Donnerstag, März 31st, 2011

 

Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle 2010 deutlich gestiegen

Gute Wirtschaftslage und schlechte Witterung ließen im vergangenen Jahr die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle steigen

31.03.2011

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) heute in Berlin vorgelegt hat. Danach lag die Zahl der Arbeitsunfälle bei 964.144 und damit um 8,8 Prozent höher als im Vorjahr. Auf dem Weg zur Arbeit und von dort nach Hause ereigneten sich 224.110 Unfälle, was einer Zunahme um 25,5 Prozent gegenüber 2009 entspricht. Auch die Schüler-Unfallversicherung verzeichnete mehr Schadensfälle.

“Es ist ein typischer Reflex, dass bei anziehender Konjunktur und Beschäftigung auch die absolute Zahl der Arbeitsunfälle zunimmt”, sagt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. Das müsse jedoch nicht unbedingt bedeuten, dass auch das relative Unfallrisiko steige. Eine Aussage hierzu könne jedoch erst im Sommer gemacht werden, wenn die Geschäfts- und Rechnungsergebnisse für 2010 und damit die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden vorlägen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zahlten im vergangenen Jahr an 16.629 Versicherte erstmals eine Rente aufgrund eines Arbeitsunfalls und an 6.068 Versicherte erstmals eine Rente aufgrund eines Wegeunfalls.

“Leider haben wir auch mehr Unfalltote zu beklagen”, so Breuer weiter. 2010 verloren 524 Menschen ihr Leben aufgrund eines Arbeitsunfalls. 369 starben aufgrund eines Wegeunfalls. “Gerade im Straßenverkehr geschehen immer wieder schwere Unfälle – erst recht bei Schnee und Eis, wie wir es 2010 in außergewöhnlicher Form hatten”, erklärt der DGUV-Hauptgeschäftsführer. Wichtig sei es daher, mehr für die Prävention von Unfällen zu tun. Die gesetzliche Unfallversicherung unterstütze Unternehmen und Versicherte hierzu mit konkreten Angeboten, unter anderem im Rahmen ihrer Kampagne “Risiko raus!”.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in der Schüler-Unfallversicherung, die Schüler, Studierende und Kinder in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege versichert. Als zuständige Versicherer verzeichneten Unfallkassen und Gemeindeunfallsversicherungsverbände 1.295.734 meldepflichtige Schulunfälle im Jahr 2010 – 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr – und 123.665 Schulwegunfälle – 7 Prozent mehr als 2009. Die Zahl der neuen Unfallrenten aufgrund eines Schul- oder Schulwegunfalls sank um 118 auf 947. Sieben tödliche Unfälle ereigneten sich beim Besuch der Bildungseinrichtung, 51 auf dem Weg dorthin.

Hintergrund

Ein Wegeunfall liegt dann vor, wenn sich der Unfall auf dem direkten Weg zur Arbeit oder Schule oder auf dem Heimweg ereignet hat. In der gesetzlichen Unfallversicherung ist ein Arbeits- oder Wegeunfall dann meldepflichtig, wenn er zu mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit oder zum Tode geführt hat. Eine Ausnahme gilt in der Schüler-Unfallversicherung: Unfälle von Schülern sind meldepflichtig, wenn sie eine ärztliche Behandlung nach sich gezogen oder zum Tode geführt haben. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen versichern rund 75 Millionen Menschen in Deutschland gegen das Risiko eines Arbeits-, Schul- oder Wegeunfalls sowie gegen Berufskrankheiten.

Pressekontakt:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Pressestelle Stefan Boltz

Tel.: 030 288763768

Fax: 030 288763771

E-Mail: presse@dguv.de

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Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention legt Eckpunkte für ein inklusives Bildungssystem vor

Deutsches Institut für Menschenrechte e.V., Donnerstag, 31. März 2011

PRESSEMITTEILUNG

Berlin. Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention hat die aktuellen Papiere der Kultusministerkonferenz (KMK) zur inklusiven Bildung kritisiert. “Die Papiere spiegeln die verbindliche Richtungsentscheidung der UN-Behindertenrechtskonvention für ein inklusives Bildungssystem nicht wider”, erklärte Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle, anlässlich der Veröffentlichung der “Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems”. Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Konvention in Deutschland seien entschlossene systematische Anstrengungen in den Bundesländern notwendig, um die Trennung von behinderten und nicht behinderten Kindern im Unterricht strukturell zu überwinden. An dem Ansatz der separierenden Förder- oder Sonderschule weiter festzuhalten, sei mit der Konvention nicht vereinbar, so der Menschenrechtsexperte. Mit ihren Papieren billige die KMK einzelnen Bundesländern den Raum zu, existierende Sonderschulen unhinterfragt weiterzuführen oder ihr bestehendes Sonderschulwesen sogar weiter auszubauen.

“In allen Bundesländern sind im schulischen Bereich enorme strukturelle Anstrengungen auf allen Handlungsebenen wie beispielsweise Recht, Schulorganisation, Aus- und Fortbildung, Ressourcenverteilung erforderlich, um das Recht auf inklusive Bildung mittel- und langfristig erfolgreich umzusetzen”, erklärte Aichele. Die Bundesländer seien zudem in der Pflicht, bereits kurzfristig, spätestens ab dem Schuljahr 2011/2012, das individuelle Recht auf einen diskriminierungsfreien Zugang zu einem sinnvollen wohnortnahen Bildungsangebot an einer Regelschule praktisch einzulösen.

Der Leiter der Monitoring-Stelle beklagte, dass die guten Erfahrungen mit gemeinsamem Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern in Deutschland zu wenig bekannt seien und die positiven Beispiele aus anderen Staaten zu wenig zur Kenntnis genommen würden.
“Die Konvention ist nicht weltfremd, sondern Inklusion baut auf langjährigen Erfahrungen auf und ist – anders als meist vermutet – gut erprobt”, so Aichele.

Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention, eingerichtet im unabhängigen Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin, hat gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention den Auftrag, die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Sinne der Konvention zu fördern und zu schützen sowie die Umsetzung der UN-BRK in Deutschland konstruktiv wie kritisch zu begleiten.

Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems (31. März 2011) http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/monitoring-stelle/stellungnahmen.html

Kontakt:
Pressekontakt:

Bettina Hildebrand, Pressesprecherin
Tel.: 030 25 93 59 – 14 , Mobil: 0160 96 65 00 83
E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/

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Fachkliniken Wangen als eines von neun Thoraxchirurgisches Zentren bundesweit ausgezeichnet

Wangen – Die Thoraxchirurgische Klinik an den Fachkliniken Wangen ist eines von deutschlandweit neun Thoraxchirurgischen Zentren. Anfang März bekamen Krankenhausdirektor Hans-Jürgen Wolf und Chefarzt PD Dr. Robert Scheubel das Zertifikat aus den Händen der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie überreicht. Derzeit gibt es in  Baden-Württemberg, Bayern und Hessen kein weiteres Thoraxchirurgisches Zentrum. 

Als Lungenfachklinik, in der alle Disziplinen zur Behandlung unterschiedlichster Lungenerkrankungen vorhanden sind, hat sich das Waldburg-Zeil Haus seit Jahrzehnten einen Namen gemacht. Der Gedanke medizinischer Behandlungszentren, der von den Fachgesellschaften stark gefördert wird, hat seinen Schwerpunkt in dem konstruktiven Miteinander der einzelnen medizinischen Disziplinen. „Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit haben wir in den Fachkliniken Wangen seit jeher gelebt und durch die Auszeichnung als Thoraxchirurgisches Zentrum nun bestätigt bekommen“, freute sich Krankenhausdirektor Wolf über die Urkunde. Auch Chefarzt PD Dr. Robert Scheubel ist stolz auf das Erreichte. „Wir arbeiten hier auf einem wirklich hohen medizinischen Niveau“, so der habilitierte Mediziner, der bereits an der Hallenser Martin-Luther Universität lehrte und jetzt seinem Lehrauftrag an der Universität Ulm nachkommt. „Patienten mit Lungenerkrankungen finden bei uns Behandlung nach den neusten Erkenntnissen, gepaart mit großer operativer Erfahrung und interdisziplinärer Ergänzung.“

Den Grundstock für den Erfolg hat der leitende Arzt Dr. Holger Holdt gelegt, der die Klinik viele Jahre führte und seit Jahrzehnten die Krankheitsfälle lückenlos dokumentiert sowie ausgewertet hat. Auf dieser Grundlage lassen sich die Behandlungsabläufe in der Klinik stetig kontrollieren und verbessern: „Wir sind hierdurch bestens miteinander vernetzt“, lobt Scheubel sein Team. Über die für ein Thoraxchirurgisches Zentrum notwendigen Fallzahlen verfügt die etablierte Lungenfachklinik Wangen selbstverständlich. Darüber hinaus haben die Ärzte die regelmäßigen fachübergreifenden Konferenzen auch mit externen Kollegen intensiviert, so auch beim so genannten „Tumorboard“. Hier wird jede Behandlung eines Patienten vor bzw. nach einer OP mit Radiologen, Pneumologen, Onkologen, Operateuren und Strahlentherapeuten besprochen. Denn die meisten Operationen am Thoraxchirurgischen Zentrum in Wangen betreffen onkologische Erkrankungen, die ihren Ursprung im Brustkorb oder als Metastasen außerhalb des Brustkorbes haben. „Leider sterben immer noch viele Lungenkrebspatienten an den Folgen ihrer Erkrankung“, sagt Scheubel. „Darum müssen wir die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für unsere Patienten möglichst optimieren, um die Erkrankung so früh wie möglich erkennen und differenziert behandeln zu können“. 

Hierzu gehören auch ein Palliativkonzept und eine psychoonkologische Betreuung der Patienten. „Durch Teilnahme an klinischen Studien haben wir die Möglichkeit neue Behandlungsansätze in unsere Therapien einfließen zu lassen“, erläutert der Chefarzt. Dafür wurde kürzlich eigens ein wissenschaftliches Studiensekretariat eingerichtet, das die Arbeiten koordiniert und dokumentiert. Damit leiste Wangen seinen Beitrag, so Scheubel, dass die Patienten in Zukunft immer differenzierter und wirkungsvoller behandelt werden können.

 INFO

Die Thoraxchirurgische Klinik ist eine von sechs Spezialkliniken an den Fachkliniken Wangen und eines von neun thoraxchirurgischen Zentren in Deutschland. Ihr Spektrum umfasst die gesamte Thoraxchirurgie bei Kindern und Erwachsenen, angefangen bei diagnostischen oder interventionellen bronchoskopischen Verfahren über minimalinvasive videoassistierte Eingriffe bis hin zur offenen Thoraxchirurgie, wobei hier unter anderem auch moderne laserchirurgische Verfahren zum Einsatz kommen. Hierbei stellt die Behandlung von Lungenkrebs und die Resektion von pulmonalen Metastasen einen Schwerpunkt dar. Sechs Ärzte mit der entsprechenden Zahl von Pflegerinnen und Pflegern sowie Therapeuten betreuen jährlich 750 Patienten. Träger der Fachkliniken Wangen sind die Waldburg-Zeil Kliniken. Zu ihrem Verbund gehören 17 Einrichtungen und ein Gemeinschaftsunternehmen mit den Zentren für Psychiatrie Südwürttemberg.

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