Februar, 2012

 

HANDICAPWEB: Neues Webverzeichnis zum Thema „Menschen mit Behinderung“

Ob Erkrankungen, Inklusion, Pflege, Behörden, Urlaub oder Alltag: Das Angebot für behinderte Menschen im Internet ist vielfältig. Da fällt es oft schwer, die wirklich nützlichen und informativen Webseiten herauszufinden.

Abhilfe schafft HANDICAPWEB, ein neues kommentiertes Webverzeichnis, das die wichtigsten und besten Links für Betroffene sortiert. Sämtliche Einträge werden per Software einmal täglich auf ihre Aktualität geprüft, so dass man sich nicht mit „toten Links“ herumplagen muss.

HANDICAPWEB ist ein neuer Service von http://rollingplanet.net, dem am 1. Januar 2012 überaus erfolgreich gestarteten Portal für behinderte Menschen und Senioren. HANDICAPWEB ist unter der Adresse http://handicapweb.net oder http://handicapweb.de zu erreichen.


HANDICAPWEB: Neues Webverzeichnis zum Thema "Menschen mit Behinderung"

Ob Erkrankungen, Inklusion, Pflege, Behörden, Urlaub oder Alltag: Das Angebot für behinderte Menschen im Internet ist vielfältig. Da fällt es oft schwer, die wirklich nützlichen und informativen Webseiten herauszufinden.

Abhilfe schafft HANDICAPWEB, ein neues kommentiertes Webverzeichnis, das die wichtigsten und besten Links für Betroffene sortiert. Sämtliche Einträge werden per Software einmal täglich auf ihre Aktualität geprüft, so dass man sich nicht mit „toten Links“ herumplagen muss.

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Psychologenverband sieht Ramsauers Pläne kritisch

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
Pressemitteilung Nr. 04/12
29. Februar 2012

Menschen aufzugeben heißt kapitulieren

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) steht den Eckpunkten für eine Neuregelung des Verkehrszentralregisters in ihrer bisherigen Form kritisch gegenüber. Maßnahmen, die man gegebenenfalls weiterentwickeln müsste, würden gestrichen, neu angeregte Maßnahmen seien aus psychologischer Sicht zum Teil fragwürdig. Zudem bringe das Papier aus dem Verkehrsministerium zum Ausdruck, dass seine Verfasser das Verhalten einer Gruppe von Kraftfahrern für nicht veränderbar halten. In dem Papier des Ministers werden diese als „unbelehrbare Wiederholungstäter“ bzw. „ungeeignete Kraftfahrer“ bezeichnet.

BDP-Präsidentin Sabine Siegl sieht in dieser Kapitulation Parallelen zum Umgang mit Gewalttätern, die tendenziell immer häufiger über ihre eigentliche Haftstrafe hinaus in Sicherungsverwahrung weggesperrt werden und bei denen eine Resozialisierung aufgegeben wird, was der Europäische Menschenrechtsgerichtshof wiederholt kritisiert habe.

Der Vorsitzende der Sektion Verkehrspsychologie im BDP, Dr. Peter Kiegeland, kritisiert zudem, dass der Minister die bisher bestehende Möglichkeit, durch Teilnahme an verkehrspsychologischen Beratungen Punkte abzubauen, abschaffen will. „Man hätte darüber nachdenken können, ob diese Beratungen in der Vergangenheit schon deutlich früher hätten einsetzen sollen (nicht erst bei 14 Punkten!). Aus fachlicher Sicht hätte es sich auch gelohnt zu prüfen, ob die Zahl der Beratungstermine (bisher drei Zeitstunden insgesamt) tatsächlich ausreichend ist. Auch eine Evaluation, die mit einbezieht, welche Gruppe von Kraftfahrern überhaupt daran teilgenommen hat und ob es einen Zusammenhang zwischen dem teilweisen Misserfolg und Gruppenspezifika gibt, hätte sich gelohnt. Stattdessen wird einfach unterstellt, dass eine Verhaltensänderung nicht möglich ist.“

Zur Veranschaulichung weist Kiegeland darauf hin, dass Verkehrsrowdys nicht geboren würden, sondern sich entwickelten. An der richtigen Stelle dieses Prozesses müsse die Gesellschaft eingreifen statt einfach abzuwarten und zuzuschauen, wie immer weitere Punkte angesammelt werden, bis es zum Entzug der Fahrerlaubnis kommt.

Kiegeland vermisst in den Eckpunkten Hinweise darauf, dass ernsthaft darüber nachgedacht wurde, welche Maßnahmen bei wem und wann überhaupt lernpsychologische Effekte haben können. Dazu müsse man sich von der Vorstellung lösen, auffällige Kraftfahrer seien eine homogene Gruppe. „Das sind sie mitnichten, wir finden in ihr den Vielfahrer unter Zeitdruck, den jugendlichen Underdog, der sein Selbstbewusstsein übers Gaspedal bezieht und den Chaoten, der so chaotisch fährt wie er lebt. Bei diesen verschiedenen Kraftfahrern braucht es verschiedene Interventionsmaßnahmen und nicht das vorgeschlagene Fahreignungsseminar für alle mit der roten Stufe auf dem Punktetacho.“ Oft werde überhaupt nur über eine Einzelmaßnahme eine erfolgreiche Verhaltensänderung möglich sein. Das Auffrischen von Regelwissen in einem Seminar schade zwar nicht, werde aber allein nur selten die Ursache des Fehlverhaltens von Kraftfahrern beseitigen.

BDP-Präsidentin Sabine Siegl erwartet, dass nach Diskussionen mit Fachleuten, u.a. aus dem BDP und der Deutschen Gesellschaft für Psychologie die Eckpunkte noch wichtige Änderungen erfahren werden, bevor daraus ein konkreter Gesetzentwurf wird. Sie begrüßt die Einladung an den Verband zu einem Gespräch im Bundesverkehrsministerium, hätte sich aber gewünscht, dass Konsultationen mit Psychologen bereits vor der Ausarbeitung und Verkündung der Eckpunkte stattgefunden hätten.

Mit freundlichen Grüßen
Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin
Tel. 030 – 209 166 620
c.schaffmann@bdp-verband.de


Patientensicherheit erhöhen: Medizinprodukte-Verbände informieren über Meldeverfahren und Meldepflichten bei Medizinprodukten

BVMed – Bundesverband Medizintechnologie e.V., Dienstag, 28. Februar 2012

GEMEINSAME PRESSEMELDUNG DER VERBÄNDE BAH, BPI, BVMED, SPECTARIS, VDDI, VDGH UND ZVEI

Berlin. Der Patientenschutz hat im Medizinprodukterecht oberste Priorität. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Meldung von Vorkommnissen durch die Anwender, also die Ärzte und Krankenhäuser. In einem gemeinsamen Informationsflyer klären die Wirtschaftsverbände im Medizinproduktebereich, BAH, BPI, BVMed, Spectaris, VDDI, VDGH und ZVEI, über das Meldeverfahren und die Meldepflichten der Betreiber und Anwender von Medizinprodukten wie Ärzte und Krankenhäuser auf. Das Informationsblatt kann unter http://tiny.cc/65v3w aufgerufen werden.

Das so genannte „Medizinprodukte-Beobachtungs- und -Meldesystem“ ist ein wesentliches Element der Sicherheitsphilosophie für Medizinprodukte und hat zum Ziel, für einen wirksamen Schutz von Patienten, Anwendern und Dritten bei deren Anwendung zu sorgen. Zur Erreichung dieses Ziels müssen alle Beteiligten, darunter auch die Betreiber und Anwender von Medizinprodukten, Vorkommnisse unverzüglich an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden.

Durch die Auswertung gemeldeter Risiken oder Ereignisse und die schnelle Weitergabe der Informationen wird der Gesundheitsschutz verbessert. Damit tragen die Anwender, die Vorkommnisse melden, dazu bei, dass sich eventuelle Probleme und Schäden nicht wiederholen oder verhindert werden. Ziel aller Beteiligten ist es, dass Meldeverhalten der Anwender insgesamt zu verbessern. Deswegen ziehen Meldungen grundsätzlich keine Sanktionen nach sich. Sie sind keine Schuldzuweisungen oder Schuldeingeständnisse.

Meldepflichtig sind alle Vorkommnisse, für die das Medizinprodukt ursächlich ist oder sein kann, beispielsweise durch einen Konstruktionsfehler, mangelhafte Gebrauchstauglichkeit oder ein Materialproblem. Das aktuell gültige Meldeformular zur Meldung von Vorkommnissen durch Betreiber und Anwender kann unter www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/form/mp_formulare_anwender.html

heruntergeladen werden. Die Medizinprodukte-Verbände empfehlen, die Vorkommnismeldung zeitgleich auch an den Hersteller des Medizinproduktes zu senden, damit geeignete Maßnahmen zur Risikoabwehr geprüft und ergriffen werden können.

Download des Flyers unter: http://tiny.cc/65v3w

Kontakt:

V.i.S.d.P.: Manfred Beeres M.A., Leiter Kommunikation/Presse, BVMed

Tel.: +49 (0)30 246 2 55-20, Fax: +49 (0)30 2 46 255-99, beeres@bvmed.de


Reha-Bericht 2012 der Deutschen Rentenversicherung erschienen

Der aktuell erschienene Reha-Bericht 2012 stellt wieder die wichtigsten aktuellen Daten und Fakten zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung vor. Er schreibt die Kapitel zu Umfang und Struktur der medizinischen und beruf­lichen Rehabilitation sowie zu den Aufwendungen für Rehabilitation fort. Grundlage bilden zum einen die jährlich erhobenen Routinedaten mit dem Schwerpunkt auf dem Jahr 2010. Zum ande­ren stellt der vorliegende Reha-Bericht auch wieder Daten der Reha-Qualitätssicherung zu Pro­zess und Ergebnis der Reha-Leistungen dar.

Die beiden Vertiefungskapitel „im Fokus“ behandeln die Themen „Berufliche Bildung“ und „Psy­chische Erkrankungen“. Mit Maßnahmedauern von bis zu zwei Jahren bildet die Berufliche Bil­dung einen vergleichsweise kostenintensiven Bereich der beruflichen Rehabilitation. Die Beurtei­lung der beruflichen Bildungsleistungen durch die Rehabilitanden selbst wird ebenso dargestellt wie der Erfolg beruflicher Bildungsleistungen anhand der Routinedaten der Rentenversicherung. Das zweite Fokusthema greift die zunehmende Bedeutung psychischer Erkrankungen auf. In der psychosomatisch-psychotherapeutischen Rehabilitation der Rentenversicherung finden Betroffe­ne mit Reha-Bedarf Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und der beruflichen Wiederein­gliederung.

Neben der aktuellen Entwicklung der Rehabilitation der Rentenversicherung in Zahlen lenkt der Reha-Bericht 2012 den Blick auch auf inhaltliche Weiterentwicklungen in den Bereichen Reha­-Recht, Reha-Qualitätssicherung, Sozialmedizin und Reha-Forschung.

Hier können Sie sich den Reha-Bericht 2012 auf der Homepage der Deutschen Rentenversicherung als PDF-Datei herunterladen.

Kontakt und Nachfragen:

Deutsche Rentenversicherung Bund
Dr. Rolf Buschmann-Steinhage
Leiter des Bereichs Reha-Wissenschaften
Tel.: 030 865-39330
Fax: 030 865-7920395
E-Mail: rolf.buschmann-steinhage@drv-bund.de
www.deutsche-rentenversicherung-bund.de


Tag der seltenen Erkrankungen

DRL 2012, Montag, 27. Februar 2012

Deutsche Rheuma-Liga stellt Filminterviews mit Betroffenen ins Netz.
Abendliche Telefonsprechstunde für Berufstätige am 29.02.2012

Bonn. Zum internationalen Tag der Seltenen Erkrankungen stellen erstmals Vaskulitis- und Lupus-Betroffene der Deutschen Rheuma-Liga in Filminterviews ihre persönliche Geschichte  vor. Damit wollen sie anderen Erkrankten Mut machen und diese sensibilisieren. Denn gerade bei seltenen Erkrankungen kommen oft seltsame Krankheitsanzeichen vor, die erst in ihrem Zusammenspiel zur Diagnose führen. Rat und Austausch bietet außerdem ein Forum mit Experten vom  29.2. bis 6.3. 2012 im Internet. Am Telefon steht die Rheuma-Lotsin MarionTrog-Siebert von 10.00 bis 20.00 Uhr am 29.2. bereit, um auch Berufstätigen die Möglichkeit der Beratung zu bieten. Angesprochen sind Betroffene mit Diagnosen wie Lupus erythematodes, Morbus Wegener und andere Vaskulitiden, Adulter Morbus Still, Sapho Syndrom oder Chondritis.

Telefon: 0202 – 9 46 00 04. Weitere Informationen:

www.rheuma-liga.de/seltene.

Ute Garske (56 J.) erzählt ihre Krankheitsgeschichte im Internet: „Bei mir begann alles mit starken Muskel- und Gelenkschmerzen.

Gewichtsverlust und zunehmende Schwäche kamen hinzu.“ Als endlich die Diagnose Großgefäßvaskulitis feststand wurde klar: In ihrem Körper tickte eine Zeitbombe. Besonders die Aorta war  entzündet, die Gefäßwände  angeschwollen und der Blutdurchfluss stark eingeschränkt.

Die Hamburgerin hatte Glück: Mit Medikamenten konnte die entzündliche Rheumaerkrankung zum Stillstand gebracht werden. Seitdem will Ute Garske anderen Betroffenen eine Hilfe sein. Ehrenamtlich berät sie in der Rheuma-Liga und organisiert Informationsveranstaltungen für Vaskulitis-Betroffene.

Die meisten der seltenen Rheumaerkrankungen haben vielfältige Symptome. Oft dauert es Jahre, bis die Diagnose feststeht. Man findet nicht die  passenden  Spezialisten. Die Therapie gestaltet sich schwierig. Nur wenige Medikamente haben für seltene Erkrankungen eine Zulassung.

Wer auf Dauer mit seltenen chronischen Krankheiten lebt, braucht daher Information und Unterstützung. Die Landes- und Mitgliedsverbände der Rheuma-Liga bieten fundiertes Informationsmaterial, organisieren Selbsthilfegruppen und bieten vielfach überregionalen Austausch.

Eine Vielzahl von Merkblättern und die Broschüren „Vaskulitis – Rheumaerkrankung mit vielen Facetten“ und „Kollagenosen – wenn Rheuma unter die Haut geht“ informieren fachkompetent und laienverständlich über die Krankheitsbilder, Therapie und Selbsthilfe. Die Ratgeber sind gegen Einsendung von 1,45  Euro Rückporto erhältlich bei: Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband, Maximilianstr. 14, 53111 Bonn.

Kontakt:

Kontakt

Susanne Walia

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.

Maximilianstr. 14

53111 Bonn

Tel. 0228 – 766 06-11

Fax 0228 – 766 06-20

E-Mail: bv.walia@rheuma-liga.de

http://www.rheuma-liga.de

Deutsche Rheuma-Liga – Gemeinsam mehr bewegen

Welt-Rheuma-Tag: 12.10.2012

Medienpreis: „Aktiv gegen Rheumaschmerz“, Einsendeschluss: 1.10.2012 http://www.rheuma-liga.de http://www.rheuma-liga.de/seltene


Gesundheitsgipfel mit Bundesminister Daniel Bahr: Prävention und Rehabilitation sind eine gute Investition

Gesundheitspolitische Weichenstellungen: Gesundheitsgipfel mit Bundesminister Daniel Bahr
Prävention und Rehabilitation sind eine gute Investition

Bad Füssing. Der Gesundheitsgipfel im niederbayerischen Bad Füssing mit Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sowie Spitzenvertretern der Krankenkassen und Verbände hatte sich das anspruchsvolle Thema: „Verlängerung der Lebensarbeitszeit: Herausforderungen und Optionen für die Gesundheitspolitik“ gestellt. Unter Moderation von Professor Dr. Bert Rürup, ehemaliger Vorsitzender des Sachverständigenrates, diskutierten Klaus Holetschek, Präsident des bayerischen Heilbäder-Verbandes, Dr. Volker Leienbach, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Verbandes der Privaten Krankenversicherung sowie die Vorstandsvorsitzenden Dr. Helmut Platzer, AOK-Bayern und Professor Dr. Herbert Rebscher, DAK.

Bundesgesundheitsminister Bahr stellte in seiner Rede notwendige Weichenstellungen in den Mittelpunkt, um die hohe Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitswesens trotz der Bevölkerungsalterung dauerhaft zu erhalten

Gastgeber Dr. Johannes Zwick, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Klinikgruppe Johannesbad hatte in seiner Begrüßungsansprache Möglichkeiten von Prävention und Rehabilitation als langfristig wirkende Optionen der Gesundheitspolitik ins Spiel gebracht.

Professor Dr. Rürup stellte vor sein Eingangsstatement die Frage: „Wie kann Deutschland erfolgreich altern?“ als die große Herausforderung der nächsten Jahrzehnte. Zielführende Optionen seien die Steigerung der sehr geringen Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen, die Senkung der hohen Schulabbrecherquoten oder die Erhöhung der Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer. In den kommenden Jahrzehnten werde daher auch die Rehabilitation einen wichtigen Betrag im Zusammenhang mit der notwendigen Verlängerung der Lebensarbeitszeit zur Bewältigung des demografisch bedingten Fachkräftemangels leisten müssen. Die wichtigen Gründe dafür, dass Reha-Maßnahmen Pflichtleistungen der Rentenversicherung wie auch der Krankenkassen sind, seien, so Prof. Dr. Rürup, zwar in erster Linie die damit verbundenen Gewinne an Lebensqualität. Nicht vergessen werden dürfte aber der wirtschaftliche Nutzen durch wiederhergestellte Berufsfähigkeit. Kurortvertreter Holetschek forderte die Krankenkassenüberschüsse in Präventionsmaßnahmen zu investieren und wünschte sich mehr Präventionskooperationen zwischen Krankenkassen und Wirtschaft. Prävention sei auch eine in den Kurorten gebotene Chance, die demografische Entwicklung abzufedern.

Dr. Platzer, AOK, sah in der demografischen Entwicklung eine wichtige, aber bei weitem nicht die einzige Herausforderung für die aktuelle Gesundheitspolitik. Der Alterungsprozess betreffe nicht nur die Gesellschaft insgesamt, sondern speziell auch alternde Belegschaften. Deshalb komme der Gesundheitsförderung besondere Bedeutung zu.

Dr. Leienbach stellte die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitswesen, die gerade auch auf die Private Krankenversicherung zurückzuführen sei in den Mittelpunkt und er wies auf die steigenden Anforderungen an die Reha-Einrichtungen hin, um der Pflegebedürftigkeit präventiv begegnen zu können.

Prof. Dr. Rebscher sagte die demografische Entwicklung werde innovative Formen der Kooperation zwischen Kassen und Betrieben erzwingen, um den Bedarf unserer Gesellschaften des langen Lebens und damit des langen Arbeiten angemessen befriedigen zu können.

Pressekontakt:

Torsten Fricke
TV Media Medien Management GmbH
Tel.: 08092 / 86 77 – 20
Mobil: 0171 / 41 58 329
Email: t.fricke@tv-media.de


Modellvorhaben zur Heilkunde-Übertragung werden an Anforderungen, fehlenden Fachkräften und Finanzen scheitern

Wenige Leistungserbringer werden sich bisher mit Modellvorhaben des § 63 Abs. 3c SGB V befasst haben, wenn diese Form der Vertragsgestaltung im Sozialgesetzbuch und die korrespondierenden Qualifikationen sowie verlangten erweiterten Kompetenzen für die Fachkräfte nach dem Krankenpflegegesetz überhaupt bekannt waren. Spätestens seit Genehmigung der Heilkundeübertragungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) könnten Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Versorgung das Modewort „integrierte Versorgung“ sehr schnell ablösen, obwohl keiner sagen kann, wie sich Modellvorhaben finanzieren. Von der Öffentlichkeit und vielen Leistungserbringern kaum bemerkt, hat der G-BA vor allem für Planung und Verordnung von Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln erstaunliches beschlossen. Wie bei vielen Ideen im deutschen Gesundheitswesen, stecken aber auch bei diesen Modellvorhaben die Tücken im Detail. Die meisten Krankenkassen haben seit Jahren Modellvorhaben als Satzungsleistung aufgenommen, aber gegenwärtig werden nur eine überschaubare Anzahl von ihnen umgesetzt (z.B. Akupunktur, V.A.C.-Therapie, Heilmittel).

Die neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss ermöglicht beim ersten Hinschauen einen neuen Wirkungskreis für die Alten- und Krankenpflege sowie HomeCare-Unternehmen, indem ärztliche Tätigkeiten wie das Verordnen von Heil-, Verband- und Hilfsmitteln oder die inhaltliche Ausgestaltung der ärztlich verordneten häuslichen Krankenpflege sowie deren Dauer an eben diese Berufsgruppen delegiert werden können. Voraussetzung ist allerdings, dass eine ergänzende Ausbildung nach § 4 Krankenpflegegesetz abgeschlossen wurde und erweiterte Kompetenzen zur Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten nachgewiesen werden. Bisher fehlen aber die entsprechenden Ausbildungsangebote an den bundesdeutschen Krankenpflegeschulen und das BMG weist in seinem Schreiben vom 17.02.2012 ausdrücklich darauf hin, dass im Anschluss an die Ausbildung eine staatliche Prüfung nachzuweisen ist.

Grundsätzlich fragt sich der qualifizierte Berufsangehörige, wie man innerhalb des durch die Richtlinie vorgegebenen Rahmens selbständig und eigenverantwortlich bei Modellvorhaben tätig und Vertragspartner werden kann. Unsicher werden die Berufsgruppen spätestens bei der Anordnung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, dass die Ausübung der vom Arzt übertragenen Heilkunde die Übernahme fachlicher, wirtschaftlicher und rechtlicher Verantwortung bedeutet. Eine Verantwortlichkeit des Arztes für die delegierten Leistungen besteht nicht mehr.

Kann der qualifizierte Berufsangehörige die Folgen der fachlichen Verantwortung noch einschätzen und beurteilen, so muss bei der wirtschaftlichen und rechtlichen Verantwortung der kundige Fachanwalt für das Sozialrecht zu Rate gezogen werden. Impulse erhalten Modellvorhaben vor allem durch die Entscheidung des Bundessozialgerichts vom Juli 2011 (Az.: B 3 KR 14/10 R), da pflegerische und therapeutische Leistungen sowie sozialintegrative Ziele nicht durch Hilfsmittelverträge nach § 127 SGB V gedeckt sind. Die von Krankenkassen geforderten Vertragsbedingungen in Hilfsmittelverträgen dürften einzig der Versorgung mit Hilfsmitteln und nicht pflegerischer Aufgaben dienen.

Damit die ersten Verordnungen von Hilfsmitteln bei Diabetes- und Stoma-Patienten oder Wundauflagen durch den Alten- oder Krankenpfleger ausgestellt werden können, müssen sehr aufwendige und umfassende Regelungsbestandteile und Ausbildungsvoraussetzungen eingehalten und finanziert werden. Die Auswertung der Modellvorhaben und die wissenschaftliche Begleitung durch unabhängige Sachverständige müssen ausgeschrieben werden, so wie es der Gemeinsame Bundesausschuss seit Jahren handhabt. Ob Krankenkassen die wissenschaftliche Versorgungsauswertung der Prozessqualität und Ergebnisqualität öffentlich ausschreiben, bleibt fraglich.

Regelungen und Strukturen zur erforderlichen Kommunikation und Kooperation müssen Bestandteil der Verträge sein und können ohne die Beteiligung der zuständigen Berufsgruppen nicht erarbeitet werden. Ohne Einwilligung des Patienten kann sowieso nicht kommuniziert werden. Ebenso schwierig wird die Erstellung der Verfahrensanweisungen für Behandlungspfade und der Nachweis standardisierter Prozesse, weil die Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung (DNQP) in der Pflege nicht verbindlich eingeführt wurden und der GKVSpitzenverband Bund zunächst noch nach geeigneten Themen sucht. Vermutlich aber hat der Berufsangehörige ausgerechnet DNQP – Expertenstandards während seiner Ausbildung aufmerksam und sorgfältig einstudiert – galten diese bis vor kurzem doch als der vom Bundessozialgericht anerkannte „Goldstandard“.

Der neue Wirkungskreis der Alten- und Krankenpfleger sowie HomeCare-Unternehmen wird freilich nicht einfach umzusetzen sein, denn ohne Ärzte und zusätzlicher finanzieller sowie personeller Ressourcen werden auch Modellvorhaben nicht eingeführt. Gemäß Sozialgesetzbuch Fünf ist die Kassenärztliche Vereinigung „originärer“ Ansprechpartner der Krankenkassen für den Abschluss von Verträgen über Modellvorhaben, obwohl der Gesetzgeber hervorhebt, dass die Krankenkassen Verträge über Modellvorhaben auch mit allen in der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassenen Leistungserbringern vereinbaren können. Zu den geeigneten Vertragspartnern gehören also neben niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern z.B. auch HomeCare-Unternehmen Managementgesellschaften, ambulante Pflegedienste, Hilfsmittellieferanten und
Leistungsgemeinschaften (z.B. EGROH, rehaVital, Reha Service Ring).

Wie die Umsetzung der aufwendigen und zum Teil kostspieligen Regelungsbestandteile und Ausbildungsvoraussetzungen von ambulanten Pflegediensten oder HomeCare-Unternehmen finanziert werden, bleibt auch bei der Heilkundeübertragungs-Richtlinie rätselhaft. Schon beim Entlassungsmanagement des GKV Versorgungsstrukturgesetzes ist die Finanzierung der notwendigen Ressourcen nicht geregelt. Nach den Vorgaben des G-BA können Krankenhausärzte Teile des notwendigen Entlassungsmanagements (Überleitmanagement) nunmehr an nicht ärztliches Personal delegieren. Organisation und Bereitstellung sonstiger Pflegehilfsmittel und Medizinprodukte sowie Auswahl, Festlegung, Beratung und Organisation von Bewegungs-, Mobilisations- und Lagerungsmitteln sind kostenintensive Dienstleistungen, die Krankenhäuser bei Delegation einsparen. Grundlage dafür wäre aber, dass die Fall- und Dienstleistungspauschalen in Verträgen hinreichend bemessen sind, um die hohen Anforderungen an die Heilkunde-Übertragung zu finanzieren. Schließlich übernehmen die Unternehmen die wirtschaftliche und rechtliche Verantwortung.

Bleibt abzuwarten, ob sich die Verankerung der Modellvorhaben im System der Regelversorgung bei den vom G-BA veröffentlichten Diagnosen und prozedurenbezogenen heilkundlichen Tätigkeiten umsetzen lässt, da sich der Markt und vor allem Krankenkassen lediglich an der Macht des Geldes orientieren. Krankenkassen werden Verträge zu Modellvorhaben nur verhandeln, wenn nachweislich Geld eingespart wird, denn Mengenausweitungen lehnen die Kassen bekanntermaßen grundsätzlich ab, auch wenn im Ergebnis Geld gespart werden kann.

Bleibt die berechtigte Frage, woher das Geld für Modellvorhaben kommen wird. Die Krankenkassen haben generell sicherzustellen, dass im Rahmen der Modellversuche eine Trennung von Verordnungen im Modellvorhaben von Verordnungen der vertragsärztlichen Versorgung vorzunehmen ist. Zumindest für die Bereiche der Heil- und Verbandmittel bedeutet dies, dass die Regelleistungsvolumina der Vertragsärzte bei Delegation an nicht ärztliches Personal entsprechend verringert werden. Je nach KV Bezirk und Region kann es in diesen Fällen um Millionen gehen. Es wird also kein zusätzliches Geld ins System kommen und deshalb fragen nicht nur Ärztevertreter mit Recht, aus welchen Mitteln gut gemeinte Modellvorhaben letztlich finanziert werden sollen.

Das Wichtigste zur G-BA Richtlinie in der Übersicht


MZG Bad Lippspringe spürt im Jahr 2012 Rückenwind

Klinik am Park erreicht Kapazitätsgrenze

Die Klinik am Park, eine zum Medizinischen Zentrum für Gesundheit (MZG) gehörende Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen in Bad Lippspringe kann einen optimistischen Blick in die Zukunft werfen. Das langjährige Team um die neue Chefärztin Dr. Regina von Einsiedel haben mit vereinten Kräften und hohem Engagement des Geschäftsführers Achim Schäfer und des Verwaltungsdirektors Michael Ennenbach die erste große Hürde der Umstrukturierung genommen.

Dr. Regina von Einsiedel ist seit einigen Monaten als Chefärztin in der Klinik am Park tätig und schreibt den Erfolg vor allem dem motivierten Mitarbeiter-Team und der Strategie der Unternehmensleitung zu: „Hier haben alle ihre Hausaufgaben gemacht und ich freue mich darauf, die Klinik in einer derart motivierenden Situation leiten zu dürfen”, sagt die Chefärztin. „Wir haben Altes bewahrt und Neues eingebracht“, so Michael Ennenbach. „Zwischen die Chefärztin und ihrem Team einerseits und die Verwaltung andererseits passt kein Blatt Papier“. Ennenbach freut sich über den „vorbildlichen Schulterschluss zwischen der Verwaltung und dem Team der Klinik am Park”. So zeigt die Umstrukturierung des MZG in Bad Lippspringe einen weiteren zählbaren Erfolg, denn mit der Klinik am Park hat die erste der fünf Reha-Kliniken ihre Kapazitätsgrenze erreicht.

Nach der erfolgten Renovierung wurde die Klinik mit ihren 60 Betten von ihrem Hauptbeleger, der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, in den Kreis der besonders gut ausgestatteten Häuser aufgenommen und wird dem entsprechend berücksichtigt. „Auch bei den Belegern erkennt man, dass die Neuausrichtung des MZG die richtige Entscheidung war und honoriert unsere positive Entwicklung”, sagt Achim Schäfer. „Jetzt schauen wir weiter optimistisch in die Zukunft.”

Dr. von Einsiedel ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Professional Business Coach und in dem renommierten Centrum für integrative Psychotherapie (CiP) von Prof. Dr. Dr. Serge Sulz und Dr. Gernot Hauke als Professional Business Caoch ausgebildet. „Die Klinik am Park hat gemeinsam mit der Verwaltung die Auftauphase und den Beginn der Bewegungsphase im Prozess des Change Managements gut gestemmt.  Die ersten Schritte sind getan, aber an die Einfrierphase ist noch lange nicht zu denken”, sagt die Chefärztin. Im nächsten Schritt werden nun weitere moderne Therapieangebote für die Suchtkranken entwickelt.

Kontakt für Rückfragen:

Heiko Appelbaum

-Pressesprecher-

Medizinisches Zentrum für Gesundheit GmbH

MZG-Westfalen

Peter-Hartmann-Allee 1

33175 Bad Lippspringe

Tel.: 05252/95-1038

E-Mail: h.appelbaum@medizinisches-zentrum.de

www.medizinisches-zentrum.de


Richtlinie zur Übertragung ärztlicher Tätigkeiten auf die Pflege genehmigt

bpa: Neue Wege der Teamarbeit für Pflege und Ärzte werden frei

Berlin. „Wir begrüßen es, dass endlich ein systematisches, für die Pflegenden rechtssicheres Reglement geschaffen wird und dass das Bundesministerium die Richtlinie zur Übertragung ärztlicher Tätigkeiten auf die Pflege nicht beanstandet“, kommentiert Bernd Tews, Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa).

Gestern endete die Beanstandungsfrist für das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) für die Richtlinie nach § 63 Abs. 3c SGB V. Es wurde lediglich ein ergänzender Hinweis zur Regelung der Ausbildungsinhalte in Verbindung mit dem Kranken- und Altenpflegegesetz formuliert, der aber das Inkrafttreten der Richtlinie nicht blockiert. Ab sofort sind also Modellversuche möglich, in denen Gesundheits- und Krankenpfleger wie auch Altenpfleger ihnen übertragene ärztliche Tätigkeiten übernehmen dürfen, die vorher ausschließlich den Ärzten vorbehalten waren. Der bpa appelliert jetzt an die Krankenkassen, entsprechende Modellvorhaben zügig zu ermöglichen.

„Auch wenn die Richtlinie zunächst lediglich Modellversuche vorsieht, ist dies ein richtiger Anfang und eine richtungsweisende Orientierung für die verantwortliche Arbeit in der Pflege. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels brauchen wir klare Signale an die Pflege. Mit der Übertragung der ärztlichen Tätigkeiten werden die Kompetenzen der Pflege anerkannt und neue Möglichkeiten der Kooperation zwischen Ärzten und Pflegekräften geschaffen.“

Das BMG hat trotz der Genehmigung deutlich gemacht, dass die jeweiligen Berufsgesetze die Ausbildungsinhalte festlegen und damit die berufsrechtlichen Voraussetzungen für die Übertragung ärztlicher Tätigkeiten schaffen. Die Formulierungen der Richtlinie könnten verbindlichen Qualitätsanforderungen der Berufsordnungen nicht vorgreifen. „In der Richtlinie sind ausschließlich Qualifikationsanforderungen für die Pflegefachkräfte definiert, die bereits Bestandteil der Pflegeausbildung und Anerkennung sind. So dürfte der Hinweis des BMG kein Hindernis sein, sondern eher klarstellend und umsetzungsförderlich wirken“, so Tews abschließend.

Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa)
Pressekontakt:
Herbert Mauel, Bernd Tews, Tel.: (030) 30 87 88 60
Friedrichstraße 148
10117 Berlin www.bpa.de

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 7.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon rund 300 in Hamburg, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 215.000 Arbeitsplätze und ca.16.500 Ausbildungsplätze.