März, 2011

 

Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle 2010 deutlich gestiegen

Gute Wirtschaftslage und schlechte Witterung ließen im vergangenen Jahr die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle steigen

31.03.2011

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) heute in Berlin vorgelegt hat. Danach lag die Zahl der Arbeitsunfälle bei 964.144 und damit um 8,8 Prozent höher als im Vorjahr. Auf dem Weg zur Arbeit und von dort nach Hause ereigneten sich 224.110 Unfälle, was einer Zunahme um 25,5 Prozent gegenüber 2009 entspricht. Auch die Schüler-Unfallversicherung verzeichnete mehr Schadensfälle.

„Es ist ein typischer Reflex, dass bei anziehender Konjunktur und Beschäftigung auch die absolute Zahl der Arbeitsunfälle zunimmt“, sagt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. Das müsse jedoch nicht unbedingt bedeuten, dass auch das relative Unfallrisiko steige. Eine Aussage hierzu könne jedoch erst im Sommer gemacht werden, wenn die Geschäfts- und Rechnungsergebnisse für 2010 und damit die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden vorlägen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zahlten im vergangenen Jahr an 16.629 Versicherte erstmals eine Rente aufgrund eines Arbeitsunfalls und an 6.068 Versicherte erstmals eine Rente aufgrund eines Wegeunfalls.

„Leider haben wir auch mehr Unfalltote zu beklagen“, so Breuer weiter. 2010 verloren 524 Menschen ihr Leben aufgrund eines Arbeitsunfalls. 369 starben aufgrund eines Wegeunfalls. „Gerade im Straßenverkehr geschehen immer wieder schwere Unfälle – erst recht bei Schnee und Eis, wie wir es 2010 in außergewöhnlicher Form hatten“, erklärt der DGUV-Hauptgeschäftsführer. Wichtig sei es daher, mehr für die Prävention von Unfällen zu tun. Die gesetzliche Unfallversicherung unterstütze Unternehmen und Versicherte hierzu mit konkreten Angeboten, unter anderem im Rahmen ihrer Kampagne „Risiko raus!“.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in der Schüler-Unfallversicherung, die Schüler, Studierende und Kinder in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege versichert. Als zuständige Versicherer verzeichneten Unfallkassen und Gemeindeunfallsversicherungsverbände 1.295.734 meldepflichtige Schulunfälle im Jahr 2010 – 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr – und 123.665 Schulwegunfälle – 7 Prozent mehr als 2009. Die Zahl der neuen Unfallrenten aufgrund eines Schul- oder Schulwegunfalls sank um 118 auf 947. Sieben tödliche Unfälle ereigneten sich beim Besuch der Bildungseinrichtung, 51 auf dem Weg dorthin.

Hintergrund

Ein Wegeunfall liegt dann vor, wenn sich der Unfall auf dem direkten Weg zur Arbeit oder Schule oder auf dem Heimweg ereignet hat. In der gesetzlichen Unfallversicherung ist ein Arbeits- oder Wegeunfall dann meldepflichtig, wenn er zu mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit oder zum Tode geführt hat. Eine Ausnahme gilt in der Schüler-Unfallversicherung: Unfälle von Schülern sind meldepflichtig, wenn sie eine ärztliche Behandlung nach sich gezogen oder zum Tode geführt haben. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen versichern rund 75 Millionen Menschen in Deutschland gegen das Risiko eines Arbeits-, Schul- oder Wegeunfalls sowie gegen Berufskrankheiten.

Pressekontakt:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Pressestelle Stefan Boltz

Tel.: 030 288763768

Fax: 030 288763771

E-Mail: presse@dguv.de


Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention legt Eckpunkte für ein inklusives Bildungssystem vor

Deutsches Institut für Menschenrechte e.V., Donnerstag, 31. März 2011

PRESSEMITTEILUNG

Berlin. Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention hat die aktuellen Papiere der Kultusministerkonferenz (KMK) zur inklusiven Bildung kritisiert. „Die Papiere spiegeln die verbindliche Richtungsentscheidung der UN-Behindertenrechtskonvention für ein inklusives Bildungssystem nicht wider“, erklärte Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle, anlässlich der Veröffentlichung der „Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems“. Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Konvention in Deutschland seien entschlossene systematische Anstrengungen in den Bundesländern notwendig, um die Trennung von behinderten und nicht behinderten Kindern im Unterricht strukturell zu überwinden. An dem Ansatz der separierenden Förder- oder Sonderschule weiter festzuhalten, sei mit der Konvention nicht vereinbar, so der Menschenrechtsexperte. Mit ihren Papieren billige die KMK einzelnen Bundesländern den Raum zu, existierende Sonderschulen unhinterfragt weiterzuführen oder ihr bestehendes Sonderschulwesen sogar weiter auszubauen.

„In allen Bundesländern sind im schulischen Bereich enorme strukturelle Anstrengungen auf allen Handlungsebenen wie beispielsweise Recht, Schulorganisation, Aus- und Fortbildung, Ressourcenverteilung erforderlich, um das Recht auf inklusive Bildung mittel- und langfristig erfolgreich umzusetzen“, erklärte Aichele. Die Bundesländer seien zudem in der Pflicht, bereits kurzfristig, spätestens ab dem Schuljahr 2011/2012, das individuelle Recht auf einen diskriminierungsfreien Zugang zu einem sinnvollen wohnortnahen Bildungsangebot an einer Regelschule praktisch einzulösen.

Der Leiter der Monitoring-Stelle beklagte, dass die guten Erfahrungen mit gemeinsamem Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern in Deutschland zu wenig bekannt seien und die positiven Beispiele aus anderen Staaten zu wenig zur Kenntnis genommen würden.
„Die Konvention ist nicht weltfremd, sondern Inklusion baut auf langjährigen Erfahrungen auf und ist – anders als meist vermutet – gut erprobt“, so Aichele.

Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention, eingerichtet im unabhängigen Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin, hat gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention den Auftrag, die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Sinne der Konvention zu fördern und zu schützen sowie die Umsetzung der UN-BRK in Deutschland konstruktiv wie kritisch zu begleiten.

Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems (31. März 2011) http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/monitoring-stelle/stellungnahmen.html

Kontakt:
Pressekontakt:

Bettina Hildebrand, Pressesprecherin
Tel.: 030 25 93 59 – 14 , Mobil: 0160 96 65 00 83
E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/


Fachkliniken Wangen als eines von neun Thoraxchirurgisches Zentren bundesweit ausgezeichnet

Wangen – Die Thoraxchirurgische Klinik an den Fachkliniken Wangen ist eines von deutschlandweit neun Thoraxchirurgischen Zentren. Anfang März bekamen Krankenhausdirektor Hans-Jürgen Wolf und Chefarzt PD Dr. Robert Scheubel das Zertifikat aus den Händen der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie überreicht. Derzeit gibt es in  Baden-Württemberg, Bayern und Hessen kein weiteres Thoraxchirurgisches Zentrum. 

Als Lungenfachklinik, in der alle Disziplinen zur Behandlung unterschiedlichster Lungenerkrankungen vorhanden sind, hat sich das Waldburg-Zeil Haus seit Jahrzehnten einen Namen gemacht. Der Gedanke medizinischer Behandlungszentren, der von den Fachgesellschaften stark gefördert wird, hat seinen Schwerpunkt in dem konstruktiven Miteinander der einzelnen medizinischen Disziplinen. „Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit haben wir in den Fachkliniken Wangen seit jeher gelebt und durch die Auszeichnung als Thoraxchirurgisches Zentrum nun bestätigt bekommen“, freute sich Krankenhausdirektor Wolf über die Urkunde. Auch Chefarzt PD Dr. Robert Scheubel ist stolz auf das Erreichte. „Wir arbeiten hier auf einem wirklich hohen medizinischen Niveau“, so der habilitierte Mediziner, der bereits an der Hallenser Martin-Luther Universität lehrte und jetzt seinem Lehrauftrag an der Universität Ulm nachkommt. „Patienten mit Lungenerkrankungen finden bei uns Behandlung nach den neusten Erkenntnissen, gepaart mit großer operativer Erfahrung und interdisziplinärer Ergänzung.“

Den Grundstock für den Erfolg hat der leitende Arzt Dr. Holger Holdt gelegt, der die Klinik viele Jahre führte und seit Jahrzehnten die Krankheitsfälle lückenlos dokumentiert sowie ausgewertet hat. Auf dieser Grundlage lassen sich die Behandlungsabläufe in der Klinik stetig kontrollieren und verbessern: „Wir sind hierdurch bestens miteinander vernetzt“, lobt Scheubel sein Team. Über die für ein Thoraxchirurgisches Zentrum notwendigen Fallzahlen verfügt die etablierte Lungenfachklinik Wangen selbstverständlich. Darüber hinaus haben die Ärzte die regelmäßigen fachübergreifenden Konferenzen auch mit externen Kollegen intensiviert, so auch beim so genannten „Tumorboard“. Hier wird jede Behandlung eines Patienten vor bzw. nach einer OP mit Radiologen, Pneumologen, Onkologen, Operateuren und Strahlentherapeuten besprochen. Denn die meisten Operationen am Thoraxchirurgischen Zentrum in Wangen betreffen onkologische Erkrankungen, die ihren Ursprung im Brustkorb oder als Metastasen außerhalb des Brustkorbes haben. „Leider sterben immer noch viele Lungenkrebspatienten an den Folgen ihrer Erkrankung“, sagt Scheubel. „Darum müssen wir die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für unsere Patienten möglichst optimieren, um die Erkrankung so früh wie möglich erkennen und differenziert behandeln zu können“. 

Hierzu gehören auch ein Palliativkonzept und eine psychoonkologische Betreuung der Patienten. „Durch Teilnahme an klinischen Studien haben wir die Möglichkeit neue Behandlungsansätze in unsere Therapien einfließen zu lassen“, erläutert der Chefarzt. Dafür wurde kürzlich eigens ein wissenschaftliches Studiensekretariat eingerichtet, das die Arbeiten koordiniert und dokumentiert. Damit leiste Wangen seinen Beitrag, so Scheubel, dass die Patienten in Zukunft immer differenzierter und wirkungsvoller behandelt werden können.

 INFO

Die Thoraxchirurgische Klinik ist eine von sechs Spezialkliniken an den Fachkliniken Wangen und eines von neun thoraxchirurgischen Zentren in Deutschland. Ihr Spektrum umfasst die gesamte Thoraxchirurgie bei Kindern und Erwachsenen, angefangen bei diagnostischen oder interventionellen bronchoskopischen Verfahren über minimalinvasive videoassistierte Eingriffe bis hin zur offenen Thoraxchirurgie, wobei hier unter anderem auch moderne laserchirurgische Verfahren zum Einsatz kommen. Hierbei stellt die Behandlung von Lungenkrebs und die Resektion von pulmonalen Metastasen einen Schwerpunkt dar. Sechs Ärzte mit der entsprechenden Zahl von Pflegerinnen und Pflegern sowie Therapeuten betreuen jährlich 750 Patienten. Träger der Fachkliniken Wangen sind die Waldburg-Zeil Kliniken. Zu ihrem Verbund gehören 17 Einrichtungen und ein Gemeinschaftsunternehmen mit den Zentren für Psychiatrie Südwürttemberg.


Bedarfsgerechtigkeit muss oberstes Gebot sein

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen

Pressemitteilung Nr. 5/11

30. März 2011

BDP fordert in der Diskussion um neues Versorgungsgesetz Paradigmenwechsel

Die Reform des Versorgungsgesetzes geht in ihre entscheidende Phase: Für Ende April ist die Vorlage eines Gesetzentwurfs vorgesehen. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) sieht in der Reform die Chance, psychische Erkrankungen endlich so zu gewichten, wie sie es angesichts steigender Zahlen von Betroffenen und Krankentage verdienen. „Es bestehen deutschlandweit unzumutbare Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz, auch in Ballungsgebieten, die nach der bisherigen Bedarfsplanung als überversorgt gelten“, erklärt BDP-Vizepräsident Heinrich Bertram. Es könne nicht länger hingenommen werden, dass insbesondere für Kinder und Jugendliche monatelange Wartezeiten auf eine Psychotherapie bestehen, ihre Lage sich in dieser Zeit bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen verschlimmert. „Mit der geplanten Veränderung muss die Versorgung psychisch kranker Menschen unbedingt verbessert werden, auch wenn hierfür zusätzliche Mittel notwendig sind“, so Bertram.

Im BDP organisierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten haben auf der turnusmäßigen Frühjahrs-Vertreterversammlung des Verbandes Psychologischer Psychotherapeuten (VPP im BDP) gefordert, die künftige Bedarfsplanung an der Morbidität auszurichten. Sie plädieren zudem für eine kleinräumige Versorgungsplanung.

Die jetzige Bedarfsplanung weist aus Sicht des BDP gravierende Konstruktionsfehler auf. Eine der schwerwiegendsten ist Abkopplung der Planung von der Realität: Das geltende Versorgungsgesetz, in dem die Bedarfplanung geregelt ist, kennt keine Instrumente, die den tatsächlichen psychotherapeutischen Bedarf der Bevölkerung ermitteln. Der Bevölkerung wird de facto ein Bedarf diktiert: Ein ländlicher Kreis z.B. gilt grundsätzlich als zu 100 Prozent versorgt, wenn auf 23.106 Einwohner ein Psychotherapeut kommt. Ab einem nach dieser Formel berechneten Versorgungsstand von 110 Prozent sind Neuzulassungen in der Region nicht möglich. Wie viele Menschen tatsächlich psychotherapeutischer Behandlung bedürfen, spielt keine Rolle. Die Realität bleibt konsequent außen vor. Eine bedarfgerechte Versorgung ist damit systemisch ausgeschlossen.

Wie weit sich das Verfahren von den realen Notwendigkeiten entkoppelt hat, zeigen die Wartezeiten von mehren Wochen oder gar Monaten, die Patienten von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten selbst in angeblich überversorgten Regionen in Kauf nehmen müssen. Das ist kein Schönheitsfehler, sondern ein gesundheitspolitischer Skandal. „Mit kleinen Korrekturen im System ist diesem gravierenden Missstand nicht mehr beizukommen“ betont BDP-Vize Heinrich Bertram. Der BDP fordere daher eine Paradigmenwechsel in der Bedarfsplanung: Die Reform des Versorgungsgesetzes muss die Planungspraxis vom Kopf auf die Füße stellen. Es sind dringend Instrumente zu schaffen, die den Bedarf verlässlich ermitteln. Der BDP wird sämtliche Vorschläge zur Neuordnung des Versorgungsgesetzes an diesem Prinzip der Bedarfsgerechtigkeit messen.

Der Weg zu einer bedarfsgerechten psychotherapeutischen Versorgung kann nur eine faire und grundsätzliche Diskussion zwischen allen Akteuren des Gesundheitssystems sein. Bei der Frage nach der Finanzierung der Gesundheitsversorgung in Deutschland steht der BDP für eine sachliche Einschätzung der Psychotherapie: Volkswirtschaftlich betrachtet leisten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten einen nicht wegzudenkende Beitrag, indem sie die Arbeitsfähigkeit psychisch Erkrankter unterstützen. Wer meint, der Abbau psychotherapeutischer Angebote wäre gesamtgesellschaftlich und -ökonomisch produktiv, der irrt sich grundlegend. Der Verband plädiert für eine solidarische Zusammenarbeit aller Heilberufe und ruft alle Psychotherapeutenvereinigungen aber auch die Kolleginnen und Kollegen aus der Medizin dazu auf, die Neuordnung der Bedarfsplanung gemeinsam aktiv im Sinne der Bedarfsgerechtigkeit zu gestalten.

Siehe auch:

www.report-psychologie.de/aktuell/2011/03-01.html

www.vpp.org/meldungen/11/110321_resolution.html

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen

Christa Schaffmann, Pressesprecherin

Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin

Tel. 030 – 209 166 620

c.schaffmann@bdp-verband.de


Informationsabende zum Thema Präqualifizierung

(Berlin, 30. März 2011)

Da das Thema „Präqualifizierung“ viele Leistungserbringer verunsichert und nach wie vor offene Fragen zur Vorgehensweise des Verfahrens existieren, bietet ESTIMA BERLIN monatliche Infoveranstaltungen zur Klärung und zum Erfahrungsaustausch an.

Inhalte der Veranstaltungen sind die Vorstellung des Verfahren und des Kriterienkataloges, Besonderheiten des Antrages und der Bewertung, ein Überblick der PQ-Stellen und deren Leistung sowie rechtliche Grundlagen. Für die juristischen Fragen stellt sich Herr Bornemann von der Kanzlei Goßens zur Verfügung.

Ziel der dreistündigen Abendveranstaltungen soll sein, die Bedenken der Leistungserbringer vor der Präqualifizierung zu beseitigen und eine Entscheidungshilfe bei der Wahl der geeigneten Präqualifizierungsstelle zu geben.

Bisher geplante Termine sind der 14.4., 5.5., 23.6. und 7.7.2011.

ESTIMA ist zwar auch eine Präqualifizierungsstelle, wird aber neutral zu allen Themen und Fragen Stellung nehmen. Die Veranstaltungen finden in Berlin statt und sind kostenpflichtig. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Das Anmeldeformular kann unter folgendem Link herunter geladen werden. http://www.estimaberlin.de/estimaberlin-akt.html

Ansprechpartner: Olaf Meyer, Tel. +49 (0) 30 3180 4559; eMail: info@estimaberlin.de


Jeder zweite Reha-Patient verlässt NRW

Trendreport zum Rehabilitationssektor aus dem IAT Institut Arbeit und Technik

30.03.2011

Jeder zweite Reha-Patient aus Nordrhein-Westfalen lässt sich außerhalb des Landes behandeln, vorzugsweise in Niedersachsen (11,7 %), Hessen (9,5 %), Rheinland-Pfalz (7,5 %) oder Schleswig-Holstein (6,4 %). Obwohl NRW mit 136 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen und rd. 20 500 Betten (2008) von der Versorgungsdichte her bundesweit mit an der Spitze liegt, ist der Gesundheitssektor im Bereich der Rehabilitation noch ausbaufähig.

Das zeigt der aktuelle Trendreport „Rehabilitation in NRW“, herausgegeben vom Clustermanagement Gesundheitswirtschaft NRW. Vor allem der weitere Ausbau ambulanter, wohnortnaher Rehabilitationsstrukturen sollte vorangetrieben werden.

Die IAT-Wissenschaftlerin Sandra Dörpinghaus untersucht in der Publikation aktuelle Trends und neue Herausforderungen für die Rehabilitationslandschaft am Standort NRW. Nach der Kurkrise mit deutlichem Bettenabbau und Verweildauerreduktion verzeichnen die Reha-Einrichtungen in NRW in den letzten Jahren wieder steigende Fallzahlen, mit einem Auslastungsniveau von 86,2 % liegen sie weit über Bundesdurchschnitt (81,8 %). Gleichzeitig erweist sich der Rehasektor NRWs vor dem Hintergrund der großen Einwohnerdichte als relativ klein: mit 114 Betten und 1 310 Fällen je 100.000 Einwohner liegt NRW nahezu am Ende des Bundesvergleichs. Mecklenburg-Vorpommern nimmt etwa die sechsfache Menge an Reha-Patienten auf.

In Zukunft wird der Bedarf an Rehabilitation infolge des demografischen Wandels – aber auch beispielsweise in der Kinder-Rehabilitation – weiter ansteigen, rechnet Dörpinghaus. Ambulante Angebote zur Rehabilitation vor Ort gewinnen an Bedeutung, zumal die Heilbehandlungen besser in das häusliche und betriebliche Umfeld integriert werden können und geringere Kosten entstehen. Hier bieten sich vor allem Ballungsgebiete, in denen eine große Zahl an Patienten erreicht werden kann, für ambulante Rehabilitationszentren an. Aber auch auf dem Land könnten stationäre Einrichtungen ambulante Reha übernehmen, wobei auch die Nutzung telemedizinischer Instrumente eine Rolle spielen kann. Darüber hinaus sollten die Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen besser in neue integrative Versorgungsmodelle und Kooperationsformen im Gesundheitswesen eingebunden werden, um die Attraktivität des Standortes NRW weiter zu erhöhen.

Weitere Informationen: Trendreport „Rehabilitation in Nordrhein-Westfalen“, erhältlich beim Institut Arbeit und Technik unter http://www.iat.eu

Download von RehaNews24 als PDF:  Rehabilitation in NRW

ZIG – Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL, http://www.gesundheitswirtschaft.nrw.de ;

Strategiezentrum Gesundheit NRW http://www.gc.nrw.de/index.php?id=26

Ihre Ansprechpartnerin:

Sandra Dörpinghaus,
Durchwahl: 0209/1707-227,
E-Mail: doerpinghaus@iat.eu

Claudia Braczko

Pressereferentin

Institut Arbeit und Technik

der Fachhochschule Gelsenkirchen

Telefon: 0209/1707-176

E-Mail: braczko@iat.eu

Weitere Informationen:

http://www.iat.eu


Landkarte der inklusiven Beispiele im Netz

Berlin, 29. März 2011

Clinton-Beraterin Judith E. Heumann bei Auftaktparty des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung

Rund 200 Menschen mit und ohne Behinderungen feierten am vergangenen Freitag die Veröffentlichung der ersten Beispiele auf der „Landkarte der inklusiven Beispiele“ mit einer Auftaktparty im Kleisthaus in Berlin. Mit dabei: Judith E. Heumann, Beraterin für internationale Rechte behinderter Menschen im Außenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika. „Die Landkarte ist ein positives Zeichen für all diejenigen, die sich für Inklusion engagieren und eine Aufforderung zum Handeln für alle anderen. Ich freue mich den Live-Gang mitzuerleben“, betonte Judith E. Heumann. Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, freute sich über die prominente Unterstützung. „Es ist für mich eine besondere Ehre, sie bei der heutigen Auszeichnung der ersten inklusiven Beispiele hier im Kleisthaus begrüßen zu dürfen. Sie unterstützen die Menschen in Deutschland, den inklusiven Weg zu gehen“, so der Behindertenbeauftragte.

Ab Dezember 2010 können sich Verantwortliche für Beispiele eines Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderungen für die „Landkarte der inklusiven Beispiele“ (www.inklusionslandkarte.de) bewerben. Ausgewählt werden die Beispiele vom Inklusionsbeirat, der fast ausschließlich mit Menschen mit Behinderungen besetzt ist und den Mittelpunkt der Koordinierungsstelle zur UN-Behindertenrechtskonvention bildet. Die Koordinierungsstelle wird vom Behindertenbeauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen verantwortet.

Büro des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen

11017 Berlin

Tel: +49 (0)30 18 527 – 2723

Fax: +49 (0)30 18 527 – 1871

Email: benedikt.buenker@bmas.bund.de

Internet: www.behindertenbeauftragter.de <http://www.behindertenbeauftragter.de/>


Nordrhein-westfälischer Landtag auf Herz und Nieren geprüft – Zielvereinbarungsverhandlungen zur Herstellung von Barrierefreiheit

Düsseldorf. „Die Aufnahme von Zielvereinbarungsverhandlungen zwischen dem nordrhein-westfälischen Landtag und der Landesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen Nordrhein-Westfalen e.V. (LAG Selbsthilfe NRW e.V.) zeigt, dass der Landtag in Nordrhein-Westfalen die Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe von Menschen mit Behinderung ernst nimmt. Mit der jetzt durchgeführten gemeinsamen ersten Begehung zur Bestandsaufnahme wurde die Grundlage für die Zielvereinbarung gelegt.“ Dies erklärte der nordrhein-westfälische Landesbehindertenbeauftragte Norbert Killewald  in Düsseldorf. Die LAG SELBSTHILFE NRW e.V. hatte den Präsidenten des Landtags Nordrhein-Westfalen im November letzten Jahres zur Aufnahme von Zielvereinbarungsverhandlungen aufgefordert. An der jetzt durchgeführten ersten Begehung des Landtages nahmen Vertreter der Selbsthilfe, der Behindertenverbände, des Landtages sowie der nordrhein-westfälische Landesbehindertenbeauftragte Norbert Killewald teil.

Geesken Wörmann, Vorsitzende der LAG SELBSTHILFE NRW e.V., erklärte im Rahmen der Begehung, dass es aus Sicht der Menschen mit Behinderung unhaltbar sei, dass bei Anhörungen im Landtag Redner im Rollstuhl beispielsweise nur in der hintersten Reihe sitzen können, weil der Plenarsaal nicht barrierefrei sei. Deshalb begrüße sie ausdrücklich die Bereitschaft des Landtages, hier Abhilfe zu schaffen.

Norbert Killewald wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Landtag nicht zur Aufnahme von Zielvereinbarungsverhandlungen verpflichtet sei: „Der nordrhein-westfälische Landtag hat mit seiner Bereitschaft, trotzdem Zielvereinbarungsverhandlungen über behindertengerechte Umbauten des Parlaments am Rhein aufzunehmen, ein deutliches Zeichen für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung gesetzt.“

Zielvereinbarungen sind Verträge über die nachträgliche Herstellung von Barrierefreiheit bei Gebäuden im Bestand. Sie enthalten insbesondere die Festlegung von Mindestbedingungen darüber, wie gestaltete Lebensbereiche künftig so zu verändern sind, dass sie dem Anspruch behinderter Menschen auf Zugang und Nutzung „in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe“ (§ 4 BGG NRW) genügen. Außerdem wird in den Vereinbarungen ein Zeitpunkt oder ein Zeitplan zur Erfüllung der festgelegten Mindestbedingungen festgelegt.

Kontakt:

Norbert Killewald
Landesbehindertenbeauftragter NRW
Dienstsitz im:
Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales
Fürstenwall 25
40219 Düsseldorf
Telefon (0211) 855 3008
Telefax (0211) 855 3037
E-mail: lbb@lbb.nrw.de
Internet: www.lbb.nrw.de


Benachteiligung der Gerontopsychiatrie aufheben

Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V.

24. März 2011

PRESSEMITTEILUNG ZUM NEUEN ENTGELTSYSTEM

Wiehl. „Gerontopsychiatrische Patienten gehören zu den am schwierigsten zu diagnostizierenden und therapierenden Patienten in der Psychiatrie. Trotzdem verfügen die gerontopsychiatrischen Abteilungen über die geringste ärztliche Personalausstattung in der Psychiatrie“, so der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) e. V. Prof. Hans Gutzmann.

„Bei der Einführung der PsychPV im Jahr 1990 wurde ein Personalschlüssel erstellt, der die Gerontopsychiatrie im Kernbereich des ärztlichen Zeitkontingents massiv benachteiligt. Dieses gilt es dringend zu korrigieren. Schon jetzt sind viele Arztstellen unbesetzt, und wir können wegen der belastenden Arbeitsbedingungen nur noch schwer junge Kolleginnen und Kollegen für dieses herausfordernde Fach gewinnen.“

Aus Anlass der Überarbeitung des OPS-Systems für das neue Entgeltsystem hat die DGGPP in einer ausführlichen Stellungnahme auf die falsche Weichenstellung durch die PsychPV und ihre negativen Konsequenzen auch für die zukünftige gerontopsychiatrische Versorgung hingewiesen. Sie fordert deshalb dringend zu einer notwendigen Korrektur auf.

Prof. Gutzmann: „Die durch die demographische Entwicklung ausgelöste kontinuierliche Zunahme gerontopsychiatrischer Patienten und die damit verbundenen Herausforderungen sind aus der Erfahrung der in der täglichen Versorgung stehenden Ärztinnen und Ärzte nur dann mit Aussicht auf Erfolg anzugehen, wenn die Gesellschaft den kompetenten und leistungsbereiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der gerontopsychiatrischen Bereiche entsprechende Ressourcen zur Verfügung stellt.“

Die Weiterentwicklung des Entgeltsystems ist auch ein Thema auf dem

10. Kongress der DGGPP vom 11.-13. Mai 2011 in Berlin.

Mehr Informationen zum Kongreß und die Originalstellungnahme finden sich auf der Webseite der Gesellschaft : http://www.dggpp.de

Kontakt:

Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V.

Geschäftsstelle

Postfach 1366

51657 Wiehl

Tel.: 02262/797683

http://www.dggpp.de


Kliniken begrüßen Infektionsschutzänderungsgesetz – Förderprogramm notwendig

Pressemitteilung

DKG zur 1. Lesung des Infektionsschutzänderungsgesetzes

Berlin, 24. März 2011 – „Die Krankenhäuser in Deutschland begrüßen die mit dem Gesetzentwurf verfolgten Ziele, Hygiene und Infektionsschutz in Praxen und Kliniken zu stärken“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, anlässlich der 1. Lesung des Infektionsschutzänderungsgesetzes.

Baum bekräftigte, dass die Kliniken bereit seien, die Erwartungen und Anforderungen, die das Gesetz an die Krankenhäuser richte, zu erfüllen. Allerdings könne die erforderliche personelle Aufstockung nicht ohne ausreichende Übergangsfristen realisiert werden, erläuterte er und forderte: „Die Krankenhäuser brauchen ein finanzielles Förderprogramm für die notwendige massive Personalaufstockung. Die Mehrkosten für die Krankenhäuser sind auf ca. 400 Millionen Euro zu beziffern.“

Die Kliniken stellten sich auch der vorgesehenen Verpflichtung zur Veröffentlichung von Infektionsdaten, so Baum weiter. Allerdings solle dies bürokratiearm erfolgen. Die bislang im Zweijahres-Rhythmus zu veröffentlichenden umfassenden Qualitätsberichte nur wegen des Infektionsdatenblattes jährlich einzufordern, sei ein unangemessen hoher Bürokratie- und Kostenaufwand für die Kliniken. „Hier muss die jährliche Veröffentlichung der Infektionsdaten ausreichen“, forderte Baum.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder – 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände – in der Bundespolitik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 2.084 Krankenhäuser versorgen jährlich über 17,8 Mio. Patienten mit 1,1 Mio. Mitarbeitern. Bei 66,7 Mrd. Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.

Kontakt:

Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Wegelystraße 3
10623 Berlin

Moritz Quiske (Ltg.)
Holger Mages
Daniel Wosnitzka
Tel. (030) 3 98 01 -1020 / -1022 / -1023

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