August, 2010

 

Alzheimer selbst vorbeugen

Prof. Dr. Harald Hampel macht Frankfurt zum Spitzenstandort für Alzheimerforschung

Seit Jahresbeginn ist Prof. Dr. Harald Hampel (47) neuer Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt. Er zählt zu den weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der psychiatrischen Forschung, insbesondere der Alzheimerforschung. Mit seiner Berufung erhält die große Klinik ein neues Gesicht – personell, baulich und strukturell.

Zur Person

Prof. Hampel hat zwischen 1986 und 1993 an den Universitäten Witten/Herdecke und München sowie am Albert Einstein-College of Medicine in New York Medizin studiert. Nach verschiedenen klinischen und Forschungsaufenthalten an renommierten Institutionen im Ausland (u.a. an der Nationalen Gesundheitsbehörde der USA, NIH) promovierte er 1996 an der Universität München. Neben dem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie absolvierte Prof. Hampel dort eine fakultative Weiterbildung zur Klinischen Geriatrie. Nach Berufung zum Universitätsprofessor und Tätigkeit als Geschäftsführender Oberarzt am Klinikum der Universität München folgte er 2006 dem Ruf auf den Lehrstuhl für Psychiatrie am Trinity College der University of Dublin, Irland. Dort nahm er auch die Position eines leitenden Untersuchers am Trinity College Institute of Neuroscience ein. Nach weiterem Ruf zurück nach Deutschland auf den Lehrstuhl für Psychiatrie in Frankfurt ist Prof. Hampel seit dem 1. Januar 2010 Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Klinikum der J.W. Goethe-Universität.

Aufgaben und Ziele

Prof. Hampel hat sich zum Ziel gesetzt, ein international herausragendes Zentrum für Diagnostik und Behandlung von psychischen Erkrankungen in Frankfurt zu schaffen. „Meine Aufgabe ist es, eine der bundesweit größten Psychiatrischen und Psychosomatischen Universitätskliniken zum optimalen Funktionieren zu bringen – und nicht nur das, sie soll Leuchtturmfunktion in Deutschland und auch weit darüber hinaus erhalten“, betont der neue Klinikdirektor. Um das zu erreichen, wird die Klinik derzeit sowohl baulich als auch strukturell nachhaltig modernisiert. Teil des neuen Konzepts von Prof. Hampel ist die Errichtung einer integrierten Ambulanz, die verschiedenste Spezialangebote und Fachrichtungen unter einem Dach vereint.

Verändert wurde bereits die teilstationäre Behandlung der Patienten. Diese wird nun innerhalb der integrierten tagesklinischen Struktur durchgeführt, also in enger Zusammenarbeit mit den Schwerpunkstationen der Klinik. Teile der Behandlung, wie ärztliche und psychologische Einzelgespräche, medikamentöse Behandlung aber auch die Diagnostik, finden im Rahmen der Station statt. Fachtherapeutische und pflegerische Angebote werden in den Räumlichkeiten der integrierten tagesklinischen Struktur ermöglicht. Der Vorteil der integrierten Behandlung besteht darin, die Patienten während des gesamten Aufenthalts beim gleichen Behandlerteam und unter Beibehaltung der gleichen Therapiemaximen kontinuierlich und ohne Transferverluste zu behandeln. Diese integrierte tagesklinische Struktur ist ein erster Schritt hin zur Entwicklung von erkrankungsspezifischen Behandlungseinheiten, sogenannten Tracks, die den Patienten in jeder Phase der Behandlung (ambulant, teilstationär, vollstationär) die optimale Therapie anbieten.

Die Lehre in den Fächern ‚Psychiatrie und Psychotherapie’ sowie ‚Psychosomatische Medizin und Psychotherapie’ ist in das moderne und erfolgreiche Unterrichtskonzept des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität eingebettet. Dieses Unterrichtskonzept orientiert sich an den Erfordernissen der klinischen ärztlichen Tätigkeit und soll die späteren Ärzte in die Lage versetzen, aufgrund ihrer Ausbildung wissenschaftliche Fragestellungen und Forschungsmethoden optimal einsetzen und weiterentwickeln zu können. Für ärztliche Kolleginnen und Kollegen besteht ständig die Herausforderung einer qualifizierten Fortbildung. Daher bietet die Klinik für Fachärztinnen und Fachärzte sowie psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten seit Jahren vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten zur Vertiefung ihrer sozialpsychiatrischen, psychopharmakologischen und psychotherapeutischen Kenntnisse an. Dabei wird modernstes Wissen über biologische Krankheitsgrundlagen, klinische Diagnostik und Behandlung vermittelt.

Das Diagnostik- und Therapiespektrum soll durch interdisziplinäre Kooperationen, wie mit dem Institut für Neuroradiologie und dem Brain Imaging Center des Uniklinikums erweitert werden. „Die Psychiatrie und Psychosomatik hat die Domäne der vorwiegend ‚sprechenden’ Disziplin längst erweitert. Psychiatrische und psychosomatische Erkrankungen sind oft auch organisch begründete Erkrankungen des Gehirns. Zudem stehen uns immer mehr Möglichkeiten zur Verfügung, Ursachen wie die molekularen Mechanismen der Erkrankungen zu identifizieren und die Erkrankung so frühzeitig im Gehirn des Patienten darzustellen – oftmals bevor größere Schäden entstanden sind und schwere Symptome das Leben der Patienten und ihrer Angehörigen massiv belasten“, erläutert der Co-Direktor des Brain Imaging Center, Prof. Hampel. Mittels modernster MRT-Technik sowie mit Hilfe von Krankheitsmarkern im Blut und Nervenwasser können bereits frühe Veränderungen im Gehirn dargestellt werden. Die Bilder und Daten liefern Erkenntnisse über die Ausbreitung und Prognose einer Krankheit, ermöglichen den frühstmöglichen Einsatz wirksamer Therapiemaßnahmen und erlauben die Überprüfung der Wirkung und des Erfolgs der Therapien.

Neben der bildgebenden Diagnose ist die Biomarkerforschung ein weiterer Schwerpunkt von Prof. Hampel. Auch hier ist er einer der wenigen weltweit führenden Kliniker und Wissenschaftler. Die modernen Verfahren können ebenfalls helfen, frühe unklare Gedächtnisstörungen, Alzheimer-Demenz (AD) und andere psychische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Die Marker sind ein objektives Maß für den in der Tiefe des Gehirns ablaufenden biologischen oder krankhaften Prozess. So können das Vorliegen und das Stadium einer Alzheimererkrankung sehr früh festgestellt und sogar das Risiko, später an AD zu erkranken, ermittelt werden. Mit Hilfe dieser neuen Diagnosemethoden können Demenzerkrankungen bereits bei frühesten Anzeichen, wie zum Beispiel bei ersten Beeinträchtigungen des Denkens und des Gedächtnisses, erkannt und behandelt werden. Neben der Verbesserung der Diagnose arbeitet Prof. Hampel auch an innovativen medikamentösen und alternativen Therapieansätzen. Hier werden zur Zeit in der Frankfurter Klinik von Prof. Hampel die weltweit neuesten viel versprechenden pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Therapieansätze bei Alzheimer geprüft, an denen Patienten mit leichter kognitiver Störung oder bereits bestehender klinischer AD teilnehmen können. Zu den besonders innovativen nicht-medikamentösen Therapiemaßnahmen gehören so genannte „kognitive Interventionen“, die Prof. Hampel und seine Mitarbeiter aktuell intensiv und sehr erfolgreich in Studien untersuchen.

Kognitive Intervention zur psychischen Gesunderhaltung und im Kampf gegen psychische Erkrankungen

Gezieltes körperliches und geistiges Training kann den Krankheitsverlauf von AD positiv beeinflussen. Dies beweist Prof. Hampel in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Reviews Neurology in dem Artikel Cognitive Intervention in Alzheimer’s Disease. Demnach zeigen Forschungsergebnisse, dass eine regelmäßige und gezielte Stimulation des Gehirns zu dessen Gesundheit bis ins höchste Alter und zum Erhalt kognitiver Fähigkeiten, wie des Denkens und des Gedächtnisses, substantiell beiträgt. „Nicht nur körperliches Fitnesstraining sollte zur Krankheitsprävention gehören, sondern auch geistiges. Denn was hilft es einem, wenn man zwar körperlich fit altert, aber gleichzeitig geistig massiv abbaut“, kommentiert Prof. Hampel und fügt hinzu: „Hier müssen die Gesellschaft und die Menschen umdenken und erkennen, dass unser wertvollstes und wichtigstes Organ, das Gehirn, auch lebenslang einer gezielten Fürsorge, Pflege und Aufmerksamkeit bedarf, was einige Änderungen in den Einstellungen und im Lebensstil vieler Menschen nach sich zieht“. Diese Art der Gesunderhaltung des Gehirns, auch im Sinne einer gezielten Behandlung, wird als „kognitive Intervention“ bezeichnet und kann dem Verfall des Gedächtnisses vorbeugen. Betroffenen kann so geholfen werden, Herausforderungen im Alltag besser zu meistern. Prof. Hampel nennt ein Beispiel: „Vergisst man auf dem Weg in den Keller, was man eigentlich von dort holen wollte, liegt ein Gedächtnisproblem bei der Einspeicherung in das Gedächtnis vor“. Eine praktische Hilfsmaßnahme und Übung ist die aktive Unterstützung des Abspeicherungsprozesses. Das gelingt, indem man länger an die zu holende Sache denkt und sich diese bildhaft vorstellt. Die Information wird so stärker verankert und bleibt abrufbar.

Kognitives Training hilft aber nicht nur bereits Erkrankten, es vergrößert auch die kognitive Reserve gesunder Menschen, also die erhöhte geistige und psychische Kapazität und Belastungsfähigkeit, vergleichbar der erhöhten Leistungsreserve einer gut trainierten Muskulatur oder eines gut trainierten Herz-Kreislaufsystems. Studien belegen, dass Personen mit großer kognitiver Reserve ein um 46 Prozent geringeres Risiko besitzen, an Demenz und Alzheimer zu erkranken. Geistiges Training ist also auch in diesen Fällen besonders sinnvoll und kann der Krankheit vorbeugen. Es kann in Kombination mit wirksamen pharmakologischen Therapieansätzen, einer sinnvollen förderlichen Ernährung und gezieltem körperlichem Training, das ebenfalls die Gehirnfunktion und Gesunderhaltung deutlich fördert, eingesetzt werden. Dies plant Prof. Hampel den Patienten der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie ganzheitlich, als umfassendes Therapieprogramm, zu Gute kommen zu lassen. Er sieht hier aber bewusst nicht nur die Aufgabe der Klinik in der Behandlung bereits vorliegender psychischer und psychosomatischer Erkrankungen, sondern auch den gesellschaftlichen Auftrag, eine umfassende und wirksame Gesundheitsprophylaxe für alle Menschen anzubieten und die Öffentlichkeit hierüber zu besser zu informieren.

Eine frühe Erkennung von Risikopatienten durch neue und verbesserte Diagnoseverfahren sowie kombinierte und gezielte Therapieansätze bieten die große Chance, wirkungsvolle und breit angelegte Vorsorgeprogramme für die zahlenmäßig stark anwachsende und gesellschaftlich bedrohliche Volkserkrankung AD zu entwickeln. Die Erkenntnisse der Alzheimerforschung lassen sich aber auch auf die anderen wichtigen Schwerpunkte der Frankfurter Psychiatrie unter Führung von Prof. Hampel übertragen. Fieberhaft arbeitet sein Team an neuen und optimierten Diagnose- und sicheren und besonders wirksamen Therapieverfahren für Schizophrenie, Psychosen und Depression. Dazu gehören die Prophylaxe und Behandlung bei Leistungsabfall und „Burn-Out“, die in unserer modernen Gesellschaft, auch im Großraum Frankfurt, deutlich zunehmen. „Eine Anzahl gerade psychischer Erkrankungen, wie Demenz, Schizophrenie und Depression, gehören zu den zehn wichtigsten Erkrankungen weltweit. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens daran zu erkranken, ist sehr hoch. Es ist deshalb ein gesellschaftlicher Auftrag, hier eine frühzeitige Diagnose für alle Patienten zu ermöglichen und neue Präventionsmaßnahmen sowie wirksame und sichere Therapien zu entwickeln“, so Prof. Hampel.

Frankfurt am Main, 31. August 2010

Für weitere Informationen:

Prof. Dr. Harald Hampel
Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon (0 69) 63 01 – 63 73
Fax (0 69) 63 01 – 87 30 3
E-Mail harald.hampel@med.uni-frankfurt.de
Internet www.psychiatrie.uni-frankfurt.de

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon (0 69) 63 01 – 77 64
Fax (0 69) 63 01 – 83 22 2
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet www.kgu.de

Für Zuweiser und Patienten:

Die Anmeldung zur ambulanten Behandlung erfolgt zentral über unsere integrierte Ambulanz. Von hier werden Sie zu den Spezialambulanzen und -sprechstunden weitergeleitet, inkl. der Gedächtnisambulanz.

Für Fragen oder zur Terminvereinbarung:
Fon (0 69) 63 01 – 50 79
Fax (0 69) 63 01 – 70 87
Internet www.psychiatrie.uni-frankfurt.de/klinik/integrierte_ambulanz

Bei Interesse an der Teilnahme an unseren wissenschaftlichen Studien können Sie über unser Studientelefon oder Studienfax von unseren wissenschaftlichen Mitarbeitern weitere Informationen erhalten:

Fon (0 69) 63 01 – 76 34
Fax (0 69) 63 01 – 38 33
Internet www.psychiatrie.uni-frankfurt.de/Forschung


8. Gesundheitspflege-Kongress: Pflegeausbildung – Orientierung am Arbeitsmarkt

Pressemitteilung

(BERLIN/HAMBURG, 29. August 2010) – Die Akademisierung der Pflegeausbildung – der einzige Weg zur Professionalisierung? Diese Frage wird auf dem 8. Gesundheitspflege-Kongress am 19. und 20. November in Hamburg zur Diskussion stehen. „Der Vorschlag, die Pflegeausbildung an den Hochschulen anzusiedeln, ist wenig am Arbeitsmarkt orientiert“, kritisiert Gerd Dielmann, Bereichsleiter Berufspolitik bei der Gewerkschaft Verdi, anlässlich des Kongresses. „Ein solches Vorhaben entspringt vielmehr den Bestrebungen des Berufsstandes nach Professionalisierung und dem Interesse der Hochschulen, entsprechende Studiengänge anzubieten.“ Auf dem Kongress, den das Pflegemagazin Heilberufe in Kooperation unter anderem mit dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V. veranstaltet, wird es im Rahmen einer Podiumsdiskussion Gelegenheit geben, Pro & Contra Akademisierung in der Pflege zu beleuchten.

Den Arbeitsmarkt sollte man nicht aus dem Blick verlieren, warnt Dielmann, selber ausgebildeter Krankenpfleger. Es stelle sich die Frage, was die Absolventen mit dem Abschluss anfangen können. So sei nicht transparent, welche besonderen Qualifikationen eine Pflegende mit einem Bachelor of Nursing gegenüber einem herkömmlich ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpfleger habe. „Studiengänge wie Pflegemanagement, Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft sind zweifelsfrei sinnvoll“, so Dielmann weiter. „Doch Basis sollte die dreijährige betrieblich-schulische Ausbildung bleiben, die die Absolventen berufsfähig macht und vor ungeregelten Praktikumsverhältnissen schützt.“

Dielmann weist darauf hin, dass sich eine Unterbewertung beruflicher gegenüber akademischer Ausbildung auch beim Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) wiederfindet. Der EQR bzw. DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen als Umsetzung der europäischen Empfehlungen) soll durch europaweite, einheitliche Zuordnung der Bildungsabschlüsse zu einer Niveaustufe – Niveau eins bis acht – die Mobilität der Arbeitskräfte in Europa erhöhen. „Es besteht die Gefahr, dass eine langgediente Intensivschwester nicht über das Niveau fünf hinauskommt, während ein junger Mensch mit einem Bachelor of Nursing gleich dem Niveau sechs zugeordnet wird“, berichtet Dielmann. Doch positiv sei, dass die Experten beim DQR daran arbeiten, dass man auch als Nicht-Akademiker durch beruflich erworbene Kompetenzen das höchste Niveau erreichen kann. Ende 2012 soll der DQR in Kraft treten.

Neben der Pflegeausbildung wird auf dem 8. Gesundheitspflege-Kongress das Thema Primary Nursing in Zeiten knapper Kassen ein weiterer Schwerpunkt sein. Die Amerikanerin Marie Manthey, Begründerin dieses Pflegesystems, wird auf dem Kongress einen Vortrag halten und einen Workshop leiten – für eine Simultanübersetzung ist gesorgt. Zum Pflegekongress gehört auch ein Schülerkongress am 20. November, gestaltet von Auszubildenden für Auszubildende.

Abdruck honorarfrei.

Bitte schicken Sie uns einen Beleg zu.

Information und Anmeldung:

Springer Medizin, Urban & Vogel GmbH, Kongressorganisation

Andrea Tauchert, Heidelberger Platz 3, 14197 Berlin

Telefon: 030 / 82787-5510, E-Mail: andrea.tauchert@springer.com

www.heilberufe-online.de; www.heilberufe-kongresse.de

Ansprechpartnerin Presse:

Anke Nolte, Journalistenbüro Berlin

Telefon: 030 / 275 60-136, E-Mail: nolte@journalistenbuero-berlin.de


Für eine gerechte und zukunftsfeste Gesundheitsversorgung

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums und der Bundesärztekammer0.

Berlin. Wer in Deutschland krank wird, der kann auf die Versorgung in einem der besten Gesundheitssysteme der Welt vertrauen. Erfreulicherweise werden die Menschen zunehmend älter, gleichzeitig eröffnet die Medizin immer bessere Heilungschancen. Angesichts der damit verbundenen finanziellen Herausforderungen hat sich die Politik vorgenommen, die gesetzliche Krankenversicherung heute und für die Zukunft stabiler aufzustellen. Der von der Regierungskoalition vorgelegte Gesetzentwurf für das geplante GKV-Finanzierungsgesetz ist dazu ein wichtiger und richtiger Schritt. Das betonten Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler und Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Vorstand der Bundesärztekammer. Das GKV-Finanzierungsgesetz sieht insbesondere die langfristige Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung durch Zusatzbeiträge und einen unbürokratischen Sozialausgleich über Steuermittel vor.

Anders als bei vorangegangenen Reformen sollen künftig nicht die Patienten über Zuzahlungen oder Eigenbeteilungen die finanziellen Mehrbelastungen tragen. Darüber hinaus kann nach Auffassung des Ministers und des Bundesärztekammer-Vorstandes insbesondere die Stärkung der Beitragsautonomie über Zusatzbeiträge den Einstieg in ein generationengerechteres Finanzierungsprinzip der GKV darstellen.

Einigkeit herrschte bei den Gesprächen auch darüber, dass die im Koalitionsvertrag angekündigte gesetzliche Neuregelung für Medizinische Versorgungszentren (MVZ), wonach die Mehrheit der Geschäftsanteile und Stimmrechte Ärztinnen und Ärzten zustehen und das MVZ von Ärztinnen und Ärzten verantwortlich geführt werden soll, schnell umgesetzt werden soll. Der Bundesärztekammer-Vorstand verwies darauf, dass zwischen MVZ und niedergelassenen Vertragsärzten und -psychotherapeuten gleichartige Wettbewerbsbedingungen herrschen müssten. Um eine Dominanz wirtschaftlicher Interessen über medizinische Belange zu vermeiden, seien klare gesetzliche Regelungen unter anderem für das Primat der ärztlichen Leitung von MVZ nötig.

Zu den von Bundesgesundheitsminister Rösler im Laufe der Legislaturperiode außerdem geplanten strukturellen Reformen zählt auch die Ausweitung von Möglichkeiten der Kostenerstattung. Dies entspreche wiederholten Forderungen Deutscher Ärztetage nach einer stärkeren Erprobung sozialverträglicher Kostenerstattungs- und Selbstbehalt-Wahltarife im GKV-Bereich, so der Bundesärztekammer-Vorstand. Kostenerstattung ermögliche mehr Transparenz über das Leistungsgeschehen, fördere das Kostenbewusstsein bei allen Beteiligten und ist wichtige Voraussetzung für eine gezieltere Inanspruchnahme medizinischer Leistungen.

Die Ziele der Kostenerstattung erfordern nach Aussage von Bundesgesundheitsminister Rösler eine Novellierung der Gebührenordnung. Diese Aufgabe soll nach dem Willen des Ministers zeitnah angegangen werden. Entsprechende Vorarbeiten für eine Novellierung der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) könnten unmittelbar im Anschluss an die Novellierung der zahnärztlichen Gebührenordnung (GOZ) erfolgen, also möglicherweise noch 2011. Die Bundesärztekammer hat bereits einen entsprechenden Vorschlag für eine transparente, das ärztliche Leistungsspektrum umfassend abbildende und leistungsgerecht kalkulierte Gebührenordnung entwickelt, der die Grundlage der GOÄ-Novellierung bilden soll.

Weitere geplante Maßnahmen sollen der Sicherung der flächendeckenden Versorgung dienen. Dazu zählt Bundesgesundheitsminister Rösler neben der Weiterentwicklung der Bedarfsplanung, bei der die Ärztekammern in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren eine Moderatorenrolle einnehmen sollen, insbesondere auch Anreize bei der Vergütung und Ausbildung. Gerade vor dem Hintergrund des immer deutlicher erkennbareren Ärztemangels erarbeitet das Bundesgesundheitsministerium unter Mitarbeit der Bundesärztekammer Maßnahmen, um die Attraktivität des Arztberufes wieder zu erhöhen.

Unterstützung sagte die Bundesärztekammer dem Minister auch bei der Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch eine zielgerichtete Präventionsstrategie zu. So soll eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die prioritäre Präventionsziele definiert. Beide Seiten waren sich einig, dass den ambulanten Ärzten bei Präventionsmaßnahmen eine Schlüsselrolle zukommt.

Kontakt:
Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
Pressestelle
Friedrichstr. 108
10117 Berlin
Tel.: 030.18441-2442
E-Mail: pressestelle@bmg.bund.de


Neuer Service: REHADAT-Informationen zum Download

Die REHADAT-Datenbanken können jetzt kostenlos unter http://www.rehadat.de/rehadat/cddownload.jsp heruntergeladen und zur Offline-Nutzung abgespeichert werden. Der Download richtet sich an Anwender, die REHADAT an Arbeitsplätzen ohne Internetzugang nutzen möchten. Er kann z.B. auf einem Laptop oder in einem Netzwerk installiert werden und ersetzt die frühere REHADAT-CD-ROM. Wie diese soll auch das Downloadangebot halbjährlich aktualisiert werden. Nutzer können sich per Mail über die Aktualisierung der Download-Dateien informieren lassen.

Gleichzeitig können die Datenbanken weiterhin im Internet unter www.rehadat.de genutzt werden. Folgende Datenbanken mit fast 90.0000 Einzelinformationen zum Thema Beruf und Behinderung werden hier laufend aktualisiert: Hilfsmittel, Praxisbeispiele, Literatur, Forschung, Recht, Adressen, Werkstätten und Seminare.

Das Informationsangebot von REHADAT ist kostenlos und richtet sich an Menschen mit Behinderung und an alle, die sich für ihre berufliche Integration einsetzen.

REHADAT ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und wird gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Kontakt

REHADAT Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation
Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Referentin Anja Brockhagen

Postfach 10 19 42
50459 Köln
Telefon: 0221 4981-845
Fax: 0221 4981-99-845
brockhagen@iwkoeln.de

www.iwkoeln.de
www.rehadat.de

Besucheranschrift:
Konrad-Adenauer-Ufer 21, 50668 Köln


bpa-Präsident fordert Greencard für Pflegekräfte zur Fachkräftesicherung

Die Wirtschaft sagt einen Fachkräftemangel voraus – in der Pflege existiert er bereits

bpa-Präsident fordert Greencard für Pflegekräfte zur Fachkräftesicherung

Berlin. „Die Wirtschaft rechnet zukünftig mit einem Fachkräftemangel – in der Pflege existiert er bereits“, sagt bpa-Präsident Bernd Meurer. Aus Anlass der heutigen Pressekonferenz zur Fachkräftesicherung von DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann, Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Bundesinnenminister Thomas de Maizière erinnert der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) daran, dass bereits heute vielerorts in Altenheimen und bei ambulanten Pflegediensten freie Stellen nicht mehr besetzt werden können.

„Der Arbeitsmarkt für Pflegefachkräfte ist wie leergefegt. Es fehlen bereits jetzt 30.000 Fachkräfte, bis 2020 werden es rund 300.000 sein.“ Um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen, müssten alle Möglichkeiten genutzt werden – dazu gehöre auch die Einführung einer Greencard. „Im Ausland erworbene Berufserfahrung und Berufsabschlüsse müssen unbürokratisch anerkannt werden“, so Meurer. „Wir werden unseren Bedarf an Fachkräften und Mitarbeitern nicht nur mit deutschen Mitarbeiter/innen decken können. Bereits heute könnten wir 10.000 Fachkräfte einstellen.“

Das würde bedeuten, dass in zehn Jahren jeder dritte Schulabgänger in die Pflege ginge. Das sei unrealistisch. Es werde auch nicht ausreichen, allein die Attraktivität der Arbeitsplätze zu steigern. Der Anteil der jungen Menschen in der deutschen Bevölkerung gehe zurück. Meurer wiederholte seine Forderung nach einer Greencard für Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten. „Wer glaubt, dass er den eklatanten Fachkräftemangel, der sich heute schon abzeichnet, allein mit deutschen oder europäischen Pflegekräften lösen kann, der irrt.“

Die Pflege bietet mit mehr als 1,1 Millionen Arbeitsplätzen in Deutschland mehr Jobs als Mercedes, VW, Opel & Co. und ist ein wichtiger Jobmotor und Wachstumsmarkt.

Für Rückfragen:

bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Geschäftsführung: Herbert Mauel, Bernd Tews
Friedrichstraße 148
10117 Berlin
Telefon: (030) 30 87 88 – 60
Telefax: (030) 30 87 88 – 89
E-Mail: bund@bpa.de

Internet: www.bpa.de


Welche Reha-Klinik? – Nicht nur eine Frage für die Versicherung

Patienten haben bei der Auswahl einer geeigneten Reha-Einrichtung durchaus ein Mitspracherecht

– Pressemeldung der Bundesgeschäftsstelle –

UPD Beratungsfall des Monats August 2010

Göttingen, 23. August 2010 – Die Rehabilitation bildet eine der wichtigsten Phasen bei der Heilung von Krankheiten und Verletzungen. Doch wie findet man die richtige Klinik? Nicht immer einigen sich Patienten und Versicherungen auf Anhieb – und viele Anfragen bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) weisen darauf hin, dass Patienten oft ihre eigenen Rechte nicht kennen. Hier ein Beispielsfall aus Göttingen.

Herr K. leidet an einer Essstörung. Seine Rentenversicherung bewilligt ihm eine Reha-Behandlung, weist ihm aber nicht die Klinik zu, die er gemeinsam mit seinem behandelnden Arzt ausgewählt hatte. Nun wendet sich Herr K. an die UPD in Göttingen.

Ein UPD-Berater erklärt ihm die gesetzlichen Bestimmungen: „Die Leistungen werden in Einrichtungen erbracht, die entweder von der Rentenversicherung selbst betrieben werden oder mit denen ein entsprechender Vertrag besteht“, sagt er. „Hierbei ist die Auswahl in das pflichtgemäße Ermessen der Rentenversicherung gestellt.“ Die Rentenversicherung habe aber auch die berechtigten Wünsche des Versicherten zu berücksichtigen. Dazu gehörten die persönliche Lebenssituation, das Alter, das Geschlecht, die Familie sowie religiöse und weltanschauliche Bedürfnisse des Versicherten. „Hat die Rentenversicherung mit einer Reha-Klinik keinen Vertrag geschlossen, wäre der Wunsch des Versicherten auf Behandlung in dieser Klinik nicht berechtigt.“

Ist der Versicherte mit der Auswahl der Einrichtung nicht einverstanden, kann er Widerspruch einlegen. Kommt die Rentenversicherung dem berechtigten Wunsch des Versicherten nicht nach, so muss sie begründen, warum die von ihr ausgewählte Klinik besser geeignet ist, die Rehabilitationsleistung zu erbringen. Daher haben Widersprüche in solchen Fällen häufig Aussicht auf Erfolg.

So auch im Falle von Herrn K. Die von der Versicherung zugewiesene Klinik hatte keinerlei Spezialisierung auf die Erkrankungsform der Essstörung – und Herr K. wies nach, dass seine Heilungschancen in der von ihm mit dem Arzt ausgesuchten Einrichtung größer sind. Die Versicherung bewilligte ihm daraufhin die gewünschte Klinik.

Tipp: Überlegen Sie mit Ihrem Arzt, welche Einrichtung für Sie am besten geeignet ist. Wichtig ist, dass in der Klinik ein Platz frei ist. Äußern Sie Ihren Wunsch bereits bei Antragstellung und bitten Sie Ihren Arzt, Ihren Wunsch durch eine Stellungnahme zu unterstützen.

Auch bei weiteren Fragen stehen die Beraterinnen und Berater der UPD bundesweit telefonisch oder regional persönlich zur Verfügung. Der „Beratungsfall des Monats“, die Kontaktdaten aller UPD – Beratungsstellen sowie weitere Informationen sind im Internet unter www.upd-online.de oder über das bundesweite Beratungstelefon abrufbar. Dieses ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 0 11 77 22 erreichbar.

Ansprechpartner für Medien:

Per Wallraven, Patientenberater

Unabhängige Patientenberatung Deutschland – UPD

Beratungsstelle Göttingen | Albanikirchhof 4/5 I 37073 Göttingen

Tel. 0551. 488 778 17 | Fax 0551. 488 778 19

goettingen@upd-online.de | www.upd-online.de

Bertram Lingnau, Referent für Information und Kommunikation

Unabhängige Patientenberatung Deutschland – UPD gGmbH

Bundesgeschäftsstelle | Littenstraße 10 | 10179 Berlin

Tel. 030.200 89 23-43 | Fax 030.200 89 23-50

presse@upd-online.de | www.upd-online.de


DEGEMED e.V. mit neuem Vorstand

Berlin. Mit großer Mehrheit hat die Mitgliederversammlung der DEGEMED am 26. Juli einen neuen Vorstand und eine neue Geschäftsführung gewählt. Zum neuen Vorstandsvorsitzenden wählte die Versammlung Hartmut Stern, Mitglied der Geschäftsleitung der Rudolf Presl Klinik Bavaria Verwaltungsgesellschaft mbH. Seine bisherige Funktion als Vorsitzender der Mitgliederversammlung übernimmt Dietgrim Reene, Mitglied der Geschäftsführung der Median Kliniken GmbH & Co. KG (Mitte-Süd), der bereits Sterns Stellvertreter in diesem Amt war. Neue Stellvertreter für das Amt des Vorstandsvorsitzenden sind Dr. Constanze Schaal, Geschäftsführerin der Rehazentren der DRV Baden-Württemberg gGmbH (1. stellv. Vorsitzende) und Volker Behncke, Geschäftsführer der AWO Gesundheitsdienste gGmbH (2. stellv. Vorsitzender). Als Beisitzer wurden Hermann Buhlert, Geschäftsführer der Klinik am See Reha-Fachklinik Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG sowie Horst Gollée, Geschäftsführer der Gollée GmbH & Co. KG in ihrem Amt bestätigt. Neu im Vorstand ist als Beisitzer Thomas Bold, Geschäftsführer der Marcus Klinik Bad Driburg GmbH & Co. KG.

Neuer Geschäftsführer im Amt
Gleichzeitig mit dem neuen Vorstand wählte die Mitgliederversammlung der DEGEMED auch eine neue Geschäftsführung. Hier übernimmt Max Lux den Staffelstab von Dr. Wolfgang Heine. Max Lux war am 29. Juni als Geschäftsführer der Rehazentren der DRV Baden-Württemberg gGmbH in den Ruhestand verabschiedet worden.

Der neue Vorstandsvorsitzende der DEGEMED Hartmut Stern dankte als erste Amtshandlung Dr. Wolfgang Heine für seine langjährige gute Arbeit als Geschäftsführer der DEGEMED. Dr. Heine wird künftig das Ressort Rechtsfragen und Qualität der DEGEMED übernehmen und der neuen Geschäftsführung zur Seite stehen. Auch an der Seite von Max Lux ist Jörg Nielandt, der künftig die Position eines Geschäftsstellenleiters bekleiden wird.

DEGEMED hält bewährten Kurs
Bei der Ausgestaltung ihrer Verbandsarbeit setzt die DEGEMED mit ihrem neuen Vorstand und der neuen Geschäftsführung auf Stabilität und Kontinuität. „Unser Hauptanliegen wird auch weiterhin die richtungweisende Qualität in der medizinischen Rehabilitation sein“, erklärt Max Lux, neuer Geschäftsführer der DEGEMED, „dabei wird ein Schwerpunkt unserer Arbeit im Jahr 2010/2011 auf dem Patientennutzen liegen.“ Damit unterstreicht der Verband das seit seiner Gründung im Jahr 1996 bestehende Ziel, konsequent für bestmögliche Qualität in der medizinischen Rehabilitation einzutreten. Dieses Ziel, das für alle Mitglieder bis heute verpflichtend ist, will die DEGEMED  künftig mit aktuellen Themen und Inhalten angehen, neu beleben und das eigenständige Profil des Verbandes schärfen. „Wir laden alle an der Qualitätsrehabilitation interessierten Kliniken und Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation dazu ein, Mitglied in der DEGEMED zu werden und sich aktiv an diesem Gestaltungsprozess zu beteiligen“, so Max Lux. Auch bei der bewährten Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Akteuren der Rehabilitation setzt der Verband auf Kontinuität. So wird die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) an den Erfolg versprechenden Schnittstellen fortgesetzt. Die bereits erfolgreiche und enge Kooperation und der fachliche Austausch mit den politisch Verantwortlichen und den Kostenträgern, insbesondere der gesetzlichen Krankenversicherung und der Rentenversicherung will der neue Vorstand nachhaltig stärken.

Kontakt:

DEGEMED e.V.
Fasanenstraße 5
10623 Berlin
Tel.: 030.284496-6
Fax: 030.284496-70
E-Mail: degemed@degemed.de
www.degemed.de


Sparvorschläge der Gemeindefinanzkommission – Thema beim 4. REHA-Rechtstag

Berlin. Aktuelle Rechtsfragen der Rehabilitation, Fragen der Finanzierung, des SGB IX und des Datenschutzes stehen im Mittelpunkt des 4. Deutschen REHA-Rechtstages, der am Freitag, den 10. September in Berlin stattfindet. Auch die Sparvorschläge der Gemeindefinanzkommission, die massive Einschnitte für die Rehabilitation bedeuten, werden im Rahmen der Veranstaltung eingehend diskutiert. Als prominente Referenten werden erwartet: Peter Masuch, Präsident des Bundessozialgerichtes, Prof. Dr. Felix Welti von der Universität Kassel, Prof. Dr. Jacob Joussen von der Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK Deutsche Angestellten-Krankenkasse und Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK Berlin.

Gemeinsam laden die DeutscheAnwaltAkademie und die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED) Vertreter von ambulanten und stationären Einrichtungen der Rehabilitation sowie auf Arbeits-, Medizin- und Sozialrecht spezialisierte Anwälte dazu ein, über aktuelle reha-rechtliche Fragestellungen zu diskutieren. Unterstützt wird die Veranstaltung von der ARGE Sozialrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) e.V.

Programm 4. Deutscher REHA-Rechtstag

Anmeldungen über

DeutscheAnwaltAkademie GmbH
Jana Hartwig
Tel.: 030.726153-123
Fax: 030.726153-111
E-Mail: hartwig@anwaltakademie.de

Kontakt und Nachfragen:

DeutscheAnwaltAkademie GmbH
Philipp Wendt
Littenstraße 11
10179 Berlin
Tel.: 030.726153-0
Fax: 030.726153-111
E-Mail: wendt@anwaltakademie.de
www.anwaltakademie.de

DEGEMED e.V.
Fasanenstraße 5
10623 Berlin
Tel.: 030.284496-6
Fax: 030.284496-70
E-Mail: degemed@degemed.de
www.degemed.de


Gegen Diskriminierung psychisch kranker Menschen

22. August 2010 – Pressemitteilung

Das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit hat heute den Abschlussbericht einer wissenschaftlichen Studie zur Wirksamkeit von Maßnahmen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen vorgelegt. Das Bundesministerium für Gesundheit hatte die Studie in Auftrag gegeben mit dem Ziel, eine wissenschaftliche Grundlage für die evidenzbasierte Weiterentwicklung entsprechender Interventionen zu schaffen.

Jeder dritte bis vierte Deutsche erleidet im Laufe seines Lebens eine psychische Erkrankung. Aber noch immer verdrängen viele Betroffene aus Scham und Angst vor negativen Reaktionen ihrer Umwelt psychische Beschwerden, suchen spät oder gar nicht die verfügbaren Hilfsangebote auf und geraten damit in die Gefahr der Chronifizierung oder gar eines späteren Suizids.

Dazu Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: Psychische Erkrankungen werden auch heute noch in unserer Gesellschaft tabuisiert. Betroffene erleben nicht selten Ablehnung und Ausgrenzung, insbesondere am Arbeitsplatz oder in der Schule, aber auch in Familien oder im Freundeskreis. Maßnahmen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen müssen effektiv zu einem gesellschaftlichen Klima der Toleranz und des Verständnisses für psychisch erkrankte Menschen beitragen. Die Studie des Aktionsbündnisses liefert eine gute Datengrundlage für die Planung und Steuerung zukünftiger Maßnahmen der verschiedenen Akteure.

In Deutschland und auch weltweit gibt es bereits zahlreiche Maßnahmen zur Reduzierung des Stigmas psychischer Krankheiten. Den Autoren der Studie zufolge sind Interventionen vor allem dann wirksam, wenn sie neben der Aufklärung über psychische Erkrankungen interaktiven Kontakt zu Betroffenen einschließen.

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine Initiative zur Förderung der seelischen Gesundheit. Unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers beteiligen sich über 60 Bündnispartner an dem bundesweiten Netzwerk, darunter Experten der Psychiatrie und Gesundheitsförderung, Betroffene und ihre Angehörigen. Das Bündnis will der breiten Öffentlichkeit vermitteln, dass psychische Störungen therapierbare und gerade bei frühzeitiger Behandlung auch heilbare Erkrankungen sind, die jede und jeden betreffen können. Es fördert den Austausch der beteiligten Akteure, informiert über die Chancen der Früherkennung und Prävention und ermuntert Menschen, Hilfe in Anspruch zu nehmen, und fördert so die Möglichkeiten der sozialen und beruflichen Integration von psychisch erkrankten Menschen und die gesellschaftliche Teilhabe von Betroffenen und ihren Familien.

Nähere Informationen im Internet: www.seelischegesundheit.net

Download der Studie
Konzeption und Umsetzung von Interventionen zur Entstigmatisierung seelischer Erkrankungen: Empfehlungen und Ergebnisse aus Forschung und Praxis

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Prof. Dr. Reinhard Burger ist neuer Präsident des Robert Koch-Instituts

Neuer Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) ist Herr Prof. Dr. Reinhard Burger. Er wurde vom Bundespräsidenten Christian Wulff auf Vorschlag des Bundeskabinetts ernannt. In einer Feierstunde hat der Bundesminister für Gesundheit, Dr. Philipp Rösler, ihn heute in sein Amt eingeführt.

„Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mit Herrn Prof. Dr. Reinhard Burger einen hochqualifizierten Wissenschaftler und eine gleichermaßen erfahrene Führungskraft als Präsidenten für das Robert Koch-Institut zu gewinnen. Er ist der Richtige, das Renommee und die Expertise des Instituts auszuweiten und die Neuausrichtung zu einem Public-Health-Institut für Deutschland weiter voranzutreiben“, erklärte Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler.

Der neue Präsident des RKI kennt das Institut bereits seit vielen Jahren und hat maßgeblich zu seiner weltweiten Reputation beigetragen. Der gelernte Mikrobiologe übernahm als Professor der Immunologie nach diversen Forschungsaufenthalten in den USA und China 1987 zunächst die Leitung der Abteilung Immunologie. Seit 1998 ist Prof. Dr. Reinhard Burger Leiter der großen Abteilung Infektionskrankheiten des Instituts, zu der die Laborbereiche Virologie, Bakteriologie, Krankenhaushygiene und Parasitologie / Mykologie gehören. Im Januar 1999 übernahm er zudem die Funktion des stellvertretenden Institutsleiters und wurde im April 2001 zum Vizepräsidenten des Robert Koch-Instituts ernannt.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Sicherheit von Bluttransfusionen und Blutprodukten. Diese wichtige Thematik berührt nicht nur wissenschaftliche Fragen, wie neuartige Infektionserreger und hochsensitive Testverfahren, sondern auch die ausreichende Versorgung der Bevölkerung und ethische Fragen. Seine Arbeit zur Infektionssicherheit von Bluttransfusionen hat mit dazu beigetragen, dass in Deutschland ein sehr hoher Sicherheitsstandard in der Transfusionsmedizin erreicht wurde.

Prof. Dr. Reinhard Burger vereint in seiner Person sowohl wissenschaftliche als auch gesundheitspolitische Expertise. Seine wissenschaftlichen Publikationen haben weltweite Beachtung gefunden. Er ist international bekannt und vernetzt durch die Vertretung Deutschlands in vielen internationalen Gremien sowie durch die Mitgliedschaft in verschiedenen wissenschaftlichen Gesellschaften (z.B. American Association of Blood Banks, American Association of Immunologists).

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