Juli, 2011

 

Stationäre Behandlung für Menschen mit psychischen Erkrankungen oft ohne Alternative

Presse-Information

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Der diesjährige Krankenhausreport der Barmer GEK macht einmal mehr deutlich: Psychische Erkrankungen nehmen in unserer Gesellschaft zu und stellen das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) nimmt Stellung.

Der jüngst erschienen Krankenhausreport 2011 der Barmer GEK wirft einen Blick auf die Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Demnach werden immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen stationär behandelt. Ihre Zahl stieg in den letzten zwanzig Jahren um 129 Prozent. Laut Bericht ließen sich im Jahr 1990 rund 3,7 von tausend Versicherten im Krankenhaus behandeln, im Jahr 2010 waren es schon 8,5. Ein noch drastischeres Bild zeige sich bei Patienten mit Depressionen. Hier betrüge das Plus seit dem Jahr 2000 rund 117 Prozent. Auch sei die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Krankenhausaufenthaltes bei Patienten mit psychischen Störungen besonders hoch: Mehr als zwei Drittel der Patienten begeben sich innerhalb der ersten zwei Jahre erneut in stationäre Behandlung. Davon werde ein Drittel bereits in den ersten 30 Tagen wieder aufgenommen, knapp die Hälfte in den ersten drei Monaten. Laut Bericht sei die Verkürzung der Liegezeiten aber nicht ursächlich.

In diesem Zusammenhang bezweifelte die Barmer GEK, ob das Krankenhaus der richtige Ort für die Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) sieht diese Schlussfolgerung kritisch. DGPPN-Präsident Professor Peter Falkai stellt richtig: „In den Krankenhäusern wird mit den Patienten intensiv gearbeitet und sie für die Zeit nach dem Aufenthalt in einer stationären Einrichtung vorbereitet. Die hohe Zahl der Wiedereinweisungen, d.h. der sogenannte Drehtüreffekt kommt auch dadurch zustande, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen es schwer haben, die normalen Alltagsbelastungen zu bewältigen. In einer komplexer gewordenen Welt der Kommunikation und der Globalisierung ist weniger Raum sich zurückzuziehen oder die Widrigkeiten des Alltags abzufedern“. Darüber hinaus, so Falkai weiter, habe die ökonomisch bedingte Verkürzung der Liegezeiten um 70 Prozent sehr wohl dazu geführt, dass sich die Rückfallquoten erhöht haben. Eine gute Betreuung im Nachgang der stationären Behandlung sei also notwendig. Insofern unterstütze die DGPPN die Forderung der Barmer GEK nach einer besseren integrierten und möglichst schnittstellenfreien Versorgung, um die Behandlung  noch stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten abstimmen zu können.

„Wir können auf sehr erfolgreiche Projekte der Integrierten Versorgung für einzelnen psychische Erkrankungen blicken. Leider hat sich in Deutschland bislang kein flächendeckendes integriertes Versorgungsnetz gebildet. Dies liegt auch an der bisherigen Finanzierung psychiatrisch-psychotherapeutischer Leistungen, die nur wenig Anreize zu einer besseren Vernetzung der stationären und ambulanten Sektoren bietet“, sagt Professor Falkai. Man setze hohe Erwartungen in die Entwicklung des neuen Entgeltsystems. Die DGPPN engagiere sich deshalb in der Gesundheitspolitik und treibe als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft derzeit die Entwicklung des neuen Entgeltsystems intensiv voran.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Peter Falkai
Präsident DGPPN
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Göttingen
von-Siebold-Str. 5
37075 Göttingen
Telefon: 0551-396601
Fax: 0551-3922798
E-Mail: pfalkai[at]gwdg.de



4. Dresdner REHA-Gespräch im Zentrum für ambulante Rehabilitation Herz & Kreislauf Dresden

REchtzeitig HAndeln – REHA ist Vielfalt

… unser Programm anlässlich des Reha-Tages 2011 spiegelt diese Vielfalt wider. Ein Themenkomplex sind die kardiovaskulären Risikofaktoren und deren Behandlung. Häufige Krankheitsbilder in der Rehabilitation sind die Herzinsuffizienz und die pAVK bzw. das Bauchaortenaneurysma. Die Behandlungsstrategien bei diesen Erkrankungen bilden einen weiteren Schwerpunkt. Ferner wenden wir uns der Problematik von Wundheilungsstörungen nach Sternotomie zu. Das Wundmanagement nimmt in der Rehabilitation einen wichtigen Stellenwert ein.

Weiter Informationen zum Programm und die Anmeldung finden Sie auf www.reha-herz.de

Zentrum für ambulante Rehabilitation Herz & Kreislauf Dresden

Dr. med. Hermann M. Fischer

Forststraße 5

01099 Dresden

Tel.: (0351) 80 64 170

Fax.: (0351) 80 64 171

E-Mail: info@reha-herz.de


4. Dresdner REHA-Gespräch im Zentrum für ambulante Rehabilitation Herz & Kreislauf Dresden

REchtzeitig HAndeln – REHA ist Vielfalt

… unser Programm anlässlich des Reha-Tages 2011 spiegelt diese Vielfalt wider. Ein Themenkomplex sind die kardiovaskulären Risikofaktoren und deren Behandlung. Häufige Krankheitsbilder in der Rehabilitation sind die Herzinsuffizienz und die pAVK bzw. das Bauchaortenaneurysma. Die Behandlungsstrategien bei diesen Erkrankungen bilden einen weiteren Schwerpunkt. Ferner wenden wir uns der Problematik von Wundheilungsstörungen nach Sternotomie zu. Das Wundmanagement nimmt in der Rehabilitation einen wichtigen Stellenwert ein.

Weiter Informationen zum Programm und die Anmeldung finden Sie auf www.reha-herz.de

Zentrum für ambulante Rehabilitation Herz & Kreislauf Dresden

Dr. med. Hermann M. Fischer

Forststraße 5

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Stabwechsel an der Schussental-Klinik:Dr. Matthias Schoof übergibt Leitung des Rehabilitationsbereiches an Dr. Artur Hatzfeld

Aulendorf – Dr. Matthias Schoof, Chefarzt Rehabilitation der Schussental-Klinik, einem Gemeinschaftsunternehmen der Waldburg-Zeil Kliniken und des ZfP, wurde am 29. Juli feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Frank Kuhn, Geschäftsführer der Schussental-Klinik, sowie Ellio Schneider, Geschäftsführer der Waldburg-Zeil Kliniken, würdigten anlässlich eines Empfangs das berufliche Wirken und den großen Einsatz, mit dem sich Dr. Matthias Schoof in den zurückliegenden dreieinhalb Jahrzehnten für seine Patienten stark gemacht hat.

 1947 in Eppstein geboren, studierte Matthias Schoof Medizin in Freiburg, Heidelberg und Wien. Erste berufliche Stationen führten ihn nach Freiburg, Elzach, Krumbach – und schon einmal an die Schussental-Klinik nach Aulendorf.

Von dort wechselte Dr. Matthias Schoof 1980 als Stationsarzt an die Waldburg-Zeil Klinik Alpenblick in Isny-Neutrauchburg. Mit dem so genannten „Psychiatrischen Jahr“ komplettierte Schoof seine Ausbildung zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse und kehrte 1984 an die Klinik Alpenblick zurück. Fortan behandelte er dort als Oberarzt Patienten der psychosomatischen Rehabilitation. Als Stellvertretender Leitender Chefarzt trug Dr. Matthias Schoof über lange Jahre dazu bei, den hervorragenden medizinischen Ruf dieser Klinik mit seinem analytischen Verständnis von Krankheit und Genesung bundesweit zu festigen. Nach Vorarlberg pflegte Schoof gute Kontakte und gewann österreichische Patienten für eine Behandlung in der nahegelegenen deutschen Klinik. Mitarbeiter und Kollegen schätzten die freundliche Art und das ausgewogene Urteil Schoofs. Im Rahmen von Coachings und Beratungsaufträgen gab er sein Wissen auch an Unternehmen weiter.

 Im 60. Lebensjahr stellte sich Dr. Matthias Schoof einer ganz neuen Herausforderung: Er baute den Bereich Rehabilitation der frisch renovierten und „umgezogenen“ – also gewissermaßen unter neuen Gesichtspunkten wieder gegründeten Schussental-Klinik in Aulendorf auf. Seine Erfahrungen in der Rehabilitationsbehandlung psychosomatischer Patienten und in der Organisation des Klinikbetriebes flossen nun in das neue Haus – mit dem Ergebnis, dass die Rehabilitiationsklinik seit einem Jahr nahezu voll belegt und damit auch wirtschaftlich erfolgreich ist.

 „Eigentlich ist ein Haus so voller Potential wie die neue Schussental-Klinik nicht der rechte Rahmen für einen Abschied“, beschrieb Ellio Schneider das Gefühl von Mitarbeitern und Kollegen der Einrichtung. Matthias Schoof geht  in den Ruhestand – und er hat sein Haus gut bestellt. Das sei wichtig, denn  „letztlich strahlt so ein Klinikbetrieb auf die ganze Stadt Aulendorf aus“, sagte Ellio Schneider. Diese Signalwirkung sei eine Verpflichtung für alle Beteiligten – so auch für den „Neuen“! Dr. Matthias Schoof nutzte die Gelegenheit der Abschiedsrunde, um seinen Nachfolger, Dr. Artur Hatzfeld vorzustellen. Der designierte Chefarzt ist seit 2010 im Haus und in die anstehenden Aufgaben gut eingearbeitet worden. Am 1. August 2011 wird er das Ruder im Bereich Rehabilitation der Schussental-Klinik übernehmen.

 Info

Die Schussental-Klinik ist ein Fachkrankenhaus und eine Rehabilitationsklinik für internistische Psychosomatik und Psychotherapie. Die ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Zentrums für Psychiatrie Südwürttemberg (ZfP) und der Waldburg-Zeil Kliniken. Seit 2006 sind letztere zu 49 Prozent an der Aulendorfer Klinik beteiligt, übrigens eine einzigartige Kooperation zwischen einem staatlichen – ZfP – und einem privaten – Waldburg-Zeil Kliniken – Träger.

 Vier Partner nutzen aktuell das Gebäude der Schussental-Klinik am Safranmoos.

  • 78 Betten Fachkrankenhaus für akutstationäre psychosomatische Behandlung von Patienten
  • 99 Betten psychosomatische Rehabilitation
  • 10 Tagesplätze der Abteilung für Kinder– und Jugendpsychiatrie (bisher ZfP Weissenau)
  • 24 Betten SINOVA Klinik (Schwerpunkt: Psychosomatische Schmerztherapie, bisher Bad Schussenried)

 Wolfgang Rieger ist Geschäftsführer des ZfP. Ellio Schneider ist Geschäftsführer der Waldburg-Zeil Kliniken.

 Frank Kuhn ist Geschäftsführer der Schussental-Klinik.

Medizinische Geschäftsführerin und Medizinische Leiterin des Akut-Bereiches der Schussental-Klinik ist PD Dr. Cornelia Albani.

Chefarzt der Schussental-Klinik, Bereich Rehabilitation ist ab 01.08.2011 Dr. Artur Hatzfeld.


Unterversorgung schwarz auf weiß bewiesen

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
Pressemitteilung Nr. 12/11
28. Juli  2011

BDP fordert die richtigen Konsequenzen aus dem BARMER Krankenhaus Report 2011

So ernst die am 26. Juli in Berlin von der BARMER GEK vorgelegten Zahlen zum Anstieg psychischer Erkrankungen und ihrer Behandlung im Krankenhaus sind, so wenig überraschen sie Psychologen und Psychotherapeuten. Der Anstieg in 20 Jahren um 129 Prozent sagt aus Sicht des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) viel über den Zustand der Gesellschaft, wachsende Belastungen im Arbeitsleben sowie Überforderung auch auf anderen Gebieten. Der Report sagt aber auch einiges über den Zustand der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland. Der BDP unterstützt die Forderung der Barmer nach besseren ambulanten Angeboten anstelle nicht in jedem Fall notwendiger Klinikaufenthalte. Umso weniger sei zu verstehen, dass der Versorgungsgesetz-Entwurf von einer Überversorgung mit Psychotherapeuten in großen Teilen Deutschlands ausgeht und den Abbau von 6000 psychotherapeutischen Praxen vorsieht.

Wenn die BARMER in ihrem Krankenhaus-Report die steigende Zahl von Krankenhausaufenthalten wegen psychischer Störungen und die vielen Fälle von wiederholten Krankenhausaufenthalten beklagt, müssen Versicherer, Gesundheitspolitiker und Klinikbetreiber sich doch fragen, wie die psychotherapeutische Versorgung verbessert und nicht wie sie weiter eingeschränkt werden kann, sagt Hans-Werner Stecker aus dem Vorstand des Verbandes Psychologischer Psychotherapeuten im BDP. Der Kostendruck in den Kliniken sei sehr hoch, die Zahl der Behandler in Relation zu den Patienten viel zu niedrig, und in vielen Fällen würden Patienten von Ärzten in Weiterbildung zum Facharzt statt von erfahrenen Psychotherapeuten behandelt. Psychotherapie ist ein komplexes Beziehungsgeschehen und setzt eine umfangreiche Ausbildung und Erfahrung voraus, die von Weiterbildungsassistenten nicht zu erwarten ist, betont er. Die Folge ist laut Hans-Werner Stecker häufig eine Reduktion auf eine rein medikamentöse Behandlung, die bei den meisten Patienten allein jedoch nicht zu dauerhafter Gesundung führt, so Stecker.

Dass Patienten nach ihrer Entlassung nicht selten wenige Monate später wieder in Kliniken landen, lässt sich s.E. auch darauf zurückführen, dass Patienten nicht nahtlos von ambulant arbeitenden Psychotherapeuten aufgefangen werden können. Dies mache deutlich, dass es eben entgegen zahlreicher Behauptungen keine Überversorgung gibt, sondern eine Unterversorgung. Insbesondere fehle es an Möglichkeiten, Patienten mit komplexen Störungsbildern bei entsprechender Indikation mit einer intensiveren psychotherapeutischen Behandlung unter Einbeziehung eines multiprofessionellen Teams versorgen zu können und damit eine stationäre Behandlung weitgehend zu ersetzen. Stecker kritisiert zudem, dass der Krankenhausreport den Eindruck erwecke, die Rückkehr in die Klinik sei in jedem Fall ein Fehler zum Schaden für alle Beteiligten. Tatsächlich gebe es insbesondere bei Fehlen ambulanter Angebote durchaus gute Gründe, Patienten im Sinne einer Intervallbehandlung in den Alltag zu entlassen und sie nach einiger Zeit erneut zur weiteren Vertiefung der Behandlung erneut stationär aufzunehmen.

Bezüglich der von verschiedenen Seiten empfohlenen stationären Kurzzeittherapien fordert Stecker eine differenzierte Betrachtung. Zum einen seien psychische Störungen in der Regel nicht „minimal-invasiv“ therapierbar. Eine auf wenige Tage begrenzte Krisenintervention im Krankenhaus könne Sinn machen, wenn sie eingebettet ist in den Rahmen einer ambulanten Behandlung. Denkbar seien auch Belegbetten für Psychotherapeuten im Krankenhaus, so dass während eines stationären Aufenthalts eine Weiterbehandlung in Kooperation mit dem Stationsteam erfolgen könne. Dies lassen die gegenwärtigen gesetzlichen Rahmenbedingungen jedoch noch nicht zu.

In dem Festhalten der Verantwortlichen an einer unwissenschaftlichen und unrealistischen Berechnungsgrundlage für künftige Versorgungsstrukturen sieht der BDP eine große Gefahr. Der Verband fordert die Abschaffung der sogenannten Stichtagsregelung von 1999, sowie eine Neuberechnung des Bedarfs an Psychotherapeuten, die sich an der Morbidität in der Bevölkerung orientiert. Die Zahlen dafür seien verfügbar und müssten nur endlich in die Versorgungsplanung einfließen.

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin
Tel. 030 – 209 166 620
c.schaffmann@bdp-verband.de


Krankschreibungstage: Depression übernimmt den ersten Platz

Hamburg.  „Ich fühlte mich antriebslos und trotzdem angespannt. Alles war unglaublich schwer, selbst das Heben eines Kaffeebechers schien unmöglich, fast wie bei einer Lähmung. Dazu hatte ich starke Konzentrationsschwächen“, so beschreibt Anne Hoffmann die schwierige Zeit ihrer Erkrankung. Die Berlinerin litt lange Jahre an psychischen Erkrankungen, unter anderem an Depressionen. Wie der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, sind psychische Krankheiten in Deutschland weiterhin auf dem Vormarsch. Bei keinem anderen Diagnosekapitel verzeichnete die Krankenkasse im letzten Jahrzehnt derartige Anstiege bei den Fehlzeiten. Unter TK-versicherten Erwerbspersonen (Berufstätige und Arbeitslosengeld-I-Empfänger) gab es 2010 einen Zuwachs psychisch bedingter Fehlzeiten von fast 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Depressionen sind inzwischen eine Volkskrankheit in Deutschland. Im Jahr 2010 belegte die Diagnose „Depressive Episode“ (F32) erstmals den traurigen Spitzenplatz bei den Fehltagen, noch vor Rückenschmerzen und Erkältungen. Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes: „Wir beobachten die Zunahme psychischer Erkrankungen mit Sorge. Die aktuellen Auswertungen zeigen, dass inzwischen auch immer mehr junge Menschen betroffen sind.“ So wurde unter TK-versicherten Studierenden und jungen Erwerbstätigen (20 bis 34 Jahre) eine deutliche Zunahme der Antidepressiva-Verschreibungen festgestellt. Von 2006 bis 2010 stiegen die verordneten Tagesdosen bei den Studierenden um 79 und bei den Erwerbspersonen um 70 Prozent.

Auffällig ist auch der Anstieg psychisch bedingter Ausfallzeiten bei den Berufstätigen. Seit Beginn der TK-Gesundheitsberichterstattung im Jahr 2000 sind die Fehltage wegen Psychischer und Verhaltensstörungen um 57 Prozent gestiegen. Psychische Störungen spielen bei den Fehlzeiten eine besonders große Rolle, weil Krankschreibungen aufgrund von Depression, Angst- oder Belastungsstörungen mit durchschnittlich 41 Tagen sehr lange dauern. „Das bedeutet für die Unternehmen enorme Produkti-onsausfälle, für die Krankenkassen hohe Kosten und für die Patienten meist eine wochen- oder monatelange Leidenszeit“, so Klusen.

Wie häufig psychische Diagnosen gestellt und Antidepressiva verschrieben werden, ist regional sehr unterschiedlich. So erhalten 20- bis 34-jährige Erwerbspersonen und Studierende in den neuen Bundesländern seltener eine psychische Diagnose, die Berliner, Hamburger und Saarländer hingegen besonders oft. Trotz überdurchschnittlich vieler psychisch Kranker werden in Berlin und Hamburg verhältnismäßig wenig Antidepressiva verschrieben. Ein Grund für diesen auf den ersten Blick überraschenden Befund könnte die größere Anzahl von Psychotherapeuten in den Großstädten sein. Die Auswertung von Kontakten zu Psychotherapeuten bestätigt diese Theorie: Hamburger und Berliner zwischen 20 und 34 liegen überdurchschnittlich häufig auf der Couch eines Therapeuten.

„In Deutschland orientiert sich die Versorgung psychisch kranker Men-schen meist an den Therapieangeboten vor Ort und leider nur selten an den spezifischen Bedürfnissen der Patienten“ bemängelt Klusen. Insbesondere schwere Fälle werden meist stationär behandelt. Damit werden die Menschen jedoch aus ihrem gewohnten Lebensumfeld herausgerissen. Nach der Entlassung fehlt vielen Patienten konkrete Unterstützung, so dass sie bei der nächsten Krise wieder in der Klinik vorstellig werden. Um diesen negativen Kreislauf zu unterbrechen und den Erkrankten ein individuelles Therapieangebot zu machen, hat die TK das „Netzwerk psychische Gesundheit“ ins Leben gerufen. Das Konzept sieht vor, dass die Patienten mithilfe von aufsuchender Betreuung zu Hause (home treatment), Rückzugsräumen und qualifizierten Ansprechpartnern rund um die Uhr in ihrem gewohnten familiären, beruflichen und sozialen Umfeld bleiben können.

Bisher steht das Angebot in München, Stuttgart, Berlin, Bremen, Augs-burg, Lübeck, Kiel, dem Kreis Plön, in Neumünster und Umgebung sowie in mehreren niedersächsischen Regionen zur Verfügung. Anne Hoffmann, die wegen Depressionen 18 Monate im Krankenhaus verbracht hat, ist sich sicher: „Ein Projekt mit home treatment und Krisenpension hätte meine Klinikaufenthalte wahrscheinlich überflüssig gemacht. In jedem Fall wäre es wesentlich leichter geworden, einen Umgang mit meiner Erkrankung zu finden.“ Inzwischen arbeitet die Berlinerin selbst in einer Krisenpension und hilft psychisch Kranken und ihren Angehörigen, mit akuten Krisen umzugehen.

Weitere Informationen zum Netzwerk psychische Gesundheit finden Sie auf www.tk.de, einfach in der Suchmaske den Webcode 5235 eingeben.

Hinweis für die Redaktionen:

Weitere Informationen, Pressefotos und Infografiken enthält die Juli-Ausgabe des TK-Medienservice „So krank ist Deutschland“ unter www.presse.tk.de.

Pressekontakt:

Michaela Hombrecher
TK-Pressestelle
Tel.:   040-6909-2223
E-Mail: michaela.hombrecher@tk.de
Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de
Twitter:               www.twitter.com/TK_Presse

Neuerscheinung: „Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten“

medhochzwei Verlag GmbH, Mittwoch, 27. Juli 2011

100 Stichworte zum Verständnis des deutschen Gesundheitswesens

Heidelberg . Einen ganz neuen Weg zum Verständnis des deutschen Gesundheitswesens beschreitet diese Neuerscheinung: In genau 100 Stichworten wird dem Leser das deutsche Gesundheitswesen in unterschiedlichster Richtung aufgeschlüsselt und erklärt. Damit bekommt der Nutzer dieses Buches die Möglichkeit, sich Stück für Stück in das Gesundheitssystem hineinzufinden und es sich ganz nach dem aktuellen persönlichen Bedarf in Teilschritten zu erschließen.

Zusätzlich bietet „Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten“ natürlich – wie jedes gute Lexikon – die Möglichkeit, bestimmte Begriffe nachzuschlagen, um sich so einen schnellen Überblick zu verschaffen. Kurz: wer die wichtigsten Institutionen, Regelungen und Rahmenbedingungen kennenlernen will, die für das deutsche Gesundheitswesen besonders relevant sind, kann dies mit diesem Buch tun.

Herausgeber und Autor der meisten Stichworte ist der renommierte Fachjournalist und Publizist Dr. Uwe K. Preusker, von dem auch das Buch „Das deutsche Gesundheitssystem verstehen“ stammt. Preusker ist seit vielen Jahren als Fachmann für Themen rund um das Gesundheitswesen aktiv. So gibt er seit mehreren Jahren den Hintergrund-Informationsdienst „Klinik markt inside“ heraus, dessen Chefredakteur er ist. Außerdem ist er Mit-Herausgeber der Buchreihe „Zukunft Gesundheitswirtschaft“ und des Standardwerkes „Management-Handbuch DRGplus“.

Die im neu erschienenen Buch „Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten“ zusammengestellten Stichworte stellen eine Auswahl der für das Verständnis des deutschen Gesundheitssystems wichtigsten Stichworte aus dem umfassenden Standardwerk „Lexikon des deutschen Gesundheitssystems“ dar, das 2010 bereits in der dritten Auflage erschienen ist und mittlerweile insgesamt rund 650 Stichworte umfasst.

Bibliographische Informationen:
Uwe K. Preusker (Hrsg.), Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten;2011 medhochzwei Verlag,VIII, 82 Seiten, Softcover,  Euro 19,95. ISBN: 978-3-86216-065-5

Kontakt:
Julia Rondot
Alte Eppelheimer Str. 42/1

69115 Heidelberg
E-Mail: info@medhochzwei-verlag.de
Tel. 06221/91496-0
http://www.medhochzwei-verlag.de


Neuerscheinung: "Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten"

medhochzwei Verlag GmbH, Mittwoch, 27. Juli 2011

100 Stichworte zum Verständnis des deutschen Gesundheitswesens

Heidelberg . Einen ganz neuen Weg zum Verständnis des deutschen Gesundheitswesens beschreitet diese Neuerscheinung: In genau 100 Stichworten wird dem Leser das deutsche Gesundheitswesen in unterschiedlichster Richtung aufgeschlüsselt und erklärt. Damit bekommt der Nutzer dieses Buches die Möglichkeit, sich Stück für Stück in das Gesundheitssystem hineinzufinden und es sich ganz nach dem aktuellen persönlichen Bedarf in Teilschritten zu erschließen.

Zusätzlich bietet „Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten“ natürlich – wie jedes gute Lexikon – die Möglichkeit, bestimmte Begriffe nachzuschlagen, um sich so einen schnellen Überblick zu verschaffen. Kurz: wer die wichtigsten Institutionen, Regelungen und Rahmenbedingungen kennenlernen will, die für das deutsche Gesundheitswesen besonders relevant sind, kann dies mit diesem Buch tun.

Herausgeber und Autor der meisten Stichworte ist der renommierte Fachjournalist und Publizist Dr. Uwe K. Preusker, von dem auch das Buch „Das deutsche Gesundheitssystem verstehen“ stammt. Preusker ist seit vielen Jahren als Fachmann für Themen rund um das Gesundheitswesen aktiv. So gibt er seit mehreren Jahren den Hintergrund-Informationsdienst „Klinik markt inside“ heraus, dessen Chefredakteur er ist. Außerdem ist er Mit-Herausgeber der Buchreihe „Zukunft Gesundheitswirtschaft“ und des Standardwerkes „Management-Handbuch DRGplus“.

Die im neu erschienenen Buch „Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten“ zusammengestellten Stichworte stellen eine Auswahl der für das Verständnis des deutschen Gesundheitssystems wichtigsten Stichworte aus dem umfassenden Standardwerk „Lexikon des deutschen Gesundheitssystems“ dar, das 2010 bereits in der dritten Auflage erschienen ist und mittlerweile insgesamt rund 650 Stichworte umfasst.

Bibliographische Informationen:
Uwe K. Preusker (Hrsg.), Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten;2011 medhochzwei Verlag,VIII, 82 Seiten, Softcover,  Euro 19,95. ISBN: 978-3-86216-065-5

Kontakt:
Julia Rondot
Alte Eppelheimer Str. 42/1

69115 Heidelberg
E-Mail: info@medhochzwei-verlag.de
Tel. 06221/91496-0
http://www.medhochzwei-verlag.de


Innovatives Modellprojekt pflegen-und-leben.de gestartet

Catania gemeinnützige GmbH – pflegen-und-leben.de, Mittwoch, 27. Juli 2011

PRESSEMITTEILUNG

Psychologische Online-Beratung bietet pflegenden Angehörigen Hilfe bei seelischer Belastung

Berlin. Einen pflegebedürftigen älteren Menschen zu Hause zu betreuen, ist eine anspruchsvolle und anstrengende Arbeit. Leicht überschätzen pflegende Angehörige dabei ihre Kräfte und erkennen die Überforderung erst, wenn sie selbst eindeutige Krankheitssymptome zeigen. Dass es so weit nicht kommt, will das in Deutschland bislang einzigartige Modellprojekt pflegen-und-leben.de erreichen. Kernstück der neuen Internetplattform ( http://www.pflegen-und-leben.de ) ist eine persönliche psychologische Online-Beratung für pflegende Angehörige bei seelischer Belastung – anonym und kostenfrei.

Das Projekt pflegen-und-leben.de wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. „Pflegende Angehörige leisten großartige und verantwortungsvolle Arbeit. Es ist uns sehr wichtig, sie dabei zu unterstützen“, so Staatssekretär Josef Hecken.
„Pflege ist keine leichte Aufgabe. Daher können pflegende Angehörige an ihre eigenen Grenzen kommen. Das Angebot von pflegen-und-leben.de kann dann eine nützliche Hilfe sein. Denn nur, wem es selbst gut geht, kann auch mit voller Kraft für jemand anderen da sein.“

Wenn die Pflege eines älteren Menschen das Leben eines Angehörigen so stark beeinflusst, dass dessen eigene Wünsche und Bedürfnisse keinen Platz mehr finden, bahnen sich Probleme an. „Das Gefühl ständigen Zeitmangels, zunehmender sozialer Rückzug und besonders das Fehlen von sozialer Anerkennung sind der Nährboden für Erschöpfung und Burnout“, sagt Projektleiterin Imke Wolf. Dem will die Online-Beratung von pflegen-und-leben.de vorbeugen.

Der Zugang zur Online-Beratung ist einfach: Nach der Einrichtung eines anonymen Benutzerkontos auf der Internetplattform pflegen-und-leben.de können pflegende Angehörige ihre Fragen und Sorgen direkt und datensicher an das speziell geschulte Psychologinnen- und Psychologen-Team richten, das zur Verschwiegenheit verpflichtet ist.
Kostenfrei wird mit den Ratsuchenden an individuellen Lösungen gearbeitet, die den seelischen Druck aus dem Pflegealltag nehmen.

Das niedrigschwellige Online-Angebot pflegen-und-leben.de versteht sich als fachkompetenter Beistand, wenn den Angehörigen die Zeit fehlt oder die Hemmschwelle für ein persönliches Gespräch in einer Beratungsstelle vor Ort zu groß ist. „Die Anonymität der Kommunikation erleichtert es vielen, auch schambesetzte und tabuisierte Aspekte zu thematisieren“, sagt Psychologin Wolf.

Kontakt:
Pressekontakt:

Catania gemeinnützige GmbH – Hilfe für Helfer Modellprojekt pflegen-und-leben.de
Imke Wolf
Turmstraße 21
10559 Berlin
Telefon 030 – 30 39 06 70
Telefax 030 – 30 61 43 71
Mail: i.wolf@pflegen-und-leben.de
http://www.catania-online.org
http://www.pflegen-und-leben.de


HolsingVital lädt zum Tag der Gesundheit ein

Rehabilitation präsentiert sich bundesweit zum achten Mal der Öffentlichkeit / HolsingVital in Bad Holzhausen lädt am 11.09.2011 zum Tag der Gesundheit ein.

Bad Holzhausen. Unter dem Motto „REchtzeitig HAndeln – Reha ist Vielfalt“ wird der 8. Deutsche Reha-Tag am 24. September 2011 zeigen, dass erfolgreiche Rehabilitation eine Vielzahl engagierter Menschen mit hoher Fachkompetenz unterschiedlichster Professionen braucht und ein hohes Maß an Zusammenarbeit und Vernetzung erfordert. Durch diese im Gesundheits- und Sozialwesen einmalige Vielfalt können Betroffene mit unterschiedlichsten Anliegen, Nöten und Erkrankungen die für sie bestmögliche Beratung, Behandlung und Unterstützung erhalten. Ein Aktionsbündnis von 24 Organisationen und Verbänden der Rehabilitation ruft bundesweit alle Kliniken und Einrichtungen der Rehabilitation auf, sich am Aktionstag der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Auch die HolsingVital GmbH präsentiert ihr Leistungsspektrum und ihre Qualität
Die HolsingVital GmbH in Bad Holzhausen nimmt in diesem Jahr erneut am Deutschen Reha-Tag teil. Ca. 1700 Rehabilitanden werden jährlich in der auf orthopädische Erkrankungen spezialisierten Klinik erfolgreich behandelt. Beim Tag der Gesundheit am 11. September können sich interessierte Besucher ein genaues Bild von der Ausstattung, der Leistungsfä-higkeit und der Behandlungsqualität unserer Klinik machen. Auf dem Programm stehen Vor-träge und Workshops rund um das Thema „Kniegelenk“, Fettkiller in der Lehrküche, die Besichtigung der neu eröffneten Salzgrotte, Koordinationstraining u.v.m. Als Gastreferenten erwartet HolsingVital Herrn Prof. Dr. Hartmuth Kiefer, Chefarzt der Unfall- und orthopädischen Chirurgie im Lukas Krankenhaus Bünde. Wer sich selbst ein Bild von den Angeboten machen möchte, den heißt die HolsingVital von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr herzlich willkommen.
Zu den Workshops ist eine Anmeldung erforderlich.

Besucher-Informationen im Internet
Neuigkeiten und Hinweise zu weiteren aktuellen Veranstaltungen unserer Klinik finden Sie stets im Internetportal unter www.holsingvital.de unter „Aktuelles“. Oder besuchen Sie den Reha-Tag im Internet unter www.rehatag.de. Hier finden Sie alle Informationen zum Aktionstag, den Initiatoren und teilnehmenden Kliniken und Einrichtungen sowie allgemeine Informa-tionen zu Rehabilitation und Teilhabe.

Kontakt und Nachfragen:
HolsingVital GmbH • Frau Schnabel
Brunnenallee 3
32361 Pr. Oldendorf – Bad Holzhausen
Tel.: 05741-275446
Fax: 05741-275444
schnabel@holsingvital.de,
www.holsingvital.de