November, 2011

 

Alfred Dänzer neuer DKG-Präsident

DKG-Präsident wechselt zum 1. Januar 2012

Alfred Dänzer (63) wird neuer Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Der bisherige DKG-Vizepräsident löst zum 1. Januar 2012 Dr. Rudolf Kösters im Amt des Präsidenten ab, der das Ehrenamt zwei Amtsperioden (2006-2011) bekleidete. Die Wahl von Alfred Dänzer erfolgte heute mit großer Mehrheit durch die Mitgliederversammlung der DKG in Berlin. Die Amtszeit beträgt drei Jahre.

Dänzer ist seit 2009 Sprecher der Geschäftsführung der Universitätsmedizin Mannheim (UMM). Seit 2008 gehört der Diplom-Verwaltungswirt dem Vorstand und dem Präsidium der DKG an, seit 2010 nimmt er das Amt des Vizepräsidenten wahr. Darüber hinaus ist er seit 1998 Mitglied im DKG-Ausschuss für Krankenhausfinanzierung. Seit 2009 ist Dänzer zudem 1. Stellvertreter des Vorsitzenden der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG).

Dänzer folgt dem langjährigen Vorstandvorsitzenden der St. Franziskus-Stiftung Münster, Dr. Rudolf Kösters (67), nach, der künftig als DKG-Ehrenpräsident amtieren wird. Zum 1. Vizepräsidenten wurde der Vorstandsvorsitzende der Rhön-Klinikum AG, Wolfgang Pföhler (58), wiedergewählt. Neuer 2. Vizepräsident ist ab 1. Januar 2012 Ingo Morell (53), Vizepräsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen und Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH.

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder – 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände – in der Bundespolitik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 2.084 Krankenhäuser versorgen jährlich über 17,8 Mio. Patienten mit 1,1 Mio. Mitarbeitern. Bei 66,7 Mrd. Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.

Kontakt:
Moritz Quiske (Ltg.)
Holger Mages
Rike Haibach
Tel. (030) 3 98 01 -1020 / -1022 / -1023

Sekretariat
Stephanie Gervers
Tel. (030) 3 98 01 -1021
Fax (030) 3 98 01 -3021
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web: www.dkgev.de


Bundesverband Geriatrie stellt sich mit neuem Vorstand gewachsenen Herausforderungen

Pressemitteilung 14-2011 (29.11.2011)

Jahreskongress wählte neuen Vorstand / Konzept des Geriatrischen Versorgungsverbundes inhaltlich weiterentwickelt

Der neugewählte Vorstand und die Geschäftsführung des Bundesverbandes Geriatrie, v.l. Dr. med. Greuel, Dirk van den Heuvel, Frau Bartels, Dr. med. Reingräber, Frau Hartmann, Frau Wittrich, PD Dr. med. Lenzen, Herr Veer. (Foto von Frau Claudia Schütte)

Der neugewählte Vorstand und die Geschäftsführung des Bundesverbandes Geriatrie, v.l. Dr. med. Greuel, Dirk van den Heuvel, Frau Bartels, Dr. med. Reingräber, Frau Hartmann, Frau Wittrich, PD Dr. med. Lenzen, Herr Veer. (Foto von Frau Claudia Schütte)

Mit einem neu gewählten Vorstand stellt sich der Bundesverband Geriatrie e.V. den Herausforderungen des demografischen Wandels. Nach sechs Jahren als Vorstandsvorsitzender und elf Jahren als Mitglied des Gremiums kandidierte Hon.-Prof. Dr. med. Dieter Lüttje auf dem Jahreskongress Ende vergangener Woche in Bochum-Wattenscheid nicht mehr für das Amt und übergab den „Staffelstab“ an Herrn Dipl.-Kfm. Ansgar Veer. Herr Veer ist Geschäftsführer des St. Bonifatius Krankenhauses Lingen und seit 2004 Mitglied des Vorstands des Bundesverbands, von 2004 bis 2005 bekleidete er die Funktion des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Seit 2009 ist Herr Veer unter anderem auch Vorstandsmitglied des katholischen Krankenhausverbandes. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist Herr Dr. med. Heinz-Walter Greuel (Chefarzt Marien-Hospital Wattenscheid gGmbH, Zentrum für Geriatrische Akutbehandlung und Rehabilitation). Als weitere Mitglieder des Vorstands des Bundesverbands Geriatrie wurden Frau Friedhilde Bartels (Pflegedienstleiterin Geriatrie Albertinen-Krankenhaus/AlbertinenHaus Hamburg), Frau PD Dr.med. Romana Lenzen-Großimlinghaus (Chefärztin Geriatrie/Tagesklinik Dominikus-Krankenhaus Berlin), Frau Agnes Hartmann (Verwaltungsdirektorin Evangelisches Krankenhaus Gesundbrunnen Hofgeismar) sowie Herr Dr. med. Andreas Reingräber (Chefarzt Klinik für Geriatrie und Geriatrische Tagesklinik, St. Josef-Hospital Gelsenkirchen-Horst) gewählt. „Ich freue mich, dass mit der Zusammensetzung des neuen Vorstands die Besonderheit in der Geriatrie, das multiprofessionelle Behandlungsteam, abgebildet ist“, so der Vorstandsvorsitzende Herr Ansgar Veer. „Mit dem neuen Team sind kaufmännische, ärztliche und pflegerische Kompetenz an der Spitze des Bundesverbands konzentriert.“

Die über 200 Teilnehmer der Mitgliederversammlung betonten, dass sie auch weiterhin dem Ziel verpflichtet seien, eine am geriatrischen Patienten ausgerichtete, qualitätsorientierte Versorgung für betagte und hochbetagte Menschen in Deutschland sicherzustellen bzw. den Ausbau entsprechender fachspezifischer Versorgungsnetze zu fördern. Das Konzept des Geriatrischen Versorgungsverbundes wurde dabei im Rahmen der Jahreshauptversammlung entsprechend inhaltlich weiterentwickelt und bildet somit auch nach der Wahl des neuen Vorstandes weiterhin die Grundlage für die konzeptionelle Arbeit des Verbandes. Der Bundesverband Geriatrie ist die politische Vertretung von Klinikträgern, die mehr als 260 geriatrische Einrichtungen betreiben und derzeit über etwa 18.000 Betten bzw. Rehabilitationsplätze verfügen.

Die Mitgliederversammlung diskutierte zudem Aspekte der Qualitätssicherung in der Geriatrie, die Weiterentwicklung des entsprechenden Qualitätssiegels sowie den Ausbau der Weiterbildungsprogramme. Besorgt äußerten sich die Teilnehmer der Jahreskonferenz über die in einigen Bereichen immer kritischer werdende Finanzsituation. Dies betreffe in erster Linie den Rehabereich. Während beispielsweise die Betriebskosten beständig gestiegen seien, wurden die Vergütungssätze nicht oder nur äußerst gering erhöht. Einzelne Einrichtungen hätten bereits seit etwa acht Jahren keine Erhöhung der Vergütung erhalten. Inzwischen seien die Reserven ebenso aufgebraucht wie die Sparpotenziale.

Pressekontakt: Uwe H. Sattler

Bundesverband Geriatrie e.V.

Tel.: 030/339 88 76-14, Fax: 030/339 88 76-20

uweh.sattler@bv-geriatrie.de

Bundesverband Geriatrie e.V.

Vorstandsvorsitzender: Hon.-Prof. Dr. med. Dieter Lüttje

Geschäftsführer: Dirk van den Heuvel

Reinickendorfer Stra ß e 61

13347 Berlin

Tel.: 030 / 339 88 76 – 10

Fax: 030 / 339 88 76 – 20

E-Mail: geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

http://www.bv-geriatrie.de

Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Klinikträgern, die 246 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen betreiben und über ca.17.300 Betten/Rehaplätze verfügen . So sind unter anderem fast alle größeren Klinikverbünde und -konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen Mitglieder des Bundesverbandes.

Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, bzw. soweit wie möglich wieder herzustellen.

Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Versorgung. Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS aufgebaut und zu Gemidas Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben wird, genutzt.

Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.

Uwe H. Sattler _________________
-Pressereferent –
Bundesverband Geriatrie e.V.
Reinickendorfer Str. 61
13347 Berlin
Tel.:      030 / 339 88 76 13
Fax:      030 / 339 88 76 20
Email:    uweh.sattler@bv-geriatrie.de
Internet: www.bv-geriatrie.de


Medientipp: „Fertigmachen mit Methode: Deutschland – Mobbingland?“ im N24-Talk

„Fertigmachen mit Methode: Deutschland – Mobbingland?“
N24-Talk „Deutschland akut“ mit Friedemann Schmidt am Mittwoch, 30. November 2011, um 23.10 Uhr auf N24

Berlin.  In der Schule, im Sportverein oder am Arbeitsplatz – fast überall wird gestichelt, gehänselt und gespottet. Und während die Täter ihre Schadenfreude ausleben, durchleiden die Opfer teils jahrelang seelische Qualen. Geholfen wird ihnen nur selten: Psychoattacken werden nach deutschem Recht kaum bestraft. Ist Mobbing in Deutschland zum Volkssport geworden? Woher kommt die Lust am Quälen? Warum werden die Opfer vom Staat allein gelassen? Gehört Mobbing in der Ellenbogengesellschaft einfach dazu?

Darüber diskutiert Friedemann Schmidt mit Thomas Sonnenburg, Sozialpädagoge und Mobbing-Experte, bekannt aus dem Reality-TV-Format „Die Ausreißer“, Ilia Faye, Mobbing-Opfer und Buchautorin, und Dr. Dietrich Mohme, Rechtsanwalt und Experte für Mobbing am Arbeitsplatz.

„Deutschland akut – Der Talk mit Friedemann Schmidt“ – immer mittwochs um 23.10 Uhr auf N24. Die komplette Sendung im Internet unter: http://www.N24.de/deutschland-akut

Pressekontakt:

N24 Programmkommunikation
Jendrik Weber
Tel.: +49 30 2090-4607
E-Mail: Jendrik.Weber@N24.de

Medientipp: "Fertigmachen mit Methode: Deutschland – Mobbingland?" im N24-Talk

„Fertigmachen mit Methode: Deutschland – Mobbingland?“
N24-Talk „Deutschland akut“ mit Friedemann Schmidt am Mittwoch, 30. November 2011, um 23.10 Uhr auf N24

Berlin.  In der Schule, im Sportverein oder am Arbeitsplatz – fast überall wird gestichelt, gehänselt und gespottet. Und während die Täter ihre Schadenfreude ausleben, durchleiden die Opfer teils jahrelang seelische Qualen. Geholfen wird ihnen nur selten: Psychoattacken werden nach deutschem Recht kaum bestraft. Ist Mobbing in Deutschland zum Volkssport geworden? Woher kommt die Lust am Quälen? Warum werden die Opfer vom Staat allein gelassen? Gehört Mobbing in der Ellenbogengesellschaft einfach dazu?

Darüber diskutiert Friedemann Schmidt mit Thomas Sonnenburg, Sozialpädagoge und Mobbing-Experte, bekannt aus dem Reality-TV-Format „Die Ausreißer“, Ilia Faye, Mobbing-Opfer und Buchautorin, und Dr. Dietrich Mohme, Rechtsanwalt und Experte für Mobbing am Arbeitsplatz.

„Deutschland akut – Der Talk mit Friedemann Schmidt“ – immer mittwochs um 23.10 Uhr auf N24. Die komplette Sendung im Internet unter: http://www.N24.de/deutschland-akut

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Jendrik Weber
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Heinrich Popow erhält Paralympics-Pass für London 2012

Deutscher Behindertensportverband e.V., Montag, 28. November 2011

PRESSEMITTEILUNG

Köln – Im Rahmen der Wahl zum „Behindertensportler des Jahres 2011“ erhielt Leichtathlet Heinrich Popow symbolisch als erstes Mitglied der Deutschen Paralympischen Mannschaft den Paralympics-Pass für London 2012 aus den Händen von DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. In den kommenden Monaten werden bei ausgewählten Veranstaltungen weitere
Exemplare an die Paralympioniken überreicht.

„Erster sein ist immer gut – in diesem Fall empfinde ich es natürlich gleichsam als Ehre, den Auftakt für die Vergabe der Paralympics-Pässe 2012 zu markieren“, sagte Popow, der bei der Weltmeisterschaft 2011 in Christchurch zweimal Gold holte (100m und Weitsprung).

Die Athleten der Deutschen Paralympischen Mannschaft werden seit Vancouver 2010 mit dem Paralympics-Pass ausgestattet. Gedruckt von der Bundesdruckerei ähnelt dieser dem amtlichen Ausweis, fungiert aber nicht als offizielles Reisedokument. Vielmehr enthält die paralympische Ausgabe Informationen rund um die Spiele, mit allen Wettkampfstätten sowie den wichtigsten Terminen und Ansprechpartnern.
Außerdem stellen die Wirtschaftspartner des DBS den Sportlern
zahlreiche Angebote und Services als Zeichen ihrer Anerkennung und Motivation zur Verfügung. Wie sein Pendant im olympischen Bereich soll der Pass als sichtbares Zeichen für die Zugehörigkeit zur Mannschaft ein stärkeres „Wir“-Gefühl unter den Athleten erzeugen.

„Es freut uns sehr, dass wir die Athleten auch zu London 2012 mit einem Paralympics-Pass im Gepäck auf die Reise schicken können. Möglich machen das in erster Linie unsere engagierten Partner, die sich aktiv mit ihren Angeboten beteiligen. Der Pass ist im besten Sinne ein Vorzeige-Objekt – alle Beteiligten profitieren davon“, sagte DBS-Präsident Beucher.

Der DBS, gleichzeitig Nationales Paralympischen Komitee für
Deutschland, ist weltweit der einzige Verband im paralympischen Umfeld, der seinen Athleten in Kooperation mit seinen Partnern ein solches Dokument überreicht.

Kontakt:
Marketa Marzoli
Pressesprecherin Paralympics
Deutscher Behindertensportverband e.V.
National Paralympic Committee Germany
Tel. +49 (0) 2234-6000-212
Fax: +49 (0) 2234 6000-150
E-Mail: marzoli@dbs-npc.de
http://www.dbs-npc.de


Deutsche AIDS-Hilfe: Aktionen zum Welt-Aids-Tag starten bundesweit

Berlin. In ganz Deutschland gibt es ab diesem Wochenende zahlreiche Aktionen zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer schwärmen aus, um Rote Schleifen zu verteilen und Spenden zu sammeln. Aidshilfe-Organisationen postieren sich mit Infoständen in den Innenstädten und haben sich zahlreiche weitere Aktivitäten einfallen lassen.

Einen Überblick über Aktionen zum Welt-Aids-Tag gibt es auf www.welt-aids-tag.de im Bereich „Mitmachen“ sowie auf den Webseiten der lokalen Aidshilfen. Über den Adressenbereich auf www.aidshilfe.de finden Sie eine Aidshilfe in Ihrer Nähe.

Einige Beispiele: In Paderborn werden Mitarbeitende der AIDS-Hilfe in der Nacht vom 25. auf den 26. November in Nachtbussen unterwegs sein und den Passagieren unter dem Motto „Sicher im Verkehr“ die Heimfahrt vom Weihnachtsmarkt mit unterhaltsamen informativen Aktionen verkürzen. In vielen Städten finden Gedenkveranstaltungen statt, so zum Beispiel Candle-Light-Walks in Hamburg und in Duisburg, in Berlin gibt es wie immer ein Lichtermeer (jeweils am 30.11.). In Brandenburg finden mehrere Gedenkgottesdienste mit Benefizkonzerten statt. In Ulm lädt die Aidshilfe am 26.11. unter dem Titel „Aids ist heute vermeidbar!“ zu einer Informationsveranstaltung über HIV-Therapien ein.

Zu den Welt-Aids-Tags-Aktionen sagt Manuel Izdebski, Mitglied im Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe und Geschäftsführer der AIDS-Hilfe im Kreis Unna:

„Der Welt-Aids-Tag bietet den lokalen Aidshilfen eine wichtige Gelegenheit, an die Öffentlichkeit zu treten und ein Zeichen für Solidarität zu setzen. Dabei zeigen wir auch, dass das Leben mit HIV sich im Laufe der letzten Jahre stark verändert hat. Heute ist ein langes und gutes Leben mit der Infektion möglich! Genau deswegen benötigen allerdings auch immer mehr HIV-Positive Unterstützung, zum Beispiel in Form von Beratung. Denn dank der Therapien sterben immer weniger an den Folgen der Infektion, sodass die Zahl der Menschen mit HIV in Deutschland steigt.“

Eine wichtige Neuerung gibt es in diesem Jahr: Wer die Aidshilfe unterstützen möchte – ob nun als Unternehmen, Organisation oder Privatperson – kann auf der eigenen Homepage eine virtuelle Spendendose aufstellen. Möglich macht das Altruja, ein Online-Spendensystem, das die Deutsche AIDS-Hilfe seit heute auf ihrer Website installiert hat.

Im Fokus der bundesweiten Aufmerksamkeit zum Welt-Aids-Tag steht in diesem Jahr die Kampagne „Positiv zusammen leben. Aber sicher!“, die der Diskriminierung von Menschen mit HIV entgegenwirken und Informationen über das Leben mit HIV in Zeiten der Kombinationstherapien vermitteln soll.

HIV-Positive gehen an die Öffentlichkeit und berichten über ihren Alltag. Botschafter Marcel (22) spricht über die Bedeutung von Freundschaft. Zübeyde (43) erzählt, wie sie ihr Leben als alleinerziehende Mutter mit HIV in den Griff bekommen hat – und zwar richtig gut! Thomas (38) hat wegen HIV seinen Job verloren und macht sich für ein Arbeitsleben ohne Diskriminierung stark. Und Ernst (50) berichtet von den gesundheitlichen Einschränkungen, die entstanden sind, weil HIV bei ihm viel zu spät diagnostiziert wurde. „Positiv zusammen leben. Aber sicher!“ ist eine gemeinsame Kampagne des Bundesgesundheitsministeriums, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen AIDS-Stiftung und der Deutschen AIDS-Hilfe.

Weitere Informationen und Links zu den genannten Terminen: www.aidshilfe.de www.welt-aids-tag.de

Pressekontakt:

Holger Wicht
Referent für Öffentlichkeitsarbeit/Pressesprecher
Tel. 030 69 00 87 16
holger.wicht@dah.aidshilfe.de

Internationale Pflegestudie belegt: Deutschland ist Schlusslicht in Sachen Personalschlüssel

Ergebnisse wurden auf dem 9. Gesundheitspflege-Kongress in Hamburg vorgestellt

Hamburg/Berlin/Heidelberg 25. November 2011. Emotionale Unterstützung für die Patienten kommt am ehesten zu kurz, wenn Zeit und Personal fehlen. Dies ist ein Ergebnis der Studie zur „impliziten Rationierung von Pflegeleistungen“, die auf dem 9. Gesundheitspflege-Kongress erstmals vorgestellt wurde. Der Kongress, der am 25. und 26. November in Hamburg stattfindet, wird von dem Pflegemagazin Heilberufe und von Springer Medizin veranstaltet und ist mit rund 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgebucht. „Die Mobilisierung von bewegungseingeschränkten Patienten, die Überwachung von Patienten sowie Gespräche mit Angehörigen sind weitere Tätigkeiten, die Pflegekräfte oft wegen Zeitdruck oder Personalmangel nicht geschafft haben“, berichtet Britta Zander, Wissenschaftlerin an der Technischen Universität Berlin. Viele Patienten, die geläutet haben, mussten länger als fünf Minuten warten.

Für die Studie hat ein Forscherteam der Fakultät Wirtschaft und Management an der TU Berlin in 13 Krankenhäusern über 600 examinierte Pflegekräfte auf den chirurgischen und inneren Stationen befragt. Damit ist die Studie eine erste, systematische Erfassung von Pflegeleistungen, die aufgrund von Zeitnot und Personalmangel nur ungenügend ausgeführt werden können. Diese Befragung ergänzt die internationale RN4Cast-Studie (Registered Nurse Forecasting) – die bislang umfangreichste Datensammlung im Bereich der Pflegepersonalplanung, an der 12 europäische Länder und 31.000 Pflegekräfte teilgenommen haben. Die aktuellen Ergebnisse für Deutschland aus der RN4Cast-Studie wurden auf dem 9. Gesundheitspflege-Kongress ebenfalls präsentiert. Liegengebliebene Arbeit, ein schlechter Personalschlüssel, Unzufriedenheit mit der Arbeitssituation und der Arbeitsumgebung sowie eine hohe Burnout-Rate – diese Zusammenhänge konnte die RN4Cast-Studie nun nachweisen.

So bewerteten über die Hälfte der deutschen Pflegekräfte ihre Arbeitsumgebung als schlecht oder mäßig, 37 Prozent sind mit ihrer Arbeitssituation unzufrieden und 30 Prozent leiden unter emotionaler Erschöpfung. Gegenüber einer ähnlich angelegten Befragung von 1999 haben sich die Zahlen damit verdoppelt: Damals waren nur 17 Prozent der deutschen Pflegekräfte mit ihrer Arbeit unzufrieden und nur 15 Prozent waren emotional stark belastet. Diese Verschlechterung korreliert mit einem ungünstigen Personalschlüssel: Mit über zehn Patienten, für die eine Pflegekraft zuständig ist, schneidet Deutschland neben Spanien von allen Ländern am schlechtesten ab.

Die Einschätzung der Pflegekräfte geht mit der Einschätzung der Patienten, die in der RN4Cast-Studie ebenfalls befragt wurden, zusammen. „Mit einer höheren Burnout-Rate unter den Pflegenden sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient das Krankenhaus weiterempfiehlt“, betont Prof. Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen und Leiter des deutschen Projektteils. Unzufriedene Pflegekräfte bedeuten also unzufriedene Patienten. Busse weist allerdings auch auf eine große Spannbreite in den einzelnen Häusern hin, die von ausschließlich zufriedenen Pflegekräften in einem Krankenhaus bis hin zu 80 Prozent Pflegenden reicht, die sich an ihrem Arbeitsplatz unwohl fühlen. „Es scheint also auch in Deutschland Häuser zu geben, die besser in der Lage sind, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzugehen“, so Busse. Seine Empfehlung: „Nur auf eine Strategie zu setzen, nämlich die Anzahl des Pflegepersonals zu erhöhen, reicht nicht aus. Wichtiger wäre, zunächst das Arbeitsumfeld zu verbessern.“

Kongressorganisation Springer Medizin: Andrea Tauchert | tel +49 30 827875510 | andrea.tauchert@springer.com

Pressekontakt Pflegekongress: Anke Nolte | tel +49 30 27560136 | nolte@journalistenbuero-berlin.de

Pressekontakt Springer Medizin: Uschi Kidane | tel +49 6221 487-8166 | uschi.kidane@springer.com


Erschöpfung von Müttern – Kurmaßnahmen helfen

Pressemitteilung

Müttergenesungswerk rät zur Mütter- oder Mutter-Kind-Kur

Berlin, 25. November 2011.Kindererziehung, ständig für die Familie da sein, den Haushalt managen und oft noch im Beruf engagiert sein: Das ist immer noch Alltag der meisten Mütter. Die vielfältigen Rollenanforderungen lassen sich oft nur schwer miteinander vereinbaren. Weitere Faktoren aus dem Lebensumfeld, wie finanzielle Schwierigkeiten, Partnerschaftsproblem, die Pflege von Angehörigen kommen verschärfend hinzu und führen oft zu deutlichen Erschöpfungszeichen bei den Müttern. Das Müttergenesungswerk rät auch in der kalten Jahreszeit zu den bewährten Kurmaßnahmen für Mütter.

„20% der Mütter benötigen eine Kurmaßnahme “, erklärt Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes (MGW) in Berlin. „Der Winter ist eine gute Jahreszeit für eine Mütter- oder Mutter-Kind-Kur. Therapeutische Maßnahmen sind extra wirkungsvoll, da sie verstärkt werden durch die jahreszeitlichen Klima- und Wetterbesonderheiten. Und für die Kinder gibt es meist schulbegleitenden Unterricht.“

In vielen anerkannten Kliniken des Müttergenesungswerkes werden Winterkuren für Mütter und für Mütter mit ihren Kindern angeboten. Die Maßnahmen sind auf die ganzheitliche Behandlung mit frauenspezifischem Ansatz ausgerichtet. Gemeinsam mit anderen Frauen und Kindern erhalten Mütter die medizinischen, physio- und psychotherapeutischen Anwendungen mit konkretem Bezug zu ihrer individuellen Lebenssituation. Zudem gibt es auch Schwerpunkte zu Erkrankungen und Lebenssituationen. Oft wird gerade so die kalte Jahreszeit völlig anders erlebt. Die Mütter lernen deren Qualitäten für die eigene Gesundheit zu nutzen.

„Der Erfolg der Maßnahme hängt auch von einer guten Vorbereitung ab. Die rund 1.400 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände im Verbund des Müttergenesungswerkes helfen bei allen Fragen rund um die Kurmaßnahme und bereiten die Mütter gezielt auf die Gesundheitsmaßnahme vor. Dies ist der erste Schritt zum Kurerfolg“, erläutert Anne Schilling.

Alle Winterkurangebote und die Beratungsstellensuche über www.muettergenesungswerk.de, www.winterkur.de/cms/angebote-schwerpunktkuren oder per Kurtelefon: 030 330029-29

Kontakt: Elly Heuss-Knapp-Stiftung,

Deutsches Müttergenesungswerk

Bergstraße 63, 10115 Berlin
Katrin Goßens, Tel.: 030 330029-14

presse@muettergenesungswerk.de, www.muettergenesungswerk.de


Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention: KMK verweigert Führungsrolle bei Inklusion in der Schule

25. November 2011

Berlin. Anlässlich der heute veröffentlichten Empfehlungen der Kultusministerkonferenz (KMK) zur sonderpädagogischen Förderung „Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen“ kritisierte die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechts-konvention die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz als völlig unzureichend.

„Die Kultusministerkonferenz schafft es zweieinhalb Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention nicht, konsequent für ein inklusives Bildungssystem einzutreten und das erforderliche Arbeitsprogramm daraus zu entwickeln“, zeigte sich Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention enttäuscht. Man habe gehofft, die Kultusministerkonferenz übernähme stärker die Führungsrolle bei der Anleitung der Bundesländer, die schulische Segregation behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher zu überwinden.

„Das politische Versäumnis der Kultusministerkonferenz ändert jedoch nichts an der völkerrechtlichen Verpflichtung der einzelnen Bundesländer“, unterstrich Aichele. Maßstab für die Umsetzung des Rechts auf Bildung bleibe Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention. „Die Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems vom März 2011 bieten den Bundesländern hierfür klare Orientierung“, so der Menschenrechtsexperte.

Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention, eingerichtet im unabhängigen Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin, hat gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention (UN BRK) den Auftrag, die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Sinne der Konvention zu fördern und zu schützen sowie die Umsetzung der UN-BRK in Deutschland konstruktiv wie kritisch zu begleiten.

Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems (31. März 2011)

http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/monitoring-stelle/stellungnahmen.html

Pressekontakt: Bettina Hildebrand, Pressesprecherin

Telefon 030 25 93 59 – 14, Mobil 01 60 96 65 00 83

E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de

Deutsches Institut für Menschenrechte e.V.
Zimmerstr. 26-27
10969 Berlin
Tel. :  (49) 30 – 25 93 59 – 0
Fax:  (49) 30 – 25 93 59 – 59
info@institut-fuer-menschenrechte.de
www.institut-fuer-menschenrechte.de


Die Herausforderungen des demografischen Wandels annehmen

Der scheidende Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Geriatrie e.V., Hon.-Prof. Dr. med. Dieter Lüttje, spricht sich für eine breite gesellschaftliche Diskussion über die zunehmende Alterung der Bevölkerung und die damit verbundenen Konsequenzen für die geriatrische Versorgung aus. „Die Weichen müssen heute gestellt werden“, mahnte der Kliniker, der sechs Jahre an der Spitze des Bundesverbands stand, in einem Gespräch am Rande des Jahreskongresses in Bochum-Wattenscheid.

Frage: Herr Professor, die zunehmende Alterung der Bevölkerung ist kein neues Phänomen. Trotzdem scheinen Politik und Gesellschaft zögerlich, sich dem Thema zu stellen.

Antwort: Natürlich wird der demografische Wandel als ein wichtiges Thema wahrgenommen. Das widerspiegelt sich sowohl in der Medizin, insbesondere in der Geriatrie, die sich ja ganz unmittelbar der Zunahme alterstypischer Erkrankungen und der Multimorbidität älterer Patienten stellen muss, als auch der Politik. Tatsächlich aber fehlt noch eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der wachsenden Alterung der Bevölkerung. Denn diese ist kein ausschließlich medizinisches Problem, sondern hat Konsequenzen für das gesamte Gesundheits- und Sozialwesen, für die Versicherungsträger, ja selbst für die Kommunen, die für bestimmte Transferleistungen oder die Heimunterbringung aufkommen. Im Jahr 2050 werden in Deutschland laut Berechnungen etwa 23 Prozent der Menschen über 65 Jahre alt sein. Wir müssen uns auf die steigende Zahl älterer Menschen einstellen und aktiv reagieren. Diese Weichen müssen heute gestellt werden.

Frage: Was bedeutet diese Entwicklung für die Geriatrie?

Antwort: Vor allem, dass wir eine deutliche Zunahme alterstypischer Erkrankungen erleben werden. Es gibt Analysen, wonach beispielsweise die Zahl der Diabetes mellitus-Erkrankungen von  2007 bis 2050 um etwa 20 bis 22 Prozent steigen wird. Die Zahl von Herzinfarkten, was  Neuerkrankungen anbelangt, wird im selben Zeitraum von 313.000 auf 548.000 wachsen, eine Zunahme von 75 Prozent. Noch drastischer ist die Steigerung von Demenz-Erkrankungen um 104 Prozent – entsprechend 1,1 Millionen 2007 auf 2,2 Millionen im Jahr 2050.

Frage: Ist angesichts dieser Zahlen die geriatrische Versorgung auch in Zukunft gesichert?

Antwort: Diese Frage hat der Bundesverband Geriatrie unter anderem in dem im vergangenen Jahr vorgelegten „Weißbuch Geriatrie“ untersuchen lassen. Unsere Gutachter kamen zu dem Schluss, dass sich in den vergangenen Jahren in dieser Hinsicht zwar viel zum Positiven verändert hat, aber trotzdem deutlicher Nachholbedarf besteht. So müssen neben einer kontinuierlicher Qualitätsverbesserung geriatrische Kapazitäten erheblich ausgebaut und die derzeitige Situation der teilweise fachspezifisch unvollständigen bzw. Fehlversorgung geriatrischer Patienten rasch überwunden werden. Besonders brennt mir die Ausbildung von Geriatern auf den Nägeln, in nahezu allen geriatrischen Einrichtungen gibt es einen Mangel an entsprechenden Fachärzten. Dazu muss die Ausbildung stärker auf universitärer Ebene verankert werden. In Deutschland existieren gerade einmal sieben Lehrstühle an den 36 medizinischen Fakultäten, die sich

schwerpunktmäßig mit Geriatrie befassen. Daneben – und nicht zuletzt – muss die kritische Vergütungssituation in der geriatrischen Versorgung verändert werden.

Frage: Sie sprechen damit den Rehabilitationsbereich an?

Antwort: Ja, die Lage ist im Rehabereich so dramatisch, dass einige Einrichtungen bereits schließen mussten, bei anderen ist dieser Schritt in absehbarer Zeit möglich. Während die Betriebskosten der Einrichtungen beständig gestiegen sind, wurden die Vergütungssätze nicht oder nur äußerst gering erhöht. Zum Teil haben einzelne Einrichtungen bereits seit etwa acht Jahren keine Erhöhung der Vergütung erhalten. Die Reserven sind inzwischen ebenso aufgebraucht wie die Sparpotenziale.

Frage: Geriatrische Versorgung ist insbesondere wegen des hohen Personalaufwandes teuer. Da ist es doch nicht überraschend, dass die Gesundheitskosten nicht noch weiter steigen sollen.

Antwort: Das ist eine Milchmädchenrechnung, die eben nicht gesamtgesellschaftlich, aber auch nicht gesundheitspolitisch gedacht ist. Es gibt belastbare Beispielrechnung, unter anderem in unserem Weißbuch, dass durch eine fachgerechte geriatrische Versorgung erhebliche Sparpotenziale erschlossen werden können. Nimmt man beispielsweise eine Verhinderung der Pflegebedürftigkeit bei nur 10 Prozent der im Jahr 2007 in der stationären Geriatrie behandelten Patienten und gleichzeitig eine Minderung der Pflegebedürftigkeit um eine Pflegestufe bei weiteren 10 Prozent der Patienten für den Zeitraum von einem Jahr an, ergäbe sich eine geschätzte Einsparung der Pflegekosten um rund 455 Millionen Euro für diesen Zeitraum. Dem gegenüber steht eine durchschnittliche einmalige Ausgabengröße von rund 293 Millionen Euro für die stationäre geriatrische Behandlung dieser Patienten in einer Akut- oder Rehabilitationsklinik. Damit könnten in einem Jahr der verhinderten oder verminderten Pflegebedürftigkeit rund 163 Millionen Euro allein bei dieser Patientengruppe eingespart werden. Erhöht sich der Anteil verhinderter und verminderter Pflegebedürftigkeit nach einer qualifizierten geriatrischen Behandlung gar auf jeweils 25 Prozent, steigt das Einsparvolumen für die Leistungen der Pflegeversicherung auf rund 1,14 Milliarden Euro bei gleichzeitig Ausgabe von rund 732 Millionen für die stationäre geriatrische Behandlung. Die Gesamteinsparung beliefe sich in diesem Fall auf 407 Millionen Euro in einem Jahr verhinderter Pflegebedürftigkeit! Aber wie gesagt, dazu muss man über den medizinischen Rahmen hinaus blicken. Die Einsparungen, die sich aus einer geriatrisch-fachärztlichen Unterstützung im ambulanten Bereich bzw. aus einer Wahrnehmung eines „Geriatrieprofils“ bei der stationären Aufnahme jeden Krankenhauses als Grundlage eine sinnvollen Fallsteuerung ergeben, würden weit darüber hinaus gehen.

Frage: Das klingt so, als sei der ältere Mensch nur ein Objekt für Rechenexempel.

Antwort: Nein, ganz und gar nicht. Trotz der Bedeutung wirtschaftlicher Fragen geht es an allererster Stelle darum, den zumeist multimorbiden älteren Patienten eine fachgerechte geriatrische Versorgung zugutekommen zu lassen, ihre Selbstständigkeit zu erhalten oder soweit wie möglich wieder herzustellen. Damit kann auch der individuelle Teilhabeanspruch bis ins hohe Alter hinein verwirklicht werden.

Frage: Welche Rolle spielt der Bundesverband Geriatrie in diesem Zusammenhang?

Antwort: Der Bundesverband hat in Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften und anderen Partnern einen wesentlichen Beitrag zu Qualitätssicherung, Ausbau und Entwicklung innovativer Konzepte in der geriatrischen Versorgung geleistet. So sind mit „Zercur Geriatrie“ und dem „Qualitätssiegel Geriatrie“ Bildungsprogramme und Zertifizierungsinstrumente vorgelegt worden, die zur Sicherung eines hohen Versorgungsstandard beitragen können. Mit Datenbanken und Kodierleitfäden haben wir zudem den Einrichtungen Hilfen zur praktischen Arbeit an die Hand gegeben. Mit der „Aktivierend-therapeutischen Pflege in der Geriatrie“ oder dem Geriatrischen Versorgungsverbund liegen Modelle und Projekte vor, mit denen auf die Anforderungen einer fachspezifischen geriatrischen Versorgung auch in der Zukunft reagiert wird.

Pressekontakt:

Uwe H. Sattler

Bundesverband Geriatrie e.V.

Tel.: 030/339 88 76-14, Fax: 030/339 88 76-20

uweh.sattler@bv-geriatrie.de

Bundesverband Geriatrie e.V.

Vorstandsvorsitzender: Hon.-Prof. Dr. med. Dieter Lüttje

Geschäftsführer: Dirk van den Heuvel

Reinickendorfer Straße 61

13347 Berlin

Tel.: 030 / 339 88 76 – 10

Fax: 030 / 339 88 76 – 20

E-Mail: geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

http://www.bv-geriatrie.de

Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Klinikträgern, die 246 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen betreiben und über ca.17.300 Betten/Rehaplätze verfügen. So sind unter anderem fast alle größeren Klinikverbünde und -konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen Mitglieder des Bundesverbandes.

Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, bzw. soweit wie möglich wieder herzustellen.

Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Versorgung. Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS aufgebaut und zu Gemidas Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben wird, genutzt.

Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.