu gewählt werden.

Mitglieder des aktuellen BDPK-Vorstands sind:

Dr. Katharina Nebel M. Sc. (Präsidentin), Geschäftsführende Gesellschafterin der Private Kliniken Dr. Dr. Nebel, Vlotho,

Dr. Ulrich Wandschneider (1. Vizepräsident), Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Kliniken GmbH, Hamburg

Eugen Münch (2. Vizepräsident), Aufsichtsratsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG, Bad Neustadt/Saale,

Norbert Glahn, Vorstandsvorsitzender der AHG – Allgemeine Hospitalgesellschaft AG, Düsseldorf

Friedel Mägdefrau, Geschäftsführer der Landesverbände der Privatkrankenanstalten in Hessen und Rheinland-Pfalz e.V., Wiesbaden

Berthold Müller, Geschäftsführer der Celenus-Kliniken GmbH, Offenburg

Dr. Michael Philippi, Vorsitzender des Vorstandes der Sana Kliniken AG, München

Herbert-M. Pichler, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes der Privatkrankenanstalten Bayern und Geschäftsführer der Futura Med Beratungsgesellschaft, München

Dr. Mani Rafii, Geschäftsführer der Schön Klinik Verwaltung GmbH, Prien am Chiemsee

Ellio Schneider, Geschäftsführer der Waldburg-Zeil Kliniken, Isny-Neutrauchburg

Dr. Dr. Martin F. Siebert, Geschäftsführer der MEDIAN Kliniken GmbH & Co. KG, Berlin

Dr. Thomas Wolfram, Vorsitzender der Geschäftsführung der SRH Kliniken GmbH, Heidelberg
Ihr Ansprechpartner:

Thomas Bublitz
Hauptgeschäftsführer des
Bundesverbandes
Deutscher Privatkliniken e.V.
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel.: 0 30 – 2 40 08 99 -0
Fax: 0 30 – 2 40 08 99 -30
mailto:Thomas.Bublitz@bdpk.de
http://www.bdpk.de

Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK) vertritt seit über 50 Jahren die Interessen von mehr als 1.000 Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken in privater Trägerschaft. Er ist damit maßgeblicher Spitzenverband dieser privatwirtschaftlich tätigen Leistungserbringer und flankiert die zunehmende Privatisierung im deutschen Gesundheitsmarkt. Der BDPK steht für Qualität, Innovation und Wirtschaftlichkeit in der stationären Versorgung.

Nähere Informationen: http://www.bdpk.de


Krankenhäuser müssen unternehmerisch handeln

PRESSEMITTEILUNG

RWI-Studie belegt: wirtschaftlich erfolgreiche Kliniken versorgen Patienten besser

Berlin, 28.06.2012 „Krankenhäuser müssen Gewinne machen, nur so ist dauerhaft eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung gewährleistet!“ Diese These vertritt der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK), Berlin, dem rund 1.000 Krankenhäuser und Rehakliniken in privater Trägerschaft angehören. Gestützt sieht der Verband seine Auffassung durch eine heute veröffentlichte wissenschaftliche Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen, in der Krankenhäuser nach ihrer Trägerschaft gegenübergestellt und verglichen werden. „Es geht dabei gar nicht um die beste Trägerschaft sondern einzig um die Frage, wie die begrenzten finanziellen Ressourcen im Gesundheitswesen heute und in Zukunft möglichst sinnvoll und effizient eingesetzt werden“, erklärte Dr. Ulrich Wandschneider, Vizepräsident des BDPK und Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Kliniken heute in Berlin. Das Gutachten mache den politischen Handlungsbedarf deutlich und es zeige, dass wirtschaftlicher Erfolg von Krankenhäusern eng mit dem Erhalt und der Verbesserung der medizinischen Qualität und der von den Patienten erlebten Servicequalität in Zusammenhang stehe.

Für die jetzt veröffentlichte Neuauflage der erstmals im Jahr 2009 herausgegebenen Studie hat das RWI auf der Grundlage von umfangreichem Datenmaterial detaillierte empirische Analysen durchgeführt. Einer der Kernpunkte der Untersuchung ist die Feststellung, dass die Krankenhäuser wegen der abnehmenden und schon lange nicht mehr ausreichendenden Investitionsfinanzierung durch die Bundesländer einen Großteil der benötigten Investitionsmittel durch Gewinne aus der DRG-Vergütung selbst verdienen müssen. Aber nur rund die Hälfte der deutschen Krankenhäuser erwirtschaften ausreichende hohe Gewinne, um ihre Unternehmenssubstanz zu erhalten. Und dies, obwohl sie für ihre Leistungen von den Krankenkassen keinen Cent mehr erhalten als andere.

Im Widerspruch dazu stehe, dass sich diese wirtschaftlich erfolgreichen Häuser – unabhängig von ihrer Trägerschaft – ständig zunehmender Kritik ausgesetzt sind: die Medizin sei nur am Profit statt am Nutzen für den Menschen ausgerichtet und die Patienten erhielten nicht die notwendige medizinische Behandlung. Es  käme es zu unnötigen Behandlungen, die aus rein wirtschaftlichen Motiven erfolgen oder es würden Fangprämien an einweisende Ärzte gezahlt, so lauten die Vorwürfe. Die RWI-Studie zeigt am Beispiel der privatwirtschaftlich geführten Kliniken, wo die eigentlichen Ursachen für wirtschaftlichen Erfolg von Krankenhäusern liegen: sie sparen dort, wo es den Patienten nicht weh tut und sie leisten damit mehr für das Gemeinwohl als die Krankenhäuser, die Verluste machen, die aus Steuermitteln ausgeglichen werden müssen. Gleichzeitig gibt es in den wirtschaftlich erfolgreichen Krankenhäusern keine Abstriche in der Qualität der Patientenversorgung und sie können dank der erzielten Gewinne wesentlich mehr in qualifiziertes Personal und die Modernisierung ihrer Einrichtungen investieren als andere. „Darin spiegeln sich letztlich auch die Erfahrungen aus 60 Jahren sozialer Marktwirtschaft wieder. Es zeigt sich, dass Vielfalt und Wettbewerb in einem Markt für den Bürger die besseren Ergebnisse gebracht haben als Staatswirtschaft. Deshalb dürfen Krankenhäuser nicht mit den Maßstäben von Behörden gemessen werden“, erklärte Dr. Michael Philippi,  Vorstandsmitglied des BDPK und Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken AG.

„Wer ernsthaft eine am Patienten orientierte Gesundheitsversorgung will, muss Gewinnerzielung im Krankenhaus nicht nur zulassen, sondern sogar fördern!“ bemerkte Wolfang Pföhler, Vizepräsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft und  Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG. „Denn ohne Gewinn keine Investition und ohne Investition keine Innovation und keine Arbeitsplatzsicherheit. Mit dem Vorurteil „Gewinnerzielung im Krankenhaus schadet der Qualität“ muss endgültig aufgeräumt werden!“, so Pföhler.

Der politisch gewollte Wettbewerbsdruck sei richtig, dürfe aber von der Politik nicht unbegrenzt in Richtung dauerhafter Unterfinanzierung erhöht werden. Die Schere zwischen Kosten und begrenzten Erlösen öffne sich immer mehr. Auch die stetig steigende Zahl der Krankenhauspatienten sei kein von den Kliniken allein verursachtes Phänomen. Völlig unterschätzt würden die Auswirkungen des medizinischen Fortschritts und der alternden Bevölkerung, die immer häufiger an schweren Erkrankungen leide. Niemand lasse sich letztlich ohne echte Beschwerden ein künstliches Hüftgelenk einsetzen, nur weil es den Krankenhäusern Gewinne bringen könnte. Deshalb, so die BDPK-Repräsentanten, müsse vor allem ein Wettbewerb um die beste Versorgungsqualität im Vordergrund stehen. Sie sehen sich damit in absoluter Übereinstimmung zu der Empfehlung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) aus der vergangenen Woche. Sinnvoll seien Wettbewerbsstrukturen, die vom Patienten her gedacht sind. Dazu müssten die Ergebnisse der Qualitätssicherung laienverständlich transparent gemacht und verglichen werden. Eine entsprechende Initiative haben die Kliniken in privater Trägerschaft bereits vor zwei Jahren mit dem Internetportal www.qualitätskliniken.de gestartet.

Weitere Details der Studie

Anders als von Privatisierungs-Kritikern oftmals behauptet, wird in privat geführten Krankenhäusern nicht am Personal gespart, so die RWI-Studie. Im Gegenteil: Um den einzelnen Patienten kümmern sich in Krankenhäusern in privater Trägerschaft durchweg mehr Ärzte und Pflegefachkräfte als in öffentlichen oder freigemeinnützigen Krankenhäusern. Dass sogenannte Sekundärdienste, wie etwa die Reinigung, Küche, Labor oder Hol- und Bringdienste bei den Privaten häufiger durch externe Dienstleister übernommen werden („Outsourcing“), erhöhe die Leistungsfähigkeit des medizinischen Personals in den patientennahen Bereichen. Zudem werde durch intelligent gestaltete Arbeitsabläufe die Produktivität verbessert und es könnten Ineffizienzen reduziert werden, folgern die Wissenschaftler.

Auch dem Vorwurf der „privaten Rosinenpickerei“ gingen die RWI-Experten nach. Ihr Ergebnis: Anders als oft dargestellt, übernahmen die privaten Träger in der Vergangenheit keine lukrativen Krankenhäuser sondern nahezu ausschließlich solche, die in der vorherigen Trägerschaft defizitär waren. Zudem zeigt die Verteilung der Krankenhäuser auf der Landkarte, dass sich die privaten Träger im ähnlichen Maße an der ländlichen Grundversorgung wie die Nicht-Privaten beteiligen. Auch eine gezielte „Patientenauswahl“ sei nicht zu erkennen, vielmehr liege das Durchschnittsalter der behandelten Patienten ebenso wie der Krankheitsschweregrad in privaten Krankenhäusern sogar noch höher als bei anderen. Ähnliches gilt für den Anteil von gesetzlich und privat versicherten Patienten: er ist bei den privaten nahezu identisch mit der bundesweiten Verteilung aller Krankenhäuser. Das widerlegt die Unterstellung, private Krankenhausträger seien an der Behandlung von privat versicherten Patienten besonders interessiert, weil sie eine höhere Vergütung versprechen.

Dass private Krankenhausträger im gleichen Maße Verantwortung in der medizinischen Versorgung übernehmen wie andere Träger, zeigt sich auch bei der Vorhaltung der medizinisch-technischen Infrastruktur, gemessen an der Zahl der medizinischen Großgeräte. Hier hat das RWI kaum trägerspezifische Unterschiede festgestellt. Im Bereich der Intensivbetten leisten die Privaten sogar einen überdurchschnittlichen Beitrag zur Behandlung von schwer erkrankten Patienten und somit auch zur Sicherstellung der (Notfall-)Versorgung.

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Thomas Bublitz
Hauptgeschäftsführer des
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Dunkle Schokolade auf Krankenschein? Zartbitter schützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall

Wiesbaden – Menschen mit erhöhtem Blutdruck und erhöhten Cholesterinwerten können durch den täglichen Verzehr von Zartbitterschokolade Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Dies legen Berechnungen im Rahmen einer aktuellen Studie australischer Forscher nahe. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) rät angesichts dieser Ergebnisse Genussmenschen mit Bluthochdruck und hohen Blutfettwerten zu mehr Bewegung und zur gesünderen, dunklen Schokolade.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die Todesursache Nummer eins. Jährlich sterben daran etwa 17,5 Millionen Menschen, das sind nahezu ein Drittel aller Todesfälle. Besonders gefährdet sind Menschen, die unter dem sogenannten Metabolischen Syndrom leiden: Blutdruck, Blutfette und Gewicht sind zu hoch, der Zuckerstoffwechsel gestört. Australische Forscher haben jetzt anhand der Daten von 2013 Patienten mit Metabolischem Syndrom am Computer modelliert, was der Verzehr einer Tafel dunkler Schokolade täglich bewirken könnte: Bei 10 000 Personen ließen sich in einem Zeitraum von zehn Jahren 85 Schlaganfälle oder Herzinfarkte verhindern, von denen 15 tödlich geendet hätten.

„Der Kakao in dunkler Schokolade ist besonders reich an Flavonoiden, die für ihre Schutzwirkung auf Herz und Kreislauf bekannt sind“, erläutert DGIM-Generalsekretär Professor Dr. med. Ulrich R. Fölsch aus Kiel. Forscher erklären sich das so: Flavonoide wirken im Körper als Antioxidans, indem sie freie Sauerstoffradikale auffangen, die als zellschädigend gelten.

In den letzten Jahren haben mehrere Studien gezeigt, dass der Verzehr von dunkler Schokolade einen erhöhten Blutdruck senken kann. Mehr noch: Trotz des hohen Fettgehalts wirkt dunkle Schokolade auch günstig auf den Cholesterinwert. Die Effekte sind zwar gering, so Professor Fölsch: „Der Blutdruck sinkt um wenige Millimeter Hg und die Cholesterinwerte werden durch Schokolade allein nicht normalisiert“. Doch auf die Dauer könne der Verzehr einen Beitrag zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen leisten. Am stärksten profitieren Menschen mit einem Metabolischen Syndrom. „Sie sind zwar noch nicht spürbar krank, gehen aber auf Dauer ein erhöhtes Risiko ein, an Diabetes zu erkranken, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden“, sagt der Internist.

Dunkle Schokolade könnte einen Beitrag dazu leisten, diesen Erkrankungen vorzubeugen. Die Forscher haben deshalb auch berechnet, wie viel die Krankenkassen dadurch einsparen würden: Pro Person und Jahr könnten sie umgerechnet 31 Euro für Werbung, Erziehung oder die Subventionierung von dunkler Schokolade ausgeben. Trotzdem sparten sie Geld, weil die Folgekosten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sänken.

„Dies mag nicht nach einem allzu ernst zu nehmendem Ansatz klingen“, sagt Professor Fölsch, „doch es wäre durchaus wünschenswert, wenn die tägliche Schokolade Menschen mit Metabolischem Syndrom motivieren würde, insgesamt weniger Kalorien zu sich zu nehmen und sich mehr zu bewegen.“ Davon abgesehen warnt Professor Fölsch vor Missverständnissen: Die von den meisten Menschen favorisierte Milchschokolade oder weiße Schokolade enthalten kaum oder gar keinen Kakao. Voraussetzung für eine schützende Wirkung ist ein Anteil von mindestens 60 Prozent. Der Kakaogehalt steht auf der Verpackung.

Literatur:

Zomer E, Owen A, Magliano DJ, Liew D, Reid CM. The effectiveness and cost effectiveness of dark chocolate consumption (…)

BMJ 2012; 344: e3657;http://www.bmj.com/content/344/bmj.e3657?etoc=

Kontakt für Journalisten:

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
Pressestelle
Anna Julia Voormann
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70451 Stuttgart

Berliner Büro im Langenbeck Virchow-Haus:

Luisenstraße 59

10117 Berlin
Tel: 0711 8931-552
Fax: 0711 8931-167
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Deutsche Rentenversicherung fordert Anpassung des Reha-Budgets bereits ab 2013

Bamberg, 26. Juni 2012

Die Fortschreibung des gesetzlich gedeckelten Budgets für Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung muss bereits ab 2013 erweitert werden. Dies fordert Dr. Hartmann Kleiner, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Rentenversicherung Bund, auf der heute in Bamberg tagenden Vertreterversammlung. Die nach den Plänen der Bundesregierung erst ab 2017 vorgesehene Anpassung des Reha-Budgets komme deutlich zu spät.

Wegen der aktuellen demografischen Entwicklung gebe es immer mehr Menschen, die einer Rehabilitation bedürften, um erwerbsfähig bleiben zu können, so Kleiner. Gesetzliche Regelungen, wie unter anderem die „Rente mit 67“, zielten auf eine längere Lebensarbeitszeit ab und würden damit zu einer wachsenden Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen beitragen. Überdies nähmen chronische Erkrankungen seit Langem zu. Auch die steigende Zahl von psychischen Erkrankungen und Anschlussrehabilitationen nach einer Operation ließen den Reha-Bedarf wachsen. Der wachsende Bedarf an Rehabilitation bleibe bei der geltenden Fortschreibungsregelung für das Budget gegenwärtig jedoch unberücksichtigt, so Kleiner, da allein die Durchschnittsentgelte für die Fortschreibung maßgeblich seien.

Angesichts steigender Antragszahlen sei das gesetzliche Reha-Budget in den Jahren 2010 und 2011 fast vollständig ausgeschöpft worden. Ohne veränderte Fortschreibungsregelung schon ab 2013 sei damit abzusehen, dass in den kommenden Jahren die Einhaltung des Budgets nur durch einen Verzicht auf notwendige Leistungen erreichbar sei. Dies aber würde in der Folge zu einer Zunahme von Erwerbsminderungsrenten führen und den Bemühungen um die Verlängerung der Lebensarbeitszeit entgegenlaufen.

Die gestiegene Inanspruchnahme der Rehabilitation habe nach Kleiners Worten bisher durch noch vertretbare Leistungsanpassungen und Ausschöpfung von Effizienzreserven kompensiert werden können. Dies sei nun aber nicht mehr ausreichend möglich. Notwendig sei deshalb eine Anpassung der Fortschreibungsregelung bereits ab 2013, die zumindest die demografische Entwicklung und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit berücksichtige. Der Druck, Effizienzreserven zu erschließen, bliebe auch mit den zusätzlichen Mitteln weiterhin bestehen.

Kleiner wies auch auf die Vorteile der Rehabilitation für die Menschen und die Gesellschaft hin. In über 85 Prozent aller Fälle führe eine medizinische Rehabilitation zur (Wieder-)Eingliederung ins Berufsleben. Sie verhindere vielfach die Zahlung von Erwerbsminderungsrenten und entlaste zudem die Krankenversicherung.

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Geriatrische Patienten in der Notaufnahme: Mit sechs Fragen identifizieren und Prognose verbessern

(19. Juni 2012)

Die Anzahl älterer und hochbetagter Personen in Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser nimmt zu. Viele dieser Patienten könnten von speziellen altersmedizinischen Konzepten in der Behandlung profitieren. Dafür müssen Sie aber als Geriatrischer Patient identifiziert werden. Ein kurzer Blick auf das Geburtsdatum reicht dafür nicht aus.

Wie erkennt man die Patientengruppe, für die eine geriatrische Versorgung sinnvoll ist? Zu dieser wichtigen Frage liegt jetzt erstmals für Deutschland ein Vorschlag vor, das „Positionspapier zur Identifizierung geriatrischer Patienten in Notaufnahmen in Deutschland“. Dieses wurde gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) sowie der Bundesverband Geriatrie (BVG) vorgelegt.

In den Notaufnahmen der Krankenhäuser arbeiten meist Internisten und Chirurgen, gegebenenfalls auch Neurologen zusammen. Sie versorgen Patienten direkt vor Ort und entscheiden, ob diese in der Klinik bleiben und in welcher Abteilung sie am besten betreut werden sollen. Ob jung oder alt – dieses Kriterium bleibt erst einmal unbeachtet.

Spezielle altersmedizinische Betreuung verbessert die Prognose

„Altersmediziner stehen nur an wenigen Krankenhäusern in der Notaufnahme zur Verfügung, um über die Weiterbehandlung älterer Patienten mitzuentscheiden“, erläutert Priv. Doz. Dr. med. Werner Hofmann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). „Genau das ist ein Problem – es ist nämlich unbestritten, das eine spezielle altersmedizinische Betreuung die Prognose der entsprechenden Patienten erheblich verbessern kann“, ergänzt Dr. med. UIrich Thiem vom Marienhospital Herne, zugehörig zur Ruhr-Universität Bochum. Thiem ist Vorstandsmitglied der DGG und hat zusammen mit Experten des Bundesverbandes Geriatrie e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) e.V. ein Positionspapier zu der Frage erstellt, wie die Ärzte in den Notaufnahmen diejenigen Patienten schnell erkennen, die von einer altersmedizinischen Betreuung profitieren würden.

Geriatrisches Assessment gerechtfertigt

Eine solche geriatrische Versorgung umfasst ein differenzierte Untersuchung funktioneller Fähigkeiten und Probleme des Patienten – das so genannte geriatrische Assessment – und einen darauf basierenden individuellen Behandlungsplan. Geriater, Pflegekräfte, Therapeuten, Sozialarbeiter und andere setzen ihn in der Folge gemeinsam um. „Dieser Zusatzaufwand zum Beispiel gegenüber einer allgemein-internistischen Betreuung ist wirksam und daher auch gerechtfertigt. Allerdings müssen wir dafür geeignete, typische geriatrische Patienten schnell und sicher herausfiltern“, so Thiem.

Geriatrische Patienten identifizieren

Die Expertengruppe hat nach einer Literaturrecherche mehrere Instrumente für diesen Zweck bewertet. Danach gibt es international mit dem so genannten „Identification of Seniors at risk“ (ISAR) die meisten Erfahrungen. „ISAR“ ist ein Fragebogen, bestehend aus sechs Fragen, die sich mit „ja“ oder „nein“ leicht beantworten lassen. „Nehmen Sie jeden Tag mehr als sechs verschiedene Medikamente ein?“ zählt zu den Fragen genauso wie „Waren Sie vor der Erkrankung oder Verletzung, die Sie in die Klinik geführt hat, auf regelmäßige Hilfe angewiesen?“. Jedes „ja“ zählt als ein Punkt, eine Summe von maximal sechs Punkten ist möglich. Ab zwei Punkten besteht mit hoher Wahrscheinlichkeit ein spezieller geriatrischer Handlungsbedarf. „Studien in Deutschland mit ISAR gibt es noch nicht. Wir halten den Fragebogen aber für plausibel und in Deutschland anwendbar“, so Thiem.

DGG empfiehlt ISAR in der Notaufnahme

Die DGG empfiehlt den ISAR-Fragebogen für Patienten über 70 Jahre in den Notaufnahmen einzusetzen. So kann die Betreuung älterer Menschen verbessert werden. „Das gilt natürlich vor allem dort, wo Kliniken nicht bereits ein gut funktionierendes System zur Identifizierung geriatrischer Patienten entwickelt haben“, so Thiem. In einigen Kliniken arbeiteten aktuell sogar Geriater in den Notaufnahmen mit und sorgen dafür, dass die entsprechenden Patienten unkompliziert altersmedizinisch weiterbetreut werden können. „Dies ist aber nur punktuell der Fall. Von einer flächendeckenden Versorgung mit Geriatern in den Klinik-Notaufnahmen sind wir weit entfernt“, so der Altersmediziner.

Geriatrischer Patient in der Notaufnahme auch Thema auf Jahreskongress

Die Frage, wie Kliniken geriatrische Patienten in den Notaufnahmen schnell und effektiv identifizieren können, ist auch Thema auf dem Jahreskongress der DGG vom 12. bis 15. September in World Conference Center in Bonn. Die Fachgesellschaft veranstaltet dieses im deutschsprachigen Raum größte Treffen zum Thema Krankheit und Gesundheit im Alter gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e. V. (DGGG), der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG), der Schweizerischen Gesellschaft für Gerontologie (SGG SSG) sowie der Schweizerischen Fachgesellschaft für Geriatrie (SFGG). Weitere Informationen hierzu finden Sie unter www.geriatriekongress2012.de.

Das „Positionspapier zur Identifizierung geriatrischer Patienten in Notaufnahmen in Deutschland“ steht auf der Homepage der DGG unter www.dggeriatrie für Sie zum Download bereit.

Pressekontakt der DGG

Nina Meckel

medXmedia Consulting

Nymphenburger Str. 19

80335 München
Tel: +49 (0)89 / 230 69 60 69

Fax: +49 (0)89 / 230 69 60 60

E-Mail: presse@dggeriatrie.de

Literatur

Eine spezielle altersmedizinische Versorgung verbessert die Versorgung der Patienten:

Ellis G, Whitehead MA, Robinson D, O’Neill D, Langhorne P. Comprehensive geriatric assessment for older adults admitted to hospital: meta-analysis of randomised controlled trials. BMJ 2011, 343: d6553

Bakker FC, Robben SH, Olde Rikkert MG. Effects of hospital-wide interventions to improve care for frail older inpatients: a systematic review. BMJ Qual Saf 2011, 20: 680-691

Ellis G, Whitehead MA, O’Neill D, Langhorne P, Robinson D. Comprehensive geriatric assessment for older adults admitted to hospital. Cochrane Database Syst Rev 2011: CD006211

ISAR-Fragebogen:

McCusker J, Bellavance F, Cardin S, et al. Detection of older people at increased risk of adverse health outcomes after an emergency visit: the ISAR screening tool. J Am Geriatr Soc 1999, 47: 1229-1237

McCusker J, Bellavance F, Cardin S, Trepanier S. Screening for geriatric problems in the emergency department: reliability and validity. Identification of Seniors at Risk (ISAR) Steering Committee. Acad Emerg Med 1998, 5: 883-893


Fortbildung: Schnittstelle Rehabilitation und Arbeitswelt

Die Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG) veranstaltet am 20. September 2012 in Kassel in Kooperation mit dem Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation e.V. (DVfR) sowie dem Bundesverband ambulanter medizinischer Rehabilitationszentren e.V. (BamR), die Fortbildung „Schnittstelle Rehabilitation und Arbeitswelt“. Themenschwerpunkte werden das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) und die stufenweise Wiedereingliederung sein.

Im Rahmen der beruflich orientierten medizinischen Rehabilitation (MBOR) stehen die Erwerbstätigkeit und die Möglichkeit der Unterstützung einer beruflichen Wiedereingliederung und Teilhabe am Arbeitsleben im Fokus.

Die Empfehlungen und Anzahl durchgeführter Stufenweiser Wiedereingliederungen nach medizinischer Rehabilitation nehmen in den letzten Jahren in großem Umfang stetig zu. Das Wissen um die rechtliche Verortung der Stufenweisen Wiedereingliederung, ein systematischer Überblick zur aktuellen Rechtsprechung sowie die Auswirkungen der Neuregelung seit dem 1.9.2011 sind zentrale Themen.

Es besteht einerseits Bedarf und Interesse an der Umsetzung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM), andererseits wirft die Umsetzung des BEM in den Betrieben und Institutionen noch immer vielfältige Probleme auf. Anhand von Beispielen aus der Rechtsprechung wird deutlich, dass die Umsetzung des § 84 SGB IX bislang unzureichend ist.

Die gemeinsamen Servicestellen und Integrationsämter sind ebenfalls mit der Thematik BEM beschäftigt und halten eigenständige Beratungs- und Unterstützungsangebote bereit.

Durch das BEM entwickelt sich in Deutschland eine neue Dienstleistung im Gesundheitsmanagement. Soziale Arbeit in der medizinischen Rehabilitation kann hier ihre Expertise einbringen. Sie bereitet den Rehabilitanden auf das BEM vor und kann im Rahmen der Reha-Nachsorge eine Wiedereingliederung optimal begleiten: „Rehabilitation aus einer Hand“.

Anmeldeschluss: 30.08.2012

Weitere Informationen und Anmeldung unter:
DVSG-Bundesgeschäftsstelle
Haus der Gesundheitsberufe
Alt-Moabit 91
10559 Berlin

Telefon: 030  39 40 64 54-0
Fax: 030  39 40 64 54-5

E-Mail: info@dvsg.org

Online-Anmeldung: www.dvsg.org (Veranstaltungen – DVSG-Fortbildungsseminare)

Das Programm mit Anmeldeformular finden Sie hier zum Download:
Programm

Organisatorische Hinweise:
Tagungsort:
Anthroposophisches Zentrum Kassel e. V.
Wilhelmshöher Allee 261
34131 Kassel

Kosten:
50,- EURO für Mitglieder der DVSG
80,- EURO für Nicht-Mitglieder


Schillinger zu aktuellen Entwicklungen bei der Deutschen Rentenversicherung Bund

Bamberg. Herbert Schillinger, Direktor bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, informierte die Mitglieder der heute in Bamberg tagenden Vertreterversammlung über die Antragsentwicklung im Bereich Rente und Rehabilitation, den aktuellen Arbeitsstand bei den Arbeitgeberprüfungen und der Riester-Rente sowie über Entwicklungen in der Informationstechnik.

Entwicklung von Neuanträgen

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres seien laut Schillinger rund 256.000 Rentenneuanträge bei der Deutschen Rentenversicherung Bund eingegangen. Das seien fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Im Bereich der Leistungen zur medizinischen Rehabilitation bewege sich die Zahl der Neuanträge mit 362.000 auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. Bei den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, den berufsfördernden Maßnahmen, sei mit 54.000 Neueingängen eine leichte Steigerung der Anträge zu verzeichnen.

Arbeitgeberprüfungen durch die Deutsche Rentenversicherung Bund

Bis Mai 2012 seien von der Deutschen Rentenversicherung Bund Betriebsprüfungen bei 154.000 Arbeitgebern durchgeführt und im Zuge derer Sozialversicherungsbeiträge und Säumniszuschläge in Höhe von rund 181 Millionen Euro erhoben worden.

Riester-Rente

Von Januar bis Mai 2012 seien bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) rund 16 Millionen Zulageanträge eingegangen. Dies entspreche einem Anstieg um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Anlässlich des letzten Zahltermins am 16. Mai 2012 sei laut Schillinger die bisher höchste Auszahlungssumme von 2,4 Milliarden Euro zur Auszahlung gekommen.

Neue IT-Entwicklungen

Mit der Entwicklung eines neuen IT-Systems stehe die Deutsche Rentenversicherung in den nächsten Jahren vor einer großen Aufgabe. Dieses solle ab dem Jahr 2013 bei allen Rentenversicherungsträgern eingesetzt werden. Hierzu sei es nötig, rund 67 Millionen Versichertenkonten bei der Deutschen Rentenversicherung Bund in das Datenformat des neuen IT-Systems zu übertragen. Damit werde die Grundlage für die Weiterentwicklung der technischen Verfahren in Richtung einer stärkeren Automatisierung der Geschäftsprozesse geschaffen.

Papierlose Verwaltung

Vorrangiges Ziel der Deutschen Rentenversicherung Bund sei es, Geschäftsprozesse papierlos zu gestalten und damit den weiteren Zulauf an Papier in die Archive zu verringern. Elektronische Verwaltungsabläufe existierten bereits in der ZfA, die die Riester-Zulagen berechnet und auszahlt, und im Bereich der medizinischen Rehabilitation. Es sei vorgesehen, die elektronischen Verfahren auch auf die Bereiche Versicherung und Rente auszuweiten, so Schillinger.

Pressekontakt:

Dr. Dirk von der Heide
Tel.: 030 865 89178
Fax:  030 865 27379
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Der Aufbau Mobiler Rehabilitation – Ein praxisorientierter Kurs für Interessierte und Gründungswillige

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mobile Rehabilitation e.V. veranstaltet vom 31. August bis 1. September 2012 in Heidelberg ein Seminar „Der Aufbau Mobiler Rehabilitation – Ein praxisorientierter Kurs für Interessierte und Gründungswillige“.

Eine Rahmenempfehlung zur mobilen geriatrischen Rehabilitation ist seit dem 1. Mai 2007 in Kraft. Sie wird präzisiert in den Umsetzungshinweisen vom 1. Mai 2010. Inzwischen liegen Erfahrungen aus Verhandlungen mit den Krankenkassen zur Errichtung von Einrichtungen zur Mobilen Rehabilitation vor. In Woltersdorf, Karlsruhe, Marburg, Bad Kreuznach, Bad Neuenahr, Chemnitz, Wiesbaden, Berlin (Johannesstift, Median Klinik) u.a. wurden diese Verhandlungen inzwischen positiv abgeschlossen.

Um den Trägern, die Mobile Rehabilitation anbieten wollen, die Gründung einer solchen Einrichtung der ambulanten Rehabilitation zu erleichtern und die bisherigen Erfahrungen nutzbar zu machen, veranstaltet die BAG MoRe am 21. Und 22. September 2012 erneut einen Kurs, in dem die zentralen Aspekte der Mobilen Rehabilitation ganz praktisch erläutert werden. Der Kurs gibt, wie es in den sehr erfolgreich verlaufenen Vorläuferkursen in den vergangenen Jahren praktiziert wurde, Hilfestellung zur Entwicklung eines bedarfsgerechten und verhandlungsfähigen Rehabilitationskonzeptes sowie einer sachgerechten und ökonomisch tragfähigen Organisation Mobiler Rehabilitation.

Die Teilnehmerzahl ist auf ca. 20 -25 Teilnehmer (Mindestteilnehmerzahl 16 Personen) begrenzt. Die Teilnehmer erhalten vorab die Rahmenempfehlung (nur per E-Mail), und nach dem Kurs die Vorträge (auf CD-ROM).

Die Kosten betragen für Mitglieder der BAG MoRe 250 €, für Nichtmitglieder 300 €. Darin sind Tagungsunterlagen, Tagungsgetränke und die Tagungsverpflegung ohne Abendessen am Freitag und ohne Frühstück am Samstag eingeschlossen.

Tagungsort ist  das Forum am Park Heidelberg des DPWV, Poststraße 11, 69115 Heidelberg, Telefon 06221/7262-160

Heidelberg ist per Zugfahrt und per PKW leicht zu erreichen. Eine Anfahrtsskizze wird mit den Unterlagen mit der Anmeldebestätigung versandt, ebenfalls Hinweise zur Unterkunft.

Unterkunft im selbst gebuchten Hotel

Weitere Informationen unter:
BAG MoRe
c/o Regina Andres
Mobiler Rehabilitationsdienst
Waldemarstr. 28 b
55543 Bad Kreuznach

Telefon:  0671 605 38 72 (Vormittags 8.3o- 12.3o Uhr)
0671 605 36 16 (Di, Mi, Do Nachmittags 13.oo- 16.3o Uhr)
Fax: 0671 605 34 41

E-Mail: andresre@kreuznacherdiakonie.de

Der Teilnehmerbeitrag ist vorab unter dem Stichwort „Aufbaukurs Oktober 2010 Hamburg“ auf folgendes Konto einzuzahlen:

Kontoinhaber:    BAG Mobile Rehabilitation e. V.
Konto Nummer:   011 600 400
BLZ:  590 700 70
Deutsche Bank Saarbrücken

Tritt der Teilnehmer zurück, so fallen bei Rücktritt bis 17. August 2012 Stornogebühren in Höhe von 150,00 € (Nichtmitglieder) und 100,00 € (Mitglieder). Bei Abmeldungen ab dem 24. August 2012 fallen die vollen Teilnahmegebühren an. Der zurückgetretene Teilnehmer erhält aber in beiden Fällen die CD-ROM mit den Tagungsunterlagen.

Die BAG Mobile Rehabilitation e.V. behält sich vor, den Kurs bei zu geringer Teilnehmerzahl (unter 16 Personen) zu stornieren. Gezahlte Tagungsbeiträge werden dann zurückerstattet.

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www.dvfr.de



Kein Persilschein für Korruption bei Ärzten

Berlin. Der Große Senat für Strafsachen beim Bundesgerichtshof hat entschieden: Niedergelassene Kassenärzte, die von einem pharmazeutischen Unternehmen Vorteile als Gegenleistung für die Verordnung von Arzneimitteln dieses Unternehmens entgegennehmen, machen sich nach dem geltenden Strafrecht nicht strafbar. Es sei Aufgabe des Gesetzgebers durch Schaffung entsprechender Straftatbestände, eine effektive strafrechtliche Ahndung bestimmter Verhaltensweisen zu sanktionieren.

„Diese Entscheidung ist kein Persilschein für korruptives Verhalten“, betont Kai Christian Bleicken, Geschäftsführer des AKG e.V.. Er weist mit Nachdruck darauf hin, dass die dem Ausgangsverfahren zugrunde liegenden Verhaltensweisen – insbesondere auch aus wettbewerbsrechtlichen Gründen – zu missbilligen sind. Es könnten z. B. berufsrechtliche Konsequenzen in Erwägung gezogen werden. „Jetzt ist die Selbstverwaltung besonders gefordert, um Fehlverhalten zu vermeiden und gegebenenfalls entschieden zu sanktionieren“ sagt Bleicken. Der AKG, der als eine der Selbstkontrolleinrichtungen der pharmazeutischen Industrie fungiert ist eine wichtige Säule für eine gesetzeskonforme und lautere Zusammenarbeit der Industrie mit den medizinischen Fachkreisen. Die Mitgliedsfirmen unterwerfen sich alle einem strengen Verhaltenskodex, der bei Strafandrohung jegliche Form der Bestechung oder der Vorteilsgewährung in Zusammenhang mit Verordnungsleistungen verbietet.

Das Vertrauen des Patienten in eine unbeeinflusste Therapie ist eine entscheidende Grundlage in unserem Solidarsystem. Die lautere und faire Zusammenarbeit von Industrie und Ärzteschaft muss dieses Vertrauen stützen. Es ist insbesondere auch dem Informationsaustausch dieser „Leistungserbringer“ zu verdanken, dass das Gesundheitswesen stetig weiter entwickelt werden kann.

Der AKG wurde im November 2007 gegründet und ist die mitgliederstärkste Organisation der freiwilligen Selbstkontrolle im Bereich der pharmazeutischen Industrie. Für den AKG hat die Einhaltung kodifizierter Wettbewerbs- und Verhaltensregeln nach dem praxisorientierten Grundsatz ‚Prävention vor Sanktion‘ oberste Priorität. Als Einrichtung der Selbstkontrolle der pharmazeutischen Industrie unterstützt der AKG seine Mitglieder dabei, für ein transparentes und faires Unternehmensverhalten in der Zusammenarbeit der Pharmaindustrie mit den medizinischen Fachkreisen zu sorgen. Das Verfahren der internen Selbstkontrolle schließt insbesondere die Beratung und die Mediation, aber auch die Sanktion von vereinsinternen Verstößen gegen die AKG-Verhaltenskodizes ein.

Pressekontakt:

Kai Christian Bleicken

Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen AKG e.V.
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