April, 2012

 

Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
Pressemitteilung Nr. 8/12
30. April 2012

Delegiertenkonferenz des BDP kündigt Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der psychischen Gesundheit an

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen hat am 29. April auf seiner Delegiertenkonferenz in Göttingen die weitreichende Bedeutung der Erhaltung von Gesundheit betont. Er forderte die Verantwortungsträger in Politik und Gesellschaft auf, dafür nachhaltige Maßnahmen zu ergreifen. Die Psychologenschaft will und kann dazu in erheblichem Maße beitragen. So kündigte der BDP an, auf der Basis seines Berichts zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz (2008) die breite Implementierung eines Gesundheitsmanagements in Unternehmen zu fördern. Dem sollen unter anderem der diesjährige Bericht des Verbandes zu den psychologischen Faktoren der großen Volkskrankheiten dienen sowie eine Reihe weiter Informationsmaterialien, darunter praktikable Checklisten zum kontinuierlichen betrieblichen Gesundheitsmanagement, Register für diesen Bereich mit Gesundheitspsychologen, Coaches, Stress- und Entspannungsexperten.
Auch durch politische Aktivitäten will der BDP dazu beitragen, Institutionen im Arbeitsschutz und die zuständigen Ministerien bezüglich dieses Themas stärker zu sensibilisieren.
Anlass dafür sind zum einen die steigenden Zahl von diagnostizierten psychischen Erkrankungen zum anderen aber auch die wachsenden Belastungen sowohl am Arbeitsplatz als auch im familiären Umfeld, denen man mit psychologischen Maßnahmen begegnen und die Entwicklung krankheitswertiger Störungen dadurch verhindern kann.
Neben der Unterstützung von Einzelnen – z.B. im Stressmanagement – oder von Gruppen – z.B. zu Kommunikationsabläufen in Unternehmen und zur Verbesserung des Teamklimas – ist aus Sicht des BDP die permanente organisationspsychologische Entwicklung das wesentliche Potenzial. „Es wird viel über Burnout geredet, aber viel zu wenig über die Phase lange vor der Entstehung einer massiven psychischen Erkrankung“, so BDP-Präsidentin Sabine Siegl. Die Bereitschaft von Unternehmen, sich auf dem Gebiet des Gesundheitsmanagements zu engagieren sei groß, worin die Schritte jedoch im Einzelnen bestehen sollten, sei vielen nicht bewusst. Deshalb werde auf einen bunten Strauß von Maßnahmen zugegriffen, dessen Effizienz für die gesundheitliche Stabilisierung von Menschen nicht immer erwiesen sei. Es geht durchaus nicht nur um ergonomisches Sitzen und ausreichende Pausen, sondern auch um die Transparenz von Abläufen, Entscheidungsspielräume und Partizipationsmöglichkeiten sowie um passgenaue Personalauswahl, so Siegl. Würden Positionen falsch besetz, sei die Überforderung vorprogrammiert.
Viele Wirtschaftsunternehmen, so hieß es auf der Delegiertenkonferenz des Verbandes, täten sich schwer damit, diesen Herausforderungen strukturell zu begegnen. Der BDP sieht es daher als eine wichtige Aufgabe an, Arbeitgeber mit grundlegenden Informationsmaterialien und spezifischen Instrumenten auszustatten.

Mit freundlichen Grüßen
Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin
Tel. 030 – 209 166 620
c.schaffmann@bdp-verband.de


Gesundheitsexperte Prof. Dr. Rolf Rosenbrock neuer Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes

Berlin. Die Mitgliederversammlung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hat den renommierten Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Rolf Rosenbrock zum neuen Vorsitzenden des Verbandes gewählt. Er folgt damit auf Dr. Eberhard Jüttner, der nicht mehr kandidierte.

Prof. Dr. Rolf Rosenbrock (66), der den Vorsitz des Paritätischen ehrenamtlich ausübt, ist seit mehr als 35 Jahren in der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Gesundheitsforschung tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen. Seit 1995 leitet er die Forschungsgruppe „Public Health“ im Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (WZB) Berlin. Dem Paritätischen und seinen Mitgliedsorganisationen ist Prof. Rosenbrock seit Jahrzehnten eng verbunden, u.a. durch sein Engagement für die Deutsche AIDS-Hilfe sowie als Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit Berlin-Brandenburg, die jährlich den Kongress „Armut und Gesundheit“ organisiert. In vielfältigen Funktionen war er als politischer Berater aktiv, u.a. als Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen sowie aktuell als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Mitglied in der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer.

In seiner Antrittsrede kündigte Prof. Rosenbrock an, das Profil des Verbandes als „Wächter in sozialen Fragen“ weiter schärfen zu wollen: „Das Lebensthema meiner Arbeit ist die Verminderung sozial und gesundheitlich bedingter Ungleichheit von Lebenschancen und die Förderung von Teilhabe. Wir erleben einen Prozess wachsender Spaltung, zugleich lockern sich soziale Bindungen und Netze, das gesellschaftliche Bindegewebe erodiert. Darauf kann sinnvoll nur in Vielfalt geantwortet werden und das ist die besondere Stärke des Paritätischen. Es ist sein Auftrag, Vielfalt nicht nur als Element lebendiger Demokratie wertzuschätzen, sondern sie zu entwickeln, fruchtbar zu machen und die Rahmenbedingungen dafür zu verbessern. Daran mitzuwirken und für eine inklusive, solidarische Politik zu werben, das interkulturelle Verständnis auszubauen und Teilhabe und Selbstgestaltung zu fördern, ist mein Anliegen.“

Der Paritätische Wohlfahrtsverband ist mit über zehntausend selbständigen Mitgliedsorganisationen einer der größten Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland.

Pressekontakt:

Gwendolyn Stilling, Tel. 030/24636305, pr@paritaet.org

Neue medizinische Spitze tritt Dienst in der RHM-Klinik Hohenlohe an

Deidesheim/Bad Mergentheim. Nach dem erfolgreichen Wechsel zur RHM-Klinikgruppe in Deidesheim nimmt die Klinik Hohenlohe in Bad Mergentheim auch medizinisch neue Fahrt auf. Mit Dr. med. Annette Kurrle und Dr. med. Jürgen Kußmann werden ab Anfang Mai gleich zwei erfahrene medizinische Fachkräfte als neue Chefärzte die Geschicke der Klinik Hohenlohe leiten.

Dr. med. Annette Kurrle (48), Fachärztin für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie aus Bad Mergentheim wird künftig Chefärztin der Gastroenterologischen Abteilung an der Klinik Hohenlohe und Nachfolgerin von Dr. Lukas André. Die erfahrene Medizinerin schloss 1992 ihr Studium der Humanmedizin an der Universität Tübingen ab und begann ihre berufliche Laufbahn in der Inneren Abteilung des Kreiskrankenhauses Tuttlingen. Nach Assistenzarztjahren an Kliniken in Donaueschingen, Königsfeld, Rottweil und Bietigheim ging sie 2001 als Fachärztin für Innere Medizin an die Reha-Klinik Ob der Tauber in Bad Mergentheim. Dort übernahm sie 2005 die oberärztliche Leitung der onkologischen Abteilung, die sie maßgeblich mit auf- und ausbaute. Drei Jahre später wechselte sie als Oberärztin an das Krankenhaus nach Wertheim. Ab 2010 arbeitete Frau Dr. Kurrle freiberuflich als Gutachterin und nahm leitende Vertretungstätigkeiten an unterschiedlichen Kliniken wahr. In den letzten Jahren hat Frau Dr. Kurrle die Zusatzbezeichnungen Sozialmedizin, Diabetologie und Notfallmedizin erworben sowie den Schwerpunkt Gastroenterologie.

Dr. med. Jürgen Kußmann (53), Arzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Diplom Ökonom im Gesundheitswesen tritt die Nachfolge von Chefarzt der Orthopädie Dr. Hans Vüllers an, der im November 2011 in Ruhestand ging. Dr. Kußmann studierte Humanmedizin an der Universität Heidelberg / Mannheim. Seit 1984 war er zunächst Assistenzarzt u.a. an den Krankenhäusern Bruchsal, Baden-Baden, Karlsruhe-Rüppurr. Als Arzt für Chirurgie und Unfallchirurgie arbeitete er an der BG-Unfallklinik Ludwigshafen, bevor er dann als unfallchirurgischer Oberarzt zunächst in Stuttgart, dann 11 Jahre lang an den Neckar-Odenwald-Kliniken Buchen, zuletzt Mosbach in der stationären Akutversorgung tätig war. In dieser Zeit war er 20 Jahre lang Notarzt, zeitweise auch leitender Notarzt. Zug um Zug erarbeitete er sich die Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin, Physikalische Therapie, Chirotherapie (wobei er diesbezüglich u.a. Schüler von Dr. Vüllers war), zuletzt Sozialmedizin. Vor seinem Wechsel nach Bad Mergentheim war Dr. Kußmann mehr als drei Jahre lang leitender Oberarzt / Bereichsleiter BGSW (berufsgenossenschaftlich stationäre Weiterbehandlung) an der Fachklinik Falkenburg in Bad Herrenalb.

Wichtiger Schritt für die gesicherte Zukunft der Klinik

„Wie freuen uns, mit Dr. Annette Kurrle und Dr. Jürgen Kußmann zwei medizinische Führungskräfte gefunden zu haben, die mit ihren Qualifikationen hervorragend zum therapeutischen Profil der Klinik passen und deren Wissen sich im Rahmen des multiprofessionellen und integrativen Behandlungskonzepts der Klinik ideal ergänzt,“ so Dr. André Schmidt, Geschäftsführer der RHM Klinikgruppe in Deidesheim, „Die Neubesetzung der beiden vakanten Stellen ist für uns ein wichtiges Signal für den Neuanfang. Wir haben damit einen weiteren Schritt in die gesicherte Zukunft der Klinik Hohenlohe getan und durch die hochkarätige Besetzung der Chefarzt-Positionen die hohe Qualität der Behandlung in unserem Haus deutlich unterstrichen.“

Kompetenz im starken Verbund der RHM-Klinikgruppe

Die RHM Klinikgruppe zu der die Klinik Hohenlohe mit ihren  201 Betten in den Indikationsbereichen Orthopädie und Gastroenterologie gehört, ist eines der führenden deutschen Gesundheitsunternehmen, besitzt und betreibt an acht Standorten Akutkliniken, Rehabilitationskliniken sowie Alten- und Pflegeheime. Die Klinikgruppe verfügt über insgesamt rund 2.100 Behandlungsplätze in 22 operativen Klinik- und Pflegebetrieben. Von der Therapieerfahrung und den hohen Qualitätsmaßstäben der über 1.300 Beschäftigten profitieren vor allem chronisch kranke Menschen. Das Unternehmen erbringt sowohl stationäre als auch ambulante Gesundheitsdienstleistungen. Durch diese interdisziplinäre Vernetzung ist es der RHM Klinikgruppe gelungen, sich als einer der medizinisch führenden, integrierten Gesundheitsunternehmen in Deutschland zu etablieren.

Kontakt und Nachfragen:

RHM Kliniken und Pflegeheime
Liane Kunz
Weinstraße 1
67146 Deidesheim
Tel. 06326/7009-12
Fax: 06326/7009-99
Email: l.kunz@rhm-kliniken.de
www.rhm-kliniken.de


Michalk: Disability Manager öffnen Türen zwischen Arbeitgebern und Menschen mit Behinderung

Berlin, 26.4.2012. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist ein wertvolles Instrument zur beruflichen Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderung nach § 84 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX). Damit es in der Praxis stärker als bisher angewendet wird, brauchen Betriebe mehr qualifizierte Unterstützung. Dazu erklärt die Behindertenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Michalk:

Mit Hilfe des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) sollen Menschen mit einer Behinderung nach Unfall oder Krankheit schrittweise wieder in ihren alten Beruf zurückkehren. Doch nicht alle Betriebe machen davon Gebrauch. Dabei hätten sie Vorteile, wenn sie die bestehenden Angebote besser ausschöpfen. So können zertifizierte „Disability Manager“ – das sind umfassend geschulte Experten – Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Behinderung sowie ihren Arbeitgebern beim oftmals schwierigen beruflichen Wiedereinstieg nach Unfall oder Krankheit helfen.

„Disability Manager“ begleiten, informieren und motivieren alle Beteiligten im Unternehmen, klären Fragen rund um den barrierefreien Arbeitsplatz oder leiten Präventionsmaßnahmen ein. Ziel ist es, die Anforderungen im Job auf die Fähigkeiten des einzelnen Mitarbeiters abzustimmen. Für alle Beteiligten entsteht so eine Win-Win-Situation: Das Unternehmen spart langfristig, wenn es in die Prävention der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bleiben in Beschäftigung, auch wenn sie in ihren Fähigkeiten eingeschränkt sind. „Disability Management“ ist für die betriebliche Wiedereingliederung eine effiziente Stütze, die von mehr Unternehmen genutzt werden muss.

Kontakt:

Maria Michalk MdB
Büro im Deutschen Bundestag
Tanja Ergin
Referentin für Behindertenpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel.: (030) 22 77 33 30
Fax: (030) 22 77 66 81
E-Mail: maria.michalk@bundestag.de


Grüße und Hilfe für Mütter: Grüße zum Muttertag vom Müttergenesungswerk

Pressemitteilung

Berlin, 26. April 2012. Pünktlich zum Muttertag und zum Beginn der bundesweiten Spendensammlungen des Müttergenesungswerkes startet die neue Grußkartenaktion des Müttergenesungswerkes. Auf der Homepage der gemeinnützigen Stiftung kann sich Jede und Jeder eine Grußkarte auswählen und mit seinem persönlichen Muttertagsgruß für eine liebe Person versehen. Das Müttergenesungswerk schickt als Dank für eine Spende die Karte rechtzeitig zum Muttertag an die Mütter, Großmütter oder die Partnerinnen.

„Denken Sie an Ihre Mütter!“, wirbt Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes in Berlin. „Alle können zugleich Gutes tun. Sie verschicken Ihre persönliche Grußbotschaft und die Spenden helfen uns, Müttern zu helfen. Herzlichen Dank!“

Und so einfach geht‘s:

  1. www.muettergenesungswerk.de aufrufen
  2. Kartenmotiv auswählen
  3. Persönliche Grußbotschaft formulieren
  4. Spenden

Die Aktion bildet den Auftakt der diesjährigen Haus- und Straßensammlungen des Müttergenesungswerkes. Tausende Ehrenamtliche in Vereinen, Kirchengemeinden, Frauengruppen, sowie auch Schülerinnen und Schüler und VertreterInnen in kommunalen Verwaltungen und Schulen werben in den Tagen rund um den Muttertag um Spenden für das Müttergenesungswerk. Die Wohlfahrtsverbände als Trägergruppen des Müttergenesungswerkes oder auch Ortsausschüsse für Müttergenesung organisieren vor Ort sind die Sammlungen zuständig.

Allein im letzten Jahr konnten so rund 590.000 Euro gesammelt werden. Damit konnte vielen Müttern und Kindern direkt mit Zuschüssen bei der Durchführung der Maßnahme geholfen werden. Mütter konnten außerdem an den wichtigen Nachsorgeangeboten der rund 1.400 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände im Müttergenesungswerk teilnehmen. Viele Mütter und MultiplikatorInnen wurden informiert und beraten. Für all dies sammelt das Müttergenesungswerk auch in diesem Jahr Spenden.

Weitere Informationen zu den Spendensammlungen sowie den Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen unter: www.muettergenesungswerk.de oder Kurtelefon: 030 330029-29

Kontakt: Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk

Bergstraße 63, 10115 Berlin
Katrin Goßens, Tel.: 030 330029-14

presse@muettergenesungswerk.de, www.muettergenesungswerk.de


RHÖN-KLINIKUM AG bestätigt Erhalt der Ankündigung eines öffentlichen Übernahmeangebots

Bad Neustadt a. d. Saale, den 26. April 2012 — Die Fresenius SE hat heute der Gesellschaft mitgeteilt, dass sie beabsichtigt, den Aktionären der RHÖN-KLIKIKUM AG ein öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche ausstehende Aktien der Gesellschaft gegen Zahlung einer Geldleistung in Höhe von 22,50 Euro je Aktie zu unterbreiten. Sobald das Unternehmen das Angebot der Fresenius SE erhalten hat, werden Vorstand und Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG dieses Angebot sorgfältig prüfen und eine ausführliche Stellungnahme nach § 27 WpÜG veröffentlichen. Diese Stellungnahme wird sich nicht nur auf die Angemessenheit des Preises beziehen, sondern auch auf die Frage, ob das Angebot auch das Unternehmensinteresse und damit insbesondere auch die berechtigten Interessen der Arbeitnehmer wahrt.


Die RHÖN-KLINIKUM AG ist einer der größten Gesundheitsdienstleister in Deutschland. Unternehmensziel ist qualitativ hochwertige Medizin für jedermann. Aktuell gehören zu unserem Konzern bundesweit 53 Kliniken an 43 Standorten sowie 39 Medizinische Versorgungszentren. Wir beschäftigen mehr als 39.000 Mitarbeiter. In den Einrichtungen des Klinikverbunds wurden im Geschäftsjahr 2011 mehr als 2,2 Millionen Patienten behandelt.
Weitere Informationen unter: www.rhoen-klinikum-ag.com.


Ihr Kontakt:

Hering Schuppener Unternehmensberatung für Kommunikation
Folker Dries
Mainzer Landstraße 41
60329 Frankfurt am Main
Telefon: 069 92.18.74 26
Telefax: 069 92.18.74 40
E-Mail: fdries@heringschuppener.com

RHÖN-KLINIKUM AG
Dr. Kai G. Klinger
Leiter Investor Relations
Schlossplatz 1
97616 Neustadt a. d. Saale
Telefon: 09771 65-1318
Telefax: 09771 99-1736
E-Mail: kai.klinger@rhoen-klinikum-ag.com


HELIOS und Rhön-Klinikum sollen ein Unternehmen werden

  • Fresenius wird  Angebot zum Erwerb der Rhön-Aktien unterbreiten
  • Patienten profitieren künftig von einheitlich hohen Qualitätsstandards in einem bundesweit integrierten Kliniknetzwerk
  • Flächendeckende Präsenz als Basis neuer Versorgungsangebote

Berlin, 26. April 2012 – Die privaten Klinikkonzerne HELIOS und Rhön-Klinikum sollen zu einem Unternehmen zusammengeführt werden. Dazu wird Fresenius den Aktionären der Rhön Klinikum AG ein Angebot für den Kauf der Aktien unterbreiten. Durch den Zusammenschluss von HELIOS und Rhön entsteht in Deutschland ein nahezu flächendeckender Klinikbetreiber mit mehr als 120 Kliniken. Das neue Klinikunternehmen HELIOS-Rhön bietet Patienten ambulante wie stationäre Akutmedizin, Rehabilitation und Pflege.

Patienten profitieren von einheitlichen hohen Qualitätsstandards und einem engen gemeinsamen Klinik-Netzwerk in ganz Deutschland. Mit HELIOS-Rhön entsteht der erste flächendeckende und mit vollständigem medizinischen Leistungsspektrum aufgestellte Klinikverbund: Für 75 Prozent der deutschen Bevölkerung wird künftig eine Klinik von HELIOS-Rhön in weniger als einer Stunde erreichbar sein.

Rhön-Klinikum ist einer der größten Klinikbetreiber in Deutschland. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro und ein Konzernergebnis von 161 Millionen Euro. Zu Rhön-Klinikum gehören 53 Kliniken mit rund 16.000 Betten sowie 39 Medizinische Versorgungszentren. Im Jahr 2011 wurden mehr als 2,2 Millionen Patienten behandelt.

Der Zusammenschluss wird neue Versorgungsangebote für Patienten ermöglichen: Mit einheitlich hohen Qualitätsstandards und Qualitätstransparenz wird HELIOS-Rhön für seine Patienten optimal aufeinander abgestimmte Behandlungsabläufe und kurze Wartezeiten realisieren.

„Der Zusammenschluss mit Rhön-Klinikum bietet große Chancen. Wir  können nicht nur  von den Stärken des anderen lernen und weitere Qualitätsverbesserungen und Kostenvorteile realisieren. Die Erfahrung beider Unternehmen im Betreiben von Krankenhäusern sowie die Bündelung der medizinischen wie pflegerischen Expertise bieten zusätzliche hervorragende Perspektiven für unsere Patienten. Erstmals entsteht mit der flächendeckenden Präsenz im deutschen Gesundheitsmarkt für uns die Möglichkeit,  neue integrierte Versorgungsangebote zu entwickeln. Wir möchten gemeinsam mit den Krankenkassen und den niedergelassenen Ärzten künftig auch neue Ideen entwickeln, um eine bestmögliche, lückenlose medizinische Versorgung für unsere Patienten in der Stadt wie auf dem Land sicherzustellen“, so der Vorsitzende der HELIOS Geschäftsführung, Dr. Francesco De Meo.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 75 eigene Kliniken, darunter 51 Akutkrankenhäuser mit sechs Maximalversorgern in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin und Wuppertal sowie 24 Rehabilitationskliniken. Darüber hinaus hat die Klinikgruppe 31 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Reha-Zentren und zwölf Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der HELIOS Konzernzentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 2,7 Millionen Patienten, davon mehr als 750.000 stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 23.000 Betten und beschäftigt über 43.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2011 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

Pressekontakt
Constanze von der Schulenburg
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Konzernsprecherin
Telefon:         (030) 521 321-522
Mobil:        (0172) 685 02 05
E-Mail:           constanze.schulenburg@helios-kliniken.de


Qualitätsfortschritte in der Pflege – Medizinischer Dienst veröffentlicht 3. Pflege-Qualitätsbericht

Essen / Berlin. Die Qualität der Pflege in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten hat sich verbessert. Das zeigt der dritte Pflege-Qualitätsbericht, den der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) und der GKV-Spitzenverband am 24. April in Berlin vorstellten. Vor allem bei der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung sowie im Umgang mit Menschen mit Demenz gab es Fortschritte im Vergleich zum Bericht aus dem Jahr 2007. Bei anderen Pflegeproblemen – etwa, wenn es darum geht, ein Druckgeschwür zu vermeiden – offenbaren sich jedoch noch Schwächen. Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Einrichtungen, die die Prozessstandards guter Pflege erfüllen, erreichen auch bessere Ergebnisse in der Versorgungsqualität.

„Die gute Nachricht ist, dass sich die Qualität der Pflege positiv weiterentwickelt hat. Die Pflegebedürftigen werden heute besser versorgt als noch vor einigen Jahren. Es gibt aber nach wie vor viel zu tun. Die Tatsache, dass es insgesamt besser geworden ist, heißt nicht, dass es überall gut ist“, so Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes.

„Seit 2008 werden die Pflegeeinrichtungen regelmäßig durch den MDK geprüft. Unsere Auswertungen zeigen, dass sich in dieser Zeit die Qualitätssituation in der stationären wie in der ambulanten Pflege verbessert hat“, so Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS. „Dieser erfreuliche Trend ist das Ergebnis der Qualitätsanstrengungen der Einrichtungen, aber er ist auch der Effekt der MDK-Qualitätsprüfungen und der Pflegetransparenz. Verbesserungen zeigen sich besonders bei der Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung und beim Umgang mit demenzkranken Menschen. Trotzdem können wir nicht zufrieden sein, weil sich bei einigen Kriterien zu wenig bewegt hat. Hier sind die Einrichtungen gefordert, ihr qualitätsgeleitetes Arbeiten auszubauen.“

Grundlage des Berichts sind alle Qualitätsprüfungen, die die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) zwischen dem 1. Juli 2009 und dem 31. Dezember 2010 durchgeführt haben, insgesamt wurden 8.101 Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen und 7.782 Qualitätsprüfungen in ambulanten Pflegediensten ausgewertet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Pflege in Deutschland: Die Qualitätsprüfer des MDK untersuchten den Pflegezustand von rund 62.000 Pflegeheimbewohnern sowie von rund 45.000 Pflegebedürftigen, die von ambulanten Pflegediensten betreut wurden, prüften die Pflegemaßnahmen und befragten sie nach ihrer Versorgungssituation.

Wichtige epidemiologische Ergebnisse für die stationäre Versorgung

Zum ersten Mal ermittelt der Bericht epidemiologische Daten zur Häufigkeit wichtiger gesundheitlicher Einschränkungen von Pflegebedürftigen. So sind knapp 61 % der Pflegeheimbewohner in ihrer Alltagskompetenz durch Demenz oder andere gerontopsychiatrische Krankheiten eingeschränkt. Etwa 31 % der Bewohner leiden an chronischen Schmerzen. Rund 66 % aller Pflegeheimbewohner benötigen eine Inkontinenzversorgung. Einen bedeutenden Gewichtsverlust zeigen rund 9 % der untersuchten Bewohner; 4,4 % der Pflegebedürftigen leiden an einem Dekubitus.

Qualität in der stationären Pflege

Der Hauptfokus der Qualitätsprüfungen liegt auf der Versorgungsqualität, das heißt auf der personenbezogenen Prozess- und Ergebnisqualität. Hierzu bewerten die MDK-Qualitätsprüfer bei einer Zufallsstichprobe von 10 % der Pflegebedürftigen in der jeweiligen Einrich¬tung den Pflegezustand und die Pflegemaßnahmen. Fortschritte im Vergleich zum Jahr 2007 gibt es bei der Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung sowie beim Umgang mit Menschen mit Demenz, Verbesserungsbedarf zum Beispiel bei der Vermeidung von Druckgeschwüren und der Erfassung von Schmerzen.

Beispiel Ernährungszustand: Der Ernährungszustand war bei 95 % der untersuchten Pflegeheimbewohner angemessen, bei 5 % wurde eine defizitäre Ernährungssituation festgestellt. Rund zwei Drittel (67,4 %) aller Pflegeheimbewohner benötigten Hilfe beim Essen und Trinken. Vier von fünf Betroffenen (79,5 %) erhielten laut Pflege-Qualitätsbericht die erforderlichen Unterstützungsmaßnahmen: Sie wurden nach Bedarf bei der Nahrungsaufnahme unterstützt, erhielten bei Schluckstörungen speziell zubereitete Nahrung und energiereiche Speisen. Jeder fünfte Betroffene (20,5 %) erhielt diese Unterstützung nicht im erforderlichen Umfang. Im Vergleich zum Bericht aus dem Jahr 2007 hat sich der Erfüllungsgrad damit bei den erforderlichen Maßnahmen zur Ernährung von 64,0 % auf 79,5 % erhöht.

Beispiel Druckgeschwüre: Knapp die Hälfte (46,9 %) der untersuchten Heimbewohner hatte ein Dekubitusrisiko. In 59,3 % dieser Fälle wurden erforderliche Prophylaxen wie etwa Lagerungswechsel oder Einsatz von Hilfsmitteln durchgeführt, bei 40,7 % stellten die MDK-Prüfer Versäumnisse fest. Im Vergleich zum Bericht des Jahres 2007 ist bei der Dekubitusprophylaxe keine Verbesserung eingetreten.

„In einigen zentralen Bereichen haben wir bereits einen besseren Qualitätsstandard erreicht. Den gilt es zu sichern und weiter auszubauen“, fasst der Fachgebietsleiter Qualitätsmanagement Pflege des MDS, Jürgen Brüggemann, die Ergebnisse zusammen. „Bei der Dekubitusprophylaxe, aber auch beim Schmerz- und beim Medikamentenmanagement können und müssen die Einrichtungen ihre Qualitätsbemühungen verstärken. Das gilt auch für die Versorgung von Menschen mit Demenz. Pflegeheime müssen sich künftig noch besser als bisher auf diese Zielgruppe einstellen.“

Je besser der Pflegeprozess, desto besser die Ergebnisqualität

Die jetzt veröffentlichten Daten belegen außerdem, dass pflegerische Interventionen Wirkung zeigen. Ein Beispiel hierfür ist die Dekubitusprophylaxe: 7,4 % der Pflegeheimbewohner, bei denen keine Prophylaxemaßnahmen zur Verhinderung von Druckgeschwüren durchgeführt wurden, entwickelten Druckgeschwüre, während der Anteil von Bewohnern mit Druckgeschwüren in der Gesamtstichprobe bei 4,4 % lag. Auch das Beispiel „Ernährung“ zeigt, wie wirksam eine qualitativ hochwertige Pflege ist. Ein Drittel der Pflegeheimbewohner (33,9 %), denen keine ausreichenden unterstützenden Maßnahmen zur Ernährung angeboten wurden, erlitten einen bedeutenden Gewichtsverlust. Anders in der Gesamtstichprobe: Hier waren es lediglich 9,1 %. Durch die Einhaltung wesentlicher Prozesskriterien können also bessere Versorgungsergebnisse erreicht werden. „Unsere Ergebnisse widerlegen den häufig vorgebrachten Vorwurf, in der Prüfung werde nur die Dokumentationsqualität und nicht die tatsächliche Versorgung erfasst. Sie belegen vielmehr, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Prozessstandards und Versorgungsergebnissen gibt“, unterstreicht MDS-Chef Pick.

Qualität in der ambulanten Pflege

Bei der ambulanten Pflege kann nur die Qualität jener Leistungen evaluiert werden, über die der Pflegebedürftige einen Vertrag mit dem ambulanten Pflegedienst abgeschlossen hat. Eine sorgfältige pflegerische Bestandsaufnahme zu Beginn der Versorgung ist deshalb wichtig.

Beispiel Druckgeschwüre: 18,2 % der Pflegebedürftigen, die die MDK-Qualitätsprüfer in ihrer Wohnung besucht haben, hatten mit dem betreuenden Pflegedienst Leistungen zur Vermeidung von Druckgeschwüren vereinbart. Bei ihnen untersuchten die MDK-Mitarbeiter u. a., ob die Lagerungsmaßnahmen hautschonend durchgeführt wurden und ob geeignete Hilfsmittel eingesetzt wurden. Bei gut zwei Dritteln (68,3 %) war dies der Fall. Bei einem Drittel wurden die vereinbarten Leistungen nicht entsprechend den pflegerischen Standards erbracht.

Insgesamt zeigten sich bei der Versorgungsqualität in der ambulanten Pflege ähnliche Trends wie im stationären Bereich: Qualitätsfortschritte gab es beispielsweise bei der Ernährung und der Inkontinenzversorgung. Verbesserungsbedürftig ist die Versorgung von Menschen mit Demenz. In der MDK-Qualitätsprüfung wird beispielsweise erhoben, ob die Pflegedienste den Angehörigen Informationen und Hinweise zum Umgang mit demenzkranken Menschen geben und ob bei der Pflege die biografischen Besonderheiten der von Demenz betroffenen Pflegebedürftigen berücksichtigt werden. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Pflegedienste diese Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgungssituation von Menschen mit Demenz nicht ausreichend nutzten.

MDS und GKV-Spitzenverband betonten, dass die verpflichtenden Qualitätsprüfungen und die Pflegetransparenz Dynamik in die Qualitätsentwicklung in der Pflege gebracht hätten. Das gelte es auch von Seiten der Pflegeeinrichtungen anzuerkennen. Sie sprachen sich dafür aus, die Pflege-Transparenzvereinbarungen jetzt zügig weiter zu entwickeln. Ebenso gelte es, die externen Qualitätsprüfungen auch in Zukunft für weitere Qualitätsverbesserungen zu nutzen.

Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) ist der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes. Er berät den GKV-Spitzenverband in allen medizinischen und pflegerischen Fragen, die diesem qua Gesetz zugewiesen sind. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) auf Landesebene in medizinischen und organisatorischen Fragen.

Der GKV-Spitzenverband ist der Verband aller 145 gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen. Als solcher gestaltet er den Rahmen für die gesundheitliche Versorgung in Deutschland; er vertritt die Kranken- und Pflegekassen und damit auch die Interessen der 70 Millionen Versicherten und Beitragszahler auf Bundesebene gegenüber der Politik, gegenüber Leistungserbringern wie Ärzten, Apothekern oder Krankenhäusern. Der GKV-Spitzenverband übernimmt alle nicht wettbewerblichen Aufgaben in der Kranken- und Pflegeversicherung auf Bundesebene. Er ist der Spitzenverband Bund der Krankenkassen gemäß § 217a SGB V.

Pressekontakt:

MDS, Pressestelle, Christiane Grote, Tel. 0201 8327-115
GKV-Spitzenverband, Pressestelle, Florian Lanz, Tel. 030 206288-4200

Deutscher Ethikrat: Selbstbestimmung Demenzbetroffener achten und bewahren

Berlin. Der Deutsche Ethikrat stellt heute seine Stellungnahme „Demenz und Selbstbestimmung“ vor, mit der er zu einem besseren Verständnis der Situation von Menschen mit Demenz beitragen und Empfehlungen geben will, um einen achtsameren und die Selbstbestimmung wahrenden Umgang mit den Betroffenen zu fördern.

Derzeit leben in Deutschland etwa 1,2 Millionen Menschen mit einer mittleren bis schweren Demenz. Angesichts der wachsenden Anzahl der betroffenen Menschen ist Demenz eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart, nicht nur für die Gesundheits- und Sozialpolitik, sondern auch für unser Selbstverständnis als Menschen und als Bürger.

Die Selbstbestimmung gehört wesentlich zum Selbstverständnis des Menschen und ist ein zentraler Bezugspunkt ethischer Diskurse. Bislang standen zumeist nur die mit Demenz verbundenen Defizite im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wird der Mensch mit seiner geistigen Leistung gleichgesetzt, so muss Demenz als Zerstörung des Menschen erscheinen. Wird er aber nicht nur als denkendes, sondern auch als empfindendes, emotionales und soziales Wesen verstanden, kann sich der Blick leichter auf die jeweils noch vorhandenen Ressourcen richten. Diese Blickrichtung liegt der Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zugrunde, deren Anliegen es ist, deutlich zu machen, dass auch Menschen mit Demenz noch Möglichkeiten zur Selbstbestimmung haben, die wahrgenommen und unterstützt werden sollten.

Forschung in Medizin und Pflege sowie die zugehörige Praxis sind überwiegend auf Früherkennung und Symptomlinderung ausgerichtet, weniger auf den langen Weg der Erkrankung und die dabei erforderliche Begleitung. Bislang kann die Krankheit jedoch nur verzögert, nicht aber dauerhaft aufgehalten werden, sodass eine an Demenz erkrankte Person mit der fortschreitenden Abnahme ihrer Selbstständigkeit und zunehmender Hilfsbedürftigkeit konfrontiert ist. Ihrer jeweils noch möglichen Selbstbestimmung auch dann Raum zu geben, wenn sie eingeschränkt ist, ist gerade auch vor diesem Hintergrund ein Gebot der Achtung, die wir dem Einzelnen entgegenzubringen haben. Umso wichtiger ist es daher, Möglichkeiten zur Wahrnehmung, Achtung und Förderung der Selbstbestimmung bei Menschen mit Demenz zu entdecken und zu fördern. Dies erfordert eine Haltung der Achtsamkeit, die sich an den konkreten Bedürfnissen des Betroffenen orientiert und das Konzept einer „assistierten Selbstbestimmung“ verwirklicht.

Der Deutsche Ethikrat sieht, dass in vielen Familien und in vielen Heimen die Grundsätze eines achtsamen und die Selbstbestimmung möglichst lang unterstützenden Umgangs mit von Demenz betroffenen Menschen mit großem Engagement umgesetzt werden. Den pflegenden Angehörigen und den beruflich Pflegenden, ohne deren fortwährenden Einsatz das derzeitige Pflegeniveau nicht gehalten werden könnte, gebührt hohe Anerkennung und Unterstützung. Allerdings bedarf es großer gesamtgesellschaftlicher Anstrengung, wenn die Versorgung von Demenzbetroffenen auch zukünftig sichergestellt sein soll. Hierzu hat der Deutsche Ethikrat insgesamt 16 Empfehlungen erarbeitet, von denen die wichtigsten hier kurz vorgestellt werden:

   - Der Deutsche Ethikrat bestärkt die Bundesregierung in der
     Absicht, einen Nationalen Aktionsplan Demenz zu entwickeln, um
     das Vorgehen aller Akteure zur flächendeckenden Verbesserung der
     medizinischen, pflegerischen und sozialen Versorgung
     Demenzbetroffener zu koordinieren. Dadurch soll die
     gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit Demenz verstärkt
     und ihr Anspruch auf Selbstbestimmung anerkannt werden.
   - Bei einer Neufassung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit
     sollten die Selbstbestimmungsmöglichkeiten von Menschen mit
     Demenz und die daraus folgenden Aufgaben der Pflege ausreichend
     berücksichtigt werden.
   - Die Arbeit pflegender Angehöriger bedarf wirksamer Unterstützung
     und finanzieller Anerkennung. Es sollte geprüft werden, ob die
     aus der häuslichen Pflege vertrauten Personen einen Dementen
     auch im Krankenhaus betreuen können.
   - Ambulant betreute Haus- und Wohngemeinschaften für Menschen mit
     Demenz sollten finanziell stärker gefördert werden. Dazu zählen
     insbesondere wohnortnahe Wohn-Pflege-Gemeinschaften, die einen
     die Selbstbestimmung ermöglichenden Rahmen schaffen und in denen
     professionell Pflegende und Angehörige zusammenarbeiten.
   - Die Forschungsförderung im Bereich der Demenz sollte sich bei
     der Grundlagenforschung im Sinne translationaler Forschung auf
     die klinische Anwendung hin orientieren. Darüber hinaus sollte
     sie klinisch-medizinische, psychosoziale und
     pflegewissenschaftliche Aspekte sowie die ethisch-rechtliche
     Begleitforschung und die Versorgungsforschung umfassen.
   - Um die Selbstbestimmungsmöglichkeiten demenzbetroffener Menschen
     zu wahren und zu schützen, sollten die Grundsätze der
     UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen,
     die auch für Demenzbetroffene gelten, konsequent zur Anwendung
     kommen.
   - Die Bereitschaft Angehöriger zur Übernahme ehrenamtlicher
     Betreuungen sollte durch praktische Unterstützung während der
     Betreuung und durch gesellschaftliche Wertschätzung gestärkt
     werden.
   - Bei der Prüfung der aktuellen Anwendbarkeit einer
     Patientenverfügung sind Äußerungen des Lebenswillens
     entscheidungsunfähiger Patienten einzubeziehen. In Fällen, in
     denen die Entscheidungsfähigkeit nicht sicher ausgeschlossen
     werden kann, ist wegen der Unumkehrbarkeit lebensbeendender
     Maßnahmen lebensbejahenden Bekundungen stets der Vorrang vor
     einer anders lautenden Patientenverfügung zu geben.

In einem Sondervotum hat Ratsmitglied Volker Gerhardt seine Bedenken bezüglich zweier Aspekte dargelegt. Dies betrifft zum einen den mit dem zunehmenden Verlust der Selbstbestimmung einhergehenden unwiderruflichen Verlust der Persönlichkeit, der nicht verharmlost werden darf. Zum anderen stellt sich die Frage eines Suizidwunsches, der aufgrund der Selbstbestimmungsproblematik bei der Demenz in besonderer Weise eine Rolle spielt.

Die Stellungnahme ist abrufbar unter http://ots.de/iOsdN

Pressekontakt:

Ulrike Florian
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Deutscher Ethikrat
Jägerstrasse 22/23
D-10117 Berlin

Tel.: +49 (0)30 203 70-246
Fax:  +49 (0)30 203 70-252
E-Mail: florian@ethikrat.org
URL: http://www.ethikrat.org

Psychisch Kranke weiter benachteiligt

Presse-Information

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Mit der Einführung des neuen Psych-Entgeltsystems werden  psychiatrisch-psychotherapeutische Kliniken, die immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen behandeln, weniger Geld für ihre Arbeit erhalten.

„Wir haben im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie nahezu keine Einsparpotentiale mehr. Bereits in den letzten zwei Jahrzehnten haben wir 80 Prozent mehr Fälle behandelt und dabei die Betten um ein Drittel reduziert“, sagt DGPPN-Präsident Prof. Peter Falkai. Das Wichtigste in der Behandlung von psychisch erkrankten Menschen sind Gespräche zwischen Ärzten, Therapeuten und Patienten. Dies setzt ausreichendes und qualifiziertes  Personal voraus. „Es ist absehbar, dass wir, sollte das neue Psych-Entgeltsystem so umgesetzt werden, die steigenden Personalkosten in Zukunft nicht decken können“ so Falkai weiter. Die Konsequenz wird sein: Psychisch Kranke werden in Zukunft weniger qualifizierte Leistungen erhalten und weiter benachteiligt.

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) mahnt anlässlich der gestrigen öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages erneut zur Sorgfalt bei der Einführung des neuen Entgeltsystems in der Psychiatrie. Der aktuelle Gesetzentwurf sieht vor, dass Leistungen in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken zwar nicht mit Fallpauschalen, wie im Bereich der körperlichen Erkrankungen, sondern mit Tagespauschalen vergütet werden. Allerdings sind im Gesetzentwurf viele Elemente des DRG-Fallpauschalensystems übernommen worden. Damit erhofft der Gesetzgeber, Wirtschaftlichkeitsreserven aktivieren zu können – wie kürzere Verweildauern oder der Abbau von Bettenkapazitäten.

Der Gesetzgeber hat die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen gemäß Sozialgesetzbuch unter besonderen Schutz gestellt und dies ist auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Versorgung von psychisch Kranken darf, nach Ansicht der DGPPN, nicht durch das neue Entgeltsystem gefährdet werden.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Peter Falkai
Präsident DGPPN
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Göttingen
von-Siebold-Str. 5
37075 Göttingen
Tel.: 0551-396601
Fax: 0551-3922798
E-Mail: pfalkai[at]gwdg.de

Download:
pm-2012-04-24-entgelt.pdf [26 KB; PDF]

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN):
Wurde 1842 gegründet und zählt heute mehr als 6.300 Mitglieder. Sie  ist  einer der größten und ältesten wissenschaftliche Vereinigung von Ärzten und Wissenschaftlern in Deutschland. Getragen von der Vision einer Gesellschaft, in der Menschen mit psychischen Erkrankungen unbehelligt von Vorurteilen leben können und die für sie ihnen notwendige Hilfe erhalten.

Kontakt

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie,
Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Reinhardtstraße 14
D-10117 Berlin

http://www.dgppn.de

DGPPN-Präsident: Prof. Dr. med. Peter Falkai
(auch inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 55 Abs. 2 RStV)

Komm. Leiterin der Geschäftsstelle: Dipl.-Biol. Juliane Amlacher

Amtsgericht Berlin-Charlottenburg; VR 26854 B