Oktober, 2010

 

DGUV: Neuer Klinikverbund gegründet

Medizinische Versorgung nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten soll weiter verbessert werden

28.10.2010

Die Kliniken der gesetzlichen Unfallversicherung organisieren sich neu. Dazu haben Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und BG-Kliniken am 16. September 2010 in Berlin eine gemeinsame Organisation gegründet. Der „Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung e.V.“ (KUV) soll gemeinsame Interessen seiner Mitglieder bei der Errichtung, Unterhaltung und beim Betreiben der Unfallkrankenhäuser der gesetzlichen Unfallversicherung wahrnehmen. Er soll Kliniken und Unfallbehandlungsstellen zudem dabei unterstützen, Wirtschaftlichkeit und Qualität bei der Heilbehandlung von Unfallversicherten weiter zu steigern.

Die Gründung des KUV ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung der Heilverfahren in der gesetzlichen Unfallversicherung. Nach einem Arbeitsunfall oder bei einer Berufskrankheit haben Berufsgenossenschaften und Unfallkassen neben der beruflichen und sozialen Rehabilitation insbesondere auch die medizinische Versorgung ihrer Versicherten sicherzustellen. Zu diesem Zweck haben sie ein Netzwerk aus rund 3.500 Durchgangsärzten und 600 Vertragskliniken aufgebaut. Sie unterhalten zudem 9 eigene Unfallkrankenhäuser, 2 Kliniken für Berufskrankheiten und 2 Unfallbehandlungsstellen für besonders komplexe Verletzungen.

„Diese Infrastruktur muss an das veränderte Unfallgeschehen angepasst werden“, erklärt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Die Zahl der Arbeitsunfälle gehe insgesamt seit Jahren zurück. Gleichzeitig steige die Bedeutung schwerer Unfälle für das System. Ziel der Veränderungen sei es daher, Qualität und Wirtschaftlichkeit bei der Behandlung von Unfallverletzten und Berufserkrankten weiter zu steigern.

„Ein weiteres Kernelement der Neuausrichtung ist der Aufbau von Kliniknetzwerken, um die Rehabilitationschancen Schwerverletzter weiter zu vergrößern“, so Breuer. In diesen SGB VII-Netzwerken werde überdurchschnittliche Kompetenz in der Akutbehandlung mit Kompetenz in der beruflichen und sozialen Rehabilitation gebündelt und verknüpft, um eine frühzeitige und ganzheitliche Rehabilitation zu gewährleisten.

Leuchttürme dieser SGB VII-Netzwerke sollen die Kliniken der gesetzlichen Unfallversicherung sein. Sie sollen die Standards für andere Anbieter innerhalb der Netzwerke vorgeben. Wesentliche Aufgaben des neuen Vereins KUV sind daher die Entwicklung von Qualitätsstandards, eines übergreifenden Klinikkonzepts und eines differenzierten Leistungsspektrums. Der KUV soll außerdem konzeptionelle Aufgaben im Klinikbau, in der Beschaffung, im Personalmanagement und bei Kooperationen übernehmen. Er repräsentiert Einrichtungen, die mit rd. 1 Milliarde Umsatz im Jahr medizinisch wie wirtschaftlich in Spezialbehandlungssektoren von zentraler Bedeutung sind.

Fakten zu den BG-Kliniken
Die neun berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhäuser sind Zentren der Maximalversorgung, ohne deren Kompetenz eine zuverlässige und hoch qualifizierte Versorgung von Unfallopfern und Schwerverletzten nicht möglich wäre. Zusammen mit den zwei Kliniken für Berufskrankheiten verfügen sie über mehr als 4.000 Planbetten und 8.600 Mitarbeiter. Über 100.000 Patienten lassen sich jedes Jahr in den Kliniken stationär behandeln. Hinzu kommen über 300.000 ambulante Behandlungen.

Pressekontakt:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Pressestelle Stefan Boltz
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HEALTH AKTUELL: GERIATRIE 2010 – Gesundheitsversorgung für die Zukunft

MCC – Management Center of Competence, Dienstag, 26. Oktober 2010

Düren – Bereits heute bestehen, als Folge des demografischen Wandels, ganz erhebliche Herausforderungen an das geriatriespezifische Versorgungsangebot. Immer mehr ältere Patienten leiden an chronischen Erkrankungen, Multimorbidität und funktioneller Beeinträchtigung.

Neben einer generationenübergreifenden Unterstützung durch Verantwortung, Nächstenliebe und Solidarität, die den betroffenen Menschen zu teil werden muss, brauchen wir daher auch eine umfassende geriatrische Versorgung, die durch eine gute Zusammenarbeit in unserem Gesundheitswesen eine qualitativ umfassende und hochwertige medizinische Versorgung der Menschen im hohen Alter garantiert. Aber auch das Spannungsfeld zwischen Kosten – Nutzen und Leistungsqualität gilt es, kritisch zu betrachten.

Die 60plus und 80plus sind die Zielgruppen und damit die Kunden des Gesundheitsmarktes von „morgen“ und nicht „übermorgen“, denn dann ist „morgen“ schon „gestern“.

Informieren Sie sich deshalb auf HEALTH AKTUELL: GERIATRIE 2010 kompakt über top-aktuelle Themen aus dem Bereich Geriatrie und diskutieren Sie mit namhaften Experten Status Quo, Herausforderungen und Innovationen zur optimalen Versorgung geriatrischer Patienten.

Durch gründlich recherchierte und verständlich aufbereitete Themen bauen Sie Ihren Wissensvorsprung aus. Erfahren Sie neue Gedanken, Ideen sowie einen zukunftsgerichteten und kreativen Umgang mit den Realitäten der Demografie.

Die Veranstaltung ist mit 8 Fortbildungspunkten bei der Ärztekammer Nordrhein anerkannt.

Kontakt:
MCC – Management Center of Competence
Francis Langenhorst
Dipl.-Gesundheitsökonomin
Scharnhorststraße 67a
52351 Düren
Tel.: 02421-121 77-26
Fax: 02421-121 77-27
langenhorst@mcc-seminare.de
http://mcc-seminare.de/de/health-pharma/geriatrie-2010-die-gesundheitsversorgung-fuer-die-zukunft/event,view,/


UN-Behindertenrechtskonvention – Teilhabebeirat konstituierte sich heute

Behinderte Menschen vertreten sich selbst

Berlin. Im Rahmen der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) trafen sich heute im Berliner Kleisthaus, dem Dienstsitz von Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, die Mitglieder des Teilhabebeirates zu ihrer konstituierenden Sitzung.

„Ich freue mich, dass hier zukünftig behinderte Menschen selbst ihre Interessen vertreten, das ist eine qualitative Veränderung und ein wichtiger Schritt zu mehr selbstbestimmter Teilhabe“, sagte Hüppe. Teilhabe behinderter Menschen ist ein Menschenrecht, kein Akt der Fürsorge oder Gnade. Die Konvention stellt dies klar und konkretisiert damit grundlegende Menschenrechte für die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen. Bei der Umsetzung der BRK in Deutschland ist der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung für den Koordinierungsmechanismus verantwortlich, Kernelement ist die Arbeit des „Teilhabebeirats“.

„Nichts über uns, ohne uns!“

Dieses Motto gilt auch für die Besetzung des Beirats. Es sind im Beirat mehrheitlich Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und ihre Verbände beziehungsweise Vereine auf Vorschlag des Deutschen Behindertenrats vertreten. Weitere Mitglieder sind der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, ein Vertreter des Focal Points und ein Mitglied auf Vorschlag der Landesbehindertenbeauftragten. „Mir ist es in allen behindertenpolitischen Feldern wichtig, dass behinderte Menschen ihre Anliegen selbst vertreten“, sagte Hüppe.

Dem Teilhabebeirat sind vier Fachausschüsse zugeordnet:

  • Arbeit und Bildung,
  • Gesundheit, Prävention, Reha,
  • Freiheits- und Schutzrechte, Frauen, Bioethik und
  • Wohnen, Mobilität, Freizeit, Kultur.

In allen Bereichen geht es darum, eine selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu ermöglichen, die BRK verwendet hierfür den Begriff Inklusion.

Eine der ersten konkreten Aufgaben des Beirates ist es zu entscheiden, welche vorbildlichen Projekte auf einer „Landkarte der inklusiven Beispiele“ veröffentlicht werden sollen. Hubert Hüppe dazu: „Hier wollen wir deutschlandweit öffentlich zeigen, welche inklusiven Projekte bereits gut funktionieren. Dies ist eine Auszeichnung für diejenigen, die bereits inklusiv tätig sind und ein Ansporn für viele andere, auch in ihrem Bereich Inklusion umzusetzen.“

Sigrid Arnade, Geschäftsführerin des Vereins Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben ISL, sagte zur Gründung des Teilhabebeirates: „Durch die Einbeziehung der Expertinnen und Experten in eigener Sache gelingt es hoffentlich, dass Behinderung immer mehr als Menschenrechtsthema begriffen wird.“

Da der Teilhabebeirat bei Redaktionsschluss noch tagte, sind Ergänzungen zu einzelnen Definitionen nicht ausgeschlossen.

Kontakt:

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
Pressestelle
11017 Berlin
E-Mail: presse@behindertenbeauftragter.de
Tel.: 030 18 527 2723
Fax: 030 18 527 1871


Reha-Forum der Deutschen Rentenversicherung Bund am 25. und 26. Oktober 2010 in Berlin

Berlin.  „Fit für die Arbeitswelt – die Rentenversicherung als Partner“ ist das Motto des 13. Reha-Forums der Deutschen Rentenversicherung Bund, das am 25. und 26. Oktober 2010 in Berlin stattfindet. Rund 600 Teilnehmer von Sozialversicherungsträgern, Reha-Einrichtungen, Verbänden, aus Politik und Wissenschaft nutzen das Forum für einen intensiven Informationsaustausch.

Eröffnet wurde das Reha-Forum von Herbert Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund. Eine qualitativ hochwertige Rehabilitation habe einen hohen Stellenwert für die Rentenversicherung. 2009 seien für Rehabilitationsleistungen von der Rentenversicherung rund 5,3 Milliarden Euro ausgegeben worden. „Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um fast acht Prozent“, so Rische. Trotz der Finanzkrise seien auch in diesem Jahr keine Antragsrückgänge im Bereich der Rehabilitation festzustellen.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Ralf Brauksiepe, verwies auf die Bedeutung der Rehabilitation der Rentenversicherung für den Sozialstaat und die Funktionsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme. Die Rehabilitation sei ein Erfolgsmodell, weil sie einem frühzeitigen Ausscheiden aus dem Erwerbsleben entgegenwirke. Die Einhaltung der Qualität der Rehabilitationsleistungen habe Priorität, denn nur sie garantiere den gewünschten Erfolg.

Günter Schäfer, Mitglied des Vorstandes und Vorsitzender des für Rehabilitation zuständigen Vorstandsausschusses der Deutschen Rentenversicherung Bund, beleuchtete in seinem Grußwort die Bedeutung der Selbstverwaltung auch für die Rehabilitation. Er hob hervor, dass die Stimmabgabe zur Sozialwahl am 1. Juni 2011 ein wichtiges Gestaltungselement in unserer Gesellschaft und auch für die Weiterentwicklung der Rehabilitation sei.

Der zweite Tag des Reha-Forums steht dann ganz im Zeichen der Partner der Rentenversicherung im Bereich der Rehabilitation. Sechs Referentinnen und Referenten beleuchten in ihren Vorträgen unterschiedliche Aspekte der Rehabilitation aus verschiedenen Perspektiven.

Pressekontakt:

Redaktion:
Dr. Dirk von der Heide
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Fax: 030 865-27379
Mail: pressestelle@drv-bund.de

Anspruch auf häusliche Krankenpflege auch in Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen

Gemeinsamer Bundesausschuss gemäß §91 SGB V

Pressemitteilung Nr. 32 / 2010

Veranlasste Leistungen

Anspruch auf häusliche Krankenpflege auch in Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen

Berlin, 21. Oktober 2010 – GKV-Versicherte, die nicht nach § 14 SGB XI pflegebedürftig sind, können künftig auch während eines Aufenthalts in Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen häusliche Krankenpflege beanspruchen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Donnerstag in Berlin entschieden, nachdem bereits im April dieses Jahres der Anspruch auf Kurzpflegeeinrichtungen ausgeweitet worden war. Bei den Beratungen zu dieser Neuregelung hatte der G-BA den Hinweis bekommen und mit dem Votum der Patientenvertretung umgesetzt, dass beispielsweise dementen Patientinnen und Patienten, die in keine Pflegestufe eingruppiert sind, aber niederschwellige Betreuungsleistungen erhalten, medizinisch-pflegerische Leistungen auch in Einrichtungen der Tages- oder Nachtpflege zur Verfügung stehen müssen.
Die Entscheidung wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekannt-machung im Bundesanzeiger in Kraft.

Der Beschlusstext sowie eine Beschlusserläuterung werden in Kürze auf folgender Seite im Internet veröffentlicht:

http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-aufgabenbereich/33/

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Er bestimmt in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für etwa 70 Millionen Versicherte. Der G-BA legt fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der GKV übernommen werden. Rechtsgrundlage für die Arbeit des G-BA ist das Fünfte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB V).
Den gesundheitspolitischen Rahmen der medizinischen Versorgung in Deutschland gibt das Parlament durch Gesetze vor. Aufgabe des G-BA ist es, innerhalb dieses Rahmens einheitliche Vorgaben für die konkrete Umsetzung in der Praxis zu beschließen. Die von ihm beschlossenen Richtlinien haben den Charakter untergesetzlicher Normen und sind für alle Akteure der GKV bindend.
Bei seinen Entscheidungen berücksichtigt der G-BA den aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse und untersucht den diagnostischen oder therapeutischen Nutzen, die medizinische Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit einer Leistung aus dem Pflichtkatalog der Kranken-kassen. Zudem hat der G-BA weitere wichtige Aufgaben im Bereich des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung in der ambulanten und stationären Versorgung.
Weitere Informationen finden Sie unter www.g-ba.de

Ihre Ansprechpartnerin:
Kristine Reis-Steinert
Telefon: 0049(0)30-275838-173
Telefax: 0049(0) 30-275838-105
E-Mail: kristine.reis-steinert@g-ba.de
Internet: www.g-ba.de


PwC-Studie: 2030 fehlen eine Million Fachkräfte im Gesundheitssystem

PwC-Studie: Gesundheitssystem vor dem Kollaps – 2030 fehlen eine Million Fachkräfte

Berlin. Ohne Reformen bleiben vier von zehn Arztstellen unbesetzt / Pflegenotstand lässt sich nur durch Zuwanderung aus dem Ausland abwenden / Parallele ambulante und stationäre Versorgung ist nicht zukunftsfähig /

Der sich abzeichnende Fachkräftemangel im Gesundheitswesen macht einen grundlegenden Umbau des Systems unvermeidlich. Bereits 2020 werden in Deutschland nach Vollzeitstellen berechnet fast 56.000 Ärzte sowie 140.000 Pflege- und andere nicht-ärztliche Fachkräfte fehlen. Bis 2030 droht die Personallücke in der Gesundheitsversorgung sogar auf über 950.000 Fachkräfte anzuwachsen, wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zusammen mit dem Darmstädter WifOR-Institut, einer Ausgründung des Lehrstuhls von Prof. Bert Rürup, hervor geht. Dabei ist der Personalbedarf in der Altenpflege in diesen Zahlen noch nicht einmal berücksichtigt. Verantwortlich für den Fachkräftemangel ist in erster Linie der demografische Wandel. Die Alterung der Gesellschaft lässt die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen steigen. Gleichzeitig gehen in den kommenden Jahren immer mehr Fachkräfte in den Ruhestand, ohne dass ausreichender Nachwuchs zur Verfügung steht.

„Der Fachkräftemangel ist bei Weitem größer, als wir das befürchtet haben. Tun wir nichts, werden sich die Wartezeiten beim Hausarzt bis 2030 verdoppeln. In den Krankenhäusern werden die Schwestern dann durchschnittlich 60 Stunden in der Woche arbeiten müssen, wenn die Versorgungsqualität nicht absinken soll“, erläutert Harald Schmidt, Partner und Gesundheitsexperte bei PwC.

Der prognostizierte Personalmangel im Jahr 2030 würde nicht nur zu einer katastrophalen Versorgungssituation der Patienten und dramatischen Überlastung der verbliebenen Fachkräfte führen, sondern auch erhebliche volkswirtschaftliche Kosten verursachen. Den Berechnungen zufolge geht der Gesamtwirtschaft bis 2030 auf Grund des Fachkräftemangels eine Wertschöpfung in Höhe von 35 Milliarden Euro verloren.

Für die Studie „Fachkräftemangel im Gesundheitswesen“ hat WifOR im Auftrag von PwC mehr als 20 Millionen Datensätze zu Arbeitsmarkt, Altersstruktur und Ausbildungsentwicklung der ärztlichen und nicht-ärztlichen Fachkräfte im Gesundheitswesen analysiert und bis zum Jahr 2030 fortgeschrieben.

MVZ statt Praxis und Klinik

Da ambulante und stationäre Einrichtungen auf dem Arbeitsmarkt künftig um immer weniger Fachkräfte konkurrieren, lässt sich die gegenwärtige parallele Versorgungsstruktur nicht aufrecht erhalten. Ohne Änderungen im System bliebe 2030 etwa jede dritte Arztstelle in Kliniken unbesetzt, in Praxen sogar jede zweite. Vor allem in ländlichen Gebieten sollten daher Medizinische Versorgungszentren (MVZ) unterschiedlichster Trägerschaft ausgebaut werden, und Krankenhäuser und Einzelpraxen ersetzen. Die Versorgung in der Fläche könnten Landärzte übernehmen, die gezielt finanziell gefördert werden.

Auch bei den nicht-ärztlichen Fachkräften ist eine gravierende Unterversorgung absehbar. Im Jahr 2030 werden mehr als 200.000 Sprechstundenhilfen und über 45.000 Laborkräfte fehlen. Dramatisch ist die Entwicklung im Pflegebereich. Fehlen hier bereits im Jahr 2020 über 174.000 Krankenschwestern, -pfleger und Hilfspflegekräfte, werden es 2030 annähernd 480.000 zu wenig sein.

Ohne Zuwanderung geht es nicht

Um einen Pflegenotstand abzuwenden, ist das deutsche Gesundheitssystem auf zusätzliche Pflegekräfte aus dem Ausland angewiesen. Allerdings wird die Erleichterung von Einreise- und Arbeitserlaubnisbestimmungen allein nicht dazu führen, dass mehr ausländische Pflegerinnen und Pfleger kommen. Vielmehr müssen sich auch Bezahlung und Arbeitsbedingungen verbessern, damit Deutschland im zu erwartenden internationalen Wettbewerb um Pflegekräfte mithalten kann.

„Mehr Geld wird es für das Gesundheitssystem insgesamt nicht geben. Um die Herausforderungen dennoch bewältigen zu können, müssen die vorhandenen Ressourcen intelligenter eingesetzt werden“, kommentiert Schmidt.

Effizientere Strukturen, attraktivere Arbeitsbedingungen

Um den drohenden Fachkräftemangel zu vermeiden oder wenigstens abzumildern, muss einerseits die Beschäftigung im Gesundheitswesen attraktiver werden. Andererseits gilt es, die Versorgung effizienter zu machen, um den Personalbedarf zu verringern. Die engere Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung beispielsweise könnte nicht nur Wartezeiten verkürzen, sondern auch Doppeluntersuchungen vermeiden. So würden weniger personelle und finanzielle Ressourcen gebunden.

Dabei können effizientere Strukturen durchaus einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen leisten. So würde die konsequente Umstellung auf die elektronische Krankenakte nicht nur den Informationsfluss beschleunigen, sondern zudem Ärzte von zeitraubenden und vielfach als lästig empfundenen Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben befreien.

Allerdings gibt es auch vielfältige Ansatzpunkte für eine direkte Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Handlungsbedarf besteht beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bislang ist Teilzeitarbeit im Gesundheitswesen die häufigste Antwort auf die Doppelbelastung durch Arbeit und familiäre Pflichten. Sinnvoller wäre jedoch der Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten, um das Fachkräftepotenzial insbesondere bei Frauen besser auszuschöpfen.

„Neben dem Anwerben von ausländischen Fachkräften kann kurzfristig nur eine weitere Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Dazu müssen flexible Arbeitszeitmodelle eingeführt und eine verbesserte Kinderbetreuung angeboten werden“, erklärt Dr. Dennis Ostwald, Arbeitsmarktexperte des Forschungsinstituts WifOR.

Nicht zuletzt müssen Staat und Arbeitgeber auch auf eine Verlängerung der effektiven Lebensarbeitszeit hinwirken. Insbesondere im Pflegebereich müssen Arbeitsabläufe und -organisation optimiert werden, um gesundheitsbedingte Frühverrentungen und Arbeitsunfähigkeiten so weit wie möglich zu vermeiden.

Redaktionshinweis:

PwC bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmensberatung. Dort schaffen wir für unsere Mandanten den Mehrwert, den sie erwarten. Mehr als 161.000 Mitarbeiter in 154 Ländern entwickeln in unserem internationalen Netzwerk mit ihren Ideen, ihrer Erfahrung und ihrer Expertise neue Perspektiven und praxisnahe Lösungen. In Deutschland erzielt PwC an 29 Standorten mit 8.700 Mitarbeitern eine Gesamtleistung von rund 1,33 Milliarden Euro.

PwC kommuniziert in Zukunft einfacher, klarer und kürzer und hat daher den Namen von PricewaterhouseCoopers in PwC geändert. Im Text mit großem ‚P‘ und großem ‚C‘ – nur im Logo sind alle Buchstaben kleingeschrieben.

WifOR ist ein unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut, das als Ausgründung aus dem Lehrstuhl Finanz- und Wirtschaftspolitik von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup entstanden ist. Die TU Darmstadt ist offizieller Kooperationspartner von WifOR. Das Forschungsinstitut wird seit der Gründung im Februar 2009 von Herrn Dr. Dennis A. Ostwald, einem langjährigen Mitarbeiter von Herrn Prof. Rürup, geleitet. Zurzeit sind für WifOR acht Mitarbeiter in den verschiedenen Forschungsfeldern tätig. Die Forschungsschwerpunkte des Instituts liegen insbesondere in der Korruptionsprävention, in Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, der Arbeitsmarktforschung sowie der Gesundheitswirtschaft. Bei den diversifizierten Forschungstätigkeiten steht neben einer starken empirischen Fundierung vor allem die Visualisierung der Wirtschaftsdaten im Vordergrund.

Pressekontakt:

Stefan Bießenecker
PwC Presseabteilung
Tel.: +49 69 9585-6265
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7. DGIV-Bundeskongress in Bonn: Rahmenbedingungen für eine qualitätsgesicherte Gesundheitsversorgung

DGIV Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e.V.,

Mittwoch, 20. Oktober 2010
HIGHLIGHTS: ERGEBNISSE DES IV-MONITORINGS UND VERGABE DES  DGIV-INNOVATIONSPREISES

7.  DGIV-Bundeskongress 4. und 5. November 2010 in Bonn:
Rahmenbedingungen für eine qualitätsgesicherte Gesundheitsversorgung

Bonn – Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler hat die Schirmherrschaft über den 7. Bundeskongress übernommen.  Bereits zum siebten Mal treffen sich vom 4. bis 5. November 2010 Akteure aller Bereiche des Gesundheitswesens, um aktuelle Fragestellungen der integrierten Versorgung sowie neuer Versorgungsformen zu diskutieren und zukunftsweisende Lösungen anzudenken. Die zur Verfügung stehenden Modelle eröffnen bei einer Vielzahl von Erkrankungen für Leistungserbringer und Leistungsträger die Möglichkeit, das Ziel einer optimierten medizinischen Versorgung und Pflege der Patienten gemeinsam zu erreichen.

Mit 54 Referenten und Moderatoren ist der fachliche Teil des Kongresses in der gesamten Bandbreite der neuen Versorgungsformen umfassend abgedeckt. Den Eröffnungsvortrag hält Dr. Rainer Heß, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschuss, Berlin:
„Rahmenbedingungen für eine qualitätsgesicherte Gesundheitsversorgung“. Bei verschiedenen parallel stattfindenden Foren besteht im Anschluss an Vorträge die Möglichkeit, im Rahmen einer Diskussionsrunde mit den Referenten in ein Gespräch einzutreten.
Drei in 2010 abgeschlossene Diplomarbeiten werden vorgestellt und erhalten den DGIV- Innovationspreis. Auf dem Kongress werden die Ergebnisse des IV-Monitorings von Prof. Dr. Martin Gersch, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft Competence Center E-Commerce der FU Berlin und der DGIV präsentiert: Mit Unterstützung der DGIV und des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Lage im Gesundheitswesen wiederholte das Competence Center E-Commerce der FU Berlin eine systematische Befragung gesetzlicher Kostenträger zu besonderen Versorgungsformen, die der Sachverständigenrat bereits für sein Sondergutachten „Koordination und Integration“ 2008 durchgeführt hatte.

Für Kontakt und weitere Informationen: http://www.dgiv.org.

Kontakt:
DGIV e.V.
Rolf Rossbach
Kronenstrasse 18, 10117 Berlin
T: 030-44727080, F: 030-44729746
M: info@dgiv.org
http://www.rrc-congress.de


Erste Job-Messe für Menschen mit Behinderung in Dortmund

Presseinformation
Nummer 021 /19. Oktober 2010

Dortmund –  Am 27. Oktober 2010 wird in Dortmund die erste Job-Messe für Menschen mit Behinderung stattfinden. Das Berufsförderungswerk Dortmund (bfw) veranstaltet die Messe in Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst und der JobCenterARGE Dortmund.

Die Messe richtet sich einerseits an arbeitssuchende Menschen mit Behinderungen, andererseits aber auch an Unternehmer, die an dem Tag Bewerber und Angebote kennen lernen können.

„Viele Arbeitgeber sind über die Möglichkeiten, die die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen bieten, nicht umfassend informiert. Diese Messe schlägt den Bogen zwischen Arbeitssuchenden und Arbeitgeber und ist deshalb für beide Gruppen interessant“ so Detlef Janke-Erler, Bereichsleiter für Rehabilitanden und Schwerbehinderte bei der JobCenterARGE Dortmund.

Interessenten sollten an dem Tag gleich ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen für einen kostenlosen Bewerbungsmappencheck mitbringen. Fachvorträge und die Möglichkeit, direkt mit einem der über 20 Anbieter Bewerbungsgespräche führen zu können, runden das Angebot ab.

Die Job-Messe findet von 10.00 – 16.00 Uhr im BFW Dortmund, Hacheneyer Str. 180, 44265 Dortmund, statt.

Infos: www.arge-dortmund.de

Pressekontakt:

JobCenter ARGE Dortmund
Südwall 5-9
44137 Dortmund
Christian Scherney
Telefon: 0231/842-2190
Telefax: 0231/ 842 – 1887
E-Mail: ARGE-Dortmund.Presse@arge-sgb2.de


Gute Ansätze gefragt – Aber sicher! Deutscher Arbeitsschutzpreis geht in eine neue Runde

19.10.2010

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), der Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) haben heute anlässlich der „Arbeitsschutz aktuell – Das Präventionsforum 2010“ in Leipzig die Bewerbungsphase zum Deutschen Arbeitsschutzpreis 2011 eröffnet. Bewerben können sich bis zum 28. Februar 2011 Unternehmen und Institutionen unabhängig von Größe und Branche ebenso wie Einzelpersonen. Prämiert werden Produkte und Arbeitsschutzmaßnahmen, die auf vorbildliche Weise die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz fördern. Die feierliche Auszeichnung der Preisträger findet am 18. Oktober 2011 im Rahmen des 32. Internationalen Kongresses für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (A+A) in Düsseldorf statt.

Die Bewertung und Auswahl der Beiträge erfolgt durch eine prominent besetzte Jury, die für die besten Konzepte Preisgelder von insgesamt 40.000 Euro vergibt. Den Juryvorsitz haben Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Marina Schröder, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), und Dr. Hermann Schulte-Sasse, Staatsrat bei der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales in Bremen. „Mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis wollen wir positive Praxisbeispiele betrieblicher Prävention bekannt machen, gute Lösungen für gesundes und sicheres Arbeiten verbreiten und damit nachhaltige Veränderungen in Betrieben anstoßen“, so die Juroren. Die Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen zum Wettbewerb „Aber sicher! Deutscher Arbeitsschutzpreis 2011“ finden Interessierte auf den Seiten der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie:
http://www.gda-portal.de/gdaportal/de/Arbeitsschutzpreis/Arbeitsschutzpreis.html

Der Deutsche Arbeitsschutzpreis ist Teil der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern. Für den Zeitraum 2008 bis 2012 haben sich die Träger der GDA zum Ziel gesetzt, die Zahl und Schwere von Arbeitsunfällen in den Betrieben zu verringern, Muskel-Skeletterkrankungen zu reduzieren und Hauterkrankungen zu vermeiden.

Kontakt zum Wettbewerbsbüro für Presseanfragen und weitere Informationen:
Aber sicher! Deutscher Arbeitsschutzpreis 2011 c/o IFOK GmbH
Tel.: 030 53 60 77-68
Fax: 030 53 60 77-20
E-Mail: arbeitsschutzpreis@ifok.de

Pressekontakt:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Pressestelle Stefan Boltz
Tel.: 030 288763768
Fax: 030 288763771
E-Mail: presse@dguv.de


Fachkliniken Wangen ehren langjährigen Chefarzt

Pressemitteilung

18.10.2010

Dr. Werner Nowak wird in den „Un-Ruhestand“ verabschiedet

Dr. Werner Nowak

Wangen – Fast dreieinhalb Jahrzehnte ist es her, dass Dr. Werner Nowak seine Arbeit in den Fachkliniken Wangen aufgenommen hat. Am 1. September hat er die Leitung der Medizinischen Klinik an Prof. Dr. Hans-Werner Duchna übergeben. Nun, nachdem er seinen Nachfolger eingeführt hat, verabschiedete sich der Doyen der Chefärzte an den Fachkliniken Wangen am 16. Oktober in den Ruhestand. „Alle Veränderungen, sogar die meistersehnten, haben ihre Melancholie. Denn was wir hinter uns lassen, ist ein Teil unserer selbst. Wir müssen einem Leben Lebewohl sagen, bevor wir in ein anderes eintreten können“, würdigte Ellio Schneider, Geschäftsführer der Waldburg-Zeil Kliniken, mit den Worten von Anatol France die Lebensleistung des scheidenden Chefarztes. Die Fachkliniken Wangen verdanken ihren hervorragenden Ruf zu großen Teilen dem Wirken des bundesweit anerkannten, kompetenten Pneumologen Nowak, der, so Schneider, sein Haus vorausschauend bestellt und die Medizinische Klinik für die kommenden Jahre bestens aufgestellt habe. Er habe dabei immer die Gesamtklinik im Auge gehabt und mit großem Engagement die Angebotsstrukturen für die Fachkliniken Wangen ständig verbessert.

Die bestmögliche Versorgung seiner Patienten stand für den renommierten Facharzt stets im Mittelpunkt, hob Hans-Jürgen Wolf, Krankenhausdirektor der Fachkliniken, hervor. Gleichzeitig setzt sich Dr. Nowak intensiv für die medizinische Weiterbildung ein. Seine fundierte Meinung und seine große Erfahrung auf den Gebieten der Lungenheilkunde und der Allergologie sind auf wissenschaftlichen Symposien ebenso gefragt wie in vielen Fachgruppen. Wissenschaftliche  Veröffentlichungen, einen Vielzahl an Vorträgen und Kongressbeiträgen zeigen das ständige Bestreben Nowaks, am wissenschaftlichen Fortschritt seines Fachgebietes teilzuhaben.

Bereits in seiner Promotionsarbeit beschrieb Nowak die Einwirkung von Umweltschadstoffen auf den Verlauf  chronischer Atemwegserkrankungen. Nach der Universitätsklinik Frankfurt  absolvierte er seine internistische Ausbildung an verschiedenen Zentral- und Kreiskrankenhäusern bevor er 1977 an der Fachklinik Wangen als Oberarzt tätig wurde und 1986 als Chefarzt die Leitung der Medizinisch-Pneumologischen Abteilung übernahm, über einige Jahre auch die Pädiatrische Abteilung kommissarisch leitete.

Während seiner Tätigkeit über mehr als 30 Jahre wuchs die vom Land für die Akutklinik anerkannte Bettenzahl von anfangs 18 für die Abteilungen  Pneumologie, Thoraxchirurgie und Pädiatrie auf insgesamt 127 an.

Vor zwei Jahren konnte er zusammen mit Kollegen und Mitarbeitern das 80jährige Jubiläum  der Fachkliniken Wangen begehen, ein Jubiläum, das in Zeiten wechselnder gesundheitspolitischer Verlässlichkeit einen ganz besonderen Wert hat.

Die medizinische Weiterentwicklung der Fachkliniken Wangen ist Nowak von jeher eine Herzensangelegenheit gewesen. Deshalb wird sein Ruhestand ein „Unruhestand“ bleiben. Auch künftig, so darf man sicher sein, stellt er sein immenses Fachwissen den Fachkliniken Wangen gerne und mit Engagement zur Verfügung. Dr. Nowak wird u. a. als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Waldburg-Zeil Kliniken ab 2011 an der medizinischen Weiterentwicklung des Trägers mitarbeiten und mit Rat und Tat künftige Entwicklungen begleiten. Am 16. Oktober wurden den Fachkollegen aus der Region sein Nachfolger Prof. Dr. Duchna sowie die neuen Chefärzte der Neurologischen und der Thoraxchirurgischen Klinik in einer medizinischen Fachveranstaltung ausführlich vorgestellt.

Die Medizinische Klinik für Atemwegserkrankungen und Allergien versorgt mit 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jährlich rund 5.000 Patienten ambulant und stationär mit akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, schlafbezogenen Atemstörungen, Versagen der Atemmuskulatur und Tuberkulose und ist somit die größte der sechs Fachabteilungen. An den Fachkliniken Wangen tragen insgesamt 700 Ärzte, Therapeuten, Krankenpfleger und -schwestern, Lehrer und Erzieher Verantwortung für jährlich rund 7.400 stationäre Patienten aller Altersstufen in Spezialkliniken und der Heinrich-Brügger-Krankenhausschule.