17. Klinikvertretertreffen und 9. TRT-Treffen der Deutschen Tinnitus-Liga e. V.

Veröffentlicht am 25.02.2014 09:05 von Sabine Wagner

Die Vertreter der deutschen Tinnitus-Kliniken trafen sich am 22. Februar 2014 bereits zum 17. Mal in der Habichtswald-Klinik in Kassel-Bad Wilhelmshöhe, um über aktuelle Behandlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Der Einladung der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL) waren rund 50 Tinnitus-Experten gefolgt – darunter ca. 30 Fachleute aus den Kliniken und ca. 20 Angehörige von Tinnitus-Retraining-Therapie-Teams (TRT-Teams).

Fast drei Millionen Deutsche leben mit einem chronischen Tinnitus, davon leidet rund eine Million mittelschwer bis unerträglich stark unter den Ohrgeräuschen. Um die sehr hohen Qualitätsstandards in der Tinnitus-Therapie in Deutschland aufrecht zu erhalten, tauschen sich die Vertreter der rund 30 bundesweiten Tinnitus-Kliniken, der ambulanten Tinnitus-Retraining-Therapie-Teams und der DTL jährlich über aktuelle Behandlungsmethoden und Forschungsprojekte sowie über Tendenzen im Klinikalltag und zukünftige Anforderungen aus.

In seiner Begrüßungsrede dankte DTL-Präsident Volker Albert der Habichtswald-Klinik, dass sie auch in diesem Jahr wieder ihre Räumlichkeiten für das Treffen zur Verfügung gestellt hat. Außerdem appellierte Albert an alle Akteure, die sich mit Tinnitus und anderen Hörstörungen beschäftigen, auch auf politischer Ebene zu kooperieren: „Es wird allerhöchste Zeit, dass alle, die im Bereich Hörstörung tätig sind, auch eng politisch zusammenarbeiten.“ DTL-Vizepräsident Prof. Dr. Gerhard Goebel betonte wie wichtig es sei, dass die Kliniken die Tinnitus-Betroffenen auf die Arbeit der DTL hinwiesen, damit diese über das vielfältige Beratungsangebot der Deutschen Tinnitus-Liga informiert seien.

Über die Behandlung im Tinnituszentrum Detmold referierten PD Dr. Manfred Pilgramm, Diplom-Ingenieur Helmut Lebisch und Diplom-Psychologe Wilfried Pehle. Dort gibt es ein Wochenend-Angebot sowie eine 21-tägige Kompaktkur für Tinnitus-Betroffene. Helmut Lebisch betonte in seinem Vortrag die immense Bedeutung, die der Aufklärung zukommt: „Einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren in der Tinnitus-Behandlung ist die Aufklärung, die ca. 70 Prozent in der Tinnitus-Bewältigung ausmacht.“ Welche große Rolle Information und Beratung spielen, darüber waren sich alle Experten einig – nicht zuletzt gehört dies auch zu den zentralen Aufgaben der DTL.

Diplom-Psychologin Elke Loebnau, Geschäftsführerin des IN-TI – Institut für Tinnitus Diagnostik und Therapie in Bad Salzuflen, beschrieb das Konzept der ambulanten Tinnitus-Kompaktkur in ihrer Einrichtung. Es handelt sich hierbei um eine dreiwöchige Kur, bei der die Patienten sich die Unterkunft entweder selbst aussuchen oder abends nach Hause fahren. Die Ziele bestehen darin, dass die Betroffenen eine innere Ruhe finden, ihre „Stärken stärken“ und das Hörsystem positiv ausrichten. In dem verhaltenstherapeutischen Ansatz werde „Hilfe zur Selbsthilfe“ vermittelt, so dass die Patienten nach der Kur genau wissen, woran sie weiterarbeiten können. Über die „Wirksamkeit und Akzeptanz von Selbsthilfeinterventionen bei Tinnitus“ referierte Dr. Nele Nyenhuis, Diplom-Psychologin am Institut für Psychologie in Göttingen.

Am Nachmittag standen verschiedene Workshops zu den Themen „Counseling des HNO im akuten und chronischen Stadium des Tinnitus“ (PD Dr. Manfred Pilgramm, Dipl.-Ing. Helmut Lebisch und Dipl.-Psych. Wilfried Pehle), „Differentialdiagnostik des Schwindels“ (Dr. Helmut Schaaf, Prof. Dr. Kai Helling) sowie „Messen von Tinnitus und Hyperakusis“ (Prof. Dr. Gerhard Goebel) auf dem Programm. Das nächste Treffen der Klinikvertreter und TRT-Teams findet am 21. Februar 2015 statt – natürlich in guter Tradition in den Räumlichkeiten der Habichtswald-Klinik.

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